Berchtold-Schwinget 1928

In gut zweieinhalb Wochen wird mit dem traditionellen Berchtold-Schwinget die 2019er-Saison eingeläutet. Am 2. Januar führt der Schwingklub Zürich die mittlerweile 122. Ausgabe dieses Anlasses durch.
Der Schreibende blätterte als Vorbereitung in alten Schwingerzeitungen und fand einen kurzen Bericht samt Rangliste zum Berchtold-Schwinget anno 1928. Als Einstimmung zum 122. Zürcher Berchtold-Schwinget möchte ich den Schwingerfreunden diesen Beitrag vom 15. Januar 1928 natürlich nicht vorenthalten.

Text und Foto: Schwingerzeitung vom 15. Januar 1928 und feldwaldwiesenblogger

Schwingklub Zürich – Berchtold-Schwinget 1928
Traditionsgemäss veranstaltete am 2. Januar Zürich seinen Winterschwinget. Nebst den Aktiven des Klubs waren auch einige auswärtige Schwinger vertreten. Dem mittags beginnenden Wettkampfe folgte mit Interesse eine zahlreiche Schar von Schwingerfreunden. Mit der schwingerischen Arbeit durfte man zufrieden sein, wenn auch nicht bei allen einwandfrei geschwungen wurde. Ein tüchtiges Wintertraining wird die Fehler korrigieren.

Der Abend vereinigte Alt und Jung zum «Bernerplatte-Bankett» im «Weissen Wind». Dieser Abschluss des Tages ist etwas Einziges im Schwingerleben. Bei ausschliesslichem Herrenabend finden sich hier am besten die Meinungen beieinander. Red und Gegenred wechseln sich ab, ohne in Inhalt und Stoff langweilig zu sein. Das Septett der «Alten Sektion» sorgte für den musikalischen Teil des Abends und wie die Stunden dann rinnen, so wärmen sich auch die Gemüter. Nie sieht man Schwinger und Freunde besser harmonierend beisammen, als an diesem Abend und schon mancher junge Aktive hat sich da Begeisterung für die Schwingerei geholt, wo der Kameradschaft am anschaulichsten Ausdruck verliehen wird. Möge der Berchtoldstag auch in Zukunft seiner Überlieferung treu bleiben und als Schwinget und Freundestag uns immer zusammenbringen.


Schwingerzeitung vom 15. Januar 1928

Rangliste:
1. August Schmid (Zürich), 56.75 Punkte.
2. Josef Zurkirchen (Zürich) und Franz Schoch (Zürich), je 56.50 Punkte
3. Walter Schüep (Zürich)
4. Robert Gerber (Zürich) und Eugen Jucker (Zürich)
5. Gottfried Keller (Zürich) und Hermann Speer (Zürich)
6. Karl Ackeret (Zürich), Otto Bernhauser (Zürich) und Hans Hobi (Winterthur)
7. Lorenz Hug (Basel), Hans von Gunten (Zürich), Emil Bollinger (Schaffhausen) und Karl Rust (Zug)
8. Otto Horber (Zürich) und Ernst Trachsel (Zürich)
9. Albert Bosshard (Zürich) und Th. Dietschi (Schaffhausen)
10. Werner Ryffel (Uster) und Josef Oehri (Zug)
11. Willy Schwengeler (Winterthur) und Walter Boss (Seebach)

felwaldwiesenblogger

Meine Schwingerwoche: Von Geschichtlichem über ein besonderes Geschenk und dem Vorausguck auf den Berchtold-Schwinget

Text und Fotos: feldwaldwiesenblogger und Schwinger-Blog

Der Schwingsport macht vordergründig eine Pause. Mit den beiden Niklausschwinget in Dietikon und Pratteln wurde die 2018er-Saison beendet. Bis zum 2. Januar, wenn in der Saalsporthalle Zürich mit dem traditionellen Berchtold-Schwinget die neue Saison eingeläutet wird, ruht der Schwingbetrieb. Natürlich sind die Schwinger und die Organisatoren im Hintergrund emsig am Trainieren und Vorbereiten. Aber auch in der schwingfestfreien Zeit gibt es einiges zu berichten rund um unseren Nationalsport.

Geschichtliches aus dem Schwingsport: Willy Lardon – Schwingerkönig beim Eidgenössischen Schwingertag Zug, 1943

Quelle: Denkwürdige Schwingfeste – Unvergessene Schwinger (1977)

Der am 2. Mai 1916 geborene Jurassier Willy Lardon war eine eigenwillige Gestalt unter den Schwingerkönigen. Eroberte die Krone bereits 1937 als jüngster Schwingerkönig (vor Beginn der Hunsperger-Aera).
War 1940 wegen Teilnahme an internationalen Ringerturnieren für das Schwingen gesperrt, holte aber die Krone 1943 zurück. Konnte 1945 wegen des gestellten Schlussganges nur den Rang 1a belegen, nicht aber den Königstitel zugesprochen erhalten. Gewann 1943 das Südwestschweizerische, Nordostschweizerische und Berner Kantonale.

Willy Lardon betrachtet das Schwingen hauptsächlich als Sport. Liebt auch Fussball, Skifahren und ist leidenschaftlicher Jäger. Sein Sohn spielt Eishockey beim EHC Biel. Glaubt, dass sich die Schweizer mit entsprechendem Training auch im Ringen wieder internationales Format aneignen könnten.


Schwingerkönig Willy Lardon


Kurzzusammenfassung (samt Notenblatt) des Eidgenössichen Schwingertages Zug, 1943

Mathias Glarner’s besonderes Geschenk
Schwingerkönig Mathias Glarner schenkte seinem Cousin Simon Anderegg zu seinem 100. Kranz ein besonderes Geschenk: Nämlich ein Fussball-Match in München. Dabei konnten die beiden aus dem «Hunderter-Klub» mitverfolgen, wie der Rekordmeister Bayern München einen lockeren 3:0-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg einfuhr.

Neue ISV-Chronik
Ein Buch-Tipp für die schwingfestfreie Zeit: Die soeben erschienene Chronik des Innerschweizerischen Schwingerverbandes zu ihrem 125 Jahre-Jubiläum. Das Buch wurde sorgfältig gestaltet und enthält die Ereignisse der letzten 25 Jahre in Text und schönen Bildern fest.

Burkis Saisonplanung
Altmeister Stefan Burkhalter hat in dieser Woche seine Saisonplanung für 2019 bekanntgegeben. Der 44-jährige bestreitet zudem die meisten der 20 geplanten Schwingfeste mit seinem Sohn Thomas, der nächstes Jahr bei den Aktiven starten darf. Der Start in die neue Saison erfolgt für Vater und Sohn Burkhalter am 2. Januar beim 122. Zürcher Berchtoldschwinget.

Statistischer Rückblick auf 2018
Zwilch.ch, nach eigenen Angaben die einzige Datenbank mit allen Schwingresultaten seit 1998, hat diese Woche einen statistischen Rückblick auf die nun zu Ende gegangene Saison veröffentlicht. Dabei konnte man erfahren, dass Michael Gwerder aus Brunnen am meisten Gänge absolviert hat. Nämlich sage und schreibe 138, von welchen Gwerder 85 Gänge zu seinen Gunsten entscheiden konnte.

Die Aargauer und Zürcher luden zu Delegiertenversammlungen
In der schwingfestfreien Zeit finden verschiedene Versammlungen statt. So hielten unter anderem die Aargauer und die Zürcher ihre Delegiertenversammlungen ab. Auf dem Bild erkennt man den Vorstand des Zürcher Kantonalen Schwingerverbandes.

Mitteilungen des ZV
Kürzlich trafen sich verschiedene Gremien des ESV zu Sitzungen in Meiringen, Hasliberg und Reiden. Dabei wurden diverse Themen und anstehende Aufgaben besprochen und Lösungen erarbeitet. Unter folgendem Link können die einzelnen Mitteilungen im Detail nachgelesen werden.

Erfahrene Camper fürs ESAF 2019 Zug
Ein erfahrenes Schwingfest-Camper-Trio organisiert den Campingplatz am ESAF in Zug. In einem Beitrag aus der Serie «Menschen hinter dem Fest» werden Lukas Zahno, Leo Annen und Ernst Iten vorgestellt. Unter nachfolgendem Link kann der Beitrag nachgelesen werden.

122. Zürcher Berchtold-Schwinget vom 2. Januar 2019
Für das erste Schwingfest der neuen Saison sind bereits ein paar hochkarätige Schwinger gemeldet. So konnte man lesen, dass nebst Stefan und Thomas Burkhalter auch Sämi Giger, Roger Rychen und Domenic Schneider dabei sein werden. Für den vom Schwingklub Zürich organisierten Anlass kann man unter diesem Link laufend die aktuellsten News zum Teilnehmerfeld und rund um den Schwinget nachlesen.

feldwaldwiesenblogger

Kurzvorschau auf den 81. Niklausschwinget in Dietikon

Die Schwingfreunde dürfen sich auf ein starkes Teilnehmerfeld freuen!

Text und Foto: Bruno Auf der Maur und feldwaldwiesenblogger

Das Schwingerjahr geht langsam aber sicher zu Ende. Am 1. Dezember findet mit dem Niklausschwinget in Dietikon einer der letzten Wettkämpfe im 2018 statt. Wie im Vorjahr wird auch die 81. Auflage des traditionellen Hallenschwingets an einem Samstag durchgeführt. Die Wettkämpfe beginnen um 14.00 Uhr und der Schlussgang ist auf etwa 20.30 Uhr vorgesehen.

Obwohl die derzeitige Schwingerliste noch Änderungen erfahren wird, darf man sich auf ein starkes Teilnehmerfeld freuen. Insgesamt werden rund 100 Schwinger erwartet, darunter 30 Gäste: Je 10 aus der Südwestschweiz, der Innerschweiz und der Nordwestschweiz.


Der Schwingklub Glatt-und Limmattal führt den traditionellen Hallenschwinget bereits zum 81. Mal durch

Drei Eidgenossen und der Vorjahressieger sind am Start
Die Nordwestschweizer sind mit den beiden Eidgenossen Nick Alpiger und Patrick Räbmatter (Sieger 2015) sowie Lukas Döbeli, Kaj Hügli, Johann Scherrer und Simon Stoll am Start.

Die aufstrebenden Südwestschweizer reisen gleich mit mehreren Teilverbandskranzern nach Dietikon. Nämlich mit Augustin und Johann Borcard, Victor Cardinaux sowie Marc Gottofrey.

Die Innerschweizer entsenden mit dem Eidgenössischen Kranzschwinger Pirmin Reichmuth einen Anwärter auf den Tagessieg. Unterstützt wird er von seinen Verbandskollegen Urs Doppmann, Damian Egli, Michael Gwerder, Marco Reichmuth und Ivan Rohrer.

Vom NOS-Verband gilt es Markus Schläpfer, Sandro Schlegel, Tobias Riget, Samir Leuppi, Vorjahressieger Roman Schnurrenberger, Andreas Gwerder und Shane Dändliker zu beachten.

Der organisierende Schwingklub Glatt-und Limmattal freut sich, möglichst viele Schwingfreunde am 1. Dezember zum Niklausschwinget in der Stadthalle in Dietikon begrüssen zu dürfen!

feldwaldwiesenblogger

Der Startschuss für den 6. Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag (ENST 2021) ist bereits gefallen

Am Sonntag, 29. August 2021, findet in Schwarzenburg der 6. Eidgenössische Nachwuchsschwingertag (ENST) statt. Mit der Unterzeichnung des Pflichtenhefts des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV) ist der Startschuss für die Vorbereitungsarbeiten gefallen.

Text und Foto: Reto Zbinden (Kommunikations-Chef ENST 2021) und feldwald-wiesenblogger

Zusammen mit dem FC Schwarzenburg, dem Turnverein Schwarzenburg, dem Ski-Club Schwarzenburg und dem Unihockey-Club Guggisberg führt der Schwingklub Schwarzenburg im 2021 den 6. Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag in Schwarzenburg durch. Der Schwingklub Schwarzenburg kann im 2021 das 75-jährige Jubiläum feiern. Dies gab den Anstoss, sich für die Durchführung zu bewerben.

Der wichtigste Nachwuchsanlass im Schwingsport findet alle drei Jahre statt und ist für den Nachwuchs ein einmaliges Erlebnis. In Schwarzenburg werden aus allen Teilverbänden die stärksten Nachwuchsschwinger, mit den Jahrgängen 2004 bis 2006, am Start sein.


Von links nach rechts: Hanspeter Rufer (ESV Kommunikationschef), Thomas Staub (Präsident OK ENST 2021), Paul Vogel (Obmann ESV), Andreas Burren (Vize-Präsident OK ENST 2021) und Ueli Krebs (Präsident Schwingklub Schwarzenburg) beim Unterzeichnen des Pflichtenhefts

Anlässlich des diesjährigen 5. ENST, Ende August 2018, in Landquart unterzeichneten die Organisatoren und der Eidgenössische Schwingerverband das Pflichtenheft für den Grossanlass in der Region Gantrisch. Das Organisationskomitee ENST 2021 wurde in Landquart freundlich empfangen, sammelte viele interessante Eindrücke, konnte sich mit dem OK ENST 2018 austauschen und kann so von den in Landquart gemachten Erfahrungen profitieren.

Mit viel Schwung und grosser Motivation reiste das OK ENST 2021 zurück ins Schwarzenburgerland. Unter der Leitung des OK-Präsidenten Thomas Staub wurden die ersten Vorbereitungsarbeiten an die Hand genommen, um den Nachwuchsschwingern – und den hoffentlich zahlreichen Zuschauern – in Schwarzenburg ein unvergessliches Fest zu organisieren.

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«E ghörigi Portion Bruuchtum am Schwinget»

Text: Tobias Scheiwiller (Medienchef OLMA-Schwinget) und feldwaldwiesenblogger

Am letzten OLMA-Messetag, am Sonntag, 21. Oktober, wartet auf die Messebesucher ein besonderes Highlight. Am OLMA-Schwinget trifft sich, wer Rang und Namen hat: Samuel Giger, Gewinner des Schwägalp-Schwingets, und weitere Eidgenossen stehen im Ring.

Bereits zum 22. Mal treffen sich Schwinger des Nordostschweizerischen Schwingerverbandes zum traditionellen Wettstreit im Sägemehl der OLMA-Arena. Je drei Schwinger aus den anderen vier Teilverbänden (Berner Kantonaler Schwingerverband, Innerschweizer Schwingerverband, Nordwestschweizer Schwingerverband und Südwestschweizer Schwingerverband) treten als Gäste zum Wettkampf an. Auf die besten drei Schwinger warten wertvolle Lebendpreise.

Am kommenden Sonntag lassen es die Schwinger nochmals ordentlich stieben!
Bild: Regina Kühne

Hochkarätige Namen
Die Schwingerliste mit rund 90 Namen wird vom stärksten Schwinger der Saison, Samuel Giger, angeführt. Neben Giger kommen mit Domenic Schneider, Beni Notz und dem Routinier Stefan Burkhalter gleich nochmals drei Eidgenossen aus dem starken Thurgauer Kantonalverband. Zudem ist der Appenzeller Eidgenosse Raphael Zwyssig am Start. Zu den Ostschweizern gesellt sich mit Nick Alpiger ein starker Nordwestschweizer Eidgenosse.

Echt urchig
Der OLMA-Schwinget bietet Spitzensport, spannende Wettkämpfe und eine einzigartige Atmosphäre. Und wie es sich für ein Schwingfest gehört, zeigen Jodler, Fahnenschwinger und Alphornbläser zwischen den Wettkämpfen urchige Unterhaltung. Der OLMA-Schwinget ist voller Brauchtum und damit ein Event, wo Tradition nicht nur gezeigt, sondern auch gelebt wird. Ein Event für alle!

Veranstalter
Organisiert wird der OLMA-Schwinget vom Schwingerverband St.Gallen und Umgebung, sowie dem Bürgerturnerchörli St.Gallen in Zusammenarbeit mit der OLMA.

Das Schwingfest beginnt um 08.30 Uhr, Kassaöffnung beim Eingang G ist
um 08.00 Uhr. Der Zugang erfolgt bis 09.00 Uhr ausschliesslich via Eingang G.

feldwaldwiesenblogger

«Ich konnte wieder vorne mitschwingen und bin gesund» – Interview mit Spitzenschwinger Christian Schuler zum Saisonabschluss

Der 30-jährige Christian Schuler hat mit einem starken Spätsommer nach seiner schweren Knieverletzung im letzten Jahr den Anschluss zur Spitze wieder hergestellt. Obschon er auch diese Saison zwischenzeitlich verletzungsbedingt ausfiel, belegte er in der Jahreswertung den ausgezeichneten siebten Platz.

Text und Foto: Werner Schönbächler und feldwaldwiesenblogger

Wie schlimm ist die am Siebner Herbstschwingertag zugezogene Fingerverletzung?
«Es ist glücklicherweise nichts Gravierendes. Doch im Training konnte ich noch nicht wunschgemäss Griffe fassen, sodass ich mich entschied, die Saison zu beenden, um den Aufbau nicht hinausschieben zu müssen.»

Wie bist Du mit Deiner Saison zufrieden?
«Nach meiner letztjährigen Knieverletzung bin ich sehr zufrieden. Es hat sich für mich gelohnt, dass ich auf einen operativen Eingriff verzichtet und auf eine alternative Methode gesetzt habe. Ich gönnte dem Knie danach die nötige Erholungszeit, was mir einen zielgerichteten Aufbau ermöglich hat.»

Bereits der Start an den Frühlingsfesten verlief für Dich vielversprechend. Hast Du damit gerechnet?
«Damit durfte ich wirklich nicht rechnen, umso schöner war es für mich. Ich konnte viel mehr umsetzen, als ich mir eigentlich zum Ziel gesetzt habe.»

Schon bald trat am Ob- und Nidwaldner Kantonalen wieder eine Verletzung auf. Was dachtest Du im ersten Moment?
«Nach dem etwas harzigen Start am Schwyzer Kantonalen erwischte es mich am «Ob- und Nidwaldner» erneut. Im ersten Moment war ich niederschlagen. Zum Glück erwies sich die Verletzung nicht als allzu schlimm.»

Nachdem Du deswegen zwei Kantonalfeste sausen lassen musstest, gabst Du ausgerechnet beim Bergklassiker auf dem Stoos das Comeback. War das nicht etwas riskant?
«Mich verbinden gute Erinnerungen mit diesem Anlass, konnte ich doch 2009 auf dem Stoos mein erstes Kranzfest gewinnen. Im Grossen und Ganzen war ich zufrieden mit meiner Leistung, obschon ich die fehlende Wettkampfpraxis spürte und gerade noch den letzten Kranz holte. Ich bin da gerade noch mit einem «blauen Auge» davongekommen.»


Christian Schuler darf auf eine starke Saison zurückblicken

Dann wurdest Du von Fest zu Fest stärker?
«Das ist so. Nachdem ich mich am «Innerschweizerischen» im ersten Rang klassierte, wurde ich am «Südwestschweizerischen» Zweiter. Der Sieg in Ruswil bedeutete mir sehr viel und gab mir das das nötige Selbstvertrauen für den weiteren Verlauf. Ich merkte, dass ich endgültig wieder «bei den Leuten» angekommen bin.»

Auf dem Brünig und der Schwägalp hast Du das Fest an der Spitze mitgeprägt. Was hat für den Sieg gefehlt?
«Auf dem Brünig erhielt der punktgleiche Kilian Wenger gegenüber mir vom Einteilungskampfgericht den Zuschlag für den Schlussgang gegen Joel Wicki, was für mich in Ordnung war. Eine kurze Unaufmerksamkeit gegen Daniel Bösch auf der Schwägalp hatte fatale Folgen und brachte mich um den Schlussgang.»

Du wirkst derzeit rundum zufrieden. Oder täuscht dieser Eindruck?
«Nein, obschon nicht immer alles zusammenpasste, kann ich mit der Saison sicher zufrieden sein. Nach meiner nicht einfachen Knieverletzung konnte ich wieder vorne mitschwingen und bin gesund, was wohl das Wichtigste ist. All das ist ein Resultat von dem, was ich in den Sport investiert habe, inklusive der vielen Trainingsstunden.»

Wie bringst Du es fertig, Familie, Job und Sport unter einen Hut zu bringen?
«Ich kann zum Glück auf einen grosszügigen Arbeitgeber zählen, dank dem ich meine Zeit gut einteilen kann. Weiter habe ich ein gutes Umfeld, welches es mir ermöglicht, ein Stück weit fürs Schwingen zu leben.»

Wie geht es nun weiter?
«Nach einer kurzen Pause werde ich den Aufbau für die nächste Saison mit Schulschwingen beginnen. Da wird das Augenmerk auf die richtige Ausführung von Schwüngen gelegt. Das Konditionstraining werde ich nicht unterbrechen. Mein Ziel ist es, wieder vorne mitschwingen zu können.»

Hast Du das nächstjährige «Eidgenössische» in Zug bereits im Hinterkopf?
«Nein, ich versuche es noch möglichst lange auszublenden und den Fokus auf mich zu legen. Ich habe ja bereits an fünf «Eidgenössischen» mitgemacht und weiss, was da abgeht. Doch wird der Medien-Hype gegenüber den letzten Austragungen wohl noch grösser werden. Da muss man sich gut abgrenzen können, um noch genügend Zeit für sich zu haben.»

feldwaldwiesenblogger

Nachgefragt bei Marco Fankhauser, dem Schlussgang-Verlierer von Unteriberg

Text: feldwaldwiesenblogger

Wieder einmal lasse ich einen Schlussgang-Verlierer zu Wort kommen: Marco Fankhauser. Der Entlebucher stand am vergangenen Sonntag in Unteriberg SZ im Schlussgang und verlor diesen leider. Dennoch hat es Marco auch verdient, erwähnt zu werden. Denn er erreichte die Endausmarchung mit einer starken Leistung. Mit dem Luzerner führte ich ein Tag später ein interessantes Gespräch und wollte von ihm unter anderem wissen, wie er den Schlussgang erlebte. Weiter aber auch, wie seine Saisonbilanz aussieht und wann er in die Vorbereitung für 2019 einsteigt.

Der 49. Herbstschwinget Unteriberg
Sieger des letzten Schwingfestes in der Innerschweiz wurde Pirmin Reichmuth. Der zum Glück wiedergenesene Chamer bezwang im Schlussgang nach 40 Sekunden Marco Fankhauser mit einem Wyberhaken. 800 Zuschauer fanden bei prächtigem und mildem Herbstwetter den Weg nach Unteriberg. Das Organisationskomitee unter der bewährten Leitung von Kurt Marty scheute keinen Aufwand und führte beim Bezirkschulhaus ein stimmungsvolles Schwingfest durch. Bei diesem kam die volkstümliche Unterhaltung natürlich auch nicht zu kurz. Zudem wurde ein kleiner, aber nicht minder feiner Gabentempel hergerichtet.
58 Schwinger, die Mehrzahl aus dem Kanton Schwyz, traten am Sonntagmittag an. Darunter war mit dem Sieger nur ein Eidgenosse am Start. Der ursprünglich gemeldete Rothenthurmer Christian Schuler musste wegen einer Fingerverletzung, welche er sich im Schlussgang des Herbstschwingertages Siebnen zuzog, Forfait erklären. Weiter figurierten unter dem Teilnehmerfeld einige starke Kranzschwinger.

Marco Fankhausers zweite Teilnahme in Unteriberg
Nachdem Marco vor einigen Jahren schon einmal in Unteriberg antrat, belegte er bei der zweiten Teilnahme in der sonnigen Hochybrig-Region den zweiten Schlussrang. Der Sennenschwinger qualifizierte sich mit fünf Siegen verdient für den Schlussgang. Darunter befanden sich mit Roland Kälin, Ursin Battaglia und im fünften Gang mit Philipp Schuler Berg- und Teilverbandskranzer.
Marco Fankhauser’s Geburtsdatum ist der 8. März 1996. Der 22-Jährige wohnt in Hasle LU, ist ledig und weist mit seiner Grösse (187 Zentimeter) und seinem Gewicht (103 Kilogramm) Idealmasse für den Schwingsport auf. Der Entlebucher ist gelernter Plattenleger, absolviert derzeit eine Zweitausbildung als Maurer und befindet sich im ersten von zwei Lehrjahren. Zu seinen Hobbys zählt er nebst dem Schwingen Biken, Skifahren, Schwyzerörgeli- und Handorgelspielen.
Marco ist Mitglied beim Entlebucher Schwingerverband und hat bisher 13 Kränze herausgeschwungen. In der nun zu Ende gehenden Saison konnte er am Zuger und Schwyzer Kantonalen sowie am Innerschweizerischen und am Rigi-Schwinget vor die Kranzdamen treten. Diese vier Kranzgewinne und die vier an Kranzfesten bezwungenen Eidgenossen brachten ihm den 43. Rang in der SCHLUSSGANG-Wertung, der offiziellen Jahrespunkteliste des Eidgenössischen Schwingerverbandes, ein.
Marco schwingt seit 2002 und benennt als schwingerisches Vorbild den Gersauer Eidgenossen Andreas Ulrich.


Ein strahlender Marco Fankhauser nach dem Herbstschwinget Unteriberg
Foto: Gebrüder Fankhauser (Facebook)

Herzliche Gratulation zum Erreichen des Schlussganges! Was ging dir nach dem verlorenen Schlussgang durch den Kopf?
„Als Erstes ging mir der Schlussgang vom Herbstschwinget Schachen durch den Kopf. Dort nahm ich mir vor, es das nächste Mal besser zu machen. Dazu muss man aber auch sagen, dass die Voraussetzungen betreffs Favoritenrolle in Schachen anders waren. Dort war ich eigentlich Favorit, in Unteriberg nicht unbedingt. Ich wusste auch nicht so genau, wie stark Reichmuth schon wieder ist.“

Würdest du heute mit einer anderen Taktik den Schlussgang in Angriff nehmen?
„Das ist schwierig zu sagen. Beim Herbstschwinget Schachen hat’s einen Sieger gebraucht. In Unteriberg hätte mir ein Gestellter gereicht. In Schachen zog ich aufs Gut des Kampfrichters und wurde ausgekontert. In Unteriberg wartete ich leider ab. Das würde ich nächstes Mal nicht mehr so machen. Ich würde gleich aufs Gut ziehen und weniger taktieren.“

Mit fünf souveränen Siegen hast du den Schlussgang erreicht. Welcher dieser Gänge war der härteste Kampf?
„Der Kampf gegen Ursin Battaglia war der härteste. Philipp Schuler und Roland wie Remo Kälin waren defensiv sehr stark. Diese muss man zuerst auch bezwingen.“

Was für ein Fazit ziehst du vom Herbstschwinget Unteriberg?
„Ich ziehe ein gutes Fazit. Die Organisatoren zeigten am Vormittag grosse Freude, als ich mich für den Schwinget anmeldete. Solche Schwingfeste kann man zum Teil mehr geniessen als Kranzfeste. Denn es herrscht weniger Hektik, sondern vielmehr eine angenehme Atmosphäre.“

Wie sieht deine Saisonbilanz insgesamt aus?
„Ich bin zufrieden und konnte die Saison gesund beenden. Mitte der Saison hatte ich eine Verletzung am Ellbogen, und liess mir dabei genügend Zeit. Am Berner Kantonalen und auf der Schwägalp lief es mir nicht wie gewünscht, diese beiden Kranzfeste waren eigentlich meine Saisonhöhepunkte.
Ich durfte aber drei Premieren feiern: Mit dem ersten Innerschweizer- und dem ersten Rigi-Kranz. Ich konnte zudem meine Kantonalkranz-Sammlung vervollständigen. Bei den Bergkränzen fehlen mir noch drei auswärtige, nämlich jener am Schwarzsee, auf dem Weissenstein und der Schwägalp. Der Gewinn dieser Kränze bilden meine nächsten Ziele.“


Marco Fankhauser gewann 2017 und 2018 jeweils vier Kränze
Foto: Entlebucher Anzeiger

Du hast deinen ersten Kranz 2012 beim Luzerner Kantonalen in Wolhusen gewonnen. Welches war deine bisher erfolgreichste Saison?
„Die letztjährige Saison genoss ich am meisten, da ich 2016 den grössten Teil der Saison verletzungsbedingt fehlte. Es war einfach nur schön, wieder dabei zu sein. Ich freute mich an jedem Kranzgewinn und ging mit einer riesigen Freude an den Unspunnen-Schwinget, welchen ich im vierten Rang abschloss. Diese Saison war auch toll, denn ich konnte gleich viele Kränze wie letzte Saison gewinnen: Nämlich vier.“

2017 hast du den Schlussgang beim Luzerner Kantonalen bestritten, dabei leider verloren. 2019 ist der erste Kranzfestsieg fällig?
Marco lacht. „Ich hätte nichts dagegen. Es muss einfach alles passen, und vor dem Schlussgang steht es immer 50 zu 50. In Malters war ich nahe dran. Wenn der Tag stimmt, ist alles möglich.“

Es ist allgemein bekannt, dass die Gebrüder Fankhauser sich gegenseitig „pushen“. Wie sieht das konkret aus?
„Im Training spornen wir uns gegenseitig an und klopfen Sprüche. Es ist immer speziell, wenn man gegen seine Brüder schwingt. Wir brauchen das einfach, weil wir nichts anderes kennen. Schön ist zudem, gemeinsam an die Schwingfeste zu reisen. Ich habe das in Unteriberg festgestellt: Es ist schon anders, wenn man ohne seine Brüder antritt.“

Du wirst im kommenden März 23 Jahre jung. Das ideale Alter für den ersten eidgenössischen Kranz?
Marco lacht erneut. „Das Ziel ist es sicher. Die Gesundheit muss einfach mitmachen. Ich habe es 2016 gesehen: Ich durfte damals im Frühling super Rangschwingfeste erleben und plötzlich kam der „Chlapf“ und mit der schweren Verletzung war es vorbei. Es muss an jenem Wochenende einfach alles stimmen. Es wäre sicher schön und ich arbeite auch auf darauf hin.“

Wann steigst du in die Saisonvorbereitung für 2019? Wie wird diese aussehen?
„Meine Saisonvorbereitung starte ich anfangs November mit Kraftaufbau und Ende November beginnen wir mit dem Schulschwingen. Zu anstrengend wird es am Anfang noch nicht sein. Wir werden gewisse Schwünge näher anschauen und möchten nicht ausgepowert sein, wenn es im Frühling wieder losgeht.“

feldwaldwiesenblogger