Langsam aber sicher trennt sich die Spreu vom Weizen: Eine Momentaufnahme bei den Teilverbänden

Text: feldwaldwiesenblogger

Die ersten beiden Bergkranzfeste der Saison 2017 sind bereits Geschichte, ebenso mit dem Nordostschweizerischen (NOS) das erste Teilverbandsfest. Langsam aber sicher beginnt sich die Spreu vom Weizen zu trennen. Oder anders gesagt: Bei den sogenannt „härteren“ Kranzfesten wie den Bergfesten oder den Teilverbandsfesten haben bisher Schwinger gewonnen, welche dieses Jahr bereits ein Kantonal- oder Gaufest gewinnen konnten. Nachfolgend eine Momentaufnahme bei den Teilverbänden.


Joel Wicki bezwingt beim Stoos-Schwinget im Schlussgang Philipp Laimbacher
Bildquelle: srf.ch

Die neue Nummer 1 in der Innerschweiz
Joel Wicki kommt nach seinem Comeback immer besser in Fahrt und gewann der Reihe nach das Ob- und Nidwaldner Kantonale, den Stoos-Schwinget und nun auch das Basellandschaftliche Schwingfest. Obwohl der junge Sörenberger (noch) kein Eidgenosse ist, hat er sich damit zu der neuen Nummer 1 der Innerschweizer hochgearbeitet. Nicht umsonst führt Wicki derzeit die SCHLUSSGANG-Jahreswertung an.
Auf Platz fünf dieser besagten Wertung folgt der Aufsteiger der diesjährigen Saison, der Zuger Marcel Bieri. Nach dem Sieg beim Zuger Kantonalen folgten in überzeugender Manier vier weitere Kränze.
Gleich hinter Bieri folgt mit Benji von Ah der nächste Innerschweizer. Er gewann in dieser Saison zwar noch kein Kranzfest. Nach einem eher harzigen Start bei den Frühjahrsschwingfesten ist der Obwaldner nun gut in der Saison drin und holte sich mit starken Leistungen (sieben bezwungene Eidgenossen!) bereits vier Kränze.

Die neue Nummer 1 in der Ostschweiz
Samuel Giger gewann am Pfingstmontag souverän das Glarner-Bündner Kantonalfest. Der erst 19-Jährige wurde beim Stoos-Schwinget mit zwei Gestellten kurzzeitig etwas gebremst. Aber schon eine Woche später gewann „Sämi“ in überzeugender Manier das Nordostschweizerische Teilverbandsfest in Davos. Dank seinen Siegen über Daniel Bösch (5. Gang) und im Schlussgang über Armon Orlik darf man den Thurgauer getrost als neue Nummer 1 der Ostschweizer benennen.
In der SCHLUSSGANG-Wertung folgt hinter Giger wohl als nächster Samir Leuppi, welcher das Zürcher Kantonale zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Dennoch erwähne ich Armon Orlik wegen seinen starken Auftritten vor seiner Nackenverletzung und bei seinem überzeugenden Comeback vor Wochenfrist in Davos gleich nach Giger. Überhaupt: Wenn Orlik da weitermacht, wo er vor seiner Verletzung aufhörte, werden die beiden Nordostschweizer-Youngsters zur Freude des Publikums um die Nummer 1 in ihrem Teilverband wetteifern.
Als Nummer 3 hat sich die ehemalige Nummer 1 eingeordnet: Daniel Bösch. Mit ihm ist immer zu rechnen, sollte einer der beiden Jungstars nicht am Start sein. Das beste Beispiel ist der überzeugende Sieg beim diesjährigen St. Galler Kantonalen.


Matthias Sempach bettete beim Schwarzsee-Schwinget Kilian Wenger ins Sägemehl
Bildquelle: schlussgang.ch

Zwei neue alte Nummern 1 bei den Bernern
Schwingerkönig Matthias Sempach findet je länger je mehr wieder zu alter Stärke zurück. So gewann er mit einem starken Notenblatt das Oberaargauische und holte sich den mittlerweile dritten Sieg beim Schwarzsee-Schwinget. Im Schlussgang beim Bergklassiker in den Freiburger Alpen bodigte der Oberaargauer niemand geringeren als den Schwingerkönig von 2010, Kilian Wenger. Vergangene Saison hatte der zweifache Familienvater seine Höhen und Tiefen. Diese scheinen sich inzwischen etwas verflacht zu haben, abgesehen von der schnellen Niederlage in Plaffeien FR gegen den Schwyzer Mike Müllestein.
Christian Stucki gewann in dieser Saison bereits zwei Gauverbandsfeste (das Seeländische und das Mittelländische). Dies in absolut überzeugender Weise und mit je sechs Siegen. Zudem gab’s in den zwölf Gängen elf Zehner und nur einmal eine „9.75“. Der Seeländer Hüne hat auch wieder zu alter Stärke zurückgefunden.
Deshalb: Die beiden Routiniers Sempach und Stucki darf man zum jetzigen Zeitpunkt zweifellos zu den neuen alten Nummern 1 der Berner erküren.
Aber: Vergessen möchte ich nicht den wieder erstarkten Kilian Wenger. Seine Leistungen beim Oberaargauischen und zuletzt beim Schwarzsee-Schwinget (beide Male im Schlussgang gegen den nachmaligen Festsieger Matthias Sempach) lassen die Leistungskurve eindeutig nach oben zeigen.

Gisler weiterhin die Nummer 1 bei den Nordwestschweizern
Bruno Gisler ist weiterhin die Nummer 1 der Nordwestschweizer. Der Solothurner belegt den hervorragenden vierten Platz in der aktuellen SCHLUSSGANG-Wertung. Gisler gewann in dieser Saison bisher das Aargauer und Solothurner Kantonale und realisierte fünf Kränze. Seine Leaderposition wird ihm einzig durch Neueidgenosse Nick Alpiger streitig gemacht. Der erst 20-jährige Neueidgenosse realisierte beim Baselstädtischen seinen ersten Kranzfestsieg (Schlussgangsieg über Bruno Gisler) und belegte auf dem Stoos den ausgezeichneten zweiten Platz.
Die nächstfolgenden Nordwestschweizer in der SCHLUSSGANG-Wertung sind Marcel Kropf, Roger Erb, Christoph Bieri und Patrick Räbmatter. Ein paar Plätze weiter hinten folgen Mario Thürig und Henryc Thoenen. Diese Schwinger sind alleweil für eine Sptzenrangierung gut. Die beiden Routiniers Bieri und Thürig haben wohl ihren Zenit überschritten. Bei den jüngeren Schwingern, allen voran Patrick Räbmatter, wird sich zeigen, wohin die Entwicklung führt. In diesem Zusammenhang möchte ich auch Neueidgenosse David Schmid erwähnen, welcher erst letzten Sonntag nach einer Verletzungspause sein Comeback gab. Beim Basellandschaftlichen belegte er gemeinsam mit Mario Thürig den starken vierten Platz.

Keine eindeutige Nummer 1 bei den Südwestschweizern
Nimmt man bei den Südwestschweizer Schwingern auch die SCHLUSSGANG-Wertung zu Hilfe, wird man erst auf Rang 33 (Pascal Piemontesi) fündig. Piemontesi aber deswegen als Nummer 1 der Südwestschweizer zu bezeichnen wäre nicht seriös. Klar hat der Waadtländer kürzlich das Neuenburger Kantonale gewonnen und bisher drei Kränze errungen. Vielmehr zählt im Vergleich mit den anderen vier Teilverbänden aber, ob die Romands auch Kränze ausserhalb ihres Territoriums oder beispielsweise beim Schwarzsee-Schwinget gewannen. Und in dieser Hinsicht kann man in dieser Saison doch einige schöne Erfolge der Südwestschweizer vermelden.
Da wäre der Baselstädtische Kranz von eben erwähntem Piemontesi und von Johann Borcard zu erwähnen. Weiter die beiden NOS-Kränze von Victor Cardinaux und Marc Gottofrey. Im Vergleich: Die beiden ISV-Vertreter verliessen Davos ohne Kranz… Der Bergkranz von Steven Moser gehört da zweifellos auch dazu. Diese fünf sehr wichtigen Kränze zeigen einen eindeutigen Trend nach oben und belegen, dass gute Arbeit geleistet wird. Der Kopf wurde nach dem eher missglückten Eidgenössischen also nicht in den Sand gesteckt.
Einen eindeutigen Leader lässt sich derzeit aber keinen ausmachen. Diese Rolle dürfte künftig Steven Moser zufallen. Viel wichtiger sind aber die momentanen Erfolge, und dass diese von mehreren Schwingern realisiert wurden.

feldwaldwiesenblogger

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