Saison-Zwischenbilanz der Südwestschweizer: Neun Bergkränze und neun Neukranzer sind der Beleg für gute Arbeit. Die Romands wollen es in Pratteln mindestens gleich gut, wenn nicht sogar besser machen als in Zug.

Text: Schwinger-Blog

Der Südwestschweizer Schwingerverband (SWSV) gab ihre Selektion fürs ESAF in Pratteln bereits Ende Juli bekannt. Wie die Nordwestschweizer durften sie 29 Schwinger und 3 Ersatzschwinger selektionieren. Ein Blick auf die Liste offenbart keine Überraschungen. Am «Eidgenössischen» wird eine gut durchmischte Gruppe mit routinierten und jungen Athleten teilnehmen.

Saison-Geschehen

Das Geschehen in der Südwestschweiz prägten in dieser Saison meist die drei Eidgenossen Benjamin Gapany, Lario Kramer und Steve Duplan, sowie die Berg- und Teilverbandskranzer Steven Moser, Johann Borcard und Romain Collaud. Als Gradmesser gelten die Erfolge ausserhalb des eigenen Teilverbandes. In dieser Hinsicht konnten die Romands die Früchte ihrer guten Arbeit in den letzten Jahren einfahren. Der kleinste der fünf Teilverbände feierte in dieser Saison nämlich einige starke Erfolge. Zuletzt auf der Schwägalp, wo mit Benjamin Gapany, Lario Kramer und Johann Borcard drei Schwinger mit dem begehrten Bergkranz heimreisen konnten. Beim Nordwestschweizer Schwingfest in Brugg gewannen mit Lario Kramer und Johann Borcard gleich beide Südwestschweizer Vertreter den Kranz. Bei den Teilverbandsfesten der Innerschweizer, Berner und Nordostschweizer resultierten keine Kränze.

Lario Kramer’s Sieg am «Urner» und der Rigi-Schwinget als Highlights

Lario Kramer konnte etwas überraschend nach dem Erfolg 2018 auf dem Stoos seinen zweiten Kranzfestsieg ausserhalb der Südwestschweiz feiern: Der Freiburger gewann als Gast das Urner Kantonalschwingfest in Erstfeld. Auf der Rigi sicherte sich der Südwestschweizer Verband genau gleich viele Kränze wie die gastgebenden Innerschweizer, nämlich deren vier (Romain Collaud, Lario Kramer, Benjamin Gapany und Steven Moser). Diese beiden Erfolge darf man als bisherige Saison-Highlights benennen. Am eigenen Teilverbandsfest in Visp gewann man 12 von 16 Kränzen und brachte mit Romain Collaud einen Schwinger in den Schlussgang. Am Bergschwinget Schwarzsee im eigenen Verbandsgebiet gewannen die Romands immerhin 2 von 16 Kränzen (Benjamin Gapany und Lario Kramer). Erwähnenswert ist zudem der Kranz von Steven Moser als Gast beim Mittelländischen Schwingfest in Bern.

Gespräch mit TK-Chef Christian Schmutz

Das Südwestschweizer Team wurde leider auch nicht von Verletzungen verschont. Steve Duplan verletzte sich beispielsweise zweimal an Schwingfesten. Der Eidgenosse sollte aber bis zum ESAF in Pratteln rechtzeitig fit werden. Wie es aktuell bei der Verletzungs-Situation aussieht, war beim Ziehen der Saison-Zwischenbilanz ebenfalls ein Thema. Der Schwinger-Blog unterhielt sich heute mit Christian Schmutz, dem Technischen Leiter der Südwestschweizer. Der Freiburger wurde zu den gleichen fünf Stichworten befragt wie auch schon die TK-Chefs der anderen vier Teilverbände. 

Christian Schmutz ist der Technische Leiter der Südwestschweizer Schwinger

Bild: esv.ch

Saison-Zwischenbilanz

Was für eine Saison-Zwischenbilanz ziehst du insgesamt vom Südwestschweizer Team?

«Die fällt recht gut aus, Luft nach oben besteht natürlich immer. Dieses Jahr gewannen wir neun Bergkränze, das haben wir in den letzten Jahren nie erreicht. Beim Nordwestschweizer Schwingfest gewannen wir zwei Kränze und bei den anderen drei auswärtigen Teilverbandsfesten waren wir teils nahe am Kranz. Es lief sicher besser als in der Vergangenheit.»

Was fiel dir besonders positiv auf?

«Der Festsieg von Lario Kramer am Urner Kantonalen und die bereits erwähnten neun Bergkränze.»

Was stach dir besonders negativ ins Auge?

«Nichts Spezielles. Die eine oder andere Verletzung gilt es dabei zu erwähnen, wie auch die Termin-Planung der Schwingfeste bei uns. Fünf Kranzfeste innerhalb von fünf Wochen, das war nicht optimal. Benjamin Gapany beispielsweise absolvierte zusätzlich mit dem ISAF und dem Rigi Schwinget gleich sieben Kranzfeste am Stück. Bei diesem Aspekt müssen wir uns selbst an der Nase nehmen.»

Was sagst du zu den Leistungen deiner Schützlinge an den Kantonalfesten?

«Die ersten drei Kantonalfeste hat Benjamin Gapany dominiert. Das Freiburger Kantonale gewann Lario Kramer. Sie beide drückten bei den Kantonalen den Stempel auf. Auswärtige Gäste hatten wir bei diesen Festen gut im Griff. Schade war, dass sich Florian Gnägi am Freiburger Kantonalen verletzte, und den Schlussgang nicht bestreiten konnte. Sehr gefreut haben mich unsere neun Neukranzer. Das zeigt die positive Entwicklung und dass die Jungen bei uns nachstossen. Von diesen neun werden fünf ans ESAF reisen, um dort Erfahrungen zu sammeln.»

Wie fällt deine Bilanz für die Bergkranzfeste aus?

«Die fällt mit neun Kränzen sehr positiv aus. Am Schwarzsee waren wir lange gut im Rennen, und Gapany sowie Kramer schwangen um den Schlussgang. Der Rigi Schwinget mit vier Kränzen und Kramer im Schlussgang war top. Die drei Kränze auf der Schwägalp waren für uns ebenfalls sehr gut.»

Wie beurteilst du die Leistung deines Teams am Südwestschweizer Schwingfest in Visp?

«Die Leistung war recht gut. Der eine oder andere Athlet war nicht so spritzig und zog nicht den besten Tag ein. Vier Gäste gingen ohne Kranz heim. Diese waren an unseren Schwingern gescheitert und nicht an anderen Gästen. Denn: Es gab nur zwei Gästepaarungen, das ist eine positive Entwicklung. Wir haben in Visp zudem um den Festsieg mitgeredet. Es ist eines meiner erklärten Ziele, das Südwestschweizer Schwingfest wieder einmal zu gewinnen.»

Die drei Kranzgewinner auf der Schwägalp (von links nach rechts): Benjamin Gapany, Lario Kramer und Johann Borcard

Bild: Freiburger Kantonaler Schwingerverband

Selektionierung fürs ESAF

Nach welchen Selektionskriterien hast du dein Team zusammengestellt?

«Die sportliche Leistung war das wichtigste Kriterium. Berücksichtigt wurden aber auch die sekundären Kriterien, wie sich ein Athlet im Team engagiert und die Anzahl Trainingsbesuche. Weiter wurden auch die Teilnahme und das Abschneiden an Regionalschwingfesten miteinbezogen.»

Inwiefern unterscheidet sich das Team für Pratteln von jenem 2019 in Zug? 

Rund zwei Drittel waren schon in Zug dabei. Der restliche Drittel des Teams nimmt zum ersten Mal an einem ESAF teil. Das sind vor allem sehr junge Schwinger. Wir haben allgemein ein junges Team. Es sind nur drei Schwinger über 30 Jahre alt sind. Unsere ältesten Schwinger sind Jahrgang 1990.»

Das Team der Südwestschweizer für das «Eidgenössische» in Pratteln

Bild: arls.ch

Die Verletzungssituation und die Situation bei den Nachwuchsleuten

Auch der Südwestschweizer Schwingerverband blieb in dieser Saison nicht von Verletzungen verschont. Wie sieht die aktuelle Verletzungssituation aus?

«So wie’s aussieht, sollten alle Schwinger bis zum ESAF fit werden. Sie leiden nicht an gravierenden Verletzungen.»

Bist du zufrieden mit der Entwicklung der jungen Garde um Romain Collaud?

«Ja, ich bin zufrieden. Es sind mehrere junge Schwinger, die nachdrücken. Nehmen wir das Beispiel Leo Siegenthaler: Der Freiburger ist erst 17-jährig und gewann dieses Jahr am Waadtländer Kantonalen den ersten Kranz. Zwei Wochen später bezwang er beim Südwestschweizer Schwingfest im sechsten Gang um den Kranz Shane Dändliker, und wurde Teilverbandskranzer. Und am Freiburger Kantonalen holte sich Leo bereits den dritten Kranz. Von den neun Neukranzern sind die meisten noch nicht 20-jährig.» 

Und: Bist du zufrieden mit dem eingeschlagenen Weg für euren Nachwuchs? 

«Ich bin grundsätzlich zufrieden. Der Nachwuchs ist aber nicht mein Ressort. Unter der Leitung von Stéphane Rogivue leisten die Verantwortlichen sehr gute Arbeit.»

Die drei Eidgenossen von Zug (von links nach rechts): Steve Duplan, Lario Kramer und Benjamin Gapany

Bild: Christian Schmutz

ESAF in Pratteln

Welche Ziele definierst du als Technischer Leiter für das ESAF in Pratteln?

«Vor drei Jahren sprach ich als Zielsetzung von Kränzen, es resultierten dann drei Eichenlaube. Wir haben diese drei Kränze in Pratteln zu verteidigen. Wir wollen es mindestens gleich gut, wenn nicht sogar besser machen als in Zug.»

Traust du einem deiner Schwinger den Königstitel zu?

«Das wäre eine riesengrosse Sensation, ist aber schier unmöglich. Wir haben gute Leute, und der eine oder andere könnte um den Königstitel mitschwingen. Das wird für uns als kleiner Verband aber schwierig, zuvorderst wird die Luft nämlich sehr dünn.»

Wie schwörst du dein Team aufs «Eidgenössische» ein?

«Wir handhabten die Vorbereitung ähnlich wie vor dem ESAF 2019 in Zug. Es gab verschiedene Kaderzusammenzüge und Trainings. Anfangs August verbrachten wir gemeinsam ein Weekend mit Trainings, und liessen dabei den Teamgeist aufleben.»

Wie sehen die letzten Vorbereitungen bis zum ESAF aus?

«Am Dienstag, 16. August steht noch ein Abschlusstraining im Sägemehl auf dem Programm. Nachher geht es darum sich optimal mit genügend Schlaf, guter Ernährung und der nötigen Erholung vorzubereiten. Diese Vorbereitung ist Sache jedes Einzelnen.»

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