NOS-Vorausguck – Wer schlägt Stucki? – 2019: Tessiner Kantonales? – Wie geht’s Dario Gwerder?

Text: feldwalwiesenblogger

Derzeit ist im Schwingsport einiges los und dieser ist nun in die heisse Phase eingebogen: Nach dem stimmungsvollen Stoos-Schwinget findet am kommenden Sonntag mit dem Schwarzsee-Schwinget bereits das zweite Bergkranzfest statt. Zudem steht mit dem Nordostschweizerischen Schwingfest (NOS) das erste von fünf Teilverbandsfesten auf dem Programm.
Wenn es so weiter geht wie auf dem Stoos, nämlich mit einer faustdicken Überraschung, erwartet uns am Sonntag absolute Hochspannung. Wer hätte gedacht, dass mit Lario Kramer ein Südwestschweizer die Phalanx der Innerschweizer und der Berner durchbricht? Dem Schwingsport kann nichts Besseres passieren! Überraschungen sind das Salz in der Suppe und machen so jedes Schwingfest zu einem Highlight. Zudem beweisen der Erfolg von Kramer und Benjamin Gapany’s Stoos-Kranz, dass auch im kleinsten der fünf Teilverbände hervorragende Arbeit geleistet wird.
Bei meinen Besuchen in der Südwestschweiz habe ich schon lange herausgespürt, dass hier etwas nachwächst. Die jungen und ungestümen «Pflänzlein» müssen sorgsam gehegt und gepflegt werden. Das Eidgenössische in Estavayer anno 2016 hat definitiv auch in der Südwestschweiz seine Spuren hinterlassen…


Kann Armon Orlik auch am Sonntag in Herisau einen Sieg feiern?
Bild: Lorenz Reifler

Vorausguck auf das Jubiläums-NOS
Beim Jubiläums-Schwingfest in Herisau AR kommt es beim Anschwingen bereits zu ein paar «gröberen» Leckerbissen. Paarungen wie Armon Orlik – Joel Wicki, Daniel Bösch – Kilian Wenger oder Samuel Giger – Matthias Aeschbacher vergehen einem wie Butter auf der Zunge. Aber: Werden diese Spitzengänge auch wirklich die erwarteten Knüller, oder erwartet uns eher ein vorsichtiges Abtasten und gar ein laues Lüftchen?
Trotzdem: Die Einteilung kann nicht anders und bewies ein feines Fingerspitzengefühl. Bei Orlik-Wicki treffen zwei zweifache Kranzfestsieger aufeinander, bei der Paarung Giger-Aeschbacher gar zwei dreifache. Und bei Bösch-Wenger zwei Spitzenschwinger, welche diese Saison noch nicht ganz wunschgemäss auf Touren kamen. Beide suchen noch nach ihrer Bestform. Vielleicht finden sie diese beim NOS?
Da der Nordostschweizer Verband, genau wie der Innerschweizer, dieses Jahr seinen 125. Geburtstag feiert, dürfen je drei Gäste von jedem Teilverband eingeladen werden. Dies bringt so natürlich noch mehr «Pfeffer» in die Angelegenheit. Da grad Fussball-WM ist, versuche ich mich auch im Tippen. Mein Tipp für den Tagessieg ist Armon Orlik. Warum? Der Bündner ist seit anfangs Saison in einer ausgezeichneten Form und die Nacken-Geschichte von 2017 ist definitiv vergessen. Zudem hat er 2018 noch keinen einzigen Gang verloren und verliess mit Ausnahme des Zürcher Kantonalen (Rang 2) alle Schwingfeste als Tagessieger. Und: Armon möchte sich garantiert für die Schlussgangniederlage von letztem Jahr in Davos revanchieren. In diesem unterlag er in einem packenden Duell Samuel Giger.


Christian Stucki ist ein heisser Sieg-Kandidat beim Schwarzsee-Schwinget
Bild: aargauerzeitung.ch

Wer macht Stucki den Sieg beim Schwarzsee streitig?
Da mit Matthias Aeschbacher und Kilian Wenger gleich zwei «böse» Mitstreiter um den Tagessieg beim NOS schwingen, fragt man sich schon, wer Christian Stucki den Sieg auf dem Schwarzsee streitig machen könnte. Klar, mit einem Matthias Glarner in Bestform wäre immer zu rechnen. Immerhin ist der Berner Oberländer im absoluten Spitzengang mit Stoos-Sieger Lario Kramer eingeteilt. Trotzdem: Zuletzt verpasste «Mätthel» den Kranz beim Seeländischen und dem Vernehmen nach spürt er immer noch Schmerzen beim Fuss, welchen er sich beim Gondel-Sturz verletzte. Der Schwingerkönig ist aber zuversichtlich, dass es nun von Fest zu Fest besser wird.
Und Lario Kramer? Der 19-Jährige Freiburger hat nach dem Stoos-Sieg gleich verlauten lassen, dass es nicht in diesem Stil weitergehen wird. Dem schliesse ich mich an, mehr noch: Man soll die eingangs angesprochenen «Pflänzlein» jetzt nicht einer übermässigen Erwartungshaltung aussetzen. Dennoch traue ich Kramer eine gute Platzierung und den Kranz zu, ebenso Benjamin Gapany und Steven Moser.
Thomas Sempach ist für mich öfters eine Wundertüte. Der Frühling gehörte aus Berner Sicht eindeutig ihm. Der absolute Höhepunkt war der überlegene Sieg beim Basel-Städtischen Schwingertag. Seither schwingt er regelmässig vorne mit, die Tagessiege bei den Gaufesten holten aber andere. Ein Spitzenplatz ist ihm aber stets zuzutrauen.
Wie wir diese Woche erfahren haben, plant Schwingerkönig Matthias Sempach für das Innerschweizerische Schwingfest sein Comeback. Ein Sempach in Topform hätte Stucki den Tagessieg garantiert streitig gemacht.
Und sonst: Gespannt bin ich auf das Abschneiden von Nick Alpiger, dem neuen Teamleader der Nordwestschweizer. Nicht umsonst wurde er beim Anschwingen gleich mit dem Seeländer Hünen eingeteilt. Übersteht er den ersten Gang schadlos, ist dem Aargauer Spitzenmann sehr viel zuzutrauen.
Mein Sieger-Tipp für den Schwarzsee-Schwinget: Christian Stucki. Wenn «Chrigu» einen tollen Tag erwischt, ist er nicht zu stoppen. Mein Geheim-Tipp: Nick Alpiger. Sollte der «Trumpf» Stucki nicht «stechen» und die anderen Berner unter ihren Möglichkeiten bleiben, könnte das Mitglied vom Schwingklub Lenzburg erben.

Findet 2019 ein Tessiner Kantonales statt?
Diese Frage haben sich wohl auch schon einige gestellt. Ich wollte es genauer wissen und ging diesem Aspekt nach. Folgendes muss man dazu wissen: Der Tessiner Kantonalverband gehört dem Innerschweizerischen Schwingerverband (ISV) an, und zwar provisorisch. Die Verantwortlichen einigten sich auf eine Probezeit bis Ende 2017. Theoretisch hätte anfangs 2018 bei der ISV-Delegiertenversammlung über die definitive Aufnahme befunden werden sollen. Wie mir zu Ohren kam, wurde aus verschiedenen Gründen darauf verzichtet, in erster Linie aber wegen fehlender Tessiner Funktionäre. Stillschweigend wurde die Probezeit für die Tessiner Schwinger verlängert. Darum: Ohne definitive Aufnahme in den Innerschweizer Verband findet somit 2019 kein Kantonales in der Sonnenstube statt.


Dario Gwerder hofft, dass er 2019 wieder schwingen kann
Bild: feldwaldwiesenblogger

Dario Gwerder’s Gesundheitszustand
Vielleicht hat sich schon der eine oder andere gefragt, wann der Muotathaler Dario Gwerder sein Comeback nach dem Kreuzbandriss geben wird. Denn: Dario war anfangs Jahr zuversichtlich, dass er im Verlauf des Frühlings auf die Schwingplätze zurückkehren wird. Es kam aber anders. Der 20-Jährige Sennenschwinger musste sich das Kreuzband am rechten Knie nochmals operieren lassen. Denn dieses hat sich ohne Fremdeinwirkung aufgelöst und die nötig gewordene Operation ist Ende Mai bereits erfolgt. Die Saison 2018 ist für den Muotathaler leider gelaufen, ohne dass er je hätte ins Geschehen eingreifen können. Der Netzelektriker möchte mit dem Aufbau sobald wie möglich beginnen und plant für 2019 sein Comeback. Dario dazu: «Es wäre schön, 2019 wieder schwingen zu können. Die Gesundheit hat aber in jedem Fall Vorrang.»
Ich wünsche Dario gute Besserung und alles Gute bei der Rückkehr ins Sägemehl!

Zu guter Letzt
Nachfolgender «Täfäli-Buäb»-Ausschnitt habe ich zwar schon auf dem «Schwinger-Blog» bei Facebook veröffentlicht. Trotzdem, die Aussage bringt mich immer wieder zum Schmunzeln.

Aufgeschnappt vom Täfäli-Buäb:
Joel Wicki meinte nach dem Sieg beim Luzerner Kantonalen zur Besetzung des Innerschweizerischen in Ruswil (1. Juli): «Äs abnormals huärä Teilnehmerfeld – etwas vom Gröbsten!»

Man darf so seine Vorfreude über dieses Wochenende hinaus hochhalten und bereits schon auf das nächste Wochenende aufbauen. Wie wir wissen, feiern auch die Innerschweizer ihr 125 Jahr-Jubiläum und werden beim ISAF von starken Gästen («Äs abnormals huärä Teilnehmerfeld») gefordert.

feldwaldwiesenblogger

Auf der Schwägalp kämpfen 27 Eidgenossen um «Gust»

Text und Foto: Valentin Hörler

Im Schwingsport findet heuer eine nicht-eidgenössische Saison statt. Dies bedeutet, dass an keinem Fest Schwinger aus allen fünf Teilverbänden aufeinandertreffen und um Eichenlaub kämpfen. Der Schwägalp-Schwinget vom 19. August 2018 avanciert mit einem eindrücklichen Teilnehmerfeld, das drei Könige und 27 eidgenössische Kranzschwinger umfasst, zum Saisonhöhepunkt. Auf die Bestklassierten aus den teilnehmenden Verbänden Nordostschweiz, Bern und Innerschweiz warten attraktive Lebendpreise.


Zuchtstier Gust mit Züchter und Besitzer Ernst Zellweger aus Urnäsch

«Gust» für den Schwägalp-Sieger 2018
Der Schwägalp-Sieger 2018 darf am Sonntagabend den von der Migros gespendeten Zuchtstier Gust aus Urnäsch in Empfang nehmen. Für die Schwinger auf den Rängen zwei bis vier warten traditionellerweise Zuchtrinder. Toni Fässler aus Uesslingen stiftet das Rind Regi für den zweitplatzierten, während Helana, gespendet von den Olma Messen St. Gallen, auf den drittplatzierten Schwinger wartet. Regi und Helana stammen – wie Gust – ebenfalls aus Urnäsch. Der Schwinger auf dem vierten Schlussrang darf am Sonntagabend Rind Simba aus Wildhaus, das von Erwin Kobelt aus Marbach gespendet wird, sein Eigen nennen. Der Reigen der Lebendpreise beschliesst Fohlen Harma aus dem Gestüt von Kappensand, das von Peter Hafner aus Lutzenberg gestiftet wird.

Schwägalp-Schwinget live auf SRF
Schwingen boomt – dieser Trend ist nicht neu. Um dem stetig wachsenden Interesse am Schwingsport gerecht zu werden hat der Eidgenössische Schwingerverband (ESV) mit dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) vereinbart, ab der Saison 2018 vermehrt Schwingsport live zu zeigen. So werden in dieser Saison mehrere Teilverbands- und Bergkranzfeste übertragen. Den Anfang macht am 24. Juni 2018 das Nordostschweizerische Teilverbandsfest in Herisau. Abgeschlossen wird die Übertragungssaison mit dem Schwägalp-Schwinget am 19. August 2018. Das Berg-kranzfest am Fusse des Säntis wird den ganzen Tag via Online- bzw. Mobile-Livestream von SRF übertragen. Zudem finden über den Tag verteilt punktuelle TV-Liveeinschaltungen mit Teilaufzeichnungen auf SRF zwei und SRF info statt. Als Highlight wird der Schlussgang in voller Länge live auf SRF zwei gezeigt.

Kostenloses ÖV-Angebot wird erneut ausgeweitet
Das vor zwei Jahren lancierte und mittlerweile erprobte Verkehrskonzept hat sich sehr bewährt: Am Festsonntag entstand dank des im Schwingfest-Ticket integrierten ÖV-Angebotes jeweils kein Verkehrschaos mehr auf der Schwägalp und ein beachtlicher Anteil der Festbesucherinnen und Festbesucher nutzte die Möglichkeit der inbegriffenen Anreise. Dieser Erfolg hat das OK dazu bewogen, das Angebot erneut auszuweiten: Neu reisen sämtliche Besucherinnen und Besucher am Festsonntag mit gültigem Vorverkaufsticket ab Wil, Gossau, St. Gallen oder Appenzell kostenlos auf die Schwägalp und wieder zurück. Die Postautokurse verkehren bereits ab 05.30 Uhr im Viertelstundentakt von Urnäsch und Nesslau auf die Schwägalp.
Weitere Informationen findet man unter folgendem Link: www.schwaegalp-schwinget.ch

feldwaldwiesenblogger

Cornel Suter – Alpinist, Fotograf und Filmer

Text: feldwaldwiesenblogger / Bilder: Cornel Suter

Der Muotathaler Cornel Suter hat sehr aufwändige Hobbys, welche er geschickt miteinander verbindet. Bei seinen Touren ist er ganz der Alpinist, macht im Winter Skitouren, im «Lanzig» Skihochtouren und im Sommer Berg- und Hochtouren. Dabei fotografiert und filmt der 41-Jährige und lässt uns so an seinen Expeditionen teilhaben. Cornel ist der älteste Sohn von Melk (ds Länzä) und Berta Suter (ds Zenis), seine zwei jüngeren Brüder heissen René und Kilian.


Cornel Suter auf dem Gross Ruchen (3’138 Meter)

Wie alles begann
«Los ging’s 1988 mit elf Jahren, bei einer Bergtour auf den Chaiserstock (2’515 Meter), zusammen mit meinem Vater und anderen Muotathalern. Auf meine erste Skitour ging ich mit 15 Jahren. Von Lidernen auf den Blüemberg (2’405 Meter), und vom Blüemberg die Abfahrt ins Muotathal hinunter», erinnert sich der Alpinist. Cornel’s Eltern gingen früher auf «Grindsplacken» und «Rotenbalm» «z’Alp», von dort aus ging der Bursche öfters mit ihnen auf eine Wanderung, hauptsächlich auf «Rupperslaui». Heute ist Bruder Kilian mit seiner Familie als Älpler auf «Grindsplacken» und «Rotenbalm».
Nach der obligatorischen Schulzeit absolvierte Cornel bei der Bäckerei Schwegler in Ibach eine Lehre als Bäcker-Konditor. Zu dieser Zeit war der Lehrling oft mit seinem Vater in den Bergen unterwegs, hauptsächlich auf Skitouren. Irgendwann kamen andere Interessen. Das Autofahren und der Ausgang standen eine Zeit lang im Vordergrund. Nach einem zehnjährigen Unterbruch zog es ihn wieder auf Skitouren. Von da an ging er regelmässig «obsi». Bald kamen die Bergtouren hinzu, etwas später mit den Hochtouren anspruchsvollere Touren, bei denen er viel lernte.
Seine grosse Leidenschaft sind die Berge. Er ist so oft wie möglich draussen in der Natur und unternimmt zahlreiche Touren. Der Bergsteiger ergänzt: «Ich bin draussen in der Natur aufgewachsen, in unserem schönen Tal und auf unserer Alp. Mich hat es immer in die Natur gezogen. Bergsteigen bedeutet für mich Freiheit, Erholung und etwas Neues entdecken.» Nach eigenen Aussagen unternimmt er mehr Skitouren als Bergtouren. Seine Lieblingsjahreszeit ist unbestritten der Winter: «Von mir aus könnte es das ganze Jahr Winter sein.»

Bisherige Höhepunkte als Alpinist
Der gelernte Bäcker-Konditor absolvierte bisher vier Touren ausserhalb der Schweiz. 2010 machte er eine Reise nach Afrika und bestieg den Kilimanjaro (5’895 Meter), das höchste Bergmassiv Afrikas. Cornel war 2011 in Frankreich unterwegs und unternahm eine Skitour auf den Mont Blanc (4’810 Meter), den höchsten Berg der Alpen. Im Jahr 2014 begab er sich auf einen 17-tägigen Ecuador-Galapagos-Trip und bestieg die beiden Viertausender Fuya Fuya (4’279 Meter) und Imbabura (4’621Meter) sowie den Illiniza (5’126 Meter), Cotopaxi (5’897 Meter) und den Chimborazo Veintimilla (6’228 Meter). 2016 reiste das Mitglied vom SAC-Mythen nach Norwegen und erlebte eine wunderschöne Skitouren-Woche, bei welcher er auf dem Tafeltinden (1’395 Meter) und weiteren Tinden war. Übrigens: In Norwegen werden viele Berge Tinden genannt.
In bester Erinnerung bleiben die unzähligen Besteigungen des Höch Turms (2’666 Meter), seinen Lieblingsberg. Die Skihochtour auf das Lauteraarhorn (4’042 Meter), bei welcher Cornel und sein Kollege ein Südwand-Couloir mit 900 Höhenmetern hochstiegen, hinterliess bei ihm einen bleibenden Eindruck. Weiter machte er viermal eine Skihochtour auf die Dufourspitze (4’634 Meter), den höchsten Punkt der Schweiz. Zweimal führte ihn bisher eine Hochtour auf den Dom (4’545 Meter) der höchste Berg, welcher komplett innerhalb der Schweiz liegt. Als spezielle Tour erwähnt Cornel die Besteigung des Mönchs (4’107 Meter), via Gletscher-Nordroute vom Nollen (3’520 Meter) her.
Im Winter ist der Alpinist auf vielen Skitouren anzutreffen, wie beispielsweise aufs Rau Stöckli (2’290 Meter), den Blüemberg (2’405 Meter), den Pfannenstock (2’572 Meter) oder aufs Wintertürmli 3’003 (Meter). Die sogenannten «Lanzig»-Touren sind Skihochtouren. Diese sind wegen den Verhältnissen erst ab Ostern möglich. Dabei erklimmt Cornel auch das Finsteraarhorn (4’274 Meter) oder den Tödi (3’614 Meter). Bei den Skihochtouren ist der geübte Berggänger mit Skiern unterwegs und überquert Gletscher mit Steigeisen und Pickel. Im Sommer ist Cornel einerseits auf Bergtouren wie auf den Höch Turm oder den Gitschen via Ostflanke. Andererseits begibt er sich auf Hochtouren und besteigt Gipfel wie die Blüemlisalp (3’661 Meter) und überschreitet das Weisshorn (4’506 Meter) und das Bietschhorn (3’934 Meter). Da man auf einer Hochtour auch auf Gletscher unterwegs ist, werden entsprechende Hilfsmittel benötigt.
Seine Touren plant Cornel nicht auf längere Zeit hinaus und schaut vor allem auf die passenden Witterungsbedingungen. Das Matterhorn oder der Bifertenstock sind zwei von vielen Berggipfeln, welche er irgendwann auch besteigen möchte.


Der Muotathaler geniesst einen herrlichen Sonnenaufgang auf dem Raustöckli

Passionierter Fotograf
Parallel zu den Touren begann die Fotografie. Ob Ski-, Berg- oder Hochtour: Der Fotoapparat begleitet den Alpinisten stets. Er hält dabei Orte und Augenblicke fest, schöne Morgenstimmungen beim Sonnenaufgang, oder besondere Erinnerungen von einem schönen Grat. Auf seiner eigenen Homepage (cornelsuter.ch) findet man viele schöne Bilder von seinen Touren, welche mit einem Bericht unterlegt sind.
Der sympathische Muotathaler hat bei seinen Touren meist zwei Fotoapparate dabei. Eine Digitalkamera ist am Rucksack befestigt, um Schnappschüsse zu machen. Für die speziellen Bilder kommt eine Spiegelreflex-Kamera mit einem 300 Millimeter-Objektiv in den Rucksack. Diese ist dann dabei, wenn der Platz im Gepäck nicht für technisches Hilfsmaterial benötigt wird. Die Fotos verarbeitet Cornel hinterher am Computer mit einem entsprechenden Bildbearbeitungsprogramm, Panorama-Bilder setzt er aus Einzelbildern zusammen.
Das Fotografie-Handwerk brachte sich der Bergsteiger selber bei, indem er verschiedene Einstellungen ausprobierte oder unterschiedliche Objektive testete. Irgendwann war der Fotograf, wie man an seinen schönen Bildern feststellt, bestens mit der Materie vertraut. Das Resultat sind nun regelmässige Anfragen nach Fotos von ihm. Cornel verlangt inzwischen etwas dafür und sieht das als «Sackgeld», um sich beispielsweise ein neues Objektiv oder eine längere Bergtour-Reise im Ausland zu finanzieren. Auftraggeber sind meist Privatpersonen, welche gerne Bilder von ihm zuhause aufhängen möchten. Diese Fotografien lässt er auf Leinwand aufziehen. Verschiedene Firmen beziehen Bilder für Magazine oder auf Leinwand zum Aufhängen im Betrieb. Weiter liefert er Bilder für Routen-Beschreibungen in SAC-Führern und dem «Bote der Urschweiz». Für 2018 veröffentlichte Cornel einen Kalender mit schönen Fotos, welcher rege bezogen wurde. Für 2019 ist wieder ein Foto-Kalender geplant.
Die Ideen sprudeln nur so aus dem Skitourenfahrer: Er nimmt sich vor, die Milchstrasse von einem speziellen Standort im Muotatal zu fotografieren. Diese hat er bereits schon mal vom Furkapass und vom Oberberg aus aufgenommen.


Die Mythenbergweg-Beleuchtung, eines von Cornel’s Fotografie-Projekten

Unter die Filmemacher gegangen
Neuerdings ist der Alpinist auch unter die Filmemacher gegangen. Fragt man ihn, wie er alles unter einen Hut bringt, meint Cornel lachend, dass er eigentlich ein Chaot sei. Trotz 100 Prozent-Job bei Strüby Holzbau (Seewen) bringt er irgendwie alles auf die Reihe. Nach der Lehre zog es ihn als Bäcker-Konditor ins Urnerland, nach Rotkreuz und nochmals zu seinem Lehrbetrieb. Später arbeitete der Muotathaler eine Zeit lang bei der Firma Felchlin. Inzwischen ist er seit zehn Jahren als Logistiker bei der Holzbau-Firma tätig, bei welcher er abwechslungsweise für eine Woche Frühschicht oder eine Woche Spätschicht eingeteilt ist. Wenn Frühschicht an der Reihe ist, unternimmt Cornel im Sommer nach Arbeitsende öfters eine Feierabend-Tour auf den Haggenspitz, das Gitzischössli oder die Rigi-Hochfluh, im Winter geht’s mit den Skiern auf den Brünnelistock. «Damit man im Training bleibt», fügt er schmunzelnd hinzu.
Alles begann mit Dia-Filmen, also Filme mit statischen Bildern. Der eigentliche Start war vor fünf Jahren, als Cornel die Alpauffahrt seiner Familie filmte. Den sechsminütigen Film stellte er anschliessend auf YouTube. Später kamen einige Zeitraffer-Filme hinzu. Den bisher längsten Film produzierte der Filmemacher auf Anfrage für den letztjährigen Alpkäsemarkt in Muotathal. Bei der Produktion hatte er freie Hand und die Absicht war, den Zuschauern schöne Landschaftsbilder, aber auch unbekannte Orte im Muotatal zu präsentieren. Zu sehen sind im Film nebst herrlichen Landschaftsaufnahmen auch solche von Alpauffahrten, Alpen mit Vieh, und eine Eishöhle. Das Feedback der Zuschauer auf den Film war sehr gut. Im 20-minütigen Film kommen auch viele Flugaufnahmen vor, welche ein Kollege von Cornel mit seiner Drohne aufnahm. Für den diesjährigen Alpkäsemarkt wird wieder ein Film produziert.
Der zweite Film wurde erst kürzlich bei der Eröffnung der Kanu-WM in der Mehrzweckhalle uraufgeführt. Der Auftrag für den sechsminütigen Image-Film kam vom Gemeinderat Muotathal. Sie wollten darin schöne Aufnahmen vom Muotatal, deren herrlichen Landschaft, der Natur, den Bergen, vom Bödmeren-Urwald, von Alpen und der Alpkäse-Produktion.
Inzwischen gehört nebst der Digitalkamera auch eine Drohne zur Ausrüstung. Die gespeicherten Filmaufnahmen werden mit einem speziellen Video-Programm bearbeitet und geschnitten. Die ausgewählten Filmsequenzen werden zu einem Film zusammengefügt und mit Musik und Text untermalt. Wie bei der Fotografie eignete Cornel sich das Film-Handwerk selber an, und auch hier lassen die Nachfragen nicht auf sich warten. Laut dem begeisterten Filmemacher stecken zwei weitere Filmprojekte in der Pipeline, und er freut sich auf weitere interessante Fotografie- und Film-Projekte.


Geschafft: Cornel ist auf dem Schächentaler-Windgällen

Langweilig wird es dem 41-Jährigen nie. Ist das Wetter gut, ist Cornel am Samstag und Sonntag auf einer Tour, entweder mit Kameraden oder alleine. An verregneten Wochenenden wird zuhause am Computer gearbeitet, Fotos sortiert, Filme bearbeitet und die eigene Homepage aktualisiert. Zusätzlich füttert der geschäftige Mann seine Social-Media-Kanäle wie Instagram oder Facebook mit Fotos und Kurzberichten.

feldwaldwiesenblogger