Lars Hugelshofer, ein grosses Nordostschweizer Talent, ist hervorragend in die Saison gestartet

Text: feldwaldwiesenblogger

Die Schwingfest-Saison der Jungaktiven, also für die Aktiven mit Jahrgang 2001 und jünger, ist noch jung. Sie dürfen seit dem 1. März wieder trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen. Auf dem Nordostschweizer Teilverbandsgebiet fanden seit Ostermontag bereits zwei Schwingfeste für die Jungaktiven statt. 

Zwei Schwinger stechen hervor

Dabei stechen zwei Schwinger hervor: Werner Schlegel und Lars Hugelshofer. Werner Schlegel gewann sowohl das Schaffhauser Frühlingsschwingfest als auch das Thurgauer Frühjahrsschwingfest in Langrickenbach: Beide Male mit sechs gewonnenen Gängen, und beide Male hiess sein Gegner im Schlussgang Lars Hugelshofer. Den 18-jährigen Toggenburger Schlegel porträtierte der Schreibende bereits im Januar 2019 im Beitrag «Werner Schlegel – Eine grosse Nachwuchshoffnung der Nordostschweizer». Heute widme ich mich Schlegels Kontrahenten Lars Hugelshofer. Dieser war bei den zwei angesprochenen Schwingfesten hinter dem Toggenburger der zweitbeste Schwinger. Die Ausbeute für den Thurgauer kann sich sehen lassen: Acht gewonnene Gänge, zwei Gestellte und die beiden Niederlagen gegen Schlegel.

Eines der grössten Nordostschweizer Talente

Fragt man bei der Technischen Leitung der Nordostschweizer nach den grössten Talenten nebst Werner Schlegel, fällt alsbald der Name von Lars. Der angehende Landwirt wird am 19. Juli 20-jährig und wohnt in Schönholzerswilen, einer Gemeinde im Bezirk Weinfelden des Kantons Thurgau. Lars befindet sich zurzeit in Ausbildung zum Landwirt (drittes Lehrjahr) auf dem Lehrbetrieb von Felix Würth in Hagenwil bei Amriswil. Der Thurgauer widmet sich in der Freizeit nebst dem Schwingsport dem Skifahren, Nationalturnen und ist als Jungzüchter von Brown Swiss-Vieh tätig. Der 190 Zentimeter grosse und 97 Kilogramm schwere Turnerschwinger gehört dem Schwingklub am Ottenberg an. Bei diesem trifft das aufstrebende Jungtalent auf so namhafte Trainingspartner wie Samuel Giger, Stefan Burkhalter oder Domenic Schneider. Als Aktiver darf Lars zwei im Jahr 2019 gewonnene Kantonalkränze und die Teilnahme am ESAF 2019 in Zug als Erfolge verbuchen. Und: Der junge Schwinger legte bei den Aktiven einen guten Start hin, und konnte von Anfang an mit den Kranzschwingern mithalten.

Leistungsausweis als Jungschwinger

Als Jungschwinger gewann Lars etwa 50 Zweige im Schwingen sowie um die 15 im Nationalturnen, und holte sich etwa 25 bis 30 Festsiege. Als Höhepunkte bezeichnet er die vier Siege am Nordostschweizer Teilverbandsfest: Viermal gestartet, viermal gewonnen. Am ENST 2019 in Landquart gewann Lars den begehrten Doppelzweig. In der Sparte Nationalturnen holte sich der Jungzüchter den Schweizermeister-Titel in einer Junioren-Kategorie. 

Durch einen Kollegen zum Schwingsport gefunden

Lars fand durch einen Kollegen zum Schwingsport, in seiner Familie hat niemand geschwungen. Den Jungspund hat es vom ersten Training an gepackt, und so blieb er dem Nationalsport treu. Ein Vorbild benennt der Thurgauer keines, vielmehr schaut er von vielen Schwingern Dinge ab. Kurz, Fussstich und Gammen sind seine bevorzugten Schwünge.

Lars Hugelshofer hat bereits zwei Kränze auf seinem Konto

Bild: Lars Hugelshofer

Die beiden ersten Schwingfeste liefen gut für dich. Was sagst du rückblickend zu diesen?

«Ich bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Ein Ernstkampf nach so langer Zeit zu bestreiten war nicht einfach, und zudem ein spezielles Gefühl. Nach einem längeren Unterbruch ist es schwierig, gleich von Null auf Hundert zu gelangen. Mit den beiden Schlussgangteilnahmen bin ich sehr zufrieden, und ich bin auf einem guten Weg.»

Beim nächsten Zusammentreffen mit Werner Schlegel bodigst du ihn. Wie könnte das gehen?

«Das ist das Ziel. Wie das gehen könnte? Mit angreifen und dem Versuch meine Schwünge sauber durchzuziehen, könnte es klappen.»

Haben dir die fünf Wochen Vorbereitungszeit bis zum ersten Schwingfest in Schaffhausen gereicht?

«Optimal war es sicher nicht. Dazu hätte es mindestens doppelt so viel Zeit gebraucht. Es ist nun gut gekommen, und anhand der beiden guten Ergebnissen hat die Vorbereitungszeit scheinbar gereicht.»

Welches werden deine nächsten Schwingfest-Einsätze sein?

«Das weiss ich derzeit noch nicht. Mögliche Schwingfeste in den nächsten drei bis vier Wochen sind alle abgesagt worden.»

Wie fühlt sich das an, wieder im Sägemehl stehen zu dürfen?

«Ein sehr schönes Gefühl. Es fühlt sich an wie eine Rückkehr in ein bisschen Normalität. Ich darf dabei tun was ich am liebsten mache, und kann so auch wieder meine Schwingerkameraden treffen.»

Lars Hugelshofer, hier bei einem siegreichen Wurf, sagt: «Ich trainiere nun in einer Vierergruppe mit Samuel Giger, Domenic und Mario Schneider.

Bild: Lars Hugelshofer

Wie sieht dein Trainingsalltag nach den Lockerungen aus?

«Derzeit absolviere ich wöchentlich zwei Schwingtrainings und trainiere zusätzlich zwei bis dreimal Kraft und Kondition. Letzteres mit YouTube-Videos von vorgezeigten Workout-Trainings.»

Hast du derzeit viele Trainingspartner im Kurzholz?

«Seit dem 1. März habe ich mit den Ü20-Schwingern in einer Gruppe von etwa 15 Thurgauer Schwingern in der Schwinghalle von unserem Schwingklub in Weinfelden trainiert. Nun hat es eine Änderung gegeben. Ich wurde bei den 26 Spitzenschwingern, welcher der Nordostschweizer Schwingerverband selektionieren kann, eingeteilt. Ich trainiere nun in einer Vierergruppe mit Samuel Giger, Domenic und Mario Schneider. Vorerst handelt es sich um zwei Trainings pro Woche, mit Aussicht auf Erhöhung auf drei bis vier Schwingtrainings.»

Auf was legst du den Fokus beim wieder gestarteten Schwingtraining? 

«Es geht darum, das Gefühl und die Leichtigkeit fürs Schwingen wieder zurückzubekommen. Weiter möchte ich die Routine wiedererlangen und bei jeder Situation einen entsprechenden Schwung ansetzen können. In erster Linie will ich wieder voll schwingen können, und nach und nach an der Technik feilen. Dabei wird die sauberere Ausführung der Schwünge und die Kraft dahinter trainiert.»

Wie hast du in der Zeit trainiert, in welcher das Schwingen nicht erlaubt war?

«Wie bereits erwähnt habe ich Kraft und Kondition anhand von YouTube-Videos trainiert. Je nach Temperatur ging ich zudem draussen joggen und Velofahren.»

Wie gehst du persönlich mit der Corona-Pandemie um?

«Es ist für alle eine schwierige Zeit, und für die Betroffenen ist es noch schwieriger. Gut ist, dass sich unsere Verbandsoberen für Lockerungen im Schwingsport einsetzen. Ich finde, es wäre nun an der Zeit, dass nebst den Spitzenschwingern auch die Mittelschwinger wieder trainieren dürften. Ansonsten ist nebst dem Schwingen nicht viel los. In den Ausgang kann man nicht, und man trifft so fast niemanden mehr. Da ich wieder schwingen darf, habe ich wieder Kontakt mit meinen Schwingerkollegen, welche ich vorher wöchentlich drei- bis viermal getroffen habe.»

feldwaldwiesenblogger

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