Die junge Muotathaler Rockband DREADFUL veröffentlicht am 12. Dezember ihre zweite CD

Am Samstag, 12. Dezember taufen Dreadful im Restaurant Sternen (Muotathal) ihre zweite CD. Grund genug, die junge Muotathaler Rockband in ihrem Proberaum zu besuchen.

Dreadful sind: Andy Schelbert (Lead Vocals), Jonas Marty (Lead Guitar und Backing Vocals), Dario Gwerder (Rhythm Guitar und Backing Vocals), Theo Schmidig (Bass und Piano) sowie Marcel Gwerder (Drums und Percussion). Die fünf Bandmitglieder sind zwischen 23 und 27 Jahre jung. Die neue CD hört auf den Namen „Never Too Old“ – zu Deutsch: Nie zu alt. Auf dem neuen Tonträger sind elf Eigenkompositionen enthalten. Sie wurde ohne Gastmusiker eingespielt. Die Band beschreibt ihren Musikstil als „Kick-Ass-Rock’n’Roll“, gemäss ihrem Moto „Dirty and Loud“.

Die erste CD von Dreadful, „Straight In Your Face“, kam 2012 raus. Dieser Tonträger wurde in Eigenregie im Proberaum aufgenommen, und hinterher von Marcel Elmer abgemischt. Die Bandmitglieder erklärten, dass sie dafür ein gutes Feedback erhielten. Von diesem Silberling wurden 500 Exemplare gemacht, und sie verkauften bisher etwa 450 Stück. Eine beachtliche Zahl, trotzdem meinten die jungen Musiker, dass die Musikkonsumenten heutzutage halt nicht mehr so viele CD’s kaufen.

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Das CD-Cover der neuen CD
Bildquelle: Facebook (Dreadful-Fanseite)

Eure neue CD heisst „Never Too Old“. Für was ist man nie zu alt?
Man ist eigentlich nie zu alt zum Rocken und zum Spass haben. Man kann auch mit 50 Jahren, oder um einiges älter, ein Rocker sein. Witzig ist dabei: Wir sind zwar noch relativ jung, trotzdem heisst die neue CD „Never Too Old“. Unsere Musik ist dabei nicht gerade die modernste. Es meinen vielleicht einige, es handle sich bei Dreadful um eine ältere Band. Wenn sie die CD-Hülle öffnen und unser Bandfoto sehen, erkennen sie sogleich den Irrtum…
Es bedeutet aber auch, dass wir so bleiben wollen wie wir sind. Auch in späteren Jahren.

Was soll das Cover darstellen?
Ein Song heisst auch „Never too old“. Wir überlegten uns, was für ein Cover wir gestalten und wie die CD heissen soll. Irgendwann kamen wir wegen besagtem Lied auf die Idee mit dem alten Mann und seinen verschiedenen Tätowierungen. Und dass man daraus ein gutes Cover machen könnte. Die Tätowierungen und weitere Details sind Anspielungen auf einige Songs. Die Whisky-Flasche meint den Song „Bottle of Booze“. Das erdolchte Herz am rechten Oberarm spielt auf „Zoe’s Payback“ an. Das Muotathaler Wappen lässt den Song „Backward Town“ erkennen. Auf einem Bild erstickt ein Mann an Geld, der Song „Choke on your money“ lässt dabei grüssen. Die Stinkefinger-Hand deutet auf den Song „Keep hell beautiful“. Die meisten Songs sind so ins Cover eingeflossen.

Wer hat euer originelles CD-Cover gestaltet?
Das CD-Cover gestaltete Franz Föhn von Steinen SZ. Er ist von Beruf Bäcker, nebenbei malt und zeichnet er. Wir hatten eine ungefähre Vorstellung, wie das Cover aussehen soll. Föhn zeichnete dann eine Skizze. Darauf besprachen wir mit ihm die Änderungen und er malte das fertige Coverbild mit Ölfarben.

Wie lange habt ihr an dieser CD gearbeitet? Wo wurde sie aufgenommen und abgemischt?
Wir haben fast das ganze Jahr daran gearbeitet. Am Silvester 2014 gaben wir das vorerst letzte Konzert. Dann machten wir uns ans Lieder schreiben. Am Anfang existierte erst ein fertiger Song. An Pfingsten gingen wir während vier Tagen ins Studio und nahmen sieben Songs auf. Ende August gingen wir nochmals für zwei Tage ins Studio und brachten nochmals drei Songs auf Band.
Aufgenommen wurden die Songs in den Foolpark-Studios in Kriens LU. Deezl Imhof war verantwortlich für die Produktion. Er machte die Aufnahmen, den Mix und das Mastering der Songs. Am 1. Dezember bekommen wir die fertigen CD’s.

Wie lief das Songwriting? Wie sind die neuen Songs entstanden?
Bei der aktuellen CD hat Dario die meisten Songs komponiert und Jonas die meisten Texte geschrieben. Diese Aufteilung hat auch einen Grund: Jonas kann von uns am besten Englisch. Wir ergänzen uns im Übrigen sehr gut. Dann nahmen wir im Proberaum die Songs auf und schickten sie Deezl Imhof. Er hörte sie sich an und schlug uns Änderungen vor.

Um was geht es in den neuen Songs?
Bei einigen Songs geht es um das typische Rock’n’Roll-Thema „Sex, Drugs and Rock’n’Roll“. Weiter um einen Outlaw, wie der alte Mann auf dem Cover. Bei einem Song, „Choke on your money“ fluchen wir über die Reichen: Die Geldgierigen sollen sinngemäss an ihrem Geld versticken. „Backward town“ handelt über das Muotatal, gemeint ist ein zurückgebliebenes Dorf und wie uns die Auswärtigen sehen. Der Song „Keep help beautiful“ hat einen politischen Text: Rings um uns herum ist quasi „die Hölle los“, wir haben es immer noch schön. Bis es bei uns vielleicht auch knallt.
Ein Song handelt von einer Frau, welche von einem Mann immer wieder betrogen wird. Sie rächt sich an ihrem Mann und haut ihm dabei sein bestes Stück ab.

Spielt ihr live neben den Eigenkompositionen auch Coversongs? Von welchen Bands?
Von der alten CD hatten wir nur noch wenige Songs im Repertoire, und spielten vor allem Covers. Ab der neuen CD werden wir sicher einige Songs ins Live-Set aufnehmen. Wir spielen aber weiterhin auch Coversongs.
Wir covern von A bis Z: Dazu gehören Bands wie AC/DC, Backstreet Girls, Blackberry Smoke, CCR, Chuck Berry, Elvis, Rose Tattoo, Sex Pistols, The Bones oder ZZ Top. Es handelt sich dabei um Songs, welche nicht so oft gecovert werden.

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Dreadful in ihrem gemütlichen Proberaum
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Gibt es eine witzige Anekdote zur Produktion der neuen CD?
Unser Produzent ist eine witzige Anekdote. Er ist der Mister Rock’n’Roll und lebt das auch. Dadurch erzeugte das eine ganz spezielle Stimmung bei den Aufnahmen. Beim ersten Gespräch mit Deezl Imhof waren wir schon nach fünf Minuten überzeugt, dass wir mit ihm zusammen arbeiten möchten. Die Sympathie beruhte auf Gegenseitigkeit.

Musstet ihr für die Produktion der CD tief in den Gelbeutel greifen?
Ganz tief hinein. Wir leerten für die Produktion die gesamte Bandkasse. Da wir keine Sponsoren hatten, spielten wir die Kosten quasi mit den bisher gegebenen Konzerten ein.

Wird es Überraschungen bei der CD-Taufe geben? Verratet ihr schon etwas?
Musikalisch wird es keine Überraschungen geben. Neben uns tritt am 12. Dezember noch die Muotathaler Band Bad Sin auf. Was wir verraten: Wir haben einen speziellen CD-Götti!

Sind nach der CD-Taufe Konzerte geplant, um eure neue CD vorstellen zu können?
Bis Sommer 2016 sind etwa zehn Konzerte geplant. Am 16. Januar geht es in der Vorhöll Muotathal los, zusammen mit Bad Sin – zugleich das letzte Konzert in der Vorhöll. Dann am 26. Februar im Bruch Brothers am Kasernenplatz (zusammen mit Gloria Volt) und einen Tag später im Gaswerk Seewen SZ (zusammen mit Pollution). Weiter sind Konzerte im Bar- und Musiktheater Madeleine, in Eschenbach LU, sowie am Handballfest und am Grümpelturnier in Muotathal geplant.

Kommt ihr relativ einfach zu Auftritten?
Hier in der Gegend schon, da werden wir auch angefragt. Weiter weg müssen wir selber nach Auftrittsmöglichkeiten fragen. Wir haben keinen Konzertagenten. Es wäre schon länger eine Idee von uns. Beziehungen sind halt schon das Wichtigste, um an Konzerte zu kommen.

Könnt ihr die Bandgeschichte kurz skizzieren?
Wir gründeten 2009 Dreadful. Die heutige Bandbesetzung unterschied sich damals nur auf der Position des Bassisten. Von 2009 bis 2012 spielte Fabian Schelbert den Viersaiter. 2012 tauften wir die erste CD. Kurz nach der CD-Taufe stiess Theo Schmidig als Bassist zu uns.
Von 2009 bis 2012 probten wir in einem Raum oberhalb einer Werkstatt. 2013 zogen wir in den jetzigen, sehr gemütlichen Proberaum um, welchen wir mit Hilfe von Kollegen und dem Vermieter selber errichteten und gestalteten.
Wir begannen schon bald nach der Bandgründung mit Songs schreiben. Beim zweiten Konzert im Restaurant Rose Ibach SZ spielten wir mit „Southbound Road“ bereits das erste eigene Stück. Wir komponierten dann fortlaufend eigene Songs. Irgendwann sagten wir uns, wir nehmen diese Lieder auf und machen eine CD. Der Unterschied von der ersten zur zweiten CD: Bei der ersten CD sind die Songs innerhalb von drei Jahren entstanden, bei der neuen innerhalb von einem halben Jahr.
Unser erstes Konzert gaben wir in Brunnen bei „Talkessel rockt“. Bisher waren es etwa 45 Konzerte. Am Silvester 2014 gaben wir im Tanzboden Ybrig in Unteriberg SZ das vorläufig letzte Konzert. Wir hatten auch Konzertanfragen für dieses Jahr. Sagten aber ab, um uns 2015 auf die CD zu konzentrieren. Wir wollten uns zudem auch wieder mal rarmachen, damit die Leute wieder Freude haben, an ein Konzert von uns zu kommen.

Welches war bisher der grösste Erfolgsmoment in eurer Bandgeschichte?
2013 veröffentlichten wir einen Videoclip, welchen man auf YouTube findet. Im 2INCH-RECORDS, dem Studio von Ralph Zünd, nahmen wir erst den Song „Bottle of Booze“ auf. Den Videoclip dazu produzierte ein Filmstudent von Zürich. Gedreht wurde auf dem Zementfabrik-Areal in Brunnen SZ. Der Videoclip kam überraschend und wir verheimlichten die Produktion. Dann folgte ein Zeitungsbericht mit der Erwähnung des Clips und am ersten Tag gab es etwa 1‘000 Klicks (!) auf YouTube. Insgesamt sind es bis heute fast 5‘400 Klicks.


Quelle: YouTube, Dreadful

Weitere Highlights sind die beiden gemeinsamen Auftritte mit unseren Vorbildern „The Bones“, einer schwedische Punk ’n’ Roll-Band aus Karlskrona, in der Vorhöll Muotathal. Sie kamen sogar bei einem Gig zu uns auf die Bühne, und wir spielten zusammen einen Song von ihnen. Weiter der Auftritt am Dorffest Muotathal am 1. August 2014. Übrigens: Für uns stellt jedes Konzert ein Erfolgsmoment dar.
Der neue Proberaum ist für uns auch ein Highlight. Im vorherigen Proberaum waren wir nur zum Proben, da er doch relativ klein und ungemütlich war. Im jetzigen Band-Raum verbringen wir auch nebst den Proben viel Zeit zusammen.

Wie die Band weiter ausführte, war der Beitritt von Theo Schmidig zur Band auch „grosses Kino“…

Gibt’s ein besonderes Erlebnis seit Bestehen der Band?
Die Entstehung des Grümpelturnier-Fotos, welches sich auch im Booklet der neuen CD befindet. Am Grümpi 2014 waren morgens um sechs Uhr noch alle Bandmitglieder dort. Per Zufall waren alle an diesem Abend sehr lange im Ausgang. Es trommelte uns jemand zusammen und so entstand ein eher lustiges Bandfoto.

Gibt’s ein besonderes Ziel, auf das ihr hinarbeitet?
Momentan eigentlich nicht. Konzerte geben, und uns von der schönen Seite präsentieren. Dazu unsere Musik unter die Leute bringen. Im Hinterkopf haben wir ein Booking-Label. Es ist auch ein Traum, Vorband von einer grossen Band zu sein. Mit der neuen CD könnte vielleicht etwas gehen. Wenn sich etwas ergibt, umso schöner.

Wärt ihr bereit, mehr Zeit für die Band zu investieren und dadurch sogar weniger zu arbeiten?
Wir proben einmal pro Woche. Zurzeit können wir eigentlich gar nicht mehr Zeit in die Band investieren. Jeder geht zu 100 Prozent einer Beschäftigung nach und wir betreiben alle noch andere Hobbys. Für uns stimmt es so derzeit. Aber: Wenn die Möglichkeit bestünde, einen oder zwei Monate auf Tour zu gehen, würden wir das sofort machen.
Wenn wir das Hallenstadion in Zürich füllen, hören wir sofort auf mit arbeiten…

Was wäre, wenn plötzlich der totale Erfolg einschlagen würde?
Aufhören mit arbeiten, und sofort auf Tour gehen. Nein, Spass beiseite: Eigentlich wissen wir es selber nicht, da wir uns diese Frage noch gar nie gestellt haben. Denn: Es wird eher nicht der Fall sein. Man weiss aber nie, was die neue CD mit sich bringen könnte.

Welche Bands und Musiker sind eure Vorbilder?
Hauptsächlich diejenigen, welche wir covern. Jedes Bandmitglied hört seine eigene Musik zuhause, von Ländlermusik bis zu ganz hartem Metal. Für uns war aber von Anfang an klar, den erwähnten Kick-Ass-Rock’n’Roll zu spielen.

dreadful_bandfoto live (von dreadful)
Dreadful live
Bildquelle: Dreadful

Von was träumt ihr?
Von Frauen… Nein, man träumt eigentlich von vielem, wie zum Beispiel einmal auf einer grossen Bühne stehen. Da bestünde aber das Problem, dass man sich wegen den Dimensionen zu viel bewegen müsste…

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?
Dass die CD-Taufe gut über die Bühne geht und alles klappt wie wir uns erhoffen. Die CD gut ankommt und sich gut verkauft. Und dass wir weiterhin gut miteinander klar kommen, zusammenspielen und gemütlich beisammen sein können. Das Wichtigste: dass wir gesund bleiben.

Die fünf Musiker freuen sich auf den 12. Dezember, da sie doch seit gut einem Jahr nicht mehr auf der Bühne standen. Die Vorfreude ist gross. Erste Höreindrücke des neuen Tonträgers vermitteln eine motivierte und engagierte Band. Mit einer sauberen und professionellen Produktion überzeugen Dreadful mit ihrem „Kick-Ass-Rock’n’Roll“ und werden in Zukunft mit Bestimmtheit noch von sich hören lassen.

Vor der Tür steht die CD-Taufe des zweiten Tonträgers, an welcher kein Rock’n’Roll-Fan vorbei kommt. Gemäss dem Titel „Never Too Old“ werden dabei garantiert nicht nur junge Musik-Liebhaber angesprochen, sondern auch ältere Semester.

feldwaldwiesenblogger

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