Wie geht es eigentlich Benji von Ah?

Benji von Ah war einer der grossen Abwesenden beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) in Estavayer. Aber nicht nur dort. Der bärenstarke Turnerschwinger verletzte sich beim Nordostschweizerischen Schwingfest (NOS) in Wattwil unglücklich am linken Ellbogen. Die Saison war nach dem 26. Juni für Benji leider vorbei. Seither ist es still um den bärtigen Obwaldner geworden. Zeit, bei Benji nachzufragen. Der SBB-Spezialmonteur stand mir anfangs Woche am Telefon zu sieben Fragen Rede und Antwort.

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Benji von Ah, einer der bärenstarken Obwaldner
Bildquelle: schaererphotographs.ch / schwingenonline.ch

Benji, wie geht es dir? Ist die am Nordostschweizerischen erlittene Verletzung am linken Ellbogen vollständig ausgeheilt? Wie verlief der Heilungsprozess?
Es geht mir prima und bis jetzt ist alles gut verlaufen. Der Heilungsprozess schritt ebenfalls gut voran. Ich wurde im Inselspital Bern operiert, nachdem ich beim NOS am Ellbogen eine Bänderzerrung und einen Muskelabriss erlitt. Anschliessend absolvierte ich Physiotherapie, welche ich immer noch bestreite. Stand heute ist am Ellbogen alles wieder gut, und ich kann ihn wieder voll belasten. Ich bin aber noch vorsichtig. Zudem fehlt noch die Kraft, welche aber bis im neuen Jahr aufgeholt sein sollte.

Laut Information auf deiner Homepage durftest du den Ellbogen während dreier Monate nicht belasten. Hast du im Herbst bereits wieder trainiert?
Ich trainiere seit dem Herbst wieder normal. Nach der Operation machte ich wie erwähnt Physiotherapie und begann bald wieder mit Krafttraining. Am Anfang trug ich noch eine Schiene und trainierte nur die Körperpartien vom Rumpf abwärts. Nachdem mir die Ärzte grünes Licht gaben, nahm ich auch das Training im oberen Bereich und an den Armen wieder auf.

Wie war eigentlich deine Gefühlslage, als dir klar wurde, dass du am Eidgenössischen nicht starten konntest?
Natürlich nicht grad super. Ich habe beim Nordostschweizerischen gleich vermutet, dass es in dieser Saison nicht mehr weitergehen wird. Es gab eine starke Blutung und der ganze Ellbogen lief blau an. Die Situation war extrem bitter für mich. Ich habe mich aber leider schon ein bisschen daran gewöhnt, eine Saison nicht beenden zu können. Das kam in anderen Jahren wegen Verletzungen leider auch schon vor.

Beim ESAF warst du zum Zuschauen gezwungen. Was meinst du: Wieso hat auch diesmal kein Innerschweizer den Königstitel geholt?
Das ist schwierig zu sagen. Das nötige Wettkampfglück fehlte den Innerschweizern sicher ein wenig. Zudem drehten in Estavayer die beiden Nordostschweizer Armon Orlik und Sämi Giger gehörig auf. Die Berner „schmuggelten“ immerhin einen der ihren in den Schlussgang. Christian Schuler war sicher sehr gut unterwegs, bis ihm Remo Käser den „Knebel“ reinhielt. Vielleicht klappte das mit dem Königstitel auch deswegen nicht, weil zwei starke Innerschweizer fehlten… (Benji schmunzelt, und spielt damit auf das verletzungsbedingte Fehlen von Joel Wicki und ihm an…).

Ich habe das Gefühl, dass du auch schon stärkere Jahre hattest. Wie beurteilst du rückblickend deine Saison 2016?
Für mich war der Saisonverlauf bis zum verletzungsbedingten Ende im grünen Bereich. Ich muss zu deiner Kritik aber sagen, dass ich mein Training auf die zweite Saisonhälfte hin ausgerichtet habe. In der Vorbereitung trainierte ich härter als sonst. Schwingerkönig Matthias Glarner hat das übrigens ähnlich gemacht. Ich habe das intensivierte Krafttraining bis zum Beginn der Kranzfestsaison gezogen und erst danach mit dem Training der Schnellkraft begonnen. Das ergab eine Verzögerung von zwei bis drei Wochen. Überdies war es mir bei den Frühlingsfesten noch nie wirklich gut gelaufen. Mein Ziel wäre schon aufgegangen. Nur konnte ich leider nicht mehr zeigen, was ich mir erarbeitet habe. Letztes Jahr habe ich gezielt auf den Saisonhöhepunkt Brünig-Schwinget hin trainiert.

Hast du mit dem Winter-Training bereits begonnen? Wie wird das aussehen?
Ja, das Winter-Training wurde gestartet. Vor zwei Wochen haben wir mit dem Schulschwingen begonnen. Dabei geht es mir darum, wieder Sicherheit zu bekommen, auch wegen dem nun genesenen Ellbogen. Zudem trainiere ich Kraft und Kondition. Die Woche ist ausgeplant, denn ich trainiere derzeit fünf bis sechs Mal wöchentlich. Das sind zwei Schwingtrainings, zwei bis drei Mal Kraft- und einmal Konditionstraining. Manchmal trainiere ich auch zweimal am Tag, zum Beispiel am Freitag. An diesem Tag habe ich sowieso früher Feierabend.

Wie sehen deine Ziele für 2017 aus? An welchen Schwingfesten wirst du starten?
Mein Ziel ist es, den Einstieg wieder gut zu finden. Dann möglichst viele Kränze zu gewinnen. Weiter die Qualifikation für den Unspunnen-Schwinget zu schaffen und dort eine gute Klassierung zu erreichen. Fix terminierte Schwingfeste sind das Ob-/Nidwaldner Kantonale, „unser“ Innerschweizerische in Beckenried NW und der Brünig-Schwinget. Diese drei Schwingfeste sind für mich jedes Jahr gegeben. Die anderen Festtermine weiss ich zurzeit noch nicht genau.

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Benji von Ah auf dem Weg zur Schwingerbar an der Hinterthaler Chilbi
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Mein Dank geht an Benji von Ah für seine interessanten Aussagen. Unlängst traf ich den Giswiler an der Hinterthaler Chilbi im Muotatal an. Ich war dort als Fotograf unterwegs und Benji auf dem Weg zur beinahe landesweit bekannten Schwingerbar. Diese vom Schwingklub Muotathal seit mehreren Jahren betriebene Chilbi-Lokalität zieht immer wieder den einen oder anderen prominenten Schwinger an. Was mich besonders freute: Der bald 30-Jährige wusste am Telefon sogleich, wer ich bin und erinnerte sich an unsere Begegnung.
Ich wünsche Benji, dass seine Ziele für 2017 in Erfüllung gehen und dass er die Saison gesund abschliessen kann. Wer weiss, vielleicht sogar als Unspunnen-Sieger?

feldwaldwiesenblogger

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