Werner Schlegel – Eine grosse Nachwuchshoffnung der Nordostschweizer

Text: feldwaldwiesenblogger

Werner Schlegel aus Hemberg im Toggenburg gilt als eine der grössten Nachwuchshoffnungen der Nordostschweizer. Er wird im kommenden Oktober 17 Jahre jung und absolviert derzeit eine Berufsausbildung bei der Mettler Holzbau GmbH in Schwellbrunn zum Zimmermann (1. Lehrjahr).
Nebst dem Schwingsport und der Berufslehre hilft der Sennenschwinger auf dem elterlichen Bauernhof mit. Werner besitzt bereits zwei eigene Kühe, eine davon gewann er letztes Jahr beim St. Galler Kantonalen, als er hervorragender Zweiter wurde. Die andere Kuh kaufte Werner als Kalb von seinem Vater ab. Weiter gehören dem von der Landwirtschaft angetanen Naturburschen einige Geissen und zwei Bienenvölker. Der Hemberger pflegt zudem das «Silvesterchlausen» in den beiden Ausserrhoder Gemeinden Schwellbrunn und Schönengrund. Gemäss Angabe auf der Homepage von Schwellbrunn ist das «Silvesterchlausen» ein alter Winterbrauch, der im Appenzeller Hinterland mit Hingabe gepflegt wird.

Werner weist mit seinen 187 Zentimeter Grösse und einem Gewicht von 105 Kilogramm bereits als 16-jähriger hervorragende Voraussetzungen für den Schwingsport auf. Die Schwingergene wurden ihm väterlicherseits in die Wiege gelegt. Sein Vater Ruedi hat ebenfalls geschwungen und gewann insgesamt fünf Kränze.
Zum Schwingsport kam der Toggenburger durch seinen Vater und seine beiden Brüder. Mit vier Jahren ging Werner erstmals zu einem Schnupper-Training beim Schwingklub Wattwil. Seit er fünfjährig ist, trainiert er nun regelmässig im Schwingkeller.


Werner Schlegel gewann beim St. Galler Kantonalen 2018 nicht nur seinen ersten Kranz, sondern gleich auch den ersten Lebendpreis
Bild: Lorenz Reifler

Erfolge als Jungschwinger
Werner feierte bereits als Jungschwinger schöne Erfolge, gewann um die 20 Schwingfeste und brachte etwa 40 Zweige nach Hause. Dazu zählen einige Kantonalfestsiege, drei Nordostschweizer Siege und der Doppelzweig beim Eidgenössichen Nachwuchsschwingertag (ENST) 2018 in Landquart.
Nach dem ersten Jahr bei den Aktiven hat der junge Sportler bereits einen Kranz auf seinem Konto. 2018 feierte Werner beim St. Galler Kantonalen in Tübach Premiere.

Bilanz der 2018er-Saison
Werner ist mit der Bilanz von 2018 sehr zufrieden und erwähnt dabei den ersten Kranzgewinn als erst Sechzehnjähriger. Beim St. Galler Kantonalschwingfest lief es wie erwähnt hervorragend. Man darf dabei sicher von einer Überraschung sprechen, nichtsdestotrotz deutet der zweite Platz auf viel Potenzial hin.
Weiter schauten gute Platzierungen raus. Beim Hallenschwinget Niederurnen und beim Toggenburger Herbstschwingfest lieferte der Zimmermann-Lehrling besonders gute Resultate ab.
Das Eidgenössische in Zug ist sicher irgendwo im Hinterkopf: «Eine Teilnahme wäre schön, ist aber momentan schwierig einzuschätzen», meint Werner. Beim Berchtold-Schwinget, dem ersten Schwingfest der neuen Saison, lief es noch nicht so optimal. Der Toggenburger hofft aber, dass er sich im Verlaufe der Saison steigern kann. Als nächstes steht der Lichtmess-Schwinget in Gais auf dem Programm.

Der Trainingsaufwand
Werner absolviert wöchentlich drei bis vier Schwingtrainings beim Schwingklub Wattwil, mit dem Toggenburger Schwingerverband in Wil und freitags in Schänis beim NOS-Training. Ab und zu legt der Hobby-Imker an einem Sonntagmorgen zusammen mit anderen Schwingern eine weitere Trainingseinheit im Schwingkeller ein.
In Werner’s Trainingsplanung sind nebst den Schwingtrainings momentan noch keine Kraft- und Konditionseinheiten vorgesehen.


St. Galler Kantonaler Nachwuchsschwingertag 2018 in Uznach: Werner Schlegel (oben) fällt Benjamin Nock
Bild: Jakob Heer

Kommen dieses Jahr weitere Kränze hinzu?
«Ich hoffe schon. Mein Ziel ist, ein oder zwei Kränze zu gewinnen», erklärt Werner. Ein definiertes Saisonziel hat der Nordostschweizer nicht.

Welche Schwinger sind seine Vorbilder?
Der junge Athlet erwähnt Jörg Abderhalden, Samuel Giger, Armon Orlik und Beat Wickli. Werner hat schon mit allen trainiert. Er versucht aber nicht unbedingt, diese vier Vorbilder zu kopieren. Stattdessen nimmt er sich vor, was ihm liegt zu verbessern und zu optimieren.

Welches sind die bevorzugten Schwünge?
Der Kurz und der Übersprung sind seine bevorzugten Schwünge, diese wendet er am meisten an. Die Bodenarbeit vernachlässigt Werner in keiner Weise und ergänzt, dass er öfters auch mit «Grittelen» und «Aufreissen» den Erfolg sucht. Der Hemberger versucht sich in allen Belangen zu verbessern und seine Technik zu verfeinern. Er arbeitet an der Ausführung der Standschwünge und an der Bodenarbeit

Welches waren seine bisher schönsten Erfolge?
Auf diese Frage angesprochen, erwähnt der 16-Jährige den ersten gewonnenen Kranz, weiter die drei Nordostschweizer Siege als Jungschwinger und den Doppelzweig beim ENST.
Gegen einen Eidgenossen resultierte letztes Jahr beim Nordostschweizer Schwingfest gar ein Gestellter. Werner fügt aber an: «Noch lieber gewinne ich gegen einen Teilverbandskranzer, als dass ich gegen einen Eidgenossen stelle.» 2018 besiegte der St. Galler im Übrigen gleich deren drei.


Werner holte sich 2018 beim ENST in Landquart den begehrten Doppelzweig
Bild: Pascal Schönenberger

Von was träumt ein junger Schwinger?
Werner meint dazu: «Irgendwann ein Sieg an einem Kranzfest und Eidgenosse zu werden. Das wäre schon ziemlich schön.»
Wenn die grosse Nordostschweizer Nachwuchshoffnung an seinem eingeschlagenen Weg festhält, ist dereinst durchaus beides möglich.

feldwaldwiesenblogger

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