Wie geht es eigentlich Michael Bächli, dem hoffnungsvollen Talent aus dem Aargau?

Michael Bächli gewann 2014 mit erst 16 Jahren beim Baselstädtischen Schwingertag den ersten Kranz. Im Jahr darauf lancierte der 203 Zentimeter grosse Sennenschwinger mit vier Kränzen eine hoffnungsvolle Karriere. Leider verletzte er sich im August 2015 schwer und musste darauf eine längere Pause einschalten. Um Michael wurde es seither ruhig. Wie geht es eigentlich dem Wirtschaftsmittelschüler, welcher am 18. Juli 19 Jahre jung wird?
Ich wollte es genauer wissen, griff zum Telefonhörer und stellte dem in Würenlingen AG wohnenden Talent einige Fragen.

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Michael Bächli
Bildquelle: Facebook-Seite von Michael Bächli

Wie geht es dir? Kannst du wieder ganz normal trainieren?
Im August 2015 riss ich mir beim Basellandschaftlichen Kantonalschwingfest das Kreuzband im rechten Knie. In der Folge machte ich Rehabilitation und nahm das Training wieder auf. Im Mai 2016 zog ich mir im Training erneut einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu. Seither sind nun sieben Monate vergangen. Das Kraft- und Konditionstraining gehen nun ohne Einschränkung, und es läuft gut dabei. Jetzt steht für mich der Schritt zurück ins Sägemehl bevor: Schwingtraining kann ich zurzeit noch nicht absolvieren, das werde ich wohl in einem Monat aufnehmen.

Wie sah dein bisheriger Weg zurück aus?
Ich wurde beide Male von Doktor Hennig Ott operiert. Darauf folgte die Physiotherapie bei Felix Zimmermann im ALTIUS Swiss Sportmed Center in Rheinfelden. Die Rehabilitation, welche gut verlief, ist noch nicht ganz abgeschlossen und befindet sich in der finalen Phase. Ich hatte dabei praktisch keine Rückschläge zu verzeichnen und bin zuversichtlich, dass der Weg zurück weiterhin gut verlaufen wird.

Wer oder was hat dich in dieser, sicher nicht immer ganz einfachen Zeit unterstützt und begleitet?
Sicher mein ganzes Umfeld. Meine Familie und mein Trainer Tommy Herzog waren in dieser Phase sehr wichtig für mich. Natürlich sind sie es auch jetzt noch.
Nach der ersten Verletzung war das bevorstehende Eidgenössische in Estavayer meine Motivation. Ich absolvierte im Frühjahr 2016 einige wenige Schwingtrainings, die mich sehr positiv stimmten. Als ich mich wieder verletzte, halfen mir diese positiven Eindrücke die Motivation zu behalten.

Wie geht man mit so einer Verletzungsgeschichte eigentlich um?
Es war natürlich schon schwierig, da ich im Jahr 2015 gerade eine erfolgreiche Phase erlebte. Ich bin quasi von einem Hoch in ein Tief gefallen. Es gab danach Tage, in welchen es mir nicht so gut ging. Dann wieder Tage, wo es besser lief. Ich war aber immer motiviert, den
Weg zurück zu finden. Meine Motivation hat mir dabei sehr geholfen.

Wie sieht dein Training zurzeit aus?
Ich gehe momentan zweimal pro Woche in die Physiotherapie, absolviere ebenfalls zweimal pro Woche ein Athletiktraining bei Tommy Herzog und auf dem Programm steht noch eine weitere Kraft- und Ausdauereinheit.

Was für Schwerpunkte setzt du dir beim Training?
Momentan geht es um die Maximalkraftsteigerung. Bald geht es zum Schnellkrafttraining über, um die Rehabilitation abschliessen zu können.

Beinhaltet dein Training auch gezielte Prophylaxe und Vorbeugung hinsichtlich Verletzungen?
Ja. Wichtig ist vor allem, dass ich die Muskeln wieder aufbauen und so Stabilität generieren kann. Bei der Physiotherapie arbeitet man sowieso daran, Verletzungen vorbeugen zu können. Das hat viel mit Stabilität und Koordination zu tun.

Ich habe gesehen, dass die beiden Zuger Schwinger Pirmin und Marco Reichmuth auch bei Tommy Herzog trainieren?
Wir bilden zwar keine Trainingsgemeinschaft, aber wir haben den gleichen Trainier und die Trainingszeiten überschneiden sich manchmal. Wir absolvieren aber nicht jedes Training gemeinsam.

Du konntest mit Pirmin Reichmuth sicher Erfahrungen austauschen?
Ja, Pirmin durchlebte praktisch die gleiche Verletzungsgeschichte und dient mir gewissermassen als Beispiel. Da ich in gut einem Monat ins Sägemehl zurückkehren möchte, fragte ich ihn, wie er das damals erlebte und angestellt hat.

Du hast 2015 als 17-Jähriger gleich vier Kränze gewonnen, als Krönung den Brünigkranz. Ist das die Folge von gezieltem Aufbau und Training?
Vor den Erfolgen habe ich in die Sport-Kantonsschule gewechselt und begann mit Tommy Herzog zu trainieren. Dabei habe ich im physischen Bereich zugelegt, da das ganze Training professionalisiert wurde.

Bei welchem Schwingfest planst du dein Comeback?
Wenn alles gut läuft, sollte ich beim Aargauer Kantonalen in Brugg (7. Mai) starten können. Ganz genau kann ich das natürlich noch nicht sagen.

Wie sieht deine weitere Saisonplanung aus?
Wir können als Gäste ans Zürcher Kantonale, welches eine Woche nach dem Aargauer auf dem Programm steht. Diese Saison richte ich den Fokus darauf aus, an die vergangenen Erfolge anknüpfen zu können. Wichtig ist für mich, dass ich ein Fundament nach der langen Verletzungspause legen kann.

Welche Ziele hast du dir für 2017 gesteckt?
Das Wichtigste ist, dass ich gesund bleibe und auf die Sägemehlplätze zurückkehren kann. Mein Ziel ist es wieder das Level zu erreichen, das ich vor der Verletzung hatte, oder gar zu steigern. Ich kann momentan aber nicht richtig einschätzen auf welchem Level ich mich befinde.

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Michael Bächli und Steven Moser beim Weissenstein-Schwinget 2015
Bildquelle: Facebook-Seite von Michael Bächli

Mein Dank für die Informationen geht an die Adresse von Michael Bächli. Das hoffnungsvolle Schwing-Talent ist nun daran, seine 2015 unterbrochene Karriere wieder fortzusetzen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie er in selbem Jahr den Brünigkranz gewann. Da verrichtete ein baumlanger Jüngling beste Arbeit im Sägemehl und überraschte die meisten Zuschauer mit seiner effizienten Schwingweise.
Für den Wiedereinstieg und seine weitere Karriere wünsche ich dem jungen Aargauer alles Gute, viel Erfolg und in erster Linie beste Gesundheit!

feldwaldwiesenblogger

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