Zum Berchtold-Schwinget – Sieben Fragen an Ruedi Schweizer, den Präsidenten vom Schwingklub Zürich

Als Vorbereitung auf den bevorstehenden Berchtold-Schwinget informierte ich mich auf der Homepage vom Schwingklub Zürich: „Wir schreiben Geschichte – seit 120 Jahren. Und gehören zu den Grössten des Landes. Die wenigsten Stadtzürcher wissen vermutlich, dass inmitten der Stadt Zürich seit 1897 ein Schwingklub beheimatet ist. (…) Unser Klub ist sogar – zählt man die Zahl der Passivmitglieder – einer der grössten des ganzen Landes.“

Weiter erfährt man: „Der Schwingklub Zürich organisiert jährlich am 2. Januar den Berchtold-Schwinget in der Saalsporthalle Zürich. Zu den Highlights unseres Klubs gehört sicherlich die Organisation des alle sechs Jahre stattfindenden Kilchberger Schwingets (letztmals im Jahre 2014).“

Der Schwingklub Zürich listet auf seiner Internetseite zwölf Aktive auf, darunter mit Patrick Burkhard einen Kranzschwinger. Ruedi Schweizer ist der Präsident, und ihm stellte ich gestern sieben Fragen.

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Ruedi Schweizer, Präsident vom Schwingklub Zürich
Bildquelle: sk-zuerich.ch

Wie steht es um den Berchtold-Schwinget in der Saalsporthalle? Vor Jahresfrist war zu lesen, dass wegen höherer Miete eventuell gar eine neue Lokalität gesucht werden muss.
Wir bezahlen im Vergleich zu früheren Jahren für 2016 und 2017 nun eine höhere Miete zur Benutzung der Saalsporthalle. Für das Berchtold-Schwinget 2018 müssen wir mit dem Sportamt der Stadt Zürich wieder verhandeln. Die jetzige Miete ist bezahlbar. Auf der Einnahmeseite müssen wir aber leider Einbussen in Kauf nehmen.
Zurzeit müssen wir keine neue Lokalität für diesen Traditionsanlass suchen. In der Stadt Zürich würden wir ohnehin nichts Geeignetes finden.

Wie beurteilst du die Zuschauerzahlen des Berchtold-Schwingets im Vergleich zu früheren Jahren?
Die Zuschauerzahlen haben minim abgenommen. Dies kommt aber auch auf das Teilnehmerfeld an. Die letzten Jahre nahmen jeweils immer einige Eidgenossen teil, das hilft natürlich enorm. Schade ist, dass am 2. Januar die Einkaufsläden in Zürich geöffnet haben. So gehen die Leute halt einkaufen, statt ans Schwingfest zu kommen.
Zudem fällt auch ins Gewicht, ob die Feiertage günstig liegen. Der Berchtoldstag ist 2017 an einem Montag, und in der Innerschweiz ist dann ein gewöhnlicher Werktag.

Wie siehst du die heutige Attraktivität des Teilnehmerfeldes, ebenfalls im Vergleich mit früheren Jahren?
Das Teilnehmerfeld sieht für den kommenden Anlass mit sieben gemeldeten Eidgenossen attraktiv aus. Wir hatten auch schon die letzten Jahre immer eine gute Besetzung.

Mit Armon Orlik tritt am 2. Januar der Schwinger des Jahres 2016 an. Welche Schwinger könnten ihn am Sieg hindern?
Vorjahressieger Michael Bless könnte Armon Orlik am ehesten den Sieg streitig machen.

In der Geschichte des Schwingklubs Zürich kann man lesen, dass dieser seit 120 Jahren existiert und einer der Grössten des Landes ist. Wann erlebte der Klub seine besten Zeiten, und mit wem?
Das war in den 1970iger Jahren, mit den beiden Eidgenossen Guido Zurkirchen und Alois Boog. Damals war es sogar schwierig, wegen den vielen guten Schwingern an einem Nordostschweizerischen Teilverbandsfest teilnehmen zu können. Ich schwang noch mit Zurkirchen. Als ich mit dem Schwingsport begann, war er mein Technischer Leiter.
Noch früher, weit vor meiner Zeit, erlebte unser Klub schon gute Zeiten. Der Schwingklub Zürich stellte 1923 mit Karl Thommen beim Eidgenössischen in Vevey sogar mal einen Schwingerkönig.

Wie steht es heute um die Aktiven und die Jungschwinger?
Bei den Aktiven haben wir einen guten Stand. Seit Jahren verfügen wir mit Patrick Burkhard wieder über einen Kranzschwinger im Team. Er gewann bei den beiden letzten Zürcher Kantonalen jeweils den begehrten Kranz. Dieses Jahr waren wir überdies auch von Verletzungen verfolgt.
Um den Nachwuchs dürfte es besser stehen. Wir sind daran, mehr Junge für das Schwingen zu motivieren. Das ist aber nicht ganz einfach bei dem grossen Sportangebot in der Stadt Zürich.

Wie siehst du die Zukunft von eurem Schwingklub? Was wünschst du dir für 2017?
Die Zukunft mit den jetzigen Leuten im Vorstand und den jungen Leuten im Team sieht wirklich gut aus. Ich wünsche mir für unsere Schwinger eine unfallfreie Saison und dass am 2. Januar möglichst viele Zuschauer in die Saalsporthalle kommen.

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Berchtold-Schwinget vom 2. Januar 2016
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Ich bedanke mich bei Ruedi Schweizer für das Beantworten meiner Fragen. Für 2017 wünsche ich ihm und seinem Schwingklub alles Gute und beste Gesundheit.
Die Vorfreude ist gross: Denn schon bald findet das erste Schwingfest der neuen Saison statt. Das attraktive Teilnehmerfeld rund um Orlik und Co. lässt das Schwingerherz garantiert mehrmals höher schlagen.

feldwaldwiesenblogger

Warum „Fliegender Ring“ erscheinen soll – Ein Gespräch mit Aldo Betschart (Teil 1)

Kürzlich erhielt ich vom Muotathaler Aldo Betschart, einem Schreiberling und Musiker, elektronische Post. Schnell war klar um was es ging: „Es handelt sich um einen Spendenaufruf zur Mitfinanzierung meines neuen Romans.“ Aha! Aldo hat also ein neues Buch geschrieben. „Mit einem Betrag von zirka 1500 Franken könnte ich eine erste Auflage von 100 Stück drucken lassen. Hierbei würden all jene, die zwischen 15 und 20 Franken spenden, nach der Buchproduktion ein Exemplar erhalten und als Dankeschön auch im Anhang des Buches erwähnt werden.“
Im Anhang der Email befand sich zudem ein pdf-File mit dem Titel „Der etwas andere Bettelbrief von Aldo Betschart“.

Anderntags erschien im Bote der Urschweiz zum Spendenaufruf von Aldo ein kurzer Beitrag. In meinem Kopf begann das Karussell zu drehen und verschiedene Gedanken flogen durchs Gehirn. Folgender Satz von Aldo blieb im Gedanken-Karussell hängen: „Mir geht es nur darum, den Roman herausgeben zu können. Leider verfüge ich zurzeit über keinerlei finanziellen Mittel. Das ist ziemlich frustrierend.“
Ich fasste den Entschluss, den Verfasser des „Bettelbriefs“ auf meine Weise zu unterstützen und begann ein längeres Interview mit ihm zu planen. Denn der erwähnte Bote-Beitrag war relativ kurz. Es war mir auch ein Anliegen, mit Aldo über verschiedene Aspekte ein Gespräch zu führen. Überdies hatte ich seinen Namen und sein künstlerisches Schaffen schon eine Weile auf meiner Pendenzenliste.

Der 45-Jährige schreibt als Einleitung im besagten Anhang: „Fundraising oder: Ein Bettelbrief, der hoffentlich mal gut ankommt.“ Weiter erwähnt er, dass er sich dafür nicht länger zu schade ist. Der Zeitpunkt für seinen Spendenaufruf legte Aldo geschickt kurz vor Weihnachten. „Wenige Wochen vor Weihnachten sehen wir uns von jener Sorte von Briefpost überschwemmt“, und: „Als ob ich nicht selbst eine Spende gebrauchen könnte!“ Er erklärt weiter, dass es ihm schon rein von der Erziehung her nicht leicht fiel. Gigers Aldo, wie er in Muotathal genannt wird, ist aber überzeugt von seinem neusten Roman „Fliegender Ring“: „Die Situation verlangt tatsächlich danach“, ergänzt er voll Selbstvertrauen.

Es ist Aldos viertes Buch, ihm fehlen für die Veröffentlichung aber die finanziellen Mittel, es drucken zu lassen. Dazu meint er ehrlich: „Als Freischaffender, der seine Kinder nicht nur abends sehen und ebenso wenig seine musikalischen und schriftstellerischen Tätigkeiten vernachlässigen möchte, verdiene ich momentan einfach zu wenig Geld für die Buchproduktion.“ Zudem beteuert er, dass alles, was hereinkommt, zur Produktion des Romans verwendet wird: „Auf Ehre und Gewissen!“
Zur Handlung seines neusten Streiches führt Aldo an, dass es ein temporeicher und ziemlich humorvoller Unterhaltungsroman ist. Ort der Handlung sei das heutige Zürich.

Mit 20 Fragen im Gepäck fuhr ich einen Tag vor Heiligabend nach Zürich. Aldo lebt mit seiner Frau Dana sowie den beiden Kindern Philon und Jemina (siebeneinhalb respektive viereinhalb Jahre) in einer heimeligen Wohnung. Die interessantesten Gespräche entwickeln sich immer in der Küche. Auch diesmal, und schon bald waren wir mitten drin.

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Gigers Aldo, Autor von „Fliegender Ring“
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Zum Bettelbrief:

Was für ein Echo hat dein „Bettelbrief“ bislang ausgelöst?
Bisher ziemlich verhalten, aber auf der anderen Seite sehr erfreulich für mich. Ich habe bereits sechs oder sieben Spenden bekommen, teilweise von Leuten, die ich nicht kenne. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich nicht mit viel gerechnet habe. Zuerst sehen die Leute halt, dass da einer nur Geld möchte. Ich habe aber auch von solchen gehört, die noch etwas spenden möchten, meine Adresse aber nicht hatten. Ich denke, wer spenden will, wird mich via Internet schon finden.

Am 27. Dezember schrieb mir Aldo:
„Seit du am 23. Dezember hier gewesen bist, haben weitere Personen gespendet. Die Freude ist gross, habe ich doch angenommen, die Sache sei bereits im Sand zerlaufen. Inzwischen sind rund 700 Franken zusammengekommen; das reicht zwar nicht ganz für den Druck, zeigt aber, dass mein Aufruf nicht vergebens gewesen ist.“

Fiel es dir schwer, einen Bettelbrief in Umlauf zu bringen?
Als ich es machte, nicht. Aber vorher. Ich habe jahrelang von Bands, die zum Beispiel für Aufnahmen gesammelt haben, gedacht, dass ich es nicht so machen möchte. Irgendwann konnte ich mich auch dazu durchringen, sagte mir aber: Man muss den Leuten etwas dafür geben. Mit einer Garantie, dass etwas zurückkommt. Mit dieser Idee fiel es mir nicht schwer, den Bettelbrief in Umlauf zu bringen. Mich nahm es zudem extrem Wunder, wie die Leute darauf reagieren.

Nenn mir drei Gründe, warum ich dein Buchprojekt unterstützen soll?
Grund eins: Weil ich seriös schreibe, dran bin und nicht einfach nur ein Geschreibsel abliefere. Grund zwei: Jeder, der mich dabei unterstützt, fördert die ganze Tätigkeit. Es ist für mich auch eine Anerkennung, die gut tut. Grund drei: Der Stoff, den ich niederschrieb, ist sehr unterhaltsam. Ist aus dem Leben gegriffen und handelt nach einer wahren Geschichte. Mit dem Voyeurismus, den jeder in sich hat, könnte es für die Leser sehr spannend und unterhaltsam sein!

Zum Roman „Fliegender Ring“:

Woher hattest du die Idee zum neusten Buch?
Es handelt sich um eine wahre Geschichte, welche stattgefunden hat. Und ich habe sie bis auf ganz wenige Abweichungen so niedergeschrieben, wie ich sie gehört habe. Es ist eine wirklich verrückte Geschichte! Das Resultat sind 110 Seiten, so wie ich es wollte: Eine kurze prägnante Geschichte, die man in einem „Schnurz“ lesen kann. Eigentlich grad das Gegenteil zum Vorgängerroman „Ewig die Dummen“.

Ist der Inhalt des Romans nicht nur eine Selbstreflexion der Romanfigur Andres Binder, sondern gar auch von dir?
Klar, in dieser Geschichte schwingt sicher auch einiges von mir mit. So wie ich die Figur gesehen habe. Es steckt viel von mir drin.

Zu Aldo‘s Leben:

Wie verdienst du deinen Lebensunterhalt?
Ich gehe derzeit keiner Festanstellung nach und halte mich mit verschiedenen Jobs über Wasser. Im Frühling und Sommer ist es vor allem eine Anstellung beim Theater Kanton Zürich. Ich war mit ihnen bisher schon siebenmal auf Sommer-Tournee, welche uns im Kanton Zürich von Gemeinde zu Gemeinde führt. Es handelt sich dabei um ein Freilichttheater. Ende Mai ist jeweils Premiere und die Saison dauert bis Mitte Juli. Das ist stets eine ganz intensive Zeit. Meine Aufgabe besteht darin, beim Bühnenbau oder beim Tribünenbau mitzuhelfen.
Das besagte Theater Kanton Zürich ist wohl in Winterthur stationiert, gibt dort aber sehr selten Gastspiele. Sie verfügen über mehrere Stücke, von welchen sie das Bühnenbild in verschiedenen Lastwagen-Anhängern verstauen können. Im Winter hat das Theater hier und dort einige Gastspiele im Kanton Zürich oder auch ausserkantonal. Wenn Bedarf besteht, kontaktiert mich der Technische Leiter.
Weiter arbeite ich für eine Eventagentur, wo ich Auf- und Abbauten mache. Zudem helfe ich auch in einer Schreinerei mit, welche von zwei guten Typen betrieben wird. Nicht eine Schreinerei im herkömmlichen Sinn. Sie machen dort einfache Möbel, modern gestaltet. Wenn sie mich brauchen, rufen sie mich an.
Ich arbeite halt dann, wenn was reinkommt. Es ist ein zweischneidiges Schwert, mit Monaten, wo sehr wenig läuft.

Was bedeutet für dich Familie?
Sie bedeutet für mich ziemlich alles. Klar, ich habe auch andere Dinge, die mir wahnsinnig wichtig sind. Aber im Augenblick ist für mich die Familie mit Abstand das Wichtigste. Ich habe mich entschieden, Kinder zu haben. Ich will einfach da sein für die Familie, und habe mich deswegen sehr eingeschränkt. Kinder grossziehen ist für mich eine Lebensaufgabe. Aber ich vergesse auch mich selber nicht. Und meine Frau und ich vergessen uns nicht. Es ist wichtig, dass man als Paar funktioniert, und sich selber nicht vernachlässigt.

Wie teilst du dir deine Zeit zwischen Familie, Beruf und künstlerischem Schaffen ein?
Mit Hilfe meiner Agenda, ohne sie wäre ich aufgeschmissen. Vor siebeneinhalb Jahren, als Philon geboren wurde, habe ich meine erste Agenda gekauft. Bis dahin hatte ich nie eine Agenda benutzt. Seit Philon’s Geburt ist alles komplett anders. Ich musste lernen, meine Sachen wie die Musik oder das Schreiben, einzuteilen. Dabei habe ich mich am Anfang schwer getan, wusste aber dass es notwendig ist. Denn ich wollte meine Frau unterstützen. Dana und ich haben mittlerweile so einen guten Ablauf miteinander, dass alles mühelos geht und ich auch zu einem freien Morgen oder Nachmittag komme. So kann ich mich darauf vorbereiten und bin dann parat.

Was für Dinge des Weltgeschehens bewegen oder beschäftigen dich derzeit?
Was mich momentan am meisten beschäftigt, ist Syrien. Was dort alles abläuft und passiert. Das geht mir viel durch den Kopf. Und natürlich der Terrorismus allgemein, welcher durch die Massenmedien omnipräsent ist. Wenn ich die Nachrichten höre, stelle ich fest, dass die religiösen Unterschiede immer stärker an den Tag kommen. Ich möchte unbedingt anfügen, dass ich, was die Menschheit und ihre Regierungen anbelangt, ganz klar ein Pessimist bin. Ich bin der Meinung, die Menschen haben sich selbst im jetzigen Zustand verdient. Assad, Erdogan, Putin, Kim Jong-un, Trump…: Alles Grössenwahnsinnige. Die Liste liesse sich beliebig verlängern.
Mehr als die meisten Länder der Erde ist die Schweiz ein gebildetes Land, mit einer direkten Demokratie. Bewohnt von Menschen, die hart arbeiten und dadurch unseren Wohlstand sichern. Es gibt so gut wie keinen gerechtfertigten Grund, mit der gegenwärtigen Lage bei uns unzufrieden zu sein. Ich bin einfach nur froh, hier leben zu dürfen. Es geht uns hier verdammt gut; das dürfen wir nicht vergessen.

Im zweiten Teil, welcher in Bälde aufschaltet wird, behandle ich ausgiebig die künstlerische Tätigkeit von Aldo und den Bezug zu seiner Heimat Muotathal.

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Der Mittelländer Eidgenosse Hansruedi Lauper möchte nach Möglichkeit 2017 wieder schwingen

Der Berner Hansruedi Lauper, Jahrgang 1980, sicherte sich 2007 beim Eidgenössischen in Aarau das begehrte Eichenlaub. Der 36-jährige Sennenschwinger ist zweifacher Kranzfestsieger, hat 50 Kränze auf seinem Konto und gewann 1998 beim Bern-Jurassischen Schwingfest in Nods den ersten Kranz. Hansruedi wohnt in Gasel BE und schwingt für den Mittelländischen Gauverband. Der Angehörige des Schwingklubs Schwarzenburg ist gelernter Landwirt und arbeitet heute als AGRO-Kaufmann im Marketing. Zuhause führt er zudem einen Hof mit Pensionspferden und Legehennen.

„Die letzte richtig gute Saison ohne Verletzungen erlebte ich 2011“, erklärt Hansruedi. Von 2008 bis 2011 ging es denn auch relativ gut, und er konnte jeweils eine ganze Saison ohne Beschwerden durchschwingen. In den nachfolgenden Jahren blieb dies dem Berner Eidgenossen leider in Folge von verschiedenen Verletzungen verwehrt. 2012 musste der AGRO-Kaufmann eine Hüftoperation über sich ergehen lassen. Die Folgen dieser Operation verspürte er auch noch 2013. 2014 brach sich Hansruedi eine Rippe und 2015 prellte er sich beim Mittelländischen die Schulter. 2016 konnte der 50-fache Kranzschwinger beim Mittelländischen Gauverbandsfest antreten. Beim Oberländischen brach er sich aber eine Rippe und musste die Saison wieder vorzeitig beenden.
„Im Nachhinein betrachtet war ab 2012 immer etwas, das mich daran hinderte die Saison zu beenden“, sinniert Hansruedi beim Gespräch. Der Berner gedenkt, 2017 zu schwingen.

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Hansruedi Lauper
Bildquelle: bernerfreilandeier.ch

Eingangsfrage: Schwingst du nächste Saison auch noch?
Ich war bisher noch nicht im Schwingkeller. Im Januar werde ich in den Schwingkeller gehen und schauen, ob ich gegen die Jungen noch bestehen kann. Wenn es irgend möglich ist, habe ich schon im Sinn, 2017 zu schwingen.

Was bewegt dich dazu, weiter zu machen?
Es ist für mich ein Hobby und ein Ausgleich zu meinem Beruf. Ich möchte den Schwingsport solange wie möglich pflegen und kann mir momentan noch nicht vorstellen, aufzuhören. Ich treibe überdies gerne aktiven Sport.

Wie geht es dir? Hast du zurzeit keine Verletzungen oder Blessuren?
Momentan leide ich an keiner Verletzung oder Blessuren. Die Blessuren kommen dann, wenn ich das Schwingtraining wieder aufnehme. Deshalb kann ich auch nicht genau sagen, wo ich stehe. Ein Start an den Schwingfesten mache ich auch davon abhängig, wie ich das harte Schwingtraining noch vertrage.

Wie sieht dein Wintertraining aus?
Wie erwähnt, mache ich derzeit noch kein Schwingtraining. Momentan trainiere ich meine Fitness, und zwar vier- bis fünfmal pro Woche. Dazu gehören Velofahren und gezielte therapeutische Übungen hinsichtlich Kraft und Koordination. Die letzten Jahre habe ich bereits ab November intensiv trainiert, und war dann teilweise im Frühling ausgebrannt. Deshalb beginne ich mit dem intensiven Training nun ganz bewusst später.

Hast du dein Training wegen deinem zunehmenden Alter angepasst? Inwiefern?
Ich habe den Start des Schwingtrainings in den Januar verschoben. Statt am Abend zu trainieren, feile ich nun teilweise auch über den Mittag an meiner Fitness. Um am Abend auch regenerieren zu können. Zusätzlich hat man nun auch Verpflichtungen, welche man in jungen Jahren noch nicht hatte.
Sport ist für mich ein Ausgleich zum Abschalten. Andere sind da ehrgeiziger oder haben mehr Ambitionen. Ich sehe das ein wenig anders und habe einfach Freude am Schwingsport und an den Schwingfesten.
Wegen meinen vielen bisher erlittenen Verletzungen habe ich sowieso mein Training angepasst. Ich war schon so oft in der Physio, dass ich mittlerweile weiss, wie ich trainieren muss. Mir ist ebenfalls bewusst, dass man fit sein muss, sonst muss man schon gar nicht bei einem Schwingfest antreten.

Wann bestreitest du das erste Schwingfest 2017?
Ich habe noch keine Saisonplanung gemacht. Wenn ich antrete, dann könnte dies beim Worblentaler Hallenschwinget Bolligen oder spätestens beim Wislisau-Schwinget Rüschegg sein. Ich weiss zudem auch noch nicht, ob ich mich an allen für mich möglichen Schwingfesten anmelden soll.

Wie lauten deine Ziele für 2017? Schwingst du voraussichtlich auch 2018?
Ein Ziel ist die Teilnahme am Mittelländischen, welches 2017 auf dem Gurten stattfindet. Das ist gut ein halber Kilometer Luftlinie von mir zuhause. Ein weiteres Ziel ist auch, nicht ausgelaugt zu sein. Wenn ich meine Leistung abrufen kann, sollten die Resultate trotz meines fortgeschrittenen Alters von alleine kommen.
Betreffs 2018: Ich schaue von Saison zu Saison. Für einen 20-jährigen Schwinger sieht das sicher anders aus, ich plane aber nicht so weit hinaus.

Ich bedanke mich bei Hansruedi Lauper für das interessante Gespräch. Ein Blick in die Statistik genügt, und man sieht sofort, dass der Berner von 2012 bis 2016 nur noch zwei Kränze gewann. In dieser Zeit hatte der AGRO-Kaufmann verschiedene Verletzungen erlitten, welche ihm nur noch zeitweise erlaubten, aktiven Schwingsport zu betreiben.
Für 2017 wünsche ich Hansruedi, dass er fit und gesund antreten kann. Weiter aber auch, dass er endlich wieder einmal eine Saison verletzungsfrei beenden kann. Ich bin überzeugt, dass die Resultate, wie er oben erklärt, dann von alleine kommen werden.

P.S.: All meinen Lesern wünsche ich besinnliche, frohe und erfüllte Weihnachtstage!

feldwaldwiesenblogger

Das Ziel vom Emmentaler Beat Salzmann ist es, 2017 wieder zu schwingen

Das letzte Schwingfest vom Eidgenossen Beat Salzmann, Jahrgang 1986, liegt schon eine Weile her. Es ist der Kilchberger Schwinget 2014. Im darauf folgenden Winter erlitt der Emmentaler bei einem Skiunfall eine schwere Hirnerschütterung. Die Auswirkungen liessen die beiden letzten Saisons kein wettkampfmässiges Schwingen mehr zu. Beat ist deswegen immer noch in Behandlung.

Der 30-jährige Sennenschwinger sicherte sich beim Eidgenössischen 2013 in Burgdorf das begehrte Eichenlaub. Insgesamt hat er 29 Kränze auf seinem Konto und schwingt seit 2001. Beat wohnt in Signau BE und schwingt für den Emmentalischen Gauverband. Der Angehörige des Schwingklubs Langnau ist gelernter Landwirt und arbeitet heute als Bauleiter Netzbau in der Telekommunikationsbranche.
Der Emmentaler gehört definitiv noch nicht zum alten Eisen. Er erschien deshalb in meinem Radar, weil ich nebst den älteren Semestern auch die seit längerem Verletzten zu Wort kommen lasse.

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Der Emmentaler Eidgenosse Beat Salzmann
Bildquelle: esv.ch

Eingangsfrage: Schwingst du nächste Saison auch noch?
Das ist schwierig zu sagen. Ein Ziel bleibt es, ist aber wegen den Symptomen wegen der erlittenen Hirnerschütterung noch ungewiss. Ich befinde mich derzeit im Aufbau-Training und trainiere Kraft. Schwingtraining ist aber noch nicht möglich.

Wann fälltest du den Entscheid, trotzdem weiter zu machen?
Diesen Entscheid fälle ich immer wieder. Manchmal denke ich aber auch ans Aufhören. Die Freude am Schwingen überwiegt aber noch immer.

Was bewog dich dazu, weiter zu machen?
Es ist die Leidenschaft für den Schwingsport.

Wie geht es dir? Welche Symptome verspürst du noch immer?
Im Alltag geht es mir gut. Wenn ich Spitzensport betreibe und der Puls hochschnellt, verspüre ich immer noch Mühe. Dies löst die angesprochenen Symptome wie Schwindel und Kopfschmerzen wieder aus. Ansonsten leide ich an keinen Verletzungen oder Blessuren.

Wie sieht dein Wintertraining aus?
Ich befinde mich wie erwähnt im Aufbautraining und absolviere dabei wegen meinem aktuellen Gesundheitsstand ein angepasstes Training. So mache ich fünfmal pro Woche, also fast täglich, Krafttraining. Dieses besteht aus kurzen Einheiten im Kraftraum. Momentan kann ich noch nicht mehr machen, Schwingtraining liegt noch nicht drin. Regelmässige Arztbesuche und Therapien stehen noch immer auf dem Programm. Diese Personen unterstützen mich aber und sehen es hinsichtlich einer Rückkehr auf die Schwingplätze positiv.

Wann würdest du das erste Schwingfest 2017 bestreiten?
Wenn es dann möglich ist, wird es ein Frühjahrsschwinget in unserer Region, dem Emmental, sein. So zum Beispiel käme der Hallenschwinget Oberdiessbach oder der Frühjahrsschwinget Zäziwil in Frage.

Wie lauten deine Ziele für 2017? Würdest du voraussichtlich auch 2018 schwingen?
Mein primäres Ziel ist es sicher mal, beschwerdefrei einsteigen zu können. Was nachher kommt ist Zugabe. Was 2018 betrifft: Ja, auf jeden Fall. Ich werde dann schwingen, wenn es die Gesundheit zulässt.

Ich würde es dem sympathischen Emmentaler von Herzen gönnen, wenn er das Schwingtraining wieder aufnehmen und nächsten Frühling wieder aktiv in den Sägemehlringen antreten könnte. Ich bin überzeugt, dass seine Betreuer ihr Möglichstes tun, damit Beat wieder wettkampfmässig schwingen kann.
Mein Dank für das Gespräch und meine besten Wünsche gehen an den Eidgenossen aus Signau. Beat: Alles Gute, vor allem Gesundheit und viel Zuversicht auf deinem Weg zurück!

feldwaldwiesenblogger

Der Bündner Eidgenosse Mike Peng schwingt auch 2017

Als dritten „älteren“ Eidgenossen spürte ich den Nordostschweizer Mike Peng, Jahrgang 1981, auf. Der 35-jährige Turnerschwinger wurde 2010 in Frauenfeld zum Eidgenossen gekrönt, hat total 17 Kränze auf seinem Konto und schwingt seit 1991. Mike wohnt in Malix-Churwalden GR und schwingt für den Graubündner Kantonalverband. Der Angehörige des Schwingklubs Chur ist gelernter Metallbauer sowie Schlosser und arbeitet heute beim Strassenunterhalt der Gemeinde Churwalden.
Der Bündner schwingt auch 2017.

Apropos Liste, welche ich gerade abarbeite: Einer der angefragten Eidgenossen meinte, dass er im Vergleich mit Martin Grab halt vielleicht nicht so wichtig und interessant sei. Ich entgegnete ihm: „Für mich sind alle Schwinger ausnahmslos wichtig und interessant. Jeder verdient es, erwähnt zu werden.“

Und übrigens: Den zweitältesten Eidgenossen, Nöldi Forrer (Jahrgang 1978), habe ich nicht kontaktiert. Aus dem einfachen Grund: Nöldi lässt betreffs Rücktritt nichts auf seiner Homepage verlauten und auf der SCHLUSSGANG-Internetseite konnte man indirekt herauslesen, dass er 2017 auch schwingt. Ich befragte nur jene Schwinger, bei denen man nicht wusste ob sie weiterschwingen. Oder man nichts dergleichen lesen konnte.

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Mike Peng
Bildquelle: esv.ch

Eingangsfrage: Schwingst du nächste Saison auch noch?
Ja.

Wann fälltest du den Entscheid, weiter zu machen?
Ich nehme es von Jahr zu Jahr. Das Wichtigste ist, dass die Gesundheit stimmt und ich noch Spass am Schwingen habe.

Was bewog dich dazu, weiter zu machen?
Einerseits habe ich immer noch grosse Freude am Schwingsport. Andererseits wegen der Kameradschaft.
Zudem: Zwei spezielle Anlässe nächstes Jahr bewogen mich dazu, weiter zu machen. Punkt eins: Das Nordostschweizerische findet bei uns im Bündnerland in Davos statt. Nämlich in der Vaillant Arena, dem Eisstadion des HC Davos. Punkt zwei: Die 20. Austragung des Brambrüesch-Schwinget ob Chur, welches von unserem Schwingklub durchgeführt wird.

Wie geht es dir? Hast du keine Verletzungen oder Blessuren?
Ich darf auf Holz klopfen, es ist momentan alles tipptopp. Diesbezüglich kann ich zufrieden sein und mache darum auch weiter.

Wie sieht dein Wintertraining aus?
Wir haben mit dem Wintertraining begonnen. Momentan praktizieren wir das Schulschwingen und machen ein Aufbautraining mit Kraft, Kondition und Koordination. Dabei muss ich das Rad nicht mehr neu erfinden. Zurzeit absolviere ich wöchentlich ein Schwingtraining und zwei Einheiten Aufbautraining. Ab Januar bin ich dann zweimal im Schwingkeller und das Training wird sukzessive gesteigert.

Hast du dein Training wegen deinem zunehmenden Alter angepasst? Inwiefern?
Gross habe ich da nichts angepasst. Ich versuche mein Training so durchzuziehen wie bisher. Da ich zu 100 Prozent arbeite, liegt nicht mehr drin. Es passt für mich soweit. Heutzutage wird einfach mehr trainiert als früher.

Wann bestreitest du das erste Schwingfest 2017?
Gute Frage. Soweit habe ich noch gar nicht geplant. Ich schaue den Kalender anfangs 2017 genauer an. Wahrscheinlich ein Frühjahrsschwinget wie beispielsweise das Toggenburger Verbandsschwingfest.

Wie lauten deine Ziele für 2017? Schwingst du voraussichtlich auch 2018?
Was soll ich sagen? Das primäre Ziel ist, dass ich jeweils gesund heimkomme. Das zweite Ziel ist ein NOS-Kranz. So ein Exemplar besitze ich nämlich noch keines. Ich war zwar schon drei- oder viermal nahe daran. In meiner Sammlung fehlt überdies noch ein Teilverbandskranz.
Betreffs 2018: Das ist auch eine gute Frage. In jenem Jahr fände das Bündner-Glarner Kantonale in Arosa statt, welches von unserem Schwingklub Chur organisiert wird. Dann wäre schon bald wieder 2019, und das Eidgenössische in Zug stünde auf dem Programm. Ich entscheide im Herbst 2017, wie-wo-was und wann.

Ich bedanke mich bei Mike Peng für das Erklären seiner Absichten in breitestem Bündner Dialekt. Mit Mike hatte ich bis anhin noch nie Kontakt. Er hinterliess mir beim Telefonat einen aufgestellten Eindruck. Der Eidgenosse vom Schwingklub Chur gehört zum breiten Mittelfeld der Schwinger, welche zwar nicht unbedingt herausstechen. Sie sind aber für die Schwinger-Schweiz eminent wichtig und bilden das Fundament. Ohne sie wären die absoluten Spitzenathleten nämlich auch nicht viel wert.
Mike, alles Gute und ToiToiToi für 2017!

feldwaldwiesenblogger

Stefan Burkhalter, der älteste noch aktive Eidgenosse, schwingt auch 2017

Am vergangenen Samstag stellte ich Martin Grab’s Statements betreffs seinen Zukunftsaussichten für 2017 online. Darin gab er zu Protokoll, dass er auch nächstes Jahr schwingt, sofern es seine Gesundheit erlaubt.
Genau dies ist mit meiner kleinen Serie die Absicht. Nämlich jene Eidgenossen aufzuspüren, welche schon älter und teilweise seit längerem verletzt sind oder waren. Diesen gestandenen Schwingern stelle ich allen die wichtige Eingangsfrage: Schwingst du nächste Saison auch noch? Die kleine Liste mit diesen Sägemehlsportlern wird in nächster Zeit abgearbeitet.

Der zweite Eidgenosse im Bunde ist der Nordostschweizer Stefan Burkhalter, Jahrgang 1974. Der 42-jährige Turnerschwinger ist zweifacher Eidgenosse sowie vierfacher Kranzfestsieger, hat 97 Kränze auf seinem Konto und schwingt seit 1988. Stefan wohnt in Homburg TG und schwingt für den Thurgauer Kantonalverband. Der Angehörige des Schwingklubs Ottenberg ist gelernter Landwirt und übt heute den Beruf eines Agrar-Managers aus.
Der Thurgauer schwingt auch 2017.

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Stefan Burkhalter
Bildquelle: stefanburkhalter.ch

Eingangsfrage: Schwingst du nächste Saison auch noch?
Ja.

Wann fälltest du den Entscheid, weiter zu machen?
Das ist eine gute Frage. Dies war im Frühling 2016.

Was bewog dich dazu, weiter zu machen?
Zwei Ziele: Das erste ist das Erreichen von 100 Kränzen. Das zweite und zugleich höchste Ziel sind 103 Kränze. Denn dann würde ich im Kanton Thurgau einen Rekord brechen. Den Rekord mit 102 Kränzen hält derzeit der legendäre Otto Brändli.

Wie geht es dir? Hast du keine Verletzungen oder Blessuren?
Eigentlich geht es mir gut. Ich erlitt am 3. April eine schwere Adduktorenverletzung und spüre diese immer noch. Deswegen betreibe ich zurzeit nur ein reduziertes Training.

Wie sieht dein Wintertraining aus?
Ich befinde mich im Aufbautraining und trainiere Kondition, Kraft und Koordination. Das sind momentan fünf Trainingseinheiten pro Woche. Das Schwingtraining nehme ich erst wieder auf, wenn ich schmerzfrei bin.

Hast du dein Training wegen deinem zunehmenden Alter angepasst? Inwiefern?
Das einzige was ich in den letzten zehn Jahren angepasst habe, ist die Regeneration. Ich schaue nun darauf, dass diese Phasen genügend lang sind.

Wann bestreitest du das erste Schwingfest 2017?
Mein Ziel war, den Berchtold-Schwinget am 2. Januar zu bestreiten. Da ich, wie bereits erwähnt, noch nicht schmerzfrei bin, werde ich im Frühling zum ersten Schwingfest antreten.

Wie lauten deine Ziele für 2017? Schwingst du voraussichtlich auch 2018?
Ich möchte so viele Kränze wie möglich gewinnen. Für 2018 sage ich mal ja. Wenn es die Gesundheit erlaubt, schwinge ich weiter.

Besten Dank an Stefan Burkhalter für seine interessanten Aussagen. Der älteste noch aktive Eidgenosse schwingt also weiter und beweist, dass auch ein Ü-40iger den Schwingsport noch spitzenmässig betreiben kann. Natürlich stellt der unverwüstliche „Burki“ diesbezüglich eher eine Ausnahme dar. Aber auch er spricht, wie bereits Martin Grab, von der dazugehörigen so wichtigen Gesundheit.
Dem Thurgauer Turnerschwinger wünsche ich für 2017 heute schon eine erfolgreiche, gesunde und vor allem verletzungsfreie Saison.

feldwaldwiesenblogger

Martin Grab schwingt auch 2017, wenn es die Gesundheit erlaubt

In der schwingfestfreien Zeit und so kurz vor Jahresende riskierte ich einen Blick auf eine bestimmte Liste des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV). Diese Liste beinhaltet alle noch aktiven Eidgenossen. Darunter sind einige Schwinger mit Jahrgang 1980 und älter. Zudem suchte ich unter den Namen auch jene Sägemehlsportler, welche Ende dieser Saison nicht schlüssig waren, ob sie weiter schwingen. Dann auch solche, welche schon eine Weile verletzt sind.

Den Anfang mache ich heute mit dem Innerschweizer Martin Grab, Jahrgang 1979. Der 37-jährige Sennenschwinger ist siebenfacher Eidgenosse sowie 32-facher Kranzfestsieger, hat 121 Kränze auf seinem Konto und schwingt seit 1989. Martin wohnt in Rothenthurm SZ und schwingt für den Schwyzer Kantonalverband. Der Angehörige des Schwingklubs Einsiedeln ist gelernter Bauspengler und führt heute eine eigene Spenglerei.
Nach der alles entscheidenden Eingangsfrage stellte ich dem Schwyzer weitere sieben Fragen.

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Martin Grab
Bildquelle: martingrab.ch

Eingangsfrage: Schwingst du nächste Saison auch noch?
Wahrscheinlich schon, wenn es die Gesundheit zulässt.

Wann fälltest du den Entscheid, weiter zu machen?
Das geschah über eine längere Phase, während den Herbstmonaten nach dem Eidgenössischen.

Was bewog dich dazu, weiter zu machen?
Da sind zwei Sachen in meinem Hinterkopf. Punkt eins: Ich möchte mit einer guten Saison meine Karriere beenden und eine Saison lang durchschwingen können. Die beiden letzten Saisons waren nämlich diesbezüglich eher verknorzt. Punkt zwei: Die Freude und die Leidenschaft sind immer noch vorhanden.

Wie geht es dir? Hast du keine Verletzungen oder Blessuren?
Ich bin zurzeit beschwerdefrei. Es stehen nun härtere Schwingtrainings bevor, um abschliessend entscheiden zu können, ob ich definitiv weitermache. Zurzeit betreiben wir im Schwingkeller das sogenannte Schulschwingen. Ich konnte dabei ein paar gute Gänge durchziehen und verspürte anschliessend keine Schmerzen.

Wie sieht dein Wintertraining aus?
Wie vorhin erwähnt, steht momentan Schulschwingen auf dem Programm. Sonst trainiere ich bewusst noch nicht so intensiv. Von Januar bis April werde ich dann intensiv trainieren. Andere Jahre habe ich um diese Zeit schon sehr viel gemacht. Ich denke, dass ich damals zu früh zu intensiv trainierte und deswegen im Frühling eine gewisse Müdigkeit verspürte.
Ich trainiere derzeit drei bis viermal pro Woche. Nebst dem Schwingen gehört auch Fitness dazu.

Hast du dein Training wegen deinem zunehmenden Alter angepasst? Inwiefern?
Wegen dem Alter habe ich mein Training nicht unbedingt angepasst. In jungen Jahren habe ich manchmal planlos trainiert und hörte weniger auf den Körper. In zunehmendem Alter absolviere ich aber nun mehr gute und gezieltere Trainings. Zudem höre ich besser auf den Körper. Denn in meinem Alter geht man ein grösseres Risiko ein, wenn man Blessuren nicht ausheilen lässt und gleich wieder mit dem Training beginnt.

Wann bestreitest du das erste Schwingfest 2017?
Das kann ich heute noch nicht sagen. Wenn es dann soweit ist, wird es wohl ein Frühlingsschwinget um den Ostermontag sein.

Wie lauten deine Ziele für 2017? Schwingst du voraussichtlich auch 2018?
Mein Ziel ist ganz klar, dass ich so eine Situation wie ich sie vor dem Eidgenössischen erlebte, nicht noch mal durchmachen muss. Ich durchlief ein regelrechtes Formtief, besonders am Berner Kantonalen. Wenn ich im nächsten Frühling antrete, muss ich absolut verletzungsfrei sein. Das ist mein oberstes Ziel.
2018 ist noch zu weit weg. Ich nehme es nun Saison für Saison. Denn es kann schnell wieder ganz anders aussehen.

Ich bedanke mich bei Martin Grab für die sehr interessanten Antworten. Der nun siebenfache Eidgenosse wird auch nächstes Jahr antreten, sofern es die Gesundheit erlaubt. In meinen Augen ist er mit seiner Schwingweise eine Bereicherung auf den Schwingplätzen. Es zeigt mir, dass aktiver Schwingsport auch als Über-35-Jähriger spitzenmässig betrieben werden kann. Wenn die Gesundheit mitspielt.
Dem Rothenthurmer wünsche ich alles Gute, und dass er 2017 gesund, fit und motiviert antreten kann.

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Schwingsport im Tessin: Der erste Tessiner Aktive an einem Innerschweizerischen (Teil 3)

Bei den losen Folgen zum Schwingsport im Tessin bin ich bereits beim dritten Teil angelangt. Beim Teil 2 erfuhren wir, dass sich die Deutschschweizer Medien mehr für die Schwinger aus der Sonnenstube interessieren als die einheimischen. Wer möchte es ihnen verübeln. Im selben Beitrag erklärte Edi aber auch, dass die Bevölkerung seit dem Eidgenössischen 2010 den Schwingsport vermehrt wahrnimmt. Nach der Verbands-Gründung 2012 tat sich einiges, und das kleine Schwinger-Pflänzchen beginnt nach und nach zu gedeihen. In erster Linie dank Edi Ritter, dem Präsidenten und Technischen Leiter Aktive sowie Jungschwinger in Personalunion.

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Edi Ritter und Lorenzo Mignola vor dem Trainingsplatz im Centro Sportivo
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Wie sehen die Zahlen bei den Jungschwingern und Aktiven aus?
Edi erklärt: „Zurzeit zählen wir bei den 8- bis 15-Jährigen fünf Jungschwinger. Wir stagnieren, und haben auch nach Veranstaltungen wie der Sportissima keinen grossen Zuwachs zu verzeichnen. Die Sportissima ist ein Tessiner Sportanlass, welcher einmal im Jahr auf sechs Sportanlagen durchgeführt wird. Dabei werden alle möglichen Sportarten angeboten. Man will, dass die Tessiner Bevölkerung verschiedene Sportarten ausprobieren kann. Am diesjährigen Anlass haben sich etwa 160 Buben beim Schwingen auf einem grossen Sägemehlring versucht. Meine Schwinger stammen aus der Sportissima 2011.
Der Bestand der Aktiven umfasst sieben Schwinger. Insgesamt zählt unser Verband momentan ein Dutzend Schwinger.“

Wo besuchten die Tessiner Schwinger dieses Jahr Schwingfeste?
„Von Frühling bis Herbst wurden Schwingfeste besucht“, erzählt der Präsident der Tessiner Schwinger. „Das waren Jungschwingertage, Nichtkranzerfeste und zwei Kantonalschwingfeste. Jedes Jahr sind wir beim Urner Kantonalen eingeladen, dort sind wir quasi Fixstarter. 2016 hätten wir das erste Mal statt mit vier sogar mit sechs Schwingern antreten können. Wir kamen dann mit fünf Schwingern, da der eine oder andere verletzt war. Mit den Aktiven traten wir zudem am Luzerner Kantonalen an. Es ist wirklich schön, denn wir werden innerhalb der Innerschweiz praktisch überallhin eingeladen. Aber wir können nicht an jedes Schwingfest gehen, nur schon wegen den Reisezeiten. Zudem will ich unsere Schwinger auch nicht an zu viele Anlässe schicken, um sie weiterhin „giggerig“ auf ein Fest zu halten. Es soll immer noch etwas Spezielles sein.
Mit den Jungschwingern waren wir beim Urner Kantonalen Nachwuchsschwingertag in Andermatt eingeladen. Bei den Jungschwingern dürfen wir jeweils nur bei den Urnern antreten. Denn die anderen Kantonalverbände haben selber genug Jungschwinger.
Insgesamt traten wir an mehr als 16 Schwingfesten an. Die Anlässe sind etwa fifty-fifty auf die Jungschwinger und Aktiven verteilt.“

Der erste Tessiner Aktive an einem Innerschweizerischen
Dieses Jahr konnte der Tessiner Kantonalverband mit Diego Pedrazzini zum ersten Mal einen Aktiven ans Innerschweizerische schicken. Das war für sie eine Riesenehre. Denn in der 123 jährigen ISV-Geschichte startete bisher noch nie ein Tessiner an einem Innerschweizerischen. Edi ergänzt: „Auch wenn Diego in Einsiedeln vier Mal der Rücken abgeputzt wurde, wobei jeweils nicht grad beim ersten Zug, bedeutet das für uns schon das Erreichen von einem gewissen Level. Natürlich hing die Teilnahme auch mit der Anzahl der versicherten Aktiven zusammen. Da streiten sich vielleicht auch die Geister der anderen Kollegen, welche sagen: Wir haben zu viele Nichtkranzer an einem Innerschweizerischen. Wenn man diese aber nicht mehr will, muss das Starterfeld auch nicht 220 Schwinger aufweisen. Aber: Wir müssen unsere Athleten auch langsam an solche Anlässe heranführen, damit sie sehen und erleben, wie das ist, wenn man in eine Arena mit knapp 9000 Zuschauern einläuft und schwingt.“

Gab es 2016 Zweiggewinne zu feiern?
Einen Kranzgewinn gab es bisher noch keinen zu feiern. Die Zweig-Ausbeute ist für 2016 nicht so ausgefallen wie in anderen Jahren. Der heute im Tessin wohnhaftete Schwingerfreund meint dazu: „Das ist auch nicht schlimm. Ich weiss nicht, ob es damit zu tun hat, dass die Jungs mittlerweile so bekannt sind und dementsprechend auch eingeteilt werden. Ich analysiere übrigens jedes Notenblatt von allen Schwingfesten. Im Herbst treffen wir uns zu einem gemeinsamen Nachtessen. Dabei schauen wir uns nebst Fotos auch die einzelnen Auswertungen an.“
Edi gibt nicht so viel auf einen Zweig-Gewinn und sagt: „Ein Zweig-Gewinn ist eine tolle Sache. Deswegen machen wir aber kein grosses Theater. Dieser Schwinger hat vielleicht das Glück, dass er körperlich gute Voraussetzungen mitbringt. Ein anderer ist vielleicht der bessere Techniker, ist aber ein Leichtgewicht und verliert deshalb ziemlich oft.“ Ihm geht es eigentlich mehr darum, um zu schauen mit welchen Griffen sie gewinnen oder verlieren. Dementsprechend wird das Training angepasst. Im Winter wird dann versucht, gewisse Details zu verbessern. Ziel ist es, während dem Wintertraining einen neuen Schwung hinzu zu lernen, und die anderen im Sortiment zu repetieren.

Das frühe Aufstehen der Tessiner Schwinger
Edi erläutert weiter: „Mein Jahresbericht beinhaltet keine Rangliste, wer der beste Jungschwinger oder Aktive ist. Für mich sind alle, die pflichtbewusst trainieren und an die Schwingfeste kommen, gut. Ich hatte in all den Jahren einen einzigen Fall, wo einer am Morgen nicht angetreten ist. Dieser Schwinger hat mich aber sogar vorgewarnt, dass er wegen einem Hilfseinsatz bei einem Dorffest am Morgen eventuell nicht da sein werde. Einige Schwinger fahren teilweise bis zu einer Stunde, bis sie hier im Centro Sportivo sind. Es sind immer alle pünktlich. Für den Herbstschwingertag Siebnen fuhren wir hier beispielsweise am Morgen um fünf Uhr los. Das hiess für gewisse Athleten, dass sie um vier Uhr morgens von zuhause fortfahren mussten.“

Edi Ritter will überdies keinen Bonus vom ISV oder ESV. Dazu erklärt er: „Ich will nicht, dass man zu hören bekommt: Die Tessiner dürfen einfach. Das finde ich nicht gut.“
Beim vierten Teil zum Schwingsport im Tessin werde ich mich unter anderem dem ersten Nichtkranzer-Schwingfest in der Sonnenstube, welches in Gudo über die Bühne ging, widmen.

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Am Samstag, 10. Dezember öffnet der „Earl Music Club“ seine Tore

Nachdem die Tore des Konzertlokals „Vorhöll“ im Stalden sich anfangs dieses Jahres schlossen, fehlte im Muotatal regelrecht eine derartige Lokalität, wo verschiedenste Konzerte oder kleine Theateraufführungen durchgeführt werden konnten. Am kommenden Samstag wird mit der offiziellen Eröffnung des „Earl Music Club“ an der Industriestrasse 6 in Ried-Muotathal SZ diese Lücke wieder geschlossen. Auf der clubeigenen Facebook-Seite findet man dazu folgende Informationen: „Der EARL MUSIC CLUB ist das Vereinslokal des Earl-Verein-Muotathal. Hier werden in loser Folge Konzerte und andere kulturelle Anlässe (zum Beispiel Filmabende) veranstaltet.“ Die Betreiber des kleinen, aber feinen Lokals werden Hugo „Hügi“ Schelbert („Bächelers“), Ralph „Hoss“ Gwerder („Schmalauelers“) und Markus „Märki“ Betschart („Gigärä Pitschä“) sein. Am 10. Dezember wird der Einstand mit einem Konzert der HOLY JUICE aus Steinen SZ gefeiert.

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Die drei Club-Betreiber: Märki, Hoss und Hügi (von links)
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Vorgeschichte
Hügi, Hoss und Märki redeten schon länger davon, irgendwann einen eigenen Music Club zu eröffnen. Sie schauten deswegen im Muotatal geeignete Räumlichkeiten an. Hölloch-Wirt Bruno Suter schlug ihnen vor einiger Zeit das geschlossene Restaurant Pragelpass vor. Da das Gebäude aber wegen Abbruch und Erstellung eines Neubaus nur etwa zwei Jahre zur Verfügung gestanden hätte, lehnten sie dieses Angebot ab. Ein leer stehender Raum in Hügi‘s Elternhaus war auch kurzzeitig ein Thema. Sie liessen die Idee aber wieder fallen, da es sich um ein Wohnhaus handelt und ringsherum Leute wohnen. Irgendwann sagte ihnen Daniel Inderbitzin, ein Bandkollege von Hügi, dass eine grössere Fläche bei der Inderbitzin AG im Ried schon seit mehr als einem Jahr zur Vermietung ausgeschrieben sei. Die Fläche erstreckt sich über vier Container mit dünnen Zwischenwänden. In diesen waren einst die alten Büros der Inderbitzin AG und provisorische Schulräume untergebracht. Hügi erklärt: „Als wir auf diese Räumlichkeit kamen, ergab sich Schritt um Schritt. Nachdem wir die Bareinrichtung der geschlossenen Vorhöll gekauft haben, begannen wir ernsthaft darüber nachzudenken, hier drin Konzerte zu veranstalten.“ Märki ergänzt: „Als wir wussten, dass wir das mieten werden, haben wir bewusst auf dieses Ziel hin gearbeitet.“ „Nachdem wir uns mit den Verantwortlichen der Inderbitzin AG einig waren, haben sie sogar die Zwischenwände rausgerissen und die Ausmasse des Raumes wurden ersichtlich“, fügt Hoss an.

Woher stammt der Name des Clubs?
„Earl“ ist der Name eines Buses, den Hügi, Hoss und Märki einst besassen. Es handelt sich dabei um einen VW LT, Baujahr 1978, und war ursprünglich als Wohnmobil im Einsatz. Nach dem Kauf 2003 entfernten sie den Küchenteil, damit fünf Personen im Bus schlafen konnten. Mit Earl waren die drei Freunde bis 2015 regelmässig unterwegs. Ein Nachfolger musste inzwischen wieder her, dieser hört auf den Namen Tumbler.
Hoss malte als Erinnerung anhand einer Vorlage das Bild von Earl an eine Wand im neuen Club. Earl heisst eigentlich ausgesprochen „Extravagantes aussergewöhnliches Raumlastfahrzeug“. Wobei zuerst die Kurzform war und der lange Zusatz später dazu gedichtet wurde. Hoss sinniert: „Wir sind mehr als zehn Jahre mit diesem Bus rumgefahren. Er ist uns schon ans Herz gewachsen“, und Hügi meint: „Earl entwickelte sich besonders bei den Jungen im Thal zu einem Begriff.“ Märki weiter: „Es hat halt auch mit Musik zu tun. Zuerst war Earl der Band-Bus unserer Trashmetal-Band Ambrossia.“
Die drei gründeten den Earl-Verein-Muotathal als Trägerschaft für das Konzertlokal. Für sie ist es eine Absicherung sowie Stütze, und vereinfacht vieles bei der Organisation rund um den Club. Der Verein besteht nebst ihnen aus dem Ehrenmitglied Rolf Gwerder. Rolf war ursprünglich der „vierte Mann“, musste aber aus beruflichen und familiären Gründen etwas kürzer treten. „Rolf hat uns so oft wie möglich bei den Einrichtungsarbeiten geholfen. Putzte dabei alle Lüfter, schweisste und montierte Halterungen und half bei der Herrichtung des Vorhanges mit“, erzählt Hügi. Märki ergänzt: „Er war von Anfang an unser Ehrenmitglied. Wir wollen für unseren Verein momentan aber keine weiteren Mitglieder.“

Die Planung und Einrichtung
Am 5. November 2015 standen die drei zwecks Besichtigung zum ersten Mal vor der Tür des heutigen Music Clubs. Die anschliessende Planung führten sie selber durch. Die Überlegungen liefen in die Richtung, wo sich die Bühne befinden soll und dass wegen den Nachbarn die Wände isoliert werden müssen. Die bereits erstandene Bar-Theke zogen sie mit in die Planung ein. Im Voraus wurde Bruno Föhn, der Feuerschauer der Gemeinde Muotathal, angefragt, was sicherheitstechnisch alles zu machen ist. So zum Beispiel, dass ein Raum ab 50 Personen zwei Notausgänge haben muss. Hügi ergänzt: „Für das Gebäude, in welchem sich die Music Bar befindet, wurde eine Umnutzung vorgenommen. Damit hier auch ein Gastgewerbe-Betrieb untergebracht werden kann. Dies nahm sogar Stefan Inderbitzin von der Inderbitzin AG in die Hand. Dafür sind wir ihm dankbar. Wir haben selbstverständlich eine Bewilligung für die Betreibung des Clubs.“ Märki fügt an: „Wenn wir schon etwas investieren, soll auch alles korrekt abgesichert sein.“
Die Einrichtungsarbeiten liefen von März bis Oktober. Die Hauptarbeit ist verrichtet, ein paar kleine Details sind noch zu machen. Hoss erzählt: „Wir nahmen es locker und liessen uns Zeit. Die Arbeiten schritten aber jeweils gut voran, und machten uns auch Spass. Nebst der Bar sind auch die Tischchen, Hocker und die Lampen oberhalb der Theke von der Einrichtung der Vorhöll. Der feuerfeste Vorhang hinter der Bar und der Bühne bekamen wir als Sponsoring-Beitrag vom Theater Muotathal.“ Die Inderbitzin AG unterstützte die drei tatkräftig und installierte ihnen unter anderem Deckenradiatoren zur Beheizung des Raumes. Wie bereits erwähnt, griff ihnen bei der Einrichtung Rolf Gwerder unter die Arme. Weiter half ihnen bei vielen Arbeiten auch Beat Immoos, ein Kollege von der Band Bad Sin. Märki ist Elektromonteur, Ralph Möbelschreiner und Hügi Automechaniker: Drei Handwerker mit Berufen, welche ideal für viele Arbeiten waren. So konnten sie vieles selber machen und dabei auch einiges an Geld einsparen.
Eine neue Lichtanlage wurde angeschafft. Die komplette Musikanlage wurde von Märki beigesteuert. Der Club verfügt über eine Bühne und ist mit Musikinstrumenten eingerichtet, eine sogenannte Back-Line. Auftretende Bands dürfen davon Gebrauch machen, und müssen so nur ihre persönlichen Instrumente wie beispielsweise Gitarren mitnehmen.

Wie sah die Finanzierung aus?
Hügi, Hoss und Märki finanzierten alles selber. Jeder investierte eine grössere Summe in das Unterfangen Earl Music Club. Die endgültige Abrechnung wurde noch nicht gemacht. Für laufende Rechnungen errichtete der Earl Verein ein eigenes Bankkonto. Wie Hügi erklärte, ist es deshalb ihre Absicht, einmal im Monat ein Konzert durchzuführen. Damit Geld reinkommt, um die Investitionen abzahlen zu können. Märki: „Schön wäre es, wenn die getätigten Investitionen irgendwann abbezahlt sind.“
Der Raum des Clubs ist etwa 79 Quadratmeter gross und erfüllt gerade noch die Grösse für einen Raucherraum. Die Betreiber rechnen damit, dass um die 100 Personen Platz im Club finden werden. Zudem sind genügend Parkplätze zwischen den beiden Firmen Imhof Carrosserie- und Spritzwerk sowie der Inderbitzin AG vorhanden. Dies in einem abgegrenzten Bereich, damit auf der Seite, wo sich Wohnhäuser befinden, keine Lärmemissionen entstehen können.

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„Earl“, der Namensgeber des Clubs
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Was wird im Earl Music Club alles angeboten?
Das Ziel ist, dass der Club einmal im Monat an einem Samstag geöffnet hat, und ein Anlass durchgeführt wird. Die Tore werden dann jeweils von 19 bis maximal 4 Uhr in der Früh offen sein. Dafür wird vorgängig eine Bewilligung für die Verlängerung eingeholt. Es werden nur kleine Snacks, aber keine warmen Speisen serviert. Bei den Getränken ist keine grosse Karte vorgesehen. Im Angebot werden Mineralwasser, Bier, Wein und ein paar Spirituosen sein. Die drei wollen nicht eine Bar in dem Sinne betreiben, sondern einen Konzertraum mit beschränktem Verpflegungs-Angebot.
Nebst Konzerten wollen sie auch Filmabende durchführen. Zu diesem Zweck haben die Betreiber eine Leinwand beim Bühnenbereich samt einem Beamer und einem entsprechenden Dolby Surround-System installiert. Hügi erklärt: „Möglich wäre auch das Aufführen von Kleintheatern mit etwa fünf Personen, wie sie auch schon in der Vorhöll stattgefunden haben. Wir sind für alles offen.“ Märki ergänzt: „Ganz allgemein gesagt, können hier verschiedene kulturelle Sachen gezeigt werden. Künstler von der Kleinkunst-Szene würden hier gewissermassen Platz finden. Es steht nächstes Jahr auch eine Techno-Party auf dem Programm. Einen Filmabend kann es aber durchaus auch spontan dazwischen geben.“
Die drei betonen, dass sie kein Aufnahmestudio seien, wie im Bote der Urschweiz geschrieben wurde. Aufnahmen für Bands könnten aber durchaus getätigt werden.

Welche Schwierigkeiten galt es seit der Idee bis zur Eröffnung des Clubs zu meistern?
Märki dazu: „Eigentlich überhaupt keine. Es lief alles relativ gut ab. Alle Bewilligungen und Genehmigungen wurden uns ohne Probleme und rasch erteilt. Da waren wir am Anfang im ungewissen und wussten nicht, wie das ablaufen würde.“ Hügi sieht es so: „Es gab schon manchmal Zeiten, wo es ein wenig stockte und nicht vorwärts ging. Dazu kamen auch kleine Verzögerungen. Zudem mussten wir auch manchmal zusammen sitzen und das weitere Vorgehen besprechen. Wir drei sind jedoch unkompliziert und konnten uns immer auf gute Lösungen einigen.“ Hoss weiter: „Ich habe nebst anderem auch die Ausschankbewilligung eingeholt. Was die Gemeindebehörde und den Gemeinderat von Muotathal betrifft kann man sagen, dass alles sehr unkompliziert ablief. Wir sprechen ihnen dafür unseren Dank aus. Das einzige, was uns ab jetzt in die Quere kommen könnte, könnten die Nachbarn sein. Wenn wir eventuell zu laut sein sollten.“
Die Nachbarn rings um den Music Club haben die drei vorgängig mit einem Flugblatt informiert und luden sie am 12. November zu einem Apéro ein. Ein paar von ihnen kamen, und konnten so die Clubbetreiber und das Lokal kennen lernen. An jenem Tag fand zudem ein „Soft-Opening“ mit ein paar geladenen Kollegen und Mitmusikern statt. Eingeladen waren auch die Verantwortlichen der Inderbitzin AG. Es waren um die 40 Personen anwesend. Die drei erzählten, dass es für sie zudem auch ein kleiner Test war, da sie bisher noch nie einen Club führten. Unisono erklärten die drei Freunde, dass es ein guter und gemütlicher Abend war.

Die Vorfreude zur bevorstehenden Club-Eröffnung ist gross
Der Club wird in erster Linie von den drei betrieben, bei Bedarf mit Unterstützung von Rolf und Alex Gwerder. Hoss erklärt: „Wenn uns Kollegen helfen wollen, können sie dies gerne tun. Einige haben uns bereits ihre Hilfe angeboten. Es wird sich dann zeigen, wie viele Leute es in Zukunft benötigt.“ Märki: „Wir waren schon an vielen Konzerten und sahen dabei viele Dinge, die man eigentlich besser machen könnte. Auch als Musiker bringen wir unsere gemachten Erfahrungen mit ein.“ Hügi ergänzt: „In den meisten kleinen Lokalen musst du jeweils alles selber mitnehmen und aufstellen. Das fällt hier weg. Fast nirgends triffst du auf eine komplette Musik- und Instrumenten-Einrichtung.“ Sie haben eine grosse Freude, dass es nun bald losgeht und erwarten coole Abende.
Das Echo zur bevorstehenden Eröffnung des Clubs sah bisher äusserst positiv aus. So erschien im Bote der Urschweiz am 30. November ein Bericht, und im Muotathaler Info-Blatt fanden sie ebenfalls Erwähnung. Weiter erhielten Hügi, Hoss und Märki auch positive Feedbacks via Facebook, wo sie vor kurzem eine eigene Seite eröffneten. Hügi dazu: „Viele Leute freuen sich, dass es ein kleiner Club wie im Stil von den nicht mehr geöffneten Vorhöll oder Kult-Turm geben wird. Für die Bands wird es von der Grösse her ein dankbarer Ort zum Auftreten sein.“ So haben schon etliche Bands um eine Auftrittsmöglichkeit nachgefragt. Bis und mit März ist schon jeder Monat ein Anlass geplant.

Die Philosophie des Earl Music Clubs
Die Clubbetreiber möchten kleine Konzerte für ein kleines Publikum durchführen und dabei Rockmusik in den verschiedensten Facetten anbieten. Die Stilrichtung soll dabei möglichst breit gefächert sein. Hügi ist folgendes wichtig: „Im Bastards Place werden auch Konzerte durchgeführt, und wir möchten sicher nicht deren Konkurrenz sein. Unser Club ist ein Konzertlokal und wir möchten in erster Linie eine Auftrittsmöglichkeit für kleine Künstler bieten. Das Bastards Place ist im Gegensatz zu uns ein Restaurant und kein Konzertlokal im üblichen Sinne. Ein Restaurant, wo auch Konzerte angeboten werden.“ Hoss erläutert weiter: „Nick Betschart vom Bastards Place organisiert zwar schon verschiedenste Bands. Schlussendlich fährt er aber eher die Rock-Schiene. Wir möchten aber auch Death Metal-Konzerte oder Techno-Partys anbieten. Wir sehen uns daher quasi als Ergänzung. Es schadet gar nicht, den Muotathalern auch andere Musikrichtungen nahe zu bringen. Es ist zudem unser Ziel, dass auch Leute von Schwyz und Umgebung in den Club kommen.“

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Der kleine aber feine Earl Music Club
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Hügi, Hoss und Märki erklärten zum Schluss, dass sie bei der Einrichtungsarbeit eine gute Zeit hatten. Sie sahen sich dadurch wieder viel mehr, wie in ganz jungen Jahren. Das schweisste sie wieder zusammen. Früher spielten die drei Musiker gemeinsam bei der Death Metal-Band Ambrossia. Als die Band aufgelöst wurde, sahen sie sich automatisch weniger. Man kann wirklich sagen: Drei Freunde verwirklichten sich mit dem Earl Music Club einen lang gehegten Traum.
Ich erhielt beim Gespräch einen hervorragenden Eindruck von dem Lokal: Ein gemütlicher und angenehm eingerichteter Konzertraum. Man fühlt sich dort sofort wohl.

feldwaldwiesenblogger

„Keep The Valley Loud“ – Ein CD-Projekt mit Muotathaler Rockbands wird am 28. Januar 2017 getauft

Am 28. Januar 2017 findet im Earl Music Club in Ried-Muotathal SZ eine vielversprechende CD-Taufe statt. Der Silberling, ein Sampler, hört auf den Namen „Keep The Valley Loud“. Ein Ausschnitt aus dem dazugehörigen Pressetext umschreibt in groben Zügen was uns bei dieser CD erwartet: „Im Muotathal ist nicht nur die Natur roh, sondern auch die Musik“ – Rockmusik made im Muotatal.

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Jonas Marty am Mischpult
Bildquelle: Jonas Marty

Der Vater des CD-Projektes ist Jonas Marty
Die Idee zu diesem CD-Projekt hatte Jonas Marty. Der 27-Jährige ist im Muotatal aufgewachsen, wohnt jetzt in Brunnen und ist von Beruf Elektroniker. Jonas spielt bei den beiden Bands Dreadful und Ping Machines Leadgitarre und steuert die Backing Vocals bei. Nebenbei spielt er noch bei Projekten wie den „Dear Misses“ mit, von welchen auch ein Song auf dem Tonträger verewigt wurde.
Vor drei Jahren bewarb sich der Muotathaler für das Tonmeister-Studium an der Zürcher Hochschule der Künste. Jonas reichte dazu ein Dossier mit einigen Aufnahmen ein. Darunter ein Song, welcher auch auf der CD zu hören sein wird. Da die Kriterien sehr streng sind, und für ein Tonmeister-Studium nur sehr wenige Plätze vergeben werden, schaffte es der leidenschaftliche Gitarrist leider nicht. Das CD-Projekt erlebte 2013 bei den Aufnahmen für das eingereichte Dossier quasi seine Geburtsstunde. Dies brachte Jonas auf die Idee, eine CD mit Aufnahmen von verschiedenen Muotathaler Rockbands auf die Beine zu stellen. Für den Sampler suchte er sich einen coolen Namen, wo das Muotatal miteinbezogen ist: „Keep The Valley Loud“ war geboren.

Wer ist alles auf „Keep The Valley Loud“ zu hören?
Auf dem Sampler sind 15 Formationen zu hören: Sobchak, The Sinalcos, Five And A Half Thumbs, Dreadful, Infinitas, dustyboots, Ping Machines, Polution, The Late Birds, Dear Misses, Krolok, Abe & the Lincolns, Boiaggätüüfel, Kerry & The Layzers und AC/DC 2. Dabei handelt es sich um Muotathaler Bands oder Bandprojekte. In einem einzigen Fall, den Ping Machines, um eine Schwyzer Band. Aber mit einem Muotathaler Gitarristen, nämlich niemand geringerem als dem Mastermind Jonas Marty. Die Bands The Sinalcos, Five And A Half Thumbs und Kerry & The Layzers gibt es inzwischen nicht mehr. Bei „Dear Misses“ und „AC/DC 2“ handelt es sich um Projekte. „Boiaggätüüfel“ ist ein einmaliges Solo-Projekt von Sanchez (Christian Betschart).
Auf die Frage, wo er die Bands alle aufgestöbert habe, meint Jonas: „Weil ich selber Musik mache, kenne ich all diese Bands, und fragte sie darum auch an. Ich versuchte ihnen, mein Projekt schmackhaft zu machen. Es sagten praktisch alle angefragten sofort zu. Die Idee wäre gewesen, nur eigene Songs aufzunehmen. Das war aber schwierig, da einige Bands nur Covers spielen. Insgesamt machten etwa 45 Musiker mit. Einige sind sogar zwei bis drei Mal zu hören. Das Alter der teilgenommenen Musikanten bewegt sich etwa zwischen 24 und 65 Jahren.“

Welche musikalischen Stilrichtungen werden auf der CD abgedeckt?
Auf der CD findet man acht Eigenkompositionen und sieben Coverversionen von nachgespielten Songs. Jonas beschreibt die eingespielte Musik im Pressetext so: „Dreckig muss sie sein. Böse. Manchmal auch lieblich. Aber immer laut.“ Die musikalische Stilrichtung ist Rock in seinen verschiedenen Facetten: Stoner-Rock, Rockabilly, Death Metal, Blues, Countryrock, Hardrock, Rock’n’Roll, Punkrock, Psychedelic Rock, Heavy Metal und Roadmusic. Eine bunte Mischung also.
Die meisten Songs wurden im Dreadful-Proberaum aufgenommen. Das Aufnahme-Equipment stammt von Jonas‘ Band Dreadful. Dabei handelt es sich unter anderem um einen PC mit einem entsprechenden Aufnahmeprogramm. Einige Sachen, wie beispielsweise spezielle Mikrofone, lieh er sich von Infinitas, einer Muotathaler Metalband aus. Diese sind ebenfalls auf dem Sampler zu hören. Selv Martone und Piri Betschart von besagter Band nahmen auch die eine oder andere Band auf. Zudem stellten Infinitas ihren Proberaum samt ihren Gerätschaften zum Abmischen der Songs zur Verfügung.
AC/DC 2 nahmen ihren Song selber auf, ebenso das Solo-Projekt „Boiaggätüüfel“. dustyboots gingen für die Aufnahme ihres Songs in ein Studio. Für zwei Bands, Polution und Ping Machines, nahm Jonas die Aufnahmeutensilien in ihren bandeigenen Proberaum mit. Das Mastering der meisten Songs, die sogenannte Endbearbeitung von Tonaufnahmen und der letzte Schritt der Musikproduktion, führte Deezl Imhof im Foolpark in Kriens LU durch.
Laut Jonas lief im Grossen und Ganzen alles reibungslos ab. Technische Schwierigkeiten gab es nur wenige zu meistern. Es handelte sich dabei nur um kleine Details, wie beispielsweise falsche Aufnahme-Einstellungen.

Wie sieht die Finanzierung dieses Projektes aus?
Das ganze CD-Projekt verursachte Kosten von etwa 2‘500 Franken. Jonas stellte deswegen bei der Kulturkommission Muotathal ein Gesuch und erhielt einen Unterstützungsbeitrag von 1‘000 Franken. Der Musiker hofft nun, dass er die restlichen Kosten bei der CD-Taufe und beim Verkauf der CD’s reinholen wird.
Für die Gestaltung des CD-Covers und dessen Layout war Jonas‘ Freundin Sandra Magnusson verantwortlich. Als Basis nahm die studierte Grafikdesignerin ein von Jonas selber gemachtes Foto vom „Grossen Band“ her übers Muotatal. Das Ergebnis des Artworks, der künstlerischen Bildgestaltung, sind Covers mit gelbem und blauem Bild.
Wie bereits erwähnt, erfolgte der Startschuss zu diesem Projekt 2013. Ende 2016 wird alles fertig sein. Die Aufnahmen fanden von 2013 bis 2016 während dreier Jahre statt. Ebenso das Abmischen der Songs. Jonas erläutert dazu: „Da der Earl Music Club am 10. Dezember eröffnet wird, fand ich es eine gute Idee, mit ihnen einen Termin für die CD-Taufe abzumachen. Das bedeutet für mich Ansporn aber auch Druck, die CD fertig zu stellen.“

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Gelbes CD-Cover zum Sampler „Keep The Valley Loud“
Bildquelle: Jonas Marty

Die CD-Taufe wird im Earl Music Club über die Bühne gehen
Die Leute in Jonas‘ Umfeld fragten in letzter Zeit immer wieder nach der CD-Veröffentlichung. Diese wird nun am 28. Januar 2017 im Earl Music Club getauft. Parat sein werden dann 500 CD’s mit blauem und 500 CD’s mit gelbem Cover. Wer nicht an der Taufe teilnehmen kann, hat die Möglichkeit, den Silberling anschliessend bei Jonas direkt zu kaufen. Bei cede.ch wird sie erhältlich sein, wahrscheinlich auch beim Guitar Store Manea und Urs Schelbert (Bächelers). Auf einer Plattform im Internet (bandcamp.com) wird man die Songs entweder online beziehen, oder aber eine CD-Bestellung direkt an Jonas auslösen können.
Zur eigentlichen CD-Taufe hat sich Jonas noch keine grossen Gedanken gemacht. Er sagt dazu: „Was genau laufen wird, ist noch geheim. Diejenigen Bands, welche spielen möchten, können sicher auftreten. Eventuell treten auch jene auf, welche sonst nie live zu sehen sind. Alle Bands werden sowieso nicht auftreten. Eine völlig durchdachte Sache wird das nicht geben. Es soll locker sein, und man soll sich überraschen lassen.“ Die Organisation führt er zusammen mit den Earl Music Club-Betreibern durch.

Ein musikalisches Zeitdokument
Keep The Valley Loud“ ist ein musikalisches Zeitdokument von Muotathaler Rockbands, welche es zurzeit im Muotatal gibt, oder zumindest während den Aufnahme-Sessions noch gab. Jonas findet, dass es auf der CD das und dieses zu entdecken gebe. Rückblickend erklärt er zu seinem Projekt: „Ich habe aufnahmetechnisch viel gelernt. Die Aufnahmen dauerten gewöhnlich von 9 Uhr morgens bis spät abends und wir hatten dabei meist ein richtiges Fest. Während dem Projekt kamen mir ab und zu schon Gedanken, dass es viel Arbeit ist, und ob ich das tatsächlich beenden soll. Aber ich wollte dies durchziehen. Auch schon deshalb, weil ich allen Beteiligten sagte, dass ich es zu Ende bringen werde.“
Ob er weitere solche Projekte plant, kann er heute noch nicht sagen: „Ich weiss aber, dass ich sicher nicht mehr alles selber machen werde. Entweder nehme ich auf, oder ich mische ab. Was ich mir vorstellen könnte, wäre ein Sampler mit Songs von Bands, welche mir ihre Songs zustellen.“
Jonas hat sich zuhause ein kleines Studio eingerichtet und möchte in Zukunft noch mehr aufnehmen. Vor allem seine eigenen Songs. Er möchte dies aber nicht zu seinem Beruf machen. Denn der Spass steht im Vordergrund und er macht am liebsten Sachen, die ihm auch gefallen.
Er hat auch schon für seine Band Ping Machines Songs aufgenommen und abgemischt. Er behauptet von sich, dass er mehr der Livemusiker ist als der Techniker. Das Aufnehmen und Abmischen sei zudem auch Mittel zum Zweck. Nebenbei mischt er auch ab und zu an Konzerten für andere Bands.

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