Was darf man von den Nordwestschweizer Schwingern 2017 erwarten? – Experten-Meinung zu Beginn der neuen Saison

Text: Wolfgang Rytz und feldwaldwiesenblogger / Foto: Wolfgang Rytz

Bei den Experteneinschätzungen sind wir bereits beim vierten Teilverband angelangt: Dem Nordwestschweizerischen Schwingerverband (NWSV). Für diesen Part zeichnet sich Wolfgang Rytz, eine freier Sportjournalist aus dem Aargau, verantwortlich. Ihm stellte ich den gleichen Fragenkatalog wie schon den anderen drei Teilverbands-Experten zu. Wolfgang beantwortete mir die Fragen schriftlich.

Laut Schwingfest-Agenda starten die Nordwestschweizer Schwinger am 25. März mit dem Hallenschwinget Brunegg in die neue Saison. Auf der SCHLUSSGANG-Homepage ist ersichtlich, dass als bisher einziger Spitzenschwinger der Neueidgenosse Patrick Räbmatter gemeldet ist. „Räbi“, wie er von seinen Fans genannt wird, sorgte letztes Jahr für einige Furore.

Räbmatter zählt man in der Nordwestschweiz zu den „jungen Wilden“. Nebst ihm holten sich in Estavayer auch die Jungen Nick Alpiger sowie David Schmid und die Routiniers Bruno Gisler sowie Mario Thürig den so begehrten eidgenössischen Kranz. Dem Arrivierten Christoph Bieri fehlte dazu leider das so berühmte „Vierteli“. Für Remo Stalder, den Neueidgenossen von Burgdorf, war beim ESAF2016 bereits nach vier Gängen Schluss.
Trotzdem: Fünf Eidgenössische Kränze, darunter drei neue Eidgenossen, ist für den „zweit kleinsten“ Teilverband ein schöne Ausbeute.

Was man in der neuen Saison von den Nordwestschweizern erwarten darf, erklärt nachfolgend Wolfgang.


Wolfgang Rytz, NWSV-Experte

Hast du mitbekommen, welche Schwinger bereits schon in einer ausgezeichneten Form sind?
Die beiden Neueidgenossen Patrick Räbmatter und Nick Alpiger befinden sich in einem intensiven Saisonaufbau. Der dritte Aargauer Neueidgenosse, David Schmid, ist nach einer Operation hingegen noch rekonvaleszent. Er wird verspätet in die Saison eingreifen. Weil der erste NWSV-Wettkampf erst am 25. März auf dem Programm steht, sind detailliertere Angaben über den Formstand der Schwinger noch nicht möglich.

Welche Schwinger werden 2017 für Furore sorgen? Könnte es gar Überraschungen geben?
Im Mittelpunkt werden sicher die drei Aargauer Neueidgenossen Räbmatter, Alpiger und Schmid stehen. Die arrivierten Eidgenossen Bruno Gisler, Mario Thürig, Christoph Bieri und Remo Stalder geben aber ihre Vormachtstellung sicher nicht kampflos preis, was eine spannende Saison verspricht. Immer für eine Überraschung gut ist „Räbi“, wie er letztes Jahr am Berner Kantonalen mit seinem Sieg über Schwingerkönig Matthias Sempach gezeigt hat.

Welche Schwinger könnten den Sprung nach vorne schaffen?
Das Augenmerk gehört einerseits dem 19-jährigen Zurzacher Michael Bächli, der nach zwei Kreuzbandrissen wieder Anschluss an die Spitze sucht. Andererseits ist den jungen Freiämtern, angeführt von den Gebrüdern Andreas und Lukas Döbeli, einiges zuzutrauen. Dasselbe gilt auch für den Baselbieter Janic Voggensperger.

Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus?
Wie bereits in der Antwort zuvor angesprochen, ruhen die Hoffnungen auf den jungen Schwingern um 20 Jahre herum. Da hat der Nordwestschweizer Verband grosse Hoffnungen, dass diese die alte Garde mit Gisler, Thürig und Bieri in den nächsten Jahren gleichwertig ablösen können.

Welche Arrivierten werden nach wie vor den Ton angeben?
Auch hier sind die Namen bereits gefallen: Kranzfestsiege in der Nordwestschweiz werden nochmals über Gisler, Thürig und Bieri führen. Doch es würde nicht überraschen, wenn sich beispielsweise Alpiger oder Räbmatter vermehrt in diesen Kampf einmischen.

Werden die Neueidgenossen überzeugen?
Bestimmt werden Nick Alpiger und Patrick Räbmatter vermehrt an der Nordwestschweizer Spitze mitmischen. Für David Schmid dürfte es infolge des beeinträchtigen Wintertrainings schwieriger werden. Aber der Fricktaler hat letzte Saison bereits verspätet in die Saison eingegriffen und war dann gleich vorne dabei.

Könnte die Unspunnen-Selektion für einige Schwinger zur „Nervenfalle“ werden?
Daran glaube ich nicht. Für die drei Neueidgenossen geht es zuerst um die Bestätigung ihres Kranzgewinnes in Estavayer. Gelingt ihnen dies, sind sie auch in Interlaken dabei.

Wo siehst du Negativpunkte oder gar Handlungsbedarf beim Verband?
Daniel Dreier ist schon seit 15 Jahren NWSV-Verbandspräsident. Im Januar liess er sich mangels Nachfolger nochmals für drei Jahre wählen. Inzwischen werden aber jüngere Kräfte sowohl fürs Präsidium wie für den technischen Bereich aufgebaut.

Gibt es bei den Kantonalverbänden und Schwingklubs sogenannte „Problemkinder“?
Problemfälle gibt es in jedem Teilverband. Jeder Kantonalverband hat zurzeit ein paar schwache Klubs. Seit Jahren fehlen dem Baselstädtischen Verband genügend Aktivschwinger.

Wie siehst du für 2017 das Stärkeverhältnis der Nordwestschweizer im Vergleich mit den anderen Teilverbänden?
Die Nordwestschweiz hat den vierten Platz unter den fünf Teilverbänden mit den drei Neueidgenossen in Estavayer gefestigt. Im Vergleich zur Südwestschweiz ist der Vorsprung deutlich grösser geworden. Ob nach guten Jahren von Bruno Gisler, Mario Thürig und Christoph Bieri bald ein neuer Spitzenschwinger von eidgenössischem Format heranwächst, bleibt abzuwarten.

Vielen Dank Wolfgang, für deine Einschätzung des Nordwestschweizerischen Schwingerverbandes!

feldwaldwiesenblogger

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