Elf Fragen an Polution

Und schon wieder gibt’s ein Blog-Interview! Diesmal hatte ich die Ehre, mit der Muotathaler Hardrock-Band Polution ein Interview zu führen.

Da Polution ebenfalls vor einem CD-Release stehen, wie meine letzten Blog-Gäste, die dustyboots, war’s für mich an der Zeit, den fünf Jungs aus Muotathal und Illgau ebenfalls meine berühmt (berüchtigten) elf Fragen zu zustellen.

Meine Aufmerksamkeit weckte vor allem ein Artikel, welcher unlängst im Bote der Urschweiz erschien (siehe dazu unten auch bei Frage 5):

Meine Fragen kamen bestückt mit interessanten Antworten und Aussagen zurück. Besten Dank an die Musiker von Polution!

Polution veröffentlichen mit „Beyond control“ bereits ihre zweite CD. Dass hinter so einer CD ein Berg Arbeit steckt, habe ich bei diesem und jenem Bandprojekt selber hautnah miterlebt. Dass dabei viel Herzblut investiert werden muss, steht eigentlich ausser Frage. Ohne diesen „Betriebsstoff“ würde so ein Ding wahrscheinlich gar nie zu Stande kommen.

Ich staune dabei immer wieder, wie viel Zeit und Arbeit Musiker wie die Polution in ihr liebstes Hobby, die eigene Band stecken. Eine Band mit Coverversionen und Auftritten gibt schon ein Haufen Arbeit. Wenn dann aber noch an eigenen Songs gearbeitet wird, welche irgendwann auf eine CD gebannt werden möchten, dann benötigt das ungleich mehr Zeit und Aufwand. Deshalb geniessen Bands wie Polution meinen grössten Respekt.

Wie immer interessieren mich die Menschen und ihre Motive, die hinter irgendetwas stehen. Dabei probiere ich meine Fragen so zu formulieren, dass meine Interview-Gäste frisch von der Leber weg erzählen können und dürfen.

Meine Absicht ist es auch, die Antworten oder Aussagen möglichst unverändert wider zu geben. Deshalb wird der eine oder andere staunen ob der Schreibweise der Polution-Antworten: Sie wurden durchs Band in „kleinschrift“ gehalten, ohne Grossbuchstaben. Ich liess es so stehen, ebenfalls die „Sonderzeichen“ wie „:-)“. Ich finde, es gibt dem ganzen eine persönliche Note!

Frage 1:
Wie ich mitbekommen habe, tauft ihr am 9. Juni eure neue CD „Beyond control“. Verratet ihr mir schon, wer die „Plattengotte“ und wer der „Plattengötti“ sein wird?
wir wissen auf alle fälle schon, wer die gotte und der götti sein wird. jedoch verraten wir dies noch nicht. 🙂 dafür bitten wir um verständnis. 😉

Frage 2:
Darf man sich an der Plattentaufe im Restaurant Rose (Ibach) auf Überraschungen gefasst machen?
wahrscheinlich werden unsere neuen bühnenkostüme mit den glitzersteinchen sehr überraschen. 🙂 nein, spass beiseite.
da wir immer noch mitten in den vorbereitungen für die plattentaufe sind, können wir momentan noch keine genauen auskünfte über den ablauf bekanntgeben.
wir sind noch mit so vielen dingen beschäftigt.. aber das eine oder andere wird die leute sicher noch überraschen.

Frage 3:
Wie lange habt ihr am zweiten Silberling gearbeitet?
nach der veröffentlichung der ersten scheibe hatten wir relativ viel um die ohren. viele konzerte, die tour mit shakra usw. somit hat sich die neue scheibe ca. über die letzten zweieinhalb jahre entwickelt, plus die aufnahmezeit von einem monat, die mixes, mastering und grafikarbeiten. die technischen probleme nicht mit eingerechnet. 🙂 somit kann man fast von drei bis dreieinhalb jahren ausgehen.

Frage 4:
Eure Debut-CD „Overheated“ wurde damals von Tommy Vetterli produziert. Bei „Beyond Control“ fungierte Ralph Zünd als Produzent. Inwiefern unterscheidet sich die Arbeitsweise dieser beiden Herren?
da gibt es verschiedene punkte. bei der ersten scheibe haben wir alles digital aufgenommen und waren natürlich sehr unerfahren, wobei uns tommy vetterli sehr viel beibringen konnte. auch wurde dabei jeder für sich einzeln aufgenommen und schlussendlich alles übereinandergelegt. somit entstand dann das „gesamtbild“.
bei der neuen cd haben wir uns für eine analogaufnahme (alles auf band wie früher) entschieden, und zusätzlich alle instrumente gleichzeitig eingespielt. eigentlich so, wie es früher und auch heute je länger je mehr wieder gemacht wurde und wird. das ist sozusagen die amerikanische art, eine cd aufzunehmen. die analogtechnik, sowie das gemeinsame einspielen, machen die ganze sache viel lebendiger und somit auch druckvoller. es ist zwar sehr aufwändig und schwierig, aber schlussendlich entscheidet das endprodukt, und das ist super.

Frage 5:
Laut „Bote“-Bericht vom 2.5.2012 habt ihr mit „Reduced to the max“ den Konsens gefunden? Wie ist das eigentlich zu verstehen?
wir sind eine band, die nicht besonders auf schnickschnack steht. sei es bei überproduzierten songs mit synthis usw. wir wollen das was wir auf cd haben, auch live spielen können. das in bezug auf technische möglichkeiten, sowie auch die spielerischen. heutzutage ist es oft so, dass auf cd’s im hintergrund noch ein streichorchester oder so ähnlich zu hören ist, und live einfach nichts von dem vorhanden ist. oder man hört auf der cd fünf gitarren und live sind es zwei. dadurch werden immer irgendwelche sounds und eindrücke verfälscht, und das wollen wir nicht.
das gleiche gilt auch für unser auftritt an sich. wir gehen so auf die bühne, wie wir auch nach der arbeit oder in der freizeit rumlaufen. wir brauchen nicht irgendwelche nietenbänder, perücken und schminke, oder ähnliche sachen.
vielleicht haben wir da eine eigenart an uns, welche nicht allen passt. aber uns passt sie.

Frage 6:
Kann man sagen, dass ihr auf der neuen CD „back to the roots“ gegangen seid, also zurück zum guten alten Rock’n’Roll?
rock’n’roll ist ein sehr grosser begriff. die art, wie wir musik machen ist sicher purer rock’n’roll (siehe auch antwort zu frage 5).
aber stilistisch sind wir relativ breit gefächert, was sicher damit zusammenhängt, dass wir bei der neuen scheibe jedes stück zusammen geschrieben haben und somit jeder seine musikalischen vorlieben mit einbringen konnte. am besten kauft sich jeder eine scheibe von uns, und bildet sich seine meinung selber.

Frage 7:
Was sind eure Erwartungen zum Release von „Beyond control“?
das ist eine sehr schwierige frage. wir denken oder hoffen zumindest, dass wir mit der sehr grossen unterstützung unseres schweizer vertriebes „nonstopmusic“ und unseren partnern in der promotion usw. schon etwas erreichen können.
was wir wirklich unserem vertriebspartner zu verdanken haben ist, dass unsere scheibe in allen exlibris- sowie media markt-fillialen in der schweiz erhältlich sein wird. das ist bei weitem nicht bei allen neuerscheinungen so. dadurch erhoffen wir uns schon etwas mehr aufmerksamkeit in der schweizer musikszene.
ansonsten erhoffen wir uns, dass möglichst viele leute freude an der neuen scheibe haben werden, und wir viele konzerte spielen und evtl wieder auf tour gehen können.

Frage 8:
Seid ihr eigentlich bei einer Plattenfirma unter Vertrag?
ja, wie die erste cd „overheated“ erscheint auch das neue album „beyond control“ bei „unserem“ label escape music ltd. aus england.
bis jetzt haben die gute arbeit geleistet, und wir hoffen, dass es so weitergeht.

Frage 9:
Was meint ihr, wird die zweite CD noch grössere Wellen werfen, als die erste?
das ist momentan noch schwierig zu sagen. obwohl die ersten reviews schon im internet zu finden sind, und das schon über einen monat vor dem eigentlichen release-date. somit könnte schon das eine oder andere mehr daraus entstehen.

Frage 10:
Wie sieht’s mit der Konzert-Planung aus: Openairs, kleine Club-Gigs oder gar wieder eine kleine Europa-Tour wie anno 2009 ?
wir sind momentan noch recht stark mit der promo für die cd beschäftigt, wobei natürlich auch die konzertbewerbungen darunter fallen.
d.h., wir schreiben die verschiedensten veranstalter an, und hoffen auf möglichst viele rückmeldungen. wir sind froh über jedes angebot, sei es openair, club, bikerparty, europatour oder noch weiter. 🙂 auf alle fälle können wir uns eine tour wieder sehr gut vorstellen.

Frage 11:
Wie sieht eigentlich euer zeitlicher Aufwand aus: Arbeitet ihr wegen „Polution“ teilweise schon gar nicht mehr zu 100% in euren angestammten Berufen?
da man in der musikbranche sowieso nichts verdienen kann, und so eine cd-produktion mit allem drum und dran ca. 50’000.- franken kostet, können wir uns weniger zu arbeiten gar nicht leisten. wir haben auch leute mit eigenem geschäft in der band, welche sozusagen mehr als 100% arbeiten. 🙂
ein traum wäre es auf alle fälle, von der musik leben zu können. aber da warten wir mal ab, was sich mit der neuen scheibe so entwickelt. 😉

Weitere Infos über Polution finden sich auf ihrer Homepage: www.polution.ch
Ich wünsche den fünf „Rockern“ von Polution alles Gute für die Zukunft!

feldwaldwiesenblogger

Elf Fragen an dustyboots

Immer wieder mal schicke ich elf Fragen los, mit der Hoffnung, dass sie mit Antworten zurück kommen.
So geschehen auch diesmal, mit meinen heutigen Blog-Gästen, den dustyboots.
Die Fragen beantwortete mir Alex Gwerder (Sänger, Gitarrist, Bluesharp-Spieler, Komponist und Bandleader) der „Boots“. Er meinte als Einleitung: „Wenn Dir etwas zu lang ist, bin halt manchmal ein bisschen ausführlich, kannst Du die Sätze auch kürzen oder ein wenig verändern, solange der Sinn der gleiche bleibt.“
Alex, Besten Dank für deine ausführlichen und interessanten Antworten!
Ich habe überhaupt nichts gekürzt, denn ich möchte hier meinen „Interview-Partnern“ so quasi eine Plattform geben. Uneingeschränkt und ohne Kürzungen sollen deren Statements beim Leser ankommen.

Die dustyboots hier näher vorzustellen, wäre wie wenn ich Wasser in die Muota giessen würde. Die Band, gegründet 1991, hat seither 660 Konzerte gegeben (siehe bei Frage 10). Der Ursprung und die Wurzeln der „Boots“ sind in meinem Heimatort, Muotathal. Das merkt man denn auch der Band an. Geradlinig, unverfälscht und mit einem Schuss Muotathaler Schalk gehen die Jungs von dustyboots ihren Weg. So konnte die Band letztes Jahr mit einem Openair-Konzert im heimischen Muotathal ihr 20-jähriges Band-Jubiläum feiern.

Detailierte Informationen über die Band kann man der gut gestalteten Homepage der dustyboots entnehmen. Mein Ziel ist es hier nicht, ihre Infos und ihre Bio abzuschreiben und zusammen zu fassen.
Vielmehr interessiert mich, wer und was hinter den „Boots“ steckt. Was für Menschen das sind und welche Motive sie haben, ihre Band so intensiv zu „betreiben“.
Deshalb denke ich, dass uns Alex Gwerder mit seinen nachfolgenden Antworten und Aussagen einen kleinen, aber feinen Einblick hinter die Kulissen der dustyboots gewährt.

Frage 1:
Ich habe auf eurer Homepage gelesen, dass ihr Studioaufnahmen gemacht habt. Dabei habt ihr „akustische Coversongs“ aufgenommen. Das heisst also, dass ihr eine „unplugged CD“ rausgeben werdet?
„Unplugged“ ist nicht ganz das richtige Wort. Es gibt eine CD mit Songs ohne elektrische Gitarre. Das Ganze ist mit Schlagzeug, Percussion, Bass, Piano und dazu die Instrumente Akustik-Gitarre, Dobro, Mandoline und Harp aufgenommen.

Frage 2:
Auf was für Coverversionen darf man sich dabei freuen?
Immer wieder wird an den Konzerten gefragt: Ist dieser oder jener Song auch auf einer CD? So haben wir uns gedacht, dass wir diese, meistens speziellen Songs, die uns halt eben auch sehr gefallen, in einer Akustik-Version aufnehmen. Darunter sind Titel wie „Dead Flowers“, „Simple Man“, „Regular Guy“ oder „Joy of my Life“.

Frage 3:
Gibt es bei der Veröffentlichung der „akustischen Coversongs“ auch wieder so eine rauschende Plattentaufe wie anno 2010?
Nein, so eine grandiose CD-Vorstellung, mit über 1000 Besuchern wie bei der CD „MEMPHIS“, wird es nicht geben. Wir werden das Ganze in einem Rahmen, wie die CD „Live im Emmental“, machen. Es wird sicher etwas in der Zeitung oder auch im Radio kommen, aber auf ein grosses Fest haben wir bei diesem Projekt verzichtet.
Kann ja sein, dass wir uns das für ein weiteres Vorhaben in der Zukunft aufheben??

Frage 4:
Plant ihr eventuell sogar eine kleine „unplugged Tour“?
Auch das muss ich mit NEIN beantworten. Unsere Konzerte werden wie bis anhin beides, das heisst: Rock/Blues/Country/TexMex und Set`s mit einem Akustik-Teil beinhalten.

Frage 5:
Wie sieht’s mit Eigenkompositionen aus: Gibt’s bereits schon neue Songs?
Es gibt eigene Songs an denen ich am Arbeiten bin. Aber bei dieser CD haben wir bewusst auf solche verzichtet. Entweder soll es eine CD mit Cover-Songs, oder es soll eine CD mit nur eigenen Titeln sein. Aber ich bin mir sicher, dass der eine oder andere neue eigene Song in Zukunft zu hören sein wird!

Frage 6:
Die aktuelle CD „Memphis“ zeigte mir, dass ihr eine Entwicklung von einer Countryband zu einer reifen Band gemacht habt, welche Roadmusic vom feinsten spielt. Geht eure Entwicklung noch weiter?
Das kann ich beim besten Willen nicht sagen. Aber wir machen sicher nicht Musik um stehen zu bleiben, sondern versuchen uns immer wieder zu fordern und damit weiter zu entwickeln.
Vor allem ist wichtig, dass man eine eigene Art – unsere Art Musik -, die man auch im Alltag verkörpert, präsentieren kann! Natürlich kommt es auch auf die Bandmitglieder an, was sie denken und fühlen. Genau da haben die „dustyboots“, so glaube ich, einen super Mix, aus dem diese spezielle Art von Musik entsteht! Ich auf jeden Fall bin stolz, dass wir immer ohne Einfluss von fremdem diesen, unseren Weg gegangen sind!

Frage 7:
Ist „Roadmusic“ eigentlich ein Oberbegriff für „erdigen Country-Rock über bluesige Roots und Creedence-Feeling bis zu Tex-Mex und straightem Rock’n’Roll“ (Auszug aus dem Pressetext von K-Tel International (Switzerland) AG)?
Der Name Roadmusic für die „dustyboots“ ist während der Entstehung der CD „MEMPHIS“ entstanden. Jeder, der uns und unsere Musik kennt weiss, dass wir keine herkömmliche Countryband sind. Wie oben erwähnt, hat sich unsere Musik über die Jahre entwickelt. Dass die eigenen Songs eher weniger zu Countrymusik eingeordnet werden, kann man gar nicht beeinflussen, es entsteht einfach! Die Musik wächst in irgend einem Kopf und wenn man das auf ein Instrument überträgt, entsteht eine spezielle Form von Musik. Das ist bei uns eindeutig die Roadmusic, wo die Oberbegriffe Rock, Blues, Folk, Country und TexMex dazu gehören.

Frage 8:
Welche Bands oder Musiker sind eigentlich eure grössten Vorbilder?
Ich kann nur von mir sagen, dass ich nicht unbedingt grosse Band-Vorbilder habe. Sicher sind Bands wie CCR, Georgia Satellites oder Lynyrd Skynyrd meine Favoriten, aber richtige Vorbilder wäre zu viel gesagt.
Aber als Songwriter habe ich ein echtes Vorbild, und zwar ist das Calvin Russel, der neben vielen anderen Songs auch den Song „Soldier“ geschrieben hat!

Frage 9:
Gab es auch schon Anfragen von Plattenfirmen, welche euch unter Vertrag nehmen wollten? Würdet ihr so ein Angebot annehmen?
Wir hatten vor einigen Jahren schon Anfragen. Doch als wir die Anforderungen und auch die Konsequenzen sahen, die man hätte einhalten müssen, war das für uns kein Thema!
Man muss immer wissen, wer man ist und wo man sich im Bekanntheitsgrad befindet. Aus diesen Kriterien sollte man abschätzen, ob sich das lohnt oder ob so eine Plattenfirma überhaupt Interesse hat, dich weiter zu bringen! Es gibt wenige in diesem harten Musikgeschäft, die etwas für dich machen wollen, meistens ist nur der eigene Profit, der zählt!
Ich kann nur sagen, für die „dustyboots“ war es zu 100% richtig, dass wir immer unser eigener Meister waren, und die Finger von fremden Abzockern gelassen haben.

Frage 10:
Ich staune immer wieder über die Anzahl eurer Auftritte pro Jahr. Wie bringt ihr das alles unter einen Hut, v.a. der Gemeindepräsident?
Ja, unsere Anzahl von Konzerten ist wirklich beachtlich (bis jetzt 660 Konzerte)! Damit wir das alles unter einen Hut bringen können, braucht es Leidenschaft und Organisation!!
Unser Lead-Gitarrist Jim Bows aus Langenthal ist Profimusiker, der Schlagzeuger Erich Strasser aus Luzern ebenfalls. Franz Föhn (Muotathal) ist Wirt und Musiker, und so sind nur noch zwei, die das Musik machen neben dem Beruf „nur“ als Hobby betreiben. Der Bassmann Marcel Hertner aus dem Baselland und ich, Alex Gwerder aus dem Muotathal. Für die beiden Profimusiker ist die Menge von Konzerten kein Thema. Sie sind sogar auch noch anderweitig – immer wieder – mit anderen Musikprojekten beschäftigt.
Da Franz Wirt und somit selbständig ist, und deshalb die Musik und auch die Politik als Gemeindepräsident betreffs Termine selber einteilen kann, braucht es natürlich eine Riesenorganisation. Für Ihn ist es auch meistens kein Problem die Musik-Termine einzuhalten. Am meisten in der Klemme sind Marcel und ich, weil wir unsere Berufe noch voll ausüben. Die Aufgaben, wie Proben, organisieren und Konzerte, gehen zu Lasten unserer Freizeit.
Von meiner Seite kann ich nur sagen, dass ich die meisten freien Tage, ausser die Ferien die ich mit der Familie geniesse, für die Musik investiere.
Natürlich braucht es unbedingt das Einverständnis der Frau und Familie, wenn man ein so intensives Hobby ausübt! Dass das bei mir der Fall ist, und ich so meine „Sidetrack“-Seite ausleben kann, ist nicht selbstverständlich, was ich sehr schätze.
So hatten wir all die Jahre, ausser wir waren schon mit Konzerten besetzt, fast keine Probleme mit den Konzertterminen. Dass freut mich als Bandleader der „dustyboots“ natürlich sehr!

Frage 11:
Was haltet ihr von dem sogenannten „New Country“, welcher Lady Antebellum oder die Schweizer C.H. spielen?
Ich bin nicht abgeneigt von dieser Musik, doch ist sie mir doch eher zu kommerziell! Es wird nicht unbedingt aus dem Herz Musik gemacht, sondern man orientiert sich sehr stark nach dem Musikmarkt/Trend. Ich z.B. kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass man sich einfach für ein Projekt verkauft und auf einmal Feuer und Flamme ist für etwas, dass ich vorher eher verschmäht habe. Für mich ist wichtig, wenn man etwas macht – welche Richtung Musik auch immer -, dass man mit Haut und Haar und mit dem Herzen dahinter stehen kann!

feldwaldwiesenblogger

Elf Fragen an Schwingerkönig Kilian Wenger

Wieder mal schickte ich elf Fragen los. Diesmal an keinen geringeren als den aktuellen Schwingerkönig, Kilian Wenger. Die Idee dazu kam mir kürzlich, als ich in meinem Blog die Teilnahme von Wenger am Jubiläumsschwingfest des Schwingklubs Muotathal ankündigte.
Eine kleine Notiz am Rande: Ich war mit meiner Ankündigung ein paar Tage schneller als der „Bote der Urschweiz“.

Wie immer, fragte ich höflich nach, und stellte mich zuerst vor. Ich schrieb Kilian Wenger, dass ich gerne „hemdsärmlig“ und mit einem Zwinkern in den Augen schreibe. Weiter erklärte ich ihm, dass ich die Sache aber durchaus ernst nehme, immer mit einem bisschen „Muotathaler Schalk“ versehen.

Mit sichtlichem Stolz nahm ich gestern zur Kenntnis, dass sich Kilian Wenger die Zeit nahm, mir auf meine Fragen Antworten zu geben. Wohl wissend, dass ein Schwingerkönig ein vielbeschäftigter Mann mit vielen Terminen ist.

Überhaupt: Ich habe schon öfters übers Schwingen berichtet, auch kritisch. So brachte ich mal einen Blog-Beitrag mit dem Titel „Schwingerkönige gehören nicht in die Sendung glanz&gloria“. Dazu stehe ich heute noch. Zudem sehe ich beim Thema „Jörg Abderhalden“ immer noch „orange bis rot“. Das sind aber dann schon alle Kritikpunkte betreffs Schwingen, jedenfalls zur Zeit.

Mit dem Schwingsport bin ich auch via Internet verbunden. So haben sich der Schlussgangfilmer Jakob Niederberger und ich gegenseitig verlinkt, und wir sind auch facebook-Freunde. Dank ihm bin ich schwingtechnisch immer „up-to-date“. Weiter zählen auch einige Schwinger zu meinen facebook-Freunden, und ich erfahre so Interessantes aus erster Hand.

Vor dem heutigen Interview-Partner Kilian Wenger habe ich den grössten Respekt, und achte ihn als einen fairen und symphatischen Schwinger, der sein Herz am rechten Fleck hat. Für mich ist er eigentlich nicht nur Schwingerkönig, sondern auch ein Botschafter des Schwingsportes.

Die Freude im Muotathal ist deshalb gross, dass uns der Schwingerkönig persönlich am Jubiläumsanlass beehren wird. Der jubilierende Schwingklub Muotathal wird heuer 75 Jahre jung, und feiert dies am Sonntag, 22. April, mit einem toll besetzten Teilnehmerfeld. feldwaldwiesenblogger lässt sich diesen schwingerischen Leckerbissen natürlich nicht entgehen, und hat sich diesen Termin bereits fett in der Agenda angestrichen.

Ich selber bin mehr Fan als Schwingexperte. Diese sind als Aktive oder Funktionäre in unserem Schwingklub zu finden. Als Passivmitglied des Schwingklub Muotathals kann ich aber berichten, dass mich der Schwingsport fasziniert und begeistert. Dabei verbindet sich Schweizer Urtümlichkeit mit Spitzensport. Die Tatsache, dass Schwingen auch ein Spitzensport ist, habe ich z.B. an meinem Arbeitsort in Luzern schon öfters richtig stellen müssen. Denn weniger Vertraute des Schwingsportes haben vielfach (noch) ein falsches Bild von dieser urtümlichen Sportart. Dabei sind die Topschwinger austrainierte Spitzensportler, wie Wenger.

Schwingerkönig Kilian Wenger befindet sich nun in Saison zwei nach dem Sieg am Eidgenössischen in Frauenfeld, wo er auf souveräne Art und Weise die Königskrone geholt hat. Bevor er nun in weniger als zwei Wochen zu einem weiteren Formtest ins Muotathal reist, stand er mir auf folgenden Zeilen Red und Antwort.

Frage 1:
Ich habe mitbekommen, dass du am Jubiläumsschwingfest des Schwingklubs Muotathal an den Start gehen wirst. Ich nehme an, dein Ziel ist, dort zu gewinnen?
Ich nehme Gang für Gang und werde versuchen in jedem Gang mein Bestes zu geben.

Frage 2:
Was bedeutet es für dich, im Muotathal am Jubiläumsschwingfest zu schwingen?
Ich freue mich als Gast an diesem Jubiläumsfest schwingen zu dürfen. Ich habe mich über die Einladung gefreut.

Frage 3:
Welcher Schwinger könnte dort dein grösster Kontrahent sein?
Der Innerschweizer Teilverband hat viele gute Schwinger, da kann grundsätzlich jeder Spitzenschwinger mir ein Bein stellen.

Frage 4:
Du bist stark in die Saison gestartet. Verlief die Saisonvorbereitung optimal?
Es handelt sich um 2 Hallenschwingfeste. Die beiden Erfolge freuen mich, dürfen aber nicht überbewertet werden, da wir uns immer noch in der Vorbereitung auf die Kranzfestsaison befinden. Aus meiner Sicht verläuft diese Vorbereitung plangemäss.

Frage 5:
Deine letzte Saison verlief eher durchzogen. War der Königtitel dabei mehr Bürde als Würde?
Ich bin mit der vergangenen Saison zufrieden. Die Belastung als Schwingerkönig habe ich dabei klar als Würde und nie als Bürde empfunden, dies obschon ich sehr viele Verpflichtungen neben Training, Schwingen und Ausbildung unter einen Hut zu bringen hatte.

Frage 6:
Hast du auf diese Saison hin Änderungen in deinem Training vorgenommen? Wenn ja welche?
Ich habe meine Trainings wie bis anhin gemacht und keine Änderungen vorgenommen.

Frage 7:
Wie gross ist ungefähr dein wöchentlicher Trainingsaufwand? Wie sieht der in groben Zügen aus?
Pro Woche 10-12h Aufwand. Schwingen, Kraft- und Ausdauertraining.

Frage 8:
Diese Saison gilt als Zwischensaison, da keine Anlässe mit eidgenössischem Charakter auf dem Pogramm stehen. Welcher Anlass wird dabei dein Höhepunkt sein?
Für mich ist in dieser Saison jedes Kranzfest ein neuer Höhepunkt.

Frage 9:
Was denkst du, welcher Verband stellt zur Zeit die stärksten Schwinger?
Jeder Teilverband verfügt über eine Anzahl Spitzenschwinger, und das Ganze ist sehr ausgeglichen.

Frage 10:
Denkst du diese Saison schon ein bisschen an die Titelverteidigung von nächstem Jahr?
Das ESAF in Burgdorf ist noch ziemlich weit entfernt. Ab und zu denkt man sicher daran, im Vordergrund steht aber jetzt die kommende Saison.

Frage 11:
Eine heikle Frage ist im Schwingsport die Werbung und das Marketing. Müsste sich der Schwingsport diesbezüglich modernere Rahmenbedingungen geben? Oder soll in deinen Augen alles so bleiben, wie es ist?
Die heutige Situation empfinde ich als gut, und ich denke, dass die Regelungen den Schwingern den nötigen Freiraum gewähren. Es braucht Regeln und die gilt es einzuhalten.

Ich bedanke mich bei Kilian Wenger für seine Zeit und seine interessanten Antworten, und wünsche ihm eine erfolgreiche und unfallfreie Saison. Zudem heisse ich ihn jetzt schon herzlich Willkommen im schönen Muotathal!

feldwaldwiesenblogger

Interview mit DJ Satzy

Anfangs März war ich, wie erwähnt, für einige Tage in Sölden. Dabei ging’s, wie man unschwer vermuten kann, natürlich nicht nur ums Skifahren. Das „nicht nur Skifahren“ erlebte ich unter anderem im Après-Ski-Club „Philipp“, oberhalb von Sölden. Dort legt DJ Satzy auf, welcher im Muotathal kein Unbekannter ist. So war doch der lustige Ötztaler letztes Jahr im Muotathal zugegen, und machte an der legendären „Hinterthaler Chilbi“ mächtig Party.

Meine Wenigkeit hat das natürlich verpasst. So wurde ich von meinen „Sölden-Fahrer-Kollegen“ aufgeklärt, wer DJ Satzy ist, und wo er dort auflegt. Selbstverständlich musste ich natürlich auch einmal „Après-Ski“ im „Philipp“ geniessen. Dabei lernte ich auch DJ Satzy kennen, welcher mir einen bodenständigen und aufgestellten Eindruck hinterliess. So bewegte er sich gekonnt durch das trinkende und tanzende Skifahrer-Volk und animierte sie auf seine kumpelhafte Art zu noch mehr Party. Dem Schreibenden gefiels, denn er tänzelte in Skischuhen zu DJ Satzy-Sound. Nach gut vier Stunden fingen mir dann allerdings meine Zehen Schmerzen zu bereiten, aber das ist wieder eine andere Geschichte…

DJ Satzy jedenfalls war locker drauf: Smalltalk hier, Smalltalk dort. So fand er auch den Muotathaler Tisch, kriegte von meinem Bruder einige „ghörige Schnupfs“, und liess unseren „Busfahrer“ schier aus dem Häuschen geraten. Ja, die Party war toll, und der DJ machte seine Sache famos.

Zurück in der Schweiz, überkam mich wieder der Alltag. Aber dem DJ Satzy mal auf den Zahn zu fühlen, und ihn über seinen „Job“ auszuhorchen, kam mir schon während dem „Après-Ski“ im „Philipp“ in den Sinn. So schickte ich dem Ötztaler DJ Satzy, welcher vor einigen Tagen mein facebook-Freund geworden ist, meine (fast schon) legendären Blog-Interview-Fragen. Beinahe in Rekordzeit beantwortete mir Jürgen (ja ja, DJ’s haben auch einen Vornamen!) meine Fragen.

Frage 1: Wie kamst du dazu, als Berufs-DJ zu arbeiten?
Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.

Frage 2: Ich nehme jetzt mal an, dass du als Kind nicht DJ werden wolltest. Was
war damals dein Berufstraum?
Ich wollte immer Musiker werden, aber meine Familie hat immer gesagt,
ich muss ins Gastgewerbe. Also bin ich Koch geworden.

Frage 3: Was ist deine Motivation, Winter für Winter im „Philipp“ aufzulegen?
Die freundlichen Leute, immer Party, und super Stimmung. Ich kann auch
meine Arbeit verbessern.

Frage 4: Dein Kultstatus in meiner Heimatgemeinde Muotathal steigt Jahr für
Jahr. Wie kam es dazu?
Ja, das ist ganz einfach: Mit reden kommen die Leute zusammen, der
Philipp hat Kultstatus in der ganzen Welt.

Frage 5: Wann legst du das nächste Mal im Muotathal auf?
Am 20. Oktober 2012.

Frage 6: Würdest du die Menschen im Ötztal und Muotathal als
„charakterverwandte Bergler“ bezeichnen?
Nein …. Die Ötztaler haben eine andere Mentalität als die
Muotathaler. In der Schweiz bin ich gerne, da sind andere Leute.

Frage 7: Wie bereitest du dich jeweils auf die neue Après-Ski-Saison vor?
Woher holst du dir die neuen Musik-Ideen?
Ja, wie bereite ich mich vor? Ich bin mittlerweile 18 Jahre im Geschäft, und bekomme von den ganzen Künstlern die Bemusterungen. Da taste ich mich ganz vorsichtig ran, probiere erst mal, und wenn es funktioniert, dann lassen wir es krachen. Ich stehe oft 2 Stunden auf der Theke, und mache Party, aber immer noch auf meine Weise.

Frage 8: Träumst du auch von einer Karriere, wie sie DJ Ötzi oder DJ Antoine
gemacht haben?
Ja, wer träumt nicht davon in meiner Szene?

Frage 9: Welche Musik würdest du für dich persönlich auflegen?
Schürzenjäger und Party.

Frage 10: Gibt es auch ein „Rentenalter“ für DJ’s? Wenn ja, welches?
Ja, kommt darauf an, in welcher Szene du arbeitest. In meiner kannst du
bis 60 leicht arbeiten.

Frage 11: Was würdest du tun, wenn du nach dem Ende der laufenden Skisaison den DJ-Job an den Nagel hängen würdest?
Ich würde wieder als Tiefbau-Polier und als LKW-Fahrer arbeiten.

Besten Dank an DJ Satzy und weiterhin alles Gute bei seiner DJ-Tätigkeit!

feldwaldwiesenblogger

Die Wellenberg-Problematik

Nachfolgender Text samt Interview ist satirefrei.

Als neugieriger Zeitgenosse interessiere ich mich für verschiedene Aspekte um mich herum. Natürlich auch über jene, welche alles andere als lustig sind.

Anfangs Woche schnappte ich einen DRS1-Beitrag über die Wellenberg-Problematik auf. Für mich war diese Sache längst abgeschlossen. Ich meinte mich zu erinnern, dass nach zwei Volksabstimmungen ein atomares Endlager im Wellenberg gar nicht mehr in Frage komme.

Nun vernahm ich aber ganz andere Töne. Auf dem Infoportal Wellenberg ist u.a. folgendes zu lesen:
„Am 7. Februar 2012 wird das Bundesamt für Energie die Pläne für die Oberbauten der geplanten Wellenberg Atomanlage vorstellen. Der Anlass findet um 19’30h in der Mehrzweckhalle Zelgli statt.“
Jemand fragte dazu: „Jetzt ist der Wellenberg schon wieder im Gespräch? Wer stoppt diese Idioten in Bern?“
Die Antwort vom Infoportal: „Tja, das weiss wohl keiner. Kaum zu glauben, aber der Wellenberg ist noch immer top dabei. Aber wir vom Widerstand werden nicht nachgeben!“

Dies war für mich Grund genug, fünf Fragen an das Forum Wellenberg zu schicken.

Frage1: Was sind eigentlich die Gründe, dass Sie so vehement gegen ein Atomlager im Wellenberg sind?
Seit 1986 beobachte ich das Treiben am Wellenberg und bringe mich aktiv in die Debatte ein. Von Beginn weg wurde das Nidwaldner Volk bestochen, belogen, übergangen und fremdbestimmt. Die Bundesbehörden haben es bis zum heutigen Tag nicht fertig gebracht, eine vertrauensvolle Diskussionsbasis zu schaffen.
Nachdem das Parlament dem neuen Kernenergiegesetz zugestimmt hatte, war die Folge, dass dem Nidwaldner Volk das in der Kantonsverfassung verbriefte Mitspracherecht entzogen wurde. Als Folge kann somit der Staat das Lager bei uns anordnen. Fakt ist, dass die geplanten Anlagen in der Nordschweiz politisch nicht realisierbar sind, weil sich die deutsche Nachbarschaft mit deren Staatshilfe wehement dagegen wehren werden. Zudem ist bei einer schweizerischen Volksabstimmung damit zu rechnen, dass in der Zentralschweiz am wenigsten Opposition mobilisiert werden kann, was heisst, dass die Abstimmung locker zu gewinnen sein wird.
Neben den politischen, gibt es auch technische Aspekte. Die Beurteilungen der Bundesbehörden waren bisher untransparent und je nach Status des Wellenberg unterschiedlich. Ein neues Gutachten, welches der Kanton Nidwalden bei Jon Mosar, einem ausgewiesenen Wissenschaftler, in Auftrag gegeben hatte, zeigt gravierende Mängel an der Beurteilung des BFE/der Nagra auf und macht insbesondere bezüglich Erdbebensicherheit grosse Fragezeichen.
Weiter ist das Auswahlverfahren meiner Meinung nach zu wenig seriös. Richtig wäre gewesen, erst alle Standorte auf den gleichen Forschungs-/Wissensstand zu bringen und erst dann eine Auswahl zu treffen. Der Wellenberg ist ein Favorit, weil über diesen mit Abstand am meisten Informationen verfügbar sind.

Frage 2: Haben Sie eigene Experten engagiert, die den Wellenberg als ungeeignet für ein Atomlager erachten?
Nein. Mein Portal ist von privater Natur und vollumfänglich durch mich finanziert. Sponsoren finden sich keine ;). Es fehlen finanzielle Mittel um eigene Gutachten zu erstellen.

Frage 3: Ist für Sie die Demokratie ins Wanken geraten, wenn das entsprechende Bundesamt, trotz zweimaligem Nein des Stimmvolkes, weiter im Wellenberg „rumnodern“ will?
Wie schon oben erwähnt, ist der Entzug des Mitspracherechts durch das Parlament inakzeptabel. Das Nidwaldner Volk hat sich dieses Mitspracherecht erkämpft und es in die Verfassung verbrieft. Die Demokratie wankt nicht, sie wurde bereits zu Fall gebracht!

Frage 4: Planen Sie weitere Aktionen, dass die ganze Schweiz wieder auf die „Wellenberg-Problematik“ aufmerksam wird?
Der Bund kann sich getrost auf ein frostiges Klima im Kanton Nidwalden einstellen. Aktionen zum Wellenberg schlagen in der Regel immer schweizweit Wellen, was heisst, dass keine besondere „Werbung“ dafür gemacht werden muss.

Frage 5: Wo wäre in Ihren Augen der ideale Standort für ein Atomendlager?
Auch wir Hardcore-Gegner sind uns bewusst, dass der atomare Abfall entsorgt werden muss. Ob ein Endlager überhaupt die richtige Option ist, wird aber gar nicht erst diskutiert. Alternativen gibt es. Aber: zum Beispiel bei der „nuklearen Transmutation“ wird die Weiterentwicklung verweigert, weil sie teuer ist und man heute noch suggerieren will, dass radioaktiver Abfall gar nicht so schlimm ist. Wo schlussendlich ein Endlager stehen soll kann ich Ihnen nicht sagen. Um aber eine gewisse Akzeptanz in der Bevölkerung überhaupt zu erreichen, wäre es nötig erst mal alle Standorte auf den gleichen Wissenstand zu bringen, die Fakten sauber und offen darzulegen (auch die Negativkriterien) und vor allem eine Vertrauensbasis ohne Lügen und Intrigen zu schaffen. In Nidwalden ist es dazu allerdings längst zu spät.

Ich bedanke mich bei Herrn Wäli Kammermann für die ausführlichen Antworten.
Weitere Infos zur Wellenberg-Problematik findet man hier:
web: www.wellenberg.org
fb: facebook.com/infoportal.wellenberg

Das Forum Wellenberg macht einen ausgezeichneten Job. Man findet auf deren Homepage viel Wissenswertes über diese Problematik. Auch wenn ich im Muotathal einige Kilometer weit weg wohne, so fühlt man doch mit den Bewohnern rings um den Wellenberg. Ich denke, wir würden uns genauso wehren, wenn z.B. im „Hölloch“ ein atomares Endlager in Betracht gezogen würde. Ein Endlager in der Nähe von bewohnten Gebieten ist einfach undenkbar.

Nur: Dem Bund läuft die Zeit davon. Wohin will man in Zukunft mit diesem atomaren Mist?
Am besten wäre, wenn man keinen mehr davon produzieren würde!


Usum Chäs-Chessi:

Ab hier nun wieder mit Satire!

An den Schwyzer Strassen findet man wieder Papp-Kameraden, welche in den Regierungsrat möchten. Ohne Bruno Suter macht’s einfach nicht mehr so viel Spass, sich zum bereits „lauen Lüftchen-mässig“ angelaufenen Wahlkampf zu äussern.

Deshalb stelle ich gleich selber einen Kandidaten auf, um die anderen Kandidaten in grösste Aufruhr zu versetzen:

Der Hesigen-Schneemann. Ein ganz und gar unbestechlicher Kandidat, parteilos und nur für eine begrenzte Zeit im Amt zu halten. Zudem braucht er kein Büro und versteht sicher viel von Feldarbeit. Das Landwirtschafts- und/oder Umweltdepartement würde der Herr Schneemann geradlinig führen, wie seine Nase.
Der Mann ist wohl klein, aber clever. So schlägt er vor, dass einige Wahlkampf-Podien an Schneebaren abzuhalten seien. Er werde dabei zu Bestform auflaufen, die anderen Kandidaten wohl eher zu Frostform. Was einige aber auch in einem gut geheizten Saal sonst schon tun.

Was zudem für diesen Charakterkopf spricht: Er behält in jeder Lage einen kühlen Kopf!

Also Leute, werft im März die Eisliste mit unserem Hesigen-Schneemann ein. Ein viel grösseres Chaos im Schwyzer Justizwesen wird auch er in aufgetauter Form nicht verursachen.

feldwaldwiesenblogger

Interview mit dem achten Muotathaler Wetterfrosch

Heute findet man hier ein ganz spezielles Interview. Ein Interview mit dem achten Muotathaler Wetterfrosch. Es gibt ja, wie landauf und landab bekannt, einen inoffiziellen (Schiiners Peter) und sechs offizielle Muotathaler Wetterfrösche.
Was aber bisher niemand wusste: Es existiert ein achtes Exemplar dieser seltenen Spezies. feldwaldwiesenblogger hatte wieder mal einen guten Riecher, und entdeckte ihn nur durch Zufall.

Es handelt sich um den Komiker Sergio Sardella aus Emmenbronx, Kanton Absurdistan.
Er beschreibt sich folgendermassen: „Ein Schizophrener, der versucht in einer absurden Welt den Mitmenschen ein Lächeln ins Gesicht zu locken. Als Aglo-Secondo in zwei Kulturen verankert, beobachte ich das Zeitgeschehen immer mit einem kritisch-schelmischen Augenzwinkern…“
Mehr Infos und Details über den achten Muotathaler Wetterfrosch findet sich auf seinem Blog und/ oder auf seiner Houmpeitsch.

Mal sehen, was Herr Sardella, heute als Sprachrohr der Wetterfrösche, zu sagen hat.
Man kann nur mutmassen, ob dieses Interview noch viel zu lesen und schreiben geben könnte.

Frage 1: Welches ist eigentlich euer richtiger Name: Muotathaler Wetterfrösche (Volksmund), Innerschwyzer Meteorologen (Wikipedia) oder Wetterschmöcker (Gasthaus Kreuz-Homepage)?
Wetterschmöcker gefällt uns persönlich am Besten. Wer uns nicht „schmöcken“ kann und uns schleimig findet, nennt uns Wetterfrösche aber am Schlimmsten finden wir Meteorologen…das hat so etwas Anrüchiges nach dem Luusmeiteli-Gate in Deuschland und der Geschichte mit Frau Buchelis Insider-Pneu-Handel.

Frage 2: Wieso habt ihr eigentlich noch keine eigene Homepage?
Wir Wetterschmöcker sind nur mit der Natur vernetzt. Aber ganz ehrlich, wenn die Leitungen mal bis in den hintersten „Chrachen“ verlegt sind, dann können wir uns das ja mal überlegen so eine Heimat-Seite zu basteln…in 3D in mit Geruchsemmissionen – schmöcken Online quasi.

Frage 3: Nehmt ihr eure Prognosen eigentlich selber auch ernst?
Natürlich nehmen wir unsere Prognosen extrem ernst und sind dann auch „gopferdeli“ enttäuscht und „tuppiert“ wenns dann der „Herrgott“ wieder nach seiner Pfeiffe tanzen lassen will und sich nicht an unsere Vorhersagen hält! Da mögen wir keinen Spass dulden!

Frage 4: Gibt es keinen Neid, wenn Wettermissionar Horat nun regelmässig in Werbespots im Schweizer Fernsehen zu sehen ist?
…nein, so lange der Martin sich nicht wie der Zuccolini als Frau verkleiden muss, um für Suppentüten oder nackte Schenkel im Säckli zu werben!

Frage 5: Könnt ihr euch vorstellen, in Zukunft auch Frauen als Wetterschmöcker in euren Reihen zu haben?
Haben Sie in unseren Breitengraden schon mal eine Frau entdeckt die nicht aus Stroh gebastelt wurde? So denken die Leute da unten doch, oder! Also nicht dass wir keine Frauen hätten, aber die würden sich nie auf unsere archaischen Methoden des Wetterschmöckens einlassen…“myni förchtet sech scho vor Schpennä, da söu seie sech no in Amäysihüfa setze?!“ Vielleicht machen wir mal mit SF ein Casting und suchen gezielt mit DMWSSEF – Die Muothataler Wetter Schmöcker Suchen Eine Frau?

Frage 6: Wie seht ihr die Sache mit der Erderwärmung? Existiert sie wirklich, und wenn ja: Beeinflusst sie unser Wetter?
Blödsinn…die Erderwärmung ist ein Wohlstansproblem der Nachkriegsgenerationen. Zwischen 1945 und 1980 wurde zu Tisch immer gepredigt, mann müsse den Teller ausessen, sonst würde das Wetter nicht schön. Nun haben wir gleich zwei Probleme: Die Klimaerwärmung und dicke Kinder!

Frage 7: Welche Prognosen sind schwieriger zu stellen: Die Winter- oder die Sommervorhersagen?
Herbst- und Frühling sind deutlich schwieriger, weil sie sich so gleichen. Im Winter ist der Niederschlag einfach etwas kälter als im Sommer.

Frage 8: Wie werde ich Wetterschmöcker?
Das ist eine Erbdynastie, die bisher vom Vater über die Mutter zum Sohn übertragen wurde. Leider sind einige Schmöcker Singles und in Zukunft müssen wir auf innovativere Methoden wie Castings, Teilzeitschmöcker oder gar Gastarbeiter aus dem Schengenraum zurückgreiffen müssen. Wir haben im 2012 zwei Praktikantenplätze an zwei Deutsche aus Gera und Leipzig vergeben.

Frage 9: Hat euch Herr Bucheli von SF-Meteo auch schon um Rat gebeten, wenn er wettertechnisch nicht mehr weiter wusste?
Woher soll denn der Arme Thomas seine Infos denn sonst haben? Auf dem SF Turm hat es weder Baumrinden, noch Ameisenhaufen!

Frage 10: Welche Wetterfee von SF-Meteo seht ihr am liebsten auf dem Leutschenbach-Dach?
Wir haben fürs Fernsehen zu wenig Zeit und finden eigentlich alle Wetterfeen auf dem Dach härzig…oder wie es Crista Rigozzi sagt: „Also mir gefällt es

Frage 11: Eure Frühlings- und Herbstsitzungen sind in meinen Augen total Kult. Aber nicht nur wegen den Wetterprognosen, sondern auch wegen der Art und Weise wie ihr sie vortragt. Seid ihr nicht nur Meteorologen sondern auch versteckte Kabarettisten?
Wir haben zum Teil Schüler der Dimitri-Schule, die sich für Feldstudien bei uns einnisten und uns dann als Figuren in Variétés und Wanderbühnen ins Programm einbinden.

Ein sehr facettenreicher Mann, dieser Sergio Sardella. Der freche Kerl forderte von mir am Montag ein „schelmisch-kritisches“ feldwaldwiesenblogger-Interview.

Ich schrieb ihm deshalb eine Email mit folgender Einleitung:
„Da du schon so herrlich „schelmisch“ ein Interview forderst: Du bekommst eines!
Und weil du ein lustiger Comidian bist, habe ich mit dir auch etwas besonders Lustiges vor.
Ich hatte anfangs Jahr elf Fragen den Muotathaler Wetterfröschen zukommen lassen. Mir wurde damals mehr oder weniger garantiert, dass einer davon mir schon
Antwort geben wird. Ich soll einfach etwas Geduld haben, da bis auf einen der Frösche keiner etwas mit PC’s am Hut hat.
Nun ist mehr als ein Monat vergangen, und ich erhielt noch keine Antworten. Da kommst du mir mit deinem frechen Angebot grad recht. Ich stelle dir einfach die genau gleichen Fragen.“

Gesagt und getan. Das Ergebnis ist doch, wie ich finde, gelungen. Ich vermute mal: Viel „schlauere“ Antworten wären vom „Ampeissi-Haufen-Hocker und Schneekoster“ Martin Horat oder vom „Frauenversteher und Muser“ Martin Holdener wahrscheinlich auch nicht gekommen.
Sergio, besten Dank für dein „gefordertes“ mitmachen. Mir, und scheinbar dir auch, hat dieser Schabernack Spass bereitet!

feldwaldwiesenblogger

Elf Fragen an Stets ä Soo

Da ich selber ein ziemlich grosser Status Quo-Fan bin, war es nichts als logisch, Stets ä Soo, einer Quo-Coverband aus unserer Nachbargemeinde Schwyz, mal auf den Zahn zu fühlen.
Ich selber bin mit Status Quo aufgewachsen, kenne viele ihrer Platten (v.a. die älteren) und spielte schon als Jungspund Quo-Covers mit meinem Drum. Dies mache ich auch heute noch voller Begeisterung mit Schlatt-Lee. Die guten alten Quo sind eine der wenigen Bands, welche mich schon mein ganzes Drummerleben hindurch begleiten. Da gäbe es eigentlich nur noch CCR, die es auch tun.
Zudem habe ich schon einige Quo-Konzerte besucht. Jedes Mal ein neues Erlebnis.

Ich habe letzten November im Gleis zu Seewen meinen heutigen Interviewpartner Stets ä Soo auch schon mal live erleben dürfen.

Ich war begeistert, und wippte meine Füsse auch zum stampfenden Quo-Boogie. Damals standen Guido Lalli (Vocal + Rhythm’Guitar), Markus Furrer (Vocal + Drums), Andy Tschümperlin (Vocal + Bass), Thomi Aeschmann (Vocal + Leadguitar) sowie ein Keyboarder-/Bluesharp-Spieler (den Namen weiss ich leider nicht) auf der Bühne.
Wie’s mit der jetztigen Besetzung aussieht, ist im nachfolgenden interview zu entnehmen.

Ich schickte meine elf Fragen also an Guido Lalli, in meinen Augen „der Mister Status Quo vom Talkessel Schwyz“. Seine Antworten kamen relativ rasch retour, mit einem einleitenden Statement:
„Das Mail hat mich erreicht und nur ich habe Dir geantwortet, denn die Anderen sagten, ich sei ja Mr. Status Quo!
Dementsprechend war es wohl nur ein Interview mit mir als Bandleader von Stets ä Soo!“

Frage 1:
Wieso wurde Stets ä Soo erst vor kurzem gegründet? Ich meine, Guido Lalli ist ja fast von Kindsbeinen an so quasi der „Mister Status Quo von Schwyz“, und spielt meines Wissens schon seit Ewigkeiten Quo-Riffs auf seiner Gitarre.
Guido: Es gab damals so ca. 1978 keine Gitarristen die mit mir nur Status Quo spielen wollten! Für dies musste ich doch sage und schreibe erst mal Erwachsen werden!

Frage 2:
Ich habe bereits schon mal in meinem Blog über euch berichtet, von eurem Konzert im Gleis (13.11.2011). Siehe dazu unter folgendem Link. Damals hattet ihr ganz neu einen Keyboarder und Bluesharp-Spieler dabei. Ist er inzwischen eurer fünftes Bandmitglied?
Guido: Genau, richtig erkannt! Er war schon länger im Visier bei uns, konnte sich aber erst Ende 2011 zu uns gesinnen!

Frage 3:
Ich entsinne mich, dass der besagte Keyboarder/Bluesharp-Spieler Arzt im Spital Schwyz ist. Überhaupt: Ihr seid mit dem Spitalverwalter vom Spital Schwyz, einem Arzt und einem SP-Nationalrat recht illuster besetzt. Findet ihr jeweils Termine für regelmässige Proben?
Gudio: Nun zu diesem Thema folgendes:
Der Spitalverwalter ist der Direktor des Spitals, dieser aber hat uns Ende 2011 verlassen und deswegen suchen wir einen neuen Sologitarristen der Status Quo liebt und kennt!
Das mit den Terminen ist so eine Sache, es ist manchmal wirklich schwierig aber schlussendlich klappt es dann irgendwie doch immer wieder!

Frage 4:
Sind auch schon Nationalratskollegen von Andi Tschümperlin an einem von euren Auftritten anwesend gewesen?
Gudio: Nein, bislang noch nicht! Könnte schon mal sein, vielleicht auch von der SVP, denn Markus unser Drumer ist ein überzeugter SVP Mann!

Frage 5:
Habt ihr eure grossen Vorbilder, die „echten“ Status Quo auch schon mal getroffen?
Guido: Nicht wir, sondern nur ich hatte das Glück so Ende der 70iger an einer TV Sendung in Zürich diese hiess KARUSSELL!
Diese original Unterschriften habe ich heute noch eingerahmt.
Dann noch im April 2002, da hatte ich John Coghlan in Schwyz, mit seiner Quo Cover Band! Dies war noch das grössere Erlebniss, vorallem als ich Ihn und seine Frau zwei Tage später wieder auf den Flughafen chauffierte!

Frage 6:
Welche Quo-Formation ist eure liebste oder beste? Ich erinnere mich daran, dass es da mal einen John Coghlan am Drum und einen Alan Lancaster am Bass gab.
Gudio: Für mich war die Originalband besser und demzufolge auch lieber! Wobei da die Meinungen innerhalb unserer Band auseinander gehen!

Frage 7:
Sind in eurer Band „Stets ä Soo“ eigentlich alle so grosse Quo-Fans wie Guido Lalli?
Guido: Nein! Ich bin mit dieser Band buchstäblich aufgewachsen und bis heute „treu“ geblieben! Die anderen Mitglieder haben einfach sehr den Plausch und entdecken langsam aber sicher wie gemütlich, stammpfig, locker vom Hocker dieser Sound auf die anwesenden Besucher wirkt!!

Frage 8:
Könntet ihr euch vorstellen, auch Songs von anderen Bands zu covern?
Gudio: Ja, war schon mal die Rede davon. Nur wir haben eindeutig-zweideutig den Namen Status Quo abgeändert, so dass wir dem Sound treu bleiben. Wir könnten aber die Titel in diesem Quo Sound einüben, was ja Status Quo schon öfters gemacht hat!

Frage 9:
Wie sieht’s auftrittstechnisch aus: Habt ihr viele Gigs für dieses Jahr in Planung?
Gudio: Durch den Austritt von Thomi haben wir Gigs abgesagt! Aber es stehen bereits wieder sicher drei Auftritte im Programm. Wir wollen eigentlich ja nur so fünf Konzerte im Jahr!
Das erste übrigends im Muotathal am 17.3.2012!

Frage 10:
Kann man von euch auch in nächster Zeit auch eine Überraschung erwarten, z.B. eine CD?
Gudio: Eine CD…Nein! Nur wenn wir eigene Songs schreiben!
Überraschung wird es bei uns kaum geben. Wir werden immer in der Einfachheit bleiben, das heisst keine grossen weisse Boxen von Marshall aufstellen um möglichst waschecht die Status Quo Show zu covern! Nein!
Wir sind auch nicht die absoluten Perfektionisten, was manche Leute ab und zu erstaunt, denn wir machen das technische „Drum und Dran“ nicht mit und kommen „Fadägrad „ aus den Boxen! Manchmal halt auch etwas „schief“!

Frage 11:
Status Quo kommen ja am 14. September 2013 wieder ins Hallenstadion Zürich. Habt ihr eure Bewerbung als Vorgruppe schon eingereicht?
Gudio: Dies wäre wohl Wasser in den See getragen!

Ich bedanke mich bei Guido Lalli für seine interessanten und informativen Antworten. Ich wünsche ihm und seiner Band Stets ä Soo alles Gute und viel Erfolg!


Usum Chäs-Chessi:

Folgenden Beitrag fand ich gestern im „Bote der Urschweiz“:

Kommentar feldwaldwiesenblogger: Diese Idioten brauchen wir hier nicht! Wenn die einen Rappen wert wären, würden sie nach dem „Arabischen Frühling“ vom vergangenen Jahr beim Wiederaufbau und der Demokratisierung ihrer Länder mithelfen!

feldwaldwiesenblogger

C.H. – Das Weihnachtsinterview

Ich dachte mir, wenn andere Weihnachtsinterviews machen, dann kann ich das auch. Beispielsweise die Weltwoche: In der Weihnachtsausgabe steckt ein Interview-Sonderheft mit sage und schreibe 28 Interviews. Eines dieser Interviews nervt mich ziemlich: Jenes mit Florian Ast & Francine Jordi. Zugleich müssen die beiden noch die Titelseite dieser Weihnachtsausgabe zieren. In meinen Augen (fast) ein Skandal, und eigentlich ein Grund, das Abo der Weltwoche wieder zu kündigen. Weil heute aber die Weihnachtsfeiertage beginnen, will ich jetzt mal nicht so sein.

Zurück zu meinem Weihnachtsinterview. Kürzlich kaufte ich mir im iTunes-Store die CD (oder sagt man eher die mp3-files der CD?) von C.H.
Aufmerksam auf diese Formation wurde ich ziemlich genau vor einem Jahr, beim Finale der Schweizer Eurovisions-Ausscheidung. Die drei Musiker Nori Rickenbacher, Kisha und Reto Burrell performten mit C.H. den Song „Gib nid uf“. Mir gefiel die erfrischende Musik und ihr unbekümmerter Auftritt auf Anhieb. Die drei wurden zwar nicht Sieger, überzeugten dennoch mit ihrer aufgestellten Art.
Die Formation geriet bei mir (leider) in Vergessenheit. Bis vor gut zwei Monaten im Radio auf meinem Heimweg nach der Arbeit der Song „Heiwäg“ lief. Es war ein neuer Song von C.H. und zugleich ein Müsterchen der ersten CD, die vor kurzem veröffentlicht wurde. Der Song und der ohrwurm-verdächtige Refrain blieben mir schon nach dem ersten Hören in positiver Erinnerung. Ich wollte mehr solch frischen „New Country“ oder „Alpen Country“ hören, und freute mich auf die neue CD.

Nach mehrmaligen Hören der Songs, welche mir wirklich ausnahmslos gefallen, entschied ich mich für ein Blog-Interview mit C.H. Ich informierte mich vorgängig etwas auf der Homepage der Formation, und entdeckte beispielsweise, dass C.H. für Country Helvetia steht. Beim Notieren der Fragen lief das wie am Schnürchen. Da ich ja selber Musik mache, kamen mir viele Gedanken und Fragen spontan in den Sinn. Als meine Finger irgendwann nicht mehr über die Tasten flogen, war ich bereits bei elf Fragen angelangt. Kürzen kam gar nicht in Frage. Ich schickte meine Fragen Nori Rickenbacher, welcher mir relativ rasch Antwort gab.
Er erwähnte in seiner Antwort-Email, dass er als „heimatort“-muotitaler meine Fragen natürlich gerne beantwortete. Das freute mich natürlich besonders, und stützte ein mal mehr die These meines Vaters, dass „die halbe Welt aus dem Thal stammt“.

Hier also das Blog-Interview mit C.H.:

Frage 1: Ist C.H. eigentlich eine Band, oder nur ein zeitlich begrenztes Projekt?

Nori: nein CH ist def. eine band und kein projekt. wir haben uns seit 2009 getroffen, zusammen komponiert, die cd aufgenommen und werden jetzt auf tour gehen.
wir haben uns als ziel sicher 3 alben gesetzt…es dürfen natürlich gerne mehr werden!

Frage 2: Habt ihr eure Soloprojekte auf Eis gelegt, und widmet euch momentan nur noch C.H.?

Nori: das ist bei uns ein bisschen unterschiedlich. kisha hat ihr soloprojekt ja schon länger auf eis gelegt, kann sich aber gut vorstellen in zukunft wiedermal ein solo album zu veröffentlichen. reto wird nächstes jahr ein neues solo-album rausbringen und ich hab auch schwer vor, wieder an eigenem material zu arbeiten. ich brauche aber noch ein bisschen zeit. momentan hat CH bei uns allen vollste priorität!

Frage 3: Darf man eure Musik „Schweizer Alpen Country“ nennen, wie das 20 Min. vor einiger Zeit gemacht hat?

Nori: naja, grundsätzlich darf es jeder so nenne, wie er will! wir haben gemerkt, dass die meisten leute eh nicht, wissen, was man unter new country versteht…
deshalb amüsieren wir uns jeweils auch über solche meldungen 😉

Frage 4: Ich finde euren Sound erfrischend und unverstaubt. Was meint ihr, könntet ihr im Ausland, trotz Schweizer Mundart, Erfolg haben?

Nori: das ist eine gute frage. wenn man die kritiken aus deutschland liest, sollte man denken, dass es durchaus eine möglichkeit gäbe, dort mit mundart fuss zu fassen.
wer weiss, vielleicht übersetzen wir aber unser album auch mal auf hochdeutsch…solche anfragen sind auch bereits eingegangen 😉

Frage 5: Welche Country-Grössen sind eure Vorbilder?

Nori: vorbilder ist vielleicht etwas hochgegriffen. ich würde eher sagen wir sind beeinflusst von country grössen wie keith urban, jewel, lady antebellum und und und…

Frage 6: Zum ersten Mal wurde ich letztes Jahr auf euch aufmerksam, an der Schweizer Eurovisions-Ausscheidung. Seid ihr im Nachhinein froh, dass ihr nicht für die Schweiz antreten musstet?

Nori: hehe…nein nein, wir sind zwar nicht allzu verbissen an die sache rangegangen, wollten dann aber natürlich schon gewinnen, das ist ja auch der sinn der sache.
traurig war aber niemand, dass es nicht geklappt hat. die schweiz hat entschieden und es ist ok so. wir haben uns sehr gefreut für anna rossinelli!
für uns war die teilnahme trotzdem ein riesen gewinn!

Frage 7: Die Idee, auf eurer kommenden Schweizer-Tournee in allen Kantonen der Schweiz aufzutreten, finde ich grossartig. Haben das andere Schweizer Musiker auch schon gemacht?

Nori: das weiss ich ehrlich gesagt gar nicht! wir fandens einfach ne coole idee für eine band die CH heisst! wir hoffen natürlich, dass wir in möglichst vielen kantonen auftreten können. in der westscheiz und im tessin dürfte das nicht allzu einfach werden….wir sind gespannt und freuen uns!

Frage 8: Wie bereitet ihr euch auf diese Schweizer-Tournee vor?

Nori: jeden tag mit whisky gurgeln, viel rauchen und spät ins bett gehn 🙂
nein, das übliche halt. wir werden uns einige spezialitäten für die show ausdenken und dann intensiv mit der ganzen band proben. am schluss sicher noch in grossen hallen,
das ist immer die beste vorbereitung! es wird sicher eine grosse sause!

Frage 9: Auf was dürfen sich die Fans bei der „Tour de Suisse“ neben eurer guten Musik noch freuen?

Nori: natürlich auf kisha 😉 und dann werden wir eine super band am start haben. unser repertoire wird sicher noch ein bisschen aufgepeppt und es wird einiges für aug und ohr geboten! die parties werden sicher einzigartig sein, mit div. barständen im saal, atraktionen, einheimischen vorbands usw…wir haben einige ideen!

Frage 10: Sind eure Begleit-Musiker auf dieser Tour immer die gleichen?

Nori: das wird sich noch zeigen. wenn die tour steht werden wir mit allen musikern sprechen und schauen, wer zeit hat alle shows zu spielen. sonst müssen wir halt wie meistens mit sub-musikern arbeiten!

Frage 11: Letzte Frage: Könnt ihr drei eigentlich von der Musik leben?

Nori: bei reto und mir ist das so, schon seit sicher 15 jahren. kisha arbeitet noch ca. 2 tage in der woche, das wird aber hoffentlich bald nicht mehr nötig sein 😉
wir sind alle sehr dankbar, dass wir das privileg haben, von unserer leidenschaft musik leben zu können!!!

Vielen Dank an Nori Rickenbacher für das Beantworten meiner Fragen. Ich wünsche ihm und C.H. schöne Festtage und viel Erfolg im neuen Jahr!


Usum Chäs-Chessi:

Ich weiss, dieser heutige Eintrag zu Heiligabend wird etwas lang. Aber ich will und kann den alljährlichen, vorweihnachtlichen ARM-Ausflug nach Ambri doch nicht vergessen. ARM was? Diese Abkürzung steht für Ambri Revival Muotathal. Dabei handelt es sich um ein paar nicht mehr ganz frische Männer, welche vor etlichen Jahren relativ viel in der Vallascia waren. Heutzutage gibt es längst einen Ambri-Fanclub Muotathal, deren Mitglieder regelmässig Ambri-Spiele besuchen. Wir ARM’s hingegen gehen höchstens noch ein paar Matches besuchen, sicher aber jenen vor Weihnachten.
Gestern war es also wieder so weit: Zu Siebt gings nach Ambri, an ein wirklich geiles Spiel. Ambri, welches schon nach wenigen Minuten 0:2 zurücklag, erkämpfte sich mit viel Kämpfer-Herz und einem Walker-Glücksschuss in der Overtime trotzdem einen viel umjubelten Sieg. Einen Sieg gegen den SC Bern!
Voller Spannung und Freude wurde das Spiel verfolgt:

Nach dem verdienten 4:3-Sieg konnte unsereiner endlich wieder einmal aus voller Brust „La Montanara“ singen:

Natürlich gab es nach dem Match die obligate Pizza in Airolo. Es war wie immer ein gelungener und fröhlicher Sportabend.
Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Bei diesen Revival-Ausflügen fallen auch immer wieder träfe Worte und Sprüche. Müsterchen gefällig? „Spalti Adulti“, was das auch immer sein mag. Oder: Fragte unser Chauffeur gestern nach dem Match, ob denn kein Auto käme und er problemlos rückwärts in die Strasse rausfahren kann. Als Antwort erhielt er von ganz hinten: „Ich sehe zwar nichts, aber ich glaube, es ist gut.“

Ich wünsche all meinen Lesern fröhliche und besinnliche Weihnachten!

feldwaldwiesenblogger

Fünf Fragen an den Regisseur: Hier die echten Antworten!

Na sowas, das ging ja ruckzuck! Oder anders gesagt: Mein Blog wird gelesen…
Gestern Abend, 22:01 Uhr, landeten die echten Antworten von Patrick Suter, dem Regisseur des Muotathaler Theaters, in meinem elektronischen Briefkasten.

Ich habe mich gefreut, und bedanke mich bei ihm herzlich. Denn er fügte noch an: „Sorry, dass es so lange gedauert hat. Ich habe es total vergessen und nicht mehr daran gedacht.“
Es sei ihm verziehen, denn er und seine Theaterleute stecken ja zur Zeit voll in der Theater-Saison.

Hier also die echten Antworten:

Frage 1:
War eure Stimmung vor der Premiere dieses doch relativ anspruchsvollen Stückes angespannter als vor anderen Premieren?

Antwort: Nein, eigentlich nicht, da dieses Stück von uns, wie jedes Jahr gut eingeübt wurde. Eine gewisse Nervosität ist jedesmal bei einer Premiere vorhanden. Weil man noch nicht weiss, wie das Publikum auf das neue Stück reagiert.

Frage 2:
Was denkst du, worin liegt der grosse Erfolg des Theaters Muotathal?

Antwort: Ich nenne dabei immer die fünf wesentlichen Punkte die für unser Theater sprechen: Unseren Dialekt, die urchige Spielart, die Lieder, den Humor und nicht zu vergessen, unsere wunderschöne Theaterhalle mit dem besonderen Ambiente.

Frage 3:
Musst du „deine Schauspieler“ motivieren, damit sie auch bis zur letzten Aufführung „alles geben“?

Antwort: Eigentlich nicht, weil jeder darauf bestrebt ist bis zur Derniere sein Bestes zu geben. Im Gegenteil, während der Spielzeit werden die Schauspieler manchmal fast ein wenig übermütig und neigen dazu an manchen Texten noch etwas hinzuzufügen.

Frage 4:
Ist dein Job nach bestandener Premiere getan? Oder anders gefragt: Was für Aufgaben hat ein Regisseur während den vielen Aufführungen?

Antwort: Nein, ich besuche jede Theateraufführung um den Spielern immer zur Seite zu stehen. Und nebenbei bin ich bereits wieder am aussuchen des nächsten Theaterstücks für 2012.

Frage 5:
Welches sind die Freuden des Regisseurs des Muotathaler Theaters, welches die Leiden?

Antwort: Die Freude besteht darin, dass unser Publikum zwei bis drei Stunden die Alltagssorgen vergessen kann und einen gemütlichen Theaterabend geniessen darf.
Und der Nachteil des Regisseurs besteht darin, dass es ein Ganzjahresjob ist!

Unser Theater im Thal ist auch ein Stück unserer lebendigen Muotathaler Kultur. Ich bin bestrebt, neben anderen Themen diese Kultur in meinem Blog auf meine Art aufleben zu lassen. Zudem möchte ich sie Auswärtigen auch etwas näher bringen.

feldwaldwiesenblogger

Der geschlossene Vorhang

Am 25. Oktober schickte ich folgende Email ans Theater Muotathal:

Guten Tag
Bitte Email an den Theater-Regisseur weiterleiten!

Salut Theater-Regisseur

In meinem Blog http://feldwaldwiesenblog.blueblog.ch/ schreibe ich über verschiedene Themen. Mein Ziel ist es, die Themen mit einer gewissen Ernsthafigkeit anzugehen, aber auch mit einem Zwinkern in den Augen zu schreiben. Zudem soll ja auch nicht immer alles so „bierernst“ sein.

Ich führe auch sogenannte „Blog-Interviews“, und stelle jeweils fünf Fragen an eine Person oder an eine Personengruppe. Kürzlich führte ich ein Blog-Interview mit Peter Föhn.

Ich interviewte aber auch schon Chris von Rohr, Claude Longchamp, Dominique Gisin, und diverse Muotathaler Gruppierungen.

Heute habe ich an dich und an das Theater Muotathal gedacht. Ihr seid ja nun wieder mitten drin im „Theatergeschäft“ nach der erfolgreichen Premiere. Dazu habe ich dir unten fünf Fragen vorbereitet. Es würde mich freuen, wenn du mitmachst und ich deine Antworten in meinen Blog stellen darf. Garantiert unverfälscht.

Leider leider erhielt ich bis heute keine Antwort auf meine Fragen.

Der Vorhang blieb für mich geschlossen, der Vorhang des Theaters Muotathal.

Letzten Samstag öffnete er sich aber dann „Wort-wörtlich“ auch für mich, als ich das diesjährige Stück „Dr schwarz Maa und z’Unglück“ bestaunen durfte.

Ehrlich: Absolut gelungen! Eine wirklich tragische Geschichte wurde mit den entsprechenden Zutaten des Muotathaler Naturells prima umgesetzt.

Mir kamen dabei meine Interview-Fragen wieder in den Sinn, und was ich mit denen machen soll. Ich überlegte hin und her, und kam zu einem Entschluss: Wenn mir der Regisseur schon nicht die Fragen beantwortete, dann mache ich das gleich selber. Ich schlüpfte also kurzerhand für einige Minuten in die Rolle des Theater-Regisseurs und beantwortete die Fragen des feldwaldwiesenbloggers.

Frage 1:
War eure Stimmung vor der Premiere dieses doch realtiv anspruchsvollen Stückes angespannter als vor anderen Premieren?

Nein, gar nicht. Wir bereiten uns seit gut vier Monaten auf diesen Moment vor. Ich würde sagen: Wir sind paratt, „chömid zuänis“!

Frage 2:
Was denkst du, worin liegt der grosse Erfolg des Theaters Muotathal?

Das liegt eindeutig an unserem Dialekt, den schönen Liedern, dem Humor (ähnlich schwarz wie der britische!) und an unserem wunderschönen Bergtal.

Frage 3:
Musst du „deine Schauspieler“ motivieren, damit sie auch bis zur letzten Aufführung „alles geben“?

Nun, die meisten gar nicht. Einigen wenigen hingegen muss ich dann und wann raten, etwas früher ins Bett zu gehen.

Frage 4:
Ist dein Job nach bestandener Premiere getan? Oder anders gefragt: Was für Aufgaben hat ein Regisseur während den vielen Aufführungen?

Nein, nein, mein Job ist dann schon noch nicht getan. Es gibt immer wieder kleine Verbesserungen, die man anbringen kann. Zudem fasse ich jeweils den Job des „Kafi Schnaps-Kochens“.

Frage 5:
Welches sind die Freuden des Regisseurs des Muotathaler Theaters, welches die Leiden?

Die Freuden sind eindeutig die lachenden und begeisterten Gesichter des Publikums. Leiden habe ich sozusagen keine, ausser nach einer etwas längeren Nacht mit meinen Theaterleuten.

feldwaldwiesenblogger