Politiker und ihr anderes Ich

Text und Fotos: feldwaldwiesenblogger

„Politker und ihr anderes Ich“ ist das neue Buch von Christina und Christian Boss. Viele Schwingerfreunde erinnern sich sicher noch an zwei von ihnen verfasste Bücher: „Christian Stucki und seine Herausforderer am 16. Kilchberger Schwinget“ sowie an „Goldenes Eichenlaub“. Ich las beide Bücher mit viel Genuss und veröffentlichte am 7. August 2015 den Blogbeitrag Der Weg zum 100. Schwingerkranz-Gewinn“ – Nachgefragt bei Christina und Christian Boss.


Die Autoren Christina und Christian Boss
Foto: Christina und Christian Boss

Mir gefiel bei diesen beiden „Schwinger-Büchern“ insbesondere der Schreibstil von Christina und Christian, welcher mir dann und wann ein Schmunzeln entlockte. Zudem entdeckten sie von den einzelnen Schwingern lebendige Geschichten, welche man so noch nie gehört hatte. Die beiden bringen das jeweils sehr feinfühlig aufs Papier und gekonnt in Buchform. Zudem verstehen es die beiden Autoren, die Texte mit passenden Bildern und Illustrationen zu unterlegen.

Im Reinhardt Verlag sind nebst dem „Goldenen Eichenlaub“ noch „Schiedsrichter sind auch nur Menschen“ sowie „Der steile Weg ins Rampenlicht“ erhältlich. Der neuste Wurf heisst wie eingangs erwähnt „Politker und ihr anderes Ich“. Christina und Christian waren so freundlich, mir ein Exemplar von diesem Buch zuzustellen. Das Buch ist erst seit kurzem bei mir zuhause, und ich habe es noch nicht gelesen.


Bestell-Talon

Auf einem Bestell-Talon wird man auf den Inhalt des Buches „gluschtig“ gemacht. Des Weiteren erkennt man auf einen Blick, von welchen Politikern das Autoren-Paar persönliche Geschichten entlockte und ausgrub. Ich für meinen Teil entschied mich dazu, Dich, liebe Leserin oder lieber Leser, auf eine Erkundungstour durch das Buch mitzunehmen.


Adrian Amstutz

Da treffen wir zu Beginn auf einen schon ziemlich älteren Haudegen der SVP, Adrian Amstutz. Der Berner mit Jahrgang 1953 ist Nationalrat und SVP-Bundeshausfraktionschef. Der stets auf den Punkt kommende Hardliner ist es auch privat. Man erfährt, dass Amstutz mehrfacher Schweizermeister im Zielspringen ist. Toni Brunner gibt über seinen Parteikollegen persönliche Noten preis: „Adrian ist voller Lebensfreude und Zuversicht“ oder: „Adrian geht. Nein er rennt. Vom Typ her unbekümmert statt detailversessen.“


Isidor Baumann

Isidor Baumann, Urner Ständerat mit Geburtsdatum 23. September 1955. Er sagt von sich: „Auf der Göscheneralp zwischen 2000 und 3000 Meter über Meer fühle ich mich am wohlsten.“ Mit schönen Bildern wird die Geschichte eines Berglers erzählt, welcher im urnerischen Wassen geboren wurde und dort immer noch lebt. Baumann erlernte einst den Beruf eines Vermessungszeichners und Vermessungstechniker. Heute hat der 62-Jährige Vollblutpolitiker mehrere Mandate inne.


Pirmin Bischof

Und wieder ein Ständerat: Der Solothurner Pirmin Bischof. Die Speaker-Legende Dagobert Cahannes erläutert die Charaktereigenschaften des im Sternzeichen „Fisch“ geborenen Bischof. Man erfährt weiter, dass der CVP-Politiker im Alter von zwei Jahren einen Schädelbruch erlitt. Oder, dass er sich auf die Fahne schrieb, seinen Kanton Solothurn so zu repräsentieren, dass er in der übrigen Schweiz nicht mehr vergessen wird. Bischof ist 58-jährig und Inhaber einer Anwaltskanzlei. Ihm wurden auch schon Bundesrats-Ambitionen nachgesagt.


Jonas Fricker

Jonas Fricker, Jahrgang 1977, war mir bis vor gut zwei Wochen kein Begriff. Der Nationalrat der Grünen, welcher in Baden AG wohnt, machte mit einer der grössten rhetorischen Entgleisungen in der jüngeren Schweizer Parlamentsgeschichte von sich reden. Kurz darauf trat Fricker als Nationalrat zurück.
Im Buch von Christina und Christian Boss kann man entnehmen, dass der Familienvater ein versierter Taktiker und Schnelldenker ist. Oder dass sich Fricker durch seine offene Art auch sehr beliebt gemacht hat. Scheinbar hat ihm aber eine Eigenschaft seines Sternzeichens „Widder“, nämlich das eines manchmal stürmischen Politkers, nun einen Streich gespielt.


Petra Gössi

Die im schwyzerischen Küssnacht lebende Petra Gössi, ihres Zeichens FDP-Parteipräsidentin, wird inzwischen in der ganzen Schweiz als sympathische Politikerin wahrgenommen. Erst recht seit ihrem gelungenen Auftritt beim „Dunnschtig-Jass“ in Muotathal SZ. Im Buch ist die Rede von „der Taucherin mit dem Mut zum Risiko“. In der Tat scheint sie ziemlich unerschrocken zu sein, absolvierte sie doch im Vorfeld der besagten Jass-Sendung einen Tandem-Fallschirmsprung. Die nächste FDP-Bundesrätin?


Karin Keller-Sutter

Auf den obigen Bildern wird sie wahrscheinlich nur von ganz wenigen erkannt: Die St. Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter. Der Frau mit Jahrgang 1963 werden ebenfalls beste Chancen für eine Wahl in den Bundesrat eingeräumt. Keller-Sutter’s Lebensmotto heisst „Carpe diem“ (Geniesse den Tag). Man erfährt, dass sie im Sternzeichen Steinbock geboren wurde, und sie eine echte Hardlinerin ist. Die Stadtpräsidentin von Wil SG, Susanne Hartmann, meint denn auch über ihre Kollegin: „Für sie trifft das Wort zielorientiert bestens zu.“


Martin Landolt

Martin Landolt sei ein ziemlich umstrittener Politiker, schrieb jedenfalls schon mehrfach die „Weltwoche“. In der Tat hat es der Glarner Nationalrat und seine BDP alles andere als einfach. Sind sie doch gewissermassen die Lieblingsfeinde der SVP und deren Hausblatt. Im Buch erfährt man, dass Landolt’s Traum einst vom Papst-Amt handelte, oder dass er die Abgeschiedenheit und ein einfaches Leben sucht. Der Näfelser gibt als Tätigkeit „Politiker, Strategie- und Kommunikationsberater“ an. Weiter ist Landolt ein passionierter Jäger und spielt im FC Nationalrat mit.


Christian Levrat

Und noch ein umstrittener Politiker, dazu ein erfolgreicher: Ständerat Christian Levrat. Der Freiburger mit Jahrgang 1970 ist zudem SP-Parteipräsident.
Ich rechne es den beiden Autoren hoch an, dass sie die Politiker querbeet auswählten. So erfährt man auch von unbequemen Politikern wie Levrat einiges, was man so noch nie gehört oder gelesen hat. Der Ständerat war angeblich schon auf 5010 Meter über den Anden, und nicht kalkulierbare Risiken sind nicht sein Ding. Oder: Als Levrat in Bulle FR das Gymnasium besuchte, war er Mitglied einer Theatergruppe. In dieser war damals auch Géraldine Savary. Beide sind heute die Freiburger Vertreter im Ständerat.


Filippo Lombardi

Filippo Lombardi, wortwörtlich ein Schwergewicht in der Schweizer Politik, bekleidet nebst dem Ständerats-Amt auch den Präsidenten Job beim krisengeschüttelten Tessiner Eishockey-Verein Ambri-Piotta. Nach den persönlichen Angaben erfährt man, dass der Tessiner „der starke Mann zwischen den Fronten“ ist. Nach der Ausbildung zum Journalisten absolvierte Lombardi ein Studium in Recht und Volkswirtschaft. Man weiss aus den Medien, dass der in Bellinzona geborene CVP-Politiker auch schon über die Stränge schlug. Und zum Schluss meint er zu seinen Energiequellen: „Der Schlaf kommt immer zu kurz.“ Dafür tankt er seine Energie in der schönen Bergwelt oder auf dem Luganersee.


Albert Rösti

Über den 50-jährige Nationalrat Albert Rösti kann man lesen, dass in seiner Brust zwei Herzen schlagen. Im Privaten soll er offen für die Probleme der Mitmenschen sein. Auf dem harten Politparkett ist er aber weniger warmherzig. Kein Wunder, der Berner ist SVP-Parteipräsident. In meinen Augen aber nicht von Blocher’s Gnaden, sondern mit einem eigenen Weg. Als Bergbauernsohn war Rösti viel in der Bergwelt unterwegs. Zu seinen Hobbys zählt der Familienvater auch das Schlagzeug und Trompete spielen, was im Moment aber zu kurz käme. Man erfährt weiter, dass der Frutiger ein eigenes Kleinunternehmen führt und Dölf Ogi früher sein „Dorfidol“ war.

Meine Reise ist hier zu Ende. Denjenigen, welche mit mir bis zum Schluss ausharrten, empfehle ich den Kauf dieses wirklich lesenswerten Buches!

feldwaldwiesenblogger

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