Saison-Bilanz der Nordwestschweizer Schwinger – NWSV-Experte Wolfgang Rytz gibt Auskunft

Text: Wolfgang Rytz und feldwaldwiesenblogger / Foto: Wolfgang Rytz

Die 2017er-Saison neigt sich langsam dem Ende entgegen. Noch stehen vier Freiluft-Schwingfeste an, bei welchen allesamt für Spannung gesorgt sein wird. Vier Herbstschwingfeste, an welchen einige Schwinger nochmals ihr Können zeigen wollen. Zudem kommt es beim Chemihütte-Schwinget in Aeschiried BE gar zu einem Comeback: Der einheimische Jonas Lengacher kehrt beim letzten Schwingfest auf Berner Boden nach langer Verletzungspause wieder auf die Schwingplätze zurück.

Trotzdem: Die grossen „Brocken“ unter den Schwingfesten sind Geschichte und in der Nordostschweiz, Südwestschweiz und in der Nordwestschweiz stehen keine Anlässe mehr an. Zeit also, wie angekündigt, Bilanz zu ziehen. Der Start erfolgt heute mit dem Nordwestschweizerischen Schwingerverband (NWSV).

Wolfgang Rytz, ein freier Sportjournalist aus dem Aargau, konnte ich vor der diesjährigen Saison als Experte für die Nordwestschweizer Schwinger gewinnen. Am 17. März gab er hier seine Einschätzung zur bevorstehenden Saison ab. Dabei fiel auf, dass der Name Nick Alpiger ein paar Mal fiel. Das tut er in der Folge bei Wolfgang’s Saison-Bilanz wieder.

Ich bedanke mich bei Wolfgang Rytz, welcher mir meine Fragen schriftlich beantwortete.


Wolfgang Rytz, NWSV-Experte

Kurz zusammengefasst: Wie verlief aus deiner Sicht die Saison für die Nordwestschweizer?
Wolfgang Rytz: Der Nordwestschweizer Verband erlebte einen Umbruch an der Spitze. Nick Alpiger ist der neue klare Leader, obwohl Bruno Gisler in der ersten Saisonhälfte seine Klasse noch unter Beweis stellte.

Welches waren die Highlights für den Nordwestschweizerischen Teilverband?
Rytz: Für die Glanzlichter der Saison 2017 sorgte vor allem Nick Alpiger. Er gewann nebst dem Baselstädtischen Schwingertag drei Bergkränze. Dabei belegte er auf dem Stoos und auf der Rigi jeweils Rang 2. Nur logisch, dass er am Unspunnenschwinget bester Nordwestschweizer war. Bruno Gislers eindrücklicher Aargauer Kranzfestsieg hatte mit der Verletzung von Armon Orlik einen schalen Beigeschmack. Gisler kann deswegen aber kein Vorwurf gemacht werden.

Welche Schwinger sorgten besonders für Furore?
Rytz: Wie bereits erwähnt, konnte auf nationaler Ebene praktisch nur Nick Alpiger Zeichen setzen. Trotz einer Verletzungspause Mitte Sommer zeigte der unberechenbare Patrick Räbmatter eine gute Leistung am Unspunnenschwinget. Er beeindruckte zuletzt mit einem Sieg über Simon Anderegg.

Welche Schwinger haben überrascht?
Rytz: Roger Erb überraschte mit Kranzgewinnen auf dem Stoos und am Berner Kantonalfest. Henryc Thoenen deutete sein Potential mit Rang 3b auf dem Stoos an. Dem Baselbieter und dem Baselstädter fehlte aber die Konstanz über die Saison hinweg.

Welcher Nordwestschweizer Schwinger war für dich der Schwinger des Jahres, welcher der Aufsteiger der Saison? Warum?
Rytz: NWSV-Schwinger und Aufsteiger der Saison 2017 war eindeutig Nick Alpiger. Er hat in diesem Jahr Bruno Gisler, Christoph Bieri und Mario Thürig an der Spitze abgelöst.

Was lief in deinen Augen besonders gut für die Nordwestschweizer?
Rytz: Die Neueidgenossen Alpiger und Räbmatter haben ihren Erfolg von Estavayer eindrücklich bestätigt. Nebst den vier NWS-Kränzen auf dem Stoos sind die sechs Kranzgewinne an den auswärtigen vier Teilverbandsfesten positiv zu erwähnen.

Was lief weniger gut?
Rytz: Das Trio Gisler, Thürig, Bieri hat massiv an Durchschlagskraft verloren. Das war in der zweiten Saisonhälfte auf dem Weissenstein, am Nordwestschweizerischen und am Unspunnenschwinget deutlich spürbar. Remo Stalder fiel fast die ganze Saison aus. David Schmid begann die Saison verletzungsbedingt verspätet und kam nicht mehr richtig in die Gänge. Dadurch fehlte dem NWSV als Gastgeber auf dem Weissenstein die Durchschlagskraft. Die Folge war eine fast totale Schlappe gegen die Berner Übermacht.

Wie verlief der Saisonhöhepunkt, der Unspunnen-Schwinget für die Nordwestschweizer?
Rytz: Wie nicht anders zu erwarten, spielten die Nordwestschweizer Schwinger in Interlaken keine grosse Rolle. Einzig Alpiger und Räbmatter setzten Akzente. Die Nordwestschweiz liegt weit hinter den drei grossen Teilverbänden zurück, ist aber immer noch wesentlich stärker als der Südwestschweizer Verband.

Welche Auswirkungen hatte die Verletzungshexe für den Nordwestschweizerischen Teilverband?
Rytz: Die mehr oder minder langen Ausfälle von Remo Stalder, Henryc Thoenen, Patrick Räbmatter, David Schmid und Janic Voggensperger wogen angesichts der schmalen Spitze und dem nachlassenden Eidgenossentrio Bieri/Gisler/Thürig schwer.

Zum Schluss ein Blick über den Teilverband hinaus: Welcher Schwinger hat dich nebst dem Unspunnen-Sieger Christian Stucki diese Saison am meisten beeindruckt? Warum?
Rytz: Martin Hersche zeigte am Nordwestschweizerischen in Therwil eine grandiose Leistung mit schwingtechnischen Leckerbissen. Jammerschade, dass er zwei Wochen später am Unspunnenschwinget nicht dabei war, weil er sich auf der Schwägalp verletzte.

feldwaldwiesenblogger

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