Schwinger präsentieren Siegermuni

An der Wirtschafts- und Erlebnismesse Uri 18 hat er einen ganz grossen Auftritt: Der Siegermuni des Innerschweizer Schwing- und Älplerfests 2019 in Flüelen.

Text und Foto: Elias Bricker (Medienchef ISAF 2019)

Die Uri 18 bringt den Stier zum Fliegen: So lautet das Motto der diesjährigen Urner Wirtschafts- und Erlebnismesse, die vom 6. bis 9. September im Eyschachen in Altdorf stattfindet. Daher ist es nur logisch, dass der Uristier an der Ausstellung höchstpersönlich vorbeischaut.
Der Schwingklub Flüelen präsentiert nämlich am zweiten Ausstellungstag – am Freitag, 7. September – den Siegerpreis des 113. Innerschweizer Schwing- und Älplerfests. Dieses findet am Sonntag, 7. Juli 2019, auf der Allmend in Flüelen statt. Dabei werden die 192 besten Schwinger aus der ganzen Innerschweiz und acht namhafte Gäste aus allen anderen Teilverbänden im Sägemehl um das Tier kämpfen.


Der Siegermuni bereitet sich aktuell in einem Urner Seitental auf seinen grossen Auftritt vor.

Urner Kantonalbank spendet Lebendpreis
Die so genannte Munitaufe im Rahmen der Uri 18 beginnt um 17 Uhr und ist öffentlich. Dabei erhält der Stier eine Gotte und einen Götti. Die Flüeler Sängerknaben und die Ländlerkapelle Gitschä-Grüäss aus Seedorf werden an der Taufe für musikalische Unterhaltung sorgen. Zudem wird OK-Präsident Franzsepp Bobby Arnold den Anwesenden einige Details über den bevorstehenden Grossanlass verraten.
Das Schwingfest im kommenden Jahr wird ein regelrechtes Volksfest. Die Organisatoren bauen dafür auf der Flüeler Allmend extra eine Arena für rund 8500 Zuschauer – und zwar direkt am Urnersee mitten in einer einmaligen Bergkulisse. Insgesamt rechnen sie mit über 10’000 Festbesuchern. Denn neben dem eigentlichen Schwingfest am Sonntag wird bereits am Freitag und Samstag, 5. respektive 6. Juli 2019, im Schwingerdörfli einiges los sein. Dafür benötigen die Organisatoren rund 1000 Helfer.

Bis es jedoch so weit ist, bereitet sich der imposante Siegermuni in einem Urner Seitental auf seine beiden grossen Auftritte vor. Der Lebendpreis, der aktuell rund eine Tonne wiegt, wird von der Urner Kantonalbank (UKB) gestiftet. Die Urner Kantonalbank ist übrigens auch Hauptsponsor des Innerschweizer Schwing- und Älplerfests 2019.

Hinweis
Die Munitaufe findet am Freitag, 7. September, um 17 Uhr im Rahmen der Uri 18 im Eyschachen in Altdorf statt. Mehr Infos zum Schwingfest finden Sie im Internet unter www.isaf2019.ch oder unter www.uri18.ch.

feldwaldwiesenblogger

Vor dem Brünigschwinget: Drei Fragen an 12 teilnehmende Schwinger

Text: feldwaldwiesenblogger / Bilder: Facebook


2018 wird 125 Jahre Brünigschwinget gefeiert

In der Woche vor dem Jubiläumsanlass auf dem Brünig kontaktierte ich 12 teilnehmende Schwinger. Jedem der Athleten stellte ich die gleichen drei Fragen und achtete darauf, dass die drei Teilverbände (Berner, Innerschweizer und Nordwestschweizer) mehr oder weniger gleichmässig abgedeckt sind. Dabei erhielt der Schreibende Antworten von absoluten Topfavoriten wie Joel Wicki oder Christian Stucki und Mitfavoriten wie Christian Schuler, Matthias Aeschbacher oder Florian Gnägi. Weiter sind darunter auch Schwinger mit intakten Aussenseiter-Chancen: Patrick Räbmatter, Erich Fankhauser, Nick Alpiger oder Marcel Bieri. Aber auch Urs Doppmann, Patrick Schenk und Tobias Widmer traue ich einiges zu.

Einige dieser 12 Athleten haben schon einen oder mehrere Kränze auf dem Brünig gewonnen, oder gar schon den Tagessieg für sich verbucht. Für Urs Doppmann und Tobias Widmer stellt die Teilnahme beim Brünigschwinget eine Premiere dar.

Die Antworten der einzelnen Schwinger stellte ich bereits auf den «Schwinger-Blog» bei Facebook. Den Anfang bildete am vergangenen Montag Christian Schuler, der Abschluss heute Freitag gehörte Joel Wicki. Für diejenigen Leser, welche Facebook nicht benutzen, sind nachfolgend nochmals die Antworten aller 12 Schwinger aufgeführt.

Apropos 125 Jahre Brünigschwinget: Auf dem angesprochenen «Schwinger-Blog» bei Facebook widmete ich diese Woche einige Beiträge dem Jubiläumsanlass, welche jeweils mit dem Titel «Schwerpunkt Brünigschwinget» begannen.


Christian Schuler, Schwingklub Einsiedeln

Christian Schuler
1. Wie schätzt du deinen Formstand vor dem Brünigschwinget ein?
«Mir geht es körperlich sehr gut und ich freue mich auf den Einsatz beim Brünigschwinget.»

2. Wie lautet dein Fazit deiner bisherigen Brünigschwinget-Teilnahmen?
«In der Regel lief es mir gut und ich konnte bei meinen Teilnahmen meistens den Kranz gewinnen. Mittlerweile habe ich sieben Brünigkränze, aber zum Sieg hat es bisher noch nicht gereicht.»

3. Was ist für dich der besondere Reiz am Brünigschwinget?
«Wie jedes Bergfest hat der Brünig seine eigenen Gesetze. Die Zuschauer sind nie so nahe am Schwingplatz wie auf dem Brünig und die Stimmung ist hervorragend. Manchmal entwickelt es sich richtig zu einem „Hexenkessel“.»


Matthias Aeschbacher, Schwingklub Sumiswald

Matthias Aeschbacher
1. Wie schätzt du deinen Formstand vor dem Brünigschwinget ein?
«Ich hatte eine durch den Schwingfestkalender ergebene Zwangspause. Zum einen konnte ich die Pause nutzen um kleinere Blessuren zu kurieren. Zum anderen bin ich vielleicht etwas aus dem Rhythmus gefallen. Aber ich freue mich sehr auf den Bergklassiker.»

2. Wie lautet dein Fazit deiner bisherigen Brünigschwinget-Teilnahmen?
«Mit einem zweiten Rang und zwei Brünigkränzen bin ich bis jetzt zufrieden.»

3. Was ist für dich der besondere Reiz am Brünigschwinget?
«Der Brünig hat eigene Regeln und verzeiht keine grossen Fehler. So hatte ich einmal nach drei Gängen zwei Eidgenossen bezwungen und gegen einen weiteren Eidgenossen verloren, was einem super Notenblatt entsprach. Am Abend musste ich trotzdem ohne Kranz nach Hause, weil ich die falsche Einstellung hatte. Auf dem Brünig ist jeder Gang hart und muss zuerst gewonnen werden.»


Patrick Räbmatter, Schwingklub Zofingen

Patrick Räbmatter
1. Wie schätzt du deinen Formstand vor dem Brünigschwinget ein?
«Mein momentaner Formstand ist nicht schlecht, dürfte aber ein bisschen besser sein. Aber: Ich bin gesund, und was kommt wird sich zeigen.»

2. Wie lautet dein Fazit deiner bisherigen Brünigschwinget-Teilnahmen?
«Bisher ist mir auf dem Brünig noch nie gut gelaufen. Das möchte ich dieses Jahr ändern und meinen ersten Brünigkranz holen.»

3. Was ist für dich der besondere Reiz am Brünigschwinget?
«Der Brünigschwinget ist für mich etwas Spezielles, das kann man nicht beschreiben. Eine einzigartige Kulisse, mit so vielen Leuten und so nahe dran. Jedes Mal ein einzigartiges Gefühl!»


Erich Fankhauser, Entlebucher Schwingerverband

Erich Fankhauser
1. Wie schätzt du deinen Formstand vor dem Brünigschwinget ein?
«Es war für mich bis jetzt eine super Saison mit sieben Kranzerfolgen. Das gibt viel Selbstvertrauen und Motivation. Meine Form stimmt und ich freue mich sehr auf den Brünigschwinget, welcher ein starkes Teilnehmerfeld aufweist.»

2. Wie lautet dein Fazit deiner bisherigen Brünigschwinget-Teilnahmen?
«Ich konnte bisher einen Brünigkranz gewinnen. Dabei belegte ich den zweiten Schlussrang.»

3. Was ist für dich der besondere Reiz am Brünigschwinget?
«Auf dem Brünig herrscht immer eine sehr tolle Stimmung und die Zuschauer sind sehr nahe am Schwingplatz. Speziell sind sicher auch die Platzverhältnisse für uns Schwinger auf dem Schwingplatz und in den Garderoben.»


Christian Stucki, Schwingklub Unteres Seeland

Christian Stucki
1. Wie schätzt du deinen Formstand vor dem Brünigschwinget ein?
«Gut, ich bin mit der laufenden Saison zufrieden.»

2. Wie lautet dein Fazit deiner bisherigen Brünigschwinget-Teilnahmen?
«Mit drei Siegen darf ich zufrieden sein.»

3. Was ist für dich der besondere Reiz am Brünigschwinget?
«Die Naturarena ist einzigartig und es ist nirgendwo so schön eng wie auf dem Brünig.»


Nick Alpiger, Schwingklub Lenzburg

Nick Alpiger
1. Wie schätzt du deinen Formstand vor dem Brünigschwinget ein?
«Ich bin gut in Form, gesund und schmerzfrei.»

2. Wie lautet dein Fazit deiner bisherigen Brünigschwinget-Teilnahmen?
«Ich war bisher einmal auf dem Brünig und durfte mit dem Kranz nach Hause. Ich bin daher zufrieden.»

3. Was ist für dich der besondere Reiz am Brünigschwinget?
«Einerseits die Dichte des Schwingfestes, andererseits ist man so nah beim Publikum. Ein weiterer Reiz ist, dass man dort auf nationaler Ebene schwingen kann.»


Urs Doppmann, Schwingklub Wolhusen

Urs Doppmann
1. Wie schätzt du deinen Formstand vor dem Brünigschwinget ein?
«Meine Form ist gut. Dies unterstreichen der zweite Rang beim Abendschwinget Fankhaus, die Schlussgangteilnahme auf dem Menzberg und der ISV-Kranz in Ruswil.»

2. Wie lautet dein Fazit deiner bisherigen Brünigschwinget-Teilnahmen?
«Es ist meine erste Teilnahme beim Brünigschwinget.»

3. Was ist für dich der besondere Reiz am Brünigschwinget?
«Da dies, wie bereits erwähnt, mein erster Brünigschwinget sein wird, kann ich noch nicht mehr dazu sagen.»


Patrick Schenk, Schwingklub Sumiswald

Patrick Schenk
1. Wie schätzt du deinen Formstand vor dem Brünigschwinget ein?
«Für den Brünigschwinget fühle ich mich in guter Verfassung.
Bei den letzten Festen konnte ich nicht meine Bestleistung abrufen. Ich wurde etwas geplagt von verschiedenen kleinen Verletzungen. Jetzt fühle ich mich jedoch gut. Diese Saison habe ich hauptsächlich auf den Brünigschwinget hingearbeitet und sehe das als eine Art Saisonhöhepunkt für mich an. Dies auch deshalb, weil es in den letzten Jahren für mich nicht allzu gut lief.»

2. Wie lautet dein Fazit deiner bisherigen Brünigschwinget-Teilnahmen?
«Ich bin bisher fünfmal angetreten. Die ersten dreimal habe ich den Ausstich nicht erreicht. Bei meiner vierten Teilnahme habe ich den Kranz um 0.25 Punkte verpasst. Das war die bitterste Enttäuschung meiner bisherigen Karriere. Im selben Jahr durfte ich aber den Eidgenössischen Kranz gewinnen, was allen Ärger verfliegen lies. Letztes Jahr habe ich gegen Marcel Bieri um den Kranz verloren.»

3. Was ist für dich der besondere Reiz am Brünigschwinget?
«Wie auch bei anderen Bergfesten ist man den Zuschauern sehr nahe. Das kann extrem anspornen. Die ganze Atmosphäre spricht für sich und ist aus Sicht des Schwingers unbeschreiblich.»


Tobias Widmer, Schwingklub Aarau

Tobias Widmer
1. Wie schätzt du deinen Formstand vor dem Brünigschwinget ein?
«Schwierig zu sagen, meine schwingerische Leistung konnte ich gegenüber dem letzten Jahr sicherlich steigern. In dieser Phase der Saison ist es für mich wichtig, meinem Körper zwischen den Bergkranzfesten die nötige Erholung zu gönnen. Auf dem Brünig wartet ein starkes Teilnehmerfeld. Ich bin aber bereit, dem ein oder anderen starken Schwinger ein Bein zu stellen.»

2. Wie lautet dein Fazit deiner bisherigen Brünigschwinget-Teilnahmen?
«2015 hätte ich zum ersten Mal am Brünigschwinget teilnehmen können. Zwei Wochen vor dem grossen Anlass renkte ich mir leider den Ellenbogen aus und musste den Brünigschwinget am TV-Gerät mitverfolgen. Die Freude, nun endlich an diesem prestigeträchtigen Schwingfest schwingen zu dürfen, ist riesig!»

3. Was ist für dich der besondere Reiz am Brünigschwinget?
«Der Brünigschwinget ist für mich der wohl traditionellste Bergklassiker. Viele Schwingerkönige, Erstgekrönte und starke Schwinger haben an genau diesem Ort schon ihr Bestes gegeben. Ich möchte es Ihnen gleichtun. Die Nähe zu den Zuschauern und die engen Platzverhältnisse sind für mich ganz neue Verhältnisse, ich freue mich aber darauf.»


Marcel Bieri, Schwingklub Ägerital

Marcel Bieri
1. Wie schätzt du deinen Formstand vor dem Brünigschwinget ein?
«Ich fühle mich gesund und freue mich auf meine zweite Teilnahme an diesem prestigeträchtigen Schwingfest. Wenn ich mir meine bisherige Saison anschaue, rechne ich mir Chancen auf das erstrebte Eichenlaub aus. Die Tagesform muss dafür jedoch stimmen. Mit dem verpassten Kranz auf der Rigi würde ich mich umso mehr auf meinen zweiten Brünigkranz nach 2017 freuen. Mit der Schlussgangteilnahme dieses Jahr auf dem Stoos konnte ich mir beweisen, dass ich mit der Spitze mithalten kann, wenn die Form stimmt.»

2. Wie lautet dein Fazit deiner bisherigen Brünigschwinget-Teilnahmen?
«Ich konnte bis Anhin einmal auf dem Brünig starten, dies war letztes Jahr. Dort konnte ich mir mit Hochs und Tiefs schlussendlich den Kranz aufsetzen lassen. Mit vier Siegen und zwei Niederlagen erwischte ich einen sehr guten Tag. Mein Ziel ist es, erneut ein solches (oder besseres) Ergebnis zu erzielen.»

3. Was ist für dich der besondere Reiz am Brünigschwinget?
«Ich persönlich habe noch eher wenig Erfahrung mit diesem Schwingfest. Als ich letztes Jahr das erste Mal starten konnte, fiel mir besonders die «Enge» auf, über welche mir schon vorher öfters berichtet wurde. Ich denke, dass dies seine Vor- und Nachteile haben kann. So nahe am Publikum zu sein kann einen Athleten zusätzlich motivieren, aber auch hemmen. Die Zuschauer machen eine Riesenstimmung, was mir persönlich gefällt und mich, hoffentlich wie letztes Jahr, zusätzlich motiviert.»


Florian Gnägi, Schwingklub Biel

Florian Gnägi
1. Wie schätzt du deinen Formstand vor dem Brünigschwinget ein?
«Momentan fühle ich mich recht gut und hatte bisher eine zufriedenstellende Saison. Da ich den Brünigschwinget in den Jahren 2016 und 2017 auf Grund von Verletzungen verpasst habe, freue ich mich riesig, wieder dabei sein zu können.»

2. Wie lautet dein Fazit deiner bisherigen Brünigschwinget-Teilnahmen?
«Bisher lief es mir am Brünig jeweils recht gut. In besonderer Erinnerung bleibt mir die Schlussgangqualifikation 2013 und alle fünf Kränze.»

3. Was ist für dich der besondere Reiz am Brünigschwinget?
«Der Brünig ist irgendwie ein Mythos, der mich schon als kleiner Junge faszinierte. Die Kulisse war bei meiner ersten Teilnahme im Jahr 2006 fast ein wenig erdrückend. Der Hexenkessel am Brünig ist für mich nach wie vor eine der imposantesten Kulissen im Schwingsport. Zudem gehört auch das Gedränge und der „Cheli-Geschmack“ zum Brünigschwinget.»


Joel Wicki, Entlebucher Schwingerverband

Joel Wicki
1. Wie schätzt du deinen Formstand vor dem Brünigschwinget ein?
«Ich fühle mich momentan sehr vital und in gutem Formstand. Der Brünigschwinget ist für mich ein Saisonhighlight. Deswegen achte ich besonders darauf, dass ich mich im Vornherein gut darauf vorbereite.»

2. Wie lautet dein Fazit deiner bisherigen Brünigschwinget-Teilnahmen?
«Ich erlebte auf dem Brünig immer sehr schöne Schwingfeste und konnte nach jeder Teilnahme kranzgeschmückt den Nachhauseweg antreten. Dementsprechend bin ich mehr als zufrieden mit meinen Leistungen. Ich hoffe, das bleibt mir auch in Zukunft erhalten.»

3. Was ist für dich der besondere Reiz am Brünigschwinget?
«Allgemein an jedem Bergkranzfest entspricht mir die Höhenluft und natürlich die Atmosphäre des jeweiligen Anlasses. Am Brünigschwinget gefällt mir, dass das Publikum nahe am Schwingplatz ist, was mich persönlich enorm motiviert und pusht. Das Aufeinandertreffen des Bernisch-Kantonalen Schwingerverbandes auf den Innerschweizer Schwingerverband, wie auch die starke Besetzung der Gastverbände, ist sehr lehrreich und bietet tolle Zweikämpfe. Ich freue mich sehr auf den Schwinget auf dem Brünig!»

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50. Jubiläums-Menzberg-Schwinget

Text: Erwin Schwarzentruber und feldwaldwiesenblogger / Fotos: Erwin Schwarzentruber


Joel Wicki gewann trotz Erkältung den Jubiläumsanlass auf dem Menzberg

Achter Saisonsieg für Joel Wicki
Der 50. Menzberg-Schwinget wurde seinem Status als Jubiläumsanlass vollauf gerecht. Mit einer Glanzbesetzung avancierte das Kräftemessen zum bestbesetzten Luzerner Regionalschwingfest in dieser Saison. Doch nicht einer der fünf Eidgenossen im 155-köpfigen Teilnehmerfeld machte das Rennen, sondern der 21-jährige Sörenberger Joel Wicki. Vor 1’350 Zuschauern besiegte er im Schlussgang Urs Doppmann aus Romoos bereits nach 56 Sekunden mit Kurz. Für Wicki bedeutete dies den achten Saisonsieg. «Ich freue mich, dass ich hier auf dem Menzberg zum ersten Mal gewinnen konnte. Unter der Woche war ich noch erkältet und startete deshalb verhalten in den Wettkampf. Ich bin dann immer besser in Fahrt gekommen.» Der Baumaschinen-Mechaniker bekundete nur in der Startbegegnung gegen den Emmentaler Eidgenossen Damian Gehrig einige Mühe. Dieses Duell endete ohne nennenswerte Höhepunkte resultatlos. Anschliessend reihte er Marco Heiniger (Kurz und Nachdrücken), Josias Wittwer (Kurz), Janick Jenzer (äusserer Haken) und Christoph Bernet (innerer Haken) sicher unter die Verlierer.


Urs Doppmann’s starker Auftritt wurde erst im Schlussgang gestoppt

Urs Doppmann in Form
Einen starken Auftritt verzeichnete der 23-jährige Urs Doppmann vom Schwingklub Wolhusen. Zwar musste er in der Endausmarchung die Überlegenheit des Entlebuchers Joel Wicki neidlos anerkennen, doch in den vorangegangenen fünf Begegnungen zeigte er sein Können und blieb ungeschlagen. Als Meisterstück darf der Plattwurf mit Übersprung gegen den Eidgenossen Sven Schurtenberger bezeichnet werden. Nebst einem Gestellten gegen Marco Fankhauser blieb er siegreich gegen Adrian Klossner, Vincent Roch und Michael Graber. Wegen der Schlussgangniederlage rutschte Doppmann noch auf den sechsten Rang ab.


Patrick Räbmatter ist sichtlich zufrieden mit dem Ehrenplatz

Ehrenplatz für Patrick Räbmatter
Nach seinem Kranzerfolg am Samstag auf dem Weissenstein startete Patrick Räbmatter auch am Sonntag als Gast des Schwingklubs Zofingen auf dem Menzberg. Nach der Auftaktniederlage im Eidgenossen-Duell gegen Philipp Gloggner startete er richtig durch und bezwang nacheinander Christoph Bernet, Roger Bachmann, Michael Müller, Damian Egli und Damian Stöckli. Damit sicherte er sich den Ehrenplatz. Auf den weiteren Rängen folgen die Rottaler Eidgenossen Philipp Gloggner und Sven Schurtenberger.

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Vorschau auf den 50. Menzberg-Schwinget

Text: Hans Schnider und feldwaldwiesenblogger / Fotos: Hans Schnider

Am kommenden Sonntag, 22. Juli treffen sich die Schwinger und Schwingerfreunde bereits zum 50. Mal auf dem Menzberg zum bekannten und beliebten Menzberg-Schwinget. Das OK um Thomas Stadelmann hat sich zum Ziel gesetzt, den Jubiläumsanlass zu einem sportlichen Leckerbissen auf höchster Ebene zu machen. Drei Lebendpreise animieren die Schwinger zu Höchstleistungen.


Auf den Sieger des 50. Menzberg-Schwinget wartet das wunderschöne Original Simmentaler-Rind Helena

Joel Wicki und fünf Eidgenossen am Start
Bis heute haben nicht weniger als fünf Eidgenossen ihre Teilnahme zugesagt. Mit Joel Wicki ist einer der ISAF-Festsieger von Ruswil am Start. Die Eidgenossen Sven Schurtenberger, Philipp Gloggner, Erich Fankhauser, Patrick Räbmatter und Damian Gehrig, sind nicht gewillt, dem Sörenberger das Siegerrind Helena kampflos zu überlassen. Der ebenfalls gemeldete Eidgenosse Reto Nötzli muss wegen einer Verletzung auf den Start verzichten. Insgesamt haben sich etwa 150 Schwinger für den Wettkampf eingeschrieben. Sie haben alle die Chance, mit einer guten Leistung aus dem sehr reichhaltigen Gabentempel eine wertvolle Erinnerung vom Menzberg mit nach Hause zu nehmen. Der Wettkampf auf der Schüregg beginnt um 11 Uhr. Gegen 17 Uhr soll im Schlussgang der Festsieger ermittelt werden. Für die hoffentlich zahlreich anreisenden Zuschauer steht eine leistungsfähige Festwirtschaft zur Verfügung. Mit musikalischen Darbietungen erhält der Anlass einen traditionellen Rahmen.


Der Menzberg-Schwinget kann auf eine illustre Siegerliste zurückblicken

Illustre Siegerliste
Unter den ehemaligen Siegern befinden sich mit Noldi Ehrensberger und Harry Knüsel gar zwei Schwingerkönige! Die prominent besetzte Liste kann so interpretiert werden, dass der Menzberg-Schwinget bei den Schwingern ziemlich hoch im Kurs ist. Natürlich sind es vor allem Luzerner Spitzenschwinger, welche den Traditionsanlass bisher gewonnen haben. Einige davon gleich mehrfach.
Der Name «Joel Wicki» fehlt noch auf der Liste. Der Sörenberger wird am Sonntag alles dafür tun, damit er künftig auch auf dieser illustren Siegerliste geführt wird.

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Roger Rychen – erster Dreifachsieger im Klöntal

Die Jubiläumsausgabe des 50. Bergschwingets vorne am Klöntalersee endete mit einem überlegenen Sieg von Roger Rychen. Der Eidgenosse gewann alle sechs Gänge und konnte sich als erster Schwinger der Geschichte zum dritten Mal in die illustre Siegerliste des Bergschwingets eintragen lassen.

Text: Jakob Heer und feldwaldwiesenblogger / Fotos: Jakob Heer

In den 49 Austragungen zuvor gab es 51 verschiedene Sieger, wovon acht Schwinger sich zwei Mal in die Siegerliste des Klöntaler Bergschwingets eintragen lassen konnten. Einer der acht Athleten war Roger Rychen, der 2014 und 2017 obenaus schwang. 2014 im Schlussgang gegen Peter Horner, im vergangenen Jahr gegen Reto Landolt. Nun gelang dem Molliser bei der Jubiläumsausgabe das Kunststück, als erster Schwinger den dritten Sieg im Glarner Seitental einzuheimsen. Damit hat er ein Stück Geschichte des Klöntalschwingets neu geschrieben.


Der dreifache Klöntal-Sieger Roger Rychen

Sieg mit Ansage
Rychens Triumph stand nie zur Debatte. Alle seine Gegner bezwang er nach kurzer Gangdauer und ohne selbst je in Bedrängnis zu geraten. Zwar hatte sich kurzfristig mit Stefan Burkhalter ein zweiter Eidgenosse nachgemeldet. Doch im Duell der beiden Eidgenossen besiegte er zum Auftakt den Thurgauer nach kurzer Gangdauer mit Kurz. Den nur schwer bezwingbaren Dominik Oertig bezwang der Molliser mit Fussstich und Nachdrücken am Boden. In der Folge waren es wiederum Kurzvarianten, die ihm gegen Nicola Wey, Andreas Höfliger und Ruedi Eugster jeweils den Sieg eintrugen. „Es gibt so Tage, da spürt man am Morgen, dass ein Schwung sitzt. Das war heute bei mir der Fall“, erklärte der Glarner seinen Erfolgsschwung. Im Schlussgang dauerte es knapp eine Minute, bis sich Stefan Burkhalter wieder auf einen Kurz geschlagen geben musste. „Vor so vielen Zuschauern, wo man die meisten kennt, und vor heimischer Kulisse zu gewinnen ist immer etwas Spezielles“ führte Rychen weiter aus. Nach dem Schlussgang, den Siegerfotos und Interviews freute sich der 26-Jährige auf ein kühlendes Bad im nahe gelegenen See.


Stefan Burkhalter bezwang im fünften Gang Michael Bernold

Zwei Mal Burkhalter
Stefan Burkhalter musste sich gleich zwei Mal Rychen beugen. Nach einer schnellen Niederlage zum Auftakt schaffte sich der 44-Jährige mit vier Siegen, darunter drei Maximalnoten, wieder nach vorne. Fabian Arnold, Hanspeter Kamer, Rico Baumann und Michael Bernold mussten sich dem Oldie beugen. Auch profitierte er davon, dass im fünften Gang Dominik Oertig und Dominik Streiff sowie Shane Dändliker mit Valentin Mettler stellten. Sie hätten alle ebenfalls Schlussgangambitionen gehabt. Am Ende blieb Burkhalter Rang 3a. Den Ehrenplatz teilten sich der Oberländer Routinier Ruedi Eugster und der bärtige Höfner Andreas Höfliger. Beide unterlagen sie dem überlegenen Sieger und stellten im Direktvergleich im zweiten Gang. Die übrigen Duelle gewannen sie.
Der Appenzeller Patrick Schmid, welcher zur Halbzeit mit 30 Punkten noch 0.50 Zähler vor Rychen lag, wurde im Nachmittagsprogramm mit zwei Niederlagen gegen Ruedi Eugster und Tobias Riget gestoppt. Spitzenplätze sicherten sich auch der aufstrebende Toggenburger Valentin Mettler und der junge Märchler Alex Huber, der bereits vor Wochenfrist auf der Rigi zu überzeugen vermochte. Die beiden Gasterländer Dominik Oertig und Tobias Riget, aber auch der Zürcher Shane Dändliker vergaben eine Spitzenplatzierung im Ausstich. Kurzfristig abmelden mussten sich Matthias Herger und Ralf Schelbert, welche beide verletzt sind.

Spitzenplätze für Horner und Landolt
Vom organisierenden Schwingklub Glarus-Mittelland konnte kein Schwinger um den Sieg mittun. Jedoch teilten sich Sämi Horner (Ennenda) und Reto Landolt (Näfels) den dritten Schlussrang, inmitten der Spitzengruppe. Horner stellte mit Lars Rotach, bezwang Andreas Niederer und unterlag Fabian Koller. Im zweiten Wettkampfsteil gewann er sämtliche Duelle, was den Älpler auf Rang 3c hochspülte. Landolt glückten vier Siege. Zuletzt gegen Roman Lozza, dem Sohn eines ehemaligen Siegers im Klöntal: Erich Lozza. Einzig im Duell mit Valentin Mettler musste sich Landolt geschlagen geben, dazu stellte er mit Manuel Keller.


Dominik Oertig musste sich ebenfalls dem stark schwingenden Roger Rychen beugen

Jöhl fehlten die Noten
Viertbester Glarner wurde Christian Pianta im Rang sechs. Auch der gross gewachsene Molliser unterlag Valentin Mettler und stellte zwei Mal. Drei Mal konnte er das bessere Ende für sich beanspruchen. Christian Jöhl (Mollis) folgt im Rang sieben, dies trotz vier gewonnenen Gängen. Dem Schlungg-Spezialist fehlten bei seinen Erfolgen die Maximalnoten. Drei Siege glückten auch Thomas Riedi (Netstal), Tobias Fässler (Engi) und Christof Kirchmeier (Mollis). Auf zwei Siege brachten es von der jungen Garde Loris Elmer (Schwanden), Michael Laager (Mollis), Patrik Schiesser (Linthal), Christian Schnyder (Näfels/Obersee) und Andreas Laager (Mollis). In den beiden Jungschwingerkategorien (nur für Glarner Buben) siegten Sven Schrepfer (Netstal) und Pascal Schmid (Bilten).

Ehrungen und Dank
Zum in allen Belangen gelungenen 50. Jubiläumsanlass trug der Wettergott seinen Teil bei. Bei heissen Bedingungen, die sogar zu einem Bierengpass in der Festwirtschaft führten, blieb es den ganzen Tag trocken. Nebst dem schwingerischen Teil umrahmte das Alphorntrio „Mürtschen“ und im Festzelt die Ländlerformation „Balmhöckler“ das Publikum. Alle noch lebenden OK-Mitglieder des Klöntalschwingets, alle noch lebenden OK-Präsidenten seit 1970 sowie alle bisherigen Sieger wurden zu einem Jubiläumsapéro in die Räumlichkeiten der Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK) eingeladen. Anschliessend wurden sie auf dem Festplatz durch den OK-Präsidenten Jakob Heer geehrt. Darunter befand sich auch Schwingerkönig Arnold Ehrensberger, Sieger anno 1975. Als ältester noch lebender Sieger durfte der Urner Josef Arnold im Klöntal begrüsst werden. Er gewann den Bergschwinget 1971, damals noch auf dem alten Festplatz, welcher etwa 150 Meter weiter vorne lag.

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50. Bergschwinget im Klöntal – Zur Geschichte

Was am 29. Juli 1956 im kleinen Rahmen begann, feiert heuer einen runden Geburtstag. Denn in diesem Jahr findet der Bergschwinget im Klöntal, vorne am See, zum 50. Mal statt.

Text: Jakob Heer und feldwaldwiesenblogger / Foto: Jakob Heer

Anlässlich einer Vorstandssitzung anno 1955 plädierte der damalige Klubpräsident Erwin Bihr (Glarus) für ein Reithallen-Schwinget. Kassier Fritz Kubli (Netstal) war für einen Bergschwinget. Zur Diskussion als Austragungsorte standen der Staldengarten Riedern, der Rhodannenberg im Köntal, der Plätz (hinten am See) und die Schwammhöhe. Letztlich entschied sich der Vorstand des Schwingklubs Glarus-Mittelland, im Klöntal (beim Restaurant Rhodannenberg), ein Bergschwinget im Zweijahresturnus abzuhalten. In der Verbandszeitung des Eidgenössischen Schwingerverbandes (SHJZ) wurde der erste Anlass noch als „Rhodannenberg-Schwinget“ benannt. Dies weil der Wettkampf keine 50 Meter vom „alten“ Restaurant Rhodannenberg entfernt zur Austragung gelangte. Jedoch setzte sich fortan der Name Bergschwinget Klöntal durch. Mit diesem regionalen Schwingfest ohne Kranzabgabe sollte die Schwingerei im Kanton gefördert werden. Sieger der Premiere am 29. Juli 1956 war Metzgermeister Heiri Marty aus Näfels.


Ein wunderbar hergerichteter Festplatz inmitten einer schönen Natur erwartet die Besucher am kommenden Samstag

Vorerst alle zwei Jahre
Da der Schwingklub Niederurnen in den ungeraden Jahren einen Kilbi-Schwinget abhielt, entschieden sich die Mittelländer, den Bergschwinget vorne am See in den geraden Jahren abzuhalten. Bereits 1957 wurde der Präsident des Jodelklubs Glärnisch mit zwei weiteren Vorstandsmitgliedern an eine Vorstandssitzung eingeladen. Man entschied sich, den Anlass ab 1958 gemeinsam durchzuführen. Die Preise waren damals anders als heute: Für das Festmenu „Suppe mit Schweinswurst, Schüblig und Kartoffelsalat“ zahlte man bescheidene Zwei Franken zwanzig.
Bis 1970 fand der Anlass alle zwei Jahre statt, zwischen 1966 und 1970 setzte man gar vier Jahre aus. Dies deshalb, weil der Schwingklub 1968 das NOS-Schwingfest auf Erlen in Glarus übernahm. Dieses Schwingfest besitzt denkwürdigen Charakter. Ruedi Hunsperger, der Berner Schwingerkönig von 1966, welcher im Thurgauer Hauptort Frauenfeld den Überschwinger Karl Meli entthronte, erlebte am Fusse des Glärnisch ein Fiasko. Mit einem Sieg und drei Verlorenen verpasste er als Gast den Ausstich. Ganz anders Karl Meli: Er revanchierte sich im ersten Gang an Hunsperger für die in Frauenfeld erlittene Niederlage und gewann anschliessend das Fest mit der Maximalpunktzahl.

Gründung eines Bergschwinget-OK
Auf Vorschlag des damaligen Klubpräsidenten Kurt Hefti (Ennetbühls) wurde 1969 entschieden, ab 1970 den Klöntaler Schwinget jährlich durchzuführen. Bis dahin wurde der Schwinget vom Vorstand des Schwingklubs und jenem des befreundeten Jodelklubs organisiert. 1970 wurde ein separates Bergschwinget-OK gegründet. Diesem gehörten bei der Gründung folgende Personen an: Fritz Oswald (Vorsitz), Balz Feldmann (Präsident Jodelklub), Kurt Hefti (Präsident Schwingklub), Melchior Laager, Kaspar Menzi, Hermann Noser, Jakob Oertli, Jakob Ginsig (Wirt Restaurant Rhodannenberg), Erich Schmid, Ernst Streiff und Kaspar Stüssi. Mit wenigen Ausnahmen fand das Fest nun jährlich statt. Wenn der Schwingklub mit der Übernahme eines anderen Schwingfestes beauftragt war, wurde der Bergschwinget ausgelassen.

Fünf Mal ausgelassen
1979 übernahm der Schwingklub das Jubiläumsfest „75 Jahre Glarner kantonaler Schwingerverband in Glarus“ und verzichtete auf den Bergschwinget. 1996 fand das Nordostschweizer Schwingfest in Schwanden statt, wiederum lies man den Bergschwinget aus. Mangels Bewerbungen fürs Glarner-Bündner im Jahr 2005 übernahm der Schwingklub (unter Mithilfe des Jodelklubs) das Kantonalschwingfest. Von Klöntal wollte man nicht abweichen und so fand hinten am See, beim Vorauen, erstmals ein Schwingfest mit Kranzabgabe statt. Auch 2012 waren die Mittelländer in die Organisation des Kantonalfestes in Niederurnen integriert. 2016 feierte der Mittelländer Schwingklub seinen 75. Geburtstag und übernahm in Glarus am Pfingstmontag das Kantonalschwingfest.
Das 1969 gegründete OK hat bis heute Bestand. Waren es in den Spitzenzeiten bis 13 OK-Mitglieder, sind aktuell sieben Personen (sechs Männer und eine Frau) für den traditionellen Wettkampf im Glarner Seitental verantwortlich. An der Schlusssitzung 2011 entschied sich der Jodelklub Glärnisch, sich nicht mehr am Bergschwinget zu beteiligen. Seither besteht das OK vollumfänglich aus Mitgliedern des Schwingklubs Glarus-Mitteland. Dies sind: Jakob Heer (Vorsitz), Rolf Figi (Vizepräsidium und Festwirt), Ueli Zimmermann (Gaben), Daniel Luchsinger (Bau), Jakob Feldmann (Personal/Schwingkomitee), This Trümpy (Finanzen) und Esther Landolt-Tschudi (Protokoll).

Anekdoten
Als Schönschwinger-Preis, welcher nichts mit dem Aussehen des Schwingers sondern mit der Schwingart der Athleten zu tun hat, konnte der auserwählte Schwinger 1960 zwischen einem Rollschinkli und einer Harasse Elmer Citro wählen. Später wurde ein Wanderpokal geschaffen. Gewann derselbe Schwinger drei Mal den Pokal, konnte er ihn behalten. Dieser Wanderpokal wurde später wieder abgeschafft.
1974 verunglückte der damalige Rhodannenberg-Wirt und OK-Mitglied Jakob Ginsig beim Holzen tödlich. An der Schlusssitzung im gleichen Jahr, am 2. November 1974, konnte OK-Mitglied Jakob Oertli nicht teilnehmen. Grund: Er war im Klöntal eingeschneit.
1977 erhielt der Schwingklub von der Gemeinde Netstal die Bewilligung für einen Schopfanbau bei den Garagen hinten beim Schwingplatz. Dort ist seither das Baumaterial eingelagert.
1982 verstarb OK-Mitglied Jakob Oertli entlang der Seestrasse bei einem Autounfall.
Speziell erwähnenswert ist Kobi Streiff (Ennetbühls): Quasi in Eigenregie räumte er nach dem Fest das Sägemehl beim alten Festplatz weg. Dies wohlverstanden in Handarbeit, fremde Hilfe lehnte er strikt ab. Dafür benötige er nicht selten eine ganze Woche, unvorstellbar in der heutigen Zeit.

Neuer Festplatz
Wegen dem Neubau des Hotel Rhodannenberg gab es 1984 eine Neubeurteilung des Festplatzes. Unter der Obhut des damaligen OK-Präsidenten Hansruedi Hauser entscheid man sich 2007 für einen neuen Festplatz. Der alte Festplatz zwischen dem Rhodannenberg und dem Stall kämpfte mit Sickerungsproblemen. Da beim alten Festplatz zudem das Zelt auf dem Parkplatz des Hotels Rhodannenberg stand, gab es Engpässe, die zu Zwist zwischen dem Wirt und den Schwingern führten. Mit dem neuen Festplatz konnte das behoben werden. Fündig wurde man rund 150 Meter weiter hinten, unmittelbar vor den Gebäuden der Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK). Seit 2010 findet das Schwingfest jeweils an einem Samstag statt.

Sieger-Statistik
In der Statistik des Klöntalschwingets gab es in 49 Austragungen 51 Sieger (1987 und 2000 gab es jeweils zwei Sieger). Noch nie siegte ein Athlet drei Mal am Bergfest. Folgenden acht Schwingern glückten zwei Siege: Roland Gwerder (Ried-Muotathal), Peter Horner (Ennenda), Peter Jutzeler (Näfels), Hansjürg Küng (Mühlehorn), Albrecht Rhyner (Ennenda), Roger Rychen (Mollis), Jörg Schneider (Rudolfingen ZH) und Kurt Schneiter (Schmerikon). Rychen besitzt dieses Jahr die Möglichkeit, als erster Wettkämpfer den dritten Sieg im Klöntal zu realisieren.
Aufgeteilt nach Kantonen sind die Gastgeber obenauf. 15 Mal siegte ein Vertreter aus dem Lande Fridolins. Die weitere Verteilung sieht wie folgt aus: Zürich neun Sieger, St. Gallen acht, Schwyz sieben, Uri vier, Appenzell drei, Schaffhausen und Thurgau je zwei und Graubünden einer.

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Flüelen rüstet sich für Grossanlass

200 Schwinger, 1000 Helfer und 10‘000 Festbesucher: Im kommenden Jahr wird sich die Flüeler Allmend in ein riesiges Festgelände verwandeln.

Text und Foto: Elias Bricker, Medienchef ISAF 2019

Genau in einem Jahr ist es so weit: Am Sonntag, 7. Juli 2019, findet das Innerschweizer Schwing- und Älplerfest in Flüelen statt. Dabei treten die 192 besten Schwinger aus der ganzen Innerschweiz und acht prominenten Gäste aus den anderen Teilverbänden an. Das Schwingfest wird bestimmt ein regelrechtes Volksfest. Die Organisatoren bauen dafür auf der Flüeler Allmend extra eine Arena für rund 8500 Zuschauer – und zwar direkt am Urnersee mitten in einer einmaligen Bergkulisse. Insgesamt rechnen sie mit über 10’000 Festbesuchern. Denn neben dem eigentlichen Schwingfest am Sonntag wird bereits am Freitag und Samstag, 5. respektive 6. Juli 2019, im Schwingerdörfli einiges los sein.

Der Schwingklub Flüelen, der nach 1985 turnusgemäss wieder an der Reihe ist, den Traditionsanlass durchzuführen, gehört jedoch zu den kleineren Schwingklubs der Schweiz. Daher hat er einen Trägerverein gegründet, der das Fest organisiert. Das Organisationskomitee unter der Leitung von OK-Präsident Franzsepp «Bobby» Arnold ist bereits seit zwei Jahren mit den Vorbereitungsarbeiten beschäftigt. «Das Innerschweizer Schwingfest wird einer der grössten Urner Events der vergangenen Jahre», sagt er. «Wir benötigen dafür mehr als 1000 Helfer. Ein ganzes Dorf hilft also mit.»


Das OK besichtigte am Samstag die Arena des «Innerschweizer» in Ruswil. Von links: Finanzchef Erich Planzer, OK-Präsident Franzsepp Arnold und Schwingklub-Präsident Christian Arnold.

Urner Kantonalbank wird Hauptsponsor
Am vergangenen Samstag und Sonntag machten sich die OK-Mitglieder am Innerschweizerischen Schwing- und Älplerfest in Ruswil LU ein Bild darüber, was nun auf sie zukommt. «Wir haben in den kommenden Monaten noch viel Arbeit vor uns», sagte OK- Präsident Franzsepp Arnold beim Betreten der Sägemehlarena. Dabei wird vor allem das Ressort Bau gefordert. Denn auf der Flüeler Allmend fehlt es an Infrastrukturen. Sie müssen grösstenteils aus dem Boden gestampft werden.

«Solch grosse Anlässe sind ohne grosszügige Sponsoren und Partner gar nicht mehr denkbar», sagt OK-Präsident Arnold. Zwar seien noch nicht alle Sponsoringverträge unter Dach und Fach. Dennoch ist bereits jetzt klar: Die Urner Kantonalbank (UKB) wird als Hauptsponsorin agieren. Damit verstärkt die Bank ihr Engagement im Schwingsport. Denn bereits bei den bisher letzten Austragungen des Innerschweizer Schwingfestes im Kanton Uri 2010 und 2015 trat die UKB als Hauptsponsorin auf. Zugleich unterstützte sie auch schon tatkräftig die vom Schwingklub Flüelen organisierten Kantonalfeste 2011 und 2015. «Ich bin sehr froh darüber, dass wir mit einer bewährten Partnerin, das Innerschweizer Schwingfest bestreiten können», sagt Franzsepp Arnold.

SRF will Fest live übertragen
Das Innerschweizer Schwing- und Älplerfest 2019 ist zudem die Hauptprobe für das «Eidgenössische» 2019, das Ende August 2019 in Zug stattfinden wird. Dementsprechend gross dürfte das Zuschauer-und Medieninteresse sein. Bereits haben das Schweizer Fernsehen SRF und Tele 1 Interesse angemeldet, das Fest live aus Flüelen zu übertragen.

Hinweis
Mehr Infos zum Schwingfest finden Sie im Internet unter www.isaf2019.ch.

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