Rückblick Woche 2: Nachgefragt bei Michael Bless und Werner Suppiger

Text: feldwaldwiesenblogger

Michael Bless und Werner Suppiger haben etwas gemeinsam: Beide haben sich am «Eidgenössischen» in Zug verletzt. Diese Woche war es mir ein Bedürfnis, bei diesen zwei Schwingern nachzufragen, wie es Ihnen geht, ob sie bereits wieder am Trainieren sind und wann ein Comeback geplant ist.
Gestern Freitag konnte man im «Bote der Urschweiz» lesen, wie der Siegermuni am diesjährigen «Innerschweizerischen» (ISAF 2020) in Ibach SZ heisst: «Hubi». Mehr zu diesem «Prachtskerl» unter der Rubrik «Zu Guter Letzt».


Michael Bless triumphierte letztes Jahr an seinem Heimfest, dem Appenzeller Kantonalen in Stein
Bild: appenzell24.ch

Nachgefragt bei Michael Bless
Der Appenzeller Michael Bless zog sich am ESAF im letzten Gang gegen Thomas Inniger leider eine gravierende Fussverletzung zu. Der dreifache Eidgenosse, welcher im kommenden Mai 34-jährig wird, hat 87 Kränze und acht Kranzfestsiege auf seinem Konto.
Michael ist gelernter Metzger, und hat während einer längeren Zeit auf diesem Beruf gearbeitet. Arthrose in den Fingern zwang ihn aber, sich beruflich neu zu orientieren. Der Familienvater liess sich zum Versicherungs- und Vorsorgeberater umschulen, und hat erst letztes Jahr die Ausbildung zum Eidgenössischen Finanzplaner erfolgreich abgeschlossen. Das Mitglied vom Schwingklub Gais arbeitet heute bei der «Mobiliar».

Wie geht es dir?
«Mir geht es den Umständen entsprechend. Ich befinde mich auf dem Weg der Besserung, es ist aber noch nicht so wie es sein sollte.»

Was genau ist passiert am ESAF im achten Gang?
«Es zogen beide an, und ich hatte das ganze Gewicht auf meinem linken Fuss. Als ich den gesamten Druck auf diesen bekam, brach mir der Fuss weg. Ich fiel um, und dann war es passiert: Ich brach mir den Mittelfussknochen und riss mir die umliegenden Bänder. Bei der anschliessenden Operation wurde mir der Knochen verankert und die Bänder zusammengeflickt.»

Wie sieht dein momentaner Trainingsaufbau aus?
«Momentan trainiere ich den Oberkörper, und etwas den Oberschenkel. Den Fuss darf ich noch nicht belasten. Wann ich das Sägemehltraining wieder aufnehmen kann, steht noch in den Sternen.»

Wann planst du dein Comeback?
«Da ich nicht genau weiss, wie der weitere Verheilungsprozess verläuft, kann ich das heute nicht sagen. Erst muss ich meinen Fuss wieder belasten, und im Sägemehl trainieren können. Ein Termin für mein Comeback ist deshalb noch offen.»

Was für Ziele setzt du dir für 2020?
«Das einzige sportliche Ziel ist, dass ich meinen Fuss wieder richtig belasten und bewegen kann. Und dass ich keine bleibenden Schäden davontrage. Das ist aus heutiger Sicht mein Hauptaspekt.»

100 Kränze sind für dich ein realistisches Ziel?
«Das ist für mich kein realistisches Ziel. Für 100 Kränze fehlen mir noch einige Eichenlaub-Exemplare. Dafür bräuchte ich wahrscheinlich zwei oder drei Saisons, und das ist in meiner jetzigen Situation unrealistisch.»


Werner Suppiger gewann 2018 den Frühjahrsschwinget Oberarth
Bild: rigiverband.ch

Nachgefragt bei Werner Suppiger
Anders als Michael Bless fiel der Luzerner Werner Suppiger am ESAF in Zug bereits nach drei Gängen verletzt aus. In jenem Gang traf er auf den nachmaligen Schwingerkönig Christian Stucki und zog sich einen Schulterbruch zu.
Der 35-fache Kranzschwinger hat einen Kranzfestsieg auf seinem Konto, und wurde im vergangenen November 31-jährig. Werner absolvierte eine Ausbildung zum Logistik-Assistenten und war einige Jahre in unterschiedlichen Betrieben auf diesem Beruf tätig. Vor dreieinhalb Jahren hat sich der Familienvater beruflich neu orientiert, und arbeitet nun als Kammerjäger bei der Firma Rentokil AG. Werner ist Mitglied beim Schwingklub Wiggertal.

Wie geht es dir?
«Mir geht es so weit sehr gut. Ich konnte diese Woche mit leichtem Krafttraining beginnen. Die kaputte Schulter wurde operativ mit einer Platte verschraubt. Die Verheilung verläuft im grünen Bereich, und ich bin schon seit längerer Zeit in der Physiotherapie. Gewisse Bewegungen funktionieren zwar noch nicht so gut, der Verlauf ist aber zufriedenstellend.»

Was genau ist passiert im dritten Gang?
«Christian setzte einen Kurzzug an, und ich probierte mich zu wehren. Andererseits versuchte ich als normale Reaktion den Arm nach hinten zu ziehen, hatte aber keine Chance dies hinzukriegen. Die Schlussfolgerung war, dass ich mir dabei einen Schulterbruch zuzog.»

Wie sieht dein momentaner Trainingsaufbau aus?
«Wie bereits erwähnt, darf ich seit dieser Woche leichtes Krafttraining absolvieren. Ich möchte es dabei vorsichtig angehen, denn die Motivation ist mir nach dem Unfall etwas abhandengekommen. Nun kribbelt es aber wieder, und sobald es die Schulter (und auch mein Kopf) zulässt, möchte ich das Schwingtraining wieder aufnehmen.»

Wann gibt’s du dein Comeback?
«Möglichst bald, spätestens bis zu den Kranzfesten möchte ich wieder zurück sein. Sofern dies natürlich meine Schulter zulässt.»

Was für Ziele setzt du dir für 2020?
«Das primäre Ziel ist sicher, die Saison unfallfrei zu beenden. Ein Highlight wäre das Eidgenössische Jubiläumsschwingfest in Appenzell. Dafür braucht es aber eine sehr gute Saisonleistung. Mir geht es aber vorderhand darum, nach der Verletzung den Anschluss wieder zu finden.»

Ist der fehlende Eidgenössische Kranz Motivation genug, bis zum ESAF 2022 in Pratteln weiter zu schwingen?
«Absolut. Das Ziel ist, drei weitere Jahre anzuhängen. Und was ich letztes Jahr in Zug verpasst habe, 2022 in Pratteln nachzuholen.»


ISAF-Siegermuni «Hubi» und der stolze Besitzer Daniel Camenzind
Bild: Facebook-Seite ISAF 2020

Zu guter Letzt
Wie eingangs erwähnt, hört der Siegermuni vom Innerschweizerischen Schwing- und Älplerfest in Ibach SZ auf den Namen «Hubi». Der Stier, welcher am 23. November 2015 geboren ist, gehört der Rasse Original Braunvieh an. «Hubi» wiegt satte 1’160 Kilogramm und ist im Besitz von Erika und Daniel Camenzind aus Gersau.
Das Palmarès dieses Siegermunis darf sich sehen lassen: An der Bezirksviehschau in Schwyz vom vergangenen Herbst siegte er überlegen. Und: Am Zuger Stierenmarkt war er ebenfalls Sieger und liess dabei gar den berühmten ESAF-Siegerstier «Kolin» hinter sich.

feldwaldwiesenblogger

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