Historisches vom Schwingsport – Entdeckt in der Schwingerzeitung

Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest 1966 in Frauenfeld

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Rangliste – Teil 1
Bildquelle: ESV-Archiv / feldwaldwiesenblogger

Karl Meli, der zweifache Schwingerkönig, war 1966 in Frauenfeld Favorit auf den dritten Titel. Rudolf Hunsperger, dem Rekruten aus Bern, gelang die Überraschung: Im Schlussgang bezwang der Berner Hunsperger den Nordostschweizer Meli und holte so den ersten von insgesamt drei Königstiteln.

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Rangliste – Teil 2
Bildquelle: ESV-Archiv / feldwaldwiesenblogger

Was auffällt: Die Berner und die Nordostschweizer waren an jenem Fest eine Macht und holten 36 von total 49 Kränzen. Die Innerschweizer schnitten mit nur 7 Kränzen recht bescheiden ab.

Beim näheren Betrachten der Rangliste stellt man zudem fest, dass etliche Schwinger für den ersten und zweiten Gang den gleichen Gegner zugeteilt bekamen.

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Fotos und Kranzstatistik
Bildquelle: ESV-Archiv / feldwaldwiesenblogger

Auf folgendem Link gelangt man auf eine Archiv-Seite vom Schweizer Farbfernsehen mit allen Schlussgängen von Eidgenössischen seit 1958. Dort findet sich auch das Video vom Schlussgang anno 1966 in Frauenfeld. Erstaunt stellt man fest, dass der Sieg von „Rüedu“ Hunsperger neben dem Platz vonstatten ging. Damals war das noch möglich und kein Regelverstoss.
Karl Meli stichelte 44 Jahre später in Richtung Hunsperger und meinte: „So weit neben dem Sägemehlring hat noch keiner verloren.“ Rüedu konterte: „Karl, jetzt musst du aufpassen. Und 1968 in Glarus, der Schlungg in der letzten Minute? Der war klar draussen.“

Obige Konversation ist in einem NZZ-Artikel von 2010 (Von Rivalen zu Freunden) nachzulesen. Die beiden Kontrahenten von 1966 trafen sich im Vorfeld des ESAF2010 wieder in Frauenfeld. Karl Meli ist übrigens am 12. März 2012 gestorben.

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Christian Schuler’s Weg nach Estavayer: Einblick ins Wintertraining (Teil 1)

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Christian Schuler
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Letzten Herbst besuchte ich Christian Schuler in Rothenthurm SZ. Daraus resultierten zwei Blogbeiträge: Teil 1 und Teil 2.
Damals reifte bei mir die Idee, mit dem Rothenthurmer eine vierteilige Serie, mit dem Titel „Christian Schuler’s Weg nach Estavayer“ zu starten. Ich unterbreitete dem dreifachen Eidgenossen meine Idee. Dieser willigte ein, und ich freue mich nun, heute Teil 1 präsentieren zu dürfen. Da sich die Schwinger momentan intensiv auf die neue Saison vorbereiten, lag es nahe, den ersten Teil dem Wintertraining zu widmen.

Schwing-Training am Schmutzigen Donnerstag
Fasnacht hin oder her: Am Schmutzigen Donnerstag war ich zu Besuch bei einem Schwing-Training von Christian Schuler. Das gut zweistündige Training fand im Schwingkeller des Schwingklubs Einsiedeln statt, welcher sich im Schulhaus Brüel befindet.

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Christian Schuler vor dem Schwingtraining
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Beim Training anwesend waren elf Schwinger, unter anderem auch der 118-fache Kranzgewinner Martin Grab. Christian erklärte, dass normalerweise bis 20 Schwinger ein Training besuchen.
Das Training wurde von Philipp Schuler, dem Bruder von Christian, geleitet. Nach einem intensiven Einlaufen und Aufwärmen absolvierten die Athleten Bodenübungen für den Kampf am Boden, und Standübungen für die Standschwünge.

Wettkampfmässiges Schwingtraining in Sechs-Minuten-Blöcken
Anschliessend wurde in Sechs-Minuten-Blöcken wettkampfmässig geschwungen, um konditionell wieder auf die Höhe zu kommen. Nachdem beide Schwinger „gut“ sagten, ging‘s ohne Taktieren zur Sache. Schwünge wurden angesetzt, Haken gestellt und schon stiebte das Sägemehl. Nach dem Sieg eines Schwingers oder wenn der Kampf an die Bande geriet, wurde wieder zusammengegriffen. Schwitzend und schnaufend gaben die Athleten alles. Das Prozedere wiederholte sich, bis eine Glocke ein schrilles Zeichen von sich gab. Nach den sechs Minuten machten die beiden Athleten während dem nächsten Sechs-Minuten-Block Pause, bevor sie mit einem anderen Trainingskameraden schwangen.

Die beiden routinierten Eidgenossen Schuler und Grab gaben nebst ihrem Schwingtraining auch Tipps an ihre Kameraden und motivierten sie bei deren Kämpfen. Die beiden Routiniers besprechen sich selber gegenseitig oft, und versuchen sich so zu unterstützen.

Christian Schuler geht es derzeit sehr gut, und er konnte während dem Winter bisher gut trainieren und jedes Training durchziehen. Ausser kleinen Blessuren wie Muskelverspannungen beklagte er keine Beschwerden.
Ist der Sennenschwinger trainingsmässig im Plansoll, respektive dort, wo er sein möchte? „Ja, ich denke, ich bin auf einem guten Weg. Es läuft gut, und ich fühle mich auch gut. Ich bestritt auch schon einige härtere Trainings, welche ich mit der Innerschweizer Spitze absolvierte. Das wichtigste ist, dass ich gesund bin und gut trainieren kann.“

Nach dem anfänglichen Schulschwingen schwingen die Athleten mittlerweile im Training wieder wettkampfmässig. Schuler dazu: „Man versucht wieder die körperliche Verfassung ins Schwingen reinzubringen. Mit dem Wettkampfschwingen bereiten wir uns nun auf die neue Schwingsaison vor.“
Geschwungen wird beim Training möglichst mit allen Kameraden. So bekommt es jeder Schwinger mal mit einem grösseren oder einem kleineren Gegner zu tun, und um verschiedene Schwünge anwenden zu können.

Christians momentaner Trainingsaufwand
Der Marketing-Fachmann trainiert momentan jeden Tag. In einer harten Trainingswoche absolviert er am Montagmorgen und Montagabend je eine Trainingseinheit. Am Dienstag, Mittwoch und am Donnerstag sind es jeweils eine Einheit, am Freitag wieder zwei und am Samstag noch eine Trainingseinheit. Wie Christian erklärte, gibt es auch lockerere Trainingswochen mit weniger Einheiten.
Der zeitliche Aufwand fürs reine Training beträgt pro Woche 12 Stunden, nicht miteinberechnet sind dabei die Zeit für die Vorbereitung und die Anfahrtswege zu den einzelnen Trainings.
Der Familienvater ergänzte: „In der Regel sind es zwei bis drei Schwingtrainings während der Woche. Ich absolviere zudem verschiedene Krafttrainingseinheiten sowie Konditions- und Beweglichkeitseinheiten. Einmal pro Woche spiele ich als Ausgleich Squash.“
Christian Schuler trainiert nach einem Plan, welcher periodenweise dauert. Momentan dauert so eine Periode bis zum Saisonbeginn.

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Christian Schuler gegen Martin Grab
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Die Freude am Schwingsport ist Trainingsmotivation
Auf die Trainingsmotivation angesprochen, und ob die immer gross genug ist, meinte der dreifache Eidgenosse: „Schwingen ist meine grosse Leidenschaft. Die Zeit, wo man das wirklich ausüben kann, muss man nutzen. Es gibt nebst meiner Familie nichts auf der Welt, was mir mehr Freude bereitet als der Schwingsport samt den dazugehörigen Trainings.“

Wann und wo Christian Schuler sein erstes Schwingfest bestreitet, weiss er noch nicht genau: „Die Frühlingsschwingfeste werde ich noch planen. Die Kranzfestdaten sind bereits auf meiner Homepage ersichtlich.“
Apropos erstes Schwingfest: Ändert Christian sein Training zu Beginn der Saison? Dazu der 186 Zentimeter grosse Athlet: „Ein Rangschwinget ist zugleich auch ein Trainingstag. Der Trainingsplan wird den Wettkämpfen angepasst. In den Wochen, wo ich keine Schwingfeste bestreite, wird weiterhin voll trainiert. Vor einem Schwingfest bereitet man sich auch dementsprechend vor.“

Nebst den Klubtrainings mit den Einsiedlern gibt es wöchentlich Kantonaltrainings, welche der Sennenschwinger aber nicht immer bestreitet. Diese besucht er gemäss seinem Trainingsplan. Weiter absolviert Christian Trainings mit den besten Innerschweizer Spitzenschwingern (Gruppe A-Trainings) und besucht zudem Trainingszusammenkünfte des Innerschweizerischen Schwingerverbandes.

Der Besuch im Einsiedler Schwingkeller am Schmutzigen Donnerstag hat sich absolut gelohnt! So konnte ich zwei Erkenntnisse gewinnen. Erstens: Christian Schuler ist topfit, trainingsfleissig und zeigte ein paar eindrückliche Zweikämpfe. Erkenntnis Nummer zwei: Jetzt weiss ich, warum von wettkampfmässigem Schwingtraining gesprochen wird. Die Schwinger gehen nämlich zur Sache, wie wenn sie bereits einen Wettkampf bestreiten würden.
Teil 2 der Serie „Christian Schuler’s Weg nach Estavayer“ folgt im Frühling, wenn die Frühlingsfeste am Laufen sind. Ich werde dann dem Rothenthurmer wieder auf den Zahn fühlen, wie ich es kürzlich beim „Einblick ins Wintertraining“ tat.

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Besuch bei Michael Nydegger in Oberschrot: „Wichtig ist, dass man in jeder Situation zwei oder drei Schwünge beherrscht.“ (Teil 2)

Beim ersten Teil erfuhren wir, dass Michael Nydegger wieder fit ist. Seine beiden Verletzungen, welche ihn einen Teil der Saison 2014 und das ganze letzte Jahr am Schwingen hinderten, sind nun auskuriert. Der Sennenschwinger ist seit vergangenem September wieder im Training und steigerte seither sukzessive seine Trainingsintensität. Wann er das erste Schwingfest bestreiten wird, ist noch nicht ganz sicher. Michael hegt aber die Absicht, vor dem Beginn der Kranzfestsaison einige Frühlingsschwingfeste zu bestreiten. Der Freiburger geht seinen Weg. Nicht nur beim Training. Er hat letzten Herbst ein Zweitstudium begonnen und konnte im vergangenen November die Zusammenarbeit mit einer Kommunikationsagentur verkünden.

michael nydegger beim gespräch
Michael Nydegger beim Gespräch
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Laut einer Medienmitteilung vom 13. November 2015 besteht neuerdings eine Zusammenarbeit mit der Agentur „by the way communications AG“. Sie übernimmt für dich sämtliche Kommunikationsaktivitäten und kümmert sich um die Sponsorensuche, damit du dich voll und ganz auf das Schwingen konzentrieren kannst. Wie verlief die Zusammenarbeit bisher?
Sehr gut. Gian Simmen ist mein direkter Ansprechpartner. Die Agentur hat mir eine Homepage erstellt, und auf Facebook eine Seite eingerichtet. Es steckt nämlich ein ziemlicher Zeitaufwand dahinter.
Sie sind zudem auf Sponsorensuche für mich. So kann ich mich aufs Schwingen konzentrieren. Es ist natürlich nicht einfach, an Sponsoren zu gelangen. Denn ich bin nicht Schwingerkönig und war zu lange weg vom Schwinggeschehen. Es ist aber auch nicht mein primäres Ziel, viele Sponsoren zu haben. Es gab letztes Jahr Anfragen diesbezüglich. Da ich wieder die Schulbank drücke, hilft es mir finanziell schon ein wenig. Ich interessiere mich zu wenig für diese Sachen, und mir fehlt auch die notwendige Kompetenz für Vertragsabschlüsse. Deshalb bin ich froh um die Agentur, die sich darum kümmert.

„Groupe E“ und „Micarna“ sind meine grössten Sponsoren. Ich bestritt für sie auch schon einige Termine. Für Groupe E warf ich mal an einem Fribourg-Gottéron-Match den Puck ein.
Micarna ist interessant, da sie ein Team mit mehreren Athleten unterstützen. Dazu gehören auch der Bobfahrer Beat Hefti oder die Triathletin Nicola Spirig. So gibt es ab und zu Athletentreffen. Bei diesen kam es schon zu interessanten Diskussionen. Vielfach erlebten sie mit Verletzungen und dem anschliessenden Zurückkämpfen das gleiche wie ich.

Dank der Kommunikations-Agentur kannst du dich zudem „vollumfänglich auf das Training und dein Zweitstudium der Sportwissenschaften an der Universität Freiburg konzentrieren“. Wie läuft’s beim Studium? Gehst du noch einer anderen Beschäftigung nach?
Beim Studium, welches ein Vollzeitstudium ist, läuft es sehr gut. Im Februar sind Semesterprüfungen. Mich interessiert der Sport im Allgemeinen sehr. Im Sport-Studium kann ich noch mehr dahinter schauen, wie der Trainingsaufbau funktioniert und was mit dem Körper physisch sowie psychisch passiert. Das ist sehr spannend.

Um mein Studium zu finanzieren, arbeite ich zudem als Maschineningenieur, meinem ursprünglichen Beruf, in einem kleinen Teilzeitpensum. Während dem Studium komme ich nicht umhin, auch von meinem Ersparten der letzten Jahre zu leben. Ich begann im Herbst 2015 mit dem Zweitstudium. Dieses dauert bis zum Herbst 2018.

In welche Richtung geht dein Sportwissenschafts-Studium?
In Freiburg gibt es zwei Richtungen. Sportlehrer ist die eine Richtung, die andere Option geht in Richtung Forschung und Leistung. Ich mache das zweite. Das Studium ist zweisprachig, deutsch und französisch. Mein Ziel ist es, mein Erststudium (Maschinenbauingenieur) mit dem Zweitstudium verbinden zu können. Ich interessiere mich für die Biomechanik im Körper. Vielleicht arbeite ich einmal in einem Forschungslabor.

Ich bin nach wie vor mit dem Maschinenbau verbunden, und mache diese Tätigkeit auch gerne. Ich arbeitete bei einem Unternehmen, wo wir viele Sonderkonstruktionen für Baumaschinen im Hydraulikbereich gemacht haben.

Ich war aber auch motiviert, noch etwas anderes zu studieren, und um meinen Horizont zu erweitern. Sport kann man sowieso gut mit anderen Sachen verbinden. Sei es, wenn man Richtung Forschung oder Biomedizin geht, oder wenn man als Trainer, Lehrer oder Sportmanager arbeiten möchte. Sport ist einfach ein grosses und spannendes Gebiet.

Kantonales Schwingfest in Romont:  Michael Nydegger (hinten) besiegt im Schlussgang seinen Kontrahenden Rolf Kropf. Foto: FN / Aldo Ellena, Romont, 26.05.2013
Michael Nydegger (hinten) überschlägt im Schlussgang des Freiburger Kantonalen vom Mai 2013 seinen Gegner Rolf Kropf
Bildquelle: freiburger-nachrichten.ch

Was meinst du, woran müssen du und deine Südwestschweizer Schwinger-Kollegen noch am meisten arbeiten?
Viele Schwinger investieren einiges an Zeit während dem Winter für den physischen Aufbau im Kraftraum. Das ist gut, und ein notwendiges Muss, wenn man vorne dabei sein will. Aber wir sind nicht Bodybuilder oder dergleichen. Deshalb ist es meine Meinung, dass man im Frühjahr ziemlich schnell das Krafttraining reduzieren und zu einer Trainingseinheit zusammenfassen sollte. Um das, was man sich antrainiert hat, zu erhalten. Die dadurch gewonnene Zeit sollte für das Training im Schwingkeller investiert werden.

Was denkst du über den Schwingstil von heute?
Wenn ich den heutigen Schwingstil mit den 1980iger-Jahren vergleiche (zu den Zeiten von Ernst Schläpfer und Harry Knüsel), kann ich nicht sagen, dass sich dieser positiv oder negativ verändert hat. Aber dannzumal hat man mehr verschiedene Schwünge gesehen. Schläpfer beherrschte beispielsweise den Brienzer vorwärts und rückwärts, machte Hüfter links und rechts, beherrschte die Bodenarbeit und schwang in den Griffen. Er hat in jeder Situation geschwungen. Das sieht man heutzutage nicht mehr überall. Es gibt Schwinger, die schwingen in den Griffen, andere gehen in die Flanke raus und wieder andere fühlen sich sicherer am Boden. Ich habe den Eindruck, dass die Schwinger vom Physischen her athletischer wurden. Aber nicht mehr so vielfältig schwingen, wie noch vor 20 oder 30 Jahren.
Deshalb meine ich, sollte man als Basis einen Kraftaufbau machen und physisch parat sein. Dann ist es aber wichtig, viel im Schwingkeller zu schwingen. Vielseitigkeit reinbringen und in jeder Situation schwingen, den Kampf suchen, um zu gewinnen.

Ein Paradebeispiel von heute ist Andreas Ulrich. Er ist kein Riese, schwingerisch gesehen sogar etwas unter dem Durchschnitt. Aber: Andreas schwingt sehr vielseitig. Er schwingt in jeder Situation, und das macht ihn auch stark. Deshalb habe ich das Gefühl, dass ein guter Schwinger körperlich parat ist und viel Zeit ins Schwingen investiert.

Wie viele Schwünge sollte ein Schwinger beherrschen?
Ich glaube nicht, dass man da von einer Anzahl Schwüngen reden sollte. Im Kampf macht man auch Bewegungen oder Angriffe, die nicht unbedingt Schwünge sind, wie man sie lernt. Wichtig ist, dass man in jeder Situation zwei oder drei Schwünge beherrscht.

Welches sind deine bevorzugten Schwünge?
Ich probiere ein wenig wegzukommen, von diesem „bevorzugten“. Wenn man bevorzugte Schwünge hat, dann heisst das, dass man diese gerne anwendet. Als ich den eidgenössischen Kranz in Aarau machte (2007), gewann ich keinen einzigen Gang mit Kurz. Praktisch alle Siege errang ich mit Hüfter. Ausser einen, welchen ich am Boden mit Bodenarbeit gewann.

Etwas später schwang ich mehr in den Griffen. In den letzten Jahren habe ich viel Kurz gezogen und praktizierte auch den inneren Haken. Ich kreide mir das ein wenig an, und versuche nun vielseitiger zu schwingen. Den Kurz beherrsche ich, den habe ich lange geübt. Aber ich möchte auch andere Schwünge in den Griffen anwenden.
Als Jungschwinger lernt man die verschiedenen Schwünge, und diese sind im Hinterkopf irgendwo gespeichert. Es geht darum, diese abzurufen und auch anzuwenden.

Habt ihr Südwestschweizer Schwinger auch den Eindruck, dass es nun aufwärts geht, und sich dies in guten Ergebnissen (auch ausserhalb eures Teilverbandes) niederschlagen wird?
Wie ich mitbekommen habe, gibt es einige Schwinger, die mehr trainieren und mehr Zeit in den Schwingsport investieren. Die werden auch eher belohnt mit einem guten Ergebnis. Schwingen ist nach wie vor ein Amateursport, und viele machen es einfach aus purer Freude. Du wirst nie den ganzen Verband dazu bringen, so zu trainieren wie die Motiviertesten. Wie sich das entwickeln wird, und wie steil die Erfolgskurve sein wird, wird man dann an den Schwingfesten und den Resultaten sehen.
Man muss stets zuversichtlich sein und positiv denken. Ich bin überzeugt, dass der Südwestschweizer Verband in den letzten Jahren stärker wurde. Aber man darf nicht auf dem ausruhen, was man bisher erreicht hat. Wir sind noch auf dem unteren Teil der Erfolgstreppe. Da gibt es noch viel mehr zu erreichen. Ein Bergkranz ist schön, aber das ist noch kein Sieg an einem Bergkranzfest.

Was alles gibt es bis zum Eidgenössischen in Estavayer-le-Lac noch zu tun?
Wichtig ist jetzt einfach, sich nicht aus dem Konzept bringen zu lassen. Den Weg gehen, den man eingeschlagen hat. Vor allem auch den Weg gehen, von dem man überzeugt ist. Sich nicht von links oder rechts dreinreden zu lassen. Weiter gibt es nichts anderes, als Schwingen und Schwingfeste zu bestreiten. Das ganze analysieren, wo gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten?

Wenn Estavayer vielleicht nicht den Erfolg bringen sollte, den sich viele erwünschen, ist dies erst als ein Meilenstein zum vorwärts kommen zu betrachten. Man darf sich jetzt nicht nur auf Estavayer fokussieren. In drei Jahren gibt es wieder ein Eidgenössisches. Aber Estavayer2016 ist natürlich etwas Schönes, und wir werden Gas geben. Es ist für uns Freiburger ein Heimfest, und so etwas werden wir Aktiven nie mehr erleben.

Was meinst du, von welchen Südwestschweizer Schwingern wird man diese Saison am meisten lesen?
Es werden sicher auch wieder diejenigen Schwinger sein, von welchen wir schon letzte Saison gesprochen haben. Es werden auch immer wieder mal Junge nachkommen, welche ihre ersten Kränze gewinnen werden.

Ist Benjamin Gapany der neue Leader beim Südwestschweizer Verband?
Wenn man den Leader auf den Schwinger mit den grössten Erfolgen reduziert, dann ist er klar der Leader. Aber ein Leader ist nicht nur der Schwinger mit den grössten Erfolgen. Ein Verband ist nur stark, wenn alle Schwinger mithelfen zu ziehen. Man spricht auch gerne von einem Zugpferd. Ich bin aber nicht der Meinung, dass es nur um ein Zugpferd geht. Es gibt mehrere davon, und schlussendlich sind alle ein Stück weit Zugpferde, um weiterzukommen. Das ist vergleichbar mit einem Sechser-Pferdegespann. Da ist nicht nur das vorderste Pferd ein Zugpferd. Wenn nur das vorderste ziehen würde, würde der Wagen nicht so schnell vorwärts kommen. Alle sechs Pferde müssen ziehen, damit es vorwärts geht. Beim Schwingen ist es gleich: Alle Schwinger müssen am gleichen Strang ziehen, und jeder muss ein Teil der Leader-Rolle übernehmen. Wir werden nur gemeinsam besser und stärker.

Wichtig ist auch, dass man den anderen den Erfolg gönnt. Es muss zudem eine Konkurrenz geben, auch innerhalb eines Verbandes. So kann man sich gegenseitig motivieren, noch besser zu werden. Wir gehen als Verband an ein auswärtiges Fest. Dort ist es wichtig, dass wir zusammen hingehen und auch Freude zeigen, wenn der andere den Kranz macht, ich selber aber vielleicht den Kranz nicht gewinne. Auch dies macht meines Erachtens den Leader aus.

Was wünscht du dir für 2016?
Ich wünsche mir, dass Estavayer2016 ein erfolgreiches Schwingfest wird. Und dass unser Verband dort ihre Ziele erreichen kann, welche sie sich gesteckt haben.

michael nydegger als glücklicher siegerMichael Nydegger als glücklicher Sieger
Bildquelle: schlussgang.ch

Zum Abschluss des zweiteiligen Beitrages bedanke ich mich bei Michael für das aufschlussreiche Gespräch und die interessanten Aussagen. Beim Interview habe ich gespürt, dass der Freiburger aus Oberschrot seinen Weg gefunden hat, sei es sportlich oder beruflich. Für diesen wünsche ich ihm alles Gute, viel Erfolg und vor allem gute Gesundheit.

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Besuch bei Michael Nydegger in Oberschrot: „Ich werde sicher einige Frühlingsschwingfeste bestreiten, habe mir aber noch kein Datum gesetzt.“ (Teil 1)

Für den Februar-Vorschaubeitrag auf Estavayer2016 fuhr ich kürzlich in den Kanton Freiburg, genauer gesagt nach Oberschrot. Dort traf ich den Eidgenossen Michael Nydegger zum Interview.

Rückblende: Am 7. Juli 2015 startete ich eine Vorschauen-Serie auf das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2016 in Estavayer-le-Lac, mit dem Fokus auf den Südwestschweizerischen Schwingerverband. Mein erster Beitrag war ein Telefoninterview: „Vorschau auf Estavayer2016: Michael Nydegger hakt diese Saison ab und freut sich jetzt schon aufs ESAF vom nächsten Jahr“.
Nun ist bereits Halbzeit, sieben Monatsbeiträge sind bereits online gestellt. Sieben weitere Monatsvorschauen warten nun auf die Veröffentlichung. Den ersten Teil habe ich mit Michael begonnen. Beim zweiten Teil darf ebenfalls wieder Michael beginnen.

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Michael Nydegger vor seinem Wohnort in Oberschrot
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Michael Nydegger geht es zurzeit tipptopp, und er fühlt sich fit. Er war lange vom Schwinggeschehen weg. Die Zeit hat der Freiburger genutzt, um seine Blessuren vollständig auszuheilen.

Welche Verletzungen plagten dich die letzten beiden Saisons? Wie lange konntest du nicht trainieren und schwingen?
Saison 2014: Ich bestritt am 1. Juni in Ruswil das Luzerner Kantonale und gewann den Kranz. Mein letztes Schwingfest war am 6. Juli das Walliser Kantonale in Saint-Martin. An diesem Schwingfest wurden die Schmerzen unerträglich, und ich musste die Saison abbrechen. Zuerst vermutete man, dass es sich um Leistenprobleme handelte. Es stellte sich heraus, dass meine Adduktoren stark verhärtet waren und sich entzündeten. Die Entzündung ging dann auf den Knochen über, welcher sich deswegen nicht mehr richtig erholen konnte. Das war sehr schmerzhaft. Wenn ich eine Pause machte, ging es zwei oder drei Wochen gut. Trainierte ich darauf wieder, brach die Entzündung erneut aus. Am Schluss kam es zu einer Knochenermüdung des Hüftknochens. Um das ausheilen zu lassen, musste ich einen Unterbruch machen.
Saison 2015: Im Frühling fiel ich unglücklich auf den einen Ellenbogen. Dabei verschlug ich mir die Sehne und den Knochen. Diese Verletzung behinderte mich weit in die Saison hinein. Irgendwann machte es keinen Sinn mehr, noch Wettkämpfe zu bestreiten.
Beide Verletzungen sind nun ausgeheilt.

Wie sah der bisherige Trainingsverlauf aus?
Seit September letzten Jahres bin ich wieder am Trainieren, und zwar im physischen und im schwingerischen Bereich. Beim schwingerischen Bereich trainierte ich erst nur auf der technischen Seite. Ich schaute Schwünge an und lernte auch neue dazu. Wir machten zudem Video-Analyse und verbesserten Details.
Seit etwa drei Wochen trainiere ich nun in kleineren Einheiten wettkampfmässiges Schwingen. Noch nicht ganz voll, aber schon ziemlich intensiv. Der Winter ist sowieso da, um Technik-Training zu machen, und um später die Schwünge wettkampfmässig umsetzen zu können.

Bist du im Fahrplan für die neue Saison?
Wenn ich meinen Trainingsplan betrachte, kann ich ganz nach dem gehen, wie ich es mir vorgestellt habe. Die Schwünge funktionieren immer noch. Trotzdem: Ich war fast zwei Saisons weg und mir fehlt einiges an Schwingpraxis.
Ich versuche nun die verschiedenen Krafttrainings-Einheiten in ein Training zu verpacken. Damit mir mehr Zeit für die Erholung und das Schwingtraining bleibt. Wichtig sind im Frühling auch die Rangschwingfeste, damit ich wieder in den Wettkampf-Rhythmus komme.

Wie sieht dein wöchentlicher Trainingsplan momentan aus?
Ich trainiere stets im Vierwochen-Block. Das heisst: Drei Wochen trainieren, die vierte Woche ist Pause und Erholung angesagt. Während den drei Wochen steigern wir durch den Winter hindurch die Intensität. Das Krafttraining besteht aus drei Einheiten pro Woche: Trainiert werden Brust, Beine und Rücken. Hinzu kommen drei Sägemehltrainings und ein Ringertraining pro Woche.
Die erste Woche geht man etwas lockerer an, ich lasse sogar ein Ringer- oder Schwingtraining weg. In der zweiten Woche wird ein Training dazu genommen. In der zweiten und dritten Woche probieren wir bewusst in eine kontrollierte Überlastung zu kommen. Damit ich mich zusammen mit der Erholung über meine Kapazitätsgrenze bewege, um den nächsten Block zu starten.
Das funktioniert recht gut. Es kann sein, dass ich mal in der zweiten oder dritten Woche einen Einbruch habe. Zum Beispiel wegen einer Erkältung. Dann muss der Plan natürlich angepasst werden.

Diesen Trainingsplan habe ich zusammen mit Christoph Feyer erstellt. Feyer war früher einmal Schwinger. Er war aber vor allem ein sehr guter internationaler Ringer (unter anderem belegte er den vierten Platz an der WM in Atlanta). Der ehemalige Spitzenringer hat in Magglingen seine Trainerausbildung gemacht. Er ist der ideale Trainer, Trainings- sowie Ansprechpartner was das Krafttraining anbelangt. Was auch gut ist: Christoph wohnt in St. Silvester, gut zehn Minuten von hier. Da Feyer vom Ringen, aber auch vom Schwingen her kommt, versteht er viel vom Technischen. Er versteht es auch, das Krafttraining dem Schwingen anzupassen.

michael nydegger beim gespräch
Michael Nydegger beim Gespräch
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Welche Trainings bestreitest du?
In erster Linie sind es Klubtrainings, dann finden Kantonaltrainings in einem gewissen Zyklus (nicht wöchentlich) statt und einmal im Monat ein Südwestschweizer Trainingszusammenzug.
An den Klub- und Kantonaltrainings kann man mit besseren und auch etwas schwächeren Athleten schwingen und so die neuen Schwünge ausprobieren. Neue Schwünge probiert man erst gegen eher schwächere Schwinger, und bekommt dadurch Vertrauen. Bei einem Verbandszusammenzug kann ich die neuen Schwünge gegen starke Verbandskollegen ausprobieren.

In unserem Schwingklub Sense gibt es seit gut zwei Jahren einige motivierte Schwinger, welche vermehrt Zeit ins Training investieren und mit Christoph Feyer auch einen Kraftaufbau machen. Wenn es die Zeit erlaubt, trainiere ich zusammen mit meinen Kollegen. Das sind unter anderem Florian Minder, Steven Moser, Rolf Kropf, Jan Rappo und Marco Cottier.

Besuchst du auch Trainings im Kanton Bern?
Momentan nicht. Ich ging, wie erwähnt, das ganze langsam an. Um Schwünge zu lernen und Automatismen zu verfeinern, muss ich nicht in den Kanton Bern fahren. Unsere Schwinger sind genauso gut.
Ich nehme es vorweg, Woche um Woche. Wenn ich noch intensiver trainieren werde und wirklich frei schwinge, kann es schon sein, dass ich auch mal ein Training im Bernbiet besuche.

Laut TK-Chef Ruedi Schläfli und SWS-Verbandspräsident Blaise Decrauzat durchläuft euer Team derzeit eine gute Vorbereitung und beide sind zuversichtlich, dass Kranzgewinne am Eidgenössischen drin liegen. Siehst du das auch so?
Ich gehe meinen Weg, und weiss natürlich nicht genau, wie intensiv die anderen trainieren. Bei den Trainingszusammenzügen sind jeweils viele Schwinger anwesend, und es wird gut trainiert. Ich sehe, dass Benjamin Gapany, Pascal Piemontesi oder auch jüngere Schwinger grosse Fortschritte gemacht haben. Ob das reicht, um Kränze in Estavayer zu machen, ist schwer zu sagen. Ich möchte mich auch nicht auf die Äste hinauslassen und eine Prognose erstellen. Ein Eidgenössisches geht über zwei Tage. Man muss topfit sein, ein bisschen Einteilungs- und Wettkampfglück haben. Dieses Glück kann man sich natürlich auch erarbeiten, indem man gut trainiert und sich gut vorbereitet.

Wann sieht man dich wieder an einem Wettkampf schwingen?
Ich werde sicher einige Frühlingsschwingfeste bestreiten, habe mir aber noch kein Datum gesetzt. Momentan gilt der Fokus dem Training. Ich verlasse mich auf mein Gefühl. Wenn der Zeitpunkt da ist, um den ersten Wettkampf zu bestreiten, spüre ich das.

Hast du deine Saisonplanung schon gemacht? Wie sieht die aus?
Nebst den erwähnten Frühlingsschwingfesten, die sehr wichtig sind, bestreite ich alle möglichen Kranzschwingfeste in unserem Verbandsgebiet. Dazu gehören auch der Schwarzseeschwinget und unser Teilverbandsfest. Ich weiss aber noch nicht, an welche Kranzfeste ich ausserhalb der Südwestschweiz an den Start gehen darf. Das wird demnächst von unserem TK-Chef festgelegt und uns mitgeteilt.

Zum Abschluss von Teil 1 des Gespräches mit Michael Nydegger gilt zu ergänzen, dass die Südwestschweizer Schwinger dieses Jahr bei den Bergkranzfesten auf der Rigi und auf dem Brünig startberechtigt sind.
Beim zweiten Teil sprach ich mit dem Eidgenossen unter anderem über seine Zusammenarbeit mit der Agentur „by the way communications AG“ und sein Zweitstudium der Sportwissenschaften an der Universität Freiburg. Weiter ganz allgemein um verschiedene Schwünge, was es bis zum Eidgenössischen noch zu tun gibt, und um Leader in seinem Verband.

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Estavayer2016: Bis zu siebenmal teurere Eintrittspreise als vor 50 Jahren in Frauenfeld (1966)

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Auszug aus der Schwingerzeitung vom 27. April 1966
Bildquelle: ESV-Archiv/feldwaldwiesenblogger

Um die Eintrittspreise für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest anno 1966 war es im Vorfeld, wie man in der Schwingerzeitung vom 27. April nachlesen kann, zu einigen Diskussionen gekommen. Schon damals wurden von Fest zu Fest die Preise erhöht. Der Zentralvorstand konnte sich damit aber „nicht ohne weiteres“ einverstanden erklären. Der Vorstand setzte kurzerhand neue Eintrittspreise für gedeckte und ungedeckte Tribünenplätze fest. Das Frauenfelder OK war damit aber nicht einverstanden, und man „konnte sich auf dieser Basis nicht finden“. So kam es zu einer Aussprache. Man kam dann nach „recht rege benützter Diskussion und reiflicher Überlegung im Sinne des Antrages vom Zentralvorstand“ zu einer Einigung.

Die Ticketpreise wurden gegenüber dem Eidgenössischen in Aarau moderat erhöht. Der Zentralvorstand unter der Führung von Obmann Hans Gisler „ersuchte“ die Schwingerfreunde, „dem Beschluss Verständnis entgegenzubringen“.

Den „lieben Schwingerfreunden“ wurde zudem empfohlen, „den Vorverkauf frühzeitig zu benützen“. Denn: Der Verbandsvorstand hat beschlossen, „keine direkte Fernsehübertragung zu gestatten“.

Das angesprochene Inserat mit den Eintrittspreisen vom Eidgenössischen in Frauenfeld 1966 führen wir uns natürlich auch zu Gemüte.

ticketpreise frauenfeld 1966
Auszug aus der Schwingerzeitung vom 27. April 1966
Bildquelle: ESV-Archiv/feldwaldwiesenblogger

Das steht man(n) und frau ja Kopf! Der teuerste Platz kostete ganze 30 Franken (!). Der billigste, ein Rasensitzplatz für Samstag, immerhin 10 Franken. Klar, das waren andere Zeiten, und ist nun 50 Jahre her. Trotzdem, das ist kein Vergleich mit den heutigen Billett-Preisen.

ticketpreise esaf2016 (quelle esv.ch)
Bildquelle: esv.ch

Der teuerste Platz kostet in Estavayer-le-Lac 215 Franken. Das ist über sieben Mal mehr als 1966 in Frauenfeld. Ich fragte mich, ob dieser Faktor wirklich gerechtfertigt ist. Auf der Homepage „Landesindex der Konsumentenpreise – LIK-Teuerungsrechner“ gab ich den Preis von 30 Franken ein, und schickte ihn durch den „Teuerungsrechner“. Dieser spuckte einen Betrag von 100 Franken aus.

Wohl verstanden, ich will keine Diskussion vom Zaun brechen, ob die 2016er-Ticketpreise nun gerechtfertigt sind oder nicht. Es ging mir lediglich um einen Vergleich mit einem Anlass, der schon einige Zeit zurück liegt. Aber: So ein Vergleich kann von Zeit zu Zeit wirklich nicht schaden, um die Relationen nicht zu verlieren.

Hinzu kommt, dass Estavayer2016 während beiden Tagen auf SRF2 übertragen wird, ganz im Gegensatz zu Frauenfeld 1966. Damals war ein Eintritt zu einem Eidgenössischen eine ziemlich exklusive Geschichte. Der Zentralvorstand wollte das nämlich so. Das würde heutzutage sicher nicht mehr gehen.

Ob die Festlegung der Eintrittspreise für Estavayer-le-Lac im Vorfeld auch zu Diskussionen führte, wie damals 1966, entzieht sich meiner Kenntnis. Gut möglich, dass es solche gab. Diese wurden aber vermutlich ohne grosse Probleme bereinigt und abgesegnet. Die stolzen Zahlen gaben auch bei der Berichterstattung keinerlei Anlass zu Diskussionen. Stellvertretend die Meldung im SCHLUSSGANG vom 10. November 2015.

ticketpreise esaf2016 (quelle schlussgang.ch)
Bildquelle: schlussgang.ch

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