Wie geht es eigentlich dem Freiburger Eidgenossen Lario Kramer? Er sagt: «Es braucht noch einen Moment, bis ich wieder das volle Vertrauen in mein Knie habe.»

Text: feldwaldwiesenblogger

Lario Kramer, der Neueidgenosse von Zug, bestritt den grössten Teil der letztjährigen Saison. Anfangs September zog sich der Freiburger aber eine Verletzung im Training zu. Die Fortsetzung der Saison war hernach leider gelaufen, und der Traum einer Teilnahme am Kilchberger Schwinget geplatzt.

Lario Kramer ist seit dem ESAF 2019 in Zug Eidgenosse

Bild: Lario Kramer

Bis zur Verletzung starke 2021er-Saison

Lario startete sehr gut in die Saison. Gleich zu Beginn setzte er mit Rang 3e am Stoos-Schwinget in Ibach SZ eine Duftmarke. Eine Woche später sicherte sich der Stoos-Sieger von 2018 an gleicher Stelle am «Innerschweizerischen» mit Platz 2a eine weitere Spitzenklassierung. Es folgte das eigene Teilverbandsfest in der Südwestschweiz, an welchem Lario erst im Schlussgang gebremst wurde. Dies von niemand geringerem als seinem Kumpel und Trainingskameraden Remo Käser. Es schaute Rang 5a heraus. Mitte August fuhr das Mitglied vom Schwingklub Kerzers auf der Schwägalp einen weiteren Spitzenplatz ein: Rang 3e. Und eine Woche später holte sich Lario am Freiburger Kantonalen bereits den fünften Saisonkranz (Rang 3). Bis zur Verletzung zeigte der in Galmiz FR wohnende Sennenschwinger eine hervorragende Saison und unterstrich mit dem Gewinn von Eichenlaub beim Stoos-Schwinget, ISAF und Schwägalp-Schwinget seine grossartige Form. Mehr noch: Lario etablierte sich so zum Team-Leader der Südwestschweizer.

Lario Kramer am Fusse des grossen Mythen mit dem gewonnenen Stoos-Kranz

Bild: Lario Kramer (Facebook)

Verletzung zwei Tage vor dem Schwarzsee-Schwinget

Der 23-Jährige hat sich mittlerweile gut von der Verletzung erholt und befindet sich inmitten der Vorbereitung auf die neue Saison. Wir blenden zurück: Am 3. September, zwei Tage vor dem Schwarzsee-Schwinget, passierte es. Der 186 Zentimeter grosse und 100 Kilogramm schwere Athlet zog sich im Training im rechten Knie eine fatale Aussenband-Verletzung zu. Lario sagt dazu: «Es war in jenem Training, an welchem ich mir ein gutes Gefühl für den Schwarzsee-Schwinget holen wollte.» Daraus wurde leider nichts. Es folgte eine Operation, an welchem dem 31-fachen Kranzschwinger der Meniskus genäht wurde. Die Verletzung am Aussenband wurde konservativ behandelt. Lario musste während sechs Wochen eine Schiene tragen. Dank dieser konnte er zwar laufen, an geordnetes Training war aber nicht zu denken. Angesagt war dreimal die Woche Physiotherapie. Den Oberkörper durfte der gelernte Gemüsegärtner in dieser Zeit so gut es ging mit entsprechenden Übungen und Geräten trainieren. Die Heilung verlief glücklicherweise nach Plan. Nach sechs Wochen kam die Schiene weg, und Lario durfte mit dem operierten Knie gezielt Bewegungen und Übungen machen. 

Schwierige Zeit

Nach der Verletzung sind nun vier Monate vergangen. Lario ergänzt: «Es war eine mühsame Zeit, und ich war mich das bis anhin nicht gewohnt. Denn: Es war die bisher gravierendste Verletzung in meiner Karriere. Momentan fehlt mir noch ein wenig die Mobilität.» Der siebenfache Teilverbandskranzer hat in dieser für ihn nicht einfachen Zeit viel mit seinem engsten Umfeld, der Familie und seinen Kollegen, unternommen. «Mit Leuten, die mir guttun», wie er sagt. Gedanken wie «Warum passierte das ausgerechnet mir?» gingen dem zweifachen Kranzfestsieger kurz nach der Verletzung durch den Kopf. Lario führt weiter aus: «Bis zur Operation war es für mich am schlimmsten. In dieser Zeit hätte ich den Kopf am liebsten in den Sand gesteckt. Als ich dann nach der Operation das Spital verlassen durfte, ging es bergauf. Ich wusste, dass es nur noch besser werden konnte. Mit meinen Trainern und der Physiotherapie haben wir das Bestmögliche unternommen. Ich habe versucht, laufend zu steigern und freute mich an den kleinen Fortschritten. Das hat mir von Anfang an den Druck genommen. Mir war bewusst, dass es seine Zeit braucht, bis das ganze verheilt ist.»

Am Schwägalp-Schwinget bezwang Lario Kramer im dritten Gang den Thurgauer Domenic Schneider

Bild: Barbara Loosli

Wettkampfmässiges Schwingtraining ist wieder möglich

Lario kann nun wieder normal trainieren. Pro Woche absolviert er drei Schwingtrainings, zwei Krafttrainings und weitere Einheiten für die Kondition. Just in dieser Woche durfte der Südwestschweizer wieder mit wettkampfmässigem Schwingtraining beginnen. Er sagt dazu: «Es braucht noch einen Moment, bis ich wieder das volle Vertrauen in mein Knie habe.» Lario arbeitet derzeit in einem 80 Prozent Pensum beim Familienbetrieb in Galmiz. Im letzten Sommer schloss er ein Zusatzstudium zum Agrokaufmann ab. Im Hinblick auf die bevorstehende Saison und genügend Erholung will der sechsfache Bergkranzer dieses Pensum beibehalten. Von Dezember bis März ist Lario überdies etappenweise während insgesamt sechs Wochen in Magglingen, und absolviert dort den Spitzensport-WK. Unter der Leitung von Schwingerkönig Matthias Glarner benutzt er die Möglichkeit, zusammen mit anderen Spitzenschwingern zu trainieren.

Das Ziel ist, beim Start in die Kranzfestsaison parat zu sein

Lario sagt: «Wenn alles gut läuft, kann ich im Frühling als Vorbereitung an Rangschwingfesten teilnehmen. Das Ziel ist, dass ich spätestens zum Start in die Kranzfestsaison wieder zu 100 Prozent parat bin.» Wie eingangs erwähnt, zeigte der Sieger vom Walliser Kantonalen 2019 bis zur Verletzung eine hervorragende Saison. Rückblickend meint er dazu: «Ich habe eine solide Leistung gezeigt und eine gewisse Konstanz an den Tag gelegt. Ich habe zudem weniger Kämpfe verloren, manchmal auch den einen oder anderen Gang gestellt. Schade war, dass mir ein Festsieg verwehrt blieb. Das wäre eine zusätzliche Motivation gewesen.» Lario hat es ziemlich gefuchst, dass er sich so kurz vor dem Heimbergfest am Schwarzsee und ein paar Wochen vor dem Kilchberger Schwinget verletzt hat. «Es war schon nicht einfach, diese beiden Feste zu verpassen. Vor allem auch, da 2020 kaum Schwingfeste stattfanden. Aber diese Situation war ja für alle gleich. Nun freue ich mich riesig auf die neue Saison», ergänzt der Neueidgenosse von Zug zum Abschluss.

feldwaldwiesenblogger

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