Saison-Bilanz der Berner Schwinger – BKSV-Experte Manfred Schneider gibt Auskunft

Text: feldwaldwiesenblogger / Foto: Manfred Schneider

Bei den Experteneinschätzungen sind wir nun bereits bei den Bernern angelangt. Für den zurzeit stärksten Teilverband fragte ich vor dieser Saison Manfred Schneider an. Das eidgenössische Ehrenmitglied sagte glücklicherweise zu. Manfred war bis 2016 Eidgenössischer Technischer Leiter Jungschwingen, und kennt das Schwinggeschehen im Bernbiet natürlich bestens.

Der Berner gab am 20. März seine Einschätzung für die bevorstehende 2017er-Saison ab. Dabei erwähnte er, dass die Berner im Moment noch die breiteste Spitze haben. Daran gibt es nichts auszusetzen. So wie die Berner Schwinger in den letzten Monaten aufgetreten sind, konnte man für den Saisonhöhepunkt, den Unspunnen-Schwinget, für die anderen Teilverbände nur das Schlimmste befürchten. Auch wenn zwei Mutzen den Schlussgang bestreiten durften: Soweit kam es dann doch nicht. Mit Christian Stucki gewann in Interlaken jener Schwinger, welcher nicht nur im Bernbiet alle überragte. Stucki war der beste Schwinger der Saison.

Aber auch die Berner hatten ihre Verletzten zu beklagen. So fielen nebst anderen die beiden Schwingerkönige Matthias Glarner und Matthias Sempach aus. Letzterer versuchte sich mit einem nicht vollumfänglich geglückten Comeback beim Unspunnen-Schwinget.
Dafür traten andere Schwinger positiv in Erscheinung. Beispielsweise der Haslitaler Kilian von Weissenfluh, mit welchem ich vor dem Brünig-Schwinget ein Gespräch führte.

Mein Dank geht an Manfred Schneider. Er übermittelte mir seine Antworten schriftlich.


Manfred Schneider, BKSV-Experte

Kurz zusammengefasst: Wie verlief aus deiner Sicht die Saison für die Berner?
Manfred Schneider: Ich glaube, der Berner Kantonale Schwingerverband (BKSV) darf sehr zufrieden sein mit dem Verlauf der 2017er-Saison.

Welches waren die Highlights für den Berner Teilverband?
Schneider: An erster Stelle steht sicher der Sieg beim Unspunnen-Schwinget. Aber auch die Bergfestsiege am Schwarzsee, auf dem Weissenstein und Brünig gehören zu den Highlights der Saison.

Welche Schwinger sorgten besonders für Furore?
Schneider: Christian Stucki, Kilian Wenger, Matthias Aeschbacher, Simon Anderegg, Bernhard Kämpf, Thomas Sempach und Curdin Orlik sorgten in meinen Augen am meisten für Furore.

Welche Schwinger haben überrascht?
Schneider: Das ist einerseits sicher Phillipe Reusser mit dem Sieg auf dem Brünig. Andererseits aber auch die beiden jungen Kilian von Weissenfluh und Fabian Staudenmann.

Welcher Berner Schwinger war für dich der Schwinger des Jahres, welcher der Aufsteiger der Saison? Warum?
Schneider: Christian Stucki ist für mich der Schwinger des Jahres. Der Seeländer überzeugte mit Siegen beim Unspunnen-Schwinget, Bernisch Kantonalen, Brünig, Weissenstein, sowie am Mittelländischen und Seeländischen Schwingfest.
Als Aufsteiger der Saison bezeichne ich den Nachwuchsschwinger Fabian Staudenmann mit Jahrgang 2000. Fabian brillierte mit den Kränzen auf dem Brünig sowie beim Mittelländischen, Oberaargauischen und Seeländischen Schwingfest.

Was lief in deinen Augen besonders gut für die Berner?
Schneider: Auch wenn einige Spitzenschwinger wegen Verletzungen ausgefallen sind: Andere haben sich ins Zeug gelegt und bescherten dem Bernisch Kantonalen Schwingerverband viel Erfolg.

Was lief weniger gut?
Schneider: Verbessern kann man sich immer. Aber ich denke, es wäre Jammern auf hohem Niveau, wenn man die 2017er-Saison der Berner Schwinger unter die Lupe nimmt.

Wie verlief der Saisonhöhepunkt, der Unspunnen-Schwinget, für die Berner?
Schneider: Zwei Berner Schwinger im Schlussgang sagen eigentlich alles. Dazu braucht es vom Verantwortlichen in der Einteilung bis hin zu den Schwingern, Betreuern, Masseuren und dem Arzt alle, um solch einen Erfolg feiern zu können.

Welche Auswirkungen hatte die Verletzungshexe für den Berner Teilverband?
Schneider: Ich vermute, es wären gar noch ein paar Kränze mehr drin gelegen. Eventuell auch weitere „Bernerpaarungen“ …

Zum Schluss ein Blick über den Teilverband hinaus: Welche Schwinger haben dich nebst dem Unspunnen-Sieger Christian Stucki diese Saison am meisten beeindruckt? Warum?
Schneider: Einmal mehr die sogenannten jungen „Wilden“, angeführt von Samuel Giger, Joel Wicki, Nick Alpiger, Lario Kramer und Armon Orlik. Ihre angriffige Schwingweise hat uns in diesem Jahr wieder viel Freude bereitet und führte zu einigen Schwingfestsiegen.
Weiter erwähne ich Jeremey Vollenweider (Mitglied beim Schwingklub Schaffhausen), welcher im Frühling 2016 knapp am Tode vorbeiging. Von Herbst 2016 bis Februar 2017 besiegte der junge Mann mit einer Chemotherapie seine Krebs-Erkrankung. Jeremy durfte sich in der zu Ende gegangenen Saison beim Schaffhauser Kantonalen den Kranz aufsetzen lassen und wurde beim Eidgenössischen Nationalturntag in Eschenbach LU in der Leistungsklasse L2 Schweizermeister. Da ziehe ich einfach meinen Hut, Super und Bravo!

feldwaldwiesenblogger

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