Zum Berchtold-Schwinget – Sieben Fragen an Ruedi Schweizer, den Präsidenten vom Schwingklub Zürich

Als Vorbereitung auf den bevorstehenden Berchtold-Schwinget informierte ich mich auf der Homepage vom Schwingklub Zürich: „Wir schreiben Geschichte – seit 120 Jahren. Und gehören zu den Grössten des Landes. Die wenigsten Stadtzürcher wissen vermutlich, dass inmitten der Stadt Zürich seit 1897 ein Schwingklub beheimatet ist. (…) Unser Klub ist sogar – zählt man die Zahl der Passivmitglieder – einer der grössten des ganzen Landes.“

Weiter erfährt man: „Der Schwingklub Zürich organisiert jährlich am 2. Januar den Berchtold-Schwinget in der Saalsporthalle Zürich. Zu den Highlights unseres Klubs gehört sicherlich die Organisation des alle sechs Jahre stattfindenden Kilchberger Schwingets (letztmals im Jahre 2014).“

Der Schwingklub Zürich listet auf seiner Internetseite zwölf Aktive auf, darunter mit Patrick Burkhard einen Kranzschwinger. Ruedi Schweizer ist der Präsident, und ihm stellte ich gestern sieben Fragen.

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Ruedi Schweizer, Präsident vom Schwingklub Zürich
Bildquelle: sk-zuerich.ch

Wie steht es um den Berchtold-Schwinget in der Saalsporthalle? Vor Jahresfrist war zu lesen, dass wegen höherer Miete eventuell gar eine neue Lokalität gesucht werden muss.
Wir bezahlen im Vergleich zu früheren Jahren für 2016 und 2017 nun eine höhere Miete zur Benutzung der Saalsporthalle. Für das Berchtold-Schwinget 2018 müssen wir mit dem Sportamt der Stadt Zürich wieder verhandeln. Die jetzige Miete ist bezahlbar. Auf der Einnahmeseite müssen wir aber leider Einbussen in Kauf nehmen.
Zurzeit müssen wir keine neue Lokalität für diesen Traditionsanlass suchen. In der Stadt Zürich würden wir ohnehin nichts Geeignetes finden.

Wie beurteilst du die Zuschauerzahlen des Berchtold-Schwingets im Vergleich zu früheren Jahren?
Die Zuschauerzahlen haben minim abgenommen. Dies kommt aber auch auf das Teilnehmerfeld an. Die letzten Jahre nahmen jeweils immer einige Eidgenossen teil, das hilft natürlich enorm. Schade ist, dass am 2. Januar die Einkaufsläden in Zürich geöffnet haben. So gehen die Leute halt einkaufen, statt ans Schwingfest zu kommen.
Zudem fällt auch ins Gewicht, ob die Feiertage günstig liegen. Der Berchtoldstag ist 2017 an einem Montag, und in der Innerschweiz ist dann ein gewöhnlicher Werktag.

Wie siehst du die heutige Attraktivität des Teilnehmerfeldes, ebenfalls im Vergleich mit früheren Jahren?
Das Teilnehmerfeld sieht für den kommenden Anlass mit sieben gemeldeten Eidgenossen attraktiv aus. Wir hatten auch schon die letzten Jahre immer eine gute Besetzung.

Mit Armon Orlik tritt am 2. Januar der Schwinger des Jahres 2016 an. Welche Schwinger könnten ihn am Sieg hindern?
Vorjahressieger Michael Bless könnte Armon Orlik am ehesten den Sieg streitig machen.

In der Geschichte des Schwingklubs Zürich kann man lesen, dass dieser seit 120 Jahren existiert und einer der Grössten des Landes ist. Wann erlebte der Klub seine besten Zeiten, und mit wem?
Das war in den 1970iger Jahren, mit den beiden Eidgenossen Guido Zurkirchen und Alois Boog. Damals war es sogar schwierig, wegen den vielen guten Schwingern an einem Nordostschweizerischen Teilverbandsfest teilnehmen zu können. Ich schwang noch mit Zurkirchen. Als ich mit dem Schwingsport begann, war er mein Technischer Leiter.
Noch früher, weit vor meiner Zeit, erlebte unser Klub schon gute Zeiten. Der Schwingklub Zürich stellte 1923 mit Karl Thommen beim Eidgenössischen in Vevey sogar mal einen Schwingerkönig.

Wie steht es heute um die Aktiven und die Jungschwinger?
Bei den Aktiven haben wir einen guten Stand. Seit Jahren verfügen wir mit Patrick Burkhard wieder über einen Kranzschwinger im Team. Er gewann bei den beiden letzten Zürcher Kantonalen jeweils den begehrten Kranz. Dieses Jahr waren wir überdies auch von Verletzungen verfolgt.
Um den Nachwuchs dürfte es besser stehen. Wir sind daran, mehr Junge für das Schwingen zu motivieren. Das ist aber nicht ganz einfach bei dem grossen Sportangebot in der Stadt Zürich.

Wie siehst du die Zukunft von eurem Schwingklub? Was wünschst du dir für 2017?
Die Zukunft mit den jetzigen Leuten im Vorstand und den jungen Leuten im Team sieht wirklich gut aus. Ich wünsche mir für unsere Schwinger eine unfallfreie Saison und dass am 2. Januar möglichst viele Zuschauer in die Saalsporthalle kommen.

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Berchtold-Schwinget vom 2. Januar 2016
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Ich bedanke mich bei Ruedi Schweizer für das Beantworten meiner Fragen. Für 2017 wünsche ich ihm und seinem Schwingklub alles Gute und beste Gesundheit.
Die Vorfreude ist gross: Denn schon bald findet das erste Schwingfest der neuen Saison statt. Das attraktive Teilnehmerfeld rund um Orlik und Co. lässt das Schwingerherz garantiert mehrmals höher schlagen.

feldwaldwiesenblogger

Warum „Fliegender Ring“ erscheinen soll – Ein Gespräch mit Aldo Betschart (Teil 1)

Kürzlich erhielt ich vom Muotathaler Aldo Betschart, einem Schreiberling und Musiker, elektronische Post. Schnell war klar um was es ging: „Es handelt sich um einen Spendenaufruf zur Mitfinanzierung meines neuen Romans.“ Aha! Aldo hat also ein neues Buch geschrieben. „Mit einem Betrag von zirka 1500 Franken könnte ich eine erste Auflage von 100 Stück drucken lassen. Hierbei würden all jene, die zwischen 15 und 20 Franken spenden, nach der Buchproduktion ein Exemplar erhalten und als Dankeschön auch im Anhang des Buches erwähnt werden.“
Im Anhang der Email befand sich zudem ein pdf-File mit dem Titel „Der etwas andere Bettelbrief von Aldo Betschart“.

Anderntags erschien im Bote der Urschweiz zum Spendenaufruf von Aldo ein kurzer Beitrag. In meinem Kopf begann das Karussell zu drehen und verschiedene Gedanken flogen durchs Gehirn. Folgender Satz von Aldo blieb im Gedanken-Karussell hängen: „Mir geht es nur darum, den Roman herausgeben zu können. Leider verfüge ich zurzeit über keinerlei finanziellen Mittel. Das ist ziemlich frustrierend.“
Ich fasste den Entschluss, den Verfasser des „Bettelbriefs“ auf meine Weise zu unterstützen und begann ein längeres Interview mit ihm zu planen. Denn der erwähnte Bote-Beitrag war relativ kurz. Es war mir auch ein Anliegen, mit Aldo über verschiedene Aspekte ein Gespräch zu führen. Überdies hatte ich seinen Namen und sein künstlerisches Schaffen schon eine Weile auf meiner Pendenzenliste.

Der 45-Jährige schreibt als Einleitung im besagten Anhang: „Fundraising oder: Ein Bettelbrief, der hoffentlich mal gut ankommt.“ Weiter erwähnt er, dass er sich dafür nicht länger zu schade ist. Der Zeitpunkt für seinen Spendenaufruf legte Aldo geschickt kurz vor Weihnachten. „Wenige Wochen vor Weihnachten sehen wir uns von jener Sorte von Briefpost überschwemmt“, und: „Als ob ich nicht selbst eine Spende gebrauchen könnte!“ Er erklärt weiter, dass es ihm schon rein von der Erziehung her nicht leicht fiel. Gigers Aldo, wie er in Muotathal genannt wird, ist aber überzeugt von seinem neusten Roman „Fliegender Ring“: „Die Situation verlangt tatsächlich danach“, ergänzt er voll Selbstvertrauen.

Es ist Aldos viertes Buch, ihm fehlen für die Veröffentlichung aber die finanziellen Mittel, es drucken zu lassen. Dazu meint er ehrlich: „Als Freischaffender, der seine Kinder nicht nur abends sehen und ebenso wenig seine musikalischen und schriftstellerischen Tätigkeiten vernachlässigen möchte, verdiene ich momentan einfach zu wenig Geld für die Buchproduktion.“ Zudem beteuert er, dass alles, was hereinkommt, zur Produktion des Romans verwendet wird: „Auf Ehre und Gewissen!“
Zur Handlung seines neusten Streiches führt Aldo an, dass es ein temporeicher und ziemlich humorvoller Unterhaltungsroman ist. Ort der Handlung sei das heutige Zürich.

Mit 20 Fragen im Gepäck fuhr ich einen Tag vor Heiligabend nach Zürich. Aldo lebt mit seiner Frau Dana sowie den beiden Kindern Philon und Jemina (siebeneinhalb respektive viereinhalb Jahre) in einer heimeligen Wohnung. Die interessantesten Gespräche entwickeln sich immer in der Küche. Auch diesmal, und schon bald waren wir mitten drin.

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Gigers Aldo, Autor von „Fliegender Ring“
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Zum Bettelbrief:

Was für ein Echo hat dein „Bettelbrief“ bislang ausgelöst?
Bisher ziemlich verhalten, aber auf der anderen Seite sehr erfreulich für mich. Ich habe bereits sechs oder sieben Spenden bekommen, teilweise von Leuten, die ich nicht kenne. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich nicht mit viel gerechnet habe. Zuerst sehen die Leute halt, dass da einer nur Geld möchte. Ich habe aber auch von solchen gehört, die noch etwas spenden möchten, meine Adresse aber nicht hatten. Ich denke, wer spenden will, wird mich via Internet schon finden.

Am 27. Dezember schrieb mir Aldo:
„Seit du am 23. Dezember hier gewesen bist, haben weitere Personen gespendet. Die Freude ist gross, habe ich doch angenommen, die Sache sei bereits im Sand zerlaufen. Inzwischen sind rund 700 Franken zusammengekommen; das reicht zwar nicht ganz für den Druck, zeigt aber, dass mein Aufruf nicht vergebens gewesen ist.“

Fiel es dir schwer, einen Bettelbrief in Umlauf zu bringen?
Als ich es machte, nicht. Aber vorher. Ich habe jahrelang von Bands, die zum Beispiel für Aufnahmen gesammelt haben, gedacht, dass ich es nicht so machen möchte. Irgendwann konnte ich mich auch dazu durchringen, sagte mir aber: Man muss den Leuten etwas dafür geben. Mit einer Garantie, dass etwas zurückkommt. Mit dieser Idee fiel es mir nicht schwer, den Bettelbrief in Umlauf zu bringen. Mich nahm es zudem extrem Wunder, wie die Leute darauf reagieren.

Nenn mir drei Gründe, warum ich dein Buchprojekt unterstützen soll?
Grund eins: Weil ich seriös schreibe, dran bin und nicht einfach nur ein Geschreibsel abliefere. Grund zwei: Jeder, der mich dabei unterstützt, fördert die ganze Tätigkeit. Es ist für mich auch eine Anerkennung, die gut tut. Grund drei: Der Stoff, den ich niederschrieb, ist sehr unterhaltsam. Ist aus dem Leben gegriffen und handelt nach einer wahren Geschichte. Mit dem Voyeurismus, den jeder in sich hat, könnte es für die Leser sehr spannend und unterhaltsam sein!

Zum Roman „Fliegender Ring“:

Woher hattest du die Idee zum neusten Buch?
Es handelt sich um eine wahre Geschichte, welche stattgefunden hat. Und ich habe sie bis auf ganz wenige Abweichungen so niedergeschrieben, wie ich sie gehört habe. Es ist eine wirklich verrückte Geschichte! Das Resultat sind 110 Seiten, so wie ich es wollte: Eine kurze prägnante Geschichte, die man in einem „Schnurz“ lesen kann. Eigentlich grad das Gegenteil zum Vorgängerroman „Ewig die Dummen“.

Ist der Inhalt des Romans nicht nur eine Selbstreflexion der Romanfigur Andres Binder, sondern gar auch von dir?
Klar, in dieser Geschichte schwingt sicher auch einiges von mir mit. So wie ich die Figur gesehen habe. Es steckt viel von mir drin.

Zu Aldo‘s Leben:

Wie verdienst du deinen Lebensunterhalt?
Ich gehe derzeit keiner Festanstellung nach und halte mich mit verschiedenen Jobs über Wasser. Im Frühling und Sommer ist es vor allem eine Anstellung beim Theater Kanton Zürich. Ich war mit ihnen bisher schon siebenmal auf Sommer-Tournee, welche uns im Kanton Zürich von Gemeinde zu Gemeinde führt. Es handelt sich dabei um ein Freilichttheater. Ende Mai ist jeweils Premiere und die Saison dauert bis Mitte Juli. Das ist stets eine ganz intensive Zeit. Meine Aufgabe besteht darin, beim Bühnenbau oder beim Tribünenbau mitzuhelfen.
Das besagte Theater Kanton Zürich ist wohl in Winterthur stationiert, gibt dort aber sehr selten Gastspiele. Sie verfügen über mehrere Stücke, von welchen sie das Bühnenbild in verschiedenen Lastwagen-Anhängern verstauen können. Im Winter hat das Theater hier und dort einige Gastspiele im Kanton Zürich oder auch ausserkantonal. Wenn Bedarf besteht, kontaktiert mich der Technische Leiter.
Weiter arbeite ich für eine Eventagentur, wo ich Auf- und Abbauten mache. Zudem helfe ich auch in einer Schreinerei mit, welche von zwei guten Typen betrieben wird. Nicht eine Schreinerei im herkömmlichen Sinn. Sie machen dort einfache Möbel, modern gestaltet. Wenn sie mich brauchen, rufen sie mich an.
Ich arbeite halt dann, wenn was reinkommt. Es ist ein zweischneidiges Schwert, mit Monaten, wo sehr wenig läuft.

Was bedeutet für dich Familie?
Sie bedeutet für mich ziemlich alles. Klar, ich habe auch andere Dinge, die mir wahnsinnig wichtig sind. Aber im Augenblick ist für mich die Familie mit Abstand das Wichtigste. Ich habe mich entschieden, Kinder zu haben. Ich will einfach da sein für die Familie, und habe mich deswegen sehr eingeschränkt. Kinder grossziehen ist für mich eine Lebensaufgabe. Aber ich vergesse auch mich selber nicht. Und meine Frau und ich vergessen uns nicht. Es ist wichtig, dass man als Paar funktioniert, und sich selber nicht vernachlässigt.

Wie teilst du dir deine Zeit zwischen Familie, Beruf und künstlerischem Schaffen ein?
Mit Hilfe meiner Agenda, ohne sie wäre ich aufgeschmissen. Vor siebeneinhalb Jahren, als Philon geboren wurde, habe ich meine erste Agenda gekauft. Bis dahin hatte ich nie eine Agenda benutzt. Seit Philon’s Geburt ist alles komplett anders. Ich musste lernen, meine Sachen wie die Musik oder das Schreiben, einzuteilen. Dabei habe ich mich am Anfang schwer getan, wusste aber dass es notwendig ist. Denn ich wollte meine Frau unterstützen. Dana und ich haben mittlerweile so einen guten Ablauf miteinander, dass alles mühelos geht und ich auch zu einem freien Morgen oder Nachmittag komme. So kann ich mich darauf vorbereiten und bin dann parat.

Was für Dinge des Weltgeschehens bewegen oder beschäftigen dich derzeit?
Was mich momentan am meisten beschäftigt, ist Syrien. Was dort alles abläuft und passiert. Das geht mir viel durch den Kopf. Und natürlich der Terrorismus allgemein, welcher durch die Massenmedien omnipräsent ist. Wenn ich die Nachrichten höre, stelle ich fest, dass die religiösen Unterschiede immer stärker an den Tag kommen. Ich möchte unbedingt anfügen, dass ich, was die Menschheit und ihre Regierungen anbelangt, ganz klar ein Pessimist bin. Ich bin der Meinung, die Menschen haben sich selbst im jetzigen Zustand verdient. Assad, Erdogan, Putin, Kim Jong-un, Trump…: Alles Grössenwahnsinnige. Die Liste liesse sich beliebig verlängern.
Mehr als die meisten Länder der Erde ist die Schweiz ein gebildetes Land, mit einer direkten Demokratie. Bewohnt von Menschen, die hart arbeiten und dadurch unseren Wohlstand sichern. Es gibt so gut wie keinen gerechtfertigten Grund, mit der gegenwärtigen Lage bei uns unzufrieden zu sein. Ich bin einfach nur froh, hier leben zu dürfen. Es geht uns hier verdammt gut; das dürfen wir nicht vergessen.

Im zweiten Teil, welcher in Bälde aufschaltet wird, behandle ich ausgiebig die künstlerische Tätigkeit von Aldo und den Bezug zu seiner Heimat Muotathal.

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Der Mittelländer Eidgenosse Hansruedi Lauper möchte nach Möglichkeit 2017 wieder schwingen

Der Berner Hansruedi Lauper, Jahrgang 1980, sicherte sich 2007 beim Eidgenössischen in Aarau das begehrte Eichenlaub. Der 36-jährige Sennenschwinger ist zweifacher Kranzfestsieger, hat 50 Kränze auf seinem Konto und gewann 1998 beim Bern-Jurassischen Schwingfest in Nods den ersten Kranz. Hansruedi wohnt in Gasel BE und schwingt für den Mittelländischen Gauverband. Der Angehörige des Schwingklubs Schwarzenburg ist gelernter Landwirt und arbeitet heute als AGRO-Kaufmann im Marketing. Zuhause führt er zudem einen Hof mit Pensionspferden und Legehennen.

„Die letzte richtig gute Saison ohne Verletzungen erlebte ich 2011“, erklärt Hansruedi. Von 2008 bis 2011 ging es denn auch relativ gut, und er konnte jeweils eine ganze Saison ohne Beschwerden durchschwingen. In den nachfolgenden Jahren blieb dies dem Berner Eidgenossen leider in Folge von verschiedenen Verletzungen verwehrt. 2012 musste der AGRO-Kaufmann eine Hüftoperation über sich ergehen lassen. Die Folgen dieser Operation verspürte er auch noch 2013. 2014 brach sich Hansruedi eine Rippe und 2015 prellte er sich beim Mittelländischen die Schulter. 2016 konnte der 50-fache Kranzschwinger beim Mittelländischen Gauverbandsfest antreten. Beim Oberländischen brach er sich aber eine Rippe und musste die Saison wieder vorzeitig beenden.
„Im Nachhinein betrachtet war ab 2012 immer etwas, das mich daran hinderte die Saison zu beenden“, sinniert Hansruedi beim Gespräch. Der Berner gedenkt, 2017 zu schwingen.

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Hansruedi Lauper
Bildquelle: bernerfreilandeier.ch

Eingangsfrage: Schwingst du nächste Saison auch noch?
Ich war bisher noch nicht im Schwingkeller. Im Januar werde ich in den Schwingkeller gehen und schauen, ob ich gegen die Jungen noch bestehen kann. Wenn es irgend möglich ist, habe ich schon im Sinn, 2017 zu schwingen.

Was bewegt dich dazu, weiter zu machen?
Es ist für mich ein Hobby und ein Ausgleich zu meinem Beruf. Ich möchte den Schwingsport solange wie möglich pflegen und kann mir momentan noch nicht vorstellen, aufzuhören. Ich treibe überdies gerne aktiven Sport.

Wie geht es dir? Hast du zurzeit keine Verletzungen oder Blessuren?
Momentan leide ich an keiner Verletzung oder Blessuren. Die Blessuren kommen dann, wenn ich das Schwingtraining wieder aufnehme. Deshalb kann ich auch nicht genau sagen, wo ich stehe. Ein Start an den Schwingfesten mache ich auch davon abhängig, wie ich das harte Schwingtraining noch vertrage.

Wie sieht dein Wintertraining aus?
Wie erwähnt, mache ich derzeit noch kein Schwingtraining. Momentan trainiere ich meine Fitness, und zwar vier- bis fünfmal pro Woche. Dazu gehören Velofahren und gezielte therapeutische Übungen hinsichtlich Kraft und Koordination. Die letzten Jahre habe ich bereits ab November intensiv trainiert, und war dann teilweise im Frühling ausgebrannt. Deshalb beginne ich mit dem intensiven Training nun ganz bewusst später.

Hast du dein Training wegen deinem zunehmenden Alter angepasst? Inwiefern?
Ich habe den Start des Schwingtrainings in den Januar verschoben. Statt am Abend zu trainieren, feile ich nun teilweise auch über den Mittag an meiner Fitness. Um am Abend auch regenerieren zu können. Zusätzlich hat man nun auch Verpflichtungen, welche man in jungen Jahren noch nicht hatte.
Sport ist für mich ein Ausgleich zum Abschalten. Andere sind da ehrgeiziger oder haben mehr Ambitionen. Ich sehe das ein wenig anders und habe einfach Freude am Schwingsport und an den Schwingfesten.
Wegen meinen vielen bisher erlittenen Verletzungen habe ich sowieso mein Training angepasst. Ich war schon so oft in der Physio, dass ich mittlerweile weiss, wie ich trainieren muss. Mir ist ebenfalls bewusst, dass man fit sein muss, sonst muss man schon gar nicht bei einem Schwingfest antreten.

Wann bestreitest du das erste Schwingfest 2017?
Ich habe noch keine Saisonplanung gemacht. Wenn ich antrete, dann könnte dies beim Worblentaler Hallenschwinget Bolligen oder spätestens beim Wislisau-Schwinget Rüschegg sein. Ich weiss zudem auch noch nicht, ob ich mich an allen für mich möglichen Schwingfesten anmelden soll.

Wie lauten deine Ziele für 2017? Schwingst du voraussichtlich auch 2018?
Ein Ziel ist die Teilnahme am Mittelländischen, welches 2017 auf dem Gurten stattfindet. Das ist gut ein halber Kilometer Luftlinie von mir zuhause. Ein weiteres Ziel ist auch, nicht ausgelaugt zu sein. Wenn ich meine Leistung abrufen kann, sollten die Resultate trotz meines fortgeschrittenen Alters von alleine kommen.
Betreffs 2018: Ich schaue von Saison zu Saison. Für einen 20-jährigen Schwinger sieht das sicher anders aus, ich plane aber nicht so weit hinaus.

Ich bedanke mich bei Hansruedi Lauper für das interessante Gespräch. Ein Blick in die Statistik genügt, und man sieht sofort, dass der Berner von 2012 bis 2016 nur noch zwei Kränze gewann. In dieser Zeit hatte der AGRO-Kaufmann verschiedene Verletzungen erlitten, welche ihm nur noch zeitweise erlaubten, aktiven Schwingsport zu betreiben.
Für 2017 wünsche ich Hansruedi, dass er fit und gesund antreten kann. Weiter aber auch, dass er endlich wieder einmal eine Saison verletzungsfrei beenden kann. Ich bin überzeugt, dass die Resultate, wie er oben erklärt, dann von alleine kommen werden.

P.S.: All meinen Lesern wünsche ich besinnliche, frohe und erfüllte Weihnachtstage!

feldwaldwiesenblogger

Das Ziel vom Emmentaler Beat Salzmann ist es, 2017 wieder zu schwingen

Das letzte Schwingfest vom Eidgenossen Beat Salzmann, Jahrgang 1986, liegt schon eine Weile her. Es ist der Kilchberger Schwinget 2014. Im darauf folgenden Winter erlitt der Emmentaler bei einem Skiunfall eine schwere Hirnerschütterung. Die Auswirkungen liessen die beiden letzten Saisons kein wettkampfmässiges Schwingen mehr zu. Beat ist deswegen immer noch in Behandlung.

Der 30-jährige Sennenschwinger sicherte sich beim Eidgenössischen 2013 in Burgdorf das begehrte Eichenlaub. Insgesamt hat er 29 Kränze auf seinem Konto und schwingt seit 2001. Beat wohnt in Signau BE und schwingt für den Emmentalischen Gauverband. Der Angehörige des Schwingklubs Langnau ist gelernter Landwirt und arbeitet heute als Bauleiter Netzbau in der Telekommunikationsbranche.
Der Emmentaler gehört definitiv noch nicht zum alten Eisen. Er erschien deshalb in meinem Radar, weil ich nebst den älteren Semestern auch die seit längerem Verletzten zu Wort kommen lasse.

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Der Emmentaler Eidgenosse Beat Salzmann
Bildquelle: esv.ch

Eingangsfrage: Schwingst du nächste Saison auch noch?
Das ist schwierig zu sagen. Ein Ziel bleibt es, ist aber wegen den Symptomen wegen der erlittenen Hirnerschütterung noch ungewiss. Ich befinde mich derzeit im Aufbau-Training und trainiere Kraft. Schwingtraining ist aber noch nicht möglich.

Wann fälltest du den Entscheid, trotzdem weiter zu machen?
Diesen Entscheid fälle ich immer wieder. Manchmal denke ich aber auch ans Aufhören. Die Freude am Schwingen überwiegt aber noch immer.

Was bewog dich dazu, weiter zu machen?
Es ist die Leidenschaft für den Schwingsport.

Wie geht es dir? Welche Symptome verspürst du noch immer?
Im Alltag geht es mir gut. Wenn ich Spitzensport betreibe und der Puls hochschnellt, verspüre ich immer noch Mühe. Dies löst die angesprochenen Symptome wie Schwindel und Kopfschmerzen wieder aus. Ansonsten leide ich an keinen Verletzungen oder Blessuren.

Wie sieht dein Wintertraining aus?
Ich befinde mich wie erwähnt im Aufbautraining und absolviere dabei wegen meinem aktuellen Gesundheitsstand ein angepasstes Training. So mache ich fünfmal pro Woche, also fast täglich, Krafttraining. Dieses besteht aus kurzen Einheiten im Kraftraum. Momentan kann ich noch nicht mehr machen, Schwingtraining liegt noch nicht drin. Regelmässige Arztbesuche und Therapien stehen noch immer auf dem Programm. Diese Personen unterstützen mich aber und sehen es hinsichtlich einer Rückkehr auf die Schwingplätze positiv.

Wann würdest du das erste Schwingfest 2017 bestreiten?
Wenn es dann möglich ist, wird es ein Frühjahrsschwinget in unserer Region, dem Emmental, sein. So zum Beispiel käme der Hallenschwinget Oberdiessbach oder der Frühjahrsschwinget Zäziwil in Frage.

Wie lauten deine Ziele für 2017? Würdest du voraussichtlich auch 2018 schwingen?
Mein primäres Ziel ist es sicher mal, beschwerdefrei einsteigen zu können. Was nachher kommt ist Zugabe. Was 2018 betrifft: Ja, auf jeden Fall. Ich werde dann schwingen, wenn es die Gesundheit zulässt.

Ich würde es dem sympathischen Emmentaler von Herzen gönnen, wenn er das Schwingtraining wieder aufnehmen und nächsten Frühling wieder aktiv in den Sägemehlringen antreten könnte. Ich bin überzeugt, dass seine Betreuer ihr Möglichstes tun, damit Beat wieder wettkampfmässig schwingen kann.
Mein Dank für das Gespräch und meine besten Wünsche gehen an den Eidgenossen aus Signau. Beat: Alles Gute, vor allem Gesundheit und viel Zuversicht auf deinem Weg zurück!

feldwaldwiesenblogger

Der Bündner Eidgenosse Mike Peng schwingt auch 2017

Als dritten „älteren“ Eidgenossen spürte ich den Nordostschweizer Mike Peng, Jahrgang 1981, auf. Der 35-jährige Turnerschwinger wurde 2010 in Frauenfeld zum Eidgenossen gekrönt, hat total 17 Kränze auf seinem Konto und schwingt seit 1991. Mike wohnt in Malix-Churwalden GR und schwingt für den Graubündner Kantonalverband. Der Angehörige des Schwingklubs Chur ist gelernter Metallbauer sowie Schlosser und arbeitet heute beim Strassenunterhalt der Gemeinde Churwalden.
Der Bündner schwingt auch 2017.

Apropos Liste, welche ich gerade abarbeite: Einer der angefragten Eidgenossen meinte, dass er im Vergleich mit Martin Grab halt vielleicht nicht so wichtig und interessant sei. Ich entgegnete ihm: „Für mich sind alle Schwinger ausnahmslos wichtig und interessant. Jeder verdient es, erwähnt zu werden.“

Und übrigens: Den zweitältesten Eidgenossen, Nöldi Forrer (Jahrgang 1978), habe ich nicht kontaktiert. Aus dem einfachen Grund: Nöldi lässt betreffs Rücktritt nichts auf seiner Homepage verlauten und auf der SCHLUSSGANG-Internetseite konnte man indirekt herauslesen, dass er 2017 auch schwingt. Ich befragte nur jene Schwinger, bei denen man nicht wusste ob sie weiterschwingen. Oder man nichts dergleichen lesen konnte.

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Mike Peng
Bildquelle: esv.ch

Eingangsfrage: Schwingst du nächste Saison auch noch?
Ja.

Wann fälltest du den Entscheid, weiter zu machen?
Ich nehme es von Jahr zu Jahr. Das Wichtigste ist, dass die Gesundheit stimmt und ich noch Spass am Schwingen habe.

Was bewog dich dazu, weiter zu machen?
Einerseits habe ich immer noch grosse Freude am Schwingsport. Andererseits wegen der Kameradschaft.
Zudem: Zwei spezielle Anlässe nächstes Jahr bewogen mich dazu, weiter zu machen. Punkt eins: Das Nordostschweizerische findet bei uns im Bündnerland in Davos statt. Nämlich in der Vaillant Arena, dem Eisstadion des HC Davos. Punkt zwei: Die 20. Austragung des Brambrüesch-Schwinget ob Chur, welches von unserem Schwingklub durchgeführt wird.

Wie geht es dir? Hast du keine Verletzungen oder Blessuren?
Ich darf auf Holz klopfen, es ist momentan alles tipptopp. Diesbezüglich kann ich zufrieden sein und mache darum auch weiter.

Wie sieht dein Wintertraining aus?
Wir haben mit dem Wintertraining begonnen. Momentan praktizieren wir das Schulschwingen und machen ein Aufbautraining mit Kraft, Kondition und Koordination. Dabei muss ich das Rad nicht mehr neu erfinden. Zurzeit absolviere ich wöchentlich ein Schwingtraining und zwei Einheiten Aufbautraining. Ab Januar bin ich dann zweimal im Schwingkeller und das Training wird sukzessive gesteigert.

Hast du dein Training wegen deinem zunehmenden Alter angepasst? Inwiefern?
Gross habe ich da nichts angepasst. Ich versuche mein Training so durchzuziehen wie bisher. Da ich zu 100 Prozent arbeite, liegt nicht mehr drin. Es passt für mich soweit. Heutzutage wird einfach mehr trainiert als früher.

Wann bestreitest du das erste Schwingfest 2017?
Gute Frage. Soweit habe ich noch gar nicht geplant. Ich schaue den Kalender anfangs 2017 genauer an. Wahrscheinlich ein Frühjahrsschwinget wie beispielsweise das Toggenburger Verbandsschwingfest.

Wie lauten deine Ziele für 2017? Schwingst du voraussichtlich auch 2018?
Was soll ich sagen? Das primäre Ziel ist, dass ich jeweils gesund heimkomme. Das zweite Ziel ist ein NOS-Kranz. So ein Exemplar besitze ich nämlich noch keines. Ich war zwar schon drei- oder viermal nahe daran. In meiner Sammlung fehlt überdies noch ein Teilverbandskranz.
Betreffs 2018: Das ist auch eine gute Frage. In jenem Jahr fände das Bündner-Glarner Kantonale in Arosa statt, welches von unserem Schwingklub Chur organisiert wird. Dann wäre schon bald wieder 2019, und das Eidgenössische in Zug stünde auf dem Programm. Ich entscheide im Herbst 2017, wie-wo-was und wann.

Ich bedanke mich bei Mike Peng für das Erklären seiner Absichten in breitestem Bündner Dialekt. Mit Mike hatte ich bis anhin noch nie Kontakt. Er hinterliess mir beim Telefonat einen aufgestellten Eindruck. Der Eidgenosse vom Schwingklub Chur gehört zum breiten Mittelfeld der Schwinger, welche zwar nicht unbedingt herausstechen. Sie sind aber für die Schwinger-Schweiz eminent wichtig und bilden das Fundament. Ohne sie wären die absoluten Spitzenathleten nämlich auch nicht viel wert.
Mike, alles Gute und ToiToiToi für 2017!

feldwaldwiesenblogger

Stefan Burkhalter, der älteste noch aktive Eidgenosse, schwingt auch 2017

Am vergangenen Samstag stellte ich Martin Grab’s Statements betreffs seinen Zukunftsaussichten für 2017 online. Darin gab er zu Protokoll, dass er auch nächstes Jahr schwingt, sofern es seine Gesundheit erlaubt.
Genau dies ist mit meiner kleinen Serie die Absicht. Nämlich jene Eidgenossen aufzuspüren, welche schon älter und teilweise seit längerem verletzt sind oder waren. Diesen gestandenen Schwingern stelle ich allen die wichtige Eingangsfrage: Schwingst du nächste Saison auch noch? Die kleine Liste mit diesen Sägemehlsportlern wird in nächster Zeit abgearbeitet.

Der zweite Eidgenosse im Bunde ist der Nordostschweizer Stefan Burkhalter, Jahrgang 1974. Der 42-jährige Turnerschwinger ist zweifacher Eidgenosse sowie vierfacher Kranzfestsieger, hat 97 Kränze auf seinem Konto und schwingt seit 1988. Stefan wohnt in Homburg TG und schwingt für den Thurgauer Kantonalverband. Der Angehörige des Schwingklubs Ottenberg ist gelernter Landwirt und übt heute den Beruf eines Agrar-Managers aus.
Der Thurgauer schwingt auch 2017.

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Stefan Burkhalter
Bildquelle: stefanburkhalter.ch

Eingangsfrage: Schwingst du nächste Saison auch noch?
Ja.

Wann fälltest du den Entscheid, weiter zu machen?
Das ist eine gute Frage. Dies war im Frühling 2016.

Was bewog dich dazu, weiter zu machen?
Zwei Ziele: Das erste ist das Erreichen von 100 Kränzen. Das zweite und zugleich höchste Ziel sind 103 Kränze. Denn dann würde ich im Kanton Thurgau einen Rekord brechen. Den Rekord mit 102 Kränzen hält derzeit der legendäre Otto Brändli.

Wie geht es dir? Hast du keine Verletzungen oder Blessuren?
Eigentlich geht es mir gut. Ich erlitt am 3. April eine schwere Adduktorenverletzung und spüre diese immer noch. Deswegen betreibe ich zurzeit nur ein reduziertes Training.

Wie sieht dein Wintertraining aus?
Ich befinde mich im Aufbautraining und trainiere Kondition, Kraft und Koordination. Das sind momentan fünf Trainingseinheiten pro Woche. Das Schwingtraining nehme ich erst wieder auf, wenn ich schmerzfrei bin.

Hast du dein Training wegen deinem zunehmenden Alter angepasst? Inwiefern?
Das einzige was ich in den letzten zehn Jahren angepasst habe, ist die Regeneration. Ich schaue nun darauf, dass diese Phasen genügend lang sind.

Wann bestreitest du das erste Schwingfest 2017?
Mein Ziel war, den Berchtold-Schwinget am 2. Januar zu bestreiten. Da ich, wie bereits erwähnt, noch nicht schmerzfrei bin, werde ich im Frühling zum ersten Schwingfest antreten.

Wie lauten deine Ziele für 2017? Schwingst du voraussichtlich auch 2018?
Ich möchte so viele Kränze wie möglich gewinnen. Für 2018 sage ich mal ja. Wenn es die Gesundheit erlaubt, schwinge ich weiter.

Besten Dank an Stefan Burkhalter für seine interessanten Aussagen. Der älteste noch aktive Eidgenosse schwingt also weiter und beweist, dass auch ein Ü-40iger den Schwingsport noch spitzenmässig betreiben kann. Natürlich stellt der unverwüstliche „Burki“ diesbezüglich eher eine Ausnahme dar. Aber auch er spricht, wie bereits Martin Grab, von der dazugehörigen so wichtigen Gesundheit.
Dem Thurgauer Turnerschwinger wünsche ich für 2017 heute schon eine erfolgreiche, gesunde und vor allem verletzungsfreie Saison.

feldwaldwiesenblogger

Martin Grab schwingt auch 2017, wenn es die Gesundheit erlaubt

In der schwingfestfreien Zeit und so kurz vor Jahresende riskierte ich einen Blick auf eine bestimmte Liste des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV). Diese Liste beinhaltet alle noch aktiven Eidgenossen. Darunter sind einige Schwinger mit Jahrgang 1980 und älter. Zudem suchte ich unter den Namen auch jene Sägemehlsportler, welche Ende dieser Saison nicht schlüssig waren, ob sie weiter schwingen. Dann auch solche, welche schon eine Weile verletzt sind.

Den Anfang mache ich heute mit dem Innerschweizer Martin Grab, Jahrgang 1979. Der 37-jährige Sennenschwinger ist siebenfacher Eidgenosse sowie 32-facher Kranzfestsieger, hat 121 Kränze auf seinem Konto und schwingt seit 1989. Martin wohnt in Rothenthurm SZ und schwingt für den Schwyzer Kantonalverband. Der Angehörige des Schwingklubs Einsiedeln ist gelernter Bauspengler und führt heute eine eigene Spenglerei.
Nach der alles entscheidenden Eingangsfrage stellte ich dem Schwyzer weitere sieben Fragen.

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Martin Grab
Bildquelle: martingrab.ch

Eingangsfrage: Schwingst du nächste Saison auch noch?
Wahrscheinlich schon, wenn es die Gesundheit zulässt.

Wann fälltest du den Entscheid, weiter zu machen?
Das geschah über eine längere Phase, während den Herbstmonaten nach dem Eidgenössischen.

Was bewog dich dazu, weiter zu machen?
Da sind zwei Sachen in meinem Hinterkopf. Punkt eins: Ich möchte mit einer guten Saison meine Karriere beenden und eine Saison lang durchschwingen können. Die beiden letzten Saisons waren nämlich diesbezüglich eher verknorzt. Punkt zwei: Die Freude und die Leidenschaft sind immer noch vorhanden.

Wie geht es dir? Hast du keine Verletzungen oder Blessuren?
Ich bin zurzeit beschwerdefrei. Es stehen nun härtere Schwingtrainings bevor, um abschliessend entscheiden zu können, ob ich definitiv weitermache. Zurzeit betreiben wir im Schwingkeller das sogenannte Schulschwingen. Ich konnte dabei ein paar gute Gänge durchziehen und verspürte anschliessend keine Schmerzen.

Wie sieht dein Wintertraining aus?
Wie vorhin erwähnt, steht momentan Schulschwingen auf dem Programm. Sonst trainiere ich bewusst noch nicht so intensiv. Von Januar bis April werde ich dann intensiv trainieren. Andere Jahre habe ich um diese Zeit schon sehr viel gemacht. Ich denke, dass ich damals zu früh zu intensiv trainierte und deswegen im Frühling eine gewisse Müdigkeit verspürte.
Ich trainiere derzeit drei bis viermal pro Woche. Nebst dem Schwingen gehört auch Fitness dazu.

Hast du dein Training wegen deinem zunehmenden Alter angepasst? Inwiefern?
Wegen dem Alter habe ich mein Training nicht unbedingt angepasst. In jungen Jahren habe ich manchmal planlos trainiert und hörte weniger auf den Körper. In zunehmendem Alter absolviere ich aber nun mehr gute und gezieltere Trainings. Zudem höre ich besser auf den Körper. Denn in meinem Alter geht man ein grösseres Risiko ein, wenn man Blessuren nicht ausheilen lässt und gleich wieder mit dem Training beginnt.

Wann bestreitest du das erste Schwingfest 2017?
Das kann ich heute noch nicht sagen. Wenn es dann soweit ist, wird es wohl ein Frühlingsschwinget um den Ostermontag sein.

Wie lauten deine Ziele für 2017? Schwingst du voraussichtlich auch 2018?
Mein Ziel ist ganz klar, dass ich so eine Situation wie ich sie vor dem Eidgenössischen erlebte, nicht noch mal durchmachen muss. Ich durchlief ein regelrechtes Formtief, besonders am Berner Kantonalen. Wenn ich im nächsten Frühling antrete, muss ich absolut verletzungsfrei sein. Das ist mein oberstes Ziel.
2018 ist noch zu weit weg. Ich nehme es nun Saison für Saison. Denn es kann schnell wieder ganz anders aussehen.

Ich bedanke mich bei Martin Grab für die sehr interessanten Antworten. Der nun siebenfache Eidgenosse wird auch nächstes Jahr antreten, sofern es die Gesundheit erlaubt. In meinen Augen ist er mit seiner Schwingweise eine Bereicherung auf den Schwingplätzen. Es zeigt mir, dass aktiver Schwingsport auch als Über-35-Jähriger spitzenmässig betrieben werden kann. Wenn die Gesundheit mitspielt.
Dem Rothenthurmer wünsche ich alles Gute, und dass er 2017 gesund, fit und motiviert antreten kann.

feldwaldwiesenblogger