Ehemalige Schwingergrössen: Jean-René Leuba

Quelle: Schwingergestalten unserer Zeit II (1980) / Bearbeitung: feldwaldwiesenblogger


Jean-René Leuba ist am 9. Mai 1952 geboren und schwang für den Schwingklub Schaffhausen

Im Weinleset entdeckt
Im Herbst, wenn die Trauben reif sind, braucht es bekanntlich flinke Mädchen und starke Burschen, um den nächsten Jahrgang rechtzeitig einzubringen. Jean Leuba scheute sich als 15-jähriger Jüngling nicht, die schweren «Brenten» sicheren Schrittes zum Fass zu tragen. Werner Schwab, von der Schwingerfamilie mit Kurt und Willy Schwab, entging dies nicht. Er lobte den Burschen und animierte ihn zum Schwingen. Jean sagte nicht nein, doch vorerst zeigte sich, dass zur Kraft das Können kommen musste. «Ich erreichte während drei Jahren nie den Ausstich. Trotzdem gefiel mir das Schwingen, und ich gab nicht auf», erzählt er. Diese Einstellung trug Früchte.

1974 und 1977 den ESAF-Kranz gewonnen
An zwei Eidgenössischen klassierte er sich grossartig: 1974 in Schwyz im dritten und 1977 in Basel im fünften Rang mit je sechs gewonnenen Gängen. Wahrlich eine tolle Leistung für den Kurz- und Übersprungspezialisten, der immer wieder seine Glanztage hat, an denen er über sich hinauswächst. Von seinem Erfolg in Schwyz mit Siegen über Fritz Uhlmann, Bruno Jutzeler und zuletzt Josef Bissig war er selbst überrascht.

Ursprünglich aus der Romandie
Leuba, ein nach Schaffhausen verpflanzter Romand, ist in der Ostschweiz heute in jeder Beziehung eingelebt. Eigentlich war nur ein Schnupperjahr vorgesehen, doch er lernte gute Schwingerkameraden und – gewiss mitentscheidend – seine Frau kennen. Mit ihr zusammen führt er seit März 1980 das Restaurant «Linde» in Schaffhausen.

Konditions- und ein Krafttraining in der «Folterkammer»
Ausser dem Schwingen ist ihm die Familie sehr wichtig. Wenn er zu Hause ist und Zeit hat, betätigt er sich als Hobbykoch. Im Winter fährt er gerne Ski. Weitere Ausgleichssportarten sind Velofahren, Schwimmen und Waldläufe. Das Trainingsschwergewicht liegt auf dem Winterhalbjahr: Pro Woche ist Leuba da an zwei Abenden im Schwingkeller, dazu kommen ein Konditions- und ein Krafttraining in der sogenannten «Folterkammer». Während der Schwingfestsaison wird zweimal pro Woche geübt.

Sein grosses Vorbild einmal auf den Rücken gelegt
Vor Unfällen blieb Leuba bis jetzt verschont. Karl Meli ist für ihn «der Grösste». Wohl gerade deshalb freut es den Schalk, dass er sein Vorbild wenigstens einmal auf den Rücken legen konnte. Es geschah am Jubiläumsfest zum 75-Jahr-Jubiläum des Schwingklubs Winterthur im Jahre 1977. Immerhin gewann mit Noldi Ehrensberger doch noch ein Vertreter des ruhmreichen Klubs.

Am Olma-Schwinget 1979 im Schlussgang
Leuba war bisher zweimal Erstgekrönter, beide Erfolge glückten ihm in der ursprünglichen Heimat: Sieg am Neuenburger Kantonalen 1972 und am Freiburger Kantonalschwingfest 1977. Im Schlussgang bettete er den scheinbar ungefährdet in Führung liegenden Ernest Schläfli ins Sägemehl und überflügelte ihn knapp. Am Olma-Schwinget bestritt er 1979 den Schlussgang mit Ernst Schläpfer, und wurde Fünfter.

Leuba meint zum Schwingsport: «Es bedeutet mir sehr viel, obwohl Schwingen für mich keine ernste Sache ist. Ich habe einfach den Plausch am Volkstümlichen und an den vielen Kameraden und Schwingerfreunden.»

feldwaldwiesenblogger

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