Nachgefragt bei Florian Hasler, dem mittlerweile zweifachen Schlussgang-Teilnehmer von Siebnen

Text: feldwaldwiesenblogger

Wie bereits schon vorletzte Woche, als ich den Emmentaler Tobias Siegenthaler zu Wort kommen liess, widme ich mich wieder einem Schlussgang-Verlierer. Diesmal demjenigen vom Herbstschwingertag Siebnen: Florian Hasler. Denn Florian erreichte die Endausmarchung mit einer starken Leistung, welche es auch verdient, erwähnt zu werden.
Während der Woche führte ich mit dem Ausserschwyzer am Telefon ein interessantes Gespräch.

Der 80. Herbstschwingertag Siebnen
Sieger des Jubiläum-Schwingets wurde Roger Rychen. Der Glarner bezwang im Schlussgang nach zwei Minuten Florian Hasler mit Kreuzgriff-Kurz platt. 3004 Zuschauer fanden bei schönem und mildem Herbstwetter den Weg nach Siebnen SZ. Das Organisationskomitee unter der Leitung von Präsident Benno Züger scheute keinen Aufwand und führte auf dem Areal der Mittelpunktschule Siebnen ein stimmungsvolles Schwingfest durch. Bei diesem kam die volkstümliche Unterhaltung auch nicht zu kurz.
Gabenchef Markus Koller und sein Team richteten einen prächtigen Gabentempel her. Nebst vielen schönen Gaben standen für die Schwinger auch drei Lebendpreise bereit: Siegermuni «Nelson», Rind «Esra» und Kalb «Carola.
123 Schwinger aus dem Innerschweizer und dem Nordostschweizer Verbandsgebiet traten am Sonntagmorgen an. Darunter waren mit dem Sieger Roger Rychen, Reto Nötzli, Alex Schuler und Stefan Burkhalter vier Eidgenossen am Start. Weiter figurierten unter dem Teilnehmerfeld viele starke Kranzschwinger.

Florian Hasler stand bereits 2016 in Siebnen im Schlussgang
Florian verlor leider gegen Roger und fand sich schliesslich auf Rang 3a der Schlussrangliste. Der Sennenschwinger qualifizierte sich mit vier Siegen und einem gestellten Gang für den Schlussgang. Im fünften Gang bezwang Florian in einem packenden Duell in der letzten Minute Adrian Steinauer mit Kreuzgriff. Der Standschwinger stand bereits schon 2016 im finalen letzten Kampf, welchen er damals gegen Reto Nötzli verlor.
Florian Hasler’s Geburtsdaum ist der 5. Januar 1986. Der 31-Jährige stammt ursprünglich aus Schübelbach SZ. Heute wohnt er in Vorderthal SZ, ist verheiratet und hat eine Tochter. Florian weist mit seiner Grösse (189 Zentimeter) und seinem Gewicht (112 Kilogramm) Idealmasse für den Schwingsport auf. Der Märchler ist gelernter Zimmermann und arbeitet als Holzbau-Vorarbeiter. Zu seinen Hobbys zählt er nebst dem Schwingen seine Familie, Arbeitsausführungen in der Freizeit, Ausgang und Skifahren.
Florian Hasler ist Mitglied beim Schwingklub March-Höfe und hat bisher 19 Kränze herausgeschwungen. In der nun zu Ende gehenden Saison konnte der Familienvater beim Zuger, Schwyzer und St. Galler Kantonalen vor die Kranzdamen treten. Dank den drei Saisonkränzen wurde Florian für den Unspunnen-Schwinget selektioniert.
Seine bevorzugten Schwünge sind allgemein die Hakenschwünge wie Wyberhaken und Gammen. Als schwingerisches Vorbild benennt der mittlerweile zweifache Schlussgang-Teilnehmer von Siebnen seinen bestens bekannten Onkel und Götti Eugen Hasler.


Florian Hasler
Foto: Roger Gruetter

Herzliche Gratulation zum Erreichen des Schlussganges! Was ging dir nach dem verlorenen Schlussgang durch den Kopf?
„Ich regte mich auf, weil ich blöd gegen Roger verloren habe. Schade! Ich rechnete zwar damit, dass ich ihn wahrscheinlich kaum packen kann. Dennoch ging es zu schnell.“

Würdest du heute mit einer anderen Taktik den Schlussgang in Angriff nehmen?
„Nein, es war schon die richtige Taktik. Ich schwang bisher noch nie mit Roger. Beim Greifen wollte ich erst schauen, wie er steht und auf welcher Seite er stark ist. Ich griff mit Gammen an. In dem Moment zog er mit Kreuzgriff-Kurz und vervollständigte zum Resultat. Ich hatte wohl zu wenig Mut, um voll anzugreifen.“

Mit einem Kampf auf Biegen und Brechen hast du im fünften Gang den Teilverbandskranzer Adrian Steinauer bezwungen und so dir den Einzug in den Schlussgang geebnet. Beschreibe doch kurz diesen Schlüssel-Gang.
„Etwa eine Minute vor Schluss griff ich mit Gammen rechts an und zog durch. Er hielt dagegen, aber ich konnte ihn bezwingen. Bisher kam es zu zwei oder drei Duellen mit Adrian. Ich konnte zwar immer gut mit ihm schwingen, habe aber jedes Mal verloren. Diesmal wollte ich ihm nicht ins offene Messer laufen.“

Was für ein Fazit ziehst du vom Herbstschwingertag Siebnen?
„Es war ein super schöner Tag! Das Schwingfest fand daheim statt, wo man sehr viele Leute kennt. Schwingerisch ging es mir gut auf.“

Wie sieht deine Saisonbilanz insgesamt aus?
„Es war eine meiner besten Saisons, in welcher ich drei Kränze gewann. Weiter erreichte ich gute Resultate und gute Notenblätter, auch bei den Rangschwingfesten. Nach dem Unspunnen-Schwinget war ich zwar etwas enttäuscht. Schön wäre gewesen, noch einen Gegner mehr zu bezwingen. Es war aber nur schon toll, dabei zu sein.


Florian Hasler in Aktion
Foto: Florian Hasler

Du hast deinen ersten Kranz 2006 beim Schwyzer Kantonalen in Rothenthurm gewonnen. Welches war deine bisher erfolgreichste Saison?
„Nebst 2013 gehört, wie bereits angesprochen, diese zu meinen erfolgreichsten Saisons. Dabei habe ich sogar weniger trainiert als sonst. Meine Tochter kam im Januar zur Welt und ich war dadurch mehr zuhause. In anderen Wintern war ich mehr im Schwingkeller.“

In deiner bisherigen Karriere hast du 15 Kantonalkränze und vier Innerschweizer Teilverbandskränze mit nach Hause genommen, aber noch nie einen Bergkranz. Woran mag das liegen?
„Das ist schwierig zu sagen. Ich war auch schon nahe daran. Ein Bergfest ist halt noch etwas härter als beispielsweise das Innerschweizerische, und praktisch jeder zugeteilte Gegner ist stark. Zudem fehlte mir in den entscheidenden Momenten auch ein wenig Glück, damit es doch reichte.“

Konntest du viel von deinem berühmten Onkel und Götti Eugen Hasler profitieren? Was hat er dir alles gezeigt?
„Geni hat mir etliche Tipps gegeben und einige Trickli gezeigt. Die Kurzverteidigung habe ich zum Beispiel von ihm gelernt und er hat mir auch gezeigt, wie man einen Kurz richtig zieht.
Meine Schwingweise ist halt etwas anders als jene von Geni. Ich bin zudem nicht einer, der in den Schwingkeller geht und sich gross ein Konzept zurechtlegt.“

Du wirst im kommenden Januar 32 Jahre jung. Rücktritt ist noch kein Thema?
„Doch, ist es schon ein bisschen. Das nächste Jahr schwinge ich sicher noch. Vor zwei Jahren konnte ich wegen Rückenproblemen das ganze Jahr nicht schwingen. Heute gehe ich nach einem anstrengenden Arbeitstag am Abend auch mal nicht ins Training, um meinen Rücken zu schonen. Ich will mir beim zunehmenden Alter nicht noch etwas kaputt machen. Deshalb wird Rücktritt schon irgendwann ein Thema.“

Wann steigst du in die Saisonvorbereitung für 2018? Wie wird diese aussehen?
„Jetzt ist ein ganzer Monat lang kein Training. Im November beginnen wir wieder zu trainieren. Gewöhnlich gehe ich ein- bis zweimal pro Woche in den Schwingkeller. Ich mache aber kein Kraft- und kein Konditionstraining, denn ich habe von meiner tätlichen Arbeit her schon genügend Krafttraining. Als Fitnesstraining fahre ich vom Frühling bis zum Herbst regelmässig Velo.“

feldwaldwiesenblogger

Saison-Bilanz der Nordwestschweizer Schwinger – NWSV-Experte Wolfgang Rytz gibt Auskunft

Text: Wolfgang Rytz und feldwaldwiesenblogger / Foto: Wolfgang Rytz

Die 2017er-Saison neigt sich langsam dem Ende entgegen. Noch stehen vier Freiluft-Schwingfeste an, bei welchen allesamt für Spannung gesorgt sein wird. Vier Herbstschwingfeste, an welchen einige Schwinger nochmals ihr Können zeigen wollen. Zudem kommt es beim Chemihütte-Schwinget in Aeschiried BE gar zu einem Comeback: Der einheimische Jonas Lengacher kehrt beim letzten Schwingfest auf Berner Boden nach langer Verletzungspause wieder auf die Schwingplätze zurück.

Trotzdem: Die grossen „Brocken“ unter den Schwingfesten sind Geschichte und in der Nordostschweiz, Südwestschweiz und in der Nordwestschweiz stehen keine Anlässe mehr an. Zeit also, wie angekündigt, Bilanz zu ziehen. Der Start erfolgt heute mit dem Nordwestschweizerischen Schwingerverband (NWSV).

Wolfgang Rytz, ein freier Sportjournalist aus dem Aargau, konnte ich vor der diesjährigen Saison als Experte für die Nordwestschweizer Schwinger gewinnen. Am 17. März gab er hier seine Einschätzung zur bevorstehenden Saison ab. Dabei fiel auf, dass der Name Nick Alpiger ein paar Mal fiel. Das tut er in der Folge bei Wolfgang’s Saison-Bilanz wieder.

Ich bedanke mich bei Wolfgang Rytz, welcher mir meine Fragen schriftlich beantwortete.


Wolfgang Rytz, NWSV-Experte

Kurz zusammengefasst: Wie verlief aus deiner Sicht die Saison für die Nordwestschweizer?
Wolfgang Rytz: Der Nordwestschweizer Verband erlebte einen Umbruch an der Spitze. Nick Alpiger ist der neue klare Leader, obwohl Bruno Gisler in der ersten Saisonhälfte seine Klasse noch unter Beweis stellte.

Welches waren die Highlights für den Nordwestschweizerischen Teilverband?
Rytz: Für die Glanzlichter der Saison 2017 sorgte vor allem Nick Alpiger. Er gewann nebst dem Baselstädtischen Schwingertag drei Bergkränze. Dabei belegte er auf dem Stoos und auf der Rigi jeweils Rang 2. Nur logisch, dass er am Unspunnenschwinget bester Nordwestschweizer war. Bruno Gislers eindrücklicher Aargauer Kranzfestsieg hatte mit der Verletzung von Armon Orlik einen schalen Beigeschmack. Gisler kann deswegen aber kein Vorwurf gemacht werden.

Welche Schwinger sorgten besonders für Furore?
Rytz: Wie bereits erwähnt, konnte auf nationaler Ebene praktisch nur Nick Alpiger Zeichen setzen. Trotz einer Verletzungspause Mitte Sommer zeigte der unberechenbare Patrick Räbmatter eine gute Leistung am Unspunnenschwinget. Er beeindruckte zuletzt mit einem Sieg über Simon Anderegg.

Welche Schwinger haben überrascht?
Rytz: Roger Erb überraschte mit Kranzgewinnen auf dem Stoos und am Berner Kantonalfest. Henryc Thoenen deutete sein Potential mit Rang 3b auf dem Stoos an. Dem Baselbieter und dem Baselstädter fehlte aber die Konstanz über die Saison hinweg.

Welcher Nordwestschweizer Schwinger war für dich der Schwinger des Jahres, welcher der Aufsteiger der Saison? Warum?
Rytz: NWSV-Schwinger und Aufsteiger der Saison 2017 war eindeutig Nick Alpiger. Er hat in diesem Jahr Bruno Gisler, Christoph Bieri und Mario Thürig an der Spitze abgelöst.

Was lief in deinen Augen besonders gut für die Nordwestschweizer?
Rytz: Die Neueidgenossen Alpiger und Räbmatter haben ihren Erfolg von Estavayer eindrücklich bestätigt. Nebst den vier NWS-Kränzen auf dem Stoos sind die sechs Kranzgewinne an den auswärtigen vier Teilverbandsfesten positiv zu erwähnen.

Was lief weniger gut?
Rytz: Das Trio Gisler, Thürig, Bieri hat massiv an Durchschlagskraft verloren. Das war in der zweiten Saisonhälfte auf dem Weissenstein, am Nordwestschweizerischen und am Unspunnenschwinget deutlich spürbar. Remo Stalder fiel fast die ganze Saison aus. David Schmid begann die Saison verletzungsbedingt verspätet und kam nicht mehr richtig in die Gänge. Dadurch fehlte dem NWSV als Gastgeber auf dem Weissenstein die Durchschlagskraft. Die Folge war eine fast totale Schlappe gegen die Berner Übermacht.

Wie verlief der Saisonhöhepunkt, der Unspunnen-Schwinget für die Nordwestschweizer?
Rytz: Wie nicht anders zu erwarten, spielten die Nordwestschweizer Schwinger in Interlaken keine grosse Rolle. Einzig Alpiger und Räbmatter setzten Akzente. Die Nordwestschweiz liegt weit hinter den drei grossen Teilverbänden zurück, ist aber immer noch wesentlich stärker als der Südwestschweizer Verband.

Welche Auswirkungen hatte die Verletzungshexe für den Nordwestschweizerischen Teilverband?
Rytz: Die mehr oder minder langen Ausfälle von Remo Stalder, Henryc Thoenen, Patrick Räbmatter, David Schmid und Janic Voggensperger wogen angesichts der schmalen Spitze und dem nachlassenden Eidgenossentrio Bieri/Gisler/Thürig schwer.

Zum Schluss ein Blick über den Teilverband hinaus: Welcher Schwinger hat dich nebst dem Unspunnen-Sieger Christian Stucki diese Saison am meisten beeindruckt? Warum?
Rytz: Martin Hersche zeigte am Nordwestschweizerischen in Therwil eine grandiose Leistung mit schwingtechnischen Leckerbissen. Jammerschade, dass er zwei Wochen später am Unspunnenschwinget nicht dabei war, weil er sich auf der Schwägalp verletzte.

feldwaldwiesenblogger

Vorschau mit Jasmin Gäumann auf den Eidgenössischen Frauen- und Meitlischwinget

Text: feldwaldwiesenblogger

Übermorgen Samstag kommt im luzernischen Schachen der Eidgenössische Frauen- und Meitlischwinget zur Austragung. Ein Organisations-Komitee (OK) rund um Nicole Kurmann hat sich gut vorbereitet und freut sich auf den Anlass. Wie schon letztes Jahr in Siebnen SZ profitiert auch das diesjährige OK vom tags darauf stattfindenden Herbstschwinget ihrer männlichen Schwingkollegen. So wird die Infrastruktur und der Wettkampfplatz gemeinsam genutzt, was natürlich organisatorisch einiges vereinfacht.

Die Unterschiede zu den Männern
Anders als bei ihren männlichen Kollegen erküren die Frauen jedes Jahr eine Schwingerkönigin. Und noch etwas läuft anders: Schwingerkönigin wird diejenige Schwingerin, welche 2017 nach sieben Schwingfesten das beste Resultat (inklusive zwei Streichresultaten) ausweist. Der letzte Schwinget der Saison ist jeweils das Eidgenössische.
Anfangs Saison fand in Basel ein Trainingsschwingfest statt, also quasi ein Rangschwingfest. An diesem gab es keine Kränze. Bei allen nachfolgenden Frauenschwingfesten wurden Kränze abgegeben.
Die Mitgliederzahlen beim Eidgenössischen Frauenschwingverband (EFSV) sind zwar stetig steigend, trotzdem sind sie um einiges kleiner als bei den Männern und Buben. Aus diesem Grund werden die Schwingfeste der Aktiven (Frauen) und des Nachwuchses (Meitli) jeweils zusammen ausgetragen.

Jasmin Gäumann könnte zum ersten Mal Schwingerkönigin werden
Die amtierende Schwingerkönigin ist Sonia Kälin aus Egg SZ, welche sich kürzlich beim Schwingfest in Raron VS am Knie verletzt hat. Ihre Saison ist leider schon vor dem Saisonhöhepunkt zu Ende. Zurzeit grüsst Kälin von der Spitze der Zwischenrangliste. So wie es aussieht, kann sie ihren Titel aber nicht verteidigen. Denn ebenfalls auf Platz eins befindet sich Jasmin Gäumann. Für die junge Schwingerin wäre es der erste Schwingerköniginnen-Titel.
Grund genug also, wieder mal den Telefonhörer zur Hand zu nehmen. Ich hielt mit Jasmin Vorschau auf das Eidgenössische, und unterhielt mich zudem mit ihr über den Frauenschwingsport, welchen ich nicht sonderlich gut kenne. Immerhin besuchte ich letztes Jahr bei bestem Wetter den Eidgenössischen Frauen- und Meitlischwinget. Die Bernerin erzählte mir weiter, wie sie zum Schwingsport kam und wieviel sie ins Training investiert.

Steckbrief von Jasmin Gäumann
Jasmin Gäumann ist erst 17 Jahre alt und wohnt in Häutligen BE im Emmental. Sie absolviert eine KV-Lehre und befindet sich derzeit im zweiten Lehrjahr. Nebst dem Schwingsport zählt sie das Reiten zu ihren Hobbys. So reitet sie regelmässig mit Pflegepferden aus. Die Emmentalerin hat zwei Brüder, welche ebenfalls schwingen. Stefan ist sogar Teilverbandskranzer. Jasmin schwingt erst das zweite Jahr bei den Aktiven, und dies ziemlich erfolgreich.


Jasmin Gäumann, nach dem Gewinn des Silberkranzes beim Eidgenössischen Frauenschwinget in Siebnen
Bild: Facebook-Seite von Jasmin Gäumann

Wie geht es dir? Bist du für den Saisonhöhepunkt bereit?
„Mir geht es sehr gut. Ich bin bereit und für den Saisonhöhepunkt parat. Man wird dann sehen, wie es herauskommt.“

So wie ich das beurteile, hast du gute Chancen, erstmals Schwingerkönigin zu werden.
„Letztes Jahr hatte ich einen zu grossen Rückstand auf Sonia Kälin. Dieses Mal könnte es allerdings reichen. So wie es aussieht, müsste ich dafür ziemlich sicher in die Kranzränge kommen.“

Macht dich die Tatsache, dass du Schwingerkönigin werden könntest, nervös?
„Nein, ich bin ziemlich entspannt. Ich lasse mich bei Schwingfesten ganz allgemein nicht gross unter Druck setzen.“

Wie lief es dir in der 2017er-Saison?
„Eigentlich sehr gut. Ich bin mit dem Erreichten sehr zufrieden. Daraus resultierten bisher ein Festsieg in Binningen BL und insgesamt drei Schlussgang-Teilnahmen. Bei den sechs bisher bestrittenen Kranzfesten gewann ich jeweils den Kranz.“

Wann und wie kamst du eigentlich zum Schwingsport?
„Ich kam durch meine beiden Brüder zum Schwingsport. 2008 begann ich mit schwingen und gewann bei den Meitli-Kategorien viermal die Jahreswertung sowie 37 Zweige. Übrigens: Bei den Meitli spricht man in der Endabrechnung nicht von „Schwingerkönigin“, sondern von Siegerin der Jahreswertung.“

Wie viele Kränze und Festsiege hast du bisher bei den Aktiven gewonnen?
„Mit dem Silberkranz von Siebnen sind es insgesamt elf Kränze. Den Silberkranz gibt es jeweils für die Zweitplatzierte der Jahreswertung. Die Schwingerkönigin wird mit dem Goldkranz gekrönt. Für die nachfolgend rangierten Kranzgewinnerinnen gibt es einen grünen Kranz.
Ich konnte bei den Aktiven bisher zwei Schwingfeste gewinnen, eines 2016 und eines dieses Jahr.“

Wie oft trainierst du pro Woche? Wie sehen diese Einheiten aus?
„Meistens gehe ich ein bis zweimal pro Woche in den Schwingkeller, und je nach Zeit ein oder zweimal ins Krafttraining. Wenn noch etwas Zeit übrigbleibt, gehe ich ausreiten.“

Was sind deine bevorzugten Schwünge?
„Ich bin eher eine Standschwingerin und wende am meisten den Kurz an. Je nach Gegnerin und Situation kommen aber auch andere Schwünge zum Einsatz.“

Hattest du in deiner bisherigen Karriere auch schon Verletzungen zu beklagen?
„Nein, zum Glück nicht. Kleinere Blessuren oder Muskelkater habe ich natürlich auch schon davongetragen.“

Wo siehst du die grössten Unterschiede zwischen dem Frauen- und dem Männerschwingsport? Gibt es auch unterschiedliche Regeln?
„Das Eidgenössische Schwingfest findet bei uns alle Jahre statt. Ein weiterer Unterschied ist die Ermittlung der Schwingerkönigin anhand der Jahreswertung, bei welcher das ganze Jahr eine gute Leistung gefragt ist. Bei den Männern kommt es beim Eidgenössischen hauptsächlich auf die Form an den beiden Tagen an.
Wenn man mit Männern schwingt, spürt man zweifellos, dass sie stärker und auch grösser sind. Hinsichtlich Technik gibt es wohl kaum Unterschiede. Es gibt sowohl bei den Frauen wie auch bei den Männern technisch versierte und technisch weniger versierte Schwingerinnen oder Schwinger.
Die Regeln sind prinzipiell gleich wie bei den Männern. Bei uns ist die Kampfdauer generell immer fünf Minuten. Beim Schlussgang wird sie auf zehn Minuten angesetzt.“

Hast du das Gefühl, dass der Frauenschwingsport immer noch ein wenig belächelt wird?
„Ja, definitiv. Zum Teil belächeln uns junge Leute. Mittlerweile wurde der Frauenschwingsport aber ziemlich bekannt und erhält auch sehr viel Lob. Es gibt halt immer beide Seiten. Die Akzeptanz ist aber je länger je grösser.“

Was würde es brauchen, um den Frauenschwingsport noch populärer zu machen?
„Ich denke, Werbung ist immer gut. Jedes Meitli muss für sich aber selber entscheiden, ob sie schwingen will oder nicht. Der Schwingsport ist nicht unbedingt ein einfacher Sport.
Mittlerweile wird in den Medien immer mehr über unseren Sport berichtet. Natürlich, im Vergleich zum Männerschwingsport ist es immer noch viel weniger. Die Verantwortlichen unseres Verbandes schauen aber gut für Werbung und Erwähnung in den Medien.“

Wenn du Schwingerkönigin werden solltest, würdest du dich, ähnlich wie Sonia Kälin, vermarkten lassen?
„Die Berufslehre steht momentan klar an erster Stelle. Zu Sponsoren sage ich prinzipiell nicht Nein. Man muss das Ganze aber im Einzelfall anschauen und die Bedingungen näher prüfen.“

Zu guter Letzt darfst du Werbung für das Eidgenössische Schwingfest der Frauen machen.
„Ich empfehle den Schwingerfreunden, unbedingt nach Schachen zu kommen! Es war schon lange nicht mehr so spannend um die Entscheidung in der Jahreswertung, und um den Königinnen-Titel. Denn in den letzten Jahren stand die neue Schwingerkönigin schon oftmals vor dem letzten Schwingfest der Saison, dem Eidgenössischen, fest.
Zudem können wir Frauen und Meitli jegliche Unterstützung gebrauchen! Und: In Schachen wartet ein gut organisierter Anlass auf die Zuschauer.“

feldwaldwiesenblogger

Nachgefragt bei Tobias Siegenthaler, einem der beiden Schlussgang-Teilnehmer beim Lueg-Schwinget

Text: feldwaldwiesenblogger

Wieder einmal widme ich mich nicht dem glücklichen Sieger eines Schwingfestes. Denn dies tun in der Regel in aller Ausführlichkeit die Presse, Lokalradios oder das Fernsehen. Heute lasse ich Tobias Siegenthaler, den Schlussgang-Verlierer vom Lueg-Schwinget zu Wort kommen. Es ist nämlich mein Bestreben, auch weniger bekannte Schwinger, welche tolle Leistungen zeigen, zu porträtieren. Gemäss dem Motto: Die Schwinger-Schweiz besteht nicht nur aus Stucki, Wicki, Orlik und Co.

Der 72. Lueg-Schwinget
Der angesprochene Lueg-Schwinget fand oberhalb von Burgdorf BE, unterhalb des Landgasthofes und Seminarhotel Lueg, in Kaltacker statt. Der Organisator (Schwingklub Burgdorf) wurde am letzten Sonntag zwar nicht mit „Kaiser-Wetter“ beschenkt. Dennoch vermeldeten sie: Bei leichter Bewölkung fand der 72. Luegschwinget statt. In Kaltacker zählte man 63 Schwinger und 600 Zuschauer.
Auf der SCHLUSSGANG-Homepage wurden im Vorfeld folgende Spitzenschwinger gemeldet: Käser Remo, Schenk Patrick, Burkhalter Stefan, Schneider Domenic, Aeschbacher Matthias, Staudenmann Fabian, Steiner Michael und Schneider Mario. Ein Blick auf die Rangliste zeigt, dass alle genannten Athleten antraten. Gekämpft wurde mit unterschiedlichem Erfolg, und Remo Käser musste den Wettkampf bereits nach dem ersten Gang verletzungsbedingt aufgeben.

Wer ist Tobias Siegenthaler?
Bekanntlich gewann der Emmentaler Matthias Aeschbacher das Schwingfest und bodigte im Schlussgang Tobias Siegenthaler nach neun Sekunden mit innerem Haken und überdrehen am Boden. Tobias trat den Heimweg schliesslich auf Rang 4a an. Der Sennenschwinger qualifizierte sich mit vier Siegen und einem gestellten Gang für den Schlussgang. Das Meisterstück gelang dem Gauverbands-Kranzer im fünften Gang mit dem Sieg über den Eidgenossen Patrick Schenk.
Wer aber ist Tobias Siegenthaler? Der am 2. März 1990 geborene Berner wohnt in Biglen im Emmental, ist ledig und nicht mit Matthias Siegenthaler verwandt. Der 27-Jährige weist mit seiner Grösse (190 Zentimeter) und seinem Gewicht (120 Kilogramm) Idealmasse für den Schwingsport auf. Tobias ist gelernter Elektriker und arbeitet als Servicetechniker für Haushaltsapparate. Nebst dem Schwingen gibt er als Hobbys den Sport allgemein an. Zudem besucht der Emmentaler gerne Fussballspiele der Berner Young Boys und ist auch bei Eishockeyspielen der SCL Tigers anzutreffen.
Tobias Siegenthaler ist Mitglied beim Schwingklub Burgdorf und hat bisher drei Kränze gewonnen. Seine bevorzugten Schwünge sind Brienzer, Fussstich und Kopfgriff. Als schwingerisches Vorbild benennt der Schlussgang-Teilnehmer beim Lueg-Schwinget Schwingerkönig Matthias Sempach.


Tobias Siegenthaler nach dem Kranzgewinn beim Oberaargauischen in Niederbipp
Foto: Facebook-Seite von Tobias Siegenthaler

Herzliche Gratulation zum Erreichen des Schlussganges! Was ging dir nach dem verlorenen Schlussgang in Kaltacker durch den Kopf?
„Eine grosse Enttäuschung. Ich habe in Kaltacker gut geschwungen und rechnete nicht unbedingt mit dem Sieg. Mein Ziel war, Matthias Aeschbacher möglichst lange Paroli zu bieten und ich wollte den Zuschauern etwas zeigen. Ich verlor dann leider beim ersten Zug gegen ihn. Matthias gewann mit seinem Paradeschwung, dem inneren Haken.“

Würdest du heute mit einer anderen Taktik den Schlussgang in Angriff nehmen?
„Ich würde den Kampf viel defensiver beginnen. Es ist aber schwierig zu sagen, welche Taktik man gegen ihn anwenden soll. Da Matthias konditionell sehr gut beieinander ist, kann ich ihm damit nicht beikommen. Ich würde auf Konter und Fehler von ihm warten.“

Mit dem Sieg im fünften Gang über den Eidgenossen Patrick Schenk hast du dir den Einzug in den Schlussgang geebnet. Ist Patrick der erste Eidgenosse, den du bezwungen hast? Wie hast du ihn besiegt?
„Ja, mit Patrick Schenk habe ich den ersten Eidgenossen bezwungen. Ich gewann gegen ihn im ersten Zug. Während Patrick an den Platzrand zog, konnte ich ihn mit einem Kopfgriff überraschen. Dabei sprang ich ihn an und konnte ihn überrennen.“

Was für ein Fazit ziehst du insgesamt vom Lueg-Schwinget?
„Ein sehr positives Fazit. Im ersten Gang stellte ich mit René Berger, einem erfahrenen Berner Kantonalkranzer. Die Gänge zwei bis fünf konnte ich siegreich gestalten. Der Reihe nach gewann ich gegen einen Nichtkranzer, mit dem Kranzschwinger Marco Oettli gegen einen Gast und im vierten Gang bezwang ich wieder einen Nichtkranzer. Wie bereits erwähnt, konnte ich im fünften Gang gegen Patrick Schenk gewinnen. Mit diesem Sieg rechnete ich in keiner Weise. Der Schlussgang wurmt mich im Nachhinein, da ich nicht länger mit Matthias schwingen konnte. Ich habe mich den ganzen Tag gut gefühlt und meine Schwünge sind mir gut gelungen.“

Bestreitest du 2017 noch ein Schwingfest?
„Eventuell noch das Chemihütte-Schwinget in Aeschiried BE, ich weiss es aber noch nicht genau. Es kommt auf meine körperliche Verfassung an, wie ich mich fühle und ob ich noch Lust verspüre.“

Ich habe das Gefühl, dass du mit deinen Körpermassen beste Voraussetzungen für den Schwingsport mitbringst. Darum eine etwas kritische Frage: Warum hast du diese Saison nur den einen Kranz beim Oberaargauischen gewonnen?
„Die Saison lief für mich etwas durchzogen. Anfangs Saison habe ich mir drei Wirbel beim Hallenschwinget in Oberdiessbach BE blockiert. Später renkte ich mir beim Training den Daumen der rechten Hand aus. Bei der Anfahrt zum Oberländischen in Grindelwald hatte ich einen Autounfall, jemand fuhr mir hinten ins Auto. Nach dem ersten Gang habe ich mit Verdacht auf Schleudertrauma aufgegeben, da ich starke Kopfschmerzen hatte. Es stellte sich glücklicherweise heraus, dass ich kein Schleudertrauma erlitten habe. Beim Emmentalischen schwang ich gegen Curdin Orlik um den Kranz und beim Mittelländischen fehlte mir das Wettkampf-Glück.
Wegen Verletzungen und Trainingsrückstand schaute leider nicht mehr heraus. Dabei fehlten mir für den einen oder anderen Kranz auch die letzten Energiereserven. Die Gesundheit ist halt das Mass aller Dinge, ohne sie geht es einfach nicht. Da ich aus den genannten Gründen nicht mehr trainieren konnte, bin ich trotzdem zufrieden. Ich hätte gerne ein Bergfest bestritten, konnte mich aber leider nicht dafür qualifizieren.“

Wie geht es dir momentan?
„Zurzeit leide ich an keinen Blessuren und bin fit.“

Wann steigst du in die Saisonvorbereitung für 2018? Wie wird diese aussehen?
„Ende Oktober, anfangs November beginne ich die Saisonvorbereitung. Geplant sind zwei bis drei Schwingtrainings und ein bis zwei Krafttrainings pro Woche. Die ersten beiden Trainingsmonate widmen wir uns dem Schulschwingen. Ab Mitte/Ende Januar folgt dann wettkampfmässiges Schwingtraining. Den Schwerpunkt lege ich auf das Ausdauertraining und ich möchte mein Schwünge-Repertoire erweitern.“

Du hast deinen ersten Kranz 2008 beim Waadtländer Kantonalen gewonnen. Den zweiten allerdings erst acht Jahre später beim Emmentalischen in Sumiswald. Darf ich fragen, auf was diese „Durststrecke“ zurückzuführen ist?
„Ich habe verletzungsbedingt eine fünfjährige Pause eingelegt. Irgendwann nach dem Kranzgewinn beim Waadtländer Kantonalen verletzte ich mich beim Training am rechten Knie. Die Folge waren ein Meniskusschaden und ein Innenbandriss, was zwei Operationen zur Folge hatte. Wegen der Verletzung und den Operationen verliess mich ein wenig die Motivation. Diese fand ich allerdings wieder, da mir meine Kollegen gut zugeredet haben. Darauf besuchte ich als Zuschauer das Mittelländische Schwingfest in Richigen. Dabei packte es mich wieder so richtig. Im Sommer 2015 nahm ich wieder das Schwingtraining auf, und habe vor zwei Jahren beim Lueg-Schwinget mein Comeback gegeben.“

Wenn du eine ganze Saison verletzungsfrei sein solltest, was meinst du, was würde drin liegen?
„Das ist eine gute Frage. Eine völlig verletzungsfreie Saison habe ich eigentlich noch nie erlebt. Das Ziel wäre, regelmässig Kränze zu gewinnen und mit dem Gewinn des Berner Kantonalkranzes den Status des Teilverbandskranzers zu erreichen. Ein Fernziel ist zudem eine Teilnahme beim Eidgenössischen in Zug.“

feldwaldwiesenblogger

Unspunnen und Ferien vorbei!

Text: feldwaldwiesenblogger


Christian Stucki: Der verdiente Unspunnen-Sieger!
Foto: srf.ch

Für Stucki 29.90 Franken ausgegeben
Nach der ferienbedingten Abwesenheit melde ich mich in meinem Blog auch wieder zu Wort. Den Unspunnen-Schwinget konnte ich leider nur aus dem fernen Liverpool beobachten. Dabei schaute ich erst im „Hard Days Night“-Hotel via WLAN und über die Plattform „Wilma“ den starken Mannen zu. Gegen Mittag ging es auf eine „Beatles-Tour“ quer durch Liverpool. Natürlich wurde das Schwingfest auf dem iPhone weiter verfolgt. Nicht dauernd, aber in regelmässigen Abständen. Dabei wurden die zur Verfügung stehenden Bytes gnadenlos heruntergesaugt. Bis kurz vor dem Schlussgang nichts mehr ging. Die Datenmenge meines Abos für Ausland-Roaming war restlos aufgebraucht. Ohne lange zu überlegen wurde ein Datenpaket von einem 1 Gigabyte für 29.90 Franken gepostet. Und weiter ging‘s. Während dem Schlussgang verzichtete ich an einer wichtigen Station in Liverpool gar auf eine Besichtigung und blieb im Car zurück. Als die anderen zurückkamen, war der Schlussgang jedoch immer noch am Laufen…
Auf alle Fälle konnte ich den verdienten Sieg von Christian Stucki live verfolgen und bejubeln. Klar hätte ich den Sieg auch Joel Wicki gegönnt. Aber ein gestellter Schlussgang ist immer so eine Sache.

Die Berner haben nicht so abgeräumt wie befürchtet
Was mir fast Albträume beschert hat, ist nun doch nicht eingetroffen. Die Berner Übermacht zerbröselte in Interlaken ein wenig. So konnten sie nicht alles in Grund und Boden schwingen. Schlussendlich ruhten die Hoffnungen der Mutzen auf dem stärksten Schwinger der Saison, Christian Stucki. Und mit Curdin Orlik eher überraschend auf einem zugezogenen Bündner, welcher nun für die Berner schwingt. Weiter gilt es zu erwähnen, dass Wenger, Sempach, Kämpf und Co. nicht ganz auf Touren kamen. Andererseits packten einzelne Schwinger aus anderen Teilverbänden ihre besten Schwünge aus und konnten die Berner in die Schranken weisen. Allen voran Joel Wicki, welcher einen unglaublich guten Wettkampf beim Unspunnen-Schwinget zeigte. Der junge Sörenberger ist aus Innerschweizer Sicht ein absolutes Versprechen für die Zukunft.


In Liverpool ein paar unvergessliche Tage verbracht
Foto: feldwaldwiesenblogger

Unspunnen-Trittbrettfahrer
Jedes Mal vor einem grossen schwingerischen Anlass beobachtet man die sogenannten journalistischen Trittbrettfahrer. Diese Schreiberlinge schreiben sonst jahraus-jahrein nie über den Schwingsport. Vor so einer „fetten Fete“ wie dem Unspunnen-Schwinget kommen diese Trittbrettfahrer dann auch zum Zug. Sie werden von ihrer Redaktion genötigt, doch bitte möglichst klischeehaft über den Schwingsport zu berichten. Dementsprechend kommen diese Texte dann auch heraus, welche nur so von Fakten-Fehlern und dummen Sprüchen strotzen. Ich meine, es ist ja schön, wenn möglichst viel über unseren Nationalsport berichtet wird. Es ist auch immens wichtig. Trotzdem: Man spürt dabei, dass jene Schreibtischtäter sonst nie auf einem Schwingplatz anzutreffen sind. Diesen fehlen eindeutig die Tiefe und das Verständnis für unseren Nationalsport. So kommen deren Beiträge auch heraus, bei denen man nur den Kopf schütteln kann und sich ärgern könnte. Ich betone „könnte“: Denn es lohnt sich nicht, weil das Gros der Schreiberzunft, welche sich dem Schwingsport annehmen, ihre Arbeit mit sehr viel Leidenschaft und Fachkenntnis tun. Kein Wunder, denn die meisten von ihnen schreiben nicht nur vor Grossanlässen über das Schwingen.

Nach der Saison ist vor der Saison
Die Herbstschwingfeste wurden nun eingeläutet. Und mit ihnen der letzte Teil der Saison 2017. Diese nähert sich mit grossen Schritten dem Ende entgegen. Das ist jeweils auch der Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen. Zu diesem Zweck werde ich jene Experten konsultieren, welche mir schon im Frühling vor Beginn der Saison ihre Einschätzung abgaben. Sie werden im Verlaufe des Oktobers in verschiedenen Beiträgen auch wieder zu Wort kommen.
Nach der Saison ist vor der Saison: Nach den letzten Schwingfesten oder teilweise jetzt schon machen die Schwinger eine wohl verdiente Pause, bevor sie im Spätherbst/Winter wieder ins Training für die 2018er-Saison steigen.
Eine „Schreib-Pause“ habe ich während meinem Liverpool-Trip und ein paar erholsamen Ferientagen in Meran eingelegt. Nun steige ich wieder voller Tatendrang ins „Business“ ein. Die Bleistifte sind gespitzt, mein „MAC“ bereit und mein Foto-Apparat nach einem Defekt im Sommer wieder repariert.


Nach dem Liverpool-Trip ging’s für ein paar Tage nach Meran
Foto: feldwaldwiesenblogger

Der Schwinger-Blog bleibt auch während dem Winter aktiv
Der Schwinger-Blog und mit ihr der Betreiber bleiben natürlich auch während dem Winter aktiv. In regelmässigen Abständen nehme ich mich einem interessanten Thema rund um unseren Nationalsport an. Notizen und Ideen sind während der Saison gesammelt worden. In der „schwingfreien“ Jahreszeit bleibt Zeit, gewisse Aspekte zu vertiefen. Oder interessante geschichtliche Fakten aufzugreifen und von entsprechenden Personen auch erklären zu lassen. Ich freue mich jetzt schon auf interessante Gespräche mit leidenschaftlichen Schwingerfreunden!

„Der Goldene Kranz“ in neuer Form
Wie man auf der Homepage des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV) lesen konnte, werden in Zukunft die Auszeichnungen „Der Goldene Kranz“ anlässlich der ESV-Abgeordnetenversammlung vergeben. Das ist meines Erachtens ein sehr guter Entscheid und der richtige Weg. Der Initiant Roger M. Fuchs rief 2012 zwar einen interessanten Event ins Leben. Doch passte „DER GOLDENE KRANZ – NACHT DES SCHWINGSPORTS“ einfach nicht wirklich zum Schwingsport. Zu Recht wurde dem ganzen Drum und Dran mit Skepsis begegnet. Denn das Schwingen zeichnet sich seit jeher mit Bescheidenheit und Bodenständigkeit aus. Bei der Nacht des Schwingsportes bekam man als Aussenstehender aber stets das Gefühl, dass man Glamour und ein Hauch von Hollywood in unseren Nationalsport einbauen möchte. Selbstverständlich waren, wie bei einer Oscar-Verleihung, auch nur die „oberen Zehntausend“ bei so einem Anlass zugegen. Der „normale“ Schwingerfreund hätte sich bei so einem „Cüpli-Anlass“ aber auch nicht wohl gefühlt…
Die neue Vereinbarung ist gut so, und man kann den beteiligten Personen nur gratulieren, dass sie „Den Goldenen Kranz“ nun auf seine wohlverdiente Bahn lenken, respektive Ort bringen. Nämlich an die Basis, zu den Abgeordneten des Eidgenössischen Schwingerverbandes und nicht zu den A-, B- oder C-Promis des Schweizerlandes!


„Der Goldene Kranz“ in Zukunft in neuer Form
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