ESAF 2025 in Mollis? – Die Kandidatur ist auf einem guten Weg

Text und Fotos: feldwaldwiesenblogger

«It’s a Long Way to the Top (If You Wanna Rock ’n‘ Roll)», zu Deutsch: «Es ist ein langer Weg nach oben (wenn Du Rock’n’Roll willst)». Diesen AC/DC-Klassiker hörte ich per Zufall auf dem Nachhauseweg einer beeindruckenden Veranstaltung. Der Song-Titel versinnbildlicht den Weg, welchen der Kandidaturverein und seine Freunde für ein mögliches ESAF 2025 im Glarnerland derzeit beschreiten.


Beim Eröffnungs-Apéro erfolgte ein erster Austausch

Eröffnungs-Apéro und Austausch
Am vergangenen Mittwoch fand in Schänis SG eine Veranstaltung der «Freunde Esaf 2025 Glarus+» statt. Auf der entsprechenden Internetseite findet man folgendes darüber: «Die Freunde ESAF 2025 Glarus+ unterstützen die Kandidatur für das Schwing- und Älplerfest in Mollis im Jahre 2025.»
Ich habe mich auch für diesen «Event» angemeldet und freute mich im Vorfeld auf einen spannenden Austausch rund um das Generationen-Projekt. Im Schulhaus Chastli trafen sich um 18 Uhr etwa 100 Schwingerfreunde zum Eröffnungs-Apéro. Beim Gespräch erfuhr man erste Infos und es wurde einem ein interessantes Schwinger-Quiz in die Hand gedrückt. Dieses beinhaltete verschiedene interessante und knifflige Fragen rund um den Schwingsport. Dabei erfolgte auch ein reger Austausch und natürlich war ein mögliches Eidgenössisches 2025 in Mollis das grosse Thema. Gesichtet wurden beim Apéro die Spitzenschwinger Roger Rychen und Tobias Riget, sowie der zurückgetretene Eidgenosse Martin Glaus.


Das Können der Jungschwinger wurde von vielen Zuschauern beobachtet

Demonstration der Jungschwinger
Es folgte ein Besuch im Schwingkeller, wo zahlreiche Jungschwinger aus der Gegend ihr Können demonstrierten. Viele Zuschauer folgten interessiert dem Treiben im Sägemehl, vermutlich waren so viele wie nur ganz selten im Trainingslokal anwesend. Auch hier wurde man sofort in interessante Gespräche verwickelt und man lernte neue Leute kennen. Das schöne rund um den Schwingsport sind auch die unkomplizierten Begegnungen. Schnell fühlt man sich wohl, denn die grosse Schwingerfamilie erstreckt sich eigentlich über die ganze Schweiz.

Informationen rund um das Generationenprojekt
Punkt 19 Uhr wurde man in der Turnhalle von Jakob Kamm (Präsident Kandidaturverein) und Roland Anderegg (Leiter Projektbüro ESAF 2025) begrüsst. Kamm liess wissen, dass bis zur Entscheidung respektive Vergabe an der Abgeordneten Versammlung (AV) des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV) im Jahr 2021 noch 34 Monate sind. Man erfuhr auch, dass als Ausfluss der Kandidatur die Sportschule Glarnerland neuerdings den Schwingsport im Angebot hat. Vier Schwing-Talente, zwei Glarner und zwei St. Galler, besuchen nun diese Sportschule. Kamm erklärte, dass er und seine Leute soeben einen Sitzungsmarathon hinter sich haben. Bei diesem hielten sie einen «Runden Tisch» mit verschiedenen Gremien aus der Gegend ab.

Grussworte des Gemeindepräsidenten
Roland Anderegg vom Projektbüro ESAF 2025 Glarnerland+ führte schliesslich durchs Programm. Erst überbrachte aber Herbert Küng, seines Zeichens Gemeindepräsident von Schänis, die Grussworte der Gemeinde und sagte, dass der Apéro von ihnen spendiert wurde. Er sprach von Traditionen, Werten und der Begeisterung rund um den Schwingsport.
Anderegg erklärte weiter, was das «Plus» im Projektnamen bedeutet. Es soll für überregional stehen, aber auch, dass man die verschiedensten Gremien der Gegend wie die Wirtschaft oder den Tourismus mit an Bord holen möchte. Man möchte aber auch die Bevölkerung dabei wissen: Mit diesem Treffen, notabene seit der Gründung des Kandidaturvereins vor rund einem Jahr bereits das dritte, möchte man, dass die «Freunde» die entsprechende Botschaft in die Bevölkerung tragen. Und schliesslich gehört auch das Lobbying dazu, da schlussendlich bei der AV des ESV rund 220 Personen über die Vergabe entscheiden werden. Nebst den Glarnern kandidiert nämlich auch die Stadt St. Gallen.


Vereinspräsident Jakob Kamm begrüsste die «Freunde», rechts sind Roland Anderegg vom Projektbüro und Gemeindepräsident Herbert Küng zu erkennen

Glarner Landsgemeinde vom 7. Mai 2017
An der Glarner Landsgemeinde vom 7. Mai 2017 sprachen die Glarner Stimmbürger 2,2 Millionen Franken für die Kandidatur. Ein wichtiges Zeichen! Der Kandidaturverein wurde übrigens rund einen Monat vor der Landsgemeinde gegründet und beim ersten Treffen der «Freunde ESAF 2025 Glarus+» in Mollis war, Nomen est Omen, gar Schwingerkönig Matthias Glarner anwesend.
Das Ziel ist nun, den Schwingsport in der ganzen Region zu fördern. Die nächste Etappe für den Verein ist das Zusammenstellen einer starken Kandidatur. Das Team von Anderegg, zu welchem auch Corinne Blesi und Roger Walser gehören, unterstützen tatkräftig Jakob Kamm. Sie arbeiten jetzt schon zu je einem 30 Prozent-Pensum an den verschiedensten Dossiers. Dazu gehört das Verkehrskonzept, welches unter anderem zum Ziel hat, dass beim ESAF Samstag und Sonntag die Schwingerfreunde pünktlich in der Arena sind. Dazu gehört aber auch der Standort auf dem Flugplatz Mollis, welcher andere Anforderungen als jener in Estavayer mit sich bringt. Weiter wird am Sicherheitskonzept, den Finanzen und ganz allgemein an der Organisation gearbeitet. 2019 steht eine Vorprüfung an, bei welcher man nötige Verbesserungen anbringen möchte.

Überregionale Kandidatur
Roland Anderegg betonte, dass die überregionale Kandidatur ein Trumpf sei. Dazu gehört auch die Gastfreundschaft und das Brauchtum, welches im Glarnerland und in der nahen Umgebung abgestützt sein soll. 2025 ist zwar noch weit weg. Trotzdem spüre man jetzt schon die Freude und das Projektteam ist froh um jede Unterstützung. Es wurde auch erklärt, was die Motivation des Teams sei: Spannend sei die Zusammenarbeit in den verschiedenen Bereichen. Zudem sei das Schwingen ein schöner Sport und sie haben nun ein gemeinsames Ziel vor Augen.


Roland Anderegg bat zum Generationeninterview

Generationeninterview
Zwei typische Schwingerfamilien aus der Gegend, die «Beglingers» aus dem Glarnerland und die «Rigets» aus der Gaster-Landschaft, wurden zum Generationeninterview gebeten. Roland Anderegg befragte die drei Generationen mit interessanten und zum Teil zum Schmunzeln anregenden Fragen. Die einzelnen Familienmitglieder sprachen über ihre eigenen Erfahrungen mit dem Schwingsport und erklärten, dass sich die drei Generationen gut untereinander verstehen. Einer der befragten war Fridolin Beglinger, ehemaliger Spitzenschwinger und heute Technischer Leiter im Glarner Kantonalen Schwingerverband. Ein anderer war Tobias Riget, ein Spitzenschwinger vom Schwingerverband Rapperswil und Umgebung, welcher nach längerer Verletzungspause wieder schwingen kann.

Unterstützung von Rapperswil und Umgebung
Den Glarnern ist immens wichtig, dass sie Kandidaturunterstützung von ihren nächsten Nachbarn bekommen. So lud man nicht ohne Grund die «Freunde» nach Schänis ein, dem Einzugsgebiet vom Schwingerverband Rapperswil und Umgebung. Bezeichnend ist auch, dass Roger Rychen, ein Glarner, und Tobias Riget sowie Dominik Oertig (beide Schwingerverband Rapperswil und Umgebung) überregional miteinander eine Trainingsgemeinschaft bilden. Man arbeitet also heute schon eng miteinander zusammen. Weiter hielten Rolf Figi, Präsident des Glarner Kantonalen Schwingerverbandes und Jean-Claude Leuba, Präsident vom Schwingerverband Rapperswil und Umgebung, eine kurze Rede. Beide sprachen von der Freundschaft zwischen den Glarnern und den Rapperswilern. Sie wollen gemeinsam das Generationenprojekt unterstützen und motiviert mithelfen. Beide betonten, dass die Motivation und die Begeisterung über die Kantonsgrenze hinaus spürbar sei.


Dieses und weitere absolut sehenswerte «Schwinger-Bilder» wurden von der 5. Klasse gemalt

Kartoffelsalat und heisser Beinschinken
Der Abend wurde beim gemeinsamen Nachtessen, bei welchem man mit feinem Kartoffelsalat und heissem Beinschinken verköstigt wurde, abgerundet. Das Nachtessen und die Getränke wurden grosszügig vom Kandidaturverein spendiert. Schliesslich wurde das Schwinger-Quiz aufgelöst und die Gewinner durften bei einem kleinen Gabentempel ihre Preise abholen. Der Schreibende löste eine Frage leider falsch und ging leer aus…
Rund um den Austragungsort im Schulhaus Schänis hingen schöne Bilder. Man erfuhr, dass diese von der ortsansässigen 5. Klasse mit viel Enthusiasmus gemalt wurden. Ganz zum Schluss der Veranstaltung wurden die Besucher darauf hingewiesen, dass ein Newsletter im Sommer folgen wird. An die Presse werde man erst wieder gelangen, wenn man tatsächlich etwas zu berichten habe. 2019 soll überdies wieder ein Event der «Freunde Esaf 2015 Glarus+» über die Bühne gehen.
Um 21 Uhr war die Veranstaltung zu Ende und der Verfasser dieser Zeilen fuhr mit vielen Eindrücken und positiven Emotionen ob diesem jetzt schon weit fortgeschrittenen Generationenprojekt nach Hause. Beeindruckt war man auch über den Enthusiasmus von Jakob Kamm und Roland Anderegg. Es wäre dem Kandidatur-Team zu gönnen, wenn sie den langen Weg, wie eingangs erwähnt, «Top» – «Oben» abschliessen könnten.

feldwaldwiesenblogger

Vorschau auf das Zuger Kantonale: Gespräch mit TK-Chef Edwin Betschart und Änderungen im Teilnehmerfeld (Teil 2)

Text: feldwaldwiesenblogger

Die Vorfreude auf die Kranzfeste ist hüben und drüben zu spüren. Die Jagd auf die Kränze beginnt wieder, und zwar am kommenden Sonntag in Menzingen beim Zuger Kantonalen. Zur Einstimmung entschied ich mich für eine zweiteilige Vorschau. Im bereits veröffentlichten Teil 1 kam Siegerpreis «Muni Willi» zur Sprache und die Auswirkungen der neuen Beschickungsregel im ISV-Gebiet. Weiter die gemeldeten Spitzenschwinger. Diese erfuhren in der Zwischenzeit jedoch ein paar Änderungen. Mehr dazu am Schluss dieses Beitrages. Ich kündigte für den heutigen Teil 2 aber auch ein Gespräch mit Edwin Betschart, dem TK-Chef der Zuger Schwinger an.


Edwin Betschart, Technischer Leiter 1 des Zuger Kantonalen Schwingerverbandes
Bild: schwingen-zug.ch

Telefon-Gespräch mit dem Zuger TK-Chef Edwin Betschart

Wie sehen die Verletzungssorgen derzeit bei den Zuger Schwingern aus?
«Die sind gross. Pirmin Reichmuth macht die Patellasehne im operierten Knie Probleme und verhindert momentan ein Comeback. Weiter hat sich Rainer Betschart eine Verletzung zugezogen. Ich hoffe, dass er bis zum Innerschweizerischen wieder fit ist. Zudem verletzte sich leider Adrian Elsener an der Schulter.»

Apropos Pirmin Reichmuth: Wann gibt der Zuger sein Comeback?
«Bei Pirmin ist fraglich, ob er überhaupt Mitte dieser Saison sein Comeback geben kann. Er ist zwar seit anfangs März im Schwingtraining. Er beklagt aber leider wegen der erwähnten Patellasehne Schmerzen im Knie.»

Der letztjährige Zuger Sieger Marcel Bieri hat bei den Rangschwingfesten noch nicht voll und ganz überzeugt. Traust du ihm trotzdem den neuerlichen Sieg zu?
«Ja, wenn ihm am Sonntag alles aufgeht, traue ich ihm den Sieg wieder zu. Marcel hat gut trainiert und ist in einer guten Verfassung. Er konnte während dem Winter beschwerdefrei trainieren.»

Marco Reichmuth ist ebenfalls in einer tollen Verfassung. Traust du ihm bereits den ganz grossen Coup zu?
«Nein, das ist noch zu früh. Marco ist erst 20-jährig, topfit und hat gute Voraussetzungen für die Zukunft.»

Welchen Zuger Nachwuchsleuten traust du den ersten Kranz am Sonntag in Menzingen zu?
«Ich denke dabei an die vier Nachwuchsleute Thomas Bucher, Marcel Elsener, Lukas Baumann und Beat Suter, welche sich für den ersten Kranz aufdrängen.»

Betrachtet man die Zuger Kranzstatistik der letzten Jahre am eigenen Kantonalen (2017: 4 Kränze, 2016: 9 Kränze, 2015: 10 Kränze, 2014: 14 Kränze, 2013: 8 Kränze, 2012: 12 Kränze, 2011: 7 Kränze und 2010: 9 Kränze) stellt man fest, dass 2017 ein Einbruch erfolgte. Auf was führst du das zurück?
«In erster Linie auf die verletzungsbedingte Absenz von Pirmin Reichmuth sowie Remo und Rainer Betschart. Mit ihnen fehlten in Baar drei sichere Werte. Weiter schied Dominik Waser nach vier Gängen mit einer Verletzung aus. Ich rechnete zudem mit Thomas Bucher, welcher aber mit etwas Pech seinen ersten Kranz verpasste.»

Wie siehst du in diesem Zusammenhang das neue Beschickungsrecht in der Innerschweiz?
«Den erwähnten Kranzeinbruch erkläre ich primär mit unseren Verletzungssorgen. Dank dem neuen Beschickungsrecht haben wir sogar profitiert. Marcel Betschart verpasste 2017 leider den Zuger und den Schwyzer Kranz. Den Urner Kranz konnte er sich hingegen ergattern. Das wäre vorher gar nicht möglich gewesen.»

Wo stehen die Zuger Schwinger derzeit im Vergleich mit den anderen Kantonalverbänden in der Innerschweiz?
«Ich sehe die Luzerner an der Spitze, gefolgt von den Schwyzern. Uns sehe ich ähnlich stark wie die Nid- und Obwaldner sowie die Urner. Schön wäre, wenn wir mal auf die ganze Mannschaft zählen könnten.»

Macht das Eidgenössische in Zug eure Schwinger bereits nervös, oder beflügelt sie die Vorfreude?
«Sie sind wegen diesem Umstand leider noch nicht so beflügelt. Es wird meines Erachtens jetzt schon ein grosses drum herum gemacht und zu viel hochgejubelt. Ich wünsche mir aber, dass das ESAF die Schwinger zusätzlich motiviert.»

Was wünschst du dir für Sonntag?
«Dass der beste Schwinger auf dem Platz auch das Fest gewinnt. Ich wünsche mir würdige Neukranzer und hoffe auf sechs Zuger Kränze.»

Ich bedanke mich bei Edwin Betschart für das informative Gespräch und wünsche ihm und den Zuger Schwingern für Sonntag alles Gute!

Neue Beschickungsrecht hat sich bewährt
Das neue Beschickungsrecht habe ich beim Teil 1 bereits thematisiert. Als Ergänzung möchte ich hinzufügen, dass sich dem Vernehmen nach der neue Modus bewährt hat. Die letztes Jahr eingeführte Versuchsphase für das neue Beschickungsrecht im ISV-Gebiet hat sich gut eingespielt. Laut Aussage von Schwyzer TK-Chef Fidel Schorno im heutigen «Bote der Urschweiz» wurden inzwischen kleine Anpassungen vorgenommen: «Für diese Saison wurde die Quote für die auswärtigen Kantonalverbände auf je 50 Prozent Kranz- und Nichtkranzschwinger angepasst.» Letzte Saison durften maximal 45 Prozent Kranzschwinger der auswärtigen Kantonalverbände antreten.

Änderungen im Teilnehmerfeld: Und da sind’s noch fünf Eidgenossen…
Die Spitzenpaarungen sind gestern bekannt gegeben worden. Die Ausgangslage für den Tagessieg von übermorgen Sonntag präsentiert sich dabei offen. Aus Schwyzer Sicht darf man die Eidgenossen Mike Müllestein und Reto Nötzli erwähnen. Gespannt darf man aber auch auf das Abschneiden von Altmeister Martin Grab sein. Die Luzerner treten mit Eidgenosse Sven Schurtenberger an und die Obwaldner entsenden den bärenstarken Benji von Ah. Derweil die Gastgeber auf Titelverteidiger Marcel Bieri setzen. Zusammengezählt sind das noch fünf Eidgenossen.
Gestern Donnerstag kündigte der Gersauer Andi Ulrich seinen Verzicht auf Facebook an: «Da mein Fuss noch nicht ganz gut ist, verzichte ich auf die Teilnahme am Zugerkantonalen Schwingfest.» Von Edwin Betschart erfuhr ich, dass sich Philipp Gloggner am Innenband eines Knies verletzte, und auf eine Teilnahme verzichten muss. Verletzungsbedingt abgemeldet hat sich auch René Suppiger. Laut dem Zuger TK-Chef werden die Luzerner noch einen Spitzenschwinger nachmelden.
Für einen Spitzenplatz bereit sind aber auch die Zuger Remo Betschart, Marco Reichmuth, Dominik Waser und Pascal Nietlispach. Weiter traue ich den Luzernern Marco und Reto Fankhauser sowie Werner Suppiger einiges zu. Von den Schwyzern erwarte ich von Florian Hasler, Bruno Linggi, Andreas Höfliger und Guido Gwerder eine gute Klassierung. Die Urner sind mit Stefan Arnold prominent vertreten. Bei den Gästen von ausserhalb des Innerschweizerischen Teilverbandes darf man auf das Abschneiden der Baselbieter Andreas Henzer, Roger Erb und Christian Brand gespannt sein.

feldwaldwiesenblogger

Vorschau auf das Zuger Kantonale: Sieger-Muni Willi und gemeldete Spitzenschwinger (Teil 1)

Text: feldwaldwiesenblogger

Die Zeit des Ausprobierens und der Experimente ist für einen Teil der Innerschweizer Schwinger bereits wieder vorbei. Am Sonntag fällt mit dem Zuger Kantonalen in Menzingen der Startschuss zur diesjährigen Kranzfestsaison. Die Schwinger, aber auch die Zuschauer fiebern jeweils auf diesen freudigen Moment im Frühling. Trotz einigen Rangschwingfesten zur Vorbereitung: Zu Beginn der Saison darf man auch die eine oder andere faustdicke Überraschung erwarten. Des Weiteren stellen sich im Vorfeld des Zuger Kantonalen viele Fragen, zum Beispiel ob Marcel Bieri seinen Erfolg vom Vorjahr wiederholen kann, wann Pirmin Reichmuth sein Comeback gibt. Oder ob die magere Kranz-Ausbeute der Zuger Schwinger beim «Heim-Kantonalen 2017» auf das neue Beschickungsrecht zurückzuführen ist. Aber schön der Reihe nach.

Siegerpreis: Muni Willi
In der Schwingerzeitung vom 10. April konnte man lesen: «Muni Willi ist ein Schweizer Original Braunvieh und im Mai 2016 auf dem Hof von Alois Reichlin geboren. Als Spender für dieses stramme Tier konnte Gabenchef Bruno Rogenmoser die Firma Zürcher Holzbau aus Finstersee gewinnen. Nun ist Willi gespannt wer ihn am 22. (evtl. 29.) April 2018 in Menzingen gewinnen wird.» Bis «Willi» aber dem Sieger vom diesjährigen Zuger Kantonalen übergeben werden kann, muss dieser in sechs Gängen seine Bestleistung abrufen und bärenstarke Arbeit verrichten. Auf der Schulanlage Ochsenmatt in Menzingen bereitet derweil der Schwingklub Aegerital alles dafür vor, dass die Schwinger und die Zuschauer eine hervorragende Infrastruktur vorfinden.
Auf der Homepage zum diesjährigen Zuger Kantonalen stiess ich zudem auf folgende interessante Information: «Das Organisationskomitee hat entschieden, keinen Vorverkauf durchzuführen. Alle Tickets sind am Festtag ab 06.00 Uhr an der Tageskasse erhältlich.» In meinen Augen ein weiser Entscheid. Denn in letzter Zeit jagten sich die Vorverkäufe der einzelnen Kranzfeste regelmässig um die Wette. Wehe dem, der das verpasst hat. Die Zuger machen es einem so auch möglich, sich spontan für einen Besuch zu entscheiden, ohne dass man fast ein halbes Jahr im Voraus sein Ticket ergattern muss.


2017: Nach einer Durststrecke von 14 Jahren gewann mit Marcel Bieri endlich wieder ein Zuger das eigene Kantonale
Bild: zksf.ch

Gemeldete Spitzenschwinger
Der SCHLUSSGANG listet für den Zuger Ehrentag folgende Spitzenschwinger auf (Stand vom 18. April): Schurtenberger Sven, Ulrich Andreas, Bieri Marcel, von Ah Benji, Bieri Christian, Reichmuth Marco, Reichmuth Armin, Erb Roger, Waser Dominik, Nötzli Reto, Hasler Florian, Fankhauser Marco, Fankhauser Reto, Arnold Stefan, Suppiger René, Suppiger Werner, Müllestein Mike, Schuler Philipp, Linggi Bruno, Henzer Andreas, Gwerder Guido, Grab Martin, Gassmann Fabian, Gloggner Philipp, Brun Samuel und Brand Christian. Unter diesen Namen befinden sich nebst acht Eidgenossen mit Andreas Ulrich (2012), Marcel Bieri (2017) und Martin Grab (2001, 2005, 2008 und 2011) drei ehemalige Zuger Kantonalfestsieger. Mit Christian Schuler, welcher 2013, 2014, 2015 und 2016 gewann, fehlt ein Sieger der vergangenen Jahre.

Auswirkungen der neuen Beschickungsregel
Dank der neuen Beschickungsregel bei den Kantonalen Schwingfesten in der Innerschweiz kann jeder Schwinger nebst seinem eigenen Kantonalen maximal an zwei auswärtigen Kantonalen im ISV-Gebiet antreten. Die gegenseitige Verbindung der Zuger mit den Schwyzern ist somit hinfällig geworden. Dies hat auf das Teilnehmerfeld natürlich grosse Auswirkungen und führt zu mehr Duellen zwischen Zugern und den restlichen Innerschweizern. Die augenfällige Dominanz der Schwyzer Schwinger, welche die letzten Jahre (2008 bis 2016) ausnahmslos den Sieger stellten, wurde letztes Jahr mit dem Sieg des einheimischen Marcel Bieri durchbrochen. Ob das neue Beschickungsrecht aber auch ein Grund dafür ist, dass die Zuger letztes Jahr so wenige Kränze am eigenen Kantonalen machten wie schon lange nicht mehr, möchte ich von Edwin Betschart, dem TK-Chef der Zuger wissen. Natürlich kommt beim Gespräch auch ein mögliches Comeback von Pirmin Reichmuth oder das Eidgenössische 2019 in Zug zur Sprache. Das Gespräch folgt übermorgen Freitag als Teil 2 zur Vorschau auf das Zuger Kantonale.

feldwaldwiesenblogger

Vor dem Muotathaler Schwinget: Gespräch mit Ralf Schelbert, Dario Gwerder und René Schelbert

Text und Bilder: feldwaldwiesenblogger

Letzten Herbst stellte ich folgenden Beitrag online: «Wie geht es den Muotathaler Schwingern Ralf Schelbert und Dario Gwerder?» Dabei führte ich mit den jungen Muotathaler Schwingern Ralf Schelbert (22-jährig) und Dario Gwerder (20-jährig) ein längeres Gespräch. Sie erzählten mir ihre Verletzungsgeschichte, wie sie 2017 erlebten und den Trainingsplan für den Winter. Ich unterbreitete den beiden den Vorschlag, ihr Weg zurück auf die Schwingplätze in mehreren Blogbeiträgen zu begleiten. Im Verlaufe des Winters fasste ich aber den Entschluss, Ralf und Dario in Ruhe trainieren zu lassen und sie erst wieder im Frühling vor dem Muotathaler Schwinget zu kontaktieren. Darum traf ich die jungen Sennenschwinger kürzlich in der Schwinghalle Muotathal. Ich hielt mit ihnen Rückblick auf das Wintertraining, frage sie um ihre persönliche Einschätzung und hielt Vorschau auf die kommende Saison.


Dario Gwerder (links) und Ralf Schelbert geben Auskunft

Gesundheitszustand von Ralf und Dario
Beide sehen gesund und «zwäg» aus und fühlen sich nach eigenen Aussagen auch so. Ralf ergänzt: «Ich nahm mein Schwingtraining im Dezember auf. Zwischendurch spürte ich etwas, das ist aber inzwischen wieder gut. Ich fahre relativ viel Velo, und auch deshalb ist mit meinem Knie wieder alles in Ordnung.» Dario erklärt: «Mein Schwingtraining nahm ich um die Fasnacht im Februar wieder auf. Es ist soweit alles gut. Kürzlich gab es mir zwar ein kleines «Zwickli» beim operierten Knie. Deshalb lasse ich aus Sicherheitsgründen ein paar Schwingtrainings aus. Es ist aber nichts Ernsthaftes. Ansonsten geht es mir sehr gut, und ich bin auf einem guten Weg. Ein Schwingfest bestreite ich in nächster Zeit aber noch nicht.»

Wie sieht das Training der beiden derzeit aus?
Ralf: «Da ich nebenbei noch die Vorarbeiterschule besuche, liegen momentan wöchentlich «nur» vier Trainings drin. Es handelt sich dabei um zwei Schwingtrainings, ein Ausdauer- und ein Krafttraining. Insgesamt sind das etwa sechs Stunden. Ich brauche auch Zeit, um den Schulstoff zu vertiefen. Den Trainingsaufwand kann ich dann nächsten Winter, im Hinblick auf das Eidgenössische 2019, wieder etwas steigern. Die Rangschwingfeste, welche ich momentan bestreite, mache ich aus dem Training heraus. Diese bereite ich nicht speziell vor. Das Training vor den Kranzfesten wird dann entsprechend angepasst.»

Dario: «Ich trainiere momentan eigentlich genauso intensiv wie Ralf, und absolviere die gleichen vier Trainings. Zudem besuche ich am Dienstag manchmal das Training der Aktivriege vom KTV Muotathal. Diese Einheit sehe ich mehr als Ausgleich und Plausch und ist quasi das fünfte Training der Woche. Auch mein wöchentlicher Trainingsaufwand umfasst rund sechs Stunden. Im vergangenen Herbst begann ich mit intensivem Kraft- und Ausdauertraining. Dazu gehörten auch die Termine bei der Physiotherapie, welche bis in den Januar dauerten. Bis Ende März habe ich zuhause beim Stall-Bau mitgeholfen. Ab anfangs April arbeite ich wieder auf meinem erlernten Beruf als Netzelektriker bei der ebs Energie AG. Wie Ralf möchte ich den Trainingsaufwand im nächsten Winter auf das Eidgenössische 2019 etwas steigern.»

Die eigene Einschätzung und der momentane Formstand
Dario: «Wann ich wieder wettkampfmässig schwingen werde, weiss ich selber noch nicht so genau. Ich möchte beim Schwyzer Kantonalen (6. Mai) antreten, eventuell vorher noch bei einem Rangschwingfest. Das hängt davon ab, wie es mir geht. Beim Schwingtraining läuft es sehr gut. Mir fehlt einfach noch ein wenig die Kondition. Die Form ist aber im Kommen.»

Ralf: «Meine Grundlagen habe ich in den vergangenen Monaten erarbeitet, und ich bin mit meinem Formstand zufrieden. Bis zu den grossen Festen im Sommer arbeite ich noch an der Feinabstimmung. Die Spritzigkeit fehlt noch ein wenig, an dem arbeiten wir aber hinsichtlich der kommenden Kranzfeste. Mit den Schnellkraftübungen und den kürzeren aber intensiveren Gänge beginnen wir im April.»


Ralf Schelbert glückte ein starkes Comeback

Ralf’s Comeback in Oberarth (Rang 1b) und Ibach (Rang 3g) lief hervorragend. Ist das auf einen gezielten Aufbau im Winter zurückzuführen?
Ralf: «Das kann man schon sagen. Ich habe mich zum Beispiel in Oberarth so gut gefühlt wie eigentlich noch nie. Ich denke, mit dem Training für die Spritzigkeit und den Schnellkraftübungen wird es noch besser. Ich habe gespürt, dass ich «zwäg» und gut in Form bin. Ich habe wieder Vertrauen in mein linkes Knie, welches eine Verletzungsgeschichte hinter sich hat. Während dem Aufbau habe ich viel mit ihm gemacht und weiss nun, wie viel es leiden mag.»

Verlief Dario’s Heilungsprozess im Winter optimal?
Dario: «Der Heilungsprozess verlief gut und es fühlt sich auch gut an. Beim Schwingen spüre ich manchmal noch kleine «Zwicke». Das Vertrauen ins operierte Knie kommt langsam wieder zurück. Im Training kann ich praktisch schon wieder voll ziehen.»

Woran arbeiten Dario und Ralf momentan am intensivsten?
Dario: «Ich bin intensiv mit dem Schwingtraining beschäftigt und bin daran, dies nachzuholen, was verloren ging. Ich muss auf mein Knie achten und auch schonen, wenn es nötig ist. Das Knie lässt aber schon viel zu.»

Ralf: «Das Schwingtraining steht auch bei mir im Vordergrund. Es ist das wichtigste Training. Dazu kommen Kraft- und Ausdauereinheiten, und im April die Schnellkraftübungen. Damit man auf die Kantonalen hin auf einem guten Formstand ist. Dann fährt man wieder etwas runter, und vor den Berg- und Teilverbandsfesten versucht man die Formkurve wieder hoch zu drücken.»

Was rechnet sich Ralf fürs Muotathaler Schwinget aus?
Ralf: «Ich versuche das umzusetzen, was wir Woche für Woche im Schwingkeller trainieren. Die Rangschwingfeste sind quasi Trainings im Hinblick auf die Kranzschwingfeste. Es geht auch darum, auszuprobieren, was und wie viel es leiden mag.»


Dario Gwerder hofft, dass er beim Schwyzer Kantonalen antreten kann

Verfolgt Dario den Muotathaler Schwinget als Zuschauer, oder hat er einen Job?
Dario: «In erster Linie verfolge ich den Schwinget als Zuschauer. Einen Job habe ich dort keinen. Vermutlich betätige ich mich als «Sägemehl-Recheler».

Welches sind die nächsten Wettkämpfe von Ralf?
Ralf: «Nach den Frühjahrschwingfesten in Oberarth und Ibach starte ich nun bei unserem Schwinget. Eventuell trete ich beim Abendschwinget in Küssnacht an. Dann folgen im Mai das Schwyzer, Ob- und Nidwaldner und das Luzerner Kantonale. Dazwischen bestreite ich vielleicht noch ein weiteres Rangschwingfest.»

Welches sind die Erwartungen von Dario für die Saison 2018?
Dario: «Wieder gesund auf die Schwingplätze zurückkehren und schmerzfrei schwingen. Ziele stecke ich mir dabei eigentlich keine, das wichtigste ist die Gesundheit. Angemeldet habe ich mich fürs Schwyzer und Urner Kantonale.»

Sind die Muotathaler Schwinger bereit für die neue Saison? Wie viele werden am Sonntag antreten?
Ralf: «Es sind bis auf André Bürgler und Josef Heinzer alle fit. André hatte letztes Jahr einen heftigen Unfall und zog sich dabei eine schwere Knieverletzung zu.»

Dario: «Antreten werden rund zwölf Muotathaler Schwinger.»


Die Muotathaler Schwinger beim intensiven Schwingtraining

Gute Besetzung beim Muotathaler Schwinget
OK-Präsident des Muotathaler Schwingets ist René Schelbert, seines Zeichens auch Klubpräsident vom Schwingklub Muotathal. Laut René ist man bereit, er sagt im Vorfeld zu diesem Traditionsanlass: «Die Einladungen wurden an sämtliche Innerschweizer Schwingklubs verschickt, zudem sind zehn Schwinger vom Schwingklub Glarus-Mittelland als benachbarter Klub eingeladen. Weiter luden wir acht Schwinger vom Schwingklub Niedersimmental und zwölf Schwinger vom Schwingklub Sumiswald ein. Angemeldet sind unter anderem Christian Schuler, Alex Schuler, Damian Gehrig, Matthias Aeschbacher und Ruedi Roschi. Anmeldeschluss ist eine halbe Stunde vor Beginn des Schwingets.» Laut Bericht im heutigen «Bote der Urschweiz» ist auch Mike Müllestein mit von der Partie. Hinter die Teilnahme von Damian Gehrig darf ein Fragezeichen gesetzt werden. Denn der Turnerschwinger und TK-Chef vom Schwingklub Sumiswald gab beim Frühjahrsschwinget Zäziwil (Ostermontag) nach dem ersten Gang verletzungsbedingt auf.
Am Tag vor dem Muotathaler Rangschwinget steht zudem der Schwyzer Kantonale Nachwuchsschwingertag auf dem Programm, bei welchem der ehemalige Spitzenschwinger Heinz Suter als OK-Präsident die Fäden in der Hand hält.
Apropos Gaben: Am Nachwuchsschwingertag wird es eine grosse Stabelle für die jeweiligen Kategoriensieger und zwei kleinere Stabellen für die nächst rangierten geben. Am Sonntag erhält der Tagessieger 800 Franken an Bargeld. Für die nächstplatzierten liegen Holzpreise sowie Fleisch- und Käsepreise parat. «Für einen grösseren Gabentempel ist man beim nächsten Kantonalschwingfest in Muotathal wieder besorgt», ergänzt René Schelbert.

Idealer Zeitpunkt
Die Wetterprognosen sind günstig und die beiden Schwingfeste können bei frühlingshaften Bedingungen ausgetragen werden. Der Zeitpunkt des Rangschwingets ist sehr ideal, da er sich zwei Wochen vor dem ersten Kranzfest in der Innerschweiz, dem Zuger Kantonalen, befindet. René und sein Team hoffen, dass viele Schwinger im Muotatal nochmals ihre Form testen möchten. Es sind bisher rund 90 Schwinger angemeldet und etwa so viele werden wohl am Sonntag antreten. Ein Blick auf die bisher angemeldeten Schwinger zeigt, dass nebst den oben erwähnten Spitzenschwingern auch die Berg- und Teilverbandskranzer Carlo Gwerder (Unterägeri), Christian Gwerder (Oberarth), Guido Gwerder (Illgau), Stefan Heinzer (Muotathal), Thomas Hurschler (Grafenort) und Bruno Linggi (Goldau) sich angemeldet haben. Wie bereits erwähnt, ist auch Ralf beim eigenen Rangschwinget am Start.

Mit den besten Innerschweizer Schwingern wurde im Hinblick auf das Eidgenössische 2019 in Zug das Team «Zugpferde» gebildet. Dazu gehören auch Ralf und Dario. Ihnen beiden wünsche ich für die Saison 2018 alles Gute und beste Gesundheit. Ich bedanke mich bei Ihnen für ihre interessanten Aussagen und Informationen, ebenso beim umsichtigen Muotathaler Klubpräsidenten René Schelbert.

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