Ehemalige Schwingergrössen: Roland und André Riedo

Quelle: Schwingergestalten unserer Zeit III (1986) / Bearbeitung: feldwaldwiesenblogger


André Riedo (links) ist am 11. Oktober 1965 geboren, Roland Riedo am 28. Dezember 1959. Beide schwangen für den Schwingklub Sense.

Seit Sitten sind beide «Eidgenossen»
Der schwingerische Funke hat wirklich gezündet im Kanton Freiburg. Seit dem Grosserfolg von Langenthal mit fünf eidgenössischen Kränzen sind Schwinger aus diesem Kanton immer wieder positiv in Erscheinung getreten. Sie zeigen, dass sie das Erbe Ernest Schlaefli‘s in Ehren halten und weiter pflegen. Ein Beispiel dafür liefern auch die Gebrüder Roland und Andre Riedo; André hat mit 18 Jahren begonnen, in der Westschweiz Kränze zu sammeln und zwei Jahre später, am Brünigschwinget 1986, bewiesen, dass er es auch ausserhalb der Romandie kann.

Der Kniestich als erfolgreiche Waffe
Roland ist seit 1983 eidgenössischer Kranzträger. Auf seinem Weg zum höchsten Kranz besiegte er auch den Bündner Urs Rettich, der am Schluss mit ihm zusammen im gleichen Kranzrang figurierte. Roland beherrscht den Kniestich am besten und schreibt selbstkritisch, er kenne viele Schwünge, doch seien sie leider nicht ausgefeilt. Er ist ferner der Ansicht, dass es dem Freiburger Verband trotz des Aufwärtstrends immer noch an Selbstvertrauen fehle: «Dies könnte man als Übel unseres Verbandes bezeichnen.»

Kranzfestsieg 1981 am Walliser Kantonalen
Als Kranzfestsieger ging Roland 1981 am Walliser Kantonalen hervor. 1982 erreichte er am Westschweizerischen nach Siegen über Ueli Stucki und Ruedi Suter — ein ausserordentlich schweres Pensum! — den Schlussgang, wo er Bernard Moret nach neun Minuten unterlag.

Intensiveres Training in Jahren mit Eidgenössischem Fest
Das Training wird in Jahren mit Eidgenössischem Fest intensiviert, was für beide Früchte trug. Das beginnt bereits im Herbst des Vorjahres, mit einem zusätzlichen dritten Schwingertraining pro Woche. Dazu kommt Krafttraining sowie Langlauf im Winter und Velofahren im Sommer. Auch Fussball und Lauftraining halten den Sensler fit. In seinem Klub übt er das Amt des Technischen Leiters aus, «weil man nicht nur nehmen, sondern auch geben soll.»

Sicherheitsbeamter bei der Swissair
Mit Dankbarkeit und Freude hat er im Sommer 1984 die nicht ungefährliche berufliche Aufgabe wahrgenommen, für einige Zeit als Sicherheitsbeamter der Swissair einen Teil der Welt kennenzulernen. Die Flüge führten nach Amerika, in verschiedene afrikanische Länder, nach Pakistan und Saudiarabien. Ursprünglich hatte Roland den Beruf des Landwirts gelernt; auch heute noch arbeitet er auf dem elterlichen Hof mit.

Ein spezielles Hobby
Er hat ein Hobby, das wir erstmals bei den Schwingern begegneten: Er ist Mitglied der Theatergesellschaft Plaffeien, macht also beim Volkstheater mit. Auch einen Jass klopft er gerne. Für das Schwingen begann er sich mit 12 Jahren zu interessieren. Der damalige Präsident des Schwingklubs Sense, Arnold Fasel, war ihm ein Förderer, ebenso wie später Hans Fasel. Schwingerisch eifert er dem unvergessenen Techniker Marcel Buser nach.

Mit dem eidgenössischen Kranz 1983 das grösste Ziel erreicht
Eine Scharte hat Roland noch auszuwetzen: Er will unbedingt an einem Kranzfest in der Deutschschweiz reüssieren. Gelegenheiten hatte er schon mehrere, doch verfehlte er das Ziel immer wieder im letzten Gang; so an den Berner Kantonalen 1981 und 1984, auf der Rigi, am Innerschweizerischen 1985 sowie auf dem Brünig 1983 und auch 1986 wieder (im Gegensatz zu Bruder André). Doch Roland kann sagen: «Mit dem eidgenössischen Kranz von 1983 ist mein grösstes Ziel erreicht.»

Schwingen ist kein Spiel mehr, sondern Spitzensport
Bemerkenswert noch seine Ausführungen zum Schwingen allgemein: «Leider ist das Schwingen heute kein Spiel mehr, sondern Spitzensport. Ein Trainingsaufwand von bis zu zehn Stunden pro Woche ist gegenüber Familie und Beruf fast nicht mehr tragbar. Doch will man an der Spitze der Ranglisten figurieren, ist er notwendig.»

Bedeutung des Schwingens
Zur Bedeutung des Schwingens allgemein hält der Freund in- und ausländischer Volksmusik sowie alter Schlager fest:
«Körperliche Ertüchtigung, Kameradschaft, Förderung des Brauchtums. Durch das Schwingen habe ich viele frohe Stunden erleben dürfen.»

feldwaldwiesenblogger

Ehemalige Schwingergrössen: Lothar Herrsche

Quelle: Schwingergestalten unserer Zeit III (1986) / Bearbeitung: feldwaldwiesenblogger


Lothar Herrsche ist am 19. Mai 1960 geboren, und schwang für den Schwingklub Rheintal-Oberland

Den Abstand zu Schläpfer verkleinern
Der Sieg am Nordostschweizerischen Schwingfest 1985 und das Erreichen des Schlussgangs am Kilchberger Schwinget 1984 haben Lothar Herrsche gutgetan. Er hat sich jetzt das Ziel gesteckt, den Abstand zu Ernst Schlüpfer noch mehr zu verringern. Lothar weiss, dass Ernst der härteste und strengste Massstab ist, den er sich setzen kann. Er weiss aber auch, dass solche Vorsätze ein wichtiger Ansporn sein können.

Eine vielseitige und ausgefeilte Technik
Lothars Hauptwaffe ist eine vielseitige und ausgefeilte Technik. Es sind weniger die klassischen Schwünge wie Kurz und Hüfter als die vertrackteren wie Brienzer, Hochschwung, Souplesse und Bodenarbeit, die ihm Erfolge bringen.
Herrsche ist zweifacher Schweizermeister im Ringen und hat drei eidgenössische Kränze im Nationalturnen geholt. Dieser Erfahrungsschatz hat auch seine Schwingerlaufbahn befruchtet und umgekehrt. Von Verletzungen ist der durchtrainierte Bursche bis jetzt verschont geblieben.

Schwingen und Ringen
Schwingen und Ringen füllen seine ganze Freizeit. Das Training ist ausserordentlich intensiv und umfasst im Sommer viermal anderthalb Stunden Technik und Kraft sowie täglich Vitaparcours. Im Winter ist Herrsche auch beim Ringklub Kriessern dabei, aus dem der Olympiamedaillengewinner Hugo Dietsche hervorgegangen ist, der nach einigen Rückschlägen noch weitere Anläufe in Richtung Edelmetall unternahm und an den Europameisterschaften 1986 in Griechenland — wieder Bronze — eine glanzvolle Bestätigung erbrachte.
Mit der Ringernationalmannschaft war Herrsche des Öftern auf Reisen in Europa und Übersee.

Schwingen ist Willenssache und vom Trainingsfleiss abhängig
Radfahren hilft ihm, die Kondition zu verbessern. «Gut essen» ist ein Hobby, das vorläufig noch etwas zu kurz kommt. Lothar hat als Knabe eine Erfahrung gemacht, die er mit einigen erfolgreichen Schwingern teilt: «Schulkollegen nahmen mich zum Schwingertraining mit. Wobei ich damals gegen alle verlor. Heute zieht keiner von ihnen mehr Schwinghosen an.» Gerade für einen nicht mit einer riesenhaften Statur ausgestatteten Jüngling ist Schwingen eben in starkem Masse Willenssache und vom Trainingsfleiss abhängig.

Triumph am Nordostschweizerischen Schwingfest 1985
Besonders gefreut hat den Ostschweizer, dass er nur zwei Wochen nach dem Stoosschwinget, der ihm missriet und keinen Lorbeer eintrug, seinen Triumph am Nordostschweizerischen feiern konnte. Der Weg zum Sieg führte unter anderem über die starken Gäste Franz Käslin und Johann Santschi. Zum Schlussgang durfte dann überraschend der 38-jährige Armin Meier mit Herrsche antreten. «Ich habe ihn nicht unterschätzt,» berichtete Lothar, «denn seine Routine hätte ihn durchaus zu guten Gegenschwüngen befähigen können. Doch schliesslich konnte ich meinen Spezial, den Hochschwung, anbringen.»

Am Kilchberger Schwinget 1984 im Schlussgang
Vordere Plätze gab es für Lothar ausserhalb des eigenen Verbandsgebiets unter anderem am Innerschweizerischen 1985 (3.), am Brünig 1984 (4.) und am Nordwestschweizerischen 1984 (5.). Am Kilchberger lieferte er Schläpfer im Schlussgang eine offene und kämpferische Partie und brachte ihn sogar an den Rand der Niederlage. Nach acht Minuten gewann dann Schläpfer mit Linkskurz.
In Sitten erreichte Lothar Herrsche trotz einer im fünften Gang zugezogenen Verletzung, dank seinem eisernen Willen, im Rang 9g den zweiten Eidgenössischen Kranz.

Zukunftsaussichten
Wie es weitergeht, da mag er sich noch nicht festlegen. Herrsche möchte sich im Beruf — er ist bei einer grossen Firma angestellt, die Küchen und Innenausstattungen fabriziert — noch weiterbilden und sein Haus in Montlingen umbauen. Ob sich das mit einem weiterhin so harten Training kombinieren lässt, vermag er heute nicht zu entscheiden. Herrsche, ältester Sohn eines Landwirts mit neun Schwestern (sie konnten ihn nicht unterkriegen) und einem noch kleinen Brüderchen, meint:
«Das Schwingen bedeutet mir viel. Bis jetzt habe ich aus Überzeugung den Beruf zurückgestellt. Doch in Zukunft werde ich dem Beruflichen mehr Bedeutung zumessen müssen.»

feldwaldwiesenblogger

Rückblick Woche 11: Absagen in Zeiten des Coronavirus

Text: feldwaldwiesenblogger

In Zeiten des Coronavirus hagelt es nur so von Absagen. Fast alle in nächster Zeit geplanten Schwingfeste wurden vorsorglich abgesagt oder verschoben. Ebenfalls abgesagt wurde die Abgeordnetenversammlung (AV) des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV).
Das Coming-Out von Curdin Orlik beherrschte vergangene Woche neben dem Coronavirus die schwingerischen Schlagzeilen.
Irgendwann wird ja bestimmt wieder geschwungen. Dieser Tage präsentierten die Organisatoren vom Schwyzer Kantonalen in Muotathal den dritten Lebendpreis.

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Am Berchtold-Schwinget anfangs Jahr konnte noch ungehindert geschwungen werden
Bild: feldwaldwiesenblogger

Bisher 18 Schwingfeste abgesagt oder verschoben
Wie der SCHLUSSGANG heute auf seiner Homepage berichtet, wurden bisher 18 Schwingfeste entweder ganz abgesagt oder verschoben. Dazu zählen Anlässe von Aktiven und Jungschwingern. Sie alle fallen dem grasierenden Coronavirus zum Opfer.
Bekannt ist, dass die nächsten Anlässe wie der Hallenschwinget Colombier (15. März) verschoben, und die Hallenschwingfeste in Thun (22. März) sowie in Engelberg und Aigle (beide am 28. März) abgesagt wurden. Die Organisatoren vom Frühjahrsschwinget Oberarth und Hallenschwinget Brunegg (beide am 29. März) wollen mit einer Entscheidung noch zuwarten. Denn: Stand heute Freitagvormittag, 13. März gilt ein vom Bundesrat verhängtes Veranstaltungsverbot für Anlässe mit 1’000 und mehr Personen bis 15. März. Es ist aber davon auszugehen, dass in den kommenden Stunden noch drastischere Massnahmen verkündet werden. Wie und wann wieder geschwungen werden kann, steht derzeit in den Sternen. Natürlich stehen die Gesundheit der Akteure und der Zuschauer an erster Stelle. Zudem gilt es, den Anweisungen der Behörden Folge zu leisten. Es ist aber auch von Vorteil, wenn man sich eine gesunde Portion Optimismus beibehält.

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Die Abgeordnetenversammlung fand 2017 in Marin-Epagnier NE statt
Bild: feldwaldwiesenblogger

Absage der ESV-AV
Nebst diversen Schwingfestabsagen wurde vorsorglich auch die ESV-Abgeordnetenversammlung von diesem Wochenende abgesagt. Wortwörtlich schreibt Geschäftsstellenleiter Rolf Gasser auf der ESV-Seite: «Die Mitglieder des Abgeordnetenbüros und des Zentralvorstandes haben in Zusammenarbeit mit dem Organisationskomitee der Abgeordnetenversammlung 2020 und einem Telefongespräch mit der Regierung des Kantons Baselland entschieden, die Abgeordnetenversammlung vom 14./15. März 2020 in Pratteln abzusagen.»
Wann die doch in allen Belangen wichtige AV, das sogenannte Schwingerparlament, nachgeholt wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Stünden doch beispielsweise richtungsweisende personelle Änderungen mit der Wahl eines neuen Obmannes oder des neuen Technischen Leiters an.

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Curdin Orlik wurde in Zug zum Eidgenossen gekrönt
Bild: curdinorlik.ch

Coming-Out von Curdin Orlik
Wie eingangs erwähnt, beherrschte das Coming-Out von Curdin Orlik nebst dem Coronavirus diese Woche die Schlagzeilen. Dieser Schritt war für den Bündner ganz sicher kein einfacher, und verdient darum grössten Respekt. Gerade in der Welt des Schwingsportes war es bis anhin undenkbar, dass ein Schwinger zu seiner Homosexualität steht.
Curdin’s Offenheit und Mut hat sicher die meisten überrascht, da es ganz allgemein im Spitzensport noch immer ein weit verbreitetes Tabuthema ist.
Ich hoffe für den Neueidgenossen, dass von ihm eine Last abgefallen ist, und er nun befreiter auftreten kann. Der Berner Spitzenschwinger steht nun inmitten seiner Karriere, und er möchte nur eines: Seine Leidenschaft Schwingen weiterhin mit viel Freude leben.

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Gabenchef Peter Betschart, Spender Werner Heinzer und der Eigentümer des Rindes Manfred Betschart
Bild: Pascal Betschart, Medienchef Schwyzer Kantonales 2020

Vorfreude aufs Schwyzer Kantonale in Muotathal
Dieser Tage stellten die Organisatoren des Schwyzer Kantonalen Schwing- und Älplerfestes, welches am 17. (eventuell 21.) Mai in Muotathal über die Bühne gehen soll, den dritten Lebendpreis vor. Es handelt sich dabei um das Rind Belona. Das schöne Tier, geboren am 15. Januar 2018, gehört der Rasse Braun Swiss an. Eigentümer dieses Prachtsrindes ist Manfred Betschart (Obereggeli 2, Muotathal). Spender des Rindes Belona ist Werner Heinzer (Muotathal).
Die Anmeldungen der Schwinger sind zudem bereits erfolgt. Riskiert man einen Blick auf diese Liste, erkennt man unschwer, dass in Muotathal eine starke Besetzung am Start sein wird. Insgesamt werden etwa 250 Schwinger erwartet. Bisher haben sich 13 Eidgenossen angemeldet, beste Voraussetzungen für ein spannendes Schwingfest.
Der Vorverkauf für die begehrten Tickets startet am kommenden Montag, 16. März. Weitere Infos findet man unter www.schwyzer2020.ch

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Zu Guter Letzt:
Wir wollen in Zeiten des Coronavirus dennoch optimistisch und mutig in die Zukunft blicken. Irgendwann wird garantiert wieder geschwungen. Bis es aber so weit ist, muss die aktuelle Krisenlage überstanden sein. Ich denke, es ist nicht verkehrt, wenn man sich momentan schöne Bilder oder Videos von vergangenen Schwingfesten ansieht.


Ein jubelnder Christian Stucki: Er ist soeben Schwingerkönig geworden!
Bild: Aargauer Zeitung


Stoos-Schwinget 2018: Schlussgang zwischen Lario Kramer und Marcel Bieri


Samuel Giger bodigt 2018 auf der Schwägalp Christian Stucki

feldwaldwiesenblogger

Der 47. Grosse Hallenschwinget Sarnen wird in diesem Jahr wegen dem Coronavirus nicht durchgeführt

Text: OK-Hallenschwinget Sarnen und Vorstand der Schwingersektion Sarnen / Bearbeitung und Bild: feldwaldwiesenblogger

An einer außerordentlichen OK-Sitzung vom Freitag, 28.2.2020 wurde der Mehrheitsentscheid gefällt, wegen der aktuellen Ereignisse betreffend Coronavirus und des daraus resultierenden Veranstaltungsverbots, welches durch den Bundesrat erlassen wurde, den 47. Grossen Hallenschwinget in Sarnen in diesem Jahr nicht durchzuführen.


Am Hallenschwinget Sarnen sind jeweils mehr als 1’000 Personen anwesend

Vorbereitungen standen in der Endphase
Die Vorbereitungen für den 47. Grossen Hallenschwinget in Sarnen vom 8. März 2020 standen wie jedes Jahr so kurz vor dem Fest schon in der Endphase. Mit dem Veranstaltungsverbot, welches der Bundesrat gestern Freitag erlassen hat, änderte sich aber leider die Ausgangslage für die Durchführung dieses Schwingfests schlagartig.

Total mehr als 1’000 Personen anwesend
Total sind an diesem Anlass normalerweise mehr als 1‘000 Personen anwesend, was das Schwingfest im Moment in die Kategorie der verbotenen Veranstaltungen fallen lässt. Nach zahlreichen Telefonaten, Diskussionen und der Prüfung anderer Varianten, hat sich das Organisationskomitee des Hallenschwingets schweren Herzens dazu entschieden, den Anlass abzusagen.

Dicht gedrängter Terminkalender
Da der Terminkalender im Schwingsport sonst schon sehr gedrängt ist und kein geeignetes Verschiebedatum zur Verfügung stand, verzichtet die Schwingersektion Sarnen in diesem Jahr komplett auf die Durchführung des Hallenschwingets.

Beitrag zur Eindämmung der Krankheit
Der einzige positive Aspekt aus der Absage ist, dass keine Schwinger, Besucher, Funktionäre und Helfer der Gefahr einer Infektion mit dem Coronavirus an unserem Anlass ausgesetzt werden und wir so unseren Beitrag zur Eindämmung der Krankheit liefern.

Finanzieller Schaden
Durch die Absage entsteht der Schwingersektion Sarnen leider ein finanzieller Schaden. Uns bleibt aber nichts anderes als zu hoffen, dass unsere Gönner, Gabenspender, Inserenten und Helfer uns trotzdem oder gerade deshalb auch im nächsten Jahr wieder unterstützen werden.

Wir danken euch Schwingfans und Schwingern für euer Verständnis und würden uns sehr freuen, euch an der nächstjährigen Ausgabe am 14. März 2021 wieder zahlreich am Grossen Hallenschwinget in Sarnen begrüssen zu dürfen.

feldwaldwiesenblogger

Rückblick Woche 7: Aeschbacher gewinnt den Hallenschwinget Kirchberg, Vorschau Hallenschwinget Niederurnen, Spatenstich und «Harlei»

Text: feldwaldwiesenblogger

Der Sieger am Hallenschwinget Kirchberg heisst Matthias Aeschbacher. Der Neueidgenosse bezwang im Schlussgang Florian Weyermann.
Mit dem Hallenschwinget Niederurnen steht bereits Schwingfest Nummer vier auf dem Programm. Dieser Schwinget bietet eine interessante Einmaligkeit.
Der Südwestschweizer Nachwuchs wird regelmässig von prominenten Eidgenossen trainiert. Letztes Wochenende leitete Guido Thürig das Training.
Gestern Donnerstag erfolgte der Spatenstich für das neue Rontaler Trainingscenter. Die Eröffnung ist für Mai 2021 geplant.
Für den Sieger des diesjährigen Zuger Kantonalen steht mit Harlei ein prächtiger Siegermuni bereit.

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Matthias Aeschbacher gewinnt den Hallenschwinget Kirchberg zum ersten Mal
Bild: Matthias Aeschbacher (Facebook-Seite)

Matthias Aeschbacher gewinnt den Saisonauftakt der Berner
Am letzten Samstag stiegen die Berner Schwinger in die neue Saison. Traditionell erfolgt dies jeweils am Hallenschwinget Kirchberg. Zu diesem traten über 60 Schwinger an, darunter die drei Eidgenossen Matthias Aeschbacher, Remo Käser und Patrick Schenk.
Aeschbacher zeigte dabei mit fünf Siegen und einem Unentschieden gegen Remo Käser einen starken Wettkampf. Für den bärtigen Emmentaler war dies der erste Sieg am Hallenschwinget Kirchberg und der 15. Erfolg an einem Rangschwinget.

Käser darf mit seinem Comeback nach einer Verletzungspause zufrieden sein. In der Endabrechnung landete der Einheimische auf dem hervorragenden zweiten Rang. Patrick Schenk, der dritte Eidgenosse im Bunde, kam auf den guten dritten Platz.

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In Niederurnen wird auf einer grossen Ringermatte geschwungen
Bild: feldwaldwiesenblogger

Vorschau Hallenschwinget Niederurnen
Mit dem Hallenschwinget Niederurnen steht am kommenden Sonntag, 16. Februar bereits Schwingfest Nummer vier im noch jungen Schwinger-Jahr auf dem Programm. Notabene das dritte Schwingfest auf Nordostschweizer Verbandsgebiet. Als Favoriten werden der Lokalmatador Roger Rychen und der letztjährige Sieger Willy Graber gehandelt.
Der Mittelländer Graber ist quasi auf Abschieds-Tournee. Denn Willy wird nach dem Worblentaler Hallenschwinget in Bolligen (4. April), seinem Heimfest, die Schwingerhosen an den berühmten Nagel hängen.

Der Hallenschwinget Niederurnen bietet eine interessante Einmaligkeit: Es ist der einzige Anlass der ganzen Saison, bei welchem nicht in Sägemehl geschwungen wird. Als Unterlage dient dabei eine grosse Ringermatte, welche in zwei Schwingplätze unterteilt wird.

Roger Rychen ist mit fünf Siegen der alleinige Rekordhalter des 1945 erstmals durchgeführten Schwingfestes. Der Hallenschwinget wird vom Schwingklub Niederurnen und Umgebung organisiert, und beginnt um 11 Uhr.

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Guido Thürig gibt sein Wissen an den Südwestschweizer Nachwuchs weiter
Bild: Marielle Tissot

Südwestschweizer Nachwuchs wird regelmässig von prominenten Eidgenossen trainiert
Die Wintermonate werden von den Aktiven und Jungschwingern rege genutzt, um sich auf die bevorstehende Saison vorzubereiten. Dabei werden an der Kondition und der Kraft gefeilt, aber auch neue Schwünge geübt. Das «Team Romandie Espoirs», der Südwestschweizer Nachwuchs, ist ebenso fleissig, wie ihre Kollegen aus den anderen vier Teilverbänden. Während den letzten Wochen konnte beobachtet werden, dass in regelmässigen Abständen Trainingszusammenzüge stattfanden, und für diese auch prominente Schwinger als Übungsleiter verpflichtet werden konnten. So nahmen kürzlich die Eidgenossen Samuel Giger oder Benji von Ah den Weg in die Romandie unter die Räder, um dort ihre Kenntnisse zu vermitteln. Aber auch die heimischen Eidgenossen wie Benjamin Gapany oder Steve Duplan kümmerten sich um den Südwestschweizer Nachwuchs.
Letztes Wochenende war der zurückgetretene Aargauer Eidgenosse Guido Thürig zu Gast in der Trainingshalle in Oron-la-Ville, und leitete ein Training der wissbegierigen Jungschwinger.

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Hier entsteht in den nächsten Monaten das neue Rontaler Trainingscenter
Bild: Schwingklub Oberhabsburg

Spatenstich für das neue Rontaler Trainingscenter
Gestern Donnerstag, 13. Februar fand der Spatenstich für das Rontaler Trainingscenter statt. Nebst dem Projektleiter Franz Schillig und dem Rooter Gemeindepräsident Heinz Schumacher waren auch Philipp Fässler (Präsident Schwingklub Oberhabsburg) sowie von Seiten der Baukommission der Sponsoring-Verantwortliche Alois Isenegger und Kommissionsmitglied Fabian Haas anwesend. Als Vertreter der Königspartner und Dienstleister gab Schwingerkönig Harry Knüsel dem Spatenstich die Ehre. Er zeichnet persönlich dafür verantwortlich, dass die Abbruch- und Aushub-Arbeiten zügig vorangehen.

Anfangs März wird das Fundament der Halle durch den Baumeister erstellt. Im Anschluss daran beginnt der Holzbau der Halle. Der Innenausbau wird voraussichtlich im Verlauf des Sommers beginnen. Zudem sind auch Eigenleistungen von Vereinsmitgliedern und Schwingerfreunden gefragt. Die Eröffnungsfeier ist für Samstag, 15. Mai 2021 geplant.

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Ein prächtiger Siegermuni für den Sieger des Zuger Kantonalen
Bild: 101. Zuger Kantonalschwingfest (Facebook-Seite)

Zu Guter Letzt: Sein Name ist Harlei!
Der Siegermuni am 101. Zuger Kantonalen Schwingfest heisst Harlei. Er ist der stolze Siegerpreis für den besten Schwinger am Sonntag, 3. Mai in Baar. Stier Harlei wiegt satte 1’300 Kilogramm und ist im Besitz von Paul Steiner aus Menzingen. Der Siegermuni wird von der Firma Martin Lenz AG (Baar) gesponsert.
Rund 3’500 Besucher und 220 Schwinger werden am 101. Kantonal-Schwingfest anfangs Mai in Baar erwartet. Einmal mehr ist das Zuger Kantonale Schwingfest eines der ersten Kranzfeste der Saison.

feldwaldwiesenblogger

Rückblick Woche 5: Thedy Waser bleibt im Amt, Sven Lang gewinnt in Gais und Christian Stucki’s Verletzung

Text: feldwaldwiesenblogger

Nun haben die ISV-Delegierten gewählt: Thedy Waser wird mit 89 zu 66 Stimmen in seinem Amt als TK-Chef der Innerschweizer bestätigt. Was bedeutet das für den grössten Teilverband?
Der Sieger vom Lichtmess-Schwinget, dem zweiten Schwingfest des Jahres, heisst etwas überraschend Sven Lang. Der Luzerner setzte sich im Schlussgang gegen den Neueidgenossen Martin Roth durch.
Schwingerkönig Christian Stucki hat sich im Training verletzt. Der Seeländer zog sich dabei einen riesigen Bluterguss zu.

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Thedy Waser bleibt im Amt


Ein nachdenklicher Thedy Waser an der ISV-DV
Bild: luzernerzeitung.ch

Die Innerschweizer Delegierten haben gestern nun entschieden: Thedy Waser bleibt weiterhin im Amt als Technischer Leiter. Mit 89 zu 66 Stimmen war es letztendlich ein klares Verdikt. Die Luzerner Zeitung schrieb gestern dazu: «Es dauerte nicht lange am Samstagmorgen im Mythenforum in Schwyz, bis Thedy Waser ein erstes Mal angegriffen wurde. Unter Traktandum 3 von 14 musste er, der Technische Leiter des Verbands, seinen Jahresbericht vortragen. Waser fasste das vergangene Jahr sportlich zusammen und hob einzelne Schwinger hervor, die Besonderes geleistet hatten. Soweit, so unspektakulär. Kaum war Waser fertig, meldete sich der Luzerner Bruno Stofer, früher Technischer Leiter des Eidgenössischen Schwingerverbands, zu Wort. «Ich erwarte von einem technischen Bericht etwas mehr als nur Ehrungen», sagte er. Der Versammlung schlage er deswegen vor, über die Annahme von Wasers Bericht abzustimmen. Die Versammlung nahm den Bericht jedoch mehrheitlich an – ein erster Etappensieg für Waser.»

Die Luzerner haben, wie hinlänglich bekannt, an ihrer eigenen DV einstimmig entschieden, René Riedweg, ihren Technischen Leiter, gegen Waser ins Rennen zu schicken. Denn: «Ein hartnäckiger Vorwurf an Waser bezieht sich auf seine Arbeit in der Einteilung. Wegen seiner reservierten Art fehle ihm das Durchsetzungsvermögen, heisst es. Waser wurde deshalb mitverantwortlich gemacht, dass beim «Eidgenössischen» in Zug kein Innerschweizer gewann.»

Wie die Luzerner Zeitung weiter ausführt, waren die Luzerner nicht die einzigen, welche mit Waser nicht mehr weitermachen wollten. Christian Grab, der Bruder von Martin Grab, sagte gestern an der DV: «Wir müssen einen fähigen Mann in der Einteilung haben. Einer, der alle gleich behandelt. Ich unterstütze René Riedweg ganz klar.» Besagter Riedweg meinte gestern selbstbewusst: «Mein Rucksack ist gefüllt mit taktischem Geschick. Mit der Fähigkeit, strategisch zu denken, einzuteilen und zu kombinieren. Diesen Rucksack stelle ich gerne den Innerschweizer Schwingern als Dienstleistung zur Verfügung.»

Die Mehrheit der 162 Stimmberechtigten entschied sich für Thedy Waser, welcher nun drei weitere Jahre als Technischer Leiter wirken darf. Was dies für den Innerschweizer Verband bedeutet, lässt sich derzeit nur schwer abschätzen. Eines darf man aber getrost behaupten: Der Verband ist gespalten. ISV-Präsident Peter Achermann meinte denn hinterher auch dazu: «Wenn alle einen Schritt aufeinander zugehen, kommen wir weiter.» Ob das geschehen wird, weiss man nicht. Zu hoffen ist aber, dass die Funktionäre vernünftig genug sind, und den ganzen Zwist nicht dauernd «aufköcheln» lassen. Denn: Dem Vernehmen nach haben die Schwinger im ganzen Teilverband keine Probleme untereinander. Das ist ein gutes Zeichen. Zudem wurde Teamcoach Tom Burch, welcher auch von den Schwingern nicht mehr mitgetragen wurde, bereits vor der DV abgesetzt.

Eine grössere Nagelprobe für den wiedergewählten Waser steht diesem am Eidgenössischen Jubiläumsschwingfest in Appenzell bevor. Besteht er diese, dürften die Diskussionen ziemlich verstummen. Schneiden die Innerschweizer Schwinger Ende August wieder unter ihren Möglichkeiten ab, dürfte erneut Feuer im Gebälk des Innerschweizer Verbandes sein. Und an der nächstjährigen ISV-DV dürfte wieder der Name eines neuen TK-Chefs fallen.

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Sven Lang gewinnt den Lichtmess-Schwinget in Gais


Sven Lang gewinnt sensationell den Lichtmess-Schwinget
Bild: Schwingklub Rothenburg und Umgebung

Der Luzerner Sven Lang schwang gestern überraschend am Lichtmess-Schwinget in Gais obenaus. Im Schlussgang bezwang Sven den Eidgenossen Martin Roth nach einem intensiven Gang in der neunten Minute mittels Wyberhaken und nachdrücken. Der Athlet vom Schwingklub Rothenburg und Umgebung hat sich bisher fünf Kränze (vier Kantonal- und ein Teilverbandskranz) erschwungen.
Interessanterweise zeigte der Turnerschwinger schon letztes Jahr einen hervorragenden Wettkampf in Gais, und belegte damals mit fünf gewonnenen und einem verlorenen Gang den sehr guten dritten Platz.
Die Appenzeller Luft scheint dem 21-Jährigen regelrecht zu behagen.

Der organisierende Schwingklub Gais schreibt zum gestrigen Hosenlupf: «Die mittlerweile 58. Austragung des Lichtmess-Schwingets bot den Schwingern die optimale Möglichkeit, ihren Formstand prüfen zu können. Aufgrund von verletzungsbedingten Absagen musste der organisierende Schwingklub Gais auf all ihre eidgenössischen Kranzschwinger, namentlich auf Michael Bless, Raphael Zwyssig und auch Marcel Kuster, verzichten. Das Teilnehmerfeld wurde von den drei Eidgenossen Martin Hersche, Domenic Schneider und Martin Roth angeführt, wobei sich Roth mit vier makellosen Siegen und einer Punkteteilung bis in den Schlussgang vorzukämpfen vermochte. Im Schlussgang kam es zum Duell gegen den aufstrebenden Innerschweizer Teilverbandskranzer Sven Lang, welchem der Einzug mit vier Siegen und einer Niederlage ebenfalls souverän gelang.»

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Schwingerkönig Christian Stucki hat sich im Training verletzt


Schwingerkönig Christian Stucki hat sich wegen einem Schlag im Training einen riesigen Bluterguss zugezogen
Bild: chrigustucki.ch

Wie man gestern Samstag in der «Berner Zeitung» lesen konnte, hat sich Schwingerkönig Christian Stuck am vergangenen Montag im Training verletzt. «Chrigu» bekam demnach einen Schlag auf das linke Schienbein, und zwar an der Stelle, wo er 2005 fast das Bein verloren hätte. Dieser Schlag hat laut «Berner Zeitung» erst nichts ausgelöst. Als der Masseur jedoch am Dienstagabend über die betroffene Stelle gefahren sei, sie diese aufgegangen wie ein Ballon. Der Schwingerkönig von Zug hat sich einen riesigen Bluterguss eingefangen und muss das Bein nun hochlagern. Wie lange Stucki dem Training fernbleiben wird, und ob das für seine Saisonplanung einen Einfluss hat, ist momentan nicht bekannt.
2005 drohte Christian Stucki wegen einer Infektion an besagtem Bein fast die Amputation. Deswegen konnte er damals anderthalb Jahre lang nicht schwingen.
Auf diesem Weg wünsche ich dem Seeländer Hünen rasche und vollständige Genesung!

feldwaldwiesenblogger

Rückblick Woche 4: Der einstimmige Luzerner Antrag und die ISV-Medienmitteilung

Text: feldwaldwiesenblogger

Diese Woche gab der Luzerner Antrag und seine möglichen Auswirkungen viel zu reden. Hierzu eine Chronologie der Ereignisse.
Der Luzerner Kantonale Schwingerverband hielt letzten Samstag ihre Delegiertenversammlung (DV) ab. An dieser wurde einstimmig ein Antrag gutgeheissen, welcher das Betreuerteam des Innerschweizerischen Schwingerverbandes (ISV) neu aufstellen, und der aktuelle Teamcoach Tom Burch absetzen soll.
Man fragte sich: Wie gross sind wohl die Chancen, diesen Antrag so an der Innerschweizer DV durchzubringen? Unweigerlich beschlich einem das Gefühl: Egal wie der Entscheid ausfällt – zurück bleiben Verlierer.
Just in dieser Phase entschärfte der ISV die «Bombe», und liess am Donnerstag per Medienmitteilung ausrichten, dass man sich vom umstrittenen Team-Coach Tom Burch trennen wird.

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Die Luzerner Schwinger proben den Aufstand
Bild: lk-sv.ch

Der Luzerner Antrag erklärt
Nach der mit Spannung erwarteten DV der Luzerner Schwinger veröffentlichten diese hinterher folgende Mitteilung: «An der DV in Rothenburg wurde auch die sportliche Bilanz der Luzerner- und der Innschweizer Schwinger in den letzten drei Jahren diskutiert. In einer vorgängigen Analyse, in welcher auch die Schwinger befragt wurden, stellten die verantwortlichen Personen unter anderem Optimierungspotential in den Bereichen Kommunikation und Athletenbetreuung fest. Da nach intensiven Gesprächen mit den zuständigen Personen im ISV zu wenig Veränderungsbereitschaft festgestellt wurde, hat der LKSV Vorstand in Zusammenarbeit mit den LKSV Ehrenmitgliedern ein Antrag eingebracht, der die weitere Zusammenarbeit mit dem ISV Teamcoach Tom Burch untersagt. Um das Team ISV besser zu betreuen, braucht es auch einen neuen Technischen Leiter. René Riedweg stellt sich an der Delegiertenversammlung vom 1. Februar 2020 zur Wahl als Technischer Leiter des ISV. Er wurde von der Versammlung einstimmig zur Wahl nominiert. Aktuell wird dieses Amt vom Nidwaldner Thedy Waser bekleidet, welcher dieses seit sechs Jahren ausübt. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass die Amtsdauer des Technischen Leiters maximal sechs Jahre dauert. Dies ist auch der Turnus, an welchen sich die anderen Teilverbände und der Eidgenössische Schwingerverband halten. Mit diesem Vorgehen soll die Entwicklung im sportlichen Bereich des ISV vorangetrieben werden.»

Wie gross stehen die Chancen für den Luzerner Antrag und ihren TK-Chef-Kandidaten?
Nach diesem klaren und einstimmigen Verdikt der Luzerner Schwinger stellte sich die Frage, wie gross überhaupt die Chance ist, diesen Antrag und ihren Kandidaten René Riedweg an der Innerschweizer DV vom 1. Februar durchzubringen. Weder der Luzerner Kantonale Schwingerverband noch der Innerschweizer Verband wollten anfangs Woche gross Stellung dazu nehmen. Einzig Roland Albisser, Präsident des Luzerner Kantonalen Schwingerverbandes, liess ausrichten: «In der Medienmitteilung sind bereits alle Informationen enthalten, die wir momentan veröffentlichen möchten. Die Delegierten und Ehrenmitglieder der Kantonalverbände haben an der ISV-DV die Chance, eine für die Schwinger im technischen Bereich wegweisende Wahl für die nächsten drei Jahre zu treffen. Diesen demokratischen Wahlausgang gilt es dann zu respektieren.»

«Fussball-typisch» einen Trainerwechsel fordern
Ein längst zurückgetretener Schwyzer Eidgenosse hat mir am letzten Samstag erklärt, dass es das gute Recht der Luzerner sei, einen Antrag zu stellen. Natürlich ist es das, dafür gibt es ja diese demokratischen Instrumente. Und den Luzernern ist es mit der einstimmigen Annahme des Antrages und der Nomination ernst: Es soll sich etwas bewegen.
Riskiert man einen Blick über den Innerschweizer Zaun hinaus, stellt man unweigerlich fest, dass die Berner ihrem Erfolg an Eidgenössischen Schwingfesten praktisch alles unterordnen. Diese Feststellung kommt nicht erst seit Zug. Die Luzerner Verantwortlichen haben sich wohl auch gesagt: Was die Berner können, bringen wir Innerschweizer auch zu Stande. Nur: Die Innerschweiz ist ein ziemlich heterogenes Gebilde, hier alles unter einen Hut zu bringen ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Trotzdem: Die Luzerner wollen nun mal «Fussball-typisch» den Trainerwechsel, und hoffen, dass dann vieles besser wird. Ausgeschlossen ist das nicht. Nur: Ziehen die anderen Kantonalverbände mit?

Schlechte Stimmung ist nicht leistungsfördernd
Es drängte sich rund um die Wirren im Innerschweizer Verband aber auch eine Feststellung auf: Ob der Antrag angenommen oder abgelehnt, respektive René Riedweg gewählt wird oder nicht, zurück bleiben Verlierer. Da erwarte ich von den Verantwortlichen, dass sie wieder Ruhe in den Verband bringen. Denn schlechte Stimmung im Verbandsgebiet ist für die Hauptakteure, die Schwinger, nicht gerade leistungsfördernd. Albisser machte uns dabei etwas Hoffnung, indem er festhält, dass es gilt, den demokratischen Wahlausgang zu respektieren. Und natürlich sollen sich die Funktionäre die Schwinger zum Vorbild nehmen: Nach einem harten Kampf reicht man einander so oder so die Hand.
Just in einer Phase des Ungewissen, und wie wohl die «Kampfwahl» und das Drumherum an der ISV-DV ausfallen könnten, liess der ISV am Donnerstag mit einer Medienmitteilung eine kleine «Bombe» platzen.


Die Innerschweizer Schwinger, voll motiviert und vereint beim Einzug am ESAF 2019 in Zug
Bild: isv.ch

ISV-Medienmitteilung vom 23. Januar: Der Innerschweizer Schwingerverband (ISV) trennt sich vom Team-Coach
«Im Sommer 2015 lancierte der Vorstand des ISV im Hinblick auf die kommenden Eidgenössischen Schwingfeste das Projekt 16 – 19 – 22 und engagierte dabei den ehemaligen Zuger Tom Burch als Team-Coach. Das Mandat war damals bis zum Eidgenössischen Schwingfest in Zug 2019 vorgesehen. Der Vorstand hat nun anlässlich seiner Sitzung vom 21. Januar 2020 beschlossen, die Zusammenarbeit mit Tom Burch nicht weiterzuführen, da in einzelnen Bereichen unterschiedliche Auffassungen bestanden. Die Trennung erfolgt im gegenseitigen Einvernehmen. Diesem Entscheid schliesst sich auch die Technische Kommission (TK) des ISV an. Am Projekt 16 – 19 – 22 wird jedoch weiterhin festgehalten, dazu gehört auch die Beschickung der Kantonalschwingfeste im ISV, welche mittlerweile unbestritten ist. Tom Burch hat in den vergangenen vier Jahren viel zur Weiterentwicklung des ISV-Teams beigetragen. Für die geleistete Arbeit dankt ihm der Vorstand ganz herzlich.
Bei der angekündigten Kampfwahl unterstützt der Vorstand des ISV voll und ganz die Wiederwahl des amtierenden Technischen Leiters Thedy Waser aus Beckenried. Die Delegiertenversammlung des ISV findet am 1. Februar 2020 in Schwyz statt.»

Situation massiv entschärft
Mit dieser Mitteilung streicht man das Thema «Tom Burch» ein für alle Mal und der ISV entschärft so die unhaltbare Situation massiv. Die Verbandsspitze nimmt dem Ganzen vor der DV viel Gegenwind aus den Segeln. Oder anders ausgedrückt: Die Hälfte der Luzerner Forderungen wurde bereits erfüllt. Die andere Hälfte wird mittels «Kampfwahl» ausgeschwungen.
Der ISV hat klug reagiert, und so bereits einen Kurswechsel in ruhigere Gefilde eingeleitet. Interessant dürfte zu beobachten sein, wie sich die Luzerner Schwinger nun verhalten werden. Der Innerschweizer Verband ist nun einen Schritt auf sie zugekommen. Werden sie in der nun verbleibenden Woche für ihren Technischen Leiter-Kandidaten René Riedweg gehörig die Werbetrommel rühren?
Verständlich ist auch das Festhalten der Verbandsoberen an Thedy Waser. Das angestossene Projekt 16 – 19 – 22 möchte man mit ihm weiterführen. Ob hier nun ungeschriebene oder geschriebene Gesetze vorliegen, die Verbandsspitze scheint mit seiner Arbeit zufrieden zu sein.
Das ISV-Präsidium beweist mit dieser Mitteilung Rückgrat, zeigt aber auch Verständnis für den Unmut, insbesondere von Seiten der Luzerner. Taten und Worte wurden in diesem Fall «Schwinger-typisch» angewendet. Letztendlich liegt es nun an den Innerschweizer Delegierten, ob sie Thedy Waser für drei weitere Jahre bestätigen, oder René Riedweg neu als TK-Chef wählen möchten. Auch das ist «Schwinger-typisch».

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Neue Funktionäre für den Schwägalp-Schwinget, von links nach rechts: Urs Abderhalden, Bruno Vestner, Christoph Raschle und Cornel Fürer
Bild: Karl Metzger

Zu Guter Letzt:
Delegiertenversammlung Verein Schwägalp-Schwinget: Rückblick auf eine erfolgreiche Jubiläums-Austragung 2019 und Neubesetzung von Funktionen

Quelle: Karl Metzger, Ressortleiter Medien Schwägalp-Schwinget

Traditionsgemäss trafen sich Mitte Januar die Delegierten der Trägerverbände Appenzell und Toggenburg, der Säntis Schwebebahn AG und der Alpgenossenschaft zur jährlichen Delegiertenversammlung des Vereins Schwägalp-Schwinget. Der Präsident Niklaus Hörler durfte im Rahmen seines Berichts auf die erfolgreiche 20. Austragung des Bergkranzfestes mit spannenden Zweikämpfen, prächtigen Wetterbedingungen und rund 13’000 Festbesucherinnen und -besuchern zurückblicken.

Weiter hatte die Delegiertenversammlung verschiedene Funktionärsstellen neu zu besetzen. Denn mit Valentin Hörler (Medien), Gabriel Koller (Bau), Fredi Kurmann (Rechnungsbüro), Markus Bösch (Bau), Corina Koch (Werbung und Marketing) sowie Hansjörg Rechsteiner (Bau) gaben sechs langjährige OK-Mitglieder ihre Rücktritte bekannt. Ihr unermüdliches und ehrenamtliches Engagement in den vergangenen Jahren wurde durch die Delegiertenversammlung entsprechend gewürdigt. Die freigewordenen Funktionen konnten durch Bruno Vestner (Bau), Christoph Raschle (Bau), Cornel Fürer (Protokoll), Urs Abderhalden (Bau), Corina Wirz-Kläger (Werbung und Marketing) sowie Pascal Schönenberger (Rechnungsbüro) neu besetzt werden. Das OK wünscht den neuen Mitgliedern viel Freude und Erfolg in ihren Ämtern.

Für 20-jährige Tätigkeit beim Schwägalp-Schwinget wurden folgende Personen geehrt: Andrea Abderhalden (Festwirtschaft), Alfons Hasler (Verkehr/Sanität) und Hansruedi Peterer (Schwingkomitee). Ihre langjährigen Dienste wurden von der DV mit grossem Applaus und einem Geschenk gewürdigt. Auch kann Niklaus Hörler (OK- und Vereinspräsident) auf 20 Jahre zurückblicken. Vize-Präsident Jörg Frei bedankte sich im Namen aller OK-Mitglieder für den unermüdlichen Einsatz von «Chläus» Hörler zu Gunsten des Schwägalp-Schwingets.

Die Vorbereitungen für die 21. Austragung des Schwägalp-Schwingets vom 16. August 2020 sind bereits voll im Gang. 15 Gästeschwinger aus dem Berner, 15 Schwinger aus dem Nordwestschweizer und 60 Aktivschwinger aus dem heimischen Nordostschweizer Verband werden wiederum für ein spannendes Schwingfest am Fusse des Säntis sorgen.

feldwaldwiesenblogger