Christian Schuler’s Weg nach Estavayer: Zwischenbilanz der laufenden Kranzfestsaison (Teil 3)

Der mittlerweile 11-fache Kranzfestsieger bestritt diesen Frühling der Reihe nach folgende Kranzfeste: Das Zuger Kantonale, den Baselstädtischen Schwingertag, das Schwyzer Kantonale und das Luzerner Kantonale. Christian Schuler’s Agenda beinhaltet acht Kranzfeste vor dem Saisonhöhepunkt, dem Eidgenössischen, welches das neunte Kranzfest für den Sennenschwinger bedeutet. Laut seinem Schwingkalender folgt am 12. Juni der Stoos-Schwinget, am 3. Juli das Innerschweizerische, am 16. Juli der Weissenstein- und am 31. Juli der Brünig-Schwinget. Es ist also Halbzeit, Zeit für eine Zwischenbilanz.

Das Zuger Kantonale scheint dem Marketing-Fachmann wie angegossen zu liegen. Gewann er doch am 24. April in Hünenberg See dieses Fest bereits zum vierten Mal hintereinander. Beim Baselstädtischen Schwingertag und beim Schwyzer Kantonalen stand Christian beide Male im Schlussgang. Beide Male musste er leider als Verlierer den Platz verlassen. Es fehlte aber sowohl in Basel wie auch in Schindellegi wenig, und der Sieger hätte auch Christian Schuler geheissen. Beim Luzerner Kantonalen lief es ebenfalls sehr gut und der Marketingfachmann belegte in der Endabrechnung den sehr guten zweiten Rang. Auch dieses Kantonalfest prägte der dreifache Eidgenosse mit und verpasste den Schlussgang nur knapp.

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Christian Schuler mit Lebendpreis nach dem Luzerner Kantonalen
Bildquelle: Rolf Eicher

Kurzer Rückblick: Am 26. Februar startete ich eine vierteilige Serie mit Christian Schuler: Christian Schuler’s Weg nach Estavayer: Einblick ins Wintertraining (Teil 1). Dabei gewährte mir der dreifache Eidgenosse Einblick in sein hartes Wintertraining. Kurz vor Beginn der Kranzfeste kontaktierte ich Christian Schuler wieder. Im Teil 2 meiner Serie hielt ich mit ihm Rückblick auf die Frühjahrsfeste, aber auch Vorschau auf die Kranzfestsaison.

Zur Erinnerung: Als Vorbereitung bestritt der Rothenthurmer zwei Vorbereitungsfeste, nämlich den Hallenschwinget Sarnen und den Frühjahrsschwinget in Pfäffikon SZ. In Sarnen belegte der dreifache Eidgenosse den sehr guten Rang 2a. Den Frühjahrsschwinget in Pfäffikon SZ gewann Christian in überzeugender Manier.

Vor einigen Tagen stellte ich Christian am Telefon zehn Fragen, welche in erster Linie seine hervorragende Zwischenbilanz betrafen. Dabei interessierten mich auch die Schlussgänge beim Basel Städtischen und dem Schwyzer Kantonalen. Und natürlich auch die nahe Zukunft, der Beginn der Bergkranz- und Teilverbandsfeste. Mit dem Stoos-Schwinget läutet der Familienvater nämlich den zweiten Teil seiner Kranzfestsaison ein.

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Christian packte bei den vier Kantonalen meist kräftig zu
Bildquelle: Rolf Eicher

Die Zwischenbilanz sieht sehr gut aus und kann sich absolut sehen lassen. Bist du völlig zufrieden mit dem Verlauf der bisherigen vier Kranzfeste?
Ich bin zufrieden mit meinen Leistungen. Schön, dass ich dabei fünf Eidgenossen besiegen konnte, und drei Schlussgänge erreichte. Daraus resultierte ein Kranzfestsieg, aber auch zwei Schlussgangniederlagen. Der fünfte Gang beim Luzerner Kantonalen brachte mich um den vierten Schlussgang. Dies muss ich einfach akzeptieren.

Welches waren bisher deine Highlights?
Ein Highlight war in dem Sinne jedes einzelne Kantonalfest. Ich konnte jedes der vier Kranzfeste mitprägen und hatte bei jedem Fest ein paar schöne Gänge. Zudem konnte ich gegen gute Gegner gewinnen.

Was würdest du deiner Meinung nach bei den Schlussgängen vom Baselstädtischen und dem Schwyzer Kantonalen heute anders machen?
Beim Baselstädtischen Schwingertag habe ich im Schlussgang alles richtig gemacht. Kilian Wenger hat mit seiner Klasse einfach gut auf einen Angriff von mir reagiert.
Andreas Ulrich und ich kennen einander sehr gut. Ich hatte meine Chancen im Schlussgang des Schwyzer Kantonalen und suchte die Entscheidung. Gegen Ende des Ganges schwang ich plötzlich zu offen, was Andreas perfekt auszunutzen vermochte.

Wie beurteilst du heute den fünften Gang beim Luzerner Kantonalen gegen Sven Schurtenberger? Wurdest du von ihm überrascht?
Ich wusste um die Stärke von Sven Schurtenberger, dennoch sah ich meine Chance gegen ihn. 2014 und 2015 konnte ich Sven jeweils besiegen. Ich ging etwas gar früh und zudem ziemlich frech in einen Angriffsschwung rein. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass mir ein gestellter Gang für den Schlussgang gereicht hätte. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich meine Defensive nicht so entblösst.

Welche Gegner waren bisher deine schwierigsten?
Ich hatte viele schwierige Gegner, darunter mehrere Eidgenossen. Dabei hatte es einige Knacknüsse. Es stimmt mich positiv, dass ich mit sehr vielen gut schwingen konnte.

Es fällt auf, dass du die meisten deiner bisher gewonnenen Gänge in den ersten Minuten gewonnen hast. Zufall oder bewusste Absicht?
Ich versuche von Anfang an meine Stärken einzusetzen und konsequent in einen Gang zu gehen. Diese Taktik hatte ich schon als junger Schwinger inne. Bei den vier Kantonalfesten lief es gut, und ich konnte jeweils früh die Gänge für mich entscheiden. Es gab aber auch gewonnene Gänge, die länger dauerten.

Bisher bestrittest du vier Kantonalfeste. Nun beginnen die Berg- und die Teilverbandsfeste. Diese werden noch härter werden. Bist du bereit dafür?
Auf die bevorstehenden Anlässe freue ich mich sehr. Berg- und Teilverbandsfeste sind immer eine spezielle Herausforderung.

Was meinst du, kannst du bei den kommenden Kranzfesten gar noch zulegen? Oder anders gefragt: Bist du schon in Topform?
Die bisherigen Anlässe verliefen soweit gut. Aber natürlich probiere ich aus meinen begangenen Fehlern zu lernen und versuche stetig besser zu werden.

Welche Chancen rechnest du dir aus, den einen oder anderen der vier kommenden Anlässe zu gewinnen?
Es wäre sehr schön einen solchen Anlass gewinnen zu können, und die Chancen dazu sind intakt. Neben einer guten Tagesform braucht man auch immer das nötige Wettkampfglück. Das Innerschweizerische Schwingfest wird von unserem Schwingklub im Klosterdorf Einsiedeln durchgeführt und ich freue mich sehr auf diesen Anlass. Wie es in der Endabrechnung kommt lasse ich auf mich zukommen. Ich will einfach attraktiven Schwingsport zeigen.

Belastet dich das Fehlen von Martin Grab? Wie geht es ihm eigentlich?
Martin fehlt mir vor allem beim Training. Es tut mir sehr leid für ihn, dass er zurzeit nicht schwingen kann. Wir stehen miteinander in Kontakt. Es geht ihm soweit gut. Ich hoffe, dass er möglichst rasch zurückkehrt.

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Christian blickt gespannt in die Zukunft
Bildquelle: Rolf Eicher

„… die Chancen sind intakt.“ und „Neben einer guten Tagesform braucht man auch immer das nötige Wettkampfglück.“: Diese Aussagen von Christian Schuler enthalten genau meine Sicht der Dinge. So wie ich nämlich die bisherige Saisonleistung des 76-fachen Kranzschwingers beurteile, liegt ein Sieg an einem der drei Bergkranzfeste oder beim Innerschweizerischen absolut im Bereich des Möglichen. Natürlich, es muss dabei immer alles stimmen. Angefangen bei der Gesundheit bis hin zum angesprochenen Glück. Bei den kommenden Schwingfesten warten in jedem Gang harte Gegner, Schonung wird es keine geben. Christian freut sich auf die bevorstehenden Aufgaben. Dies denke ich ist auch der Schlüssel zum Erfolg: Zuoberst sollte immer die Freude am Schwingsport stehen.
In diesem Sinne wünsche ich dem Rothenthurmer viel Freude, Erfolg, Glück und Gesundheit. Irgendwann nach dem Abschluss der vier Feste und noch vor dem Eidgenössischen treffe ich Christian nochmals. Für den vierten und letzten Teil der Serie „Christian Schuler’s Weg nach Estavayer“.

feldwaldwiesenblogger

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