ESAF-Gigantismus, Schwägalp-Schwinget und Bernisch-Kantonales

Text: feldwaldwiesenblogger

Nun sind es gerade mal noch zwei Wochen bis zum «Eidgenössischen», dem alle drei Jahre stattfindenden Höhepunkt der Saison. So wie man aus den Medien und von den Organisatoren in Erfahrung bringen konnte, ist man in Zug so langsam aber sicher bereit. Heute Freitag beispielsweise werden der Gabentempel und die Gabenbeiz offiziell eröffnet.


Die ESAF-Arena in Zug (Bildanimation) steht bald bereit
Bild: zug-tourismus.ch

feldwaldwiesenblog und Schwinger-Blog
Vor so grossen Anlässen berichten praktisch alle Medien vom ESAF, dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest. Da fällt es einem «kleinen» Blogger wie mir manchmal schwer, ein Thema oder eine Geschichte aufzugreifen, die nicht schon auf dieser oder jener Plattform aufgegriffen wurde. Ehrlich gesagt, in «normalen» Schwingerzeiten habe ich weniger Mühe, ein Thema oder eine Geschichte zu beackern und zu beschreiben.
Da ich neben diesem Blog hier, dem feldwaldwiesenblog auch den Schwinger-Blog auf Facebook betreibe, entdecke ich täglich, was momentan alles über das Schwinggeschehen und das Eidgenössische geschrieben wird. Nämlich extrem viel! Auf dem Schwinger-Blog teile und verlinke ich alle möglichen Artikel über den Schwingsport, die ich finde. Und zwar über alle fünf Teilverbände hinweg verteilt. Der Frauenschwingsport kommt dabei auch nicht zu kurz. Den Schwinger-Blog betreibe ich als eine Art News-Seite oder Ticker über unseren Nationalsport. Kürzlich durfte ich den 5000. Follower, der einen «Gefällt mir»-Klick tätigte, begrüssen. Das macht natürlich Freude, ein herzliches Vergelt’s Gott!

Erlebnisberichte
Zurück zum riesigen Medienwirbel rund ums ESAF. Bei ausgedehnten Läufen mache ich mir jeweils viele Gedanken zu meinen beiden Blogs, der Aufmachung, und was ich als nächstes Thema abhandeln könnte. So kam mir diese Woche der Einfall, bis zum Eidgenössischen und auch während diesem, Erlebnisberichte abzufassen. Denn: Vorschauen, Interviews, Berichte, Einschätzungen und was weiss ich noch alles kann man momentan zu Hauf lesen – siehe die geteilten Beiträge auf meinem Schwinger-Blog. Ich werde auf dem feldwaldwiesenblog nun Erlebnisberichte über meine Beobachtungen bis Zug, und dann auch was rund ums ESAF alles passiert, schreiben. Ich erhielt zu meiner grossen Freude nämlich eine Presse-Akkreditierung fürs Eidgenössische, und bin den Verantwortlichen dafür sehr dankbar.
Was dort in den Sägemehl-Ringen passiert, muss ich nicht nochmal nachbeten. Denn das Geschehen am ESAF wird während zwei Tagen von SRF live übertragen. Natürlich sind dort auch zig-Medienvertreter anwesend, welche ihre Leser bedienen sollen. Meine Wenigkeit «beschränkt» sich deshalb aufs Beschreiben der Beobachtungen und das Erlebte.


Der Sieg auf der Schwägalp wird nebst Samuel Giger über Armon Orlik führen
Bild: schlussgang.ch

ESAF-Gigantismus
Und das ist jedes Mal einfach unglaublich! Die schiere Grösse der ESAF-Arenen und das Drumherum entlockten mir bisher jedes Mal ein grosses Staunen. Die Diskussionen über die Grösse und die Ausmasse sind in diesem Moment eigentlich zweitrangig. Den Organisatoren darf man dabei gleich mehrere Kränzchen winden. So einen Anlass aus dem Boden zu stampfen ist eine gewaltige Leistung, benötigt ein gut organisiertes Team, einen ausgezeichneten Standort und natürlich einen Haufen Geld. In meinen Augen sollten die Leitplanken für die Dimensionen nämlich nicht die Organisatoren selber, sondern der Eidgenössische Schwingerverband (ESV) setzen.
Der ESAF-Gigantismus sollte meines Erachtens in Zug nun die Grenze des Machbaren erreicht haben. Es bleibt zu hoffen, dass für künftige «Eidgenössische» dementsprechend weitsichtig geplant und eine Art Redimensionierung ins Auge gefasst wird. Denn ein Anlass in dieser Grösse hat mit dem Kern des Schwingsportes nicht mehr viel zu tun. Zudem kann man derzeit täglich lesen, dass die wahren Schwingerfreunde nur schwer an Billette kommen. Viele der begehrten Tickets seien für Sponsoren und VIP’s reserviert, welche sich sowieso nicht für das Schwingfest interessieren. Stattdessen stopfen sich diese lieber den Bauch voll und gönnen sich literweise «Cüplis». Das mag ich nicht weiter kommentieren, enthält aber sicher einen Kern Wahrheit. Auch das Drumherum und die vielen Festhütten erinnert mehr an eine Chilbi oder an ein riesiges Musikfestival. Dazu kommt, dass man alle Konzerte gratis besuchen kann. Wenn die Veranstalter nur mal nicht überrannt werden…

Schwägalp-Schwinget
Nun stehen aber am kommenden Wochenende erstmal die letzten beiden Kranzfeste vor dem «Eidgenössischen» auf dem Programm: Der Schwägalp-Schwinget und das Bernisch-Kantonale Schwingfest in Münsingen. Diese beiden hochkarätig besetzten Anlässe sind für die Schwinger eine letzte Hauptprobe vor Zug. Wer jetzt nicht parat ist, wird es wohl auch in zwei Wochen nicht sein.
Auf der Schwägalp führt der Sieg ziemlich sicher über die beiden Topfavoriten Samuel Giger und Armon Orlik. Giger zeigte unlängst auf dem Weissenstein, in was für einer beneidenswerten Form er ist. Der in dieser Saison fünffache Kranzfestsieger Orlik dürfte nach seiner kurzen Verletzungspause wohl ebenfalls in einer Topverfassung antreten. Gefordert werden die Nordostschweizer von den Innerschweizern und den Südwestschweizer Gästen. Das ISV-Team ist diesmal nicht mit ihren grössten Tenören vertreten. Dennoch darf man auf das Abschneiden der vier Eidgenossen Marcel Mathis, Mike Müllestein, Reto Nötzli und Alex Schuler gespannt sein. Dem einen oder anderen NOSV-Topcrack werden sie garantiert ein Bein stellen können. Wer weiss, vielleicht schafft’s einer von ihnen gar in den Schlussgang. Die SWSV-Leistungsträger rund um Lario Kramer und Steven Moser, welcher nach einer langen Verletzungspause sein Comeback gibt, werden ebenfalls einem Härtetest unterzogen. Gewinnen sie auf der Schwägalp den Kranz, ist dies in Zug auch möglich.
Ich freue mich, live dabei sein zu können. Denn ich erhielt ebenfalls eine Medien-Akkreditierung und bedanke mich dafür bei Valentin Hörler, dem Pressechef. Anders als bei kleineren Schwingfesten, wo ich jeweils Gang für Gang für den Schwinger-Blog zusammenfasse und online stelle, werde ich am Fusse des Säntis ebenfalls einen Erlebnisbericht abfassen.


Ob Christian Stucki am Bernisch-Kantonalen zu alter Form zurückfindet?
Bild: bluewin.ch

Bernisch-Kantonales Schwingfest in Münsingen
Gespannt bin ich auf das Abschneiden von Rückkehrer Christian Stucki. Kann er gleich nach so einer langen Verletzungspause eine Duftmarke setzen, und dem Fest seinen Stempel aufdrücken? Schwingerkönig Kilian Wenger, der letztjährige Sieger, fehlt leider wegen Knieproblemen. Ein anderer Leistungsträger, nämlich Remo Käser, gibt nach einer Verletzungspause sein Comeback.
Die Ausgangslage ist offen, denn es mauserte sich während der Saison kein Berner zu einem totalen Überflieger. Die Siegschwinger Bernhard Kämpf, Matthias Aeschbacher oder Curdin Orlik zeigten bei ihren Einsätzen ihre Stärken, offenbarten aber auch gewisse Schwächen. Ich traue Michael Wiget, dem Aufsteiger der Saison, zu, dass er gar in den Schlussgang vorstossen könnte. Des Weiteren haben mich diese Saison die jungen wilden «Mutzen» Fabian Staudenmann, Kilian von Weissenfluh und Patrick Gobeli überzeugt. Allesamt Kandidaten für den Eidgenössischen Kranz. Für den amtierenden Schwingerkönig Matthias Glarner wird das Bernisch-Kantonale ein weiterer Belastungstest. An der Spitze wird er aber ziemlich sicher nicht mittun können.
Aus der Ferne werde ich das Geschehen in Münsingen verfolgen. Der Sieger auf der Schwägalp und jener am Bernisch-Kantonalen werden gute Chancen auf den Königstitel in Zug haben.

feldwaldwiesenblogger

Ein Gedanke zu “ESAF-Gigantismus, Schwägalp-Schwinget und Bernisch-Kantonales

  1. Jürg Hofer schreibt:

    Danke für die Zeilen, genau meine Gedanken, vorallem die jungen Wilden, die gefallen mir diese Saison wieder gewaltig. Vor 3 Jahres waren Käser Remo, Reusser, Giger und Co. Ich gehe ans Berner Kantonale

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