Nachgefragt bei Florian Hasler, dem mittlerweile zweifachen Schlussgang-Teilnehmer von Siebnen

Text: feldwaldwiesenblogger

Wie bereits schon vorletzte Woche, als ich den Emmentaler Tobias Siegenthaler zu Wort kommen liess, widme ich mich wieder einem Schlussgang-Verlierer. Diesmal demjenigen vom Herbstschwingertag Siebnen: Florian Hasler. Denn Florian erreichte die Endausmarchung mit einer starken Leistung, welche es auch verdient, erwähnt zu werden.
Während der Woche führte ich mit dem Ausserschwyzer am Telefon ein interessantes Gespräch.

Der 80. Herbstschwingertag Siebnen
Sieger des Jubiläum-Schwingets wurde Roger Rychen. Der Glarner bezwang im Schlussgang nach zwei Minuten Florian Hasler mit Kreuzgriff-Kurz platt. 3004 Zuschauer fanden bei schönem und mildem Herbstwetter den Weg nach Siebnen SZ. Das Organisationskomitee unter der Leitung von Präsident Benno Züger scheute keinen Aufwand und führte auf dem Areal der Mittelpunktschule Siebnen ein stimmungsvolles Schwingfest durch. Bei diesem kam die volkstümliche Unterhaltung auch nicht zu kurz.
Gabenchef Markus Koller und sein Team richteten einen prächtigen Gabentempel her. Nebst vielen schönen Gaben standen für die Schwinger auch drei Lebendpreise bereit: Siegermuni «Nelson», Rind «Esra» und Kalb «Carola.
123 Schwinger aus dem Innerschweizer und dem Nordostschweizer Verbandsgebiet traten am Sonntagmorgen an. Darunter waren mit dem Sieger Roger Rychen, Reto Nötzli, Alex Schuler und Stefan Burkhalter vier Eidgenossen am Start. Weiter figurierten unter dem Teilnehmerfeld viele starke Kranzschwinger.

Florian Hasler stand bereits 2016 in Siebnen im Schlussgang
Florian verlor leider gegen Roger und fand sich schliesslich auf Rang 3a der Schlussrangliste. Der Sennenschwinger qualifizierte sich mit vier Siegen und einem gestellten Gang für den Schlussgang. Im fünften Gang bezwang Florian in einem packenden Duell in der letzten Minute Adrian Steinauer mit Kreuzgriff. Der Standschwinger stand bereits schon 2016 im finalen letzten Kampf, welchen er damals gegen Reto Nötzli verlor.
Florian Hasler’s Geburtsdaum ist der 5. Januar 1986. Der 31-Jährige stammt ursprünglich aus Schübelbach SZ. Heute wohnt er in Vorderthal SZ, ist verheiratet und hat eine Tochter. Florian weist mit seiner Grösse (189 Zentimeter) und seinem Gewicht (112 Kilogramm) Idealmasse für den Schwingsport auf. Der Märchler ist gelernter Zimmermann und arbeitet als Holzbau-Vorarbeiter. Zu seinen Hobbys zählt er nebst dem Schwingen seine Familie, Arbeitsausführungen in der Freizeit, Ausgang und Skifahren.
Florian Hasler ist Mitglied beim Schwingklub March-Höfe und hat bisher 19 Kränze herausgeschwungen. In der nun zu Ende gehenden Saison konnte der Familienvater beim Zuger, Schwyzer und St. Galler Kantonalen vor die Kranzdamen treten. Dank den drei Saisonkränzen wurde Florian für den Unspunnen-Schwinget selektioniert.
Seine bevorzugten Schwünge sind allgemein die Hakenschwünge wie Wyberhaken und Gammen. Als schwingerisches Vorbild benennt der mittlerweile zweifache Schlussgang-Teilnehmer von Siebnen seinen bestens bekannten Onkel und Götti Eugen Hasler.


Florian Hasler
Foto: Roger Gruetter

Herzliche Gratulation zum Erreichen des Schlussganges! Was ging dir nach dem verlorenen Schlussgang durch den Kopf?
„Ich regte mich auf, weil ich blöd gegen Roger verloren habe. Schade! Ich rechnete zwar damit, dass ich ihn wahrscheinlich kaum packen kann. Dennoch ging es zu schnell.“

Würdest du heute mit einer anderen Taktik den Schlussgang in Angriff nehmen?
„Nein, es war schon die richtige Taktik. Ich schwang bisher noch nie mit Roger. Beim Greifen wollte ich erst schauen, wie er steht und auf welcher Seite er stark ist. Ich griff mit Gammen an. In dem Moment zog er mit Kreuzgriff-Kurz und vervollständigte zum Resultat. Ich hatte wohl zu wenig Mut, um voll anzugreifen.“

Mit einem Kampf auf Biegen und Brechen hast du im fünften Gang den Teilverbandskranzer Adrian Steinauer bezwungen und so dir den Einzug in den Schlussgang geebnet. Beschreibe doch kurz diesen Schlüssel-Gang.
„Etwa eine Minute vor Schluss griff ich mit Gammen rechts an und zog durch. Er hielt dagegen, aber ich konnte ihn bezwingen. Bisher kam es zu zwei oder drei Duellen mit Adrian. Ich konnte zwar immer gut mit ihm schwingen, habe aber jedes Mal verloren. Diesmal wollte ich ihm nicht ins offene Messer laufen.“

Was für ein Fazit ziehst du vom Herbstschwingertag Siebnen?
„Es war ein super schöner Tag! Das Schwingfest fand daheim statt, wo man sehr viele Leute kennt. Schwingerisch ging es mir gut auf.“

Wie sieht deine Saisonbilanz insgesamt aus?
„Es war eine meiner besten Saisons, in welcher ich drei Kränze gewann. Weiter erreichte ich gute Resultate und gute Notenblätter, auch bei den Rangschwingfesten. Nach dem Unspunnen-Schwinget war ich zwar etwas enttäuscht. Schön wäre gewesen, noch einen Gegner mehr zu bezwingen. Es war aber nur schon toll, dabei zu sein.


Florian Hasler in Aktion
Foto: Florian Hasler

Du hast deinen ersten Kranz 2006 beim Schwyzer Kantonalen in Rothenthurm gewonnen. Welches war deine bisher erfolgreichste Saison?
„Nebst 2013 gehört, wie bereits angesprochen, diese zu meinen erfolgreichsten Saisons. Dabei habe ich sogar weniger trainiert als sonst. Meine Tochter kam im Januar zur Welt und ich war dadurch mehr zuhause. In anderen Wintern war ich mehr im Schwingkeller.“

In deiner bisherigen Karriere hast du 15 Kantonalkränze und vier Innerschweizer Teilverbandskränze mit nach Hause genommen, aber noch nie einen Bergkranz. Woran mag das liegen?
„Das ist schwierig zu sagen. Ich war auch schon nahe daran. Ein Bergfest ist halt noch etwas härter als beispielsweise das Innerschweizerische, und praktisch jeder zugeteilte Gegner ist stark. Zudem fehlte mir in den entscheidenden Momenten auch ein wenig Glück, damit es doch reichte.“

Konntest du viel von deinem berühmten Onkel und Götti Eugen Hasler profitieren? Was hat er dir alles gezeigt?
„Geni hat mir etliche Tipps gegeben und einige Trickli gezeigt. Die Kurzverteidigung habe ich zum Beispiel von ihm gelernt und er hat mir auch gezeigt, wie man einen Kurz richtig zieht.
Meine Schwingweise ist halt etwas anders als jene von Geni. Ich bin zudem nicht einer, der in den Schwingkeller geht und sich gross ein Konzept zurechtlegt.“

Du wirst im kommenden Januar 32 Jahre jung. Rücktritt ist noch kein Thema?
„Doch, ist es schon ein bisschen. Das nächste Jahr schwinge ich sicher noch. Vor zwei Jahren konnte ich wegen Rückenproblemen das ganze Jahr nicht schwingen. Heute gehe ich nach einem anstrengenden Arbeitstag am Abend auch mal nicht ins Training, um meinen Rücken zu schonen. Ich will mir beim zunehmenden Alter nicht noch etwas kaputt machen. Deshalb wird Rücktritt schon irgendwann ein Thema.“

Wann steigst du in die Saisonvorbereitung für 2018? Wie wird diese aussehen?
„Jetzt ist ein ganzer Monat lang kein Training. Im November beginnen wir wieder zu trainieren. Gewöhnlich gehe ich ein- bis zweimal pro Woche in den Schwingkeller. Ich mache aber kein Kraft- und kein Konditionstraining, denn ich habe von meiner tätlichen Arbeit her schon genügend Krafttraining. Als Fitnesstraining fahre ich vom Frühling bis zum Herbst regelmässig Velo.“

feldwaldwiesenblogger

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