Stellenwert des Schwingens im Muotatal (Teil 2)

Beim ersten Teil der neunteiligen Reihe „Schwingen im Muotatal“ erzählte René Schelbert, Präsident des Schwingklub Muotathal, über das aktuelle Geschehen. Dabei spielten die fünf Kränze und die vier Neukranzer zwischen dem Interview und dem Erscheinen des ersten Beitrages eine gewichtige Rolle. Sie prägen zurzeit ganz klar das aktuelle Schwinggeschehen im Tal.

Heute widme ich mich dem Stellenwert des Schwingens im Muotatal, nach welchem ich René bei unserem Gespräch auch befragte.
René sagte dazu: „Das Schwingen hat auch heute noch einen grossen Stellenwert im Tal. Es ist mit Tradition verbunden, und weil wir jedes Jahr zwei Schwingfeste durchführen.“
Gemeint ist der Rangschwinget der Aktiven und der Buebeschwinget. Die beiden Schwingfeste finden eigentlich jedes Jahr statt, ausser es wird ein Kranzfestanlass wie letztes Jahr mit dem Schwyzer Kantonalen durchgeführt.

Heinz Suter
Heinz Suter (oben) gegen Jakob Aeschbacher
Bildquelle: stoosschwinget.ch

Der Schwingklub-Präsident erklärte weiter: „Sicher ist nach den Rücktritten von Heinz Suter und Leo Betschart der Boom ein wenig abgeflacht. Wenn jetzt aber die Jungen wieder Schlagzeilen machen, ist und bleibt das Schwingen im Tal weiterhin ein Thema.“
Wie beim Beitrag zum aktuellen Geschehen bereits erwähnt, fand das Interview mit René eine Woche vor dem Schwyzer Kantonalen statt. Die fünf Kränze und die vier Neukranzer haben nun für positive Schlagzeilen gesorgt und lassen die Muotathaler Schwingerfreunde optimistisch in die Zukunft blicken.

„Nicht vergessen darf man dabei auch das Radio Central, das Fernsehen (Tele 1, aber auch das Schweizer Fernsehen SRF) und das Internet, wo viele das Schwingen verfolgen“, so René. „Auch Leute, von denen ich nie gedacht hätte, dass sie sich für den Schwingsport interessieren. An den Stammtischen wird ebenfalls rege über das Schwingen diskutiert. Das zeigt mir, dass immer noch ein grosser Stellenwert vorhanden ist.“

Der grosse Schwingerfreund meinte zu den Fragen „War der Stellenwert früher sogar grösser?“ und „Wann war der Stellenwert am grössten?“: „Zu Zeiten von Heinz Suter war der Stellenwert sicher sehr gross. Denn Heinz konnte praktisch an jedem grossen Schwingfest, an welchem er antrat, um den Sieg mitschwingen und unter Umständen gewinnen.
In früheren Zeiten hatte das Schwingen nebst der Tradition darum einen grossen Stellenwert, weil es neben dem Schwingklub mit dem Schiess- und dem Turnverein nur zwei weitere sportliche Vereine im Tal gab.“

Schwyzer Kantonales Muotathal 2014
Schwyzer Kantonales Schwingfest 2014 auf der Sportanlage Stumpenmatt
Bildquelle: sportalbum.ch

Beim Durchführen von Anlässen spürt der Schwingklub, dass die Gemeinde Muotathal hinter ihnen steht. Dazu René: „Das kann man so sagen. Die Gemeinde liess bei der Sportanlage Stumpenmatt eine hervorragende Infrastruktur erbauen, welche wir benutzen dürfen. Es ist alles vorhanden, was es für das Durchführen eines Schwingfestes braucht. Angefangen von den Garderoben bis zu den grossen Räumen in der Mehrzweckhalle und der Aula. Wir müssen beispielsweise keine zusätzlichen Zelte aufbauen. Auch mit den zuständigen Verantwortlichen der Schulhäuser klappt die Zusammenarbeit einwandfrei.“

Auf die Frage, ob der Rückhalt in der Bevölkerung heutzutage kleiner, gleich oder grösser als früher sei, überlegte der oberste Muotathaler Schwinger kurz und antwortete: „Ich denke, er wird heute gleich sein wie früher. Der Rückhalt in der Muotathaler Bevölkerung für das Schwingen war schon immer sehr gut.“

Die Organisation von Schwingfesten in Muotathal wurde letztes Jahr von verschiedener Seite gelobt, als ich einige prominente Persönlichkeiten für einen Beitrag zum Schwyzer Kantonalen im Tal befragte. Klar, die optimale Infrastruktur spielt ihnen zu. Im Schwingklub und in deren Umfeld hat es aber viele schwingbegeisterte Personen, die jeweils für eine tadellose Durchführung der Anlässe sorgen, wie das Buebeschwinget, das Rangschwinget, das Schwyzer Kantonale oder das Innerschweizerische, welches letztmals 2006 in Muotathal stattfand.

Wie könnte die Zukunft der Schwingerei im Muotatal aussehen? Könnte es da Veränderungen geben? René gab dazu folgenden Kommentar ab: „Veränderungen wird es nicht geben, das meiste ist gegeben. Es wird so weiterlaufen wie bisher. Für die Zukunft sieht es gut aus. Man muss natürlich immer dran bleiben, gerade beim Nachwuchs. Denn der Fussball ist momentan schon sehr ‚in‘. Trotzdem stimmen uns die neusten Zahlen hinsichtlich Nachwuchsschwinger sehr positiv.“

Der Stellenwert des Schwingsportes im Muotatal war schon immer gross. Er ist aber auch abhängig von seinen Aushängeschildern, den Schwingern. Nach den Rücktritten von den beiden Eidgenossen Heinz Suter und Leo Betschart wurde eine relativ grosse Lücke aufgetan, die sich mit den motivierten und nun auch erfolgreich in die Saison gestarteten „Neukranzern“ und arrivierten Kranzschwingern zu füllen scheint.
Der Stellenwert lebt aber auch vom Rückhalt in der Bevölkerung und der Gemeinde, welche in Muotathal dank der grosszügigen Sportanlage Stumpenmatt und den vielen begeisterten Schwingerfreunden vorhanden ist.
Beim nächsten Teil, dem Nummer drei meiner Serie, geht es um die Nachwuchsschwinger, und wie es um sie bestellt ist.

schwingklub muotathal_logo
Bildquelle: René Schelbert (Facebook)

Muotathaler Rangschwinget:
Ganz aktuell führt heute Sonntag der Schwingklub Muotathal den eingangs erwähnten Rangschwinget auf der Stumpenmatt durch. Das ursprünglich auf letzten Sonntag, 3. Mai, angesetzte Schwingfest musste leider wegen misslichem Wetter und Regen um eine Woche verschoben werden.
Übrigens: Laut meinen Informationen sind die fünf Muotathaler Kranzer von Küssnacht auch dabei. Sie versuchen mit Bestimmtheit dem Topfavoriten Philipp Laimbacher und dem Titelverteidger Mike Müllestein das Leben so schwer wie nur möglich zu machen.
Anschwingen ist um 11.30 Uhr. Chömid doch au zuänis!

feldwaldwiesenblogger

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