Vor 100 Jahren: Der 10. Innerschweizerische Schwingertag

Text: feldwaldwiesenblogger / Quelle: Eidgenössische Schwingerzeitung 12. Jahrgang 1918

Vor einiger Zeit blätterte ich wieder einmal in alten Schwingerzeitungen, und zwar in solchen aus 1918. Diese enthielten etliche Schwingfestberichte von 1917. Ich pickte dabei einen Anlass heraus, welcher exakt vor 100 Jahren stattfand: Der 10. Innerschweizerische Schwingertag.

Nachfolgend zitiere ich wortwörtlich aus der entsprechenden Schwingerzeitung, dieser Text ist in Kursiv-Schrift. Auffällig dabei ist das „blumige“ Hochdeutsch und die Schachtelsätze.

Der 10. Innerschweizerische Schwingertag
Am 24. Juni 1917 fand der 10. Innerschweizerische Schwingertag in Horw statt.

Aus der Schwingerzeitung vom 15. Februar 1918:


Ein schön gestaltetes Plakat machte auf den 10. Innerschweizer Schwingertag aufmerksam

Die Wettkämpfe wurden belebt durch die herrlichen Weisen der Feldmusik Horw, sowie durch lustige Jodler und die heimeligen Töne des Alphorns. Abwechslung für das Auge bot das Fahnenschwingen.

Nach einer kurzen Pause vollzog sich der Schlussakt. Es erschienen vier stramme, schmucke Kranzjungfern und Herr Gemeindeammann Studhalter, Präsident des Organisationskomitees, entbot den Gruss der Behörden, der Bevölkerung und des Turnvereins von Horw, Schwinger und Turner ermunternd, kräftige Agitation zu entfalten, damit unser schönes, altes Nationalspiel weitere Freunde und grössere Ausbreitung finden möge. Hernach ergriff der Verbandspräsident Herr Otto Roth, als Präsident des Kampfgerichtes, das Wort. Er verdankte die flotte Organisation des 10. Innerschweizerischen Schwingertages und kritisierte kurz die geleistete Arbeit, um hernach die Rangverkündung vorzunehmen. Von den beinahe 100 Wettkämpfern konnten 11 durch zarte Hand mit dem Eichenlaub geschmückt werden.

War es auch dem Organisationskomitee zufolge der kurzen Vorbereitungszeit nicht möglich, Preise zu beschaffen, dürfte dennoch dieser vom Wetter so sehr begünstigte und ohne jeden Unfall verlaufene Anlass jedem Teilnehmer in angenehmer Erinnerung bleiben, umso mehr, da als Ersatz eine Anzahl Diplome verabfolgt und an die aktiven Teilnehmer, die grosse Reiseauslagen hatten, die Hälfte derselben entschädigt wurden.


Werner Lanz, Innerschweizer Sieger 1917
Quelle: Jubiläumsschrift „100 Jahre Innerschweizerischer Schwingerverband“

Der Innerschweizerische Schwingerverband feiert 2018 seinen 125. Geburtstag und wurde 1893 gegründet. 1917 fand in Horw das 10. Verbandsfest statt, bei welchem beinahe 100 Schwinger antraten. Die heutige Kranzquote von 18 Prozent hätte demzufolge (beinahe) 18 Schwingern den Kranz beschert. Dannzumal wurden 11 Eichenlaub-Exemplare abgegeben…
Werner Lanz aus Luzern hiess der Sieger des 10. Innerschweizerischen Schwingertages in Horw.

Das Innerschweizerische wurde vor hundert Jahren als „Innerschweizerischer Schwingertag“ bezeichnet. Wie man der Jubiläumsschrift „100 Jahre Innerschweizerischer Schwingerverband“ entnehmen kann, wurde das Teilverbandsfest bereits schon 1925 „Innerschweizerisches Schwing- und Älplerfest“ genannt. So heisst das Fest heute noch, und ist zu einem der grössten und beliebtesten Anlässe der Zentralschweiz geworden.

Man schrieb in der Schwingerzeitung vom 15. Februar 1918 von kurzer Organisationszeit und dass es demzufolge unmöglich war, Preise zu beschaffen. In der heutigen Zeit undenkbar. Man darf aber auch nicht vergessen, dass zu jener Zeit der erste Weltkrieg (1914 – 1918) wütete.

feldwaldwiesenblogger

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