Cornel Suter – Alpinist, Fotograf und Filmer

Text: feldwaldwiesenblogger / Bilder: Cornel Suter

Der Muotathaler Cornel Suter hat sehr aufwändige Hobbys, welche er geschickt miteinander verbindet. Bei seinen Touren ist er ganz der Alpinist, macht im Winter Skitouren, im «Lanzig» Skihochtouren und im Sommer Berg- und Hochtouren. Dabei fotografiert und filmt der 41-Jährige und lässt uns so an seinen Expeditionen teilhaben. Cornel ist der älteste Sohn von Melk (ds Länzä) und Berta Suter (ds Zenis), seine zwei jüngeren Brüder heissen René und Kilian.


Cornel Suter auf dem Gross Ruchen (3’138 Meter)

Wie alles begann
«Los ging’s 1988 mit elf Jahren, bei einer Bergtour auf den Chaiserstock (2’515 Meter), zusammen mit meinem Vater und anderen Muotathalern. Auf meine erste Skitour ging ich mit 15 Jahren. Von Lidernen auf den Blüemberg (2’405 Meter), und vom Blüemberg die Abfahrt ins Muotathal hinunter», erinnert sich der Alpinist. Cornel’s Eltern gingen früher auf «Grindsplacken» und «Rotenbalm» «z’Alp», von dort aus ging der Bursche öfters mit ihnen auf eine Wanderung, hauptsächlich auf «Rupperslaui». Heute ist Bruder Kilian mit seiner Familie als Älpler auf «Grindsplacken» und «Rotenbalm».
Nach der obligatorischen Schulzeit absolvierte Cornel bei der Bäckerei Schwegler in Ibach eine Lehre als Bäcker-Konditor. Zu dieser Zeit war der Lehrling oft mit seinem Vater in den Bergen unterwegs, hauptsächlich auf Skitouren. Irgendwann kamen andere Interessen. Das Autofahren und der Ausgang standen eine Zeit lang im Vordergrund. Nach einem zehnjährigen Unterbruch zog es ihn wieder auf Skitouren. Von da an ging er regelmässig «obsi». Bald kamen die Bergtouren hinzu, etwas später mit den Hochtouren anspruchsvollere Touren, bei denen er viel lernte.
Seine grosse Leidenschaft sind die Berge. Er ist so oft wie möglich draussen in der Natur und unternimmt zahlreiche Touren. Der Bergsteiger ergänzt: «Ich bin draussen in der Natur aufgewachsen, in unserem schönen Tal und auf unserer Alp. Mich hat es immer in die Natur gezogen. Bergsteigen bedeutet für mich Freiheit, Erholung und etwas Neues entdecken.» Nach eigenen Aussagen unternimmt er mehr Skitouren als Bergtouren. Seine Lieblingsjahreszeit ist unbestritten der Winter: «Von mir aus könnte es das ganze Jahr Winter sein.»

Bisherige Höhepunkte als Alpinist
Der gelernte Bäcker-Konditor absolvierte bisher vier Touren ausserhalb der Schweiz. 2010 machte er eine Reise nach Afrika und bestieg den Kilimanjaro (5’895 Meter), das höchste Bergmassiv Afrikas. Cornel war 2011 in Frankreich unterwegs und unternahm eine Skitour auf den Mont Blanc (4’810 Meter), den höchsten Berg der Alpen. Im Jahr 2014 begab er sich auf einen 17-tägigen Ecuador-Galapagos-Trip und bestieg die beiden Viertausender Fuya Fuya (4’279 Meter) und Imbabura (4’621Meter) sowie den Illiniza (5’126 Meter), Cotopaxi (5’897 Meter) und den Chimborazo Veintimilla (6’228 Meter). 2016 reiste das Mitglied vom SAC-Mythen nach Norwegen und erlebte eine wunderschöne Skitouren-Woche, bei welcher er auf dem Tafeltinden (1’395 Meter) und weiteren Tinden war. Übrigens: In Norwegen werden viele Berge Tinden genannt.
In bester Erinnerung bleiben die unzähligen Besteigungen des Höch Turms (2’666 Meter), seinen Lieblingsberg. Die Skihochtour auf das Lauteraarhorn (4’042 Meter), bei welcher Cornel und sein Kollege ein Südwand-Couloir mit 900 Höhenmetern hochstiegen, hinterliess bei ihm einen bleibenden Eindruck. Weiter machte er viermal eine Skihochtour auf die Dufourspitze (4’634 Meter), den höchsten Punkt der Schweiz. Zweimal führte ihn bisher eine Hochtour auf den Dom (4’545 Meter) der höchste Berg, welcher komplett innerhalb der Schweiz liegt. Als spezielle Tour erwähnt Cornel die Besteigung des Mönchs (4’107 Meter), via Gletscher-Nordroute vom Nollen (3’520 Meter) her.
Im Winter ist der Alpinist auf vielen Skitouren anzutreffen, wie beispielsweise aufs Rau Stöckli (2’290 Meter), den Blüemberg (2’405 Meter), den Pfannenstock (2’572 Meter) oder aufs Wintertürmli 3’003 (Meter). Die sogenannten «Lanzig»-Touren sind Skihochtouren. Diese sind wegen den Verhältnissen erst ab Ostern möglich. Dabei erklimmt Cornel auch das Finsteraarhorn (4’274 Meter) oder den Tödi (3’614 Meter). Bei den Skihochtouren ist der geübte Berggänger mit Skiern unterwegs und überquert Gletscher mit Steigeisen und Pickel. Im Sommer ist Cornel einerseits auf Bergtouren wie auf den Höch Turm oder den Gitschen via Ostflanke. Andererseits begibt er sich auf Hochtouren und besteigt Gipfel wie die Blüemlisalp (3’661 Meter) und überschreitet das Weisshorn (4’506 Meter) und das Bietschhorn (3’934 Meter). Da man auf einer Hochtour auch auf Gletscher unterwegs ist, werden entsprechende Hilfsmittel benötigt.
Seine Touren plant Cornel nicht auf längere Zeit hinaus und schaut vor allem auf die passenden Witterungsbedingungen. Das Matterhorn oder der Bifertenstock sind zwei von vielen Berggipfeln, welche er irgendwann auch besteigen möchte.


Der Muotathaler geniesst einen herrlichen Sonnenaufgang auf dem Raustöckli

Passionierter Fotograf
Parallel zu den Touren begann die Fotografie. Ob Ski-, Berg- oder Hochtour: Der Fotoapparat begleitet den Alpinisten stets. Er hält dabei Orte und Augenblicke fest, schöne Morgenstimmungen beim Sonnenaufgang, oder besondere Erinnerungen von einem schönen Grat. Auf seiner eigenen Homepage (cornelsuter.ch) findet man viele schöne Bilder von seinen Touren, welche mit einem Bericht unterlegt sind.
Der sympathische Muotathaler hat bei seinen Touren meist zwei Fotoapparate dabei. Eine Digitalkamera ist am Rucksack befestigt, um Schnappschüsse zu machen. Für die speziellen Bilder kommt eine Spiegelreflex-Kamera mit einem 300 Millimeter-Objektiv in den Rucksack. Diese ist dann dabei, wenn der Platz im Gepäck nicht für technisches Hilfsmaterial benötigt wird. Die Fotos verarbeitet Cornel hinterher am Computer mit einem entsprechenden Bildbearbeitungsprogramm, Panorama-Bilder setzt er aus Einzelbildern zusammen.
Das Fotografie-Handwerk brachte sich der Bergsteiger selber bei, indem er verschiedene Einstellungen ausprobierte oder unterschiedliche Objektive testete. Irgendwann war der Fotograf, wie man an seinen schönen Bildern feststellt, bestens mit der Materie vertraut. Das Resultat sind nun regelmässige Anfragen nach Fotos von ihm. Cornel verlangt inzwischen etwas dafür und sieht das als «Sackgeld», um sich beispielsweise ein neues Objektiv oder eine längere Bergtour-Reise im Ausland zu finanzieren. Auftraggeber sind meist Privatpersonen, welche gerne Bilder von ihm zuhause aufhängen möchten. Diese Fotografien lässt er auf Leinwand aufziehen. Verschiedene Firmen beziehen Bilder für Magazine oder auf Leinwand zum Aufhängen im Betrieb. Weiter liefert er Bilder für Routen-Beschreibungen in SAC-Führern und dem «Bote der Urschweiz». Für 2018 veröffentlichte Cornel einen Kalender mit schönen Fotos, welcher rege bezogen wurde. Für 2019 ist wieder ein Foto-Kalender geplant.
Die Ideen sprudeln nur so aus dem Skitourenfahrer: Er nimmt sich vor, die Milchstrasse von einem speziellen Standort im Muotatal zu fotografieren. Diese hat er bereits schon mal vom Furkapass und vom Oberberg aus aufgenommen.


Die Mythenbergweg-Beleuchtung, eines von Cornel’s Fotografie-Projekten

Unter die Filmemacher gegangen
Neuerdings ist der Alpinist auch unter die Filmemacher gegangen. Fragt man ihn, wie er alles unter einen Hut bringt, meint Cornel lachend, dass er eigentlich ein Chaot sei. Trotz 100 Prozent-Job bei Strüby Holzbau (Seewen) bringt er irgendwie alles auf die Reihe. Nach der Lehre zog es ihn als Bäcker-Konditor ins Urnerland, nach Rotkreuz und nochmals zu seinem Lehrbetrieb. Später arbeitete der Muotathaler eine Zeit lang bei der Firma Felchlin. Inzwischen ist er seit zehn Jahren als Logistiker bei der Holzbau-Firma tätig, bei welcher er abwechslungsweise für eine Woche Frühschicht oder eine Woche Spätschicht eingeteilt ist. Wenn Frühschicht an der Reihe ist, unternimmt Cornel im Sommer nach Arbeitsende öfters eine Feierabend-Tour auf den Haggenspitz, das Gitzischössli oder die Rigi-Hochfluh, im Winter geht’s mit den Skiern auf den Brünnelistock. «Damit man im Training bleibt», fügt er schmunzelnd hinzu.
Alles begann mit Dia-Filmen, also Filme mit statischen Bildern. Der eigentliche Start war vor fünf Jahren, als Cornel die Alpauffahrt seiner Familie filmte. Den sechsminütigen Film stellte er anschliessend auf YouTube. Später kamen einige Zeitraffer-Filme hinzu. Den bisher längsten Film produzierte der Filmemacher auf Anfrage für den letztjährigen Alpkäsemarkt in Muotathal. Bei der Produktion hatte er freie Hand und die Absicht war, den Zuschauern schöne Landschaftsbilder, aber auch unbekannte Orte im Muotatal zu präsentieren. Zu sehen sind im Film nebst herrlichen Landschaftsaufnahmen auch solche von Alpauffahrten, Alpen mit Vieh, und eine Eishöhle. Das Feedback der Zuschauer auf den Film war sehr gut. Im 20-minütigen Film kommen auch viele Flugaufnahmen vor, welche ein Kollege von Cornel mit seiner Drohne aufnahm. Für den diesjährigen Alpkäsemarkt wird wieder ein Film produziert.
Der zweite Film wurde erst kürzlich bei der Eröffnung der Kanu-WM in der Mehrzweckhalle uraufgeführt. Der Auftrag für den sechsminütigen Image-Film kam vom Gemeinderat Muotathal. Sie wollten darin schöne Aufnahmen vom Muotatal, deren herrlichen Landschaft, der Natur, den Bergen, vom Bödmeren-Urwald, von Alpen und der Alpkäse-Produktion.
Inzwischen gehört nebst der Digitalkamera auch eine Drohne zur Ausrüstung. Die gespeicherten Filmaufnahmen werden mit einem speziellen Video-Programm bearbeitet und geschnitten. Die ausgewählten Filmsequenzen werden zu einem Film zusammengefügt und mit Musik und Text untermalt. Wie bei der Fotografie eignete Cornel sich das Film-Handwerk selber an, und auch hier lassen die Nachfragen nicht auf sich warten. Laut dem begeisterten Filmemacher stecken zwei weitere Filmprojekte in der Pipeline, und er freut sich auf weitere interessante Fotografie- und Film-Projekte.


Geschafft: Cornel ist auf dem Schächentaler-Windgällen

Langweilig wird es dem 41-Jährigen nie. Ist das Wetter gut, ist Cornel am Samstag und Sonntag auf einer Tour, entweder mit Kameraden oder alleine. An verregneten Wochenenden wird zuhause am Computer gearbeitet, Fotos sortiert, Filme bearbeitet und die eigene Homepage aktualisiert. Zusätzlich füttert der geschäftige Mann seine Social-Media-Kanäle wie Instagram oder Facebook mit Fotos und Kurzberichten.

feldwaldwiesenblogger