Wahlkampf im Kanton Schwyz – Kandidaten-Check: Nationalrats-Kandidatin Petra Gössi (FDP)

FDP-Frau Petra Gössi schickte mir kürzlich auch Ihre Antworten zu meinem „Fünf Fragen-Katalog“. In Ihrer Email schrieb sie: „Vielen Dank für Ihre Fragen und dass Sie mir die Möglichkeit zur Äusserung geben.“ Ich antwortete ihr: „Gerne gebe ich unseren Politiker, welche unseren Kanton vertreten (oder vertreten wollen) die Möglichkeit, sich zu äussern.“

Nationalrätin Petra Gössi ist eine der vier amtierenden Schwyzer Nationalräte, und von Beruf Juristin. Sie hat Jahrgang 1976, wohnt in Küssnacht SZ und verrät auf ihrer Homepage: „Sport ist meine Freizeit-Freiheit.“
Gössi ist seit 2006 Mitglied der kantonalen Geschäftsleitung der FDP vom Kanton Schwyz und seit 2012 Parteipräsidentin. Von 2004 bis 2011 sass sie für die Liberalen im Schwyzer Kantonsrat und war von 2008 bis 2011 deren Fraktionschefin. Seit 2011 vertritt die Küssnachterin den Kanton Schwyz im Nationalrat.

„Politik ist Leidenschaft“ schreibt die Vollblutpolitikerin auf ihrer Website. Ob eine Frau mehr Leidenschaft in die Politik bringt als ein Mann entzieht sich meiner Kenntnis. Dass Frauen ganz allgemein eine andere Sichtweise in vielen Bereichen des Lebens mit sich bringen ist einfach naturbedingt. Auch in der Politik, wo sie vielfach gewisse Aspekte anders sehen als ihre männlichen Kollegen.

petra gössi
Bildquelle: Petra Gössi (Roger Bürgler)

Warum soll das Schwyzer Volk Sie wieder zur Nationalrätin wählen?
Weil ich mich mit Freude für eine liberale Schweiz und einen lebenswerten Kanton Schwyz einsetze. Mir sind Werte wie Freiheit, Eigenverantwortung, soziale Verantwortung des Individuums und unsere Traditionen wichtig. Zudem habe ich in der ersten Legislatur Erfahrung und ein Netzwerk aufbauen können, das ich nur gewinnbringend einsetzen kann, wenn mir das Volk das Vertrauen für eine zweite Legislatur schenkt.

Mit welchen Wahlkampf-Themen machen Sie auf sich aufmerksam?
Kurz zusammengefasst setze ich mich für einen fairen Nationalen Finanzausgleich (NFA), für sichere Arbeitsplätze, für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, für eine transparente Verkehrsfinanzierung und für weniger Staat ein.

Wo orten Sie im Kanton Schwyz Probleme/Handlungsbedarf, wo Sie nach Ihrer möglichen Wiederwahl sofort den Hebel ansetzen würden?
Bei der Regelung des NFA und damit zusammenhängend bei der Unternehmenssteuerreform III. Das aktuelle Referendum, das gegen die Beitragshöhe im NFA läuft, schwächt die Position des Kantons Schwyz, weil es nicht gewonnen werden kann. Ich setze mich dafür ein, dass weitreichendere Massnahmen vor dem nächsten Wirksamkeitsbericht diskutiert werden, und dass die Änderungen, die aufgrund der Unternehmenssteuerreform III auf uns zukommen werden, für unseren Kanton nicht nachteilig sind.

Ist die EU für den Kanton Schwyz eher Segen oder eher Fluch?
Wenn wir wollen, dass unsere Wirtschaft wachsen kann, brauchen wir den Austausch mit den umliegenden Ländern und Regionen, vor allem mit Bayern, Baden-Württemberg und der Po-Ebene. Die EU ist für die Schweiz der wichtigste Exportpartner. Wenn wir uns wirtschaftlich nur auf die Schweiz konzentrieren müssten, würden wir unseren Wohlstand sehr schnell verlieren. Als politisches Gebilde ist die EU aber viel zu zentralistisch und staatsgläubig aufgestellt. Die EU verunmöglicht, dass politische Entscheide vor Ort auf der tiefsten Staatsebene gefällt werden. Damit verlieren die Entscheide aus Brüssel an Volksnähe, sie werden stark bürokratisch und sie sind sehr oft rein machtgetrieben. Das hat nichts mit der Konsenspolitik gemeinsam, die wir in der Schweiz kennen.

Müssen wir Schwyzer uns wegen der aktuellen europäischen Flüchtlingssituation Sorgen machen?
Der Flüchtlingsstrom, den wir aktuell erleben, ist eine humanitäre Katastrophe, der weder mit einer Willkommenspolitik noch mit einer totalen Abschottung beigekommen werden kann. Die Lasten, die auf uns zukommen, werden sehr hoch sein, weil aufgenommene Personen integriert werden müssen. Deshalb ist es von grosser Wichtigkeit, dass die Kontrollen und Verfahren schnell und gründlich durchgeführt werden und dass diejenigen Personen, die keinen Anspruch auf Asylstatus haben (z.B. Wirtschaftsflüchtlinge), sofort ausgewiesen werden.

Zu den vielen männlichen Kandidaten stellt Petra Gössi einen schönen Kontrast dar. Nebst der Jugend haben selbstverständlich auch die Frauen ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Die Juristin glaubt an die Fähigkeit jedes einzelnen Menschen und sieht den Staat nur als Organisator für die Aufgaben, welche wir alleine nicht lösen können.
Vielen Dank an die Adresse von Petra Gössi für die interessanten Aussagen, welcher ich alles Gute bei ihrem weiteren Wahlkampf wünsche.

feldwaldwiesenblogger

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