Schwingklub Burgdorf – Der Sonderfall

Quelle: Chronik «100 Jahre Schwingklub Burgdorf / 1920 – 2020»
Bearbeitung: feldwaldwiesenblogger

Der Schwingklub Burgdorf veröffentlichte kürzlich zum 100. Geburtstag eine schöne Chronik. In dieser fand ich den nachfolgenden Text, welcher den «Sonderfall Burgdorf» behandelt. So dürfen Schwinger und Jungschwinger vom Schwingklub Burgdorf dem Emmentalischen oder dem Oberaargauischen Schwingerverband angehören. Dass Mitglieder eines Schwingklubs dem einen oder anderen Gau- oder Kantonalverband angehören können, ist schweizweit einzigartig.

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Gründung 1920
Der Schwingklub Burgdorf wurde 1920 als ältester Klub des Emmentalischen Schwingerverbandes gegründet. 22 Jahre nach der Entstehung des Mutterverbandes sah man damals zwar die Bildung eines Schwingklubs nicht gerne und witterte gar separatistische Tendenzen.


In der schön bebilderten Chronik wird die Geschichte des Schwingklubs Burgdorf nachgezeichnet
Bild: Chronik «100 Jahre Schwingklub Burgdorf / 1920 – 2020»

Sonderfall im Eidgenössischen Schwingerverband
Nebst Schwingern aus dem Emmental stiessen auch Sportler aus dem Oberaargau zum im Grenzgebiet der beiden Verbände gelegenen Schwingklub. Schliesslich wurde der geografischen Lage auch auf dem Papier Rechnung getragen, und daher ist Burgdorf auch heute noch in Bezug auf die Verbandszugehörigkeit ein Sonderfall im Eidgenössischen Schwingerverband. Schwinger aus beiden Gauverbänden treffen sich hier und halten seit jeher in sehr guter Kameradschaft und gegenseitiger Anerkennung zusammen. So gilt der Burgdorfer Verein als zweitältester Klub im Oberaargau (nach Herzogenbuchsee), auch wenn die Statuten klipp und klar festhalten: «Der Schwingklub Burgdorf ist Mitglied des Emmentalischen Schwingerverbandes und ist für seine Handlungen dem Emmentalischen Schwingerverband gegenüber verantwortlich.» Es steht aber auch zu lesen: «Schwinger und Jungschwinger können dem Emmentalischen oder dem Oberaargauischen Schwingerverband angehören. Über die Verbandszugehörigkeit entscheidet das Mitglied selbst.»

«Weder Fisch noch Vogel» bringt Vor- und Nachteile
Dieser schweizweit einzigartige Sonderstatus bringt den Burgdorfern sowohl Vor- wie auch Nachteile. Dass in der Trainingsgestaltung auf zwei Gauverbände zurückgegriffen und in Trainingszusammenzügen beider Regionen angetreten werden darf, ist sicherlich ein Gewinn. Die Kehrseite findet sich im Gegenzug dann und wann bei den Einteilungskampfgerichten. Weil die Emmestädter manchmal als «weder Fisch noch Vogel» gelten, kommt es vor, dass sie in der strategischen Taktik der Einteiler verloren gehen. Die Interessen der Burgdorfer, welche je nach Sichtweise eben nur «halbe» Emmentaler oder «halbe» Oberaargauer sind, werden teilweise nicht mit der gleichen Vehemenz verfolgt wie bei den «vollwertigen» Klubs.

Schwingpolitisches Geplänkel vor der Vergabe des ESAF 2013 in Burgdorf
Die «schwingerischen» Grenzen entsprachen früher den politischen Grenzen. Doch obwohl sich das politische Emmental heute bis nach Zielebach erstreckt und die Gemeinde Burgdorf vom «Tor zum Emmental» (also an der Grenze des Emmentals liegend) zur «Stadt im Emmental» mutierte (und jetzt in der Mitte der politischen Region liegt), hat sich an den schwingerischen Abgrenzungen nichts geändert. Der schwingpolitische Graben vollzieht sich seit jeher zwischen den Gemeinden Burgdorf und Kirchberg, was bei der Vergabe des Eidgenössischen 2013 in Burgdorf zu einem schwingpolitischen Geplänkel geführt hat. Das Festgelände des ESAF 2013 sollte in der Ey zwischen Burgdorf und Kirchberg und somit zu einem Teil auf Oberaargauer Boden zu liegen kommen. Dies wollten die Gegner zur Schwächung der Kandidatur Burgdorf nutzen. Da 1983 mit der Austragung Langenthal bereits einmal ein ESAF im Oberaargau stattgefunden hatte, versuchten diese, die Kandidatur Thun zu bevorteilen (das letzte ESAF im Oberland lag mit 1956 einiges weiter in der Vergangenheit). Aus gutem Grund benannte daher das Bewerbungs-OK damals seine Kandidatur mit dem Namen «Eidgenössisches Schwing- und Alplerfest 2013 Burgdorf im Emmental». Auch der später eingeführte Claim «Daheim im Emmental» sollte diese Zugehörigkeit unterstreichen. Die Kandidatur Burgdorf war 2009 nicht zuletzt deshalb erfolgreich, weil noch nie zuvor in der Geschichte des Eidgenössischen Schwingerverbandes ein ESAF im Emmental stattgefunden hatte. Indes: Der grössere Teil des ESAF-Festgeländes mit dem Campingplatz lag dann aber tatsächlich auf Kirchberger und somit aus schwingerischer (nicht aber aus politischer) Sicht auf Oberaargauer Boden, was ebenso für die Arena mit deren Standort galt.


Der grössere Teil des ESAF 2013-Geländes lag auf Oberaargauer Boden
Bild: Chronik «100 Jahre Schwingklub Burgdorf / 1920 – 2020»

Sonderstatuts ist eher eine Belastung
Besonders die heutige Vorstandsgeneration empfindet den Sonderstatus des Klubs mitunter als eher belastend. Der Grund liegt auf der Hand: Das Dabeisein in zwei Verbänden bringt nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Die Erwartungshaltung, in beiden Gauverbänden die üblichen Rollen einzunehmen, hängt jedoch sehr hoch. Für beide Verbandsvorstände und Kommissionen sollten Funktionäre bestellt werden. Da der Vorstand des Schwingklubs Burgdorf aber in den letzten 25 Jahren eher oberaargaulastig war, konnte beispielsweise über einen längeren Zeitraum niemand in den Emmentaler Vorstand entsandt werden.

Schwingfest-«Triple» 2024
Auf beiden Seiten werden alle Schwingklubs in Aktionen eingebunden, sollten an Sitzungen präsent sein und Aufgaben übernehmen und sowohl im Emmental wie auch im Oberaargau wird erwartet, dass periodisch Verbandsversammlungen und Kranzfeste durchgeführt werden. Insbesondere Letzteres wirkt in Zeiten von einer sich reduzierenden Anzahl an Schwingklubs, wie das aktuell im Emmental der Fall ist, noch verschärfend aus, da sich die Arbeit auf weniger Vereine verteilt. Die Klubführung wies schon 2002 ein vom Oberaargauischen Schwingerverband verfasstes Schwingfestreglement in erster Lesung zurück. «Wir sind nicht bereit, für beide Verbände Schwingfeste durchzuführen.» Gelebt wird die Pflicht jetzt aber trotzdem so, wie die Doppelschwingfeste von 2005 und das anstehende Schwingfest-«Triple» 2024 eindrücklich zeigen.

Stolze Sonderlinge
Trotz dieser Nachteile sind die Burgdorfer auch etwas stolz darauf, Sonderlinge zu sein. Ab und zu auftauchende Forderungen, sich für die eine oder andere Seite zu entscheiden, werden jedenfalls regelmässig im Keim erstickt, wobei sich die früheren Rivalitäten im Sägemehl zu zeigen scheinen. Interessant ist, dass die Ablehnungshaltung, sich dem einstigen «Gegnerverband» anzuschliessen, mit zunehmendem Alter abnimmt, haben doch in einer (allerdings nicht repräsentativen) Umfrage ältere Ehrenmitglieder verlauten lassen, dass die Lösung dieser Frage nicht an ihnen scheitern solle. Die jüngere Garde der Ehrenmitglieder und derjenige Vorstandsteil, der selbst noch aktiv war, ist hingegen sehr bestimmt in den Meinungen. Eher noch werde es zu einer Fusion der beiden Verbände Emmental und Oberaargau kommen, als dass sich die Burgdorfer einer Seite hin- und somit der anderen Seite abwende, lautet es fast unisono.


Der Schwingklub Burgdorf im Jubiläumsjahr 2020
Bild: schwingklub-burgdorf.ch

Der «Sonderfall Burgdorf» wird wohl noch länger bestehen bleiben
Doch eine solche Fusion steht zumindest für die aktuelle Generation kaum auf der Traktandenliste. Die Emmentaler gelten als Bewahrer, die sich gemäss Volksmund Neuem verschliessen, während die Oberaargauer oftmals reformfreudig dargestellt werden, welche aber ebenso oft bei anderen anecken – vielleicht, weil sie in deren Augen leichtfertig mit jahrzehntealten Traditionen brechen.
So wird der «Sonderfall Burgdorf» wohl noch auf unbestimmte Zeit bestehen bleiben. Und vielleicht, ja vielleicht, ist es sogar ganz gut so.

feldwaldwiesenblogger

Was wünscht sich Michael Saner, der Präsident der Nordwestschweizer Schwinger, für 2021?

Text: feldwaldwiesenblogger

Michael Saner leitet seit diesem Frühjahr die Geschicke des Nordwestschweizerischen Schwingerverbandes (NWSV). Der Solothurner ist im Zentralvorstand (ZV) des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV) zudem Ressortleiter Informatik.
In meiner kleinen Interview-Reihe stellt man fest, dass die höchsten Schwingerfunktionäre des Landes ähnliche Aussagen zu dieser schwierigen Corona-Pandemie tätigen. Das verwundert weiter nicht. Ebenfalls wünschen sich die Herren für 2021 in erster Linie gute Gesundheit und dass Schwingfeste stattfinden können, so auch Saner.
Der Chef der Nordwestschweizer geht im heutigen Beitrag aber auch auf berechtigte Sorgen ein. Er sorgt sich dabei um die Jungschwinger, welche vom Schwingsport abwandern könnten, und dass man deswegen einer schweren Zeit entgegen gehen könnte. «Da wird es jedes Mitglied vom ESV brauchen, um keinen Schaden zu nehmen», meint Saner. Ich sehe dies auch als Warnruf. Diesen hat der Obmann Markus Lauener bei seinen Antworten bereits aufgenommen, und forderte deshalb: «Hier sind unsere Technischen Leiter und unsere Jungschwingerleiter gefordert. Wichtig ist, dass sie den Kontakt aufrechterhalten und Trainings sowie Aktivitäten auch ausserhalb des Sägemehls organisieren und durchführen.»

Michael Saner lieferte die Antworten zu meinen fünf Fragen in schriftlicher Form.


Michael Saner ist seit diesem Frühjahr Präsident der Nordwestschweizer Schwinger
Bild: esv.ch

Was wünscht Du Dir für 2021?
«Da hat sich eigentlich nicht viel geändert im Vergleich zu anderen Jahren: Nur bekommen die Wünsche jetzt mehr Bedeutung. Ich wünsche mir, dass mein Umfeld und meine Familie mit einer guten Gesundheit und Zufriedenheit durch das Jahr 2021 kommt. Und natürlich, dass möglichst viele Schwingfeste stattfinden können.»

Es herrscht grosse Planungsunsicherheit: Welche Ziele kannst du dir für 2021 trotzdem setzen?
«Der Weg wird das Ziel sein. Es stehen verschiedene wichtige Feste im nächsten Jahr an, wie der Eidgenössische Nachwuchsschwingertag (ENST) in Schwarzenburg oder das ESV-Jubiläumsschwingfest. Weiter aber auch das Jubiläumsschwingfest in Lausen, wo unser Teilverband den 125. Geburtstag feiern wird.
Der NWSV wird den Fokus im 2021 auf die Durchführung der Trainings und Wettkämpfe richten. Und: Das ESAF 2022 in Pratteln ist dann auch nicht mehr weit entfernt.»

Kann der Eidgenössische Schwingerverband noch mehr tun als bisher, damit 2021 wirklich geschwungen werden kann?
«Natürlich kann der Zentralvorstand mehr tun. Aber dies würde keinen Sinn ergeben. Denn: Dem ZV geht es wie der Landesregierung, jede Region hat seine eigenen Voraussetzungen und Möglichkeiten. Diese Unterschiede sind unsere grosse Stärke und diese müssen auch geschickt genutzt werden.
Die Klubs an der Basis bringen sehr viel Herzblut für das Schwingen auf, und werden das Möglichste aus der Situation machen. Jeder nach seinen Möglichkeiten. Zudem muss der wirtschaftliche Faktor zurückgestellt werden. Dies nicht nur bei den OK’s, sondern auch bei den Schwingern.»

Wie sollen die Organisatoren ihre Schwingfeste für 2021 planen?
«Wenn ich das wüsste, wäre ich Hellseher. Das kann im Moment wohl niemand sagen. Wenn wir aber das Ziel verfolgen, dass im 2021 geschwungen werden soll, müssen die Kosten sehr strikt gehalten werden. Ich glaube, in diesen Zeiten braucht niemand eine gedeckte Tribüne, VIP-Zelte oder grosse Gabentempel. Es geht ums Schwingen, das sollte das Ziel sein. Sämtliche Zulieferer von Schwingfesten haben dasselbe Ziel wie wir: Da nützt ein klärendes Gespräch mit den betroffenen Personen immer sehr viel.»

Wie hält man die vielen Schwinger und Funktionäre in dieser schwierigen Zeit gut motiviert bei Laune?
«Das geht eigentlich gar nicht. Man weiss erst was man hatte, wenn man es verloren hat. Hand aufs Herz: Wer wollte nicht auch schon am Sonntagmorgen um sechs Uhr im Bett bleiben und mit der Familie frühstücken, anstatt an ein Schwingfest zu fahren, wo es in Strömen regnet. Ein Jahr Stillstand ist auch nicht so schlecht. Aber ich glaube, die Freude auf die nächste Saison ist umso grösser.
Was mir Sorgen bereitet, sind die Jungschwinger. Wenn zum Beispiel die Fussballer trainieren können, wir Schwinger aber nicht, werden wir einer schweren Zeit entgegen gehen. Da wird es jedes Mitglied vom ESV brauchen, um keinen Schaden zu nehmen.»

feldwaldwiesenblogger

ENST 2021 – Die Vorbereitungsarbeiten laufen trotz Corona weiter

Text: Reto Zbinden (Kommunikationsverantwortlicher ENST 2021) / Bearbeitung: feldwaldwiesenblogger

Wie alle Organisatoren von Sportveranstaltungen steht auch das OK des 6. Eidgenössischen Nachwuchsschwingertages (ENST) in Schwarzenburg vor grossen Herausforderungen. Umso mehr stellt es sich hinter das vom Eidgenössischen Schwingerverband herausgegebene Rahmenkonzept «Schwingfest 2021 zu 100% ja» und hat beschlossen den Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag am Sonntag, 29. August 2021 durchzuführen. Voraussetzung dafür ist, dass Zweikämpfe im Sägemehl im nächsten Sommer wieder erlaubt sind. Das OK bleibt zuversichtlich, den Nachwuchsschwingern einen würdigen Anlass organisieren zu können.


Das OK vom ENST 2021 steht vor grossen Herausforderungen, bleibt aber zuversichtlich
Bild: enst2021.ch

Zuversicht und Motivation für die Nachwuchsschwinger
OK-Präsident Thomas Staub sagt dazu: «Für die Schwinger und insbesondere die Nachwuchsschwinger ist es wichtig, im 2021 wieder Wettkämpfe bestreiten zu können. Die Gefahr, dass der Schwingsport sonst seinen Nachwuchs verliert, ist gross. Wir werden deshalb alles daransetzen, den ENST 2021 in Schwarzenburg durchführen zu können. Um den Nachwuchsschwingern nach dem schwierigen 2020 wieder Zuversicht und Motivation zu geben. In welchem Rahmen, mit welchem Festprogramm und mit wie vielen Besuchern wir das Fest durchführen können, hängt natürlich von der Pandemie-Entwicklung ab. Da der ENST 2021 erst Ende August stattfinden wird, werden wir uns auch an den Schwingfesten, welche im Frühjahr und Sommer stattfinden, orientieren können.»

Verzicht auf ein grosses Festzelt
Aufgrund der fehlenden Planungssicherheit verfolgt das OK eine sehr restriktive Budgetpolitik und hat unter anderem bereits entschieden, auf ein grosses Festzelt zu verzichten. Für die Abendunterhaltung und die Siegerehrung wird stattdessen die Mehrzweckanlage «Pöschen» genutzt.

Weiterer Hauptsponsor gefunden
Auch das Ressort Sponsoring ist weiterhin aktiv und freut sich, nach der Bank Gantrisch, der Migros und Rugenbräu mit der GLB Genossenschaft einen weiteren Hauptsponsor gefunden zu haben. Die GLB Genossenschaft passt als ein in der Region verankertes Bauunternehmen hervorragend zum Eidgenössischen Nachwuchschwingertag. Das OK dankt der GLB Genossenschaft, dass diese sich trotz der unsicheren Wirtschaftslage für den Schwingsport engagieren.

feldwaldwiesenblogger

Was wünscht sich Markus Lauener, der ESV-Obmann, für 2021?

Text: feldwaldwiesenblogger

Meine kleine Interview-Reihe zum Jahresende geht heute mit Markus Lauener in eine neue Runde. Lauener ist seit diesem Frühling Obmann des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV). Die Wahl zu diesem Spitzenamt fand nicht wie üblich an einer Abgeordnetenversammlung statt. Der Berner Oberländer wurde schriftlich gewählt, und erlebte wegen der Corona-Pandemie ein sehr spezielles erstes Jahr als Obmann. In der neusten Printausgabe der Schwingerzeitung «SCHLUSSGANG» meint er in einem Interview denn auch: «Auswirkungen beschäftigen mich täglich».

Markus Lauener hat mir die Antworten zu meinen fünf Fragen schriftlich übermittelt. Für ihn und uns alle hoffe ich, dass wir 2021 wieder ein Stück weit Richtung Normalität zurückkehren können.


Markus Lauener ist seit diesem Frühling ESV-Obmann
Bild: esv.ch

Was wünscht Du Dir für 2021?
«Ich wünsche mir, dass Alle gesund sind. Ich wünsche mir aber auch, dass wir wieder trainieren dürfen und Schwingfeste stattfinden können.»

Es herrscht grosse Planungsunsicherheit: Welche Ziele kannst du dir für 2021 trotzdem setzen?
«Auch wenn 2021 Schwingfeste wohl nicht im üblichen Rahmen stattfinden können, so ist es doch wichtig, dass Schwingfeste auch mit Einschränkungen organisiert werden. Wir haben uns weiter zum Ziel gesetzt, dass auch für unsere Jung- und Nachwuchsschwinger Wettkämpfe organisiert werden.»

Kann der Eidgenössische Schwingerverband noch mehr tun als bisher, damit 2021 wirklich geschwungen werden kann?
«Im Moment sind uns natürlich die Hände gebunden. Wir müssen uns an die Vorgaben von Bund, der Kantone und dem BAG halten.
Schutzkonzepte sind vorhanden. Wichtig ist der Kontakt zu den verschiedenen Organisationskomitees.»

Wie sollen die Organisatoren ihre Schwingfeste für 2021 planen?
«Im Moment muss davon ausgegangen werden, dass mit weniger, wenn nicht sogar ohne Zuschauer, geschwungen werden muss. Für die Organisatoren heisst das, dies in ihre Planung aufzunehmen und die Kosten so tief als möglich zu halten.»

Wie hält man die vielen Schwinger und Funktionäre in dieser schwierigen Zeit gut motiviert bei Laune?
«Hier sind unsere Technischen Leiter und unsere Jungschwingerleiter gefordert. Wichtig ist, dass sie den Kontakt aufrechterhalten und
Trainings sowie Aktivitäten auch ausserhalb des Sägemehls organisieren und durchführen.»

feldwaldwiesenblogger

Was wünscht sich Rolf Lussi, der Präsident der Nordostschweizer Schwinger, für 2021?

Text: feldwaldwiesenblogger

Rolf Lussi, seines Zeichen Präsident des Nordostschweizer Schwingerverbandes (NOSV), ist heute der dritte im Bunde meiner kleinen Interview-Reihe. Wie bereits Jakob Aeschbacher (Präsident der Berner Schwinger) und Peter Achermann (Präsident der Innerschweizer Schwinger) gab mir Lussi seine Antworten zu den fünf Fragen. Mich interessiert dabei, was sich unsere höchsten Schwingerfunktionäre für 2021 wünschen, und ob der Eidgenössische Schwingerverband (ESV) noch mehr tun kann, dass 2021 tatsächlich geschwungen werden kann. Weiter aber auch, wie die Organisatoren ihre Schwingfeste planen sollen. Am wichtigsten scheint mir aber die letzte Frage: «Wie hält man die vielen Schwinger und Funktionäre in dieser schwierigen Zeit gut motiviert bei Laune?». Peter Achermann meinte dazu: «Der gute Zusammenhalt in der Schwingerfamilie hilft uns auch diese Krise zu meistern.» In diesem Sinne soll diese Interview-Reihe auch Optimismus und Zuversicht in dieser schwierigen Zeit versprühen.

Rolf Lussi präsidiert die Nordostschweizer Schwinger seit anfangs Jahr und ist zudem Ressortleiter Anlässe im Zentralvorstand des ESV. Der Zürcher hat mir seine Antworten schriftlich übermittelt.


Rolf Lussi ist seit anfangs Jahr Präsident der Nordostschweizer Schwinger
Bild: esv.ch

Was wünscht Du Dir für 2021?
«Ich wünsche mir, dass wir wieder in die früher gelebte Normalität zurückkehren können. An erster Stelle steht bestimmt die Gesundheit von uns allen, und dass wir uns wieder unbekümmert den schönen Dingen des Lebens widmen können. Da gehört für mich auch das Schwingen dazu. Insbesondere fehlen mir die persönlichen Kontakte mit den Schwingern und der ganzen Schwingerfamilie.»

Es herrscht grosse Planungsunsicherheit: Welche Ziele kannst du dir für 2021 trotzdem setzen?
«Es trifft zu, dass wir in Bezug auf den Trainingsbetrieb und die Schwingfeste eine grosse Planungsunsicherheit haben. Das wird wohl leider noch etwas so bleiben. Im NOSV haben wir uns in der schwingfestlosen Zeit von 2020 mit unserer Verbandsentwicklung beschäftigt. Diese Bestrebungen wollen wir weiterverfolgen.»

Kann der Eidgenössische Schwingerverband noch mehr tun als bisher, damit 2021 wirklich geschwungen werden kann?
«Die Vorgaben seitens Bund sind im Moment sehr eng gefasst und lassen für die Kontaktsportarten kaum Spielraum. Aus meiner Sicht macht es Sinn, dass der ESV den eingeschlagenen Weg weiterverfolgt und zusammen mit der Arbeitsgruppe Kampfsportarten gemeinsam nach Lösungen im Bereich der Trainings und Wettkämpfe sucht.»

Wie sollen die Organisatoren ihre Schwingfeste für 2021 planen?
«Wichtig scheint mir, dass wir „die Fahnen möglichst lange hochhalten“ und daran glauben, dass wir die Schwingfeste im 2021 durchführen können. Damit dies gelingt, braucht es von den Organisatoren und den Verbänden/Klubs eine fortlaufende, auf die jeweilige Situation bezogene Lagebeurteilung. Aufbauend auf der Lagebeurteilung müssen verschiedene Szenarien ausgearbeitet werden. Dies kann vom Schwingfest im gewohnten Rahmen – über einen Anlass mit reduzierter Besucherzahl – bis zu einem Schwingfest ohne Zuschauer, dafür mit Live-Übertragung reichen. Es ist mir klar, dass dies ein enormer Mehraufwand für alle Beteiligten bedeutet und ich danke an dieser Stelle allen Beteiligten, die sich unermüdlich für unseren schönen Schwingsport engagieren.»

Wie hält man die vielen Schwinger und Funktionäre in dieser schwierigen Zeit gut motiviert bei Laune?
«Das ist tatsächlich eine schwierige Frage. Die geplanten Aktivitäten für die Schwinger brechen laufend weg und die Funktionäre müssen ihre Arbeit ebenfalls neu organisieren. Toll ist sicher, dass die Trainings der Nachwuchsschwinger im Rahmen der Möglichkeiten stattfinden können.
Ich denke und hoffe, dass diese schwierige Zeit auch etwas Gutes mit sich bringt. Wir alle müssen neue Methoden erlernen – sei es in der Trainingsgestaltung mit alternativen Sportarten und neuen Trainingsformen, der Abhaltung von Online-Sitzungen oder der Organisation von schriftlichen Versammlungen. Das hält uns körperlich und/oder geistig fit und hilft uns die Hürden der Zukunft zu meistern.»

feldwaldwiesenblogger

Der Schwingklub Flüelen wird 100 Jahre alt: Eine Broschüre beleuchtet die Klubgeschichte

Text und Bilder: Elias Bricker / Bearbeitung: feldwaldwiesenblogger

Zum 100. Geburtstag vom Schwingklub Flüelen hat Ehrenmitglied Elias Bricker die Geschichte des Klubs in einer reichbebilderten Broschüre aufgearbeitet. Geplant war eigentlich ein grosses Fest in der Turnhalle in Sisikon. Doch daraus wurde nichts. «Corona hat uns das 100-Jahr-Jubiläumsfest des Schwingklubs Flüelen regelrecht vermiest», sagt Klubpräsident Christian Arnold. Auch die Generalversammlung, die traditionell am 5. Januar stattfindet, wird abgesagt. Der Vorstand hat nun provisorisch ein neues Datum für das Jubiläumsfest im Oktober 2021 reserviert.


Pius Zwyer (mit Stier) gewann am Ob- und Nidwaldner Kantonalschwingfest 1987 gegen seinen Klubkollegen Bernhard Walker (links), danach stieg im Hotel Eden in Sisikon ein grosses Fest

«Wir wollen aber dennoch in Kontakt mit unseren Mitgliedern bleiben – auch wenn vorerst keine Schwingeranlässe stattfinden werden», sagt Präsident Arnold. Deshalb überrascht der Klub diese Tage seine Schwinger, Funktionäre sowie Frei- und Ehrenmitglieder mit einem speziellen Weihnachtsgeschenk: Sie erhalten per Post eine druckfrische Jubiläumsbroschüre.

Frauen sorgten für heftige Diskussionen
Historiker und Ehrenmitglied Elias Bricker hat auf rund 70 Seiten die Geschichte des Schwingklubs Flüelen aufgearbeitet. Unterstützt wurde er dabei von Freimitglied Bruno Arnold, dem ehemaligen Redaktionsleiter der Urner Zeitung. Arnold kümmerte sich um das Lektorat. Bricker beleuchtet in der Festschrift die Höhenpunkte der vergangenen hundert Jahre. Dazu gehören etwa Hans Zieglers Kranzgewinn am «Eidgenössischen» 1937 oder das Ob- und Nidwaldner Kantonalschwingfest 1987, als sich mit Pius Zwyer und Bernhard Walker gleich zwei Klubkameraden im Schlussgang gegenüberstanden. In der Broschüre kommen aber auch die weniger schönen Momente zur Sprache und viele schon beinahe vergessene Episoden: Wer weiss denn heute noch, dass der Schwingklub Flüelen in den 1960er-Jahren in Seelisberg eine Untersektion betreute oder dass die im Sägemehl erfolgreichen «Flüelerinnen» in den 1980er-Jahren für heftige Diskussionen gesorgt hatten?


Wie das Bild vom Festplatz am «Kantonalen» 1964 in Flüelen zeigt, war die Sägemehl-Dicke damals viel kleiner als heute

Turnverein Flüelen machte Schwingen populär
Schwingen war in Flüelen aber schon populär, lange bevor der Klub gegründet worden ist. Denn die Urner Turnvereine verschrieben sich Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem dem Nationalturnen und förderten somit den Schwingsport im Kanton Uri im Speziellen. So führte auch der Turnverein Flüelen zwischen 1910 und 1920 mehrmals auf dem Holzplatz beim «Hirschen» ein Kilbischwinget durch. Das belegt ein Bild der Flüeler Turner aus dem Jahr 1884.
Die Turner aus dem Hafenstädtchen waren denn auch 1917 an vorderster Front dabei, als der Urner Kantonale Schwingerverband gegründet wurde. Der Kantonalverband organisierte in den Jahren unmittelbar nach seiner Gründung Trainings in verschiedenen Urner Ortschaften. Auch in Flüelen besuchten einige Turner diese Schwingkurse. 1920 entstanden aus den Trainingsgruppen des Kantonalverbandes dann eigenständige Vereine.

Flüeler trainieren im Sommer auf Open-Air-Anlage
Als Trainingshalle diente von Beginn an die alte Kirche, welche die Funktion einer Gemeindeturnhalle hatte. Die Schwinger hatten im Chor einen Sägemehlring errichtet. Erst mit dem Bau des Gehren-Schulhauses in den 1970-Jahren erhielten die Schwinger mit dem Athletikraum einen neuen Trainingsort, allerdings ist dieser bis heute nur mit Matten bestückt. Daher besuchten die Schwinger immer wieder Trainings in den Schwinghallen von anderen Klubs. 2010 errichtete dann der Vorstand auf dem Sportplatz die so genannte Open-Air-Anlage, auf der im Sommer unter freiem Himmel im Sägemehl trainiert werden kann.
Auch die sportlichen Erfolge blieben nicht aus: Mit Franz Poletti, Hans Ziegler, Josef Schilter, Franz Walker, Bernhard Walker und Pius Zwyer stellte der Klub in den vergangenen hundert Jahren mehrere Kranzfestsieger. Um auch weiterhin erfolgreich zu sein, investiert der Schwingklub Flüelen als einer der kleinsten Schwingklubs in der Schweiz viel in die Nachwuchsförderung.


Der frühere Kranzschwinger Paul Zwyer ist derzeit Fähnrich des Innerschweizer Schwingerverbands, rechts erkennt man Klubmitglied und ISV-Präsident Peter Achermann

Die wohl grösste Sportveranstaltung in Uri
Zu den Höhepunkten der Vereinsgeschichte gehören auch die Grossanlässe: Der Schwingklub Flüelen führte bereits siebzehn Mal das «Kantonale» und vier Mal das «Innerschweizerische» durch. In bester Erinnerung ist allen Beteiligten noch das Innerschweizer Schwing- und Älplerfest im vergangenen Jahr.
1991 organisierte der Urner Kantonale Schwingerverband zudem unter Mitwirkung der «Flüeler» das Bundesfeierschwingfest zum 700-jährigen Bestehen der Eidgenossenschaft. Das Fest lockte damals 16’000 Zuschauer an. Einen grösseren Sportanlass hat es im Kanton Uri wohl kaum je gegeben.

Hinweis
Die Broschüre «100 Jahre Schwingklub Flüelen» ist im Restaurant Linde in Flüelen erhältlich. Ausserkantonale Schwingerfreunde können die Broschüre aber auch per E-Mail bestellen (E-Mail-Adresse: kempf-herger@bluewin.ch).

feldwaldwiesenblogger

Was wünscht sich Peter Achermann, der Präsident der Innerschweizer Schwinger, für 2021?

Text: feldwaldwiesenblogger

Kürzlich habe ich eine kleine Interview-Reihe gestartet. Dabei stelle ich allen fünf Teilverbandspräsidenten und dem Obmann des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV) die gleichen fünf Fragen. Die Fragen, aber auch die Antworten der höchsten Schwingerfunktionäre des Landes zielen darauf ab, Weihnachten und dem nahenden Jahreswechsel positiv entgegenzublicken. Denn die seit März dieses Jahres dauernde Corona-Pandemie nagt bei allen an den Nerven. Betroffen sind alle, und alle haben Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Die Aussagen der sechs Männer sollen die Schwinger und die Funktionäre, aber auch die Schwingerfreunde optimistisch stimmen. Denn: Alle hoffen darauf, dass 2021 wieder geschwungen wird.

Jakob Aeschbacher, der Präsident der Berner Schwinger eröffnete den Reigen. Dieser wird heute mit dem Verbandspräsidenten der Innerschweizer Schwinger, Peter Achermann, fortgesetzt. Der Urner hat dieses Amt seit Februar 2014 inne, und ist zudem Ressortleiter Finanzen im Zentralvorstand des ESV. Achermann hat mir seine Antworten schriftlich übermittelt.


Peter Achermann ist seit Februar 2014 Präsident der Innerschweizer Schwinger
Bild: esv.ch

Was wünscht Du Dir für 2021?
«Dass wir alle gesund bleiben, und das landauf-landab wieder Schwingfeste stattfinden.»

Es herrscht grosse Planungsunsicherheit: Welche Ziele kannst du dir für 2021 trotzdem setzen?
«Für einmal stehen die sportlichen Erfolge nicht an erster Stelle. Wir haben uns im ESV zum Ziel gesetzt, dass 2021 wieder Schwingfeste stattfinden. Dazu sind mögliche Varianten und die entsprechenden Schutzkonzepte auszuarbeiten, auch wenn sich die Situation fast tagtäglich ändern kann. Sportlich ist es wichtig, dass unsere Aktivschwinger schon bald wieder ins Sägemehl zurückkehren dürfen, und dass möglichst alle geplanten Schwingfeste durchgeführt werden können.»

Kann der Eidgenössische Schwingerverband noch mehr tun als bisher, damit 2021 wirklich geschwungen werden kann?
«Wir sind im ESV ständig in Kontakt mit Swiss Olympic, auch in Zusammenarbeit mit anderen Kampfsportverbänden und versuchen das Mögliche zu tun. Wir wollen im Schwingsport aber keine Zweiklassengesellschaft fördern.»

Wie sollen die Organisatoren ihre Schwingfeste für 2021 planen?
«Aus meiner Sicht ist es wichtig, die Schwingfeste zu reduzieren, nicht zu überborden und generell auf dem Boden zu bleiben. So gesehen ist es für die Zukunft der Schwingfeste vielleicht auch eine Chance.»

Wie hält man die vielen Schwinger und Funktionäre in dieser schwierigen Zeit gut motiviert bei Laune?
«Der gute Zusammenhalt in der Schwingerfamilie hilft uns auch diese Krise zu meistern. Umso mehr freuen wir uns, wenn es wieder heisst: „Manne, a d Arbet“.»

feldwaldwiesenblogger

Die ersten Sponsoren in der 93-jährigen Geschichte des Kilchberger Schwingets

Text: Claudia Schweizer (Medienverantwortliche Kilchberger Schwinget und Schwingklub Zürich) / Bearbeitung: feldwaldwiesenblogger

Die Migros und die Zürcher Kantonalbank sind die ersten Sponsoren in der 93-jährigen Geschichte des Kilchberger Schwingets. Ihr grosszügiges Engagement erlaubt es, dass der einzigartige Geist des im September 2021 stattfindenden Schwingfests gewahrt werden kann.


Der nächste Kilchberger Schwinget findet am 25. September 2021 statt
Bild: neo1.ch

Die 17. Austragung des Kilchberger Schwingets
Der 25. September 2021 ist ein Tag, dem Schwing-Fans entgegenfiebern. Dann findet nämlich zum 17. Mal der Kilchberger Schwinget statt.
Zwei Besonderheiten, die den Wettkampf seit seiner ersten Durchführung im Jahr 1927 auszeichnen, werden auch den nächsten Kilchberger Schwinget zu einem ganz besonderen Ereignis machen. Zum einen werden erneut nur die 60 besten Schwinger der Schweiz eingeladen – im Schwinger-Jargon ehrfurchtsvoll die «ganz Bösen» genannt. Zum andern sind neben den Schwingern auch die 12’000 Zuschauer wieder ausschliesslich auf Einladung dabei. Im Klartext: Die Vergabe der Eintrittskarten erfolgt über den Eidgenössischen Schwingerverband, welcher diese im Verhältnis zu ihrer Grösse an die Schwingklubs weitergibt. Diese schenken die Eintrittskarten ihren verdienten Mitgliedern.

Stiftung eines grosszügigen Mäzens
Früher sorgte jeweils die Stiftung eines grosszügigen Mäzens dafür, dass die Schwingfreunde gratis dabei sein durften, wenn sich hoch über dem Zürichsee die Besten der Bösen miteinander massen. Nach dem Hinschied des langjährigen Förderers wurden die zur Verfügung gestellten Mittel reduziert und das Organisationskomitee musste nach Möglichkeiten suchen, wie die Zuschauer trotzdem weiterhin gratis an den Kilchberger Schwinget dürfen. So wurde der Beschluss gefasst, erstmals in der fast 100-jährigen Geschichte des nicht gewinnorientierten Anlasses Sponsoren zuzulassen, die mit ihrem Engagement ermöglichen, dass der einzigartige Geist des im September 2021 stattfindenden Schwingfests gewahrt bleiben kann.

Zwei Sponsoren gefunden
Zur grossen Freude des Organisationskomitees haben sich die Migros und die Zürcher Kantonalbank dazu entschlossen, den Kilchberger Schwinget 2021 zu unterstützen. Als verlässlicher Partner beim Eidgenössischen Schwingfest, dem Unspunnen-Fest, diversen Bergkranzfesten sowie vielen Teilverbands- und Kantonalen Schwingfesten unterstützt die Migros schon seit Jahren die Schwingszene, sowie die Nachwuchsarbeit des Eidgenössischen Schwingerverbandes. Auch die Zürcher Kantonalbank ist mit dem Schwingsport eng verbunden, da sie vor allem im Kanton Zürich verschiedentlich Partner von regionalen und kantonalen Schwingfesten war und ist. Darüber hinaus ist die Zürcher Kantonalbank Hauptsponsorin des Zürcher Kantonalen Schwingerverbandes.
Das grosszügige Engagement der beiden Sponsoren ist gleich ein doppelter Grund zur Freude. Zum einen können so die grössten Schweizer Schwing-Fans am nächsten Kilchberger Schwinget erneut gratis dabei sein. Zum andern ermöglichen die Migros und die Zürcher Kantonalbank, dass eine mittlerweile 93-jährige Tradition gewahrt werden kann.


Der 1. Kilchberger Schwinget im Jahr 1927
Bild: kilchberger-schwinget.ch

So speziell, dass es ihn nur alle sechs Jahre geben darf: Der Kilchberger Schwinget
An einem verregneten Sonntag im Jahr 1927 wurde die Vision von Dr. Emil Huber Wirklichkeit. Der Jurist aus Kilchberg am Zürichsee, seit seiner Jugendzeit vom Schwingsport begeistert, hatte von einem Schwingfest geträumt, das gleichsam die Essenz des Schweizer Nationalsports zelebrieren sollte – den «Urkampf der Sennenschwinger auf der Alpenmatte», wie Huber schrieb. Und so fand denn am 11. September 1927 in Hubers Heimatgemeinde mit 42 Teilnehmern bei strömendem Regen der erste Kilchberger Schwinget statt.
Nachdem der Wettkampf in früheren Zeiten nur unregelmässig stattfand, lädt der Schwingklub Zürich seit 1978 alle sechs Jahre nach Kilchberg ein. Jörg Abderhalden (2002), Christian Stucki (2008) und Matthias Sempach (2014) sind die letzten Tagessieger des Kilchberger Schwingets, der neben dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest und dem Unspunnen- Schwinget zum Schweizer Schwinger-Grand-Slam gehört.
Der nächste Kilchberger Schwinget findet – um ein Jahr verschoben – am 25. September 2021 statt und verspricht, speziell spannend zu werden. Denn der Wettkampf bietet die Möglichkeit zur Revanche nach dem Eidgenössischen Jubiläums-Schwingfest vom 5. September 2021.

feldwaldwiesenblogger

Zum 100. Geburtstag des Entlebucher Schwingerverbandes ist eine schöne Jubiläumsschrift erschienen

Text: feldwaldwiesenblogger

Ab 1600 lässt sich das Schwingen als Wettkampfform der Alphirtenkultur nachweisen. Dabei wurde schon vor mehr als vierhundert Jahren rund um das Haslital, auf dem Brünig, aber auch im Entlebuch dem Schwingsport gefrönt. Das Entlebuch gilt als eine Gegend, in welcher schon sehr lange geschwungen wird. Schon viele Jahre vor der offiziellen Gründung des Schwingerverbandes pflegten die starken Mannen den Schwingsport. Dazu existieren auch Aufzeichnungen. In einem Blogbeitrag vom 11. Januar 2017, «Fragmente über Entlebuch»: Vom «Fleutischwung» und vom «Fleugedätsch», widmete ich mich bereits einmal diesem Thema.
Die Entlebucher Schwinger, welchen ich anfangs 2017 zudem einen Trainingsbesuch abstattete, feierten 2019 ein rundes Jubiläum: Der Schwingerverband Entlebuch wurde 100 Jahre jung. Nun ist dieser Tage eine Jubiläumsschrift erschienen.


Zum 100. Geburtstag vom Schwingerverband Entlebuch ist diese schöne Jubiläumsschrift erschienen
Bild: entlebucher-schwingerverband.ch

Ein exzellenter Kenner des Entlebucher Schwingens
Rund um die Entstehung dieser Jubiläumsschrift besuchte ich im Entlebuch vor einiger Zeit auch Tony Schüpfer. Er weiss viel über die Geschichte des Schwingsportes und ist überdies ein exzellenter Kenner des Entlebucher Schwingens. Tony hat bei sich zuhause praktisch alle Schwingerzeitungen und besitzt eine ganze Reihe Chroniken. Da liegt es auf der Hand, dass der Entlebucher bei der Entstehung der Jubiläumsschrift mithalf. Der schwingbegeisterte Mann wurde im vergangenen April 58-jährig und arbeitet bei der Müller Martini Maschinen und Anlagen AG in Hasle als Maschinist. Seine Hobbys nebst dem Schwingsport sind Holzschnitzereien aller Art wie beispielsweise Brunnentröge und Weihnachtsdekorationen fertigen. Weiter fährt Tony für die «Hornschlittler Heiligchrüz» leidenschaftlich gerne Hornschlitten-Rennen und ist öfters auch mit dem Mountainbike unterwegs.
Der akribische Sammler war nicht aktiver Schwinger, fügt aber schmunzelnd hinzu, dass er als 30-jähriger einige Male beim Goldbach-Schwinget teilnahm. Der Goldbach-Schwinget war übrigens ein «wilder» Schwinget im Entlebuch. Chroniken und Schwingerzeitungen sammelt Tony schon seit einiger Zeit und bekam auch einiges von seinem Vater vererbt. Interesse am Schwingsport hatte der Entlebucher schon seit jeher. Aber seit 2010 hat ihn das Schwingervirus so richtig gepackt, und er begann sich intensiv damit zu befassen. Der Hornschlittler betreibt ausserdem den Entlebucher Schwinger-Chat auf Whatsapp.


Tony Schüpfer vor seiner selbst gemachten Weihnachtsdekoration
Bild: feldwaldwiesenblogger

Christian Ineichen als Leiter des Buchprojektes
An der Chronik arbeitete eine Jubiläums-Kommission, welche von Christian Ineichen geleitet wurde. Weiter waren der Entlebucher Verbandspräsident Franz Murpf, Gerold Koch, Adi Scherer, Ruedi Schmidiger und Leonie von Rickenbach mit von der Partie. Ineichen trug die Daten und die entsprechenden Texte zusammen. Tony war verantwortlich für das Zusammenstellen der Ranglisten, und zwar von der Anfangszeit bis heute. Die meisten Angaben entnahm er aus alten Schwingerzeitungen. Zudem bekam der akribische Sammler von ehemaligen Schwingern verschiedene Ordner mit Ranglisten. Weiter bediente er sich auch aus der Chronik zum 50 Jahr-Jubiläum. Tony hat dabei festgestellt, dass in jener Festschrift verschiedene Lücken vorhanden sind. Diese hat er mit seiner Arbeit nun geschlossen, und weist darauf hin, dass es ein schwieriges Unterfangen war. Wichtig war dem Maschinisten, dass alle Kranzschwinger vom Entlebucher Schwingerverband samt Kranzgewinnen in der neuen Chronik aufgeführt sind. Ebenfalls erwähnt werden die Daten der Jungschwinger.

Bereits früher goldene Zeiten erlebt
Mit Albert Lötscher sowie Fridolin Lustenberger (Eidgenössische Kränze 1923), Louis Hofstetter (Eidgenössischer Kranz 1940 und 1945) und Josef Hofstetter (Eidgenössischer Kranz 1945 und 1948) erlebte der Schwingerverband Entlebuch bereits früher goldene Zeiten. 1953 erschwang sich Hans Portmann den Eidgenössischen Kranz. 1964 gelang dies Fritz Habegger und 1969 sicherte sich Josef Bieri Eidgenössisches Eichenlaub. In der Neuzeit wurde mit Ueli Banz (Eidgenössischer Kranz 2004 und 2010) und dem leider verstorbenen Benno Studer (Eidgenössischer Kranz 2010) wieder eine erfolgreiche Ära eingeläutet. 2013 gewann Erich Fankhauser den Eidgenössischen Kranz, und 2019 Joel Wicki als Erstgekrönter in Zug.


Franz Murpf (Präsident des Entlebucher Schwingerverbandes) zeigt stolz die neue Jubiläumsschrift
Bild: entlebucher-anzeiger.ch

Das Entlebuch hat nebst einem Erstgekrönten auch zwei «inoffizielle» Schwingerkönige
Bekanntlich wurden bereits vor der offiziellen Gründung des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV) anno 1895 Schwingerkönige gekürt. Aus Unterlagen ist ersichtlich, dass das Entlebuch einst zwei «inoffizielle» Schwingerkönige feiern konnte. Der erste war Johann Josef Vogel (1735-1820). Er war Statthalter und Richter aus Hasle im Entlebuch, und galt als «ungemein starker sowie gewandter Schwinger». Hans Schmid aus Schüpfheim (1802-1882) wurde ebenfalls zum Schwingerkönig gekürt. Der ESV schreibt zu Schmid: «Als Nachkomme schwingtüchtiger Vorfahren war er zur Zeit seiner Hochform der überragende Vertreter des Entlebuchs, der zu den Wägsten und Besten der engeren und weiteren Talschaft zählte und in verhältnismässig jungen Jahren die Würde eines Schwingerkönigs erlangte.» Wann die beiden Entlebucher ihre grossen Erfolge feiern konnten, ist leider unbekannt.

Gründung erfolgte 1919 anlässlich des Kilbi-Schwingets in Flühli
Der Schwingsport im Entlebuch wurde etwa im 17. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt. Unterlagen dazu gibt es kaum mehr, da früher nicht alles aufgeschrieben wurde. Weiter fielen vorhandene Unterlagen Bränden zum Opfer. Einige Jahre vor der Gründung des Entlebucher Schwingerverbandes existierte der Schwingklub Escholzmatt-Marbach. Dieser wurde 1907 gegründet, und galt als eigentlicher Grundstein des heutigen Entlebucher Schwingerverbandes. Der offizielle Startschuss erfolgte am 31. August 1919 anlässlich des Kilbi-Schwingets in Flühli.

Viel Wissenswertes in der Jubiläumsschrift
Das 100 Jahr-Jubiläum wurde am Schybi-Schwinget 2019 in Escholzmatt (Sieger Joel Wicki) gebührend gefeiert. Nun ist Ende November eine Jubiläumsschrift erschienen. Die Chronik ist schön illustriert und wartet mit vielen schönen Bildern und sorgfältig geschriebenen Texten auf. Wo man diese beziehen kann, ist auf der Homepage des Entlebucher Schwingerverbandes aufgeführt. Im 140-seitigen Zeitdokument findet man viel Wissenswertes, im Fokus sind die letzten 50 Jahre des Entlebucher Schwingerverbands. Denn zum 50 Jahr-Jubiläum wurde bereits eine Chronik veröffentlicht, welche demnächst auf ihrer Homepage aufgeschaltet wird.
Ich kann die noch druckfrische Jubiläumsschrift jedem Schwingerfreund wärmstens empfehlen, und finde, dass sie auch gut unter einen weihnächtlichen Tannenbaum passen würde. In dem Sinne gratuliere ich dem Entlebucher Schwingerverband zum 100. Geburtstag!

feldwaldwiesenblogger

Was wünscht sich Jakob Aeschbacher, der Präsident der Berner Schwinger, für 2021?

Text: feldwaldwiesenblogger

Weihnachten steht bevor, und alsbald auch der Jahreswechsel. 2020 war wegen der Corona-Pandemie für jeden von uns ein schwieriges Jahr. Ich will aber nicht zurückblicken und zusammenfassen, was alles in diesem Jahr im Schwingsport nicht durchgeführt werden konnte. Viel mehr möchte ich nach vorne schauen, in ein hoffentlich viel Positiveres 2021. Mit einem Fünf-Fragen-Katalog tue ich dies mit den fünf Teilverbandspräsidenten und dem Obmann des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV). Mich interessiert dabei in erster Linie, was sich die obersten Schwingerfunktionäre für das neue Jahr wünschen. Weiter aber auch, wie die Organisatoren ihre Schwingfeste für 2021 planen sollen. Und wie die vielen Schwinger und Funktionäre bei Laune gehalten werden können.

Der Startschuss erfolgt heute mit Jakob Aeschbacher, dem Präsidenten des Bernisch Kantonalen Schwingerverbandes. Der Emmentaler bekleidet dieses Amt seit anfangs Jahr, und ist zudem Ressortleiter Kommunikation/Marketing im Zentralvorstand des ESV. Aeschbacher hat mir seine Antworten schriftlich übermittelt.


Jakob Aeschbacher ist seit anfangs Jahr Präsident der Berner Schwinger
Bild: esv.ch

Was wünscht Du Dir für 2021?
«Natürlich in erster Linie, dass es meinem Umfeld und mir gut geht, und wir alle gesund sind. Weiter was viele Schwingfestbesucher sich auch wünschen, dass wir möglichst viele Schwingfeste erleben dürfen, welche in einem gemütlichen Rahmen stattfinden.»

Es herrscht grosse Planungsunsicherheit: Welche Ziele kannst du dir für 2021 trotzdem setzen?
«Das grosse Ziel ist selbstverständlich, dass wir möglichst alle Schwingfeste auf irgendeine Art und Weise durchführen können. Damit wir dieses Ziel erreichen, müssen aber viele Faktoren zusammenpassen.»

Kann der Eidgenössische Schwingerverband noch mehr tun als bisher, damit 2021 wirklich geschwungen werden kann?
«Mehr machen kann man immer, das ist klar. Das Ganze muss aber auch vom Aufwand her vertretbar sein, und auch Sinn machen. Ich bin der Meinung, dass wir für den Moment die nötigen Vorkehrungen getroffen haben, oder laufend am Organisieren sind. Nun gilt es abzuwarten, wie sich die Situation in der nächsten Zeit verändert. Dann können wir wieder mit allen betroffenen Parteien die nächsten Schritte besprechen.»

Wie sollen die Organisatoren ihre Schwingfeste für 2021 planen?
«Da gibt es aus meiner Sicht kein Vorgehen, welches flächendeckend anwendbar ist. Dabei muss jedes Schwingfest-OK individuell vorgehen. Zudem muss jedes OK für sich entscheiden, bei welcher möglichen Zuschauerzahl sie das Schwingfest und die benötigte Infrastruktur planen. Ebenfalls macht es Sinn, wenn ein Zeitplan besteht. Als Grundlage, welche Entscheide bis zu welchem Zeitpunkt definitiv gefällt werden müssen.
Und ganz wichtig: Man soll mit allen betroffenen Parteien, von den Lieferanten bis zu den Sponsoren, offen und aktiv kommunizieren. Weiter gilt es, möglichst lange keine Kosten zu generieren und zu schauen, welche Optimierungsmöglichkeiten bestehen. Schlussendlich sitzen alle im gleichen Boot und haben ein Interesse, dass ein Schwingfest durchgeführt werden kann.»

Wie hält man die vielen Schwinger und Funktionäre in dieser schwierigen Zeit gut motiviert bei Laune?
«Das ist definitiv kein leichtes Unterfangen, und fängt schon bei der Selbstmotivation an. Es ist nicht immer einfach positiv zu bleiben.
Es gilt, sich so gut wie möglich mit den anderen auszutauschen. Weiter das gesellschaftliche Leben nicht ganz auf null runterzufahren, und sich immer wieder vor Augen führen, dass es noch schlimmer sein könnte. Das sind sicher gute Ansatzpunkte, um gut durch diese Zeit zu kommen.»

feldwaldwiesenblogger