Nachgefragt bei Joel Strebel, dem diese Saison stark auftrumpfenden Aargauer

Text: feldwaldwiesenblogger / Bilder: Joel Strebel

Heute lasse ich mit Joel Strebel wieder einmal einen Schlussgang-Verlierer zu Wort kommen. Der Freiämter stand sowohl am vergangenen Sonntag am Aargauer Kantonalschwingfest in Zofingen, wie auch am Auffahrtstag am Baselstädtischen Schwingertag im Schlussgang. Joel hat zwar beide Endausmarchungen verloren, forderte aber jedes Mal seinem Kontrahenten alles ab. Schlussendlich brauchte es von Joel Wicki und Nick Alpiger eine herausragende Leistung, um den Sieg davonzutragen.
Heute führte ich mit dem diese Saison bisher stark auftrumpfenden Aargauer ein interessantes Gespräch und wollte von ihm unter anderem wissen, wie er die beiden Schlussgänge erlebte, und was die Gründe für seine glänzende Form sein könnten.


Joel Strebel durfte sich nach dem Aargauer Kantonalen verdient den Kranz aufsetzen lassen

113. Aargauer Kantonalschwingfest in Zofingen
Sieger des ersten Kranzfestes in der Nordwestschweiz wurde Joel Wicki. Der Entlebucher bezwang im Schlussgang, wie bereits erwähnt, Joel Strebel nach genau sechs Minuten mit Wyberhaken und vervollständigen am Boden. 3’450 Zuschauer fanden bei angenehmem Frühlingswetter den Weg nach Zofingen. Der Rahmen des diesjährigen Aargauer Kantonalen war aussergewöhnlich: Mitten in der Altstadt, auf dem Niklaus-Thut-Platz, massen sich 150 Schwinger.
Das Organisationskomitee unter der bewährten Leitung von Dominik Gresch scheute keinen Aufwand und führte ein stimmungsvolles Schwingfest durch. Am Schluss sprach auch Festsieger Joel Wicki von einem «genialen, und emotionalen Fest vor einer speziellen Kulisse».

100. Baselstädtischer Schwingertag
Nick Alpiger zeigte eine souveräne Leistung und gewann verdient den Jubiläumsanlass. Im Schlussgang standen sich mit Alpiger und Joel Strebel zwei Trainingskameraden gegenüber. Aus diesem Grund gestaltete sich der Gang zu Beginn eher taktisch. Mit zunehmender Kampfdauer kamen die beiden Finalisten immer besser in Fahrt. Wegen Nasenbluten von Joel musste der Gang immer wieder unterbrochen werden. Nach etwas mehr als sieben Minuten gelang Nick Alpiger mit einem energischen Übersprung der entscheidende Plattwurf.
5’000 Zuschauer und 140 Schwinger fanden bei schönstem Wetter den Weg in die Sandgrube. Der Schwingerverband Basel-Stadt und der ebenfalls jubilierende Fussballclub BCO-Allemannia (100-jähriges Bestehen) organisierten gemeinsam ein wunderbares Fest bei besten Bedingungen.

Joel Strebel stand erstmals bei einem Kranzfest im Schlussgang
Der Sennenschwinger stand beim Aargauer Kantonalen zum ersten Mal überhaupt in einem Kranzfest-Schlussgang. Beide Male erreichte er mit einer starken Leistung den Endkampf. In Zofingen resultierten fünf Siege und eine Niederlage, in Basel fanden sich vier gewonnene Gänge, ein Gestellter und die Schlussgangniederlage auf dem Notenblatt.
Joel’s Geburtsdatum ist der 25. März 1997. Der 22-Jährige wohnt in Aristau AG, ist ledig und weist mit seiner Grösse (192 Zentimeter) und seinem Gewicht (113 Kilogramm) Idealmasse für den Schwingsport auf. Der Aargauer ist gelernter Landmaschinenmechaniker und arbeitet derzeit als Gartenbauer im Betrieb seines Vaters. Zu seinen Hobbys zählt er nebst dem Schwingen die Mithilfe auf dem elterlichen Bauernbetrieb und seine Kollegen.
Joel ist Mitglied beim Schwingklub Freiamt und hat insgesamt 10 Kränze herausgeschwungen. In der laufenden Saison kamen die beiden Kantonalkränze hinzu. Zu seinen bisher grössten Erfolgen zählt der Freiämter unter anderem die beiden Nordwestschweizer Teilverbandskränze, die Siege am Guggibad-Schwinget 2018 und am Frühjahrsschwinget Oberhallau 2018. Nebst den beiden Schlussgängen in Zofingen und Basel stand Joel dieses Jahr auch am Hallenschwinget Brunegg im Schlussgang. Dort zog er ebenfalls gegen Nick Alpiger den Kürzeren.
Der Modelathlet schwingt seit 2004 und benennt als schwingerisches Vorbild den siebenfachen Schwyzer Eidgenossen Martin Grab.


Der Sieg über Erich Fankhauser beim Aargauer Kantonalen war ein Schlüsselgang

Herzliche Gratulation zum Erreichen der beiden Schlussgänge! Was ging dir hinterher durch den Kopf?
«Am Aargauer Kantonalen rechnete ich nicht mit dem Schlussgang. Ich fühlte mich während dem Schwingfest gut. Nach der Niederlage gegen Joel Wicki war ich schon enttäuscht. Dennoch bin ich zufrieden, dass es nach der Verletzungspause von letztem Jahr so gut läuft. In Basel habe ich gut geschwungen. Nach dem verlorenen Schlussgang war die Enttäuschung gross. Wenn man im Schlussgang steht, will man natürlich gewinnen. Trotzdem bin ich mit dem Erreichten sehr zufrieden.»

Würdest du heute mit einer anderen Taktik die beiden Schlussgänge in Angriff nehmen?
«Nein. Gegen Joel Wicki war es schwierig, denn ich habe sieben Jahre nicht mehr gegen ihn geschwungen. Auf’s Gut zieht er, aber auch ich. Ich bin erstaunt, dass der Schlussgang so lange ging. Schlussendlich erwischte er mich etwas überraschend mit einem Wyberhaken.
Gegen Nick Alpiger habe ich diesen Frühling schon am Hallenschwinget Brunegg verloren. Er steht jeweils tief. Ich versuchte zu kontern, sobald er seine Deckung öffnet. Schlussendlich ging’s für mich nicht auf. Beide Schlussganggegner haben souverän gewonnen.»

Du hast beide Male souverän die Endausmarchung erreicht. Welche Gänge waren für dich sogenannte «Schlüsselgänge»?
«Am Aargauer waren die Siege gegen Erich Fankhauser (erster Gang) und im fünften Gang gegen Michael Bächli entscheidend. Gegen Bächli ist es jeweils äusserst schwierig zu gewinnen.
In Basel war der erste Gang gegen Daniel Bösch ein Schlüsselgang. Ich traf zum ersten Mal auf den St. Galler. Ich habe ihn zwar im ersten Zug hochgebracht. Daniel ist es sich aber gewöhnt gegen Topcracks wie Giger und Co. zu schwingen. Ich riskierte in der Folge nicht mehr allzu viel und konnte mit dem achtfachen St. Galler Kantonalfestsieger stellen.»

Was für ein persönliches Fazit ziehst du vom Aargauer Kantonalen und vom Baselstädtischen Schwingertag?
«Im Nachhinein ist es ein super Gefühl. Früher war ich vor solchen Anlässen extrem nervös und kam beispielsweise nach einem gescheiterten Angriffsversuch ins Schleudern. Im Winter habe ich daran gearbeitet und bin nun ruhiger geworden. Ich bin sehr zufrieden, dass es so gut lief.»

Deine bisherige Saisonbilanz sieht hervorragend aus. Wie kommt das?
«Ich habe viel trainiert. Nebst den Klub-, Kantonal- und Teilverbandstrainings habe ich auch mit den Einsiedler Schwingern (unter anderem Christian Schuler) oder auch Pirmin Reichmuth trainiert. Das waren harte Trainings. Ich habe zudem fast komplett auf den Ausgang verzichtet und mich aufs Schwingen fokussiert. Ich habe den Trainingsaufwand gesteigert und zusätzliche Kraft- und Konditionstrainings eingebaut.»


Glücklich auf dem Weg zum Kranz-Empfang in Basel

Du hast deinen ersten Kranz 2013 beim Aargauer Kantonalschwingfest in Möhlin gewonnen. Von 2014 und 2018 resultieren keine Kränze. Warst du in jenen Jahren verletzt?
«2014 hatte ich eine Handverletzung und bestritt nur wenige Kranzfeste, bei welchen ich keinen Kranz gewinnen konnte. 2018 zog ich mir am Zürcher Kantonalen eine Schulterverletzung zu, und musste die Saison schon früh beenden.»

Du bist hervorragend in die 2019er-Saison gestartet. Der erste Kranzfestsieg ist eine Frage der Zeit?
Joel lacht. «Es läuft natürlich nicht immer so gut. Aber nach zwei erreichten Schlussgängen ist ein Kranzfestsieg schon ein Ziel. Das primäre Ziel ist und bleibt aber der Kranzgewinn. Irgendwann wird es schon klappen.»

Wie sieht dein gegenwärtiges Trainingsprogramm aus?
«Ich absolviere pro Woche zwei bis drei Schwingtrainings und zwei Kraft-/Konditionseinheiten.»

Der erste eidgenössische Kranz ist ein reales Ziel. Wie gross ist das ESAF in Zug schon ein Thema?
«Eigentlich noch nicht gross. Ich wollte diese beiden Kränze gewinnen, um mich zu qualifizieren. Über diesen Riesenanlass wird so viel gesprochen. Es kann bis dahin aber noch einiges passieren. Das wichtigste ist, dass man gesund bleibt.»

Welches sind deine nächsten Wettkämpfe?
«Ich starte am Pfingstmontag auf dem Stoos und am Sonntag darauf steht das Solothurner Kantonale auf dem Programm. Am Nordostschweizer Schwingfest in Hallau bin ich Gast. Weiter werde ich bei den Bergfesten auf der Rigi und auf dem Weissenstein antreten.»

feldwaldwiesenblogger

Das Innerschweizerische live am Fernsehen verfolgen

Schweizer Radio und Fernsehen sowie das Zentralschweizer Fernsehen Tele 1 übertragen das Innerschweizer Schwing- und Älplerfest am 7. Juli live aus Flüelen.

Text: Elias Bricker, Medienchef ISAF 2019 / Bearbeitung: feldwaldwiesenblogger

Das «Innerschweizerische» gilt als eines der wichtigsten Kräftemessen vor dem «Eidgenössischen» Ende August in Zug. Beim 113. Innerschweizer Schwing- und Älplerfest, welches am 7. Juli 2019 in Flüelen im Kanton Uri stattfindet, werden neben den 194 besten Schwingern der Innerschweiz auch acht hochkarätige Gäste aus den übrigen Teilverbänden zusammengreifen. Pirmin Reichmuth, Joel Wicki, Nick Alpiger sowie die Gebrüder Armon und Curdin Orlik werden für Hochspannung sorgen.

Schwingerkönig Sempach kommentiert
Schweizer Radio und Fernsehen, offizieller Radio- und Fernsehpartner des Eidgenössischen Schwingerverbands (ESV), überträgt das ganze Schwingfest als Livestream auf srf.ch/sport und in der SRF Sport App. Die Übertragung auf den SRF-Onlineplattformen beginnt mit dem Anschwingen und endet nach dem Schlussgang. Der Schlussgang wird voraussichtlich auch live im Fernsehen zu sehen sein. Dabei gibt Matthias Sempach, Schwingerkönig von 2013, an der Seite von Stefan Hofmänner seinen Einstand als Kommentator.


Schwingerkönig Matthias Sempach wird künftig ausgewählte Schwingfeste als SRF-Experte begleiten
Bild: matthiassempach.ch

Das Zentralschweizer Fernsehen Tele 1 zeigt das ganze Schwingfest während über zehn Stunden live am Fernsehen. Tele 1 startet um 7.15 Uhr mit der Berichterstattung. Wie schon 2018 in Ruswil wird Moderatorin Fabienne Bamert von den ehemaligen Spitzenschwingern Ueli Banz und Philipp Laimbacher unterstützt. Sie liefern den ganzen Tag Einschätzungen und interessante Analysen. Thomas Erni bildet zusammen mit dem zurückgetretenen «Eidgenossen» Peter Imfeld das Kommentatoren-Team während den Gängen.

«Arena steht mitten in einmaliger Bergkulisse»
«Die Liveberichterstattungen bei SRF und Tele 1 ist beste Werbung für das Schwingen und den Kanton Uri», sagt Flavio Gisler, der als Mitglied des engeren OK für die Koordination der TV- und Radioübertragungen zuständig ist. «Ich freue mich auf wunderbare Fernsehbilder, denn in Flüelen steht die Arena mitten in einer einmaligen Bergkulisse und direkt am Urnersee – ein Schwingfest wie auf einer Postkarte.»
Neben den Fernsehsendern werden auch andere Medien live von Flüelen berichten – so mehrere Radiosender. Radio Central, das Schwinger-Radio der Zentralschweiz schlechthin, ist Medienpartner des Innerschweizer Schwing und Älplerfests 2019. Auch die beiden anderen Medienpartner des Anlasses, die Schwingerzeitung Schlussgang und die Urner Zeitung (Kopfblatt der Luzerner Zeitung), sowie weitere Medien werden über ihre Online-Kanäle die daheimgebliebenen Schwingerfans auf dem Laufenden halten.

Hinweis
Mehr Infos zum Fest gibt es unter www.isaf2019.ch

feldwaldwiesenblogger

Schwingerkönig-Barometer vom 11. Mai: «Reichmuth und Orlik in Front»

Text und Foto: feldwaldwiesenblogger

2013 «installierte» ich auf meinem Blog das «Schwingerkönig-Barometer». Damals ging’s um die Einschätzung vor dem ESAF in Burgdorf. Vor Estavayer liess ich es bleiben, diesmal aber reizt es mich wieder. Und so kam während der vergangenen Woche die Idee, wieder in losen Folgen ein «Schwingerkönig-Barometer» zu lancieren. Natürlich soll es nicht für bierernst genommen werden, denn es ist und bleibt eine rein subjektive Einschätzung. Und solche Einschätzungen können natürlich stets über den Haufen «geworfen» werden.

«Reichmuth und Orlik in Front»
Nach den Frühjahrschwingfesten und den ersten drei Kantonalschwingfesten kann man natürlich noch nicht allzu viel aussagen. Trotzdem wage ich mal eine erste Prognose. Die nachfolgend präsentierte Rangliste soll nicht eine mögliche Rangliste von Zug sein. Sondern die Reihenfolge der Wahrscheinlichkeit auf den Schwingerkönig-Titel.

1. Pirmin Reichmuth
2. Armon Orlik
3. Joel Wicki
4. Samuel Giger
5. Christian Stucki
6. Fabian Staudenmann
7. Kilian Wenger
8. Nick Alpiger
9. Matthias Aeschbacher
10. Michael Wiget


Pirmin Reichmuth führt das Schwingerkönig-Barometer vom 11. Mai an

Hinter Samuel Giger steht ein kleines Fragezeichen
Die ersten beiden Plätze erstaunen wohl niemanden. Wie Pirmin Reichmuth das Zuger Kantonale in absolut überzeugender Manier gewonnen hat, und schon bei den vorherigen Frühlingsfesten (fast) nichts anbrennen liess, lässt Stand heute keinen anderen Rang als die Eins zu.

Armon Orlik zeigte beim Thurgauer Kantonalen, dass mit ihm unbedingt gerechnet werden muss. Es ist aber nicht unmöglich, dem Bündner «Gestellte» anzuhängen, wie beispielsweise beim Rheintal-Oberländer Verbandsschwingfest. Dort fiel Armon nach zwei Gestellten aus der Entscheidung.

Joel Wicki ist in Form, das steht ausser Frage. Aber auch der Sörenberger kann mit gestellten Gängen gebremst werden. Allerdings habe ich die Vermutung, dass wärmere Temperaturen das Luzerner Kraftpaket dann schon in gehörigen Schwung bringen werden.

Hinter Samuel Giger steht für mich momentan ein kleines Fragezeichen. Mal gewinnt er absolut überzeugend, wie beim bereits erwähnten Rheintal-Oberländer Verbandsschwingfest. Beim Gibel-Schwinget in Bonstetten stellte der Thurgauer zweimal mit Pirmin Reichmuth und am Thurgauer Kantonalen lief es «Sämi» wohl nicht nach Wunsch. So wie man nun lesen konnte, ist der grossgewachsene Modellathlet angeschlagen und verzichtet auf den Zürcher Ehrentag. Im Jahr des Eidgenössischen lässt sich keiner in die Karten blicken, und so weiss man nicht, was genau «Sämi» hat…

Mit Christian Stucki muss jederzeit gerechnet werden. Morgen Sonntag steigt der Seeländer Hüne in die Kranzfestsaison, und wird dann wohl tüchtig Fahrt aufnehmen. Die von ihm besuchten und gewonnenen Frühjahrschwingfeste deuten auf einen starken Formstand hin. «Chrigul» hat nichts zu verlieren und seine Routine könnte am Ende noch ausschlaggebend sein…

Fabian Staudenmann wie einst Kilian Wenger?
Man will ja auch eine mögliche Überraschung präsentieren können. Und diese ist für mich momentan Fabian Staudenmann. Seine Resultate an den Frühjahrschwingfesten waren stark. Erst recht beeindruckend war das Notenblatt beim Freiburger Kantonalen. Der junge Berner bekam in meinen Augen die stärksten Gegner zugeteilt. Im Kampf um den Schlussgang-Einzug verlor er leider mit dem späteren Sieger Benjamin Gapany. Trotzdem: Man hat schon Stimmen gehört, dass Fabian einst unterwegs sein könnte wie der junge Kilian Wenger…

…und da wären wir beim angesprochenen Kilian Wenger. Der Berner Oberländer trat zwar diese Saison noch nicht gross in Erscheinung. Trotzdem stand er erst kürzlich beim Abendschwinget Frutigen zu Oberst und zeigte eine gute Leistung. Wie Stucki steigt auch Kilian morgen Sonntag beim Emmentalischen Schwingfest in die Kranzfestsaison. Dem Schwingerkönig von 2010 ist alleweil zuzutrauen, auch in Zug wieder um die Krone mitzuschwingen.

Ein «Eidgenössisches Märchen»?
Nick Alpiger ist die unbestrittene Nummer eins bei den Nordwestschweizern. Was der junge Sennenschwinger diesen Frühling bisher bot war schon beeindruckend. Überzeugende Siege am Hallenschwinget Brunegg und am Guggibad-Schwinget. Wie sich der Aargauer mit den «Cracks» aus den anderen Teilverbänden schlagen wird, sehen wir dann im Verlaufe der Saison.

Matthias Aeschbacher habe ich ebenfalls als möglichen Schwingerkönig auf meiner Rechnung. Der Emmentaler scheint schon in einer tollen Form zu sein. Gewann er doch im Frühjahr den Hallenschwinget Kirchberg, den Hallenschwinget Oberdiessbach und den Oberbühl-Schwinget. Matthias kann unberechenbar schwingen und beim Ansetzen seines gefürchteten Inneren Hakens ist schon so mancher Favorit geflogen, respektive gestrauchelt.

Michael Wiget: Diesen Namen habe ich vor dieser Saison noch nie gehört. Schaut man sich die Daten des jungen Berners an, hat er «erst» einen Kranz auf seinem Konto. Was Michael aber beim Worblentaler Hallenschwinget zeigte, war schlicht sensationell. Er gewann diesen souverän und bodigte dabei die beiden Eidgenossen Thomas Sempach und Willy Graber. Am Frühjahrschwinget Ibach landete der Sennenschwinger auf dem zweiten Schlussrang und schon wieder standen zwei besiegte Eidgenossen auf seinem Notenblatt: Christian Schuler und Philipp Gloggner. Stoppen konnte ihn dort nur der spätere Sieger Mike Müllestein. Ob sich da ein «Eidgenössisches Märchen» anbahnt?

feldwaldwiesenblogger

Zwei winterliche Festsieger – Schwingfestbericht vom Freiburger Kantonalen

Text und Fotos: Julia Overney / Bearbeitung: feldwaldwiesenblogger


Benjamin Gapany entschied den Schlussgang zu seinen Gunsten und belegte in der Endabrechnung Platz 1a

In weisser Erinnerung
Eines ist sicher: Das 95. Freiburger Kantonalschwingfest in Heitenried bleibt allen in Erinnerung. Und zwar in weisser Erinnerung. Am Morgen vor Festbeginn lagen 10 Zentimeter Schnee auf den Sägemehlringen. Damit genug Zeit zum Schnee räumen blieb, wurde das Anschwingen eine Stunde nach hinten verschoben. 123 Schwinger waren am Start. Die sechs Berner Gäste starteten Vollgas und dominierten die Rangliste nach dem vierten Gang.
Ganz nach dem Motto: «Das Schwingfest ist erst nach sechs Gängen zu Ende», holten die Westschweizer auf. Im Schlussgang standen sich schliesslich der Südwestschweizer Benjamin Gapany vom Schwingklub La Gruyère und Martin Rolli vom Schwingklub Schwarzenburg gegenüber. Nach nur 15 Sekunden konnte Gapany den Sieg mit Kurz anziehen und Überdrehen am Boden für sich entscheiden. Beide erreichten die gleiche Punktzahl. Infolgedessen konnten am winterlichen Schwingfest in Heitenried zwei Festsieger erkoren werden.


Der Berner Gast Martin Rolli kam trotz verlorenem Schlussgang auf die gleiche Punktzahl wie Gapany und konnte ebenfalls als Festsieger (Platz 1b) ausgerufen werden

Das OK zieht trotz garstigem Wetter eine positive Bilanz
Trotz schwierigen Vorbereitungsarbeiten bei äusserst garstigem Wetter, kann das OK eine sehr positive Bilanz ziehen. Sehr motivierte Schwinger haben die Kälte sportlich genommen und zeigten faire Wettkämpfe. Rund 1’500 Besucherinnen und Besucher liessen sich von den tiefen
Temperaturen nicht beeindrucken. Die gesamte Infrastruktur inklusive Parkplätze konnte in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Heitenried und dem Oberamt des Sensebezirks den witterungsbedingten Verhältnissen angepasst werden. Der Entscheid, das Fest durchzuführen, viel
dem OK nicht leicht. «Die motivierten Schwinger haben das Organisationskomitee und alle Helferinnen und Helfer überzeugt, dass Fest trotz weisser Pracht durchzuführen», zieht OK-Präsident Emanuel Waeber Bilanz. Er ist mit dem reibungslosen Ablauf des Schwingfestes sehr
zufrieden.


Das Freiburger Kantonale in Heitenried wurde bei winterlichen Bedingungen durchgeführt

feldwaldwiesenblogger

Vorausblick auf das 100. Luzerner Kantonale Schwingfest

Dieses Wochenende erfolgt der Start in die Kranzfestsaison. Die Innerschweizer tragen in Rotkreuz das Zuger Kantonalschwingfest aus, die Nordostschweizer in Frauenfeld das Thurgauer Kantonale und die Südwestschweizer schwingen in Heitenried am Freiburger Kantonalschwingfest um Kränze. Die Zuger können gar ihr 100. Kantonales austragen, was denn auch gebührend gefeiert werden will.

In genau vier Wochen dürfen auch die Luzerner jubilieren, welche in Willisau ebenfalls das 100. Kantonalschwingfest austragen. Parallel dazu feiern die Luzerner den 100. Geburtstag ihres Kantonalen Schwingerverbandes. Im folgenden Beitrag blicken wir auf das Jubiläumsschwingfest und auf die «100 Johr Party» voraus.

Text: Hans Schnider / Bearbeitung: feldwaldwiesenblogger

Ein überaus attraktives Teilnehmerfeld am Jubiläumsschwingfest in Willisau
Nach Abschluss der Anmeldefrist für das 100. Luzerner Kantonale Schwingfest vom 2. Juni präsentiert sich ein attraktives Teilnehmerfeld. Elf Eidgenossen, 34 Teilverbandskranzer und 62 Kranzschwinger haben sich für den Wettkampf in Willisau eingeschrieben. Folgende Eidgenossen sind gemeldet: Burkhalter Stefan, Fankhauser Erich, Giger Samuel, Gloggner Philipp, Reichmuth Pirmin, Schneider Domenic, Schuler Christian, Schurtenberger Sven, Stöckli Stefan, Suppiger René und Wenger Kilian.

Bei dieser Aufzählung fehlt mit Joel Wicki einer der hoch gehandelten Favoriten. Mit Samuel Giger, Pirmin Reichmuth, Christian Schuler, Schwingerkönig Kilian Wenger und eben Joel Wicki sind nicht weniger als fünf Schwinger am Start, denen auch am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Zug reelle Siegeschancen eingeräumt werden. Weitere Schwinger wie Marcel Bieri, Lutz Scheuber, Werner Suppiger oder der Berner Gast Ruedi Roschi werden den gemeldeten Eidgenossen den Sieg nicht kampflos überlassen.

Vorbereitungen schreiten planmässig voran
Die Vorbereitungen für das Jubiläumsfest schreiten planmässig voran. Nach wie vor sind alle Ressorts gefordert, damit am 2. Juni ein unvergessliches Fest ausgerichtet werden kann. Die fünf Lebendpreise erfreuen sich bester Gesundheit. Der Wert des Gabentempels dürfte gegen 200’000 Franken betragen. Jeder der antretenden Schwinger kann sich auf eine schöne Ehrengabe freuen.


Das OK des 100. Luzerner Kantonalen Schwingfestes freut sich riesig über das grosse Interesse für «seinen» Anlass und setzt alles daran, den Besuchern ein unvergessliches Fest zu bieten
Foto: Flavia Aregger

Grosser Run auf die Tickets
Bereits kurze Zeit nach der Eröffnung des Vorverkaufs am 15. April war ein grosser Teil der angebotenen Tickets verkauft. Der Vorverkauf für die Tickets des 100. Luzerner Kantonalen Schwingfestes entwickelt sich erfreulich. «Ein grosser Teil der verfügbaren Tickets ist verkauft. Am Festtag werden wir ein kleines Kontingent an Rasensitzplätzen sowie Stehplätze anbieten können. Es ist auch denkbar, dass zusätzlich nicht bezogene Sitzplätze in den Verkauf gelangen», so der Finanzchef Erwin Greber. Der Vorverkauf läuft noch bis am 19. Mai.

Um den Festbesuchern, die keinen Zutritt in die Arena haben, trotzdem die Möglichkeit zu geben den Wettkampf mitzuerleben, wird im Schwingerdorf eine Grossleinwand aufgebaut. Dadurch können die Interessierten das Geschehen auf dem Schwingplatz hautnah mitverfolgen.

Start des Festwochenendes mit der «100 Johr Party»
Am Freitag, 31 Mai startet das Jubiläumsschwingfest mit der «100 Johr Party» im Schwingerdorf auf dem Schlossfeld. Echo vom Schwandbode, Dr Eidgenoss und VolXRoX sind die Protagonisten des Unterhaltungsabends. Der Gabentempel mit der gemütlichen Gabenbeiz ist ebenfalls ein Besuch wert. Für die «100 Johr Party» vom Freitag können Tickets im Sport Rock und im Restaurant Sternen in Willisau, sowie in der Timeout Café Bar in Zell bezogen werden.

Parallel zum Unterhaltungsabend im Schwingerdorf führt der Luzerner Kantonale Schwingerverband seine Feier zum 100. Geburtstag des LKSV durch. Die geladenen Gäste treffen sich um 17.30 Uhr beim Rathaus im Städtli Willisau. Um 18.00 Uhr findet in der Kirche ein Gedenkgottesdienst statt. Anschliessend verschiebt sich die Festgemeinde in die Aula der Kantonsschule. Nach einem Apéro startet die Jubiläumsfeier.

Der Samstag ist für die Familie reserviert
Am Samstag ist «Familie-Tag». Im Schwingerdorf und in der Arena gibt es verschiedene Attraktionen für den Nachwuchs. So werden ein Schnupperkurs im Schwingen und ein Steinstosswettkampf für Kinder angeboten. Zudem kann man hautnah erleben, wie Schwingerkränze und Schwinghosen hergestellt werden. Weitere Details findet man unter willisau2019.ch.

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