Schwingklub Muotathal: Saisonvorschau mit René Schelbert

Am 6. April war ich zu Besuch im Schwingkeller vom Schwingklub Muotathal (SKM). Von 18.30 Uhr bis 20.00 Uhr war Training der Jungschwinger. Von 20.00 Uhr bis 22.00 Uhr trainierten die Aktiven. Gut zwei Wochen vor dem Start in die Kranzfestsaison wollte ich von René Schelbert (SKM-Präsident) wissen, wie es um die Muotathaler Schwinger steht. René leitete erst zusammen mit dem Aktiven Stefan Heinzer das Training der 16 anwesenden Jungschwinger, bevor er mir Auskunft gab.

rené und jungschwinger
René Schelbert (links oben) leitet das Training der Jungschwinger
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

René, bist du zuversichtlich auf die bevorstehende Kranzfestsaison? Wagst du eine Prognose hinsichtlich der Anzahl Kränze für den SKM?
Ich bin zuversichtlich. Die Resultate bei den Frühjahrsschwingfesten stimmen mich positiv. Eine Prognose hinsichtlich Anzahl der Kränze ist schwierig. Aber es wäre schön, wenn wir die Zehner-Marke diese Saison knacken könnten. Dazu muss aber alles optimal laufen. Es stehen dieses Jahr harte Kranzfeste an, da es ums Eidgenössische geht. Aber es ist machbar. Es kommt auch darauf an, wie viele Kränze Ralf Schelbert macht.

Die Schwinger vom SKM sind, wie du erwähntest, bisher bei den Frühlingsfesten positiv aufgefallen. Einige Schwinger lieferten hervorragende Resultate ab. Wurde im Winter gut und intensiv trainiert?
Ja, es wurde gut und intensiv trainiert. So wie man sich das wünscht. Es ist auch optimal, da wir eine Gruppe haben, welche praktisch alle im gleichen Alter sind.
Anfangs Dezember wurde wieder mit dem Schwingtraining gestartet, vorerst einmal pro Woche. Nach Dreikönigen besuchten die Athleten zwei Schwingtrainings. Seither standen zudem sechs Kantonaltrainings und sechs Trainingszusammenzüge des Innerschweizerischen Schwingerverbandes (ISV) auf dem Programm. Die Kantonaltrainings dürfen alle Schwinger besuchen, die ISV-Trainings nur die Kranzschwinger. Diese Trainings wurden von unseren Schwingern rege besucht, was mich sehr freute.

Gab es Neuerungen oder Änderungen im Training?
Nein, es wurde im gleichen Rahmen trainiert wie bisher.

Wie sah ein Wochen-Training eines Aktiven während der Wintermonate aus? Wie sieht so ein Training nun während der Saison aus?
Wintermonate: Am Montag Krafttraining, Dienstag Turnen mit der Aktivriege vom KTV Muotathal, am Mittwoch und Freitag je ein Schwingtraining. Am Samstag stand nochmals ein Krafttraining auf dem Programm.
Während der Saison: Die Aktiven bestreiten drei bis vier Trainings, je nachdem ob am Wochenende ein Kranzfest bevorsteht. Das sind zwei Schwingtrainings, Turnen mit der Aktivriege und ein Krafttraining. Die Erholung ist dabei auch wichtig.

Gab es nebst den SKM-Trainern auch andere Trainer, welche Trainings leiteten?
Die beiden ehemaligen Spitzenschwinger Heinz Suter und Roland Gwerder waren nebst unseren derzeitigen Trainern dann und wann beim Wintertraining dabei.

Wurde auch ein Schwingkurs durchgeführt?
Im vergangenen Winter fand kein Schwingkurs statt.

Wie steht’s um den Gesundheits- und Fitness-Stand? Sind alle Aktive fit?
Die kleineren Blessuren, welche Ralf Schelbert, Guido Gwerder und Theo Blaser zu Beginn der Frühjahrsfeste an einer Teilnahme hinderten, sind inzwischen alle ausgeheilt. Zurzeit sind alle Aktiven fit und gesund.

Wie viele Aktive vom Schwingklub Muotathal wird man 2016 an Schwingfesten sehen? Wie viele Jungschwinger sind bereit für die Saison?
Das sind etwa 12 bis 15 Aktive und etwa 20 Jungschwinger.

aktive beim training
Intensives Training der Aktiven
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Wie beurteilst du eure Zahlen der Aktiven und Jungschwinger: Abnehmend, stagnierend oder zunehmend?
Die Zahlen sind am Stagnieren, eigentlich mehr oder weniger gleich. Zum Jungschwingen kann man folgendes sagen: Wir gingen diese Saison in die Offensive und versuchten etwas Neues. Dabei schrieben wir alle Erst- bis Sechstklässler von Muotathal, Ried und Illgau mit einem persönlichen Brief und einem Flyer an. In diesem Schreiben wurde auf den Trainingsbeginn hingewiesen. Wir schrieben dazu, dass es sich um Schnuppertrainings handelt. Der Erfolg war mässig, eine Zeitlang kamen ein paar zusätzliche Schüler ins Training. Der Grund für diese Aktion sind die Vorstandssitzungen des Schwyzer Kantonalen Schwingerverbandes. Dem Präsidenten Ivan Besmer liegt das Jungschwingerwesen sehr am Herzen und ist deshalb jeweils ein Traktandum. Dabei muss sich jeder Schwingklub rechtfertigen, was er für den Nachwuchs tut. Wir probieren nun etwas. Verlieren tun wir dabei nicht viel. Aber eben, genug Jungschwinger kann man eigentlich nie haben.
Für den Schwingklub Muotathal ist die Situation ein wenig anders, als für die anderen Schwingklubs vom Kanton. Bei uns sind die Distanzen relativ kurz, das Trainingslokal gleich inmitten der Gemeinde Muotathal. Zudem finden jährlich zwei Schwingfeste statt (Rangschwinget und der Jungschwingertag). Aus diesem Grund haben wir im Vergleich mit der Bevölkerungszahl mehr Jungschwinger als beispielsweise die Ausserschwyz.

An welchen Kranzfesten werden die Aktiven vom SKM antreten?
Sie werden beim Schwyzer und Zuger Kantonalen antreten. Drei Schwinger dürfen ans Urner Kantonale und sechs ans Emmentalische Gaufest in Summiswald reisen. Weiter können etwa neun Akteure beim Innerschweizerischen in Einsiedeln dabei sein. Zudem dürfen etwa je zwei Aktive bei den Bergkranzfesten auf dem Stoos, auf der Rigi und dem Brünig mittun. Eventuell kann einer unserer Schwinger auf dem Weissenstein schwingen.

Was braucht es für eine Selektion für das Eidgenössische in Estavayer-le-Lac?
Nach dem Innerschweizerischen werden 75 ISV-Athleten definitiv selektioniert. Fünf Plätze werden für noch nicht selektionierte Schwinger, die eventuell auf dem Rigi oder Brünig zuschlagen, offen gelassen. Weitere fünf Plätze will man für hoffnungsvolle Nachwuchsschwinger reservieren.

Was meinst du, wie viele Schwinger vom SKM werden sich für das ESAF qualifizieren?
Mein Wunsch wären fünf Schwinger. Wenn es gut läuft, ist dies durchaus realistisch und machbar.

Welche Feste sind die Höhepunkte der Aktiven und der Jungschwinger im Jahr 2016?
Nebst einer möglichen Teilnahme am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest stellen für unsere Aktiven die Bergfeste und das Emmentalische in Summiswald die Höhepunkte dar. Für die Jungschwinger sind dies der Muotathaler Nachwuchsschwingertag und der Schwyzer Kantonale Nachwuchsschwingertag.
Ein weiterer Höhepunkt für die Jungschwinger wäre auch das Innerschweizerische für die Nachwuchsschwinger, an welchem die Jahrgänge 1998, 1999 und 2000 teilnehmen dürften. Bei diesen drei Jahrgängen haben wir leider ein Loch. Wir haben von dieser Alterskategorie lediglich zwei Nachwuchsschwinger mit Jahrgang 1999. Es sieht leider im ganzen Kanton Schwyz so aus. Vor allem bei den Jahrgängen 1998, 2000 und 2001 fehlen die Nachwuchsleute.

René, herzlichen Dank für deine Zeit und die wie immer interessanten und wohl überlegten Aussagen. Ich wünsche den Aktiven und den Jungschwingern vom Schwingklub Muotathal eine unfallfreie und erfolgreiche Saison. Weiter, dass René’s Kranzprognose und sein Wunsch hinsichtlich Teilnehmerzahl fürs Eidgenössische in Erfüllung gehen.
Ich appelliere aber auch an das schwingbegeisterte Publikum, bei der Rekrutierung von Jungschwingern so weit als möglich behilflich zu sein. Die Zuschauerzahlen an den grossen Schwingfesten werden wohl auch dieses Jahr boomen. Bei gewissen Jungschwinger-Jahrgängen ist aber, wie von René vernommen, alles andere als ein Boom feststellbar.

feldwaldwiesenblogger

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