Die Veröffentlichung des neuen Schwyzer Heftes „Innerschwyzer Volksmusik“ erfolgt am 17. April

Wie kürzlich im Blogbeitrag „D’Sunnämusig“: Vier Rentner spielen jeden Dienstagnachmittag im Restaurant Alpenrösli erwähnt, wird nun am 17. April das von mir schon mehrmals genannte „neue Schwyzer Heft“ anlässlich einer Vernissage in Rothenthurm SZ veröffentlicht. Dieses Heft wird den schlichten Titel „Innerschwyzer Volksmusik“ tragen. Die Nummer 104 in der Reihe der Schwyzer Hefte widmet sich, wie ebenfalls einige Male angesprochen, der Volksmusik im inneren Kantonsteil. Darin ist auch ein mehrseitiges Kapitel unserer Volksmusik im Thal gewidmet: „Die Muotathaler Volksmusik – von urchig bis konzertant“.

Da meine Wenigkeit den Text verfasste, darf ich dazu für die Juli-Ausgabe des „Muotathaler Zirkes“ einen Beitrag verfassen. Wir haben zwar erst Ende März, ich habe aber bereits mit der Niederschrift der Zeilen begonnen. Und wie auch schon praktiziert, lasse ich auch diesmal wieder „meine Blog-Leser“ an der Entstehung des Textes teilhaben.
Im ersten Teil des Werdeganges widme ich mich der Vorgeschichte dieses Projektes, den ersten beiden Interviews und einer wichtigen Quelle.

Auf schlussendlich 26 Seiten wurde versucht, mit Text und Bild sich möglichst wahrheitsgetreu diesem sehr ergiebigen Thema zu widmen. In unzähligen Stunden, in vielen Gesprächen und der Durchsicht von alten Dokumenten wurde einiges an Material zusammengetragen. Dieses Material wurde gesichtet und in viel Kleinarbeit zu einem grossen Ganzen verwendet. Für ein Dokument, welches unserer Volksmusik von den Anfangstagen des Schwyzerörgelis bis in die heutige Zeit gerecht zu werden versucht.

Vorgeschichte
pius ruhstaller
Pius Ruhstaller, Projektleiter des neuen Schwyzer Heftes „Innerschwyzer Volksmusik“
Bildquelle: echo-vom-gaetterli.ch

Im Jahr 2014 kontaktierte Pius Ruhstaller, Sachbearbeiter bei der Geschäftsstelle Kulturkommission vom Kanton Schwyz, den Muotathaler Verein Giigäbank. Ruhstaller erklärte den Verantwortlichen des Vereins, dass ein neues Schwyzer Heft in Planung sei. Dieses Heft soll die Volksmusik vom inneren Kantonsteil von Schwyz thematisieren. Die Absicht sei, dass jede Gemeinde als Vorgabe etwa zehn Seiten zusammentragen soll. Der Projektleiter des neuen Schwyzer Heftes deckte die Muotathaler mit ersten Informationen und einem Grobkonzept ein. Nebst den zehn Seiten Text sollen Kurzporträts von den wichtigsten Volksmusikanten und passende Anekdoten verfasst werden. Zudem seien zahleiche Fotos, auch ältere, zu diesem Thema erwünscht.

Der Verein Giigäbank, welcher 2009 zur Förderung der Volkskultur in den Gemeinden Muotathal und Illgau gegründet wurde, machte sich auf die Suche nach einem „Autor“. Diesen fanden sie in meiner Person. Da sich meine musikalischen Wurzeln eher im Rock-, Blues-, Country-, Jazz- und Gospel-Bereich befinden, war ich anfänglich skeptisch gegenüber diesem Projekt. Ich konnte mich dann aber doch relativ rasch dazu entschliessen, dieses in meinen Augen „Gross-Projekt“ in Angriff zu nehmen. Der Startschuss erfolgte im Herbst 2014.

Interviews und viel Kleinarbeit
Als Erstes traf ich mich mit Peter Betschart, einem ausgewiesenen Kenner der Muotathaler Volksmusik und Vorstandsmitglied des „Giigäbanks“. Er erklärte mir die Absicht der Schwyzer Kulturkommission und das Konzept. Ich machte mir Notizen und Betschart gab mir auch entsprechende Unterlagen zum Studium mit.

Ich las mich erstmal ins Thema ein und erarbeitete mir ein eigenes Grobkonzept. Am Wochenende des Muotitaler Alpchäsmarktes führte ich die ersten beiden von etwa 15 Interviews durch. Ich startete mit Kari Suter (Länzä), welcher mit 13 Jahren zum Klarinettenspiel fand. Aus seiner Feder stammen etwa 60 Kompositionen. Suter war nicht nur in diversen Ländlerkapellen aktiv. Er war auch von 1967 bis 1998 Dirigent im Musikverein Muotathal und von 1977 bis 1997 Dirigent des Jodlerklubs Muotathal. Meine Wahl traf nicht zufällig als Ersten Kari Suter. Denn ich vereinbarte mit Peter Betschart, dass ich von sechs Muotathaler Volksmusikanten ein Kurzporträt fürs Schwyzer Heft verfasse. Nebst Suter erfolgte dies für Anton Betschart (Jakä), Franz Schmidig senior und Franz Schmidig junior (Lunnis), Fredi Zwimpfer sowie Leo Schelbert (Tönis).
Nebst viel Wissenswertem und Informativem rund um die Muotathaler Volksmusik-Szene erzählte mir Suter auch amüsante Anekdoten.

Josef Inderbitzin (Sunnäwirt), ein begnadeter Handorgel-Spieler und ausgezeichneter Kenner der Muotathaler Volksmusik, war meine zweite Interview-Station. Inderbitzin brachte mir einige Muotathaler Volksmusikanten näher, von welchen ich bis dahin noch nie gehört habe. Auch er wusste viele Geschichten und lustige Begebenheiten. Dazu nannte er mir viele Einzelheiten und Details zu längst verstorbenen Musikanten. Weiter berichtete der ehemalige Wirt des Restaurants Sonne von den Anfängen des Schwyzerörgelis.

Der Blog von Lukas Stammler
Wie schon bei Kari Suter, nahm ich das Gespräch mit Josef Inderbitzin mit meinem iPhone auf. Als Vorbereitung hatte ich das erarbeitete Grobkonzept dabei. Dieses war der rote Faden beim Interview. Zuhause schrieb ich die beiden Gespräche nieder, setzte daraus viele Fakten in den künftigen „Haupttext“, legte neue Daten-Files an und sammelte die ersten Anekdoten. Aus den beiden Gesprächen ergaben sich neue Fragen, welche ich mir notierte.

Wie für diesen „Zirk-Text“, habe ich schon das „Projekt Muotathaler Volksmusik“ mit meinem Blog begleitet. Dabei veröffentlichte ich zum Gespräch mit Kari Suter einen separaten Blog-Beitrag: Ds Tönnis Leo fuhr “Mit em Töff is Muotathal” und ds Länzä Kari mit der Vespa nach Engelberg. Das Interview mit Josef Inderbitzin und die daraus resultierenden Fakten fanden sich in folgenden zwei Berichten wieder: Die Anfangstage der Schwyzer Örgeler im Muotathal und was der „Tschinggä-Liederverein“ einst so trieb und Ein paar lustige Anekdoten aus alten Zeiten (aus dem Gespräch mit Josef Inderbitzin).

balbuluz
Schwyzer Handharmonika – balbuluz.blogspot.ch
Bildquelle: balbuluz.blogspot.ch

Zudem konsultierte ich im Internet den Blog von Lukas Stammler: Schwyzer Handharmonika – balbuluz.blogspot.ch. Stammler, ein Dr. med. aus Basel und unter anderem Dozent am Anatomischen Institut der Universität Basel, spielt selber hervorragend Schwyzerörgeli. Er verbrachte viel Zeit im Muotatal und trug unzählige Informationen zu alten, traditionellen Tänzli und den alten Schwyzerörgelern aus dem Muotatal zusammen. Weiter entwickelte sich Lukas Stammler zu einem Fachmann und Kenner der Schwyzerörgeli der Firma Eichhorn von Schwyz.

feldwaldwiesenblogger

Besuch bei der Despond SA, dem Sägemehl-Lieferanten fürs Eidgenössische in Estavayer

Für den Märzbeitrag meiner Vorschauen-Serie auf das ESAF 2016, mit Fokus auf den austragenden Südwestschweizerischen Schwingerverband, liess ich mir etwas Besonderes einfallen. Für einmal interessierte mich die Unterlage für die Zweikämpfe, das Sägemehl. In diesem Falle natürlich dasjenige für das Eidgenössische von Ende August.

Ich meldete mich beim Organisationskomitee (OK) vom Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest und fragte nach dem Lieferanten für das Kurzholz. Werner Jakob, der ehemalige Technische Leiter des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV), konnte mir dabei weiterhelfen. Er nannte mir die Firma: Despond SA, ansässig in Bulle FR, ist das drittgrösste Sägerei-Werk in der Romandie. Der Hauptaktionär und Inhaber des Betriebes ist der schweizweit bekannte SVP-Nationalrat Jean-François Rime.
Vorab rief ich bei der Despond SA, welche derzeit 42 Mitarbeiter beschäftigt, an und bat darum, sie besuchen zu dürfen. Die Bitte wurde mir gewährt.

Bevor ich am 18. März die Strecke ins Greyerzerland unter die Räder nahm, machte ich mich betreffs „Sägemehlplätze“ auf der ESV-Homepage schlau. Tatsächlich, im PDF-File „Richtlinien für Sägemehlplätze“ kann man alles Wichtige dazu nachlesen. Nachfolgend ein kleiner Auszug:
„Im Art. 17 des Technischen Regulatives wird die Beschaffenheit eines Schwingplatzes und insbesondere des Sägemehlplatzes umschrieben.
Ein richtig hergerichteter Sägemehlplatz schützt die Schwinger vor Verletzungen. Es muss demnach alles unternommen werden, diese sehr wichtige Unterlage, die aus gesiebtem und staubfreien Tannen- oder Fich-tensägemehl besteht, optimal einzubauen.
Ideales Sägemehl entsteht aus einem entrindeten Stamm, der von einem Gattersägeblatt geschnitten wird. Das Sägemehl darf nicht zu alt sein, sondern sollte frisch ab Gatter gesägt verbaut werden.“

Nebst dem Nachlesen in der ESV-Richtlinie, notierte ich mir als Vorbereitung für den Besuch in der Romandie einige Fragen und beschäftigte mich auch mit der Geschichte der Firma. Als Information entnahm ich einige Eckpunkte ab der Homepage der Despond SA:
„Die Firma Despond SA wurde im Jahr 1896 von Lucien Despond gegründet. Die Firma betrieb von Anfang an eine Sägerei. Zusätzliche Abteilungen wurden schon vor dem 2. Weltkrieg aufgebaut.
Nach der Krise von 1974/75 hatte die Firma schwere finanzielle Schwierigkeiten. Sie wurde am 1. Dezember 1978 von Pierre und Jean-François Rime übernommen. Sie waren schon Besitzer der Firma Scherly SA in La Roche, die im selben Bereich tätig war. Am 1. Januar 1994 fusionierten die beiden Firmen und die Produktion wurde auf die Räumlichkeiten von Despond SA in Bulle konzentriert.
Mit einer Produktion der Sägerei von mehr als 120’000 Kubikmetern und mit der Breite ihrer Produktpalette hat die Firma Despond SA eine Führungsposition in der Schweizer Holzindustrie und insbesondere in der wertsteigernden Verarbeitung von Schweizer Rundholz erreicht.“

Despond SA
Despond S.A. in Bulle FR
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Wie bereits in meinem Reisebericht vom 19. März („Interview mit Ernst Schläpfer und woher kommt das Sägemehl fürs ESAF in Estavayer?“) erwähnt, hat das OK von Estavayer2016 mit der Firma Despond SA einen Sponsoring-Vertrag abgeschlossen.
Jacques Rimes, seit kurzem der Geschäftsführer des Betriebes, nahm sich extra Zeit, und beantwortete mir meine Fragen rund um den Sägemehl-Deal und um die Firma seines Vaters.

Wieviel Sägemehl dürfen Sie fürs Eidgenössische liefern?
Der Lieferumfang an Sägemehl wird voraussichtlich zwischen 400 und 500 Kubikmeter betragen, eine beträchtliche Menge.

Wer transportiert das Sägemehl auf das Gelände des ESAF? Wann werden die Transporte erfolgen?
Die Firma Andrey Transporte AG aus Le Mouret führt gewöhnlich die Transporte für uns aus. Wann und wer den Transport des Sägemehls ans Eidgenössische durchführen wird, ist noch nicht geklärt. Die Transporte müssen aber sicher rechtzeitig vor dem Beginn des Anlasses erfolgen.

Worin besteht die Kerntätigkeit von Despond SA?
Wir betreiben hier ein Sägewerk, und führen die erste und die zweite Verarbeitung von Holz durch. Wir produzieren Schnittholz, Latten und Doppellatten, Schalungsholz, Nut-Kammbretter, Hobelwaren, Profilleisten, Sockelleisten, Thermoholz und Paletten. Zudem führen wir auf Anfrage verschiedene Oberflächenbehandlungen durch. Weiter verfügen wir über eine Trocknungsanlage. Unser Hauptprodukt sind Lamellen für Leimbinder.
Vor 20 Jahren waren noch 120 Mitarbeiter beschäftigt. Der Betrieb wurde in den letzten Jahren mit neuen und modernen Maschinen automatisiert. Heute wird mit deutlich weniger Mitarbeitern mehr Holz gesägt als vor 20 Jahren.

Habt ihr auch schon an andere Schwingfeste Sägemehl geliefert?
Ja, wir lieferten schon an viele Schwingfeste. Alle Organisatoren aus der Region und im Kanton Freiburg beziehen von uns das Sägemehl. Wir konnten auch schon ein paar Mal in den Kanton Genf an Schwingfeste liefern.

Wer bezieht sonst noch Sägemehl von ihnen?
Unser Sägemehl wird für mehrere Zwecke verwendet. Ein Teil geht dabei an die Bauern, ein weiterer Teil an die Pelletindustrie und ein Teil geht an den Holzverarbeiter SWISS KRONO AG.

Sie haben einen Sponsoringvertrag mit den Verantwortlichen von Estavayer2016 abgeschlossen. Wie kam es zum Deal?
Da wir bereits schon Holzplatten für den Bodenschutz ans Eidgenössische in Burgdorf liefern konnten, kam es zum Deal. Wir liefern das Sägemehl kostenlos und treten des Weiteren auch als Sponsor des Festes auf.

sägemehl
Angefallenes Sägemehl
Bildquelle: feldwalwiesenblogger

Wie viel Sägemehl lagern Sie momentan in ihrem Betrieb?
Das kann ich nicht genau sagen. Wir produzieren pro Arbeitstag etwa 120 Kubikmeter Sägemehl. Jeder Tag wird mindestens mit einem LKW Sägemehl abtransportiert. Platz wäre etwa für eine Produktionswoche vorhanden. Die Lagerung erfolgt in einem Beton-Silo mit einem Rauminhalt von etwa 400 bis 500 Kubikmetern.

Wie lagert man eigentlich Sägemehl?
Am besten in einem Silo. Man kann das Sägemehl schon draussen lagern. Das Problem dabei ist der Wind und der Regen, welche das Kurzholz wegverfrachten würden.

Gibt es fürs Sägemehl auch eine Qualitätskontrolle?
In dem Sinne nicht. Wir sägen nur Fichten- und Tannenholz. Zudem verfügen wir über eine Siebanlage. Dabei werden die grösseren Teile als Schnitzelholz aus dem Sägemehl entfernt.

Es gibt eine ESV-Richtline für Sägemehlplätze. Wie sieht das mit der Konsistenz von Sägemehl für den Schwingsport aus?
Wir haben noch nicht alles mit dem OK von Estavayer geklärt. Ich muss mit ihnen über diesen Punkt noch sprechen. Da wir aber schon an mehrere Schwingfeste liefern durften, sollte dies kein Problem sein.

Ich wollte es betreffs Konsistenz von Sägemehl aber genauer wissen und fragte bei Rolf Gasser, dem Leiter der ESV-Geschäftsstelle nach. Zudem interessierte mich, ob das OK von Estavayer oder eine technische Kommission das Sägemehl vorher bei der Firma Despond SA prüfen wird. Gasser erklärte: „Es darf kein grobkörniges Sägemehl mit Holzsplittern sein.
Durch das Einbringen in drei Schichten mit Walzen und Wasserzugabe wird der geforderte „Teppich“ (elastische Unterlage) erreicht.
Für die Sägemehlqualität und die korrekte Herrichtung der sieben Schwingplätze in Estavayer-le-Lac ist Werner Jakob (Abteilungsleiter Sport Estavayer2016) verantwortlich. Er kann allenfalls Auskunft betreffend der Überwachung des Sägemehls fürs Eidgenössische geben.“

Was geschieht eigentlich mit dem Sägemehl nach dem Eidgenössischen?
Das ist eine gute Frage, die Sie eigentlich dem OK stellen müssen. Wir haben aber keine Verwendung mehr dafür. Ich glaube, es gibt Interessenten, die etwas damit machen möchten. Es gäbe da nämlich einige Verwendungszwecke: Zum Beispiel für die Produktion von Pellets oder einfach verbrennen. Bei anderen Schwingfesten hier in der Region wurde das Sägemehl hinterher an Bauern für die Landwirtschaft abgegeben.

Nach dem Gespräch durfte ich auf dem relativ grossen Gelände der Firma einige Fotos machen. Ich war bis anhin noch nie in so einem grossen Sägewerk, und staunte zudem über die automatisierten Abläufe.

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Bilderquelle: felwaldwiesenblogger

Zum Abschluss spreche ich der Firma Despond SA, dem Lieferanten „des eidgenössischen Sägemehls“, einen herzlichen Dank aus. Dafür, dass sie mich empfingen, meinen Fragen Rede und Antwort standen und dass ich Fotos vom Betrieb machen durfte.

feldwaldwiesenblogger

BLICK sichert sich „Online-Bewegtbildrechte“ an Schwingfesten – Was bedeutet dies zum Beispiel für den „Schlussgangfilmer“?

Bei Blick.ch konnte man vorgestern, am 22. März, folgende Zeilen lesen:
„Die Blick-Gruppe sichert sich exklusive Online-Bewegtbildrechte an Schwingfesten. Der Verband freut sich. Die Blick-Gruppe baut die Berichterstattung im Schwingen massiv aus. Die beliebten Internet-Videoclips über die Teilverbands-, Bergkranz-, Kantonal- und Gauverbandsschwingfeste werden erweitert. Für die neue Saison sind auch exklusive 360-Grad-Videos und Live-Streamings in Planung. Schwing-Reporter Marcel Perren wird die Sendungen jeweils mit einem Experten moderieren.

Fakt ist: Der Schwing-Sport boomt, die Fans strömen auf die Plätze, die Medienpräsenz ist riesig.

Paul Vogel, Obmann des Schwingerverbandes ESV, sagt: «Es ist Aufgabe des ESV, Schwinger und Zuschauer vor den zunehmenden Zahlen von Fotografen und Kameraleuten auf dem Schwingplatz zu schützen. Der ESV ist überzeugt, mit dem Vertrag mit der Blick-Gruppe einen Schritt in die Richtung zur Zufriedenheit aller Beteiligten unterzeichnet zu haben.»

Für den Blick hat das Schwingen seit vielen Jahren eine enorme Bedeutung. «Die gelebte Tradition und die Werte, für die der Nationalsport steht, passen perfekt zu uns», sagt Sportchef Felix Bingesser.“

Nachdem die Meldung bei mir reintickerte, machte ich gleich einen Eintrag auf „meinem“ Schwinger-Blog. Dabei verlinkte ich die entsprechende Ringier-Mitteilung in einen Post, mit folgendem Titel:
Gesehen bei Ringier: Blick-Gruppe sichert sich exklusive Online-Bewegtbildrechte an Schwingfesten

schlussgangfilmer
Schlussgangfilmer Jakob Niederberger (links) und Adrian Laimbacher
Bildquelle: schlussgangfilmer

Schon bald folgten zwei besorgte Kommentare zum Eintrag. Eine Schwingfreundin schrieb: „Ich weiss nicht so recht, was ich davon halten soll. Was heisst in diesem Fall „Exklusivrecht“? Was für Konsequenzen hat das für unseren „Schlussgangfilmer“?“

Etwas später folgte ein Statement eines anderen Schwingerfans: „Bedaure diesen Entscheid ausserordentlich! Der Schwingsport wird nun definitiv boulevardisiert. Ebenfalls habe ich Zweifel, betreffend der Kompetenz und Objektivität von MWP. Erinnere mich sehr gut an seinen Verriss von Kilian Wenger als schlechtesten König aller Zeiten in der Saison nach seinem Titel….. Und schliesslich wäre es ausserordentlich schade, wenn der Schlussgangfilmer einmal mehr abgesägt würde!“

Ich machte mir schon vor diesen beiden Kommentaren so meine Gedanken. Erst recht, als ich die Zeilen der beiden Schwingerfreunde las. Deshalb entschloss ich mich, eine Email an Ringier, den Blicksport-Chef Felix Bingesser und den erwähnten MWP, Marcel W. Perren, zu schreiben.
Darin formulierte ich folgende Fragen: „Hat das wegen der von der „Blick-Gruppe exklusiv gesicherten Online-Bewegtbildrechte an Schwingfesten“ irgendwelche Konsequenzen für den „Schlussgangfilmer“, wenn er seine selber gemachten Filme von den Schwingfesten auf seiner Homepage online stellt? Oder wenn das andere Schwingfestbesucher tun möchten?“

Keiner der feinen Herren hat bis dato geantwortet. Die haben halt so viel Wichtigeres zu tun…
Nun gut: Keine Antwort ist auch eine Antwort. Selbstverständlich darf der „Schlussgangfilmer“ weiterhin an den Schwingfesten filmen und seine „bewegten Bilder“ auf seine Homepage stellen.

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Marcel W. Perren, Schwing-Reporter vom BLICK
Bildquelle: blick.ch

Es ist eigentlich wie immer beim Sport: Ist ein Klub oder eine Sportart gerade „in“, sind die „Mode-Fans“ auch nicht weit. Der Schwingsport bleibt davor auch nicht verschont. Klar: Die Grossanlässe leben von den Zig-tausend Zuschauern, deren Eintritts- und Sponsorengeldern. Bei diesen Mega-Events wollen viele ein möglichst grosses Stück vom Kuchen und Geldsegen abbekommen. So auch der BLICK, neuerdings mit seinen „Online-Bewegtbildrechten“. Da sind dann die Heinzelmännchen wie der „Schlussgangfilmer“ nicht mehr erwünscht.

Besucht man aber eines der gut 100 Rangschwingfeste, sind die „Mode-Fans“ und der BLICK plötzlich nicht mehr anzutreffen. Hier spürt man zudem auch, dass der Schwingsport nicht unbedingt so extrem boomt, wie uns das die „grossen“ Medien dauernd weismachen wollen. Denn in vielen Klubs sind die Zahlen der Aktiven am Stagnieren, und es besteht ein dauernder Kampf um die Jungschwinger. Damit hier nicht ein grosser Schwund einsetzt. Die Nordostschweiz ist nämlich diesbezüglich nicht mehr nur auf Rosen gebettet, die Nordwestschweiz lebt sowieso meistens von ein paar überragenden Einzelkämpfern und der Südwestschweizer Verband kämpft meist verzweifelt um den Anschluss.

Wirklich toll präsentieren sich nur der Innerschweizer und der Berner Verband. Hier sind auch die meisten „Überschwinger“ anzutreffen, um welche sich Marcel Perren gerne bemüht. Dieser berichtet an den „Mega-Anlässen“ auch so, wie wenn er auf dem Fussballplatz stehen würde. Seine Berichte strotzen hinterher von so Kraftausdrücken wie dem „Atom-Kurz“ oder „Dream-Boy“. Eine Sprache, die dem Schwingsport und seinen Freunden nicht gerecht wird. Da lobe ich mir die seriöse Berichterstattung vom SCHLUSSGANG, der Schwingerzeitung, von schwingenonline.ch oder vielleicht auch vom Schwinger-Blog.

Böse Zungen haben nämlich auch schon behauptet, dass dem Perren seine Frisur wichtiger ist, als eine seriöse Berichterstattung. Mir kam zudem zu Ohren, wie er Aussagen von Schwingern komplett ins Gegenteil verdrehte und eine „Story“ daraus machte, dass es einem grauste. Ein richtiger „Mode-Fan“ eben, und neuerdings darf er sich bei den „grossen“ Schwingfesten „exklusiv“ mit Kamera und Mikrofon austoben, wie es ihm grad beliebt.

Wirklich unter uns sind wir „Schwingerfreunde“ bei den Rangschwingfesten. Bei den tollen Kranzfesten mit den bösesten der Bösen sind eben auch die anderen anzutreffen. Soll der BLICK seine „bewegten Bilder“ machen, mir soll’s egal sein. Richtig sauer werden ich und andere Schwingerfreunde aber dann, wenn der „Schlussgangfilmer“ bei den „grossen Festen“ nicht mehr filmen darf. Ich hoffe, dass es nicht so weit kommen wird. Denn dem Eidgenössischen Schwingerverband sollte klar sein, dass die Basis an den Rangschwingfesten anzutreffen ist. Denn die machen die harte und zähe Knochenarbeit. Nicht die Mode-Fans an den „Big Events“!

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Nachgefragt bei Marcel Mathis, dem überlegenen Sieger beim Hallenschwinget Engelberg

Marcel Mathis gewann am letzten Samstagabend mit dem Punktemaximum von 60 Punkten den Hallenschwinget von Engelberg. Wegen der drückenden Überlegenheit des Nidwaldners musste gar ausgeschwungen werden, um seinen Schlussgang-Gegner zu ermitteln. Dieser war schliesslich der Schwyzer Adrian Steinauer, welcher aber gegen den entfesselten Mathis ebenfalls kapitulieren musste. Am 36. Engelberger Hallenschwinget, dem 400 Zuschauer beiwohnten, nahmen 165 Schwinger teil.

Der in Büren NW wohnhafte Marcel Mathis wird dieses Jahr 28 Jahre jung und holte sich in seiner Karriere bisher 38 Kränze. Darunter befindet sich auch ein Eidgenössischer Kranz, herausgeschwungen 2013 in Burgdorf. Zudem ist der Landwirt, welcher zuhause den Bauernhof seiner Eltern übernommen hat, im Besitz aller Bergkränze und auf seinem Konto steht auch ein Kranzfestsieg.

Die letzte Saison lief für Marcel mit drei gewonnenen Kränzen eher durchzogen. Am besten lief es dem Sennenschwinger beim Südwestschweizerischen Teilverbandsfest in Genf. Dort stand er im
Schlussgang gegen Erich Fankhauser, einem weiteren Innerschweizer. Der gelernte Metallbauer verlor gegen einen Kurz des Entlebuchers und belegte letztendlich Rang 2a.

Der überlegene Sieg in Engelberg, mit einem nicht alltäglichen Resultat von sechs glatten Zehnern, erwog die feldwaldwiesenblog-Redaktion dazu, mit dem Nidwaldner Kontakt aufzunehmen. Am Telefon wurden dem 190 Zentimeter grossen und 98 Kilogramm schweren Athleten (Quelle: schlussgang.ch) einige Fragen gestellt.

Marcel Mathis
Marcel Mathis als neu gekrönter Eidgenosse am ESAF Burgdorf 2013
Bildquelle: luzernerzeitung.ch

Herzliche Gratulation zu deinem grandiosen Sieg in Engelberg! Hast du auch schon ein Schwingfest mit dem Punktemaximum von 60 Punkten gewonnen?
Bei den Aktiven zum ersten Mal, als Jungschwinger gewann ich einmal ein Schwinget mit dem Punktemaximum.

Was für Gedanken gingen dir nach dem Sieg in Engelberg durch den Kopf?
Es war ein schönes Erlebnis. Nach dem fünften Gang habe ich meine Chance gespürt. Es war eine grosse Erleichterung vorhanden, als ich den letzten Gang gewinnen konnte. Und erst noch mit einer Zehn!

Du scheinst in blendender Frühform zu sein. Hast du dein Training im Gegensatz zur letzten Saison verändert oder intensiviert?
Nein, ich gestaltete mein Training ähnlich wie in anderen Jahren. Ich habe aber mehr trainiert. In Engelberg ist alles aufgegangen. Manchmal läuft es gut, an anderen Tagen wieder weniger. Ich habe dafür keine Erklärung.

Du giltst als feiner Techniker. Welches sind deine bevorzugten Schwünge?
Das sind der Übersprung und der Fussstich.

An welchen Schwüngen hast du im Wintertraining besonders gearbeitet?
Ich habe im Wintertraining ganz allgemein an der Technik gearbeitet, aber nicht speziell an etwas bestimmtem. Momentan absolviere ich pro Woche drei Schwingtrainings und zuhause ein Ausdauertraining.

Deine letzte Saison mit drei Kränzen war ein wenig durchzogen. Hast du eine Erklärung dafür?
Ich habe eigentlich keine Erklärung dafür, und eine Verletzung lag auch nicht vor. Mit etwas Glück hätten es auch fünf Kränze sein können. Denn ich lag jeweils ganz knapp dahinter. Mein bestes Schwingfest war das Südwestschweizerische Teilverbandsfest. Ich zog in Genf einen Supertag ein. Ausser dem verlorenen Schlussgang ging alles auf.

Was für Ziele und Erwartungen hast du für diese Saison?
Dass ich besser abschneide, als die beiden letzten Saisons, und alle möglichen Kränze gewinnen kann. Darunter als grosses Ziel der Eidgenössische Kranz in Estavayer-le-Lac.
Ich darf diese Saison sieben Kranzfeste bestreiten, und hoffentlich als achtes auch das Eidgenössische. Nebst dem eigenen Teilverbandsfest trete ich an den Bergfesten auf dem Stoos, Brünig und auf der Schwägalp an.

Welches war bisher deine beste Saison als Aktiver? Welcher Sieg war bisher dein schönster?
Es sind zwei Saisons, die ich hervorheben möchte. Nämlich 2012 und 2013. In beiden Jahren erreichte ich jeweils sieben Kränze. Im Jahr 2012 sticht der Kranzfestsieg am Ob- und Nidwaldner Kantonalschwingfest heraus, bei welchem ich im Schlussgang Peter Imfeld bezwang. Der Höhepunkt im Jahr 2013 war der Gewinn des Eidgenössischen Kranzes beim ESAF in Burgdorf.

Welchen Anlass wirst du als nächstes bestreiten?
Als nächstes werde ich beim Frühjahrsschwinget in Pfäffikon SZ antreten. Vorher steht am kommenden Samstagmorgen ein Konditions- und Schwingtraining vom Ob- und Nidwaldner Kantonalverband auf dem Programm.

Ein herzlicher Dank an die Adresse von Marcel Mathis für die aufschlussreichen Antworten! Der Start in die noch junge Saison ist dem Eidgenossen geglückt. Ich wünsche Marcel für die bevorstehende Kranzfestsaison alles Gute, viel Erfolg und vor allem beste Gesundheit.

feldwaldwiesenblogger

Wochenendsplitter: SRF bi de Lüt aus dem Muotathal, Mike Müllestein und Wahlen im Kanton Schwyz

Und schon ist es wieder Montag, Zeit um kurz auf das vergangene Wochenende zurückzublicken.

srf bi de lüüt
SRF bi de Lüt aus dem Muotathal
Bildquelle: srf.ch

Bereits ist die dritte von fünf Sendungen gelaufen. Meine Wenigkeit hat den ersten Teil verpasst, die anderen beiden aber wacker verfolgt. Als Halbzeit-Fazit meine ich: Daumen hoch.

Auf der Homepage von Bluewin fand ich dazu eine „träffe“ Fernsehkritik: «SRF bi de Lüt»: Muotathal – Geheimnisse, Fluchwörter und jede Menge Hochspannung.
Diese „Kritik“, oder vielmehr fast eine Würdigung dieser Sendereihe, bringt es tatsächlich auf den Punkt. Die von SRF porträtierten Menschen aus unserem „Tal“ wurden geschickt ausgewählt und mit viel Gespür ins Bild gesetzt. Keine Lobhudeleien, Verneigungen oder gar „Lustig machen“ über hinterwäldlerisches Leben und Brauchtum. Für einmal muss ich die TV-Leute vom Leutschenbach wirklich loben.

Es werden spannende Alltagsgeschichten von verschiedenen Charakteren gezeigt. Dabei kommen auch ganz unverblümt familiäre Spannungen und alltägliche Sorgen und Nöte zur Sprache. Anfänglich hatte ich Bedenken, dass vor allem das „urchige Brauchtum“ abgefeiert wird. Nichts dergleichen. Rockmusik und tätowierte junge Leute haben ebenso Platz wie der Alpchäsmarkt oder unser beliebtes Theater.

Peters
Peter „Sandstrahler“ Suter und Peter „Schinner“ Gwerder
Bildquelle: srf.ch

Natürlich darf auch der Humor nicht fehlen. Für den sind unsere beiden Wetterschmöcker Peter „Sandstrahler“ Suter und Peter „Schinner“ Gwerder besorgt. Vermutlich ganz unbewusst. Denn die beiden kommentieren, erzählen und reden frisch von der Leber weg. Wie sie es auch sonst nicht anders machen würden. Die Macher der Serie zeigten auch hier ein feines Händchen. Denn: Die zwei „Peters“ entwickelten sich zu den Publikumslieblingen und wurden vor Wochenfrist gar mit Statler und Waldorf aus der Muppet Show verglichen. Die zwei älteren Männer aus der legendären Puppen- und Comedy-Serie kommentieren das Geschehen ähnlich humorvoll und bissig wie unsere beiden Herren auf dem berühmt-berüchtigten Bänkli. Ich freue mich jetzt schon auf die vierte Folge!

Mike Müllestein
Mike Müllestein nach seinem Sieg in Oberarth beim Interview mit Tele 1
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Man darf den 26-jährigen Steinerberger an diesem Wochenende getrost als Überschwinger bezeichnen. Der Sieger hiess am Samstag beim Worblentaler Hallenschwingfest in Bolligen BE und gestern Sonntag beim Frühjahrsschwinget in Oberarth SZ beide Male Mike Müllestein.
In Bolligen holte sich der Zimmermann vier Siege und stellte gegen die beiden Eidgenossen Matthias Glarner und Simon Anderegg. Im Schlussgang bezwang er den ebenfalls mit eidgenössischem Eichenlaub gekrönten Willy Graber, welcher nach einer Knieverletzung sein Comeback gab.
Beim Frühjahrsschwinget in Oberarth gewann Müllestein fünfmal, darunter im Schlussgang gegen den Ausserschwyzer Eidgenossen Bruno Nötzli. Einzig gegen den stark auftretenden Feusisberger Andreas Höfliger resultierte im fünften Gang ein Unentschieden. Höfliger belegte denn in der Endabrechnung auch den verdienten zweiten Rang.
Alles in allem ein Superwochenende für Mike Müllestein. Aus 12 Gängen resultierten neun Siege (darunter gegen zwei Eidgenossen) und drei Gestellte.

neuer regierungsrat
Der frisch gewählte Regierungsrat im Kanton Schwyz
Bildquelle: bote.ch

Was der Politbeobachter Toni Dettling vor Wochenfrist im Bote der Urschweiz prophezeite, trat nun ein. Nämlich nichts Aussergewöhnliches. Die Regierung wurde so gewählt, wie gewünscht. Dank der „Päckli-Gemeinschaft“ zwischen FDP und SVP wurde auch der nicht sonderlich beliebte SVP-Mann René Bünter in die Regierung gewählt. Herr Bünter soll jetzt zeigen, dass er nicht nur ein „Polteri“ ist, sondern auch konsensfähig. Ich habe da meine Zweifel…

Der 100-köpfige Kantonsrat wurde mit dem neuen Wahlmodus, der sich „Rutsch mir den Pukel runter“, äh Verzeihung, „Doppelter Pukelsheim“ nennt, gewählt. Dank diesem unaussprechlichen Dings, den vermutlich nicht alle Bürger richtig kapiert haben, kam es zu sechs Sitzgewinnen zugunsten der linken Kleinparteien.

Aber sonst: Nada. Alles bleibt (fast) beim Alten und die Macht in der Hand des bürgerlichen Lagers. Wenn das nur gut kommt, betreffs Finanzen und so…

feldwaldwiesenblogger

Interview mit Ernst Schläpfer und woher kommt das Sägemehl fürs ESAF in Estavayer?

So, nun folgt die Auflösung meiner gestrigen Reisetätigkeit durch die halbe Schweiz. Ich berichtete nämlich auf Facebook und Twitter darüber.
Am Morgen war um 04.45 Uhr Tagwache. Es stand eine frühe Fahrt von Muotathal nach Schaffhausen an. Die erste Etappe meiner eintägigen „Tour de Suisse“ wurde unter die Räder genommen.

Schaffhausen
Schaffhausen am Erwachen
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Hinter dem Bahnhof befindet sich das Berufsbildungszentrum des Kantons Schaffhausen (BBZ). Dort traf ich mich Punkt 07.30 Uhr mit dem Rektor der Bildungsstätte, keinem geringerem als dem zweifachen Schwingerkönig Ernst Schläpfer.

Ein aufmerksamer Leser roch den Braten, und tippte völlig korrekt auf Ernst Schläpfer. Für die nicht Facebook-bemittelten Leser: Ich stellte gestern zwei Beiträge samt jeweils einem Foto von den beiden Etappen auf mein Facebook-Profil, ebenfalls auf Twitter. Vom Etappenhalt in Schaffhausen wurden drei Tipps abgegeben: „ESAF 2025“, „Meli Junior“ und „Dr. Schläpfer“. Für den korrekten Tipp gibt’s leider nicht mehr als eine „Herzliche Gratulation!“…

Schläpfer, der 1980 in St. Gallen und 1983 in Langenthal den Titel eines Schwingerkönigs erringen konnte, gab mir zu verschiedenen Fragen ausführlich Auskunft. So befragte ich den schwingkundigen Mann unter anderem zu folgenden Punkten:
Was hat sich in deinen Augen während den letzten 30 Jahren im Schwingsport am meisten verändert?
Welchen Bezug hast du heute zum Schwingsport?
Welchen Rat würdest du heute einem erfolgreichen Jungschwinger mit auf den Weg geben?
Der Schwingsport hat heutzutage quasi ein Balance-Akt zwischen Tradition und Moderne eingeschlagen. Was meinst du, ist das der richtige Weg?
Wieso boomt der Schwingsport so dermassen?
Wem traust du 2016 den Königstitel zu?

Das ausführliche Gespräch folgt zu einem späteren Zeitpunkt in einem separaten Beitrag. Ich kann nur so viel sagen: Einige Antworten von Schläpfer haben es in sich. So meinte der ehemalige Spitzenschwinger, welcher 1988 an der ETH in Zürich doktorierte, dass der Schwing-Boom in seinen Augen nach 2010 rückläufig sei.
Ich lauschte ganz aufmerksam den Ausführungen von Schläpfer und freue mich heute schon auf die Niederschrift des wirklich interessanten Gespräches.

Ernst Schläpfer
Ernst Schläpfer in seinem Büro im BBZ
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Um 09.30 Uhr, nach einer kurzen Znüni-Pause, war ich wieder im Auto und fuhr eine längere Strecke von Schaffhausen nach Bulle im Kanton Freiburg. Die zweite Etappe wurde zur Musik von den „Blackberry Smoke“, einer amerikanischen Southern Rock/Country Rockband aus Atlanta (Georgia) in Angriff genommen. Kurz vor Bulle, dem Hauptort des Greyerzbezirkes, genehmigte ich mir im Restoroute Motel de la Gruyère ein feines Mittagessen. Dazu liess ich es mir in der herrlichen Freiburger Frühlingssonne gutgehen.

Am frühen Nachmittag traf ich in Bulle ein, und fuhr auf das Gelände der Firma Despond S.A, des drittgrössten Sägerei-Werkes in der Romandie. Der Hauptaktionär und Inhaber des Betriebes ist der schweizweit bekannte SVP-Nationalrat Jean-François Rime. Sein Sohn Jacques Rime ist seit kurzem der Geschäftsführer des Betriebes.

Despond SA
Despond S.A. in Bulle
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Der Grund meines Besuches bei der Despond S.A.: Die Firma liefert das Sägemehl für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Estavayer-le-Lac. Ein in Bälde folgender, separater Bericht wird der März-Beitrag als Vorschau auf das ESAF2016 sein.
Die Verantwortlichen des Ende August stattfindenden Grossanlasses konnten mit der Firma Despond S.A. einen Sponsoring-Vertrag abschliessen. Heisst: Das grosse Sägereiwerk liefert das Sägemehl kostenlos und tritt des Weiteren auch als Sponsor des Festes auf.

Geschäftsführer Jacques Rimes nahm sich extra Zeit, und beantwortete mir rund um den Sägemehl-Deal und um die Firma seines Vaters meine Fragen. Ich wollte unter anderem wissen:
Wieviel Sägemehl dürft ihr fürs Eidgenössische liefern?
Wer transportiert das Sägemehl auf das Gelände des ESAF?
Wie viele Mitarbeiter hat ihr Betrieb?
Habt ihr auch schon an andere Schwingfeste Sägemehl geliefert?
Wie viel Sägemehl lagern Sie momentan in ihrem Betrieb?
Was geschieht eigentlich mit dem Sägemehl nach dem Eidgenössischen?

Als erste Information nur so viel: Der Lieferumfang an Sägemehl wird voraussichtlich zwischen 400 und 500 Kubikmeter betragen. Eine beträchtliche Menge. Noch vor Ende März werde ich, wie erwähnt, mich dem „Eidgenössischen Sägemehl“, respektive der Lieferfirma widmen.

sägemehl
Das anfallende Sägemehl wird zusätzlich in einem grossen Silo gelagert
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Mit vielen Informationen, Eindrücken und Fotos machte ich mich am Nachmittag wieder auf den Heimweg ins heimische Muotathal. Im Gegensatz zur morgendlichen und vormittäglichen Fahrt gestaltete sich die Heimfahrt als mühsam und an der Geduld zehrend. Fast durch das gesamte Berner und Solothurner Mittelland verlief der Verkehr zäh und zeitenweise nur im Schritt-Tempo. Irgendwann vor Härkingen ging fast gar nichts mehr, und viele Autos und LKW’s standen eine Zeit lang Rad an Rad. Auf einmal löste sich der Stau auf, und ich hatte wie aus dem Nichts wieder freie Fahrt. Ich fragte mich deshalb, wo all die Fahrzeuge vor mir plötzlich abgeblieben waren.

Noch nicht genug der Mühen, stand ich etwas später im Raum Luzern, nach der Autobahneinfahrt Rothenburg, wieder im Stau. Ein Unfall im Eingangsbereich des Tunnels Rathausen liess den Verkehr zum Erliegen kommen. Und so bewegte ich mich während rund einer Stunde nur gefühlte 500 Meter weit. Auch da: Plötzlich löste sich der Stau auf, und nach anfänglich stockender Fahrt ging es endlich wieder flüssig weiter.

Ich grüble in solchen Momenten dann: Wie das wohl weitergehen soll? Wenn die Schweiz jedes Jahr weitere Zigtausend Zuwanderer (woher auch immer) verkraften muss, wirkt sich das halt bei den Schwachpunkten wie beispielsweise an den neuralgischen Stellen im Strassenverkehr aus. Wut und Unvermögen machten sich im Auto breit, Abhilfe brachte die in ziemlicher Lautstärke abgespielte CD „Highway to Hell“ von AC/DC. Irgendwie „Nomen est Omen“: Eine lateinische Redensart, und bedeutet so viel wie „der Name ist ein Zeichen“…

Ist man dann zuhause, verraucht das Ungemach relativ rasch und schwingt bei diesen geschriebenen Zeilen einen Tag später noch etwas mit. Ändern kann ich eh nicht viel daran. Zudem ging’s im heutigen Beitrag vor allem um meine gestrige zwei Etappen umfassende „Tour de Suisse“. Die war für mich, trotz nervigem Stau, ein Erfolg.

feldwaldwiesenblogger

Unser Bundesrat war auch schon lustiger

Ab und zu werde ich darauf hingewiesen, dass ich doch in meinem Blog (fast) nicht nur noch über den Schwingsport berichten soll. Solche Anregungen nehme ich natürlich zur Kenntnis, und ich muss den Bedenkenträgern ein Stück weit Recht geben. Deshalb habe ich vor einiger Zeit auf Facebook ja zwei Seiten eröffnet: Den „Schwinger-Blog“ und den „Musik-Blog“. Dort poste ich ab und zu bis regelmässig thematisch separate Beiträge, verlinke aber auch feldwaldwiesenblog-Beiträge zum Schwingen oder der Musik.

Der feldwaldwiesenblog soll auch Platz für andere Themen haben. Ich denke, einige würden es gerne sehen, wenn ich wieder mal Jogging-Gedanken veröffentlichen würde. Oder zwischendurch gewisse Dinge mit spitzer Zunge kommentieren oder durch den feldwaldwiesenblog-Humor ziehen würde.

Ich kann alle beruhigen: Schwing- und Musik-Beiträge werden weiterhin veröffentlicht. Zudem aber auch wieder vermehrt „Jogging-Gedanken“, denn ich bin wieder am Trainieren („Kampf dem Winterspeck“). Weiter auch Spitzzüngiges und Humorvolles.
Heute folgt just grad ein Beitrag zum Thema Humor.

trump
Der irre Donald Trump
Bildquelle: inthesetimes.com

Scheisse nein, über diesen amerikanischen Frisur-Affen werde ich heute nicht berichten. Das ist im Fall nicht mehr komisch, mit diesem Trump. Da wird einem nach den letzten Vorwahl-Ergebnissen angst und bange. USA, wohin steuerst du? Zum Abgrund oder gar darüber hinaus?

Nein, nein, wir bleiben in heimischen Gefilden. Unser Schweizer-Biotop bietet schon genug Humorvolles. Oder etwa nicht?


Quelle: YouTube

Darf oder muss ein Bundespräsident bei seiner Rede zum „Tag der Kranken“ nicht ein freundlicheres Gesicht machen und ab und zu lächeln? Wie Ernst BR Schneider-Ammann in die Kamera guckt. Da wird man ja gleich selber krank…

Die Franzosen und die Amis hingegen fanden es in verschiedenen Talk-Shows zum Schiessen komisch. Ich aber finde: Unser Bundesrat war auch schon lustiger. Deshalb hier ein erstes Beispiel, wie ein eidgenössischer Magistrat auch sein bestes Lachen auspackte.


Quelle: YouTube

Unvergessen ist der Lachanfall anno 2010 von BR Hansrudolf Merz! Das Wort „Bündnerfleisch“ hatte es in sich, und wollte ihm nicht „beschwerdefrei“ über die Lippen. Ach, wie war doch da die Welt noch in Ordnung. Im Vergleich dazu gibt beim obigen Filmchen der Johann ein Bild ab, als hielte er eine Grabesrede. Dem Mann war beim Ablesen vom Teleprompter alles andere als zum Lachen zu Mute. Was da vorher wohl geschehen sein mag?


Quelle: YouTube

Selbst die immer noch aktive Bundesrätin Doris Leuthard konnte ebenfalls 2010 bei einer parlamentarischen Anfrage ob „Gymkhana, Ponys und Kleinpferden“ herzhaft lachen.
Ist in der Zwischenzeit so viel vorgefallen, dass ein Bundesrat bei einer Rede so traurig drein guckt, als ob er jeden Moment in Tränen ausbrechen würde?

Jein. Die Welt ist heutzutage weder schlechter noch besser. Trotzdem hat man manchmal das Gefühl, die weltpolitische Lage sei um einiges ernster als noch vor sechs Jahren. Stichworte wie „Europäische Flüchtlingspolitik“, „Syrien-Krieg“ und „Trumpo-Manie in den USA“ bringen einen manchmal schon ins Grübeln. In diesem Zusammenhang ist die todernste Rede von Schneider-Ammann schon ein wenig begreiflich. Oder war er einfach nur schlecht beraten und sein Französisch ist hundsmiserabel?

In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Mittwoch. Und vergesst den Humor und das Lachen nicht. Beides ist wichtig für unser Wohlbefinden und darf getrost als Lebenselixier bezeichnet werden.

feldwaldwiesenblogger