Remo Käser auf dem Weg zum Königstitel?

Remo Kaeser jubelt nach seinem Sieg gegen Willy Graber im Schlussgang beim Mittellaendischen Schwingfest, am Sonntag, 8. Mai 2016, in Oberbalm. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Remo Käser ist derzeit in einer blendenden Verfassung
Bildquelle: srf.ch

In 55 Tagen findet das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest, kurz ESAF, in Estavayer-le-Lac statt. Von 39 Kranzfesten sind, Stand heute 2. Juli, deren 28 bereits Geschichte. Einen klaren Favoriten auf die Königskrone ist (noch) nicht auszumachen. Das war 2013 vor dem ESAF in Burgdorf anders. Matthias Sempach war der Überschwinger in jener Saison und eigentlich der klare Favorit. Er wurde seiner Rolle denn auch gerecht.

Sempach war zwar auch anno 2010 Favorit auf den Titel, stellte sich aber selber ein Bein und so konnte mit Kilian Wenger ein junger und hungriger „Giel“ den Schwing-Olymp erklimmen. Ich erkenne 2016 Parallelen zu 2010: Favoriten können einige aufgezählt werden. Aber kein klarer.
Die beiden Berner Schwingerkönige hatten diese Saison bereits ihre starken Momente, mussten aber wegen Blessuren oder gerade erst verheilten Verletzungen immer wieder „Federn lassen“.

Christian Stucki, der ewige Favorit auf den Thron, war der stärkste Schwinger der vergangenen Saison. Ihn plagte diese Saison aber während längerer Zeit eine hartnäckige Verletzung. Bei seiner Rückkehr beim Südwestschweizerischen Teilverbandsfest kam, sah und siegte er. Ob er bis zum Saisonhöhepunkt vollständig genesen sein wird, wird sich zeigen.

Überhaupt: Die Verletzungshexe zieht auch dieses Jahr wieder gnadenlos ihre Kreise. Kein Teilverband bleibt davon verschont. So verletzten sich einige Schwinger, welche zum erweiterten Favoritenkreis gezählt werden dürfen: Nebst dem erwähnten Christian Stucki muss man leider Matthias Sempach, Kilian Wenger, Matthias Siegenthaler, Philipp Laimbacher, Martin Grab, Pirmin Reichmuth, Benji von Ah aber auch Sämi Giger oder Nöldi Forrer erwähnen. Sie laborieren teilweise immer noch an Verletzungen und einige von ihnen können froh sein, wenn es für Estavayer reicht.

Ein Name fehlt oben bei der Verletzten- oder Angeschlagenen-Liste: Remo Käser. Und hier ziehe ich meine Parallelen zu 2010. Käser ist, wie Wenger, ein junger und hungriger Schwinger. Dieser konnte diese Saison bereits zwei Kranzfeste gewinnen und lieferte beim Basel Städtischen als Gast eine hervorragende Leistung ab.
Das erst 19-jährige Supertalent blieb während dem vergangenen Winter ohne Verletzung und konnte sein Programm ohne Abstriche durchziehen.

Wenn man zwar die SCHLUSSGANG-Wertung (die offizielle Jahrespunkteliste des Eidgenössischen Schwingerverbandes) zur Hand nimmt, liegt Armon Orlik klar mit 27 Punkten an der Spitze. Orlik gewann 2016 bisher vier Kranzfeste, allesamt auf „seinem“ NOS-Teilverbandsgebiet. Vor zwei Wochen wurde er beim Schwarzsee-Schwinget wieder auf den Boden der Realität geholt, und musste gar ohne Kranz die Heimreise antreten. Was dem Bündner fehlt, ist ein ebenso starkes Team im Rücken, auf welches Remo Käser zählen kann. Das ist in meinen Augen auch der Schlüssel zum Erfolg. Sollte der gelernte Spengler beim ESAF nämlich in einen Lauf geraten wie vor drei Jahren Matthias Sempach oder vor sechs Jahren Kilian Wenger, ist alles möglich. Die starke Berner Fraktion verrichtet nämlich wichtige „Aufräumarbeit“ – die Pflicht, und Käser könnte mit seiner Kür eigene Kreise ziehen.

Ein weiterer wichtiger Punkt spricht ebenfalls für den in Alchenstorf wohnhaften Athleten: Sein Umfeld mit drei Schwingerkönigen. Mit Vater Adrian Käser hat er einen Schwingerkönig in der Familie, welcher ihm mit Rat und Tat zur Seite steht. Schwingerkönig Silvio Rüfenacht ist Käser’s Onkel. So etwas ist ganz einfach ein unbezahlbarer Vorteil. Was ebenfalls zu seinen Gunsten spricht, ist sein prominenter Trainingspartner beim Schwingklub Kirchberg: Schwingerkönig Matthias Sempach.

Vieles deutet zurzeit daraufhin, dass Remo Käser der nächste Schwingerkönig werden könnte. Sein Schwingstil ist spektakulär, er ist stark im Stand und besitzt auch Qualitäten in der Bodenarbeit. Zudem ist Käser nervenstark und wirkt für sein junges Alter bereits schon sehr abgeklärt. Der Sennenschwinger mit den Gardemassen von 188 Zentimeter Grösse und 104 Kilogramm Gewicht ist unverbraucht und besitzt jetzt schon das Rüstzeug für den Schwinger-Olymp.
Ich vermute zudem, dass auch dieses Jahr kein Ü30iger Schwingerkönig wird. Somit würden für den diesjährigen Sieger vom Mittelländischen und Emmentalischen schon einige Mitfavoriten um die Königskrone wegfallen…

Vater und Sohn Käser
Zu Remo Käser’s Umfeld gehören drei Schwingerkönige: Einer davon ist Vater Adrian Käser
Bildquelle: schwingenonline.ch

feldwaldwiesenblogger

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