Nachgefragt beim fünffachen Saisonsieger Samuel Giger

Text: feldwaldwiesenblogger

Samuel Giger gewann am letzten Sonntag das St. Galler Kantonalschwingfest in Kaltbrunn. Wir notieren dabei den fünften (!) Kranzfestsieg in dieser Saison, den 20. insgesamt – ein kleines Jubiläum also. Dem Thurgauer schien die Corona-Pause nichts anzuhaben, ganz im Gegenteil: Samuel ist um einiges vielseitiger und unberechenbarer geworden. War der Lastwagen-Chauffeur vorher ein kompromissloser Kurzzüger, gewinnt er in dieser Saison mit den verschiedensten Schwüngen und Kombinationen. Zu erwähnen gilt auch die starke Bodenarbeit, welche der grossgewachsene Athlet nun auch öfters einsetzt.

Der Schwinger-Blog unterhielt sich mit Samuel über das St. Galler Kantonalschwingfest, seine vielseitige Schwingweise, die Saison-Zwischenbilanz, über eine Aussage von Matthias Sempach und was ihn eigentlich so stark macht.

Samuel Giger holte sich am St. Galler Kantonalen den fünften Saisonsieg

Bild: Facebook / Lorenz Reifler

Herzliche Gratulation zur tollen Leistung beim St. Galler Kantonalschwingfest! Was ging dir nach dem gewonnenen Schlussgang durch den Kopf?

«Ich verspürte viel Freude und zugleich eine grosse Erleichterung, dass alles so gut geklappt hat.»

Wie hast du deinen Klubkollegen Mario Schneider im Endkampf überlistet? War es eine Kombination aus einem Inneren Haken und einem Fussstich?

«Genau, so war es. Ich zog zuerst mit Innerem Haken an, das funktionierte aber nicht. Dann wechselte ich zum Fussstich, und mit diesem war ich erfolgreich.»

Apropos Schwünge: Du schwingst um einiges vielseitiger als vor der Corona-Pause. Wie kommt das?

«Jeder Sportler ist bestrebt, sich weiter zu entwickeln, genauso ist es bei mir. Während der Corona-Pause versuchte ich mich in erster Linie fit zu halten. Ich habe mir aber auch Gedanken gemacht, wie ich schwingen möchte. Das Ergebnis meiner Überlegungen versuche ich nun umzusetzen.» 

Saison-Zwischenbilanz: Fünf Kranzfestsiege und der zweite Platz beim «Innerschweizerischen». Es läuft wie am Schnürchen?

«Ja, es läuft tatsächlich wie am Schnürchen. So habe ich das nicht unbedingt erwartet. Darum bin ich mit der Zwischenbilanz mehr als zufrieden.»

Bei den bisher 36 absolvierten Gängen resultieren sensationelle 32 Siege und 4 Gestellte. Bei welchem Kampf wurdest du am meisten gefordert? War es gar der Gang am «St. Galler» gegen Werner Schlegel?

«Einen einzelnen Gang hervorzuheben ist schwierig. Jeder ist speziell und ich werde in jedem Gang gefordert. Auch auf dem Papier schwächer eingestufte Schwinger muss man zuerst mal gewinnen. Speziell waren sicher die Schlussgänge, vor allem jene gegen meine Klubkollegen.»

Samuel Giger sagt: «Jeder Sportler ist bestrebt, sich weiter zu entwickeln, genauso ist es bei mir.»

Bild: Facebook / zubischuhe.ch

Es stehen noch einige hochkarätige Schwingfeste wie der Schwägalp-Schwinget, das Nordostschweizer Schwingfest und der Kilchberger Schwinget auf dem Programm. Wie gedenkst du bis zum Saison-Ende deine derzeitige Topform zu konservieren?

«Das ist eine gute Frage. Ich werde weitertrainieren wie bis anhin und dranbleiben. Und ich möchte weiterhin mit viel Freude schwingen.»

Trotz verkürzter Vorbereitungszeit warst du nach der Corona-Pause auf den Punkt genau parat. Wie hast du das geschafft?

«Ich denke, ich habe die Corona-Pause gut genutzt. Den Trainingsaufwand habe ich dabei nicht verkleinert, ich habe ihn einfach verlagert, da Schwing-Training nicht möglich war. Die Fitness war stets vorhanden, das ungewisse war der Wiedereinstieg ins Sägemehltraining. Ich habe mich schliesslich am Solothurner Kantonalschwingfest gut gefühlt, und ich habe mich auch gefreut, wieder wettkampfmässig schwingen zu dürfen. Ich würde mal sagen, dass dies mein Rezept war.»

Am 11. Juli sagte Matthias Sempach als SRF-Schwingexperte: «Samuel ist unbestritten ein kompletter Schwinger, er ist Top «zwäg». Aber ich habe dennoch das Gefühl, dass ich ihn schon schnellkräftiger erlebt habe.» Was entgegnest du dem Schwingerkönig von 2013?

«Das ist vielleicht gut möglich. Aber: Ich fühle mich fit und bis zum Saisonhöhepunkt, dem Kilchberger Schwinget, geht es noch einen Moment.»

Beim ESAF 2019 in Zug lief es zu Beginn nicht ganz nach Wunsch. Hast du inzwischen auch im mentalen Bereich etwas unternommen?

«Ja, ich bin mich auch auf diesem Gebiet am Weiterentwickeln, und mache auch in diesem Bereich etwas.»

Wer oder was macht dich eigentlich so stark?

«Ich kann von einem super Umfeld profitieren und habe tolle Trainingspartner. Zudem stimmt meine Eigenmotivation, der Ehrgeiz und der Wille sind vorhanden. Es sind viele Puzzleteile, die sehr gut zusammenpassen.»

feldwaldwiesenblogger

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