Unspunnen und Ferien vorbei!

Text: feldwaldwiesenblogger


Christian Stucki: Der verdiente Unspunnen-Sieger!
Foto: srf.ch

Für Stucki 29.90 Franken ausgegeben
Nach der ferienbedingten Abwesenheit melde ich mich in meinem Blog auch wieder zu Wort. Den Unspunnen-Schwinget konnte ich leider nur aus dem fernen Liverpool beobachten. Dabei schaute ich erst im „Hard Days Night“-Hotel via WLAN und über die Plattform „Wilma“ den starken Mannen zu. Gegen Mittag ging es auf eine „Beatles-Tour“ quer durch Liverpool. Natürlich wurde das Schwingfest auf dem iPhone weiter verfolgt. Nicht dauernd, aber in regelmässigen Abständen. Dabei wurden die zur Verfügung stehenden Bytes gnadenlos heruntergesaugt. Bis kurz vor dem Schlussgang nichts mehr ging. Die Datenmenge meines Abos für Ausland-Roaming war restlos aufgebraucht. Ohne lange zu überlegen wurde ein Datenpaket von einem 1 Gigabyte für 29.90 Franken gepostet. Und weiter ging‘s. Während dem Schlussgang verzichtete ich an einer wichtigen Station in Liverpool gar auf eine Besichtigung und blieb im Car zurück. Als die anderen zurückkamen, war der Schlussgang jedoch immer noch am Laufen…
Auf alle Fälle konnte ich den verdienten Sieg von Christian Stucki live verfolgen und bejubeln. Klar hätte ich den Sieg auch Joel Wicki gegönnt. Aber ein gestellter Schlussgang ist immer so eine Sache.

Die Berner haben nicht so abgeräumt wie befürchtet
Was mir fast Albträume beschert hat, ist nun doch nicht eingetroffen. Die Berner Übermacht zerbröselte in Interlaken ein wenig. So konnten sie nicht alles in Grund und Boden schwingen. Schlussendlich ruhten die Hoffnungen der Mutzen auf dem stärksten Schwinger der Saison, Christian Stucki. Und mit Curdin Orlik eher überraschend auf einem zugezogenen Bündner, welcher nun für die Berner schwingt. Weiter gilt es zu erwähnen, dass Wenger, Sempach, Kämpf und Co. nicht ganz auf Touren kamen. Andererseits packten einzelne Schwinger aus anderen Teilverbänden ihre besten Schwünge aus und konnten die Berner in die Schranken weisen. Allen voran Joel Wicki, welcher einen unglaublich guten Wettkampf beim Unspunnen-Schwinget zeigte. Der junge Sörenberger ist aus Innerschweizer Sicht ein absolutes Versprechen für die Zukunft.


In Liverpool ein paar unvergessliche Tage verbracht
Foto: feldwaldwiesenblogger

Unspunnen-Trittbrettfahrer
Jedes Mal vor einem grossen schwingerischen Anlass beobachtet man die sogenannten journalistischen Trittbrettfahrer. Diese Schreiberlinge schreiben sonst jahraus-jahrein nie über den Schwingsport. Vor so einer „fetten Fete“ wie dem Unspunnen-Schwinget kommen diese Trittbrettfahrer dann auch zum Zug. Sie werden von ihrer Redaktion genötigt, doch bitte möglichst klischeehaft über den Schwingsport zu berichten. Dementsprechend kommen diese Texte dann auch heraus, welche nur so von Fakten-Fehlern und dummen Sprüchen strotzen. Ich meine, es ist ja schön, wenn möglichst viel über unseren Nationalsport berichtet wird. Es ist auch immens wichtig. Trotzdem: Man spürt dabei, dass jene Schreibtischtäter sonst nie auf einem Schwingplatz anzutreffen sind. Diesen fehlen eindeutig die Tiefe und das Verständnis für unseren Nationalsport. So kommen deren Beiträge auch heraus, bei denen man nur den Kopf schütteln kann und sich ärgern könnte. Ich betone „könnte“: Denn es lohnt sich nicht, weil das Gros der Schreiberzunft, welche sich dem Schwingsport annehmen, ihre Arbeit mit sehr viel Leidenschaft und Fachkenntnis tun. Kein Wunder, denn die meisten von ihnen schreiben nicht nur vor Grossanlässen über das Schwingen.

Nach der Saison ist vor der Saison
Die Herbstschwingfeste wurden nun eingeläutet. Und mit ihnen der letzte Teil der Saison 2017. Diese nähert sich mit grossen Schritten dem Ende entgegen. Das ist jeweils auch der Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen. Zu diesem Zweck werde ich jene Experten konsultieren, welche mir schon im Frühling vor Beginn der Saison ihre Einschätzung abgaben. Sie werden im Verlaufe des Oktobers in verschiedenen Beiträgen auch wieder zu Wort kommen.
Nach der Saison ist vor der Saison: Nach den letzten Schwingfesten oder teilweise jetzt schon machen die Schwinger eine wohl verdiente Pause, bevor sie im Spätherbst/Winter wieder ins Training für die 2018er-Saison steigen.
Eine „Schreib-Pause“ habe ich während meinem Liverpool-Trip und ein paar erholsamen Ferientagen in Meran eingelegt. Nun steige ich wieder voller Tatendrang ins „Business“ ein. Die Bleistifte sind gespitzt, mein „MAC“ bereit und mein Foto-Apparat nach einem Defekt im Sommer wieder repariert.


Nach dem Liverpool-Trip ging’s für ein paar Tage nach Meran
Foto: feldwaldwiesenblogger

Der Schwinger-Blog bleibt auch während dem Winter aktiv
Der Schwinger-Blog und mit ihr der Betreiber bleiben natürlich auch während dem Winter aktiv. In regelmässigen Abständen nehme ich mich einem interessanten Thema rund um unseren Nationalsport an. Notizen und Ideen sind während der Saison gesammelt worden. In der „schwingfreien“ Jahreszeit bleibt Zeit, gewisse Aspekte zu vertiefen. Oder interessante geschichtliche Fakten aufzugreifen und von entsprechenden Personen auch erklären zu lassen. Ich freue mich jetzt schon auf interessante Gespräche mit leidenschaftlichen Schwingerfreunden!

„Der Goldene Kranz“ in neuer Form
Wie man auf der Homepage des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV) lesen konnte, werden in Zukunft die Auszeichnungen „Der Goldene Kranz“ anlässlich der ESV-Abgeordnetenversammlung vergeben. Das ist meines Erachtens ein sehr guter Entscheid und der richtige Weg. Der Initiant Roger M. Fuchs rief 2012 zwar einen interessanten Event ins Leben. Doch passte „DER GOLDENE KRANZ – NACHT DES SCHWINGSPORTS“ einfach nicht wirklich zum Schwingsport. Zu Recht wurde dem ganzen Drum und Dran mit Skepsis begegnet. Denn das Schwingen zeichnet sich seit jeher mit Bescheidenheit und Bodenständigkeit aus. Bei der Nacht des Schwingsportes bekam man als Aussenstehender aber stets das Gefühl, dass man Glamour und ein Hauch von Hollywood in unseren Nationalsport einbauen möchte. Selbstverständlich waren, wie bei einer Oscar-Verleihung, auch nur die „oberen Zehntausend“ bei so einem Anlass zugegen. Der „normale“ Schwingerfreund hätte sich bei so einem „Cüpli-Anlass“ aber auch nicht wohl gefühlt…
Die neue Vereinbarung ist gut so, und man kann den beteiligten Personen nur gratulieren, dass sie „Den Goldenen Kranz“ nun auf seine wohlverdiente Bahn lenken, respektive Ort bringen. Nämlich an die Basis, zu den Abgeordneten des Eidgenössischen Schwingerverbandes und nicht zu den A-, B- oder C-Promis des Schweizerlandes!


„Der Goldene Kranz“ in Zukunft in neuer Form
Foto: esv.ch

feldwaldwiesenblogger