Vorschau auf das Zuger Kantonale: Gespräch mit TK-Chef Edwin Betschart und Änderungen im Teilnehmerfeld (Teil 2)

Text: feldwaldwiesenblogger

Die Vorfreude auf die Kranzfeste ist hüben und drüben zu spüren. Die Jagd auf die Kränze beginnt wieder, und zwar am kommenden Sonntag in Menzingen beim Zuger Kantonalen. Zur Einstimmung entschied ich mich für eine zweiteilige Vorschau. Im bereits veröffentlichten Teil 1 kam Siegerpreis «Muni Willi» zur Sprache und die Auswirkungen der neuen Beschickungsregel im ISV-Gebiet. Weiter die gemeldeten Spitzenschwinger. Diese erfuhren in der Zwischenzeit jedoch ein paar Änderungen. Mehr dazu am Schluss dieses Beitrages. Ich kündigte für den heutigen Teil 2 aber auch ein Gespräch mit Edwin Betschart, dem TK-Chef der Zuger Schwinger an.


Edwin Betschart, Technischer Leiter 1 des Zuger Kantonalen Schwingerverbandes
Bild: schwingen-zug.ch

Telefon-Gespräch mit dem Zuger TK-Chef Edwin Betschart

Wie sehen die Verletzungssorgen derzeit bei den Zuger Schwingern aus?
«Die sind gross. Pirmin Reichmuth macht die Patellasehne im operierten Knie Probleme und verhindert momentan ein Comeback. Weiter hat sich Rainer Betschart eine Verletzung zugezogen. Ich hoffe, dass er bis zum Innerschweizerischen wieder fit ist. Zudem verletzte sich leider Adrian Elsener an der Schulter.»

Apropos Pirmin Reichmuth: Wann gibt der Zuger sein Comeback?
«Bei Pirmin ist fraglich, ob er überhaupt Mitte dieser Saison sein Comeback geben kann. Er ist zwar seit anfangs März im Schwingtraining. Er beklagt aber leider wegen der erwähnten Patellasehne Schmerzen im Knie.»

Der letztjährige Zuger Sieger Marcel Bieri hat bei den Rangschwingfesten noch nicht voll und ganz überzeugt. Traust du ihm trotzdem den neuerlichen Sieg zu?
«Ja, wenn ihm am Sonntag alles aufgeht, traue ich ihm den Sieg wieder zu. Marcel hat gut trainiert und ist in einer guten Verfassung. Er konnte während dem Winter beschwerdefrei trainieren.»

Marco Reichmuth ist ebenfalls in einer tollen Verfassung. Traust du ihm bereits den ganz grossen Coup zu?
«Nein, das ist noch zu früh. Marco ist erst 20-jährig, topfit und hat gute Voraussetzungen für die Zukunft.»

Welchen Zuger Nachwuchsleuten traust du den ersten Kranz am Sonntag in Menzingen zu?
«Ich denke dabei an die vier Nachwuchsleute Thomas Bucher, Marcel Elsener, Lukas Baumann und Beat Suter, welche sich für den ersten Kranz aufdrängen.»

Betrachtet man die Zuger Kranzstatistik der letzten Jahre am eigenen Kantonalen (2017: 4 Kränze, 2016: 9 Kränze, 2015: 10 Kränze, 2014: 14 Kränze, 2013: 8 Kränze, 2012: 12 Kränze, 2011: 7 Kränze und 2010: 9 Kränze) stellt man fest, dass 2017 ein Einbruch erfolgte. Auf was führst du das zurück?
«In erster Linie auf die verletzungsbedingte Absenz von Pirmin Reichmuth sowie Remo und Rainer Betschart. Mit ihnen fehlten in Baar drei sichere Werte. Weiter schied Dominik Waser nach vier Gängen mit einer Verletzung aus. Ich rechnete zudem mit Thomas Bucher, welcher aber mit etwas Pech seinen ersten Kranz verpasste.»

Wie siehst du in diesem Zusammenhang das neue Beschickungsrecht in der Innerschweiz?
«Den erwähnten Kranzeinbruch erkläre ich primär mit unseren Verletzungssorgen. Dank dem neuen Beschickungsrecht haben wir sogar profitiert. Marcel Betschart verpasste 2017 leider den Zuger und den Schwyzer Kranz. Den Urner Kranz konnte er sich hingegen ergattern. Das wäre vorher gar nicht möglich gewesen.»

Wo stehen die Zuger Schwinger derzeit im Vergleich mit den anderen Kantonalverbänden in der Innerschweiz?
«Ich sehe die Luzerner an der Spitze, gefolgt von den Schwyzern. Uns sehe ich ähnlich stark wie die Nid- und Obwaldner sowie die Urner. Schön wäre, wenn wir mal auf die ganze Mannschaft zählen könnten.»

Macht das Eidgenössische in Zug eure Schwinger bereits nervös, oder beflügelt sie die Vorfreude?
«Sie sind wegen diesem Umstand leider noch nicht so beflügelt. Es wird meines Erachtens jetzt schon ein grosses drum herum gemacht und zu viel hochgejubelt. Ich wünsche mir aber, dass das ESAF die Schwinger zusätzlich motiviert.»

Was wünschst du dir für Sonntag?
«Dass der beste Schwinger auf dem Platz auch das Fest gewinnt. Ich wünsche mir würdige Neukranzer und hoffe auf sechs Zuger Kränze.»

Ich bedanke mich bei Edwin Betschart für das informative Gespräch und wünsche ihm und den Zuger Schwingern für Sonntag alles Gute!

Neue Beschickungsrecht hat sich bewährt
Das neue Beschickungsrecht habe ich beim Teil 1 bereits thematisiert. Als Ergänzung möchte ich hinzufügen, dass sich dem Vernehmen nach der neue Modus bewährt hat. Die letztes Jahr eingeführte Versuchsphase für das neue Beschickungsrecht im ISV-Gebiet hat sich gut eingespielt. Laut Aussage von Schwyzer TK-Chef Fidel Schorno im heutigen «Bote der Urschweiz» wurden inzwischen kleine Anpassungen vorgenommen: «Für diese Saison wurde die Quote für die auswärtigen Kantonalverbände auf je 50 Prozent Kranz- und Nichtkranzschwinger angepasst.» Letzte Saison durften maximal 45 Prozent Kranzschwinger der auswärtigen Kantonalverbände antreten.

Änderungen im Teilnehmerfeld: Und da sind’s noch fünf Eidgenossen…
Die Spitzenpaarungen sind gestern bekannt gegeben worden. Die Ausgangslage für den Tagessieg von übermorgen Sonntag präsentiert sich dabei offen. Aus Schwyzer Sicht darf man die Eidgenossen Mike Müllestein und Reto Nötzli erwähnen. Gespannt darf man aber auch auf das Abschneiden von Altmeister Martin Grab sein. Die Luzerner treten mit Eidgenosse Sven Schurtenberger an und die Obwaldner entsenden den bärenstarken Benji von Ah. Derweil die Gastgeber auf Titelverteidiger Marcel Bieri setzen. Zusammengezählt sind das noch fünf Eidgenossen.
Gestern Donnerstag kündigte der Gersauer Andi Ulrich seinen Verzicht auf Facebook an: «Da mein Fuss noch nicht ganz gut ist, verzichte ich auf die Teilnahme am Zugerkantonalen Schwingfest.» Von Edwin Betschart erfuhr ich, dass sich Philipp Gloggner am Innenband eines Knies verletzte, und auf eine Teilnahme verzichten muss. Verletzungsbedingt abgemeldet hat sich auch René Suppiger. Laut dem Zuger TK-Chef werden die Luzerner noch einen Spitzenschwinger nachmelden.
Für einen Spitzenplatz bereit sind aber auch die Zuger Remo Betschart, Marco Reichmuth, Dominik Waser und Pascal Nietlispach. Weiter traue ich den Luzernern Marco und Reto Fankhauser sowie Werner Suppiger einiges zu. Von den Schwyzern erwarte ich von Florian Hasler, Bruno Linggi, Andreas Höfliger und Guido Gwerder eine gute Klassierung. Die Urner sind mit Stefan Arnold prominent vertreten. Bei den Gästen von ausserhalb des Innerschweizerischen Teilverbandes darf man auf das Abschneiden der Baselbieter Andreas Henzer, Roger Erb und Christian Brand gespannt sein.

feldwaldwiesenblogger

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