Rück- und Ausblick mit Fridolin Beglinger, dem Technischen Leiter der Nordostschweizer. Er sagt: «Die Ziele für 2022 sind der Schwingerkönig-Titel, möglichst viele Kranzgewinne am ESAF in Pratteln und der Brünig-Sieg.»

Text: feldwaldwiesenblogger

Die Nordostschweizer dürfen auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken. Ihre Schwinger lieferten, gewannen wichtige Schwingfeste und fuhren schöne Erfolge ein. Zwar musste auch dieser Teilverband Verletzte und Ausfälle beklagen. Sie fielen aber nicht derart ins Gewicht wie bei den Innerschweizern, oder in etwas kleinerem Ausmass bei den Bernern.

Die Nordostschweizer Schwinger zeigten eine starke Saison

Bild: nosv.ch

Starkes Team

Der Nordostschweizer Schwingerverband (NOSV) verfügt zum einen mit Samuel Giger über den Kilchberger Sieger und Überschwinger des Jahres. Zum anderen gehört zu ihrem Team Kilchberger Co-Sieger Damian Ott, der eigentliche Aufsteiger des Jahres. Dahinter befinden sich mit Domenic Schneider, Samir Leuppi, Roger Rychen oder Michael Bless weitere starke Leader. Einen grossen Sprung nach vorne taten diese Saison Werner Schlegel, ebenso Marcel Räbsamen. Aber auch der inzwischen zurückgetretene Tobias Krähenbühl, Shane Dändliker und Jeremy Vollenweider zeigten 2021 starke Leistungen. Nicht richtig auf Touren kam Armon Orlik, mit ihm dürfte aber 2022 wieder zu rechnen sein.

Saisonbilanz

Der Schwinger-Blog führte heute mit Fridolin Beglinger, dem technischen Leiter der Nordostschweizer, ein Gespräch. Einerseits ging es um die Saisonbilanz, andererseits aber auch um Stichworte wie Teamgeist, Trainingsarbeit, das ESAF 2022 in Pratteln und die Ziele für kommende Saison.

Was für eine Bilanz ziehst du nach der 2021er-Saison?

«Ich ziehe eine sehr positive Bilanz. Wir haben alle vier Bergfeste gewonnen, an welchen wir antreten durften und konnten zwei Kilchberger Sieger feiern.»

Nach welchen Schwingfesten warst du besonders stolz auf dein Team?

«Das ist einerseits nach dem Weissenstein Schwinget, an welchem überraschend Damian Ott gewann und wo wir die meisten Kränze mit nach Hause nehmen konnten. Andererseits war ich nach dem Kilchberger Schwinget besonders stolz auf mein Team.

Der Glarner Fridolin Beglinger ist der Technische Leiter der Nordostschweizer

Bild: nosv.ch

Stichwort Teamgeist

Rückblick: Im März wurde ein Trainingsverzicht bis Mitte April beschlossen. Dies als Zeichen der Solidarität der NOSV-Eidgenossen mit den Mittelschwingern. Der Teamgeist bei den Nordostschweizern lebt. War der schon immer so stark?

«Der Teamgeist ist in letzter Zeit viel besser geworden und wurde mit dieser Solidaritäts-Aktion noch mehr gestärt. Es ist schön, dass unser Team-Leader Samuel Giger so pflegeleicht ist und voll hinter unseren Mittelschwingern steht. Das ist sehr wertvoll für das Team.»

Der NOSV ist der einzige Teilverband mit zwei Technischen Leitern. Du teilst das Amt mit Christian Heiss. Erfolgte dies auch aus dem Teamgeist heraus? 

«Eigentlich nicht. Wir haben dem Vorschub geleistet, damit sich jeder auf seine Aufgaben konzentrieren kann.»

Wie teilen sich Christian und du die Arbeit auf?

«Christian ist zuständig für die administrativen und organisatorischen Belange. Er organisiert unter anderem die Trainings und die Lokalitäten. Ich kann mich dadurch voll auf die Arbeit mit den Schwingern und das Training konzentrieren, und bin zudem für die Einteilung zuständig.»

Der Saisondominator Samuel Giger feierte in Mels beim Nordostschweizer Schwingfest seinen 22. Kranzfestsieg

Bild: tagblatt.ch

Stichwort Trainingsarbeit

Was macht eigentlich ein Technischer Leiter während der Winterpause?

«Wir haben die Kadertrainings wieder aufgenommen und führen einmal pro Woche eines durch. Ich leite diese Trainings und bin darum bemüht, dass möglichst alle anwesend sind. Weiter führe ich Gespräche mit den Schwingern, was sehr wichtig ist.»

Trotz erfolgreicher 2021er-Saison: Gibt es dennoch Punkte, welche der Technische Leiter im Training angehen muss?

«Man kann sich immer verbessern, auch in technischen Belangen. Wir arbeiten auch daran, dass die Spitze noch breiter wird.»

Stichwort ESAF 2022 in Pratteln

Seit 2010 wurden ausnahmslos Berner Schwingerkönige gekrönt. Ist 2022 wieder einmal die Nordostschweiz an der Reihe?

«Das ist unser Ziel, und nach dieser erfolgreichen Saison dürfen wir dieses auch so setzen. Denn: Wenn alle gesund bleiben, besitzen wir gute Chancen auf den Königstitel.»

2019 stand trotz grossen Ambitionen kein Schwinger von euch im Schlussgang in Zug. Welche Lehren habt ihr aus diesem ESAF gezogen?

«Wir suchen noch mehr den Kontakt zu den Schwingern und legen grossen Wert auf die Teambildung. Gewisse Schwinger haben nach ihrem Abschneiden in Zug auch persönliche Lehren gezogen.»

Als erst 18-Jähriger gewann Werner Schlegel beim Appenzeller Kantonalen in Urnäsch seinen ersten Kranzfestsieg

Bild: toggenburg24.ch

Stichwort Ziele für 2022

Wie sehen die Ziele des Technischen Leiters für 2022 aus?

«Die Ziele sind der Schwingerkönig-Titel, möglichst viele Kranzgewinne am ESAF in Pratteln und der Brünig-Sieg. Wir sind nächstes Jahr Gast auf der Wasserscheide zwischen der Innerschweiz und dem Bernbiet. Der letzte Sieg eines Nordostschweizers beim Brünig-Schwinget war 2006 und liegt einige Zeit zurück. Damals gewann Stefan Fausch.»

Definierst du auch individuell mit den Schwingern Ziele? 

«Wir haben unsere Ziele klar im Team kommuniziert und dass wir mit der bestmöglichen Mannschaft auf dem Brünig und am ESAF antreten möchten. Die Schwinger definieren ihre individuellen Ziele mit ihren persönlichen Betreuern, Bezugspersonen oder den technischen Leitern der Schwingklubs.»

feldwaldwiesenblogger

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