Vorschau mit TK-Chef Christian Schmutz auf das Südwestschweizerische Teilverbandsfest

Text: feldwaldwiesenblogger / Foto: freiburger-nachrichten.ch

Am kommenden Sonntag steht mit dem „Südwestschweizerischen“ bereits Teilverbandsfest Nummer vier auf dem Programm. Der Ehrentag der Romands findet dieses Jahr in Kerzers FR statt und wird vom ortsansässigen Schwingklub organisiert. Als OK-Präsident amtet Daniel Brand, ein ehemaliger Kranzschwinger.

Bei keinem anderen Teilverbandsfest rechnet man den Gästeschwingern aus den anderen vier Teilverbänden so viele Chancen zu. Die Südwestschweizer werden also gefordert sein. Folgende Gäste werden erwartet: Niklaus Zenger, Bernhard Kämpf (BKSV), Andreas Ulrich, Reto Nötzli (ISV), Roger Rychen, Raphael Zwyssig (NOSV) und David Schmid, Christoph Bieri (NWSV).

Als Vorschau auf das Südwestschweizerische in Kerzers führte ich kürzlich mit Christian Schmutz, dem TK-Chef der Südwestschweizer Schwinger, ein Gespräch. Christian war selber aktiver Kranzschwinger und schwang bis 2012. Er war parallel dazu TK-Chef vom Schwingklub Sense (2002 bis 2012). Von 2012 bis Ende 2016 bekleidete der Sensler das Amt des TK-Chefs des Freiburger Kantonalverbandes. Im Januar dieses Jahres wurde er zum TK-Chef des Südwestschweizerischen Schwingerverbandes gewählt.


Christian Schmutz, seit Januar 2017 TK-Chef der Südwestschweizer

Was erwartest du von den Südwestschweizer Schwingern beim eigenen Teilverbandsfest?
Christian lacht. „Gute Frage. Wenn acht Eidgenossen aus der Deutschschweiz kommen, werden wir sehr gefordert sein. Und: Wenn der Festsieg in unseren Reihen bleiben würde, wäre das eine grosse Überraschung. Trotzdem: Chancenlos sind wir nicht. Denn letztes Jahr stand Steven Moser beim Südwestschweizerischen in Aigle VD im Schlussgang. Wenn unsere Schwinger dem einen oder anderen Gast ein Bein stellen können, wäre das für uns sicher schön.“

Nach den schönen Kranz-Erfolgen in den letzten Wochen von Steven Moser, Pascal Piemontesi, Johann Borcard, Victor Cardinaux, Marc Gottofrey und Samuel Dind erkennt man in meinen Augen eine Trotzreaktion nach dem missglückten Eidgenössischen. Auf was führst du die jüngsten Erfolge zurück?
„Trotzreaktion würde ich dem nicht sagen. Für mich ist das eine normale Entwicklung. Ausser Piemontesi und Dind sind das alles junge Schwinger, welche sich entwickeln und stetig steigern. Diese haben nach dem Eidgenössischen den Kopf nicht in den Sand gesteckt und haben weiter trainiert und an sich gearbeitet.“

Habt ihr nach dem ESAF2016 eigentlich bewusst an einigen Stellen den berühmten Hebel angesetzt?
„Hebel ansetzen ist vielleicht der falsche Ausdruck. Dass es nach dem Eidgenössischen Änderungen gibt, ist normal. Ich übernahm anfangs Jahr als TK-Chef das Team. Da gibt es zwangsläufig Veränderungen. Übrigens: Die Entscheidung, TK-Chef der Südwestschweizer zu werden, fiel nicht gleich nach dem ESAF2016. Ich wurde an der Delegiertenversammlung im vergangenen Januar gewählt. Und: Ich bin aktuell noch nicht dort, wo ich betreffs Strukturen und Organisation sein möchte.“

Starke Gästeschwinger werden an eurem Teilverbandsfest erwartet. Wer könnte am Ende obenaus schwingen?
Der TK-Chef schmunzelt. „Sicher die acht Gäste. Wie bereits erwähnt, der Festsieg wird erwartungsgemäss über sie laufen. Ich hoffe, dass Steven Moser, Lario Kramer oder Pascal Piemontesi ein Wörtchen mitreden werden, und die Gäste allenfalls ärgern können.“

Wären gar die angesprochenen Steven Moser oder Pascal Piemontesi bereit für den ganz grossen Coup in Kerzers?
„Das ist schwierig zu sagen. Rein vom Leistungsausweis her gesehen traue ich das am ehesten Steven Moser zu. Beim Waadtländer Kantonalen gewann er kürzlich sein erstes Kranzfest und beim Schwarzsee-Schwinget erkämpfte sich Steven mit einem guten Notenblatt den Bergkranz. Beim Bernisch-Kantonalen gewann der Schwinger vom Schwingklub Sense zudem den begehrten Teilverbandskranz. Ob das reicht, wird sich zeigen. Eventuell gibt es eine Überraschung.“

Nebst den oben erwähnten Schwingern: Welche weiteren Südwestschweizer Schwinger siehst du in Zukunft auch an der Spitze eures Verbandes?
„Sicher Lario Kramer und Steve Duplan. Das sind zwei junge Schwinger, welche ein grosses Potenzial aufweisen. Es gibt sicher noch andere. Zum Beispiel Benjamin Gapany, welcher derzeit einen Kreuzbandriss auskuriert. Marc Guisolan, der momentan wegen Problemen mit einer Entzündung im Rücken lädiert ist, könnte auch eine Leaderfunktion übernehmen.“

Zum Teilverbandsfest: Darf man in Kerzers quasi ein Mini-Eidgenössisches erwarten?
„Die Stimmung wird sicher gut sein. Werner Jakob, welcher beim ESAF2016 als Resort-Leiter Sport amtete, und seine Leute vom Schwingklub Kerzers haben sicher den guten Geist von Estavayer mitgenommen. Diesen wird man am kommenden Sonntag garantiert spüren. Denn der Schwingklub Kerzers war sehr stark beim Eidgenössischen engagiert. So wird beispielsweise zum ersten Mal eine gedeckt Tribüne beim Südwestschweizerischen aufgebaut.“

Wie ist die Stimmung bei den Südwestschweizer Schwingern vor ihrem Ehrentag?
„Sicher gut. Das eigene Teilverbandsfest spielt eine zentrale Rolle im Kalender unserer Schwinger. Sie sind motiviert, sich mit den Gästen zu messen.“

Welche Zielsetzungen gebt ihr hinsichtlich Unspunnen-Schwinget heraus? Wann erfolgt die Selektionierung?
„Die Selektionierung erfolgt am Abend des 13. Augustes, nach dem Walliser Kantonalen. Zehn Schwinger können wir selektionieren. Die Zielsetzung dabei ist folgende: Die Schwinger sollen wertvolle Erfahrung sammeln und möglichst gute Resultate erreichen. Am Unspunnenfest spricht man eigentlich nur vom Sieger. Wenn das ein Westschweizer sein sollte, wäre das eine Riesenüberraschung. Wir werden aber sehr wahrscheinlich nicht um den Festsieg kämpfen. Deshalb: Wir wollen so gute Resultate wie möglich erreichen.“

Zum Schluss: Wie beurteilst du deine Arbeit seit deinem Amtsantritt im vergangenen Januar?
„Im Prinzip sollten eigentlich die anderen mich beurteilen, nicht ich mich selber. Aber: Ich habe mir auch Ziele gesetzt, und bin noch nicht dort, wo ich sein möchte. Ende Saison werden wir das ganze begutachten und ein Fazit ziehen. Dann schauen wir, wo ich noch ansetzen muss.“

feldwaldwiesenblogger

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