Zehn Fragen an den Sportjournalisten Klaus Zaugg

Klaus Zaugg ist der Sportschweiz vor allem als einer der einflussreichsten Eishockeyjournalisten ein Begriff. Beim BLICK wurde er als Chef Eishockey zur lebenden (Eishockey)-Legende. Schon länger schreibt der Sportjournalist aber auch Texte über den Schwingsport. Wie jüngst ein Beitrag in der Neuen Luzerner Zeitung, mit dem Titel „Die Schwinger sind nun Brüder von Roger Federer“.

Auch schon länger hatte ich Zaugg auf einer Liste von Personen, welche ich mal interviewen möchte. Das habe ich nun getan, und ihn dabei vor allem betreffs Schwingsport befragt.

Klaus Zaugg
Klaus Zaugg
Bildquelle: blick.ch

Seit wann schreiben Sie über den Schwingsport?
Seit 1979.

Soviel ich weiss, sind Sie freischaffender Sportjournalist. Für welche Zeitungen schreiben Sie Texte über den Schwingsport?
Für die Nordwestschweiz-Gruppe (Schweiz am Sonntag, AZ, Solothurner Zeitung, etc.), Neue Luzerner Zeitung, Unter Emmentaler und Watson.ch.

Haben Sie schon viele Beiträge über das Schwingen geschrieben? Um was ging es in diesen Texten?
Die Anzahl weiss ich nicht mehr. Aber es dürften über 300 sein. Zudem verfasste ich zusammen mit Hans Trachsel ein Buch. In erster Linie ging es um die Berichterstattung von Festen, ich war an den Eidgenössischen von 1980, 1983, 1989, 1992, 1995, 1998, 2001, 2004, 2007, 2010 und 2013. Weiter um Portraits von Schwingern und um Grundsatzthemen wie Werbung, Doping etc.

Wie kamen Sie nebst dem Eishockey auch zum Schwingsport?
Aus Interesse und weil die Berner Zeitung 1979 jemand brauchte, der sich um das Schwingen kümmerte.

Sie gelten als kritischer Sportjournalist. Schreiben Sie über den Schwingsport genau gleich pointiert ihre Meinung wie über das Eishockey?
Eine gute Frage. Ich denke schon. Meine journalistische Philosophie ist ja nicht von der Sportart abhängig. Aber das Schwingen unterscheidet sich stark vom Eishockey. Eishockey auf NLA-Ebene ist ein Profisport und, wenn wir so wollen, ein Teil des Unterhaltungsgeschäftes. Die Beurteilung ist daher strenger. Spieler, Trainer und Manager können in der Regel mit Kritik und Polemik gut leben, die gehören zum Spiel. Schwingen ist anders, nicht nur, weil es ein Einzelsport ist. Die Bösen sind keine Profis – alles in allem wird Kritik weniger polemisch formuliert.

Spüren Sie, genau wie beim Eishockey, auch rund um den Schwingsport interessante Themen und Aspekte auf?
Ja, ich versuche es zumindest. Allerdings ergeben sich etwas weniger Themen als beim Eishockey mit meistens drei Spiele pro Woche, von September bis April. Gefragt sind Themen, die über ein Spiel/Schwingfest hinausgehen, wie sportpolitische Zusammenhänge (Beispiel: der Eidgenössische Schwingerverband ESV tritt Swiss Olympic bei) oder wirtschaftliche Fragen (Beispiel: Werbung).

Welche Feedbacks erhielten Sie bisher auf ihre Beiträge über den Schwingsport?
Gute und sachliche. Da die Schwingerfreunde weniger „Fans“ sind als im Eishockey, sind die Reaktionen auch sachlicher. Die Stimmung rund ums Schwingen ist etwas ganz Besonderes: Die Leute sind mit der gleichen Leidenschaft dabei wie Fans bei einem Hockey- oder Fussballmatch – aber die Stimmung ist anders. Wenn ich es salopp so formulieren darf: Anstand und Respekt sind rund ums Schwingen grösser als bei anderen Sportartanlässen.

Welches ist eigentlich Ihr Bezug zum Schwingsport?
Ich bin an der Grenze Oberaargau/Emmental als Bauernbub aufgewachsen. Schwingen ist hier seit allen Zeiten sehr populär.

Wie haben Sie sich ihr Know-how rund um den Schwingsport angeeignet?
Am Schwingfest und durch unzählige Gespräche mit allen möglichen Exponenten und durch Fachliteratur – die gibt es nämlich. Das Schwingen ist auch durch viele Verbands-Chroniken sehr gut dokumentiert.

Wie ist das als freischaffender Sportjournalist: Schreiben Sie Texte gemäss Ihrer eigenen Themenwahl und bieten Sie den verschiedenen Zeitungen an?
Ich habe mit verschiedenen Medien Mandats-Verträge – also keine Anstellung, aber eine fixe Entschädigung pro Monat und ich liefere Texte, beziehungsweise Texte werden bei mir bestellt. Solche Verträge habe ich unter anderem mit der Nordwestschweiz-Gruppe, watson.ch und das Eishockey-Magazin Slapshot. Für grössere Anlässe (Olympische Spiele, WM) handle ich Pauschalen aus. Daneben bekomme ich Aufträge oder biete von Fall zu Fall Themen an (z.B. Weltwoche). Als Grundsatz gilt: Als freier Journalist muss ich etwa doppelt so viele Einnahmen erzielen wie der Nettolohn einer Festanstellung. Dann geht die Rechnung auf. Von 1980 bis 2007 war ich fest angestellt, zuletzt zwölf Jahre als Chefreporter bei Blick/Sonntagsblick.

Ich bedanke mich bei Klaus Zaugg für seine interessanten Antworten und den Einblick in sein sportjournalistisches Schaffen. Zudem freue ich mich auf weitere fundierte Artikel von ihm, wie beispielsweise obigen besagten NLZ-Artikel zum Beitritt vom ESV zu Swiss Olympic.

feldwaldwiesenblogger

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