Ehemalige Schwingergrössen: Alex Auf der Maur

Quelle: Schwingergestalten unserer Zeit IV (1992) / Bearbeitung: feldwaldwiesenblogger


Alex Auf der Maur ist am 24. März 1968 geboren und schwang für den Schwingerverband am Mythen

Brillante Technik macht ihn zum Publikumsliebling
Mit zehn Jahren hat er sich dem Schwingsport verschrieben, mit Haut und Haaren sozusagen, denn halbe Sachen kennt Alex Auf der Maur nicht. Trainingsfleiss, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen sind einige Charakterstärken des Innerschweizers. Wer seinen Aufstieg ein wenig näher mitverfolgt hat, dem fiel bald einmal die Konstanz des Sennenschwingers auf, mit der er sich Rang für Rang nach vorne arbeitete.

Der vierfache Eidgenosse Toni Steiner als Mentor
Einen wesentlichen Anteil an seiner Entwicklung hatte der vierfache «Eidgenosse» Toni Steiner. Ihm blieb das Talent von Alex nicht verborgen. Er war es, der Auf der Maur die Zeit zur persönlichen Reife liess, ihm oft den notwendigen Beistand im Training und im Wettkampf leistete. Die Beharrlichkeit, mit der das Duo arbeitete, zahlte sich mit einer steil verlaufenen Karriere aus: Mit 18 Jahren der erste Kranz als Gast des Luzerner Kantonalfestes 1986. Schon drei Jahre später schaffte Alex die Schlussgangqualifikation sowohl auf dem Stoos, als auch auf der Rigi. Beide Male musste er gegen den Schwingerkönig von 1986, Harry Knüsel, noch Lehrgeld bezahlen. Die vorläufige Krönung war im gleichen Jahr der eidgenössische Kranz.

Vier gewonnene Gänge am ESAF 1986 in Stans
In Stans verlor der brillante Techniker nur gerade die Begegnung gegen Fritz Flühmann. Viermal war Alex siegreich und trennte sich gegen Christian von Weissenfluh, Erich Gnägi und im letzten Gang gegen Urs Schöni unentschieden. In ähnlichem Stil ging es 1990 weiter. Am NOS-Fest holte Alex Auf der Maur den Kranz. Drei Wochen später unterlag er im Schlussgang des Innerschweizer Schwingfestes Eugen Hasler und belegte Rang zwei. Mit diesem Leistungsausweis war die Teilnahme am Kilchberger-Schwinget (Rang 10d) die logische Folge. Mit dem ersten Kranzfestsieg am Zuger Kantonalfest 1991 erfüllte sich Alex einen weiteren Wunsch.

Schwere Verletzung auf der Rigi zugezogen
Erneut gelang es ihm, auf dem Stoos und auf der Rigi in die Endausmarchung vorzudringen. Beide Male hiess sein Bezwinger Eugen Hasler. Auf der Rigi verletzte sich der sympathische Schwyzer allerdings schwer. Die Ärzte in der Klinik St. Anna in Luzern diagnostizierten einen Kreuzband- und Innenbandriss am rechten Knie, was eine rund zehnmonatige Pause zur Folge hatte. Unterschiedlich verlief die Saison 1992. Bei seinem Comeback am Zuger Kantonalfest liess Alex Auf der Maur mit der Schlussgangteilnahme, die er wegen einer im ersten Zug eingehandelten Zerrung gegen Adelbert Gisler überraschend verlor, bereits wieder aufhorchen. Erstmals in seiner bisherigen Laufbahn erreichte der Innschweizer auf dem Stoos den Ausstich nicht. Auf der Rigi drang er wieder in den Schlussgang vor und unterlag dem entfesselten Vinzenz Küttel.

Den zweiten Eidgenössischen Kranz 1992 in Olten gewonnen
In Olten doppelte Alex mit dem zweiten eidgenössischen Kranz nach. Auf der Maur scheut keinen Aufwand, um an der Spitze zu bleiben. Das Schwingtraining beansprucht mindestens zwei Abende zu je drei Stunden pro Woche. Dieses ausgesprochen zielgerichtete Training ist im Wettkampf jedoch nur anwendbar, wenn die Kondition ebenfalls mitspielt. Dafür wendet Alex im Sommer zwei, und im Winter drei Trainingseinheiten auf. Mit seiner vielseitigen und offensiven Schwingweise hat er sich die Herzen der Zuschauer schon lange erobert. Sei es ein rasanter Kurz, die Kombination Kurz-Lätz, ein gekonnter Brienzer, ein schneller Übersprung oder ein «Bodenrugeli» – alles ist beim Landwirt möglich.

Mit neun Geschwistern aufgewachsen
Alex Auf der Maur erlebte zusammen mit neun Geschwistern eine schöne Jugendzeit. Bruder Franz nahm ihn mit ins Training. Er gewann zwar nie einen Kranz, dafür ist Roman (Jahrgang 1971) stark im Kommen und reihte sich 1990 und 1992 am Innerschweizer Schwingfest wie Alex unter die Kranzgewinner.

Jeweils eine Woche Skiferien in Kitzbühel
Seit Abschluss der Schule arbeitet Alex auf der Maur auf dem elterlichen Hof, den er dereinst vom Vater übernehmen wird. In der Freizeit beschäftigt er sich am liebsten mit Sport im Allgemeinen und Skifahren. Jedes Jahr verbringt er zusammen mit anderen Schwingern des Schwingerverbandes am Mythen eine Woche Skiferien in Kitzbühel und besucht dann jeweils die Hahnenkamm-Abfahrt. So konnte er den Abfahrtstriumph seines Freundes Franz Heinzer 1991 hautnah miterleben.

Alex Auf der Maur meint zum Schwingsport:
«Ich betreibe das Schwingen als Hobby und weil die Kameradschaft so sehr gepflegt wird.»

feldwaldwiesenblogger