Ehemalige Schwingergrössen: Roland und André Riedo

Quelle: Schwingergestalten unserer Zeit III (1986) / Bearbeitung: feldwaldwiesenblogger


André Riedo (links) ist am 11. Oktober 1965 geboren, Roland Riedo am 28. Dezember 1959. Beide schwangen für den Schwingklub Sense.

Seit Sitten sind beide «Eidgenossen»
Der schwingerische Funke hat wirklich gezündet im Kanton Freiburg. Seit dem Grosserfolg von Langenthal mit fünf eidgenössischen Kränzen sind Schwinger aus diesem Kanton immer wieder positiv in Erscheinung getreten. Sie zeigen, dass sie das Erbe Ernest Schlaefli‘s in Ehren halten und weiter pflegen. Ein Beispiel dafür liefern auch die Gebrüder Roland und Andre Riedo; André hat mit 18 Jahren begonnen, in der Westschweiz Kränze zu sammeln und zwei Jahre später, am Brünigschwinget 1986, bewiesen, dass er es auch ausserhalb der Romandie kann.

Der Kniestich als erfolgreiche Waffe
Roland ist seit 1983 eidgenössischer Kranzträger. Auf seinem Weg zum höchsten Kranz besiegte er auch den Bündner Urs Rettich, der am Schluss mit ihm zusammen im gleichen Kranzrang figurierte. Roland beherrscht den Kniestich am besten und schreibt selbstkritisch, er kenne viele Schwünge, doch seien sie leider nicht ausgefeilt. Er ist ferner der Ansicht, dass es dem Freiburger Verband trotz des Aufwärtstrends immer noch an Selbstvertrauen fehle: «Dies könnte man als Übel unseres Verbandes bezeichnen.»

Kranzfestsieg 1981 am Walliser Kantonalen
Als Kranzfestsieger ging Roland 1981 am Walliser Kantonalen hervor. 1982 erreichte er am Westschweizerischen nach Siegen über Ueli Stucki und Ruedi Suter — ein ausserordentlich schweres Pensum! — den Schlussgang, wo er Bernard Moret nach neun Minuten unterlag.

Intensiveres Training in Jahren mit Eidgenössischem Fest
Das Training wird in Jahren mit Eidgenössischem Fest intensiviert, was für beide Früchte trug. Das beginnt bereits im Herbst des Vorjahres, mit einem zusätzlichen dritten Schwingertraining pro Woche. Dazu kommt Krafttraining sowie Langlauf im Winter und Velofahren im Sommer. Auch Fussball und Lauftraining halten den Sensler fit. In seinem Klub übt er das Amt des Technischen Leiters aus, «weil man nicht nur nehmen, sondern auch geben soll.»

Sicherheitsbeamter bei der Swissair
Mit Dankbarkeit und Freude hat er im Sommer 1984 die nicht ungefährliche berufliche Aufgabe wahrgenommen, für einige Zeit als Sicherheitsbeamter der Swissair einen Teil der Welt kennenzulernen. Die Flüge führten nach Amerika, in verschiedene afrikanische Länder, nach Pakistan und Saudiarabien. Ursprünglich hatte Roland den Beruf des Landwirts gelernt; auch heute noch arbeitet er auf dem elterlichen Hof mit.

Ein spezielles Hobby
Er hat ein Hobby, das wir erstmals bei den Schwingern begegneten: Er ist Mitglied der Theatergesellschaft Plaffeien, macht also beim Volkstheater mit. Auch einen Jass klopft er gerne. Für das Schwingen begann er sich mit 12 Jahren zu interessieren. Der damalige Präsident des Schwingklubs Sense, Arnold Fasel, war ihm ein Förderer, ebenso wie später Hans Fasel. Schwingerisch eifert er dem unvergessenen Techniker Marcel Buser nach.

Mit dem eidgenössischen Kranz 1983 das grösste Ziel erreicht
Eine Scharte hat Roland noch auszuwetzen: Er will unbedingt an einem Kranzfest in der Deutschschweiz reüssieren. Gelegenheiten hatte er schon mehrere, doch verfehlte er das Ziel immer wieder im letzten Gang; so an den Berner Kantonalen 1981 und 1984, auf der Rigi, am Innerschweizerischen 1985 sowie auf dem Brünig 1983 und auch 1986 wieder (im Gegensatz zu Bruder André). Doch Roland kann sagen: «Mit dem eidgenössischen Kranz von 1983 ist mein grösstes Ziel erreicht.»

Schwingen ist kein Spiel mehr, sondern Spitzensport
Bemerkenswert noch seine Ausführungen zum Schwingen allgemein: «Leider ist das Schwingen heute kein Spiel mehr, sondern Spitzensport. Ein Trainingsaufwand von bis zu zehn Stunden pro Woche ist gegenüber Familie und Beruf fast nicht mehr tragbar. Doch will man an der Spitze der Ranglisten figurieren, ist er notwendig.»

Bedeutung des Schwingens
Zur Bedeutung des Schwingens allgemein hält der Freund in- und ausländischer Volksmusik sowie alter Schlager fest:
«Körperliche Ertüchtigung, Kameradschaft, Förderung des Brauchtums. Durch das Schwingen habe ich viele frohe Stunden erleben dürfen.»

feldwaldwiesenblogger