Verein Schwägalp-Schwinget: Rückblick auf eine erfolgreiche Austragung und Neubesetzung von Funktionen

Text und Fotos: Valentin Hörler (Medienchef Schwägalp-Schwinget) und feldwaldwiesenblogger

Erfolgreiche Austragung 2018
Traditionsgemäss trafen sich Mitte Januar die Delegierten der Trägerverbände Appenzell und Toggenburg, der Säntis Schwebebahn AG und der Alpgenossenschaft zur jährlichen Delegiertenversammlung des Vereins Schwägalp-Schwinget. Der Präsident Niklaus Hörler durfte im Rahmen seines Berichts auf die erfolgreiche 19. Austragung des Bergkranzfestes mit spannenden Zweikämpfen, prächtigen Wetterbedingungen und rund 15’000 Festbesucherinnen und -besuchern zurückblicken.


Die zurückgetretenen Funktionäre v.l.n.r.: Wendelin Jud (Revisor), Hansruedi Rechsteiner (Protokoll) und Peter Hafner (Sponsoring)

Drei Funktionärsstellen wurden neu besetzt
Weiter hatte die Delegiertenversammlung drei Funktionärsstellen neu zu besetzen. Denn mit Hansruedi Rechsteiner (Protokoll) und Peter Hafner (Sponsoring) gaben zwei langjährige OK-Mitglieder, sowie mit Wendelin Jud (Revisor) ein Vereinsfunktionär ihre Rücktritte bekannt. Ihr unermüdliches ehrenamtliches Engagement in den vergangenen Jahren wurde durch die Delegiertenversammlung entsprechend gewürdigt.
Die freigewordenen Funktionen konnten durch Andrea Abderhalden-Hämmerli (Revisorin), Gerry Süess (Sponsoring) und Karl Metzger (Protokoll) neu besetzt werden. Das OK wünscht den neuen OK-Mitgliedern sowie der neuen Vereinsfunktionärin bereits jetzt viel Freude und Erfolg in ihrem Amt.


Die neu gewählten Funktionäre v.l.n.r.: Karl Metzger (Protokoll), Andrea Abderhalden-Hämmerli (Revisorin) und Gerry Süess (Sponsoring)

Spannende Hauptprobe vor dem ESAF
Die Vorbereitungen für die 20. Austragung des Schwägalp-Schwingets vom 11. August sind bereits wieder im Gang. 20 Gästeschwinger aus dem Innerschweizer Verband (ISV), 15 aus dem Südwestschweizer Verband (SWSV) sowie 55 Aktivschwinger aus dem heimischen Nordostschweizer Verband (NOSV) garantieren zwei Wochen vor dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) in Zug für eine spannende Hauptprobe am Fusse des Säntis.

feldwaldwiesenblogger

Noch 100 Tage bis zum 100. Zuger Kantonal-Schwingfest

Text und Fotos: Karin Müller, Kathrin Wyss und feldwaldwiesenblogger

Ein «Königshaus», drei Tage Festbetrieb, ein bekanntes Kommentatoren-Trio, Holzsport und mit Sicherheit spannende Paarungen – Schwingfans können sich jetzt schon auf ein fulminantes Schwingwochenende freuen. Nur noch 100 Tage dauert es, bis in Rotkreuz die Jubiläums-Ausgabe des Zuger Kantonal-Schwingfests stattfindet. Nun sind die Details des Festprogramms bekannt. Der Vorverkauf ist ab sofort eröffnet.


Mit einem schön gestalteten Plakat wird auf das 100. Zuger Kantonale aufmerksam gemacht

Erwartet werden rund 4000 Besucher und 200 Schwinger
Bis zu 4000 Besucher und 200 Schwinger werden anlässlich des 100. Kantonal-Schwingfests am Sonntag, 5. Mai in Rotkreuz erwartet. «Das Interesse dürfte nicht nur wegen der Jubiläums-Ausgabe gross sein», ist Vize-Präsident André Arnold überzeugt. «Wer in Rotkreuz einen Kranz holt, dürfte sich sein Ticket für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Zug wohl sichern». Auf den Gewinner des Zuger Kantonalen wartet der Sieger-Muni Pipo, welcher von der Büwe Tiefbau AG gesponsert wird.


Vize-OK-Präsident André Arnold im Gespräch mit Speaker Beat Tschümperlin

Hauptprobe für das ESAF in Zug
Das Zuger Kantonale ist nicht nur das erste Kranzfest der Saison, sondern auch die Hauptprobe für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF) in Zug. Wie bereits angekündigt, feiert das ESAF-Kommentatoren-Trio in Rotkreuz Feuertaufe. Es besteht aus der Tele1-Moderatorin Fabienne Bamert, dem Musikwelle-Moderator Beat Tschümperlin und dem Rigi-Speaker Hugo Abegg. Ebenfalls schon in Rotkreuz im Einsatz ist Harry Knüsels «Königshaus».


Das rund 30-köpfige OK vom Schwingclub Cham-Ennetsee mit Rischer Unterstützung

Drei Tage Festbetrieb auf dem Sportpark
Schon am Freitag lädt das 30-köpfige Organisationskomitee zum volkstümlichen Abend mit Barbetrieb und Bankett. «Nebst diversen Siegern von vergangenen Ausgaben des Zuger Kantonalen wird auch der OK-Präsident des ESAF, Regierungsrat Heinz Tännler, anwesend sein», verrät Peter Hausherr, OK-Präsident und Gemeindepräsident von Risch-Rotkreuz. Für musikalische Höhepunkte sorgen am Freitag die «Swinging Boys», durch den Abend führt Musikwelle-Moderator Beat Tschümperlin.
Am Samstagnachmittag ist das Festgelände ausserdem fest in den Händen der Holzsport- Freunde. Um weiter in Schwung zu bleiben, hat das «Königshaus» auch am Samstagabend geöffnet, bevor dann am Sonntag um 06.00 Uhr die Kassen für das Jubiläums-Schwingfest geöffnet werden. Der Eintritt am Freitag und Samstag ist frei.

Der Vorverkauf ist eröffnet
Ab sofort können auf der Website www.zksf.ch die begehrten Tickets für das Zuger Kantonal- Schwingfest erworben werden. Tribünen-Tageskarten gibt es für 25 Franken, weitere Tickets sind bereits ab 12 Franken erhältlich. Bestellungen für Bankettkarten und Tischreservationen für den Freitagabend können via tickets@zksf.ch getätigt werden.

feldwaldwiesenblogger

Patrick Gobeli – Eine grosse Nachwuchshoffnung der Berner

Text: feldwaldwiesenblogger

Patrick Gobeli stammt aus Matten (St. Stephan), wohnt nun in Diemtigen und gilt als eine der grössten Nachwuchshoffnungen der Berner. Er wird am 19. Februar 21 Jahre jung und absolvierte eine Berufsausbildung zum Zimmermann. Patrick arbeitet derzeit bei der Firma Oppliger Holzbau AG in Spiez auf seinem erlernten Beruf.
Nebst dem Schwingsport fährt der Sennenschwinger aus Ausgleich im Winter Ski und im Sommer Velo. «Nebst der Arbeit und dem Training bleibt für viel mehr keine Zeit übrig», meint der Diemtiger.

Patrick weist mit seinen 178 Zentimeter Grösse und einem Gewicht von 106 Kilogramm gute Masse für den Schwingsport auf. Die Schwingergene wurden ihm väterlicher- und mütterlicherseits in die Wiege gelegt. Sein Vater war Jungschwinger und ein Onkel mütterlicherseits ist Teilverbandskranzer.
Zum Schwingsport kam der Berner durch seinen fünf Jahre älteren Bruder, welcher ihn kurzerhand zu einem Training mitnahm. Als Siebenjähriger absolvierte er erstmals ein Schwingtraining vom Schwingklub Lenk und Umgebung, und trainiert nun seither regelmässig.


Bei Patrick fallen sowohl beim Schwingen wie auch bei der Arbeit die Späne
Bild: Jungfrau Zeitung

Erfolge als Jungschwinger
Patrick feierte bereits als Jungschwinger tolle Erfolge, gewann um die 15 Schwingfeste und brachte etwa 125 Zweige nach Hause. Dazu gehören vier Siege bei Gauverbandsfesten, zweite und dritte Plätze beim Bernisch Kantonalen und der Doppelzweig beim Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag (ENST) 2015 in Aarburg.
Nach dem vierten Jahr bei den Aktiven hat der junge Sportler bereits neun Kränze auf seinem Konto. 2015 feierte Patrick beim Emmentalischen in Langnau Premiere.

2018 sechs Kränze herausgeschwungen – eine tolle Bilanz
Der mittlerweile neunfache Kranzschwinger ist mit der Bilanz von 2018 dementsprechend sehr zufrieden. Nebst vier Gau-Kränzen gewann der Zimmermann auf dem Schwarzsee den ersten Bergkranz und sicherte sich beim Bernisch Kantonalen den ersten Teilverbandskranz. Auf dem Brünig lag er in der Endabrechnung um einen Viertelpunkt hinter dem begehrten Kranz. Patrick ergänzt: «Schade, dass ich im fünften Gang im ersten Zug gegen Tobias Widmer verlor. Der verpasste Brünigkranz ist das einzige, was die Bilanz ein wenig trübt.»
Die Teilnahme beim Eidgenössischen in Zug ist nicht nur im Hinterkopf. Wie der 178 zentimetergrosse Athlet erklärt, möchte er dort schon etwas reissen. Denn er nahm 2016 bereits einmal an einem ESAF teil.

Der Trainingsaufwand
Momentan stehen wöchentlich drei Schwingtrainings, eine Konditionseinheit und ein Krafttraining auf dem Programm. Bei Berner Kaderzusammenzügen ist der Sennenschwinger ebenfalls dabei. Diese finden jeden zweiten Freitag statt. Patrick trainiert hauptsächlich mit dem Schwingklub Lenk und Umgebung. Weiter gehört er einer Trainingsgruppe im Berner Oberland an, welche aus acht jungen Schwingern besteht. Zudem fährt Patrick ab und zu ins Kandertal zum Training.


Patrick’s Freude nach seinem ersten Kranzgewinn
Bild: Schwingklub Lenk und Umgebung

2018 ist der berühmte Knopf so richtig geplatzt. Auf was führt Patrick das zurück?
«Ja, der Knopf ist mir so richtig aufgegangen. Fortschritte beim Schwingen habe ich nicht unbedingt gemacht. Mental konnte ich aber einen Zacken zulegen», erläutert der trainingsfleissige Schwinger. 2018 kam er dabei in einen richtig schönen Lauf. Patrick sagt, dass er nicht auf die Dienste eines Mentaltrainiers zurückgreift: «Man kann auf diesem Gebiet viel selber machen.»

Welche Schwinger sind seine Vorbilder?
«Matthias Glarner ist seit eh und je mein Vorbild. Es ist nicht unbedingt die Schwingweise, sondern der Mensch Glarner, welcher ihn zu einem Vorbild machen», schwärmt Patrick. Der 106-Kilogramm-Mann hat jeweils dienstags beim Oberländer Training die Möglichkeit, mit dem Schwingerkönig zu trainieren. Patrick weiter: «Matthias ist sehr zugänglich für Fragen aus den verschiedensten Bereichen, von Trainingsmethodik bis hin zum Sponsoring. Sein Sportwissenschafts-Studium hat ihn zu einem richtigen Fachmann gemacht. Man kann bei Fragen jederzeit zu ihm, er steht jedem mit Rat und Tat zur Seite.»

Welches sind die bevorzugten Schwünge?
Patrick erklärt: «Der Kurz und der innere Haken sind meine Paraden-Schwünge. Letztes Jahr habe ich angefangen, aufs Kreuz zu gehen. Links wie rechts, und ich versuche dabei auch Hakenschwünge anzuwenden. Ähnlich wie es der Oberländer Kollege Curdin Orlik praktiziert.»

Welches waren seine bisher schönsten Erfolge?
Patrick erwähnt das Eidgenössische 2016 in Estavayer, wo er acht Gänge bestreiten konnte, und führt weiter aus: «Sicher aber das letzte Jahr, welches mit dem Sieg beim Frühjahrsschwinget Cham sehr gut anfing. Zu meinen schönsten Erfolgen gehören dabei der Schwarzsee-Kranz und der Bernisch Kantonalkranz. Diesen konnte ich mit einem starken Notenblatt gewinnen. Das sind Erfolge, auf die ich bauen kann.»


Beim Bernisch Kantonalen 2018 in Utzenstorf sicherte sich Patrick seinen ersten Teilverbandskranz
Bild: Jungfrau Zeitung

Von was träumt ein junger Schwinger?
Patrick meint bescheiden: «Ohne Verletzungen schwingen können und dabei das Bestmögliche herausholen.» Der Eidgenössische Kranz ist nicht ein primäres Ziel, das sei die Gesundheit. Der Berner Oberländer möchte einfach sein Möglichstes geben.
Sechs Kränze in der letztjährigen Saison deuten auf viel Potenzial hin. Dass dabei dereinst noch mehr herausschauen kann, für das muss man kein Prophet sein.

feldwaldwiesenblogger

Morgen Sonntag tagen in Ennenda die Nordostschweizer Schwinger

Text: Jakob Heer und feldwaldwiesenblogger

Morgen Sonntag tagt das Nordostschweizer Schwingerparlament im Glarnerland. Erwartet werden bei der Delegiertenversammlung (DV) in Ennenda rund 300 Delegierte und Gäste der sieben Kantone aus dem Verbandsgebiet. Organisiert wird der Anlass vom OK Bergschwinget Klöntal.


Die letztjährige NOS-DV fand in Beringen SH statt
Bild: Werner Schaerer

Die Verbandsgründung erfolgte 1893
Anno 1893, noch zwei Jahre vor der Gründung des Eidgenössischen Schwingerverbandes, wurde der Nordostschweizer Schwingerverband (NOSV) aus der Taufe gehoben. Die Verbandsgründung erfolgte am 26. Februar 1893 im Restaurant zum «Weissen Wind» an der Oberdorfstrasse in Zürich. Zum NOSV gehören die Kantone Appenzell, Graubünden, Glarus, Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau und Zürich.
Der Glarner Schwingerverband wurde 1904 gegründet. 1912 erfolgte der Beitritt in den NOS-Verband. Vor der Gründung des Nordwestschweizerischen Schwingerverbandes (1896) gehörten auch die Kantone Aargau und Basel zum Einzugsgebiet.
In all den Jahren hat sich der Verband nach zähen Anfangszeiten prächtig entwickelt. Karl Thommen 1923 in Vevey, Walter Flach 1953 in Winterthur, Karl Meli 1961 in Zug und 1964 in Aarau, Arnold Ehrensberger 1977 in Basel, Ernst Schläpfer 1980 in St. Gallen und 1983 in Langenthal, Thomas Sutter 1995 in Chur, Jörg Abderhalden 1998 in Bern, 2004 in Luzern und 2007 in Aarau sowie Arnold Forrer 2001 in Nyon bescherten dem Verband 12mal die höchste Ehre, die es im Schwingsport zu gewinnen gibt, den Königstitel.

Glarner als Pioniere
Auch der Glarner Schwingerverband nahm stets eine aktive Rolle im Verband ein. So fand 1905 und 1921 zweimal das «Nordostschweizerische» in Glarus statt. 1905 fand das Schwingfest «auf Erlen» statt, als OK-Präsident amtete Fabrikant Kaspar Luchsinger-Trümpy. Nebst dem Schwingen gab es auch Disziplinen wie Weitsprung, Hochweitsprung, Steinstossen, Jodeln, Fahnenschwingen und Alphornblasen. Das Schwingfest gewann der Berner Christian Hostettler. Das zweite Fest fand 1921 auf dem Zeughausareal statt. OK-Präsident war Dr. Joachim Mercier, welcher 208 Wettkämpfer in Glarus begrüssen durfte. Am Abend wurden 16 Kränze abgeben, den Siegerkranz sicherte sich Gottlieb Salzmann (Schangnau/Winterthur).
1938 wurde in Herisau ein Antrag des Glarner Verbandes gutgeheissen. Dieser forderte, dass alle Kantone im NOS-Verband mit einem Mitglied im Vorstand vertreten sein sollen. Zuvor wurde der Vorstand hauptsächlich von den beiden «starken» Kantonen St. Gallen und Zürich diktiert. Erster Glarner Vertreter im NOS-Gremium war Stephan Buschauer aus Glarus.

Mitinitianten einer ausserordentlichen DV
Die einzige ausserordentliche DV, welche der Verband erlebte, war 1964 in Appenzell. Diese wurde durch die Kantone Glarus, Appenzell und St. Gallen mit folgendem Traktandum einberufen: «Begehren um Aufhebung des Vorstandsbeschlusses betreffend Sperre von zwei Spitzenschwingern.» Anlässlich des Frühjahresschwingets in Mels kam es zu Ungereimtheiten, worauf zwei Aktive gesperrt wurden. In der «Krone» in Appenzell wurde am 11. Juli, anlässlich der ausserordentlich einberufenen DV, die Sperre gegen die zwei Athleten aufgehoben. In dieser Zeit amtete mit Fritz Oswald (Glarus) auch ein Glarner als NOS-Präsident. Oswald, der zwischen 1962 und 1970 den Verband führte, war bis zum heutigen Zeitpunkt der einzige Glarner Vertreter an der Spitze des NOS-Verbandes.
1968 kam das Nordostschweizerische ein drittes Mal nach Glarus. Festsieger wurde mit 60 Punkten Karl Meli. Der Winterthurer revanchierte sich im Anschwingen bei Ruedi Hunsperger für die Schlussgangniederlage am Eidgenössischen 1966 in Frauenfeld. Schwingerkönig Hunsperger erlebte am Fusse des Glärnisch einer seiner schwärzesten Momente und verpasste gar den Ausstich.


Die diesjährige DV wird vom OK Bergschwinget Klöntal organisiert
Bild: Jakob Heer

Wechsel im Vorstand steht an
Erstmals seit 1991 kommt die NOS-Delegiertenversammlung wieder ins Verbandsgebiet des Schwingklubs Glarus-Mittelland. Damals vor 28 Jahren waren die beiden Kantonalen Ehrenmitglieder Melgg Laager (Glarus) und Felix Weber (Netstal) die Hauptverantwortlichen der DV, welche im «Schützenhaus» in Glarus über die Bühne ging.
Organisator der diesjährigen DV ist das OK des Bergschwingets Klöntal. Das aus einem bestimmten Grund: Innerhalb des NOS-Gremiums kommt es zu einem Wechsel des Glarner Vertreters. Das dienstälteste Vorstandsmitglied, Kassier Hansruedi Hauser, hat auf die DV hin seinen Rücktritt eingereicht. Hauser war nämlich von 2006 bis 2015 auch OK-Präsident des Klöntaler Bergschwingets.

feldwaldwiesenblogger

Werner Schlegel – Eine grosse Nachwuchshoffnung der Nordostschweizer

Text: feldwaldwiesenblogger

Werner Schlegel aus Hemberg im Toggenburg gilt als eine der grössten Nachwuchshoffnungen der Nordostschweizer. Er wird im kommenden Oktober 17 Jahre jung und absolviert derzeit eine Berufsausbildung bei der Mettler Holzbau GmbH in Schwellbrunn zum Zimmermann (1. Lehrjahr).
Nebst dem Schwingsport und der Berufslehre hilft der Sennenschwinger auf dem elterlichen Bauernhof mit. Werner besitzt bereits zwei eigene Kühe, eine davon gewann er letztes Jahr beim St. Galler Kantonalen, als er hervorragender Zweiter wurde. Die andere Kuh kaufte Werner als Kalb von seinem Vater ab. Weiter gehören dem von der Landwirtschaft angetanen Naturburschen einige Geissen und zwei Bienenvölker. Der Hemberger pflegt zudem das «Silvesterchlausen» in den beiden Ausserrhoder Gemeinden Schwellbrunn und Schönengrund. Gemäss Angabe auf der Homepage von Schwellbrunn ist das «Silvesterchlausen» ein alter Winterbrauch, der im Appenzeller Hinterland mit Hingabe gepflegt wird.

Werner weist mit seinen 187 Zentimeter Grösse und einem Gewicht von 105 Kilogramm bereits als 16-jähriger hervorragende Voraussetzungen für den Schwingsport auf. Die Schwingergene wurden ihm väterlicherseits in die Wiege gelegt. Sein Vater Ruedi hat ebenfalls geschwungen und gewann insgesamt fünf Kränze.
Zum Schwingsport kam der Toggenburger durch seinen Vater und seine beiden Brüder. Mit vier Jahren ging Werner erstmals zu einem Schnupper-Training beim Schwingklub Wattwil. Seit er fünfjährig ist, trainiert er nun regelmässig im Schwingkeller.


Werner Schlegel gewann beim St. Galler Kantonalen 2018 nicht nur seinen ersten Kranz, sondern gleich auch den ersten Lebendpreis
Bild: Lorenz Reifler

Erfolge als Jungschwinger
Werner feierte bereits als Jungschwinger schöne Erfolge, gewann um die 20 Schwingfeste und brachte etwa 40 Zweige nach Hause. Dazu zählen einige Kantonalfestsiege, drei Nordostschweizer Siege und der Doppelzweig beim Eidgenössichen Nachwuchsschwingertag (ENST) 2018 in Landquart.
Nach dem ersten Jahr bei den Aktiven hat der junge Sportler bereits einen Kranz auf seinem Konto. 2018 feierte Werner beim St. Galler Kantonalen in Tübach Premiere.

Bilanz der 2018er-Saison
Werner ist mit der Bilanz von 2018 sehr zufrieden und erwähnt dabei den ersten Kranzgewinn als erst Sechzehnjähriger. Beim St. Galler Kantonalschwingfest lief es wie erwähnt hervorragend. Man darf dabei sicher von einer Überraschung sprechen, nichtsdestotrotz deutet der zweite Platz auf viel Potenzial hin.
Weiter schauten gute Platzierungen raus. Beim Hallenschwinget Niederurnen und beim Toggenburger Herbstschwingfest lieferte der Zimmermann-Lehrling besonders gute Resultate ab.
Das Eidgenössische in Zug ist sicher irgendwo im Hinterkopf: «Eine Teilnahme wäre schön, ist aber momentan schwierig einzuschätzen», meint Werner. Beim Berchtold-Schwinget, dem ersten Schwingfest der neuen Saison, lief es noch nicht so optimal. Der Toggenburger hofft aber, dass er sich im Verlaufe der Saison steigern kann. Als nächstes steht der Lichtmess-Schwinget in Gais auf dem Programm.

Der Trainingsaufwand
Werner absolviert wöchentlich drei bis vier Schwingtrainings beim Schwingklub Wattwil, mit dem Toggenburger Schwingerverband in Wil und freitags in Schänis beim NOS-Training. Ab und zu legt der Hobby-Imker an einem Sonntagmorgen zusammen mit anderen Schwingern eine weitere Trainingseinheit im Schwingkeller ein.
In Werner’s Trainingsplanung sind nebst den Schwingtrainings momentan noch keine Kraft- und Konditionseinheiten vorgesehen.


St. Galler Kantonaler Nachwuchsschwingertag 2018 in Uznach: Werner Schlegel (oben) fällt Benjamin Nock
Bild: Jakob Heer

Kommen dieses Jahr weitere Kränze hinzu?
«Ich hoffe schon. Mein Ziel ist, ein oder zwei Kränze zu gewinnen», erklärt Werner. Ein definiertes Saisonziel hat der Nordostschweizer nicht.

Welche Schwinger sind seine Vorbilder?
Der junge Athlet erwähnt Jörg Abderhalden, Samuel Giger, Armon Orlik und Beat Wickli. Werner hat schon mit allen trainiert. Er versucht aber nicht unbedingt, diese vier Vorbilder zu kopieren. Stattdessen nimmt er sich vor, was ihm liegt zu verbessern und zu optimieren.

Welches sind die bevorzugten Schwünge?
Der Kurz und der Übersprung sind seine bevorzugten Schwünge, diese wendet er am meisten an. Die Bodenarbeit vernachlässigt Werner in keiner Weise und ergänzt, dass er öfters auch mit «Grittelen» und «Aufreissen» den Erfolg sucht. Der Hemberger versucht sich in allen Belangen zu verbessern und seine Technik zu verfeinern. Er arbeitet an der Ausführung der Standschwünge und an der Bodenarbeit

Welches waren seine bisher schönsten Erfolge?
Auf diese Frage angesprochen, erwähnt der 16-Jährige den ersten gewonnenen Kranz, weiter die drei Nordostschweizer Siege als Jungschwinger und den Doppelzweig beim ENST.
Gegen einen Eidgenossen resultierte letztes Jahr beim Nordostschweizer Schwingfest gar ein Gestellter. Werner fügt aber an: «Noch lieber gewinne ich gegen einen Teilverbandskranzer, als dass ich gegen einen Eidgenossen stelle.» 2018 besiegte der St. Galler im Übrigen gleich deren drei.


Werner holte sich 2018 beim ENST in Landquart den begehrten Doppelzweig
Bild: Pascal Schönenberger

Von was träumt ein junger Schwinger?
Werner meint dazu: «Irgendwann ein Sieg an einem Kranzfest und Eidgenosse zu werden. Das wäre schon ziemlich schön.»
Wenn die grosse Nordostschweizer Nachwuchshoffnung an seinem eingeschlagenen Weg festhält, ist dereinst durchaus beides möglich.

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Andreas Döbeli – Eine grosse Nachwuchshoffnung der Nordwestschweizer

Text: feldwaldwiesenblogger / Bilder: Andreas Döbeli

Andreas Döbeli aus Sarmenstorf AG gilt als eine der grössten Nachwuchshoffnungen der Nordwestschweizer. Er wird dieses Jahr 21 Jahre jung und absolvierte bereits zwei Berufsausbildungen, nämlich zum Kaufmann und zum Geflügelfachmann. Andreas arbeitet derzeit Teilzeit bei der Firma Animalco AG in Staufen und auf dem elterlichen Hof zu Hause.
Nebst dem Schwingsport fährt der Sennenschwinger aus Ausgleich im Winter Ski und im Sommer gibt es jeweils viel Arbeit auf dem Hof.

Andreas weist mit seinen 188 Zentimeter Grösse und einem Gewicht von 110 Kilogramm Idealmasse für den Schwingsport auf. Die Schwingergene wurden ihm väterlicher- und mütterlicherseits in die Wiege gelegt. Sein Vater hat geschwungen sowie ein Grossvater und ein Onkel.
Zum Schwingsport kam der Aargauer durch seinen Vater. Als Sechsjähriger ging er erstmals zum Training in den Schwingkeller vom Schwingklub Freiamt, und trainiert von da an regelmässig.


Andreas ist mittlerweile elffacher Kranzschwinger

Erfolge als Jungschwinger
Andreas feierte bereits als Jungschwinger tolle Erfolge, gewann um die 15 bis 20 Schwingfeste und brachte etwa 75 Zweige nach Hause. Dazu gehören sechs Kantonalfestsiege, ein Nordwestschweizer Sieg und der zweite Rang beim Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag (ENST) 2015 in Aarburg. In Aarburg stand der Aargauer bekanntlich mit Samuel Giger im Schlussgang.
Nach dem fünften Jahr bei den Aktiven hat der junge Sportler bereits elf Kränze auf seinem Konto. 2015 feierte Andreas beim Aargauer Kantonalen Premiere, letztes Jahr kamen gleich fünf Eichenlaub-Exemplare hinzu.

Mehrheitlich zufrieden mit 2018er Saison
Der elffache Kranzschwinger ist mit der Bilanz von 2018 mehrheitlich zufrieden, sagt aber auch, dass mit etwas Glück sogar acht Kränze drin gelegen wären. Auf dem Brünig lief es ihm nach eigenen Angaben nicht optimal, wo schlussendlich zwei gewonnene Gänge resultierten.
Andreas meint, dass er die gesetzten Ziele teils-teils erreicht hat. Ein Ziel, nämlich einen Teilverbandskranz zu gewinnen, habe er leider nicht erreicht. Beim Nordostschweizerischen, beim Nordwestschweizerischen und auf dem Weissenstein fehlte jeweils das berühmte Vierteli.
Die Teilnahme beim Eidgenössischen in Zug ist nicht nur im Hinterkopf, es ist für 2019 ein erklärtes Ziel des Jungtalentes.

Der Trainingsaufwand
Momentan stehen wöchentlich drei bis vier Schwingtrainings beim Schwingklub Freiamt, mit dem Nordwestscheizer Kader und beim Schwingklub Kirchberg auf dem Programm. Weiter absolviert Andreas zwei Athletiktrainings bei Tommy Herzog. Zudem finden alle zwei Wochen Kadertrainings mit den Nordwestscheizern statt.


Andreas (oben) im intensiven Zweikampf

Dieses Jahr kommt ein Berg- und oder Teilverbandskranz hinzu?
2017 und 2018 sammelte Andreas regelmässig Kantonalkränze. Für 2019 hofft er, dass beides, nämlich ein Berg- und ein Teilverbandskranz hinzukommen. Geplant sind Teilnahmen auf dem Weissenstein, auf dem Stoos und auf der Rigi. Nebst dem Nordwestschweizer Schwingfest kann der Sarmentstorfer noch ein weiteres Teilverbandsfest bestreiten. Welches dies sein wird ist momentan noch nicht klar.

Welche Schwinger sind seine Vorbilder?
Der 20-jährige erklärt, dass er eigentlich keine Vorbilder habe. Andreas schaut gern verschiedene Sachen bei Spitzenschwingern ab, welche er für sich verwenden kann. Da der gelernte Kauffmann regelmässig beim Schwingklub Kirchberg trainiert, ist Matthias Sempach aber schon zu einem Vorbild geworden. Der Schwingerkönig von 2013 ist dort Technischer Leiter und Andreas ist sehr angetan ob seiner Athletik.

Welches sind die bevorzugten Schwünge?
Der Kurz, Kurz-Lätz und innerer Haken sind seine bevorzugten Schwünge. «Ich möchte noch vielseitiger werden, an der Bodenarbeit und den Hakenschwüngen arbeiten. Man ist ständig dran, versucht verschiedene Kombinationen und ich möchte meine Technik weiter verfeinern», verrät der Freiämter Schwinger.

Welches waren seine bisher schönsten Erfolge?
Auf den dritten Rang beim Basellandschaftlichen 2018, bei welchem Andreas seinen ersten Lebendpreis gewann, ist er besonders stolz. Weiter gehört der zweite Rang beim ENST 2015 dazu. Der 188 Zentimeter grosse Schwinger erwähnt aber auch die bisherigen Siege gegen Eidgenossen. Diese bedeuten für ihn als besonders schöne Momente.


Stolz präsentiert die Nordwestschweizer Nachwuchshoffnung seinen ersten Lebendpreis

Von was träumt ein junger Schwinger?
Als Andreas frisch zu den Aktiven stiess, war dies ein Eidgenössischer Kranz. Inzwischen absolvierte der Sennenschwinger in Estavayer-le-Lac sein erstes Eidgenössisches, wo er acht Gänge schwingen konnte. Deshalb erklärt die Nordwestscheizer Nachwuchshoffnung, dass ein Eidgenössischer Kranz zu einem persönlichen Ziel geworden ist.

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Franz Wobmanns glänzender Sieg in Paris

Quelle: 50 Jahre Entlebucher Schwingerverband (1919 – 1969)

Im „Bild aus dem Schweizerischen Volksleben“ von Hans Nydegger findet man folgende interessante Geschichte vom bekannten Franz Wobmann, Schüpfheim, der von 1831 bis 1884 gelebt hat und wohl der gefürchteste Entlebucher Schwinger der damaligen Zeit war. Wobmann war in der Nähe von Paris auf einem Landgut in Stellung. Da vernahm er, dass auf dem Marsfeld zu Paris ein Athlet seine Bude aufgeschlagen hatte. Dieser rühmte sich als den stärksten Mann der Welt und nannte sich „Löwe von Barcelona“. Der „wilde Hämmel“, so nannte sich Franz Wobmann, entschloss sich, mit diesem Herkules einen Kampf auszufechten. Ganz Paris und eine weite Umgebung sei in Aufruhr gekommen, als durch Plakate bekannt wurde, dass ein Schweizer ab dem Landgut des Herrn Legrand mit dem Herkules der Marsfeldbude einen Ringkampf bestehen wolle. Franz habe sich auf den Zweikampf gut vorbereitet durch Üben unter der Instruktion eines Berner „Jäggel“, der auf dem gleichen Gut tätig war. Selbst der Gutsherr von Franz Wobmann war begeistert vom bevorstehenden Kampfe und versprach dem Entlebucher einen Extrapreis, falls er als Sieger die Arena verlasse. Aber auch der Budenbesitzer wurde nicht enttäuscht. Schon lange vor Beginn dieser Auseinandersetzung füllten sich die Sitzreihen mit Schaulustigen und bald war der letzte Platz ausverkauft.


Franz Wobmann war einer der gefürchtesten Entlebucher Schwinger der damaligen Zeit

Der Gegner von Wobmann nannte sich „Löwe von Barcelona“
Der „Löwe von Barcelona“ sei zuerst allein vor das Publikum getreten und habe als Einleitung einige Kraftstücke vorgeführt. Doch die Zuschauer hätten daran kein Interesse gezeigt und stürmisch den Beginn des Ringkampfes verlangt. Dann habe sich der Herkules in die Bude zurückgezogen, um sich bereit zu machen. Auch Franz Wobmann wurde das Zeichen gegeben, dass es nun soweit sei. Nicht ohne etwas Herzklopfen sei er dann in den Ring gestiegen, denn sein Kampfpartner habe gar unheimlich ausgesehen. Nichts habe er am Leibe gehabt als eine enganliegende Hose aus rotem Zwilch. Sonst sei er splitternackt gewesen und habe geglänzt wie ein frischlackierter Kleiderschrank. Er hatte sich nämlich am ganzen Leib mit Öl eingeschmiert. Wobmann habe sich dann ebenfalls bis auf das Hemd und die Hose ausgezogen, die Hemdärmel aufgestülpt, wie man das beim Schwingen heute noch tut, und vom Wein, den er aus der Hand des Kampfrichters erhalten habe, nur die Hälfte getrunken und die andere Hälfte nach Schwingerart über seine Arme gegossen und mit den Händen eingerieben. Dann mussten sie drei Schritte auseinander und so das Kommando zum Angriff abwarten.

Mit Nachtbubentrick zum ersten Sieg
Als das „Los“ ertönte, habe der Berner „Jäggel“ dem Entlebucher zugerufen: „Wahre deinen rechten Arm!“ Wie eine Katze habe sich der Herkules gegen den Boden geduckt und Wobmann umkreist und sei immer näher auf ihn zugerückt. Wobmann habe aber alle Bewegungen des Spaniers genau im Auge behalten und ihm immer wieder die linke Seite zugekehrt. Plötzlich sei der Spanier emporgeschnellt und habe wie ein Tier einen Sprung auf Wobmann gemacht. Franz habe sich aber nicht überrumpeln lassen und ebenfalls einen Sprung nach rückwärts getan. So sei der Angreifer an ihm vorbeigeschossen wie eine Bombe. Aber sofort habe der Spanier kehrt gemacht und zum zweiten Sprung angesetzt. Doch Wobmann habe die Situation im rechten Moment erfasst und sei ihm mit dem Kopf in die Bauchgegend geschossen, und im gleichen Augenblick habe er ihm mit beiden Armen die Kniegelenke umklammert. Dieser Nachtbubentrick sei ihm vollkommen gelungen, denn mit einem ächzenden „Higg“ habe er den Menschenkoloss auf den Rücken gedonnert, dass fast der Boden gezittert habe. Stürmischer Beifall quittierte diese Prachtsleistung des Entlebuchers. Der Meister von Franz Wobmann sei in die Arena gestiegen und habe einen fast klafterhohen Freudensprung gemacht, dem Entlebucher auf die Schulter geklopft und gesagt, dass er ihm 1000 Franken extra gebe, wenn er noch einmal Sieger werde.

Mit Beinstellen und Aufreissen zum zweiten Sieg
Das zweite Mal sei es nicht mehr so leicht gegangen. Der „Löwe von Barcelona“ sei über diese Niederlage furchtbar zornig gewesen und wollte unter allen Umständen den Sieg diesmal an seine Fahne heften. Deshalb habe er eine andere Taktik eingeschlagen und sei nicht mehr mit Gewalt auf den „wilden Hämmel“ losgegangen. Vielmehr wäre ihm bald sein Kunstgriff geglückt. Dieser bestand darin, den Gegner mit beiden Händen am rechten Arm zu packen, um sich blitzschnell ringsherum zu drehen und diesen nach einigen Schwingungen über seine eigene Schulter kopfüber auf den Rücken zu werfen. Auf allen Schwingplätzen ist dieser Schwung, weil viel zu gefährlich, streng verboten. Dem Herkules sei es in der zweiten Begegnung wirklich gelungen, die rechte Hand Wobmanns zu erwischen. Dem Schüpfheimer sei es vorgekommen, als befände er sich in einem Schraubstock, und schon habe er sich im Kreise gedreht. Der Entlebucher, seiner Niederlage in dieser Situation voll bewusst, gab dem Herkules einen Schlag in das Ellenbogengelenk und tat einen kräftigen Ruck mit dem eingeklemmten Arm und konnte sich so im letzten Moment vor der sichern Niederlage befreien. Franz habe dem Spanier schnell das Bein gestellt und ihn so in Bauchlage befördert. In dieser Stellung habe er seinen Gegner an den kurzen Höschen aufgerissen und ihn kopfüber auf den Rücken geworfen.

Vor Freude zu einem Entlebucher Jodel angestimmt
Nun hatte er zum zweiten Male gesiegt. Sein Widersacher habe ihm die Hand gereicht und nach Schwingerart zum Siege gratuliert. Er sei umzingelt worden wie ein Hirte, der seinen Schafen zu lecken gibt. Der Herr habe ihm die tausend Franken gegeben und andere Herren aus Paris wollten nicht nachstehen. Schnell wurde eine Sammlung veranstaltet und in der Zeit einer Viertelstunde sei er in den Besitz von rund fünftausend Franken gekommen. Darauf habe Wobmann seiner Freude nicht mehr widerstehen können und habe einen richtigen Entlebucher Jodel angestimmt. Zwar habe es auf dem Marsfeld nicht widerhallt wie in den heimatlichen Bergen, aber den Zuhörern sehr gefallen.

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