Rückblick Woche 5: Thedy Waser bleibt im Amt, Sven Lang gewinnt in Gais und Christian Stucki’s Verletzung

Text: feldwaldwiesenblogger

Nun haben die ISV-Delegierten gewählt: Thedy Waser wird mit 89 zu 66 Stimmen in seinem Amt als TK-Chef der Innerschweizer bestätigt. Was bedeutet das für den grössten Teilverband?
Der Sieger vom Lichtmess-Schwinget, dem zweiten Schwingfest des Jahres, heisst etwas überraschend Sven Lang. Der Luzerner setzte sich im Schlussgang gegen den Neueidgenossen Martin Roth durch.
Schwingerkönig Christian Stucki hat sich im Training verletzt. Der Seeländer zog sich dabei einen riesigen Bluterguss zu.

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Thedy Waser bleibt im Amt


Ein nachdenklicher Thedy Waser an der ISV-DV
Bild: luzernerzeitung.ch

Die Innerschweizer Delegierten haben gestern nun entschieden: Thedy Waser bleibt weiterhin im Amt als Technischer Leiter. Mit 89 zu 66 Stimmen war es letztendlich ein klares Verdikt. Die Luzerner Zeitung schrieb gestern dazu: «Es dauerte nicht lange am Samstagmorgen im Mythenforum in Schwyz, bis Thedy Waser ein erstes Mal angegriffen wurde. Unter Traktandum 3 von 14 musste er, der Technische Leiter des Verbands, seinen Jahresbericht vortragen. Waser fasste das vergangene Jahr sportlich zusammen und hob einzelne Schwinger hervor, die Besonderes geleistet hatten. Soweit, so unspektakulär. Kaum war Waser fertig, meldete sich der Luzerner Bruno Stofer, früher Technischer Leiter des Eidgenössischen Schwingerverbands, zu Wort. «Ich erwarte von einem technischen Bericht etwas mehr als nur Ehrungen», sagte er. Der Versammlung schlage er deswegen vor, über die Annahme von Wasers Bericht abzustimmen. Die Versammlung nahm den Bericht jedoch mehrheitlich an – ein erster Etappensieg für Waser.»

Die Luzerner haben, wie hinlänglich bekannt, an ihrer eigenen DV einstimmig entschieden, René Riedweg, ihren Technischen Leiter, gegen Waser ins Rennen zu schicken. Denn: «Ein hartnäckiger Vorwurf an Waser bezieht sich auf seine Arbeit in der Einteilung. Wegen seiner reservierten Art fehle ihm das Durchsetzungsvermögen, heisst es. Waser wurde deshalb mitverantwortlich gemacht, dass beim «Eidgenössischen» in Zug kein Innerschweizer gewann.»

Wie die Luzerner Zeitung weiter ausführt, waren die Luzerner nicht die einzigen, welche mit Waser nicht mehr weitermachen wollten. Christian Grab, der Bruder von Martin Grab, sagte gestern an der DV: «Wir müssen einen fähigen Mann in der Einteilung haben. Einer, der alle gleich behandelt. Ich unterstütze René Riedweg ganz klar.» Besagter Riedweg meinte gestern selbstbewusst: «Mein Rucksack ist gefüllt mit taktischem Geschick. Mit der Fähigkeit, strategisch zu denken, einzuteilen und zu kombinieren. Diesen Rucksack stelle ich gerne den Innerschweizer Schwingern als Dienstleistung zur Verfügung.»

Die Mehrheit der 162 Stimmberechtigten entschied sich für Thedy Waser, welcher nun drei weitere Jahre als Technischer Leiter wirken darf. Was dies für den Innerschweizer Verband bedeutet, lässt sich derzeit nur schwer abschätzen. Eines darf man aber getrost behaupten: Der Verband ist gespalten. ISV-Präsident Peter Achermann meinte denn hinterher auch dazu: «Wenn alle einen Schritt aufeinander zugehen, kommen wir weiter.» Ob das geschehen wird, weiss man nicht. Zu hoffen ist aber, dass die Funktionäre vernünftig genug sind, und den ganzen Zwist nicht dauernd «aufköcheln» lassen. Denn: Dem Vernehmen nach haben die Schwinger im ganzen Teilverband keine Probleme untereinander. Das ist ein gutes Zeichen. Zudem wurde Teamcoach Tom Burch, welcher auch von den Schwingern nicht mehr mitgetragen wurde, bereits vor der DV abgesetzt.

Eine grössere Nagelprobe für den wiedergewählten Waser steht diesem am Eidgenössischen Jubiläumsschwingfest in Appenzell bevor. Besteht er diese, dürften die Diskussionen ziemlich verstummen. Schneiden die Innerschweizer Schwinger Ende August wieder unter ihren Möglichkeiten ab, dürfte erneut Feuer im Gebälk des Innerschweizer Verbandes sein. Und an der nächstjährigen ISV-DV dürfte wieder der Name eines neuen TK-Chefs fallen.

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Sven Lang gewinnt den Lichtmess-Schwinget in Gais


Sven Lang gewinnt sensationell den Lichtmess-Schwinget
Bild: Schwingklub Rothenburg und Umgebung

Der Luzerner Sven Lang schwang gestern überraschend am Lichtmess-Schwinget in Gais obenaus. Im Schlussgang bezwang Sven den Eidgenossen Martin Roth nach einem intensiven Gang in der neunten Minute mittels Wyberhaken und nachdrücken. Der Athlet vom Schwingklub Rothenburg und Umgebung hat sich bisher fünf Kränze (vier Kantonal- und ein Teilverbandskranz) erschwungen.
Interessanterweise zeigte der Turnerschwinger schon letztes Jahr einen hervorragenden Wettkampf in Gais, und belegte damals mit fünf gewonnenen und einem verlorenen Gang den sehr guten dritten Platz.
Die Appenzeller Luft scheint dem 21-Jährigen regelrecht zu behagen.

Der organisierende Schwingklub Gais schreibt zum gestrigen Hosenlupf: «Die mittlerweile 58. Austragung des Lichtmess-Schwingets bot den Schwingern die optimale Möglichkeit, ihren Formstand prüfen zu können. Aufgrund von verletzungsbedingten Absagen musste der organisierende Schwingklub Gais auf all ihre eidgenössischen Kranzschwinger, namentlich auf Michael Bless, Raphael Zwyssig und auch Marcel Kuster, verzichten. Das Teilnehmerfeld wurde von den drei Eidgenossen Martin Hersche, Domenic Schneider und Martin Roth angeführt, wobei sich Roth mit vier makellosen Siegen und einer Punkteteilung bis in den Schlussgang vorzukämpfen vermochte. Im Schlussgang kam es zum Duell gegen den aufstrebenden Innerschweizer Teilverbandskranzer Sven Lang, welchem der Einzug mit vier Siegen und einer Niederlage ebenfalls souverän gelang.»

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Schwingerkönig Christian Stucki hat sich im Training verletzt


Schwingerkönig Christian Stucki hat sich wegen einem Schlag im Training einen riesigen Bluterguss zugezogen
Bild: chrigustucki.ch

Wie man gestern Samstag in der «Berner Zeitung» lesen konnte, hat sich Schwingerkönig Christian Stuck am vergangenen Montag im Training verletzt. «Chrigu» bekam demnach einen Schlag auf das linke Schienbein, und zwar an der Stelle, wo er 2005 fast das Bein verloren hätte. Dieser Schlag hat laut «Berner Zeitung» erst nichts ausgelöst. Als der Masseur jedoch am Dienstagabend über die betroffene Stelle gefahren sei, sie diese aufgegangen wie ein Ballon. Der Schwingerkönig von Zug hat sich einen riesigen Bluterguss eingefangen und muss das Bein nun hochlagern. Wie lange Stucki dem Training fernbleiben wird, und ob das für seine Saisonplanung einen Einfluss hat, ist momentan nicht bekannt.
2005 drohte Christian Stucki wegen einer Infektion an besagtem Bein fast die Amputation. Deswegen konnte er damals anderthalb Jahre lang nicht schwingen.
Auf diesem Weg wünsche ich dem Seeländer Hünen rasche und vollständige Genesung!

feldwaldwiesenblogger