Zu Besuch im Proberaum von Infinitas: Was hat sich seit dem ersten Konzert 2011 alles getan? – Teil 1

Kürzlich stattete ich der Muotathaler Melodic Trash Metal-
Band Infinitas einen Proberaumbesuch ab. Beim Interview anwesend waren Piri Betschart (Schlagzeug), Selv Martone (Gitarre) und Andrea Böll (Gesang). Pauli Betschart (Bass) gehört auch zur Band, bis vor kurzem auch die Violinistin Joelle Sigrist. Sie hat Infinitas aber leider verlassen, deshalb wird nun ein Ersatz gesucht.

Bereits einmal ein Interview geführt
Am 20. November 2011 veröffentlichte ich bereits ein Interview mit Infinitas (Zehn Fragen an Infinitas), welches ich mit Piri schriftlich führte. Damals wollte ich als Erstes wissen: Was bedeutet der Bandname Infinitas, und wie kamt ihr auf ihn?
Piri antwortete darauf: „Der Name Infinitas ist lateinisch und bedeutet Unendlichkeit. Auf diese Idee kamen wir, weil wir unsere Musik irgendwie beschreiben wollten. Der Name musste zur Band passen. Und da wir unendlich viel Zeit in die Band investiert haben, bis sie in dieser Formation komplett war, erschien uns dieser Name passend. Infinitas sagt zudem auch gleich aus, dass wir Metal spielen, und kein Rock oder Ländler.“
Die zweite Frage jenes Interviews bringen wir uns auch kurz in Erinnerung: Mit einer Violistin in der Band habt ihr doch ein ziemlich ungewöhnliches Instrument dabei. Wie kamt ihr dazu, und ist das üblich bei eurer Stilrichtung, dem Melodic Trash Metal? Piri: „Wir wollten Metal spielen, holten aber anstatt einer zweiten Gitarre, eine Violine an Bord. Sie übernimmt viele melodiöse Parts oder kann zwischendurch auch für mehr Boden sorgen. So ist unsere Musik gewachsen und irgendwie melodiös geworden. Im Thrash Metal ist eine Violine sicherlich nicht üblich, deshalb gaben wir unserem Stil auch einen neuen Namen, der sonst eigentlich nicht verbreitet ist.“

Bandgründung und erstes Konzert
Piri und Selv gründeten Infinitas. Beide waren schon vorher gemeinsam in einer Muotathaler Band, welche auf den Namen „Sei Out“ hörte. Bei dieser Band, welche mittlerweile nicht mehr existiert, wurde querbeet Punkrock, Blues, Rock und Funk gespielt. Die beiden kamen überein, dass sie zusammen in Richtung Metal etwas machen möchten. Der Schlagzeuger und der Gitarrist musizierten damals schon öfters gemeinsam. Sie hatten dabei die Idee, eine Band mit einer Geige oder einem Cello aufzuziehen. Eine Vision war erst, nur zu zweit zu spielen und nur Aufnahmen zu machen, keine Live-Auftritte. Die beiden hatten auch die Absicht, alle Instrumente selber einzuspielen. Piri: „Beim Gesang merkten wir, dass wir doch jemanden suchen sollten, der uns unterstützt. Zudem begannen wir auch noch andere Bandmitglieder zu suchen.“

Infinitas stand vor gut vier Jahren, am 3. Dezember 2011, vor ihrem ersten Konzert im Espas in Brunnen. Dabei waren damals Selv, Piri, Pauli, die Sängerin Isabelle Sigrist und ihre Schwester Joelle an der Violine.
Seitdem ist viel Wasser durch die Muota runter geflossen und bei den Melodic Trash Metalern hat sich auch einiges getan. So wurde am 27. Februar diesen Jahres eine EP-CD mit drei eigenen Songs mit dem Titel „Self-Destruction“ herausgegeben. Dem Bote der Urschweiz war das auch ein Beitrag wert: „Die EP der Muotathaler Melodic Trash Metal-Band lockt mit düsterem Sound – und einer neuen Sängerin.“

die drei beim interview
Infinitas, von links: Andrea Böll, Piri Betschart und Selv Martone
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Was hat sich seit 2011 alles getan?
Wir sind älter geworden, absolvierten viele Konzerte und veröffentlichten eine EP-CD. Wir haben uns sicher verändert und dabei auch unsere Linie gefunden. Im Vergleich zu damals wissen wir ziemlich genau, wohin es gehen soll und was wir wollen. Die Besetzung hat sich auch verändert.

Wie viele Konzerte habt ihr bisher gespielt?
Es waren um die 20 Konzerte. Dazwischen spielten wir während anderthalb Jahren keine Gigs, weil wir auf der Suche nach einer neuen Sängerin waren. In diesem Jahr absolvierten wir neun Konzerte.

Seit etwa zwei Jahren singt Andrea Böll bei Infinitas. Die Sängerin ist aus dem Aargau und zog sogar nach Goldau. Aber wie sie erklärt, nicht nur wegen der Band. Andrea sang vorher während einigen Jahren in einer Bluesrock-Band. Sie erfuhr über Facebook, dass die Muotathaler Band eine Sängerin sucht. Als Erstes fragte sie: Wo denn dieses Muotathal liegt? Ein Blick auf den SBB-Fahrplan brachte die Erkenntnis: Zweieinhalb Stunden Fahrt dorthin. Sie fand erst: Nein Danke.
Die Aargauerin ging dann trotzdem ins Thal, in den Proberaum von Infinitas. Es folgten weitere Besuche und eine Bedenkzeit, verbunden mit einem Sprachaufenthalt. Andrea sagte nach diesem zu. Am Anfang war pendeln angesagt. Sie entschied sich nach der abgeschlossenen Fachmatura, an die Pädagogische Hochschule in Zug zu gehen. Andrea zog zuhause aus und übersiedelte nach Goldau.

Ihr spielt Melodic Trash Metal. Hat sich euer Stil seit den Anfangstagen etwas gewandelt?
Ein wenig schon. Diejenigen, welche uns kennen, hören den Unterschied zwischen alten und neuen Liedern. Man kann sagen, es ist harte Kost mit melodiösen Elementen. Die neuen Sachen sind nicht mehr so komplex wie die älteren, die zudem auch länger waren. In den neueren Songs ist gewissermassen mehr Struktur drin.

Der Stil „Melodic Trash Metal“ gibt es in dem Sinn nicht. Es gibt laut Infinitas zwar auch andere Bands, die ihre Musik so bezeichnen. Trash bedeutet für sie die harten Elemente, wie sie Metallica oder Slayer spielen.

Wir sind trotzdem nicht so hart wie diese Bands. Weil bei uns eine Frau singt und eine Geige zum Einsatz kommt, macht es das ganze melodiöser – eben „melodic“. Aus diesem Grund nahmen wir diese beiden Begriffe zusammen. Wenn wir „unplugged“ spielen, haben wir sogar „Folk-Elemente“ in unserer Musik drin. Das mit den Stilbegriffen ist sowieso schwierig zu definieren. Überdies ist es auch Ansichtssache.

Wie sieht’s mit der Bandbesetzung aus, was hat sich verändert?
Seit der Band-Gründung gab es wie bereits erwähnt eine Besetzungsänderung beim Gesang. Da unsere Violistin Joelle Sigrist kürzlich ausgestiegen ist, sind wir auf der Suche nach Ersatz. Weil wir während dem Winter sowieso neue Songs schreiben wollen, fand sie, dass es eine passende Gelegenheit sei, bei uns aufzuhören. Im Oktober hatten wir noch drei Konzerte, und nach dem letzten teilte sie uns mit, dass sie aussteigt.
Wir haben sehr spannende Interessenten, welche bei uns auch schon vorspielten. Mitte Januar werden nochmals zwei vorspielen. Diese wollen wir uns noch anhören, bevor wir weitere Schritte tätigen werden. Deswegen sind momentan auch keine Konzerte geplant.

Welches war bisher der grösste Erfolgsmoment in eurer Bandgeschichte?
Andrea: Als wir im Galvanik in Zug am selben Tag auf der gleichen Bühne spielen durften wie Bloodbound und Alestorm.
Selv: Als bei einem Konzert wildfremde Leute zuvorderst an der Bühne mit einem T-Shirt von uns standen und zum Teil bei den Songs mitsangen. Eine Bestätigung unserer Musik.
Piri: Das Ziel ist erreicht, wenn man irgendjemanden mit unserer Musik berühren kann und die Leute am Schluss zufrieden sind.

Ein Meilenstein von Infinitas ist sicher die Veröffentlichung der EP-CD. Als Andrea neu zur Band stiess, war die Band inmitten der Aufnahmen.

Gibt’s ein besonderes Erlebnis seit Bestehen der Band?
Die drei überlegen länger. Andrea: Es gäbe einige. Spontan kommt mir das Aufnahmefest nach meiner bestandenen Probezeit in den Sinn. Alle lachen.

Es ist üblich bei Infinitas, dass bei einem Neueinstieg ein Mitglied erst eine dreimonatige Probezeit absolviert. Zum Schauen ob es passt, und es für beide Seiten Spass macht. Laut den Musikern haben beide Seiten die Möglichkeit, ohne schlechtes Gewissen wieder auseinander zu gehen.

Wie war das Feedback auf eure EP „Self-Destruction“?
Das Feedback auf den Inhalt bezogen war gut. Die meisten meinten aber, nur drei Songs auf einem Tonträger sei zu wenig. Wir sollen doch eine „richtige“ CD aufnehmen. Unser Ziel haben wir so erfüllt. Wir wollten etwas herausgeben, um zu zeigen, wie wir klingen. Die Leute wollen mehr, es war für uns eine Genugtuung.

Die EP wurde in Eigenregie im Proberaum aufgenommen und abgemischt. Das Mastering liess man in einem Studio machen.

modernste technik vorhanden
Moderne Aufnahmetechnik im Infinitas-Proberaum
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Im Bote-Beitrag im Februar zum Release der besagten EP konnte man lesen, dass jeder Song einem Dämon gewidmet ist. Wie kam es dazu?
Selv: Als Piri und ich die Band gründeten, sagten wir uns, dass wir ein Konzept über alle Songs haben möchten. Erst wollten wir uns auf einen bestimmten Zeitraum wie dem Mittelalter beschränken. Dabei kamen wir auf die Dämonen-Geschichte, und dass jeder Song nach einem Dämon benannt werden soll. Es gibt viele verschiedene Dämonen und jeder hat gewisse Eigenschaften. Wir erfinden diese Dämonen nicht, und spüren sie zum Beispiel aus einem Lexikon oder im Internet auf.
Schlussendlich geht es in den Songs nicht nur explizit um Dämonen, sondern auch um deren Eigenschaften. Meistens ist es auch eine persönliche Geschichte, oder etwas das einem beschäftigt, was wir darin verpacken. Die Texte sind meist etwas verschlüsselt, damit man nicht sofort darauf kommt, um was es geht. In einigen Songs gehen wir auch gleich auf die Geschichte eines Dämons ein. Die Dämonen sind alle geschichtlich überliefert und dokumentiert.
Wir sind aber keine Okkultisten und sind religiös neutral. Für uns waren diese Geschichten interessant und uns gefiel dieses Konzept.

Andrea: Übrigens: Es gibt auch gute Dämonen. Zum Beispiel gehören Engel unter dem Oberbegriff Dämonen auch dazu.

Wie entstehen bei euch Songs?
Piri: Selv schreibt die Songs und kommt mit einem neuen, wenn er praktisch fertig ist. Dann schauen wir den Song mit dem Schlagzeug an, und bringen ihn in eine Endversion. Diese Version zeigen wir der ganzen Band und beginnen an Details zu feilen.
Andrea: Selv gibt die Zutaten in die Suppe und wir geben noch das eine oder andere Kräutlein dazu.

Selv schreibt einige Texte, einige Piri, sowie einige auch Andrea. Die Gesangsmelodien steuert teilweise Andrea bei. Apropos Gesang: Andrea ist die Lead-Sängerin. Piri singt bei den Chören mit, was Joelle, die Violinistin, auch getan hat. Infinitas hat aktuell acht Songs im Set, eine gute Stunde Spielzeit.

Einige Lieder, welche wir mit Isabelle, der ersten Sängerin, spielten, haben wir mit Andrea noch nicht angeschaut. Mit Isabelle hatten wir damals ein Set, welches etwa 90 Minuten dauerte. Zudem: Bei den angesprochenen acht Songs sind vier neue darunter, welche wir mit der ersten Sängerin noch gar nicht spielten. Die Songs dauern um sechs bis sieben Minuten.

Die Band hat auch ein Unplugged-Set mit etwa sieben Songs, welches eine Zeitdauer von gut 30 Minuten aufweist. Dabei spielen sie zum Teil die gleichen Songs wie beim üblichen Set, etwas abgeändert in einer Akustikversion. Es sind aber auch spezielle Songs wie Instrumentalsongs dabei.
Infinitas hat nur eigene Songs im Repertoire, Covers sind keine im Programm.

Infinitas live
Infinitas live im Kult-Turm Brunnen SZ
Bildquelle: Infinitas

In Bälde folgt Teil zwei meines Proberaumbesuches bei Infinitas. In jenem sprach ich mit den drei über die momentane Konzertpause, ob sie auch schon daran gedacht haben ihre Stilrichtung zu verändern und an was sie derzeit arbeiten. Weiter geht es um die Zukunftspläne, was sie über die Musikszene im Raum Schwyz denken, wie die Muotathaler auf ihre Musik reagieren, oder wie viel Zeit sie in die Band investieren. Und: Was sie sich für die Zukunft wünschen, und ob es ein Wunsch wäre, dass plötzlich der totale Erfolg einschlagen würde.

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Frohe Weihnachten!

Liebe Leserinnen und Leser

weihnachten
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Für Weihnachten wünsche ich Euch nur das Allerbeste, Glück, Zufriedenheit und vor allem Gesundheit. Weiter auch viele schöne und gemütliche Stunden bei euren Liebsten. Lasst es Euch gut gehen und geniesst die kommenden Tage. Auf das Gewicht schauen wir dann wieder zwischen Neujahr und Weihnachten…

Ich möchte mich an dieser Stelle auch bei Euch bedanken: Dass Ihr meine Beiträge lest. Das ist für mich eine grosse Bestätigung aber auch zugleich Motivation, weiterhin Zeit und Musse in meinen Blog zu investieren. Für mich ist es inzwischen mehr als nur ein Hobby geworden. Es steckt eine wahre Leidenschaft dahinter.

Wie man unschwer feststellen konnte, habe ich mich in letzter Zeit vor allem auf den Schwerpunkt Schwingen konzentriert. Daneben auch auf die Musik. Dies erfolgte eigentlich aus zwei Gründen: Einerseits hat mich das Virus „Schwingen“ ziemlich infiziert, von der Musik war ich immer schon „besessen“. Andererseits bringe ich so einen roten Faden in den feldwaldwiesenblog. Weniger Krimskrams. Trotzdem: Nebst schwingerischen und musikalischen Beiträgen haben natürlich auch weiterhin Beiträge übers Muotathal, persönliche Gedanken (Jogging-Gedanken!) und andere interessante Brennpunkte Platz in meinem Blog.

Weihnachten ist auch eine Zeit des Innehaltens und der Entschleunigung. Ich wünsche Euch und mir in der nächsten Zeit solche „Zeit-Inseln“, zum Abschalten, still werden und zur Ruhe kommen. Auch wenn mehr und mehr Leute mit Religion nicht mehr viel am Hut haben: Die Weihnachtszeit lässt praktisch niemanden kalt. Es herrscht eine spezielle Stimmung vor. Freude wird mit Geschenken, gemeinsamen Essen und Feiern ver- und geteilt. So soll es auch sein.

Wir, denen es materiell an fast nichts fehlt, sollten in diesen Tagen auch an die schwächeren unserer Gesellschaft denken. Aber auch an die zig-tausend Flüchtlinge, auf dem Weg zu einem besseren Leben. Versetzen wir uns für einen Moment in das Schicksal eines echten Flüchtlings. Dabei kommen Gedanken aller Art hoch, nicht wahr. Manchmal ist es besser, mit den Herzen zu sehen, als mit dem Verstand!

Gerade zu Weihnachten dürfen wir uns gelegentlich auch an die Weihnachtsgeschichte und an die Geburt von Jesus erinnern. Gemäss Lukas-Evangelium wurde Jesus in einem Stall geboren. Nicht gerade an einem wirtlichen Ort. An solchen Orten befinden sich derzeit Millionen von Menschen, wegen irgendwelchen sinnlosen Kriegen auf der Flucht.

Frohe Weihnachten!
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Gespräch mit Albrecht Siegenthaler, dem Archivar des Eidgenössischen Schwingerverbandes

Im vorletzten Blogbeitrag erwähnte ich meinen Besuch im Archiv des Eidgenössischen Schwingerverbandes. Empfangen wurde ich dort von Albrecht Siegenthaler, dem Archivar. Nebst der Konkretisierung meines Unterfangens mit dem geschichtlichen Einblick in die alten Schwinger-Zeitungen, erzählte mir Siegenthaler viel Wissenswertes und Interessantes von seinem ehrenamtlichen Job.

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Albrecht Siegenthaler im Archiv des Eidgenössischen Schwingerverbandes
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

„Diese Aufgabe habe ich 1999 von meinem Vorgänger Hansueli Eichenberger übernommen. Ich gelte als ehrenamtlicher Funktionär mit Auftrag vom Eidgenössischen Schwingerverband. Eichenberger, von Langnau im Emmental, machte diese Tätigkeit zuvor während 31 Jahren.“

„Früher war das ESV-Archiv in der Stadt Bern. Irgendwann hat der damalige ESV-Obmann, der Urner Hans Gisler, Hans Eichenberger den Auftrag gegeben, hier in Langnau um Platz für eine Eidgenössische Schwingerstube und für ein Archiv zu schauen. Hans Eichenberger war selber auch ein grosser Schwingerfreund und übergab später an seinen Sohn Hansueli.“

Das Archiv war anfangs in einer Bank
„Das Archiv war anfangs in einer Bank untergebracht. Viele Sachen wurden aber auch im Estrich des Hotels Ilfisbrücke gelagert. Im Hotel Ilfisbrücke, welches sich hier in Langnau befindet, war damals die Eidgenössische Schwingerstube untergebracht.
1993 brachte man die abgelegten Unterlagen von der Bank hierher. Seit 22 Jahren befindet sich das ESV-Archiv nun in diesem Langnauer Keller.“

„Zur Hauptsache archiviere ich hier drin Unterlagen vom ESV. Das sind vor allem Protokolle von den Hauptabgeordneten-Versammlungen und Abrechnungen. Ab und zu kommen auch Chroniken von Schwingklubs und Unterverbänden zum Archivieren. Weiter lege ich die einzelnen Schwingerzeitungen ab. Von früher sind ebenfalls Briefe von Unterverbänden an den ESV abgelegt.
Ich darf nun zu diesen Sachen schauen. Und wenn jemand etwas wissen möchte, suche ich die Sachen heraus, und zeige es den Interessierten.“

„Ich arbeite jedes Jahr um die 50 Stunden im Archiv. Als Dank bekomme ich an den Eidgenössischen Anlässen ein Gratis-Billett und an den Eidgenössischen Schwingfesten die Übernachtung und die Verpflegung bezahlt. Das reicht mir.“

„Ich habe eine Bestandes-Liste, was alles abgelegt ist. Darin ist alles aufgeführt, was sich hier befindet, und in welcher Archivschachtel es zu finden ist. In den verschiedenen Archivschachteln sind die Dokumente in Mappen abgelegt. Es werden neuerdings auch Dokumente elektronisch archiviert, aber noch ganz wenig.“

Schwingfestberichte der Vaterländischen Feste in Unspunnen 1805/08
Im Archiv findet man auch die „Schwingfestberichte der Vaterländischen Feste in Unspunnen 1805/08“, von Hand mit schöner alter Schrift in blaue Hefte geschrieben. Diese Schrift verdient neben dem Schönschwinger-Preis auch den Schönschreibe-Preis!

schwingfestberichte unspunnen-feste 1805+1808
Bildquelle: ESV-Archiv/feldwaldwiesenblogger

Weiter sind auch Dokumente unter „Streit- und Disziplinarfälle“ archiviert. Laut Siegenthaler waren einige Schwingerkönige mit solchen Fällen konfrontiert. In den Unterlagen sind beispielsweise der Fall der Gebrüder Roth, der Fall Vogt, der Fall Hunsperger, der Fall Schläpfer oder der Fall Knüsel abgelegt.

Der Fall Hunsperger wurde publik, weil dieser im Jahr 1976 als dreifacher Schwingerkönig mit einem Bären werbewirksam auf einem Kreuzfahrtschiff geschwungen hat. Der Reinerlös aus diesem Event ging an eine Behinderten-Institution. Der damalige Obmann, der Berner Ernst Marty, und Rudolf Hunsperger waren nie Freunde. Diese „Bären-Aktion“ war für Marty ein richtiges „Zückerchen“, um „Rüedu“ mit einem Disziplinarverfahren abzustrafen. Hunsperger wurde in der Folge um ein Jahr gesperrt. Dieser trat aber gleich vom Aktivsport zurück.
SRG wollte den Schwingerkönig 1977 als Reporter fürs Eidgenössische in Basel engagieren. Auch das wurde ihm verwehrt. Laut Albrecht Siegenthaler war diese ganze Sache aber mehr ein persönliches „Gschtürm“ zwischen Ernst Marty und Rudolf Hunsperger. Hunsperger’s Aktion war gedacht als guter Zweck, Marty tat es aber als Werbeaktion ab.
Marty selber war ein Grossbauer und hatte einen Bührer-Traktor, mit welchem er überall gut sichtbar auftrat. Viele Zeitgenossen meinten damals, dass dies die grössere Werbe-Aktion war als Hunspergers Gag auf dem Kreuzfahrtschiff.

47 Bananen-Kisten mit Material
„Früher wurden alle Unterlagen ohne Registratur gelagert. Ich habe irgendwann 47 Bananen-Kisten mit Material nach Bern zu der Firma AfA Archiv GmbH gebracht. Diese spezialisierte Firma machte für uns die Archivierung der Unterlagen. Sie stellten dabei fest, dass verschiedene Dokumente mehrfach vorhanden sind. Dannzumal war Ernst Schläpfer ESV-Obmann. Schläpfer meinte, wenn du Platz hast, wirf nichts weg.
Die Unterlagen, die mehrfach vorhanden sind, sortierte die Firma aus. Diese lagere ich nun hier in einem separaten Schrank. Denn es wäre schade, diese Dinge zu entsorgen. Seit damals haben wir nun eine sehr gute Ordnung in den Unterlagen.“

Die archivierten Unterlagen befinden sich derzeit in etwa 130 Archivschachteln. Das Archiv ist feuersicher und trocken. Siegenthaler hat eine saubere Ordnung in den nicht sehr grossen Raum gebracht.

Auf die Frage, wer alles nach Unterlagen fragt, meinte Albrecht Siegenthaler: „Vor allem, wenn ein Verband bald ein Jubiläum feiert und deshalb nach Details oder Auskünften für eine Chronik sucht. Dabei fotografieren die Fragenden meist mit ihren Handys die entsprechenden Seiten. Vielfach wird in alten Schwingerzeitungen nachgeschaut. Dort ist wirklich alles drin. In den letzten Jahren sind auch öfters junge Leute gekommen. Meist Studenten, welche Unterlagen für eine Arbeit, welche das Schwingen oder die Geschichte thematisieren, suchten.
Viele Leute rufen mich auch an und fragen nach Unterlagen. Ich suche diese Sachen dann heraus, kopiere sie und schicke sie ihnen.“

Niklaus Roth, der schwerste Schwinger der ESV-Geschichte
Einmal kamen sogar Leute aus Deutschland zu Siegenthaler ins Archiv. „1919 und 1921 Jahren war Robert Roth Schwingerkönig geworden, 1929 und 1931 sein Bruder Hans Roth. Die beiden hatten noch einen Bruder, Niklaus Roth. Dieser war einmal Zweiter an einem Eidgenössischen. Niklaus war übrigens mit 175 Kilogramm der schwerste Schwinger der ESV-Geschichte. Eine junge Frau kam mit ihrer Mutter extra aus Deutschland. Die beiden suchten hier Unterlagen über besagten Niklaus Roth. Sie waren direkte Nachkommen von ihm.“

2020 wird der ESV 125-jährig. Der Archivar aus Schangnau vermutet, dass in nächster Zeit einige Leute aktiv werden, und im ESV-Archiv Nachforschungen für eine umfassende Chronik anstellen werden.

Christian Reber aus Schangnau
christian rebers kranzkasten
Bildquelle: ESV-Archiv/feldwaldwiesenblogger

Nebst den 130 Archivschachteln befindet sich auch ein kleiner Kranzkasten im ESV-Archiv. Im Kranzkasten befinden sich Christian Rebers vier erschwungene Kränze: Der Eidgenössische Kranz von Zürich (1911), der Brünig-Kranz von 1910, ein Kranz von einem Bernisch Kantonalen und ein Kranz von einem Schwing- und Älplerfest in Kriens.
Der Kranzkasten gehört Verwandten des längst verstorbenen Schwingers. Sie fragten Siebenthaler, ob sie diesen Kranzkasten hier lagern dürfen.

Christian Reber hatte 1911 am Eidgenössischen in Zürich seinen Kranz schon im siebten Gang auf sicher. Im letzten Gang verletzte sich der Schangnauer schwer und brach sich die Wirbelsäule. Reber wurde ins Neumünster Spital eingeliefert und der erst 22-jährige verstarb einen Tag später, am 1. August 1911. Dieses tragische Unglück brachte dem Emmentalischen Schwingerverband grosses Leid.

In Schangnau befindet sich ein Gedenkstein, welcher seinerzeit der Eidgenössische Schwingerverband spendete. Christian Reber ist darauf abgebildet. 2011 erinnerte Albrecht Siegenthaler den Obmann Ernst Schläpfer, dass vor genau 100 Jahren Christian Reber nach dem Eidgenössischen tragisch gestorben sei. Der ESV organisierte eine Feier, lud die Verwandten von Reber, den Zentralvorstand und die Leute vom ortsansässigen Schwingklub ein. Gut 50 Personen waren anwesend und lauschten bei einer ergreifenden Feier den Worten von Niklaus Gasser, Ernst Schläpfer und Albrecht Siegenthaler.

Im Langnauer Keller lagert ein weiteres Erinnerungsstück an Christian Reber: Eine mehr als hundert jährige Holzkiste. Reber füllte Sand in diese noch gut erhaltene Kiste und machte mit ihr Kraftübungen.

christian rebers holzkiste
Bildquelle: ESV-Archiv/feldwaldwiesenblogger

feldwaldwiesenblogger

Schwingerbilder-Ausstellung in Lyss

1_Andreas Mathys
Andreas Mathys, Verbandsfotograf des Berner Kantonalen Schwingerverbandes
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Am 12. November bekam ich per Email eine Einladung zu einer Schwingerbilder-Ausstellung in Lyss BE. Absender des Emails war Andreas Mathys, Verbandsfotograf des Berner Kantonalen Schwingerverbandes:
„Seit 2004 bin ich nun Verbandsfotograf im Bernisch Kantonalen Schwinger Verband (BKSV), etliche 10‘000 Bilder sind seither entstanden, mein Interesse die besten Aktionsbilder einmal dem Publikum zu zeigen, wird nun Tatsache. Das Publikum bist Du. Wenn du also Lust verspürst, einmal diesen Souplesse von Grab Martin gegen Graber Willi als grösseres Bild zu erleben, oder den kraftvollen, entscheidenden Angriff von Grab Martin gegen Abderhalden Jörg am Unspunnen Fest 2006, oder den Sempach-Spezial am Kilchberger 2014, dann komme doch einmal vorbei.“

2_Kulturmühle Lyss
Kulturmühle in Lyss
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Diese Ausstellung wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und fuhr deshalb am Sonntag, 13. Dezember, nach Lyss. Die Schwingerbilder-Sammlung von Mathys ist in dieser schmucken Kulturmühle zu sehen. Die Kulturmühle ist eine ehemalige Mühle, welche Ende letzten Jahres nach einem Umbau eröffnet wurde. Andreas Mathys stellt zusammen mit seiner Frau Esther aus. Auf zwei Etagen sind 35 Bilder verteilt. Nebst Schwingerbildern findet man auch einige Landschaftsfotografien.

Angefangen hat alles beim Jungschwingen

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Bildquelle: Andreas Mathys/feldwaldwiesenblogger

Angefangen hat laut Mathys alles 2002 beim Jungschwingen. Der 56-jährige Berner schreibt in seinem Lebenslauf: „Die Fotografie interessierte mich und meine Frau schon in der Jugendzeit. Zuerst als oberflächliches Hobby, fingen wir mit den ersten, damals noch manuellen Spiegelreflex-Kameras, die Natur und deren Eindrücke ein. Jedoch legte die Familiengründung das frischentfachte Hobby wieder für mehrere Jahre auf Eis.“
Als sein Sohn und seine beiden Neffen Jungschwinger waren, ging es anfangs darum, die Augenblicke festzuhalten. Die ersten digitalen Spiegelreflex-Kameras wurden gekauft, bei den Schwingfesten probiert und nach und nach entwickelte sich das Fotografen-Auge. Die Neugier wurde weiter geweckt, Esther zog es in die Natur und Andreas rutschte eher zufällig in den Seeländischen Schwingerverband. Andreas Mathys dazu: „An der Seeländischen Hauptversammlung 2003 in Radelfingen wurde ein Stellvertretender Fotograf für die damals amtierende Verbandsfotografin Sandra Joder gesucht.“ Mathys sagte zu, und war 2004 und 2005 verantwortlicher Fotograf für den Seeländischen sowie den Bern-Jurassischen Schwingerverband. Der erste offizielle Einsatz war 2004 beim Seeländischen Gaufest in Grossaffoltern. Als Joder eine Familie gründete, rückte der Landschaftsgärtner 2006 als Verbandsfotograf vom Berner Kantonalen Schwingerverband nach.

Parallel zur Fotografie erstellt Mathys auch Webseiten. So hat er zusammen mit Manfred Schneider die erste Schweizerische Jungschwinger-Homepage erstellt. Weiter die Seite des Seeländischen Schwingerverbands, welche er auch betreut. Auch die Webseite der Kulturmühle geht auf das Konto des Schwinger-Fotografen zurück.

Der Vater von zwei erwachsenen Kindern erklärte auf Ende 2016 den Rücktritt als Verbandsfotograf: „Das Eidgenössische Schwingfest in Estavayer-le-Lac wird mein letzter Einsatz am Sägemehlrand sein.“ Dies nahm Mathys zum Anlass, seine Bilder nun einem breiten Publikum vorzustellen.

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Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Die Ausstellung in der Kulturmühle lud zum Betrachten, aber auch zum gemütlichen Verweilen und Smalltalk bei einem Kaffee.
Beim Rundgang knipste ich mit meiner Nikon die Fotos von Andreas und Esther Mathys. Dabei fielen mir drei Bilder besonders auf.

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Bildquelle: Andreas Mathys/feldwaldwiesenblogger

Der herrliche Souplesse von Martin Grab im Gang gegen Willy Graber, am Eidgenössischen 2007 in Aarau. Um ein so spektakuläres Foto machen zu können braucht es jahrelange Erfahrung und ein geübtes Auge. Meines Erachtens das schönste Bild der Ausstellung. Dieses Foto gab für mich quasi den Ausschlag, diese Ausstellung zu besuchen.

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Bildquelle: Andreas Mathys/feldwaldwiesenblogger

Ebenfalls am Eidgenössischen in Aarau gelang Mathys dieses Bild. Eine fotografische Widmung dem tragisch verstorbenen Entlebucher Benno Studer.

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Bildquelle: Andreas Mathys/feldwaldwiesenblogger

Bild Nummer drei ist Kilian Wengers Meisterstück am ESAF 2010 in Frauenfeld. Mit seinem Sieg über Schwingerkönig Jörg Abderhalden ebnete sich der Berner Oberländer den Weg zum Königstitel. Wunderbar eingefangen vom Berner Verbandsfotografen.

Gespräch mit Andreas und Esther Mathys
Nebst dem Rundgang durch die Ausstellung fand sich auch etwas Zeit, mit Andreas und Esther Mathys ein Gespräch zu führen. Dabei erfuhr ich weitere interessante Dinge. Andreas Mathys erklärte: „Das Pflichtenheft schreibt vor, dass bei jedem Anlass des Berner Kantonalen Schwingerverbandes (BKSV) gewährleistet werden muss, dass Fotos gemacht werden. Das heisst aber nicht, dass ich an jedem Anlass selber dabei sein muss. Selbstredend bin ich beim Berner Kantonalen und beim ESAF vor Ort. Im Prinzip bin ich als Verbandsfotograf gewählt und bin verpflichtet dem Verbandsorgan, also der Schwingerzeitung, Bilder von den BKSV-Anlässen zu schicken. Dazu gehören natürlich auch Bilder von Abgeordneten-Versammlungen und den BKSV-Hauptversammlungen. Bei Gauverbands-Anlässen spreche ich mich mit Rolf Eicher, welcher für das Emmental und das Berner Oberland zuständig ist, ab.
Es sind relativ viele Anlässe. Du musst am morgen früh dort sein, und bis 19 Uhr die Bilder an die Schwingerzeitung abgeliefert haben. Verpflichtet bin ich auch, für die BKSV-Homepage am Montag nach einem Fest Bilder zu liefern. Weiter unterhalte ich selber eine Homepage, wo man meine Bilder betrachten kann. Zudem besuche ich jährlich ein paar Jungschwingertage und schicke die Bilder hinterher dem SCHLUSSGANG. Im Jahrbuch des ESV sind auch immer Bilder von mir drin.“

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Bildquelle: Andreas Mathys

Auf die Frage, ob der passionierte Fotograf eine spontane Anekdote parat habe, die er beim Fotografieren fürs Schwingen erlebt habe, meinte dieser schmunzelnd: „Wir Fotografen erleben manchmal auch witzige Situationen, wo wir Schnappschüsse machen können. So wie erst kürzlich in Seedorf beim Berner Kantonalen. Das Regionalfernsehen TeleBärn übertrug das Schwingfest live. Ein Kameramann, welcher vor Ort war, hat am Vorabend wohl etwas zu lange gefeiert. Diesen habe ich dann mit meiner Kamera ertappt, als er auf seinem Sessel hinter der Kamera ein Nickerchen machte.“

Nebst den Schwingerbildern fotografieren Andreas und Esther Mathys auch Landschaftsbilder. „Von meinem Beruf her mache ich auch Fotos von Gärten. Aber auch Entwicklungen, wie zum Beispiel der Autobahnbau in Biel. Ein Knotenpunkt, welcher etwas speziell ist. Weiter knipse ich auch für Facebook, wo ich Bilder im fragenden Sinn aufschalte: Wo ist das?“

Dies ist im Übrigen die erste Fotoausstellung des Ehepaares Mathys. Wie viel Zeit die beiden in die Fotografie investieren, können sie nicht genau sagen. „Es ist eine grosse Geschichte. Aber eine Zeitangabe ist schwierig, da auch abhängig von verschiedenen Faktoren wie Anlässe, Wetter et cetera. Wir fotografieren sehr oft miteinander. Wie zum Beispiel beim Eidgenössischen in Burgdorf: Bei Grossanlässen geht es fast gar nicht anders, als dass wir uns aufteilen. So haben wir einen grossen Vorteil.“

fotoschwingerbuch
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Zwei Fotobücher liegen bei der Ausstellung auf. Das eine ist eine Bildersammlung vom Eidgenössischen in Burgdorf, das andere, das aktuelle, heisst „Das Foto Schwinger Buch: 2004 – 2014 – die wichtigsten Schwingfeste.“

Ich fragte Andreas Mathys auch: Ist die Fotografie ein teures Hobby? „Am Anfang ja. Ich habe mit einer gewöhnlichen Digitalkamera, einer Sony, angefangen. Den Souplesse von Grab habe ich mit einer Nikon D50 gemacht. Das war eine Einzelfoto, keine Serie. Jetzt verwende ich eine Nikon D300. Mit den Objektiven verlocht man Geld, mit den Fotoapparaten nicht. Meine Frau und ich fotografieren derzeit nur mit je einer Kamera. Wir besitzen aber verschiedene Objektive.“

Wie macht man ein spektakuläres Foto? „Ich empfehle jedem, bei den Jungschwingern zu beginnen, und die Geduld sowie die nötige Zeit aufzubringen. Natürlich hilft es auch, wenn du die Schwinger kennst. Dazu gehört auch, ein Gefühl für die Situation zu entwickeln. Dabei habe ich auch die verschiedenen Schwünge kennen gelernt. Wichtig ist auch das Licht. Das Eidgenössische in Aarau war dabei sensationell. Beim Schwarzsee-Schwinget hingegen kannst du deswegen praktisch kaum ein wirklich gutes Foto schiessen.
Übrigens: Der Souplesse ist eines meiner spektakulärsten Bilder und zugleich mein erfolgreichstes. Mit diesem Foto konnte ich auch Geld verdienen.“

Zu seiner Tätigkeit als Schwinger-Fotograf, die längst mehr als nur ein gewöhnliches Hobby ist, fügte Mathys an: „Ich habe meine Linie. Wenn jemand Bilder von mir will, muss er dafür bezahlen. Beispielsweise liefere ich für 50 Franken eine DVD mit Bildern von einem Schwingfest. Bilder von Jungschwingfesten hingegen gebe ich für Interessierte gratis heraus.“

Wie Andreas Mathys weiter ausführte, war die Bilderauswahl für die Ausstellung schwierig. Es seien nämlich Zehntausende Fotos vorhanden. „Das sind etwa 120‘000 bis 150‘000 Bilder insgesamt. Diese Bilder sind alle auf einer externen Festplatte gespeichert. Eindrücklich ist ein Vergleich von den Zahlen her. Beim ersten Schwingfest habe ich um die 36 Fotos gemacht. In Burgdorf schossen wir zusammen etwa 5‘400 Bilder.
Ich mache mir zu jedem Bild auf vorbereiteten Blättern in Tabellenform Notizen. Jedes Foto wird nummeriert, dazu kommen die Schwinger-Nummern und der Name. So habe ich nachher ordnerweise Informationen zu meinen Bildern, samt der Angabe des Festes und des Datums. Diese Infos übertrage ich auch in meinen PC. So kann ich bei Nachfragen relativ schnell ein Bild liefern.“

Welches ist dein liebstes Foto? „Es sind einige, die hier ausgestellt sind. Herausragen für mich das Foto mit Kilian Wenger gegen Beat Salzmann, der Souplesse, ein Landschaftsbild, welches oben hängt und Willy Graber als jubelnder Sieger.“

Der grosse Schwingerfreund ergänzte, dass es in Tschechien ein Kinderbuch gibt, wo er ein Bild für die Titelseite liefern durfte. Zudem seien auch in verschiedenen Fachzeitschriften Fotografien von ihm drin. Weiter hat Mathys auch ein paar Mal an Wettbewerben teilgenommen.

Wann muss man sich als Fotograf akkreditieren? „Ab Stufe Gau- oder Kantonalfest. Bei den Rangschwingfesten ist das nicht nötig. Vor gut zehn Jahren war ich bei einigen Kranzfesten sogar der einzige Fotograf. Das ist heutzutage ganz anders. Ab dem ESAF 2007 in Aarau hat es so richtig angezogen. Beim Eidgenössischen 2004 in Luzern war ich erst als Zaungast dabei. Bei den drei nachfolgenden Eidgenössischen 2007, 2010 und 2013 war ich offiziell als akkreditierter Fotograf mit von der Partie.“

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Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Die Ausstellung findet wie erwähnt auf zwei Etagen statt. Auf dem Bild erkennt man die Landschaftsbilder von Esther Mathys auf der oberen Etage, integriert in das wunderschöne Ambiente der Kulturmühle.

Fazit: Der Besuch der Schwingerbilder-Ausstellung hat sich auf alle Fälle gelohnt. Ich kann diese Ausstellung jedem Schwingerfreund, aber natürlich auch allen anderen, nur empfehlen. Sie schliesst jedoch bereits am kommenden Sonntag, 20. Dezember, wieder seine Pforten. Für diejenigen, welche nicht die Gelegenheit hatten in die Kulturmühle nach Lyss zu reisen, dürfen ja bei Gelegenheit meinen Blogbeitrag samt Bilder ein zweites oder drittes Mal durchsehen…

feldwaldwiesenblogger

Besuch im Archiv des Eidgenössischen Schwingerverbandes

Am Dienstag vor einer Woche war ich zu Besuch im Archiv des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV). Albrecht Siegenthaler, der Archivar des ESV, empfing mich in „seinem“ Archiv in Langnau im Emmental BE.

albrecht siegenthaler im esv-archiv
Albrecht Siegenthaler im Archiv des Eidgenössischen Schwingerverbandes
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

ESV-Archiv – klein aber oho!
Jakob Heer schrieb in einer älteren Ausgabe von Schwingen. Das Magazin.: „Dass nichts vergessen geht in Sachen Schwingen, dafür sorgt Albrecht Siegenthaler in einem Langnauer Keller. Wer das Archiv des Eidgenössischen Schwingerverbandes besucht, der betritt einen verhältnismässig kleinen Raum. So bescheiden die Masse, so gross die Bedeutung. Hier, in Langnau, befindet sich quasi das Hirn und das Gedächtnis des Eidgenössischen Schwingerverbandes. Den Schlüssel zum Archiv besitzt Albrecht Siegenthaler, Archivar des ESV.“
Wie Heer weiter berichtete, legte sich der ESV 1952 das Archiv zu, damals noch an einem anderen Ort. Albrecht Siegenthaler übernahm den ehrenamtlichen Posten im Jahr 1999 und ist erst der vierte Archivar.

Mit einigen Notizen und meinem kleinen Notebook im Gepäck nahm ich den Weg nach Langnau unter die Räder. Ein eigentliches Interview in dem Sinn wollte ich nicht machen. Vielmehr wollte ich mich im ESV-Archiv inspirieren lassen. Durch den Geist der Schwinger-Geschichte und natürlich durch Inputs von Siegenthaler. Mein Bestreben ist es nämlich, über ein geschichtliches Thema vom Schwingsport im Archiv zu schmöckern und darüber zu schreiben.

Im Hinterkopf schlummerten einige Ideen, zu denen ich gerne Recherchen anstellen möchte. Ich unterbreitete dem Archivar aus Schangnau meine Ideen, und fokussierte mich beim Gespräch schon bald auf ein Thema. Ich wollte zudem von Siegenthaler wissen, was er davon hält. Er liess durchblicken, dass meine Idee eine gute Sache sei.

Geschichtlicher Einblick in die Schwinger-Zeitung

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Die erste Ausgabe der Schwinger-Zeitung (Sonntag, 18. August 1907)
Bildquelle: ESV-Archiv/feldwaldwiesenblogger

Ein Thema reizte mich, wie erwähnt, sofort: Die Schwinger-Zeitung. Albrecht Siegenthaler reichte mir sofort das allererste Exemplar. Die erste Ausgabe erschien am 18. August 1907, an einem Sonntag. Die Schwinger-Zeitung gibt es nun schon seit mehr als 108 Jahren. Siegenthaler erklärte, dass im Archiv alle bisher erschienen Ausgaben vorhanden seien, abgelegt in 34 Archivschachteln. Früher sei die Zeitung alle zwei Wochen erschienen, heutzutage jede Woche.

Der Einfachheit halber nenne ich sie „Schwinger-Zeitung“. Offiziell hiess das Blatt von 1907 bis 1910 „Eidgenössische Schwinger-Zeitung. Von 1910 bis 1924 „Eidgenössische Schwinger- & Hornusser-Zeitung“. Ab 1925 wurde sie „Eidgenössische Schwinger-, Hornusser- & Jodler-Zeitung“ genannt. 2005 gab es wieder eine Namensänderung: „Schwingen Hornussen Jodeln“. Seit zehn Jahren heisst sie nun so. Diese Zeitung ist zugleich die offizielle Zeitschrift vom Eidgenössischen Schwingerverband, Eidgenössischen Hornusserverband und vom Eidgenössischen Jodlerverband.
Gedruckt wird das Blatt von der Firma Ast & Fischer AG in Wabern BE. Die Redaktion des Schwingen-Teiles betreut zurzeit Rolf Gasser, der Geschäftsstellenleiter des ESV.

Meine Wenigkeit konzentriert sich bei den Recherchen „nur“ auf das Schwingen. In der Diskussion mit Siegenthaler kristallisierte sich für mich auch das weitere Vorgehen heraus. Die Recherche-Arbeit möchte ich in vier Teile gliedern:
1. Anfangszeit
2. Zeit während dem zweiten Weltkrieg
3. Zu Zeiten von Meli/Hunsperger (1960iger/1970iger Jahre)
4. Neuzeit: 1980iger-Jahre bis heute

Pro Teil nehme ich mir einen Tag Recherchearbeit im ESV-Archiv vor. Siegenthaler gab mir dafür grünes Licht, und erlaubt mir, jeweils einen ganzen Tag allein im Archiv die alten Zeitungen durchforsten zu dürfen. Darauf freue ich mich jetzt schon!

34 archivschachteln
Die 34 Archivschachteln mit den „Schwinger-Zeitungen“
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Vermutlich werde ich im kommenden Januar Teil 1 in Angriff nehmen und einen ersten Tag im ESV-Archiv verbringen. Ich setze mich nicht unter Druck und lasse mir bewusst Zeit. Daher mache ich keinen Zeitplan. Denn ich bin noch an anderen schwingerischen Themen dran. Zudem: Wer weiss, vielleicht reichen vier Teile nicht für das Erkunden der „alten Schwinger-Zeitungen“.

„Schwingen Hornussen Jodeln“ seit dem 1. Dezember online
„Schwingen Hornussen Jodeln“ kann man neuerdings auch online lesen. In der Ausgabe 43 vom 24. November schrieb Adrian Schär (Präsident der Verwaltungskommission SHJ):
(…) Alle drei Verbände und deren Präsidentin/Präsidenten haben am 4./5. November 2013 in Churwalden bestätigt und bestärkt, den gemeinsamen Auftritt mit einer Publikation in der heutigen Form beizubehalten, jedoch dem Leseverhalten der jüngeren Generationen zukünftig besser zu entsprechen.
Deshalb wird die Zeitschrift SHJ ab dem 1. Dezember 2015 für alle Abonnenten auch als E-Magazin gratis zur Verfügung gestellt. Das E-Magazin wird sowohl für den PC wie auch für alle gängigen mobilen Geräte wie Tablet und Smartphone aufbereitet. Die Anmeldung erfolgt über eine neue Homepage mittels der Abonummer und erlaubt das Konsumieren des Magazins auf bis zu drei Geräten. Die Homepage wurde ebenfalls optisch wie technisch aufgefrischt und erlaubt auch das Führen eines Veranstaltungskalenders. Sie enthält verschiedene top aktuelle Artikel zu den Themen Schwingen, Hornussen, Jodeln und beinhaltet auch eine interessante Bildergalerie zum Blättern. Ebenfalls dient die Homepage als Archiv und die erschienenen Ausgaben bleiben aufgeschaltet. (…)

Da schreitet die alt-ehrwürdige „Schwinger-Zeitung“ also auch in die Neuzeit und wird nun auch ins „WörldWeidWeb“ geschickt. Da passt doch meine Idee, in den alten Zeitungen, von welchen noch keine einzige Zeile im Internet zu finden ist, durch zu stöbern.

Nebst dem Festlegen meiner Recherche-Arbeit wollte ich von Albrecht Siegenthaler auch wissen, was seine Arbeit als Archivar alles umfasst. Zudem zeigte er mir verschiedene alte Dokumente sowie Ranglisten und erzählte viele äusserst interessante Dinge. Das Gespräch mit Siegenthaler veröffentliche ich in naher Zukunft in einem separaten Beitrag.

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Estavayer-le-Lac: Eine Foto-Galerie als Vorgeschmack aufs Eidgenössische

Seit August schalte ich nun monatlich einen Beitrag (manchmal in mehreren Teilen) als Vorschau für das Eidgenössische in Estavayer-le-Lac auf. Bisher waren es ausnahmslos Interviews, und daher eher text-lastig.
Der Dezember-Beitrag soll eine Ausnahme darstellen. Hier sollen Bilder für sich sprechen. Von mir selber gemachte Fotos vom kleinen Städtchen Estavayer-le-Lac.

Vorneweg trotzdem ein bisschen Text, als Information zu Estavayer-le-Lac. Wikipedia weiss folgendes zu diesem schönen Städtchen im nordwestlichen Freiburger Mittelland:
„Estavayer-le-Lac ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Freiburg und Hauptort des Broyebezirks. Der deutsche Name Stäffis am See wird heute kaum noch verwendet. Das historische Städtchen liegt am Südufer des Neuenburgersees und bildet das regionale und wirtschaftliche Zentrum des freiburgischen Teils der Region Broye.“

Geographie: „Estavayer-le-Lac liegt auf 448 Meter über Meer in einer Exklave des Kantons Freiburg, 25 Kilometer westlich der Kantonshauptstadt Freiburg (Luftlinie).“

Bevölkerung: „Mit 6094 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) gehört Estavayer-le-Lac zu den mittelgrossen Gemeinden des Kantons Freiburg.
Von den Bewohnern der Gemeinde sind 81,2 % französischsprachig, 5,8 % deutschsprachig und 3,7 % sprechen Albanisch (Stand 2000). Die restlichen rund 9 % sind auf verschiedene Sprachgruppen verteilt, wobei Spanisch und Italienisch den grössten Prozentsatz ausmachen.“

Das mit dem grossen Prozentsatz an französischsprachigen Bewohnern kann ich bestätigen. Bei meinem Besuch musste ich meine letzten Reserven an Französisch-Kenntnissen bemühen, um ein Bier, eine Pizza und einen Kaffee bestellen zu können. Es hat aber funktioniert…
Nun lasse ich aber die Bilder sprechen, und kann Euch, meine lieben Leser, nur dazu ermuntern, diesem einladenden Städtchen auch mal einen Besuch abzustatten.

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Quelle aller Bilder: feldwaldwiesenblogger

Die Fotos habe ich übrigens am 24. Oktober gemacht. Ich hoffe, ich konnte mit diesen Bildern einen schönen Eindruck von Estavayer-le-Lac, vom Austragungsort des nächsten Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes vermitteln.

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Zehn Fragen an den Sportjournalisten Klaus Zaugg

Klaus Zaugg ist der Sportschweiz vor allem als einer der einflussreichsten Eishockeyjournalisten ein Begriff. Beim BLICK wurde er als Chef Eishockey zur lebenden (Eishockey)-Legende. Schon länger schreibt der Sportjournalist aber auch Texte über den Schwingsport. Wie jüngst ein Beitrag in der Neuen Luzerner Zeitung, mit dem Titel „Die Schwinger sind nun Brüder von Roger Federer“.

Auch schon länger hatte ich Zaugg auf einer Liste von Personen, welche ich mal interviewen möchte. Das habe ich nun getan, und ihn dabei vor allem betreffs Schwingsport befragt.

Klaus Zaugg
Klaus Zaugg
Bildquelle: blick.ch

Seit wann schreiben Sie über den Schwingsport?
Seit 1979.

Soviel ich weiss, sind Sie freischaffender Sportjournalist. Für welche Zeitungen schreiben Sie Texte über den Schwingsport?
Für die Nordwestschweiz-Gruppe (Schweiz am Sonntag, AZ, Solothurner Zeitung, etc.), Neue Luzerner Zeitung, Unter Emmentaler und Watson.ch.

Haben Sie schon viele Beiträge über das Schwingen geschrieben? Um was ging es in diesen Texten?
Die Anzahl weiss ich nicht mehr. Aber es dürften über 300 sein. Zudem verfasste ich zusammen mit Hans Trachsel ein Buch. In erster Linie ging es um die Berichterstattung von Festen, ich war an den Eidgenössischen von 1980, 1983, 1989, 1992, 1995, 1998, 2001, 2004, 2007, 2010 und 2013. Weiter um Portraits von Schwingern und um Grundsatzthemen wie Werbung, Doping etc.

Wie kamen Sie nebst dem Eishockey auch zum Schwingsport?
Aus Interesse und weil die Berner Zeitung 1979 jemand brauchte, der sich um das Schwingen kümmerte.

Sie gelten als kritischer Sportjournalist. Schreiben Sie über den Schwingsport genau gleich pointiert ihre Meinung wie über das Eishockey?
Eine gute Frage. Ich denke schon. Meine journalistische Philosophie ist ja nicht von der Sportart abhängig. Aber das Schwingen unterscheidet sich stark vom Eishockey. Eishockey auf NLA-Ebene ist ein Profisport und, wenn wir so wollen, ein Teil des Unterhaltungsgeschäftes. Die Beurteilung ist daher strenger. Spieler, Trainer und Manager können in der Regel mit Kritik und Polemik gut leben, die gehören zum Spiel. Schwingen ist anders, nicht nur, weil es ein Einzelsport ist. Die Bösen sind keine Profis – alles in allem wird Kritik weniger polemisch formuliert.

Spüren Sie, genau wie beim Eishockey, auch rund um den Schwingsport interessante Themen und Aspekte auf?
Ja, ich versuche es zumindest. Allerdings ergeben sich etwas weniger Themen als beim Eishockey mit meistens drei Spiele pro Woche, von September bis April. Gefragt sind Themen, die über ein Spiel/Schwingfest hinausgehen, wie sportpolitische Zusammenhänge (Beispiel: der Eidgenössische Schwingerverband ESV tritt Swiss Olympic bei) oder wirtschaftliche Fragen (Beispiel: Werbung).

Welche Feedbacks erhielten Sie bisher auf ihre Beiträge über den Schwingsport?
Gute und sachliche. Da die Schwingerfreunde weniger „Fans“ sind als im Eishockey, sind die Reaktionen auch sachlicher. Die Stimmung rund ums Schwingen ist etwas ganz Besonderes: Die Leute sind mit der gleichen Leidenschaft dabei wie Fans bei einem Hockey- oder Fussballmatch – aber die Stimmung ist anders. Wenn ich es salopp so formulieren darf: Anstand und Respekt sind rund ums Schwingen grösser als bei anderen Sportartanlässen.

Welches ist eigentlich Ihr Bezug zum Schwingsport?
Ich bin an der Grenze Oberaargau/Emmental als Bauernbub aufgewachsen. Schwingen ist hier seit allen Zeiten sehr populär.

Wie haben Sie sich ihr Know-how rund um den Schwingsport angeeignet?
Am Schwingfest und durch unzählige Gespräche mit allen möglichen Exponenten und durch Fachliteratur – die gibt es nämlich. Das Schwingen ist auch durch viele Verbands-Chroniken sehr gut dokumentiert.

Wie ist das als freischaffender Sportjournalist: Schreiben Sie Texte gemäss Ihrer eigenen Themenwahl und bieten Sie den verschiedenen Zeitungen an?
Ich habe mit verschiedenen Medien Mandats-Verträge – also keine Anstellung, aber eine fixe Entschädigung pro Monat und ich liefere Texte, beziehungsweise Texte werden bei mir bestellt. Solche Verträge habe ich unter anderem mit der Nordwestschweiz-Gruppe, watson.ch und das Eishockey-Magazin Slapshot. Für grössere Anlässe (Olympische Spiele, WM) handle ich Pauschalen aus. Daneben bekomme ich Aufträge oder biete von Fall zu Fall Themen an (z.B. Weltwoche). Als Grundsatz gilt: Als freier Journalist muss ich etwa doppelt so viele Einnahmen erzielen wie der Nettolohn einer Festanstellung. Dann geht die Rechnung auf. Von 1980 bis 2007 war ich fest angestellt, zuletzt zwölf Jahre als Chefreporter bei Blick/Sonntagsblick.

Ich bedanke mich bei Klaus Zaugg für seine interessanten Antworten und den Einblick in sein sportjournalistisches Schaffen. Zudem freue ich mich auf weitere fundierte Artikel von ihm, wie beispielsweise obigen besagten NLZ-Artikel zum Beitritt vom ESV zu Swiss Olympic.

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