Äs chömid dä gläbi wiedr all gnuäg Schnee übr!

Text und Fotos: feldwaldwiesenblogger


Heute Morgen: Blick aus dem Fenster

„Äs chömid dä gläbi wiedr all gnuäg Schnee übr!“ – Dieser Satz ging mir heute Morgen beim Öffnen des Fensters als Erstes durch den Kopf. Schier unglaublich, bereits am 9. Dezember so viel Schnee. Wo hin führt uns dieser Winter bloss?

Meine Crux am Schnee ist die Hassliebe zu ihm. Einerseits liebt man ihn, vor allem wenn man darauf Ski fahren, Snowboarden oder sonst ein Wintersport betreiben kann. Andererseits hasst man ihn: Er muss weggeräumt und entfernt werden. Damit man ja winters wie sommers auf den Strassen seinem Temporausch frönen kann. Mit zunehmendem Alter sieht man leider eher die Unannehmlichkeiten, Probleme und Ärgernisse.

Aber keine Bange! Wir haben ja immer noch Klimaerwärmung. Die sorgt dann rechtzeitig dafür, dass an Weihnachten wieder Tau- und Frühlingswetter regieren. Das allerdings möchte ich wohlverstanden auch nicht. Trotzdem, müssen jetzt schon hochwinterliche Bedingungen vorherrschen? Denn die Zeit bis zum Frühling ist noch soooooo lang…
Alles Jammern und Zettern nützt nichts, den Zustand zu akzeptieren ist angesagt.

Und ja! Wenn schon dann schon zieht es mich auch wieder auf die Skier. Denn die vergangenen milden Winter waren diesbezüglich unmotivierte Gesellen. Im Kopf spielt sich der ganze Zauber ab. Ist es draussen aper, ist der Betriebszustand auf Dauerherbst oder schon auf baldigen Frühlingsmodus eingestellt. Ist es aber weiss und kalt, macht es klick und die verschneiten Berge wollen befahren werden.

Ob dann alle genug Schnee abbekommen, wird sich spätestens im kommenden März zeigen. Ich weiss, dass sich einige wie wild auf möglichst viel von Frau Holles Pracht freuen. Anderen ist es ein Graus. Allen Recht getan ist ein Ding, das niemand kann.


Tief verschneit!

Man kann es mit dem Schnee gleich handhaben wie mit der Politik. Manchmal wird es einem einfach zu viel! Und man möchte gewisse Exponenten wie den Schnee entfernen. Natürlich nur aus ihren Ämtern. Diese Woche sorgten unter anderem Yannick Buttet, Donald Trump und die SVP für rote Köpfe.

Yannick Buttet, gefallener CVP-Nationalrat aus dem Wallis, wird des Stalkings bezichtigt. Er soll sofort seine Ämter räumen, sind gewisse Kreise der Meinung. „Me Too“ lässt grüssen und veranstaltet einen wahren Hexentanz. Hinter jedem Strauch wird bald ein Widerling vermutet, dabei hat der liebestolle Wolf bloss seiner Wölfin zugeheult…

Das ist einfach unerhört, was US-Präsident Donald Trump mit der Anerkennung von Jerusalem als Israels’ Hauptstadt abzieht! Der Friedensprozess im Nahen Osten wird so um Jahre zurückgeworfen. Eine neue Intifada wird wohl für viel Tod, Leid und Zerstörung sorgen. Dieser Präsident kennt aber auch wirklich gar nichts. Statt sich um Frieden und Stabilität zu bemühen, zündelt er und stürzt sonst schon eine instabile Region in ein Chaos. Dabei hat er zu Beginn seiner Amtszeit gesagt, dass er sich aussenpolitisch zurückhalten werde. America First – so ein Chabis!

Man kann es mit der Nationalhymne drehen und wenden wie man will. Vor einem Fussballspiel kann sie nicht laut genug gesungen werden. Feiert aber die SVP im Nationalratssaal den 25. Jahrestag des EWR-Neins mit dieser Hymne, ertönt der Ruf nach Klamauk oder gar nach Faschismus. Geht’s noch? Es ist in beiden Fällen dasselbe Lied. Aber: Es kommt scheinbar darauf an, wer es wo und wie tut. Tun es die Nati-Spieler zu wenig oder gar nicht, wie unsere Secondos, dann wird unverständlich der Kopf geschüttelt. Singt aber die SVP lauthals, steht die Linke Kopf und fordert Massnahmen. Im ehrwürdigen Nationalratssaal ziemt sich das scheinbar nicht. Dabei ist unsere Nationalhymne ein frommes und christliches Lied, und hat mit Faschismus so wenig zu tun wie der Neuschnee von heute Morgen.

feldwaldwiesenblogger

Politiker und ihr anderes Ich

Text und Fotos: feldwaldwiesenblogger

„Politker und ihr anderes Ich“ ist das neue Buch von Christina und Christian Boss. Viele Schwingerfreunde erinnern sich sicher noch an zwei von ihnen verfasste Bücher: „Christian Stucki und seine Herausforderer am 16. Kilchberger Schwinget“ sowie an „Goldenes Eichenlaub“. Ich las beide Bücher mit viel Genuss und veröffentlichte am 7. August 2015 den Blogbeitrag Der Weg zum 100. Schwingerkranz-Gewinn“ – Nachgefragt bei Christina und Christian Boss.


Die Autoren Christina und Christian Boss
Foto: Christina und Christian Boss

Mir gefiel bei diesen beiden „Schwinger-Büchern“ insbesondere der Schreibstil von Christina und Christian, welcher mir dann und wann ein Schmunzeln entlockte. Zudem entdeckten sie von den einzelnen Schwingern lebendige Geschichten, welche man so noch nie gehört hatte. Die beiden bringen das jeweils sehr feinfühlig aufs Papier und gekonnt in Buchform. Zudem verstehen es die beiden Autoren, die Texte mit passenden Bildern und Illustrationen zu unterlegen.

Im Reinhardt Verlag sind nebst dem „Goldenen Eichenlaub“ noch „Schiedsrichter sind auch nur Menschen“ sowie „Der steile Weg ins Rampenlicht“ erhältlich. Der neuste Wurf heisst wie eingangs erwähnt „Politker und ihr anderes Ich“. Christina und Christian waren so freundlich, mir ein Exemplar von diesem Buch zuzustellen. Das Buch ist erst seit kurzem bei mir zuhause, und ich habe es noch nicht gelesen.


Bestell-Talon

Auf einem Bestell-Talon wird man auf den Inhalt des Buches „gluschtig“ gemacht. Des Weiteren erkennt man auf einen Blick, von welchen Politikern das Autoren-Paar persönliche Geschichten entlockte und ausgrub. Ich für meinen Teil entschied mich dazu, Dich, liebe Leserin oder lieber Leser, auf eine Erkundungstour durch das Buch mitzunehmen.


Adrian Amstutz

Da treffen wir zu Beginn auf einen schon ziemlich älteren Haudegen der SVP, Adrian Amstutz. Der Berner mit Jahrgang 1953 ist Nationalrat und SVP-Bundeshausfraktionschef. Der stets auf den Punkt kommende Hardliner ist es auch privat. Man erfährt, dass Amstutz mehrfacher Schweizermeister im Zielspringen ist. Toni Brunner gibt über seinen Parteikollegen persönliche Noten preis: „Adrian ist voller Lebensfreude und Zuversicht“ oder: „Adrian geht. Nein er rennt. Vom Typ her unbekümmert statt detailversessen.“


Isidor Baumann

Isidor Baumann, Urner Ständerat mit Geburtsdatum 23. September 1955. Er sagt von sich: „Auf der Göscheneralp zwischen 2000 und 3000 Meter über Meer fühle ich mich am wohlsten.“ Mit schönen Bildern wird die Geschichte eines Berglers erzählt, welcher im urnerischen Wassen geboren wurde und dort immer noch lebt. Baumann erlernte einst den Beruf eines Vermessungszeichners und Vermessungstechniker. Heute hat der 62-Jährige Vollblutpolitiker mehrere Mandate inne.


Pirmin Bischof

Und wieder ein Ständerat: Der Solothurner Pirmin Bischof. Die Speaker-Legende Dagobert Cahannes erläutert die Charaktereigenschaften des im Sternzeichen „Fisch“ geborenen Bischof. Man erfährt weiter, dass der CVP-Politiker im Alter von zwei Jahren einen Schädelbruch erlitt. Oder, dass er sich auf die Fahne schrieb, seinen Kanton Solothurn so zu repräsentieren, dass er in der übrigen Schweiz nicht mehr vergessen wird. Bischof ist 58-jährig und Inhaber einer Anwaltskanzlei. Ihm wurden auch schon Bundesrats-Ambitionen nachgesagt.


Jonas Fricker

Jonas Fricker, Jahrgang 1977, war mir bis vor gut zwei Wochen kein Begriff. Der Nationalrat der Grünen, welcher in Baden AG wohnt, machte mit einer der grössten rhetorischen Entgleisungen in der jüngeren Schweizer Parlamentsgeschichte von sich reden. Kurz darauf trat Fricker als Nationalrat zurück.
Im Buch von Christina und Christian Boss kann man entnehmen, dass der Familienvater ein versierter Taktiker und Schnelldenker ist. Oder dass sich Fricker durch seine offene Art auch sehr beliebt gemacht hat. Scheinbar hat ihm aber eine Eigenschaft seines Sternzeichens „Widder“, nämlich das eines manchmal stürmischen Politkers, nun einen Streich gespielt.


Petra Gössi

Die im schwyzerischen Küssnacht lebende Petra Gössi, ihres Zeichens FDP-Parteipräsidentin, wird inzwischen in der ganzen Schweiz als sympathische Politikerin wahrgenommen. Erst recht seit ihrem gelungenen Auftritt beim „Dunnschtig-Jass“ in Muotathal SZ. Im Buch ist die Rede von „der Taucherin mit dem Mut zum Risiko“. In der Tat scheint sie ziemlich unerschrocken zu sein, absolvierte sie doch im Vorfeld der besagten Jass-Sendung einen Tandem-Fallschirmsprung. Die nächste FDP-Bundesrätin?


Karin Keller-Sutter

Auf den obigen Bildern wird sie wahrscheinlich nur von ganz wenigen erkannt: Die St. Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter. Der Frau mit Jahrgang 1963 werden ebenfalls beste Chancen für eine Wahl in den Bundesrat eingeräumt. Keller-Sutter’s Lebensmotto heisst „Carpe diem“ (Geniesse den Tag). Man erfährt, dass sie im Sternzeichen Steinbock geboren wurde, und sie eine echte Hardlinerin ist. Die Stadtpräsidentin von Wil SG, Susanne Hartmann, meint denn auch über ihre Kollegin: „Für sie trifft das Wort zielorientiert bestens zu.“


Martin Landolt

Martin Landolt sei ein ziemlich umstrittener Politiker, schrieb jedenfalls schon mehrfach die „Weltwoche“. In der Tat hat es der Glarner Nationalrat und seine BDP alles andere als einfach. Sind sie doch gewissermassen die Lieblingsfeinde der SVP und deren Hausblatt. Im Buch erfährt man, dass Landolt’s Traum einst vom Papst-Amt handelte, oder dass er die Abgeschiedenheit und ein einfaches Leben sucht. Der Näfelser gibt als Tätigkeit „Politiker, Strategie- und Kommunikationsberater“ an. Weiter ist Landolt ein passionierter Jäger und spielt im FC Nationalrat mit.


Christian Levrat

Und noch ein umstrittener Politiker, dazu ein erfolgreicher: Ständerat Christian Levrat. Der Freiburger mit Jahrgang 1970 ist zudem SP-Parteipräsident.
Ich rechne es den beiden Autoren hoch an, dass sie die Politiker querbeet auswählten. So erfährt man auch von unbequemen Politikern wie Levrat einiges, was man so noch nie gehört oder gelesen hat. Der Ständerat war angeblich schon auf 5010 Meter über den Anden, und nicht kalkulierbare Risiken sind nicht sein Ding. Oder: Als Levrat in Bulle FR das Gymnasium besuchte, war er Mitglied einer Theatergruppe. In dieser war damals auch Géraldine Savary. Beide sind heute die Freiburger Vertreter im Ständerat.


Filippo Lombardi

Filippo Lombardi, wortwörtlich ein Schwergewicht in der Schweizer Politik, bekleidet nebst dem Ständerats-Amt auch den Präsidenten Job beim krisengeschüttelten Tessiner Eishockey-Verein Ambri-Piotta. Nach den persönlichen Angaben erfährt man, dass der Tessiner „der starke Mann zwischen den Fronten“ ist. Nach der Ausbildung zum Journalisten absolvierte Lombardi ein Studium in Recht und Volkswirtschaft. Man weiss aus den Medien, dass der in Bellinzona geborene CVP-Politiker auch schon über die Stränge schlug. Und zum Schluss meint er zu seinen Energiequellen: „Der Schlaf kommt immer zu kurz.“ Dafür tankt er seine Energie in der schönen Bergwelt oder auf dem Luganersee.


Albert Rösti

Über den 50-jährige Nationalrat Albert Rösti kann man lesen, dass in seiner Brust zwei Herzen schlagen. Im Privaten soll er offen für die Probleme der Mitmenschen sein. Auf dem harten Politparkett ist er aber weniger warmherzig. Kein Wunder, der Berner ist SVP-Parteipräsident. In meinen Augen aber nicht von Blocher’s Gnaden, sondern mit einem eigenen Weg. Als Bergbauernsohn war Rösti viel in der Bergwelt unterwegs. Zu seinen Hobbys zählt der Familienvater auch das Schlagzeug und Trompete spielen, was im Moment aber zu kurz käme. Man erfährt weiter, dass der Frutiger ein eigenes Kleinunternehmen führt und Dölf Ogi früher sein „Dorfidol“ war.

Meine Reise ist hier zu Ende. Denjenigen, welche mit mir bis zum Schluss ausharrten, empfehle ich den Kauf dieses wirklich lesenswerten Buches!

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Muss sich die Welt vor US-Präsident Donald Trump fürchten?

Ich reibe mir immer noch die Augen, und denke: Das kann doch gar nicht sein. Und doch ist Trump nun Wirklichkeit. Er wird mit seiner Gefolgschaft am 20. Januar 2017 ins Weisse Haus einziehen, wo er gestern bereits zu Besuch bei Obama war. Ob da auch Details zum Umzug besprochen wurden? Nein, Spass beiseite. Weltweit machen sich Menschen Gedanken, wie eine Präsidentschaft von Trump wohl werden wird. Den Menschen, welche sich sorgen, Ängste, Bedenken und gar Furcht haben, wird momentan am meisten Gehör geschenkt. Kein Wunder: Angefangen vom Papst bis hin zum französischen Präsidenten Hollande hört man nach der Wahl von Besorgnis, Mauerbau oder gar Brechreiz. All dies kann einem ganz schön Angst und Bange machen.

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Donald Trump, der 45. US-Präsident
Bildquelle: news.at

Morgenspaziergang rund ums verschneite Muotathal
Über Donald Trump, den 45. US-Präsidenten, und seine schier unglaubliche Wahl erfährt man dieser Tage extrem viele Fakten. Alle möglichen Experten krochen aus ihren Löchern und geben ihren Senf dazu ab. Ich habe mir beim morgendlichen Spaziergang rund ums verschneite Muotathal auch so meine Gedanken gemacht. Natürlich will ich keine Zusammenfassung über das Gelesene, Gesehene und Gehörte schreiben. Zu diesen Fakten habe ich mir aber sehr wohl eine Meinung gebildet. Ich gebe vorweg zu, dass ich als Abonnent am meisten in der Weltwoche gelesen habe. Aber: Zur Ergänzung zog ich mir natürlich auch andere Medien rein. So zum Beispiel NZZ Online oder die Tagesschau vom Schweizer Fernsehen.
Bei all diesen Betrachtungen drängt sich bei mir eine Frage am meisten auf: Muss sich die Welt vor US-Präsident Donald Trump fürchten? Ich meine Nein. Sicher ist aber nur das Amen in der Kirche.

Gräben tun sich nicht erst jetzt auf
Trump’s Wahl ist für die meisten Europäer nicht zu begreifen. Dennoch versuche ich zu verstehen, oder zumindest im Ansatz. Gräben tun sich nicht erst jetzt, nach Trumps Erfolg über Clinton, auf. Diese wurden schon länger aufgerissen. Und zwar von der unsäglichen politischen Kaste in Washington. Von diesem sogenannten Establishment haben aber so dermassen viele Leute die Schnauze voll, dass Trump gerade richtig kam. Dazu muss man leider auch die Medien zählen, welche Trump als „korrupt“ bezeichnete.
Man kann behaupten, dass die Nichtwahl von Clinton in erster Linie eine Absage ans Establishment bedeutet. Die vielen Menschen im Lande wollen vermutlich nicht unbedingt Trump, noch weniger aber wollen sie eine typische Vertreterin des Polit-Lügenpacks in Washington. Man hörte viele Gutmenschen, darunter auch etliche Prominente, wie sie die Stimme für Clinton ergriffen. Das aber war wohl ein entscheidender Fehler. Denn diese Leute stammen auch vom verhassten Klüngel, leben mit ihresgleichen in ihrer eigenen Welt, und haben keine Ahnung, wo dem „Volk“ der Schuh drückt. Den Milliardär Trump aber nun als einen Mann des Volkes zu bezeichnen wäre mehr als vermessen. Der Unternehmer wusste aber, wie er die Ängste, Sorgen und Nöte des kleinen Mannes bewirtschaften kann. Er machte sich für sie zum Sprachrohr und Ventil.

Die stille Revolution
Man darf getrost behaupten, dass Trump von der schweigenden Masse gewählt wurde. Die Menschen haben ihre Chance gepackt und im Stillen eine Revolution durchgeführt. Donald Trump zerschlug zwar während dem Wahlkampf so ziemlich alles Geschirr, dass ihm in den Weg gestellt wurde. Er beleidigte und verschmähte alle möglichen Gruppierungen. Frauen, Ausländer, angehörige von anderen Religionen: Sie allen bekamen ihr Fett ab. Von aussen betrachtet ist so ein Mensch schlicht nicht wählbar, geschweige denn in der Lage Verantwortung zu übernehmen.
Dennoch: Bei all dem Lärm rund um sein Tun und Wirken hat er sich nie gegen den kleinen Mann und das Volk gestellt. Diese blieben verschont von seinen Tiraden. So wie ich das beobachtete, schützte er diesen Kern auf seiner anderthalb jährigen Wahlkampf-Tour. Mehr noch: Seinen Siegeszug baute er auf sie, die schweigende Mehrheit. Denen kam das nämlich gerade recht, dass einer die da oben mal so richtig aufs Korn nimmt. Sie mit Schimpf und Schande eindeckt. Endlich getraute sich einer, dass zu sagen, was vermutlich Millionen von US-Bürgern auch mal gerne tun würden: Dass Amerika nämlich langsam aber sicher vor die Hunde geht.

Wie geht es nun weiter?
Kann Trump all seine Versprechen einhalten? Wird er den Polit-Betrieb in Washington so richtig aufmischen? Niemand weiss das, vermutlich nicht mal Trump genau. Der Wahlkampf aber ist vorbei und der Pulverdampf am Verrauchen. Die ersten Worte nach der Wahl und das Treffen gestern mit Obama lassen darauf schliessen, dass der Mann auch versöhnliche Töne kennt. Und ja, er hat ein Programm. Obwohl er einiges davon während dem fast nicht mehr enden wollenden Wahlkampf so ziemlich auf den Kopf gestellt hat. Seine Kernanliegen wie die Grenz-Mauer zu Mexiko, weniger Engagement im Ausland, tiefere Steuern, mehr Jobs für Amerika, Investitionen in die eigenen Strukturen, das Hinterfragen von internationalen Handels-Abkommen und das Sich gut-Stellen mit Putin wiederholte Trump aber Mantra-mässig. Wenn das nicht der Ansatz eines Programmes ist, dann ist dem neuen US-Präsidenten nicht zu helfen.
Wie man aus der heutigen Presse erfuhr, sind bereits einige Namen wie Rudy Giuliani oder Newt Gingrich im Umlauf. Sie sollen dereinst wichtige Posten bekleiden.

Die Ungewissheit bleibt
Zugegeben, die Ungewissheit bleibt. Aber wie eingangs gefragt und weiter oben ganz kurz mit „Ich meine Nein“ beantwortet, kocht auch Donald Trump nur mit Wasser. Um einen Krieg anzuzetteln, eine Atombombe zu zünden und die ganze Welt ins Chaos zu stürzen, braucht es sehr viel Zerstörungswut und einen absolut krankhaften Geist. Beides sehe ich eigentlich nicht. Zudem ist die USA immer noch eine funktionierende Demokratie. Wichtige Entscheide muss auch der eben gewählte US-Präsident weiterhin durchs Zweikammer-Parlament mit Repräsentantenhaus und Senat bringen. Mehr noch: Sie haben einige Kontrollfunktionen gegenüber dem Präsidenten.
Trump behauptet stets, dass er sein Land liebt. Das kann er nun unter Beweis stellen. Der mächtigste Mann der Welt soll dem Volk und seinen Wählern aber auch beweisen, dass er es ernst gemeint hat. Wie weit Trump das Washingtoner Establishment vom hohen Ross zu holen vermag, wird sich zeigen. Er jedenfalls darf sich mit seinem zukünftigen Stab nicht noch weiter von der Basis entfernen, ganz im Gegenteil. Gelingt ihm eine Annäherung ans Volk, kommt vieles gut. Denn einige seiner Anliegen wie die Job-Beschaffung, weniger Engagement im Ausland oder Investitionen in die eigene Infrastruktur klingen nicht so verkehrt.
Das Prinzip Hoffnung hat sich in mir breit gemacht.

feldwaldwiesenblogger

Soll Donald Trump neuer Präsident der USA werden? – Xaver Schuler würde ja stimmen.

Nach den gegnerischen Voten von Ruth Aschilier (siehe Blogbeitrag vom 19. September), kommt heute die Pro-Stimme zum Zug: Xaver Schuler. Schuler war es auch, der mich dazu ermunterte, hinsichtlich der Präsidentschafts-Kandidatur von Trump auf meinem Blog aktiv zu werden.
Beim Verfassen der beiden Blogbeiträge habe ich einiges über Trumps Präsidentschaftskandidatur, aber auch über die USA im Allgemeinen erfahren.

In einem kurzen Steckbrief stellt sich Xaver Schuler auch gleich selber vor.

Kurzer Steckbrief von Xaver Schuler
Geburtsdatum: 23 Februar 1980
Wohnort: Seewen SZ
Beruf: Selbständiger Kleinunternehmer
Hobbys: Essen und Kochen, Lesen, Kino, Politik und Geschichte
Politischer Hintergrund: SVP-Kantonsrat und Gemeindepräsident von Schwyz; allgemein an Politik interessiert.
Meinung zur USA: Meine zweite Heimat – mit all ihren Fehlern. Trotzdem ein tolles Land.

Am 9. September führte ich das Interview mit Xaver Schuler. Nachfolgend die Niederschrift seiner Aussagen.

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Xaver Schuler würde für Trump stimmen
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Punkt 1: Soll Donald Trump wirklich US-Präsident werden?
Ja, unbedingt. Weil er für mich ein gutes Programm vorlegt. Dazu hat er zu wichtigen Fragen, welche die USA innenpolitisch wie aussenpolitisch betreffen, klare Aussagen gemacht, welche ich voll unterstütze. Dazu gehört auch der Rückzug der USA als Weltpolizist. Weiter, dass er eine klare Partnerschaft mit Russland finden, und das Ende der Konfrontationspolitik der jetzigen Regierung einleiten will. Was ich auch sehr unterstütze, und was Trump sicher weiter verfolgen will als die jetzige Regierung, ist die Bekämpfung des islamistischen Terrorismus.

Im Gegensatz zu Hillary Clinton macht Donald Trump klare Aussagen: „Die USA ist wohl das bestentwickelte Land. Trotzdem muss die Infrastruktur endlich auf Vordermann gebracht werden. Denn da haben wir Nachholbedarf.“
Clinton lässt verlauten: „Wir sind die Besten.“ Trump stellt hingegen fest, dass zu vieles im Argen liegt. Deshalb sagt er: „Make America great again“ – Wir machen Amerika wieder gross. Da Trump über Jahrzehnte in der Wirtschaft tätig war, wird er die Situation besser einschätzen können als Frau Clinton.

Punkt 2: Hat Präsidentschafts-Kandidat Donald Trump eigentlich ein politisches Programm?
Ja, hat er. Einerseits das Programm der Republikanischen Partei, welches Trump modifiziert hat. Andererseits: Weniger Engagement im Ausland, dadurch Refinanzierung der Infrastruktur im Inland und somit Arbeitsplatzbeschaffung. Aufgrund von weniger militärischen Auslandeinsätzen werden dafür Gelder frei, ohne Steuererhöhungen.
Nebst „America great again“ will er Amerika wieder sicherer machen („America save again“) und wieder zu mehr Arbeit verhelfen („America work again“).

Man wirft Trump zwar vor, das sei illusionistisch. Aber man kann die Reindustrialisierung nur schaffen, wenn man es so macht wie die EU das zum Teil handhabt: Mehr Zollgebühren auf fremdländische Produkte, um die eigenen Produkte wieder wettbewerbsfähiger zu machen. Er erteilt den Freihandelszonen wie beispielsweise TTIP (Transatlantisches Freihandelsabkommen) eine Absage. Trump lässt wissen, dass er nur solche Verträge unterschreiben würde, welche die einheimischen Produkte nicht derart gefährden.
Er sagt auch offen und ehrlich: „Ich kann nicht alles. Dafür habe ich entsprechende Leute.“

Punkt 3: Trump will eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen lassen. Meint er das ernst oder ist das bloss Wahlkampf?
Er wird eine Form von einer Mauer bauen, denn das ist eine Kernaussage in seinem Wahlkampf. Aber: Die Mauer besteht bereits zum Teil, etwa 1000 Meilen stehen nämlich schon. Unter der Ära Bush wurde bereits damit begonnen, einen Grenzzaun mit Kameraüberwachung zu errichten.
Trump erwähnte auch: „Eine Mauer besteht nicht nur aus einer physischen Mauer, sondern auch aus Überwachung und Regulierung.“ Er wird einerseits optisch eine Mauer errichten, das heisst, den Bau der bestehenden Anlagen vorantreiben. Andererseits wird das eine Grenzmauer mit Übergängen sein, wo man sie mit korrekten Papieren passieren kann. Kein eiserner Vorhang. Trump wird es den illegal Einreisenden so schwieriger machen. Ich bin überzeugt, dass er dafür Unterstützung bekommen wird.

Trump hat beim Besuch in Mexiko auch durchblicken lassen, dass er ihnen bei der Kontrolle der eigenen Grenze gerne unter die Arme greifen würde. Denn ein grosser Teil der Latinos kommen von Mittelamerika her und durchqueren Mexiko. Auf dieser Reise kommen viele ums Leben, Frauen und Mädchen werden vergewaltigt. Trump erklärte auch: „Mexiko sei ein Land, das seine Grenzen nicht kontrollieren kann und in welchem sich 14 Millionen Illegale aufhalten. Die meisten davon sind in einer Gang oder mit Drogenkriminalität beschäftigt.“ Trump will nicht, dass diese Drogenkriminalität in die USA getragen wird.

Punkt 4: Ist Trump bloss ein genialer Showman oder hat er wirklich das Zeug zum US-Präsidenten?
Er hat das Zeug dazu. Er ist sicher ein anderer Typ, als seine Vorgänger, welche vor allem aus der Politik kamen. Trump ist ein Unternehmer, ist lösungsorientiert und wenn er etwas nicht weiss, zieht er Fachleute zu Hilfe. Es gehört ein gewisses Quantum Show dazu, um die Leute begeistern zu können. Auch mit Reden, die halt wirklich zum Teil blumiger sind, als bei uns. Die Amerikaner hören das gerne. Sie sind zwar zum grössten Teil die Söhne und Töchter von Europa, haben aber eine ganz andere Entwicklung mitgemacht. Dabei ist eine andere Kultur entstanden, bei welcher auch Gott und der Glaube eine wichtige Rolle spielt. Was für uns kitschig klingt, bringt die Amerikaner zum Weinen. Das kann man bei uns nicht nachvollziehen, die Amis sind aber so.
Als ich Trump beim Republikanischen Kongress gesehen habe, musste ich eingestehen, dass er mich gewonnen und erreicht hat.

Punkt 5: Trumps Rhetorik ist oft ziemlich derb, manchmal spricht er wie ein Hassprediger. Wo ist die Grenze des Erträglichen?
Trump hat eine New Yorker Gossenschnauze – er ist ein typischer New Yorker, durch und durch. Seine Art ist hemdsärmlig. Er fühlt sich wohl in dieser riesigen Stadt mit den verschiedensten Menschengruppen. Wenn er ein Rassist wäre, würde er sich dort nicht wohl fühlen. In den USA herrschte zu lange eine Political Correctness-Glocke vor. Das durchbricht er, und kommt nun bei gewissen Menschen umso krasser an. Er sagt eigentlich nur, was er schlecht findet und nennt es beim Namen. Und er äussert sich dabei halt nicht so, wie es politisch korrekt wäre. Wenn er schwarze Gangs meint, meint er auch diese, und spricht nicht von sozial benachteiligten in Randregionen.

Punkt 6: Kann Trump jemals seine Wahlversprechen einlösen?
Ich bin überzeugt, dass er den Beginn der Lösung seiner Versprechen in die Wege leiten wird. Trump wird das aber nie abschliessen können, selbst wenn er acht Jahre US-Präsident sein sollte. Es gehört einfach zum Wahlkampf, dass er Versprechen abgibt.
Die Wirtschaft auf Vordermann bringen und die Infrastruktur wieder einen massiven Schritt vorwärts bringen, bräuchte in meinen Augen eine kontinuierliche Arbeit von mindestens zwei Jahrzehnten. Aber ich glaube, dass er die richtigen Impulse geben und gewisse Grundlagen schaffen wird, um Amerika wieder vorwärts zu bringen. Gewisse Abkommen wie beispielsweise der freie Handel mit China wird er neu überdenken und grössere Zölle draufschlagen lassen. Sonst verlieren die Amerikaner die Kernindustrie.
Mexiko wird die Mauer nie bezahlen. Den meisten Anhängern von Trump ist das klar, sie wollen es trotzdem bei seinen Wahlveranstaltungen mal rausgeschrien haben.

Auch der Rückzug aus der internationalen Politik wird sich schwieriger gestalten. Denn Amerika ist weltweit mit vielen Stützpunkten und Abkommen präsent. Es könnte der Beginn eines langsamen Rückzuges sein. Ein zu schneller Rückzug, Beispiel Irak anno 2010, führt vor Ort zu einem gefährlichen Vakuum. Daraus haben die Amerikaner sicher ihre Lehren gezogen. Dabei wird Trump einige Abstriche machen müssen.

Punkt 7: Hat Trump bloss das ehrgeizige Ziel „US-Präsident“ vor Augen? Verliert er nach seiner Wahl schon bald das Interesse und tritt nach kurzer Zeit zurück?
Nein. Ich glaube schon, dass er mit seiner Präsidentschaft das Ziel „Make America great again“ vor Augen hat. Das ist ihm eine Herzensangelegenheit und das ist auch sein grosses Erbe, welches er hinterlassen möchte. Denn: Jeder amerikanische Präsident hat die Absicht, in die Geschichte einzugehen.
Ich glaube ihm, dass er Amerika unabhängiger von äusseren Konflikten machen, und das Land wieder ein Stück weit nach vorne bringen will. Ich glaube es deshalb, weil Trump x-facher Milliardär ist. Er müsste sich das nicht antun, denn er ist in den USA schon berühmt. Man kennt ihn nur schon von seiner TV-Zeit her. Ich glaube, er ist diesbezüglich wie Arnold Schwarzenegger und will seinem Land etwas zurückgeben.

Trump wird sicher nicht von der Präsidentschaft davonlaufen und zieht es für mindestens vier Jahre durch. Ein amerikanischer Präsident kann Rahmenbedingungen schaffen, wenn er wirklich arbeiten will.
Ich bin auch überzeugt, wenn es seine Gesundheit zulässt, würde er für eine Wiederwahl kandidieren. Natürlich, er ist ein Mann in einem gewissen Alter. Aber das waren schon andere US-Präsidenten, wie beispielweise Ronald Reagan.

Punkt 8: Muss sich die Welt vor einem Donald Trump als US-Präsidenten fürchten?
Nein, die Welt nicht. Aber die Terroristen! Ich bin überzeugt, dass er die Terroristen härter anfassen wird als Obama. Aber die Welt muss keine Angst haben. Wenn Trump umsetzt was er sagt, bedeutet dies, dass er mit Russland einen Deal abschliessen wird, welcher den schwelenden Konflikt in der Region beenden würde. Wir können Russland nicht „verwesteuropäisieren“. Ich wünsche mir aber ein wohlgesinntes Russland gegenüber Europa und dem Westen. Das wird China auch weniger dazu verleiten ein Bündnis mit Russland zu suchen.
Ich bin schon lange dafür, dass es eine Achse Washington-Moskau-Peking geben würde. Die in der Lage ist, auf dem ganzen eurasischen Kontinent bis hinunter zu Afrika den Extremismus und Fanatismus zum Wohl der gesamten Weltbevölkerung in Schach zu halten.
Vor so einem Menschen, der ein Deal mit Russland abschliessen will, muss die Welt sicher nicht Angst haben. Wir könnten höchstens ab und zu über einen „Spruch“ von ihm schmunzeln.

Auch ein Trump kann nicht den berühmten roten Knopf drücken, und einfach so eine Atombombe zünden. Das braucht dazu schon den Generalstab, welcher die Bedrohungslage erst genau abschätzen muss. Der US-Präsident kann auch keinem Land den Krieg erklären, das kann nur der Kongress.

Punkt 9: Trump hat wegen seiner Anti-Einwanderungsrhetorik viele Fans bei den Populisten Europas.
Ja, das mag schon sein. Dies ist auf ein grundlegendes Problem der europäischen Asylproblematik zurückzuführen: Ein grosser Teil der nach Europa strömenden Menschen ist aus anderen Kulturkreisen. Sie bringen Armut im Rucksack mit, einige davon tauchen in die Illegalität ab. Man muss aber dazu sagen, dass in gewissen Regionen der USA die Armut bei der eigenen schwarzen Bevölkerung schon immer vorhanden war. Da war sicher die Politik bis in die 1950iger Jahre daran schuld. Unter Eisenhower, Kennedy und Johnson wurden Gesetze geschaffen, dass alle wählen und politisch Einfluss nehmen konnten. In sehr vielen Regionen und Städten stellen die Schwarzen seither viele Bürgermeister und überproportional viele Richter. Denn Martin Luther King sagte einst zu ihnen: „Geht studieren und lernt das Recht.“ Sie konnten jetzt sogar den Präsidenten stellen. Das muss auch ein Zeichen sein, dass die Schwarzen langsam von der Opfer-Rolle Abschied nehmen.
Aber: In dem grossen Land gibt es sicher Flecken, wo die Gleichstellung noch nicht funktioniert. Das will ich auch nicht bestreiten.

Eine gewisse Zustimmung für Trump ist auch deswegen in Europa vorhanden, weil dieser sagt, dass sie gegen illegale Einwanderung vorgehen müssen. Wenn Trump Präsident werden sollte, wird er sicher nicht, wie es teilweise unter Obama geschieht, jene europäischen Nationen rüffeln, die das auch machen möchten. Er hat sicher die meisten einwanderungs-skeptischen Gruppierungen auf seiner Seite.

Trump ist kein Populist, ich behaupte eher, dass Trump ein Volkstribun ist. Nach altrömischem Gebrauch, wie einer aus dem Geschlecht der Julier.
Ich habe auch das Gefühl, dass in Europa viel in seine Aussagen hinein interpretiert wird. Aber: Er wird die Migrationspolitik in den USA verändern. Viele meinen, dass er als Präsident ein extrem „Böser“ sein wird: Trump wird einfach „Law and Order“ durchsetzen. Und wenn schon Einwanderung, fordert er von diesen Menschen: „Wenn du zu uns kommen willst, musst du legal ins Land kommen. Weiter musst du etwas mitbringen und dafür tun, dann bist du Willkommen. Sonst musst du wieder gehen.“

Punkt 10: Verweigern viele Republikaner aus Frust ihre Stimme für Trump und verhelfen so Hillary Clinton zum Sieg?
Ein gewisser Teil des amerikanischen Establishments wird ihm die Stimme verweigern. Auch diejenigen, die frustriert sind, wie zum Beispiel Ted Cruz. Dieser hat beim Anlass der Republikaner sein Todesurteil gesprochen. Viele Republikaner sagen sich, dass sie deswegen Cruz auch nicht wählen. Auch vom alten Partei-Establishment wird es solche geben, denen der Kurs von Trump nicht gefällt.
Sollte es am Ende knapp werden, könnten Trump vielleicht diese abtrünnigen Stimmen fehlen, welche gegen ihn gekämpft haben. Wenn er aus diesem Grund nicht Präsident werden sollte, könnte das dazu führen, dass bei den Kongress- und Senats-Wahlen in den republikanischen Gebieten, welche Trump unterstützen, diese ihre Stimme dem republikanischen Kandidaten verweigern. Weiter könnte das vielleicht sogar zu einem Mehrheitswechsel im Senat oder im Repräsentantenhaus führen. Dann haben die Republikaner sicher ein Problem. Nur: Es wurde nach dem Sieg von Obama 2008 auch gesagt, dass die Republikaner am Boden seien. Zwei Jahre später verlor Obama im Kongress bereits wieder die demokratische Mehrheit.

Auf der anderen Seite muss man sagen, dass Trump Bevölkerungsgruppen an die Urne brachte, die Mitt Romney ihre Stimme nicht gaben.
85 Prozent aller Wähler werden entweder demokratisch oder republikanisch wählen. Beide Präsidentschaftskandidaten werden vermutlich um 43 bis 44 Prozent der Stimmen machen. Ich glaube daher nicht, dass dies das Ende der zwei grossen Parteien sein wird.

Zum Schluss unseres Gesprächs meinte Xaver Schuler: „Die Hälfte aus Trumps Team besteht aus Schwarzen, unter anderem sind dies Ärzte oder Sheriffs. Die würden Trump nicht unterstützen, wenn sie nicht überzeugt von ihm wären.“

Wie schon bei den Contra-Aussagen von Ruth Aschilier, finde ich auch bei den Voten von Schuler interessante und überlegenswerte Aussagen. Auch diese werde ich hier nicht kommentieren oder werten.

Ich spreche Xaver Schuler einen zweifachen Dank aus: Einerseits für seinen Input, etwas über den Präsidentschaftskandidaten Trump zu schreiben. Andererseits für das interessante Gespräch.

feldwaldwiesenblogger

Soll Donald Trump neuer Präsident der USA werden? – Ruth Aschilier ist entschieden dagegen.

Wie kürzlich in einem Blogbeitrag angesprochen, können wir Schweizer bei den Präsidentschaftswahlen in den USA nicht mittun. Es sei denn, wir sind Doppelbürger. Trotzdem interessiert uns hierzulande diese richtungsweisende Wahl auch. Da ich kürzlich angefragt wurde, ob ich nicht darüber schreiben möchte, begann ich mich noch mehr dafür zu interessieren.
Auf einen Input hin stelle ich eine einfache Frage: „Soll Donald Trump neuer Präsident der USA werden?“. Da ich kein grosser Kenner der USA bin, befragte ich dazu einen Befürworter und fand letzte Woche eine Gegnerin. Beide kennen die Vereinigten Staaten ausgezeichnet, waren schon mehrmals dort oder lebten sogar einige Zeit in den USA.
Beide konfrontierte ich mit zehn Diskussionspunkten.

Heute starte ich mit der Gegnerin: Ruth Aschilier. In einem kurzen Steckbrief stellt sie sich gleich selber vor.

Steckbrief von Ruth Aschilier
Geburtsdatum: 15. Juli 1954
Wohnort: Kloten; von 1995 bis 1996 Bradenton (Florida/USA), danach lebte ich bis 2001 zur Hälfte hier und zur Hälfte in den USA. Meine Tochter und meine drei Enkel leben seit 1995 in Tampa (Florida).
Beruf: Dipl. Coach and Consultant, Produktionsleiterin
Hobbys: Lesen, Reisen, Tanzen, Fotografieren, Leben…
Politischer Hintergrund: Mein Grossvater Fritz Widrig war Schul- und Kantonsrat im Kanton St. Gallen; ich selbst bin parteilos.
Meinung zur USA: Es ist nicht alles Gold was glänzt, weder hier noch drüben. Ein Land das unterschiedlicher nicht sein könnte. Meine Lieblingsstadt ist „The Big Apple“ New York. Sie ist genauso kein Massstab für die USA wie Zürich für die Schweiz. Hierzulande werden mehr Ferien und Rechte für die Arbeitnehmer gefordert. Wenigstens gibt es seit „ObamaCare“ eine Krankenkasse für alle, und nicht nur für solche die einen Job haben. Die Armut wird genauso versteckt wie hier. Das Schulsystem samt der angebotenen Ernährung ist eine absolute Katastrophe.

Ruth Aschilier liess mir ihre Sichtweise zu Trump schriftlich zukommen. Dafür bedanke ich mich bei ihr.

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Ruth Aschilier, die entschieden gegen Trump als neuen US-Präsidenten ist
Bildquelle: Ruth Aschilier

Punkt 1: Soll Donald Trump wirklich US-Präsident werden?
Nie und nimmer. Sonst gute Nacht! God bless America and the rest of the world.

Punkt 2: Hat Präsidentschafts-Kandidat Donald Trump eigentlich ein politisches Programm?
Er hatte noch nie ein politisches Amt inne. Wie soll er da ein politisches Programm haben? Mehr als Firma um Firma an die Wand fahren, dabei genüsslich Milliardär werden und Ehefrauen wechseln wie Unterwäsche: Zählt das als Vorgabe für ein Programm?

Wenn jedoch Narzissmus, Sexismus, Rassismus, Hass, Diktatoren-Gewäsch und mit Lügen gespickte Showauftritte als solches gelten, dann hat er ein perfektes Programm. Die Verblendeten hängen an seinem Geifer.

Eines ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Sollte ihm und seinesgleichen das geistig sehr stark unterbelichtete Gehabe zum programmlosen Sieg verhelfen, wird endlich die Aussage dass „80 Prozent der Amerikaner dümmer als ihre Füsse sind“ in den Geschichtsbüchern seinen ehrenvollen Platz gleich neben seinem Bildnis finden. Und er kann nach seinem Ableben auf ewig Halleluja singen und triumphieren.

Punkt 3: Trump will eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen lassen. Meint er das ernst oder ist das bloss Wahlkampf?
Seine Grundhaltung ist dermassen erbärmlich und menschenverachtend, dass ich ihm das durchaus zutraue. Da gibt es ja genügend Vorbilder und Befürworter, auch hierzulande, welche ihm bei diesem Meisterwerk liebend gerne zu Hand gehen würden.

Punkt 4: Ist Trump bloss ein genialer Showman oder hat er wirklich das Zeug zum US-Präsidenten?
Das ist eine Witzfrage, oder? Klar! Wenn das Weisse Haus zur Showbühne für selbstdarstellende Künste erklärt wird, dann gibt es keinen besseren Hauptdarsteller als Mister Trump und seine Angetraute. Ich hoffe für uns alle, dass wir die One-Man-Show nicht lange ertragen müssen, und das Stück wegen anbiedernder Langweiligkeit abgesetzt werden muss.

Punkt 5: Trumps Rhetorik ist oft ziemlich derb, manchmal spricht er wie ein Hassprediger. Wo ist die Grenze des Erträglichen?
Er ist ein Hassprediger!!! Schimpft auf alles und jeden! Setzt sich als Prophet in Szene und lebt genau das Gegenteil von dem was er von sich gibt. Und seine Anhänger lassen sich blenden von seinen Showauftritten. Ich kann da nur sagen: Umso grösser die Masse, umso mehr sinkt der Verstand. Die geistig unterbelichtete Masse jubelt ihm selbst dann zu, wenn er behinderte Menschen erniedrigt. Die Blutlinie zu Hitler ist unverkennbar. Unerträglich!!! Ekelerregend!!! Genauso zettelt man Kriege an!
Wenigstens dafür gebührt ihm ein Dank!

Punkt 6: Kann Trump jemals seine Wahlversprechen einlösen?
Welches Versprechen? Wenn ein Bürgerkrieg innerhalb der USA gemeint ist, ist die Lunte gezündet!

Punkt 7: Hat Trump bloss das ehrgeizige Ziel „US-Präsident“ vor Augen? Verliert er nach seiner Wahl schon bald das Interesse und tritt nach kurzer Zeit zurück?
Er will noch viel mehr! Der Welt zeigen, wer der alleinige Machthaber auf Gottes Erden ist. Er wird sich im Oval-Office wie eine Herde wildgewordener Elefanten aufführen. Er wird keine Wildtier-Dompteure auch nur in seine Nähe lassen. Ausser vielleicht seinen „Herr Grosskotz“ Sohn, der sich als Grosswildjäger in Afrika schon mit Trophäen von geschützten Wildtieren ablichten liess. Sind Profilierungsneurosen eigentlich erblich?
Mister Trump wird alles zerstören was Obama geschaffen hat. Vorher wird er keine Ruhe geben. Selbstverliebte, selbstherrliche Narzissten finden immer Seinesgleichen und deren Unterstützung.
Aufgeben? Mister Trump? Niemals! Das würde ich doch eher mit „Beautiful dream thinking“ kommentieren.

Punkt 8: Muss sich die Welt vor einem Donald Trump als US-Präsidenten fürchten?
Oh ja. Und wie! Bitte ganz warm anziehen und das Waffenarsenal aufstocken. Der Mann steht in derselben Reihe wie Hitler. Die heutigen Diktatoren wie Robert Mugabe, Kim Jong-un oder Baschar al-Assad werden bald um Bronze, Silber und Gold fürchten müssen. Denn mit dem Ehrenplatz wird Mister Trump sich nie zufrieden geben.

Punkt 9: Trump hat wegen seiner Anti-Einwanderungsrhetorik viele Fans bei den Populisten Europas.
Da sage ich nur eines: Sauhäfeli – Saudeckeli… !!!

Punkt 10: Verweigern viele Republikaner aus Frust ihre Stimme für Trump und verhelfen so Hillary Clinton zum Sieg?
Das könnte durchaus eine „Trotz-Verhinderungswahl“ werden, wie von Österreich wunderschön vorgemacht.

Was jedoch die meisten Amerikaner nicht wissen ist, dass die Republikaner ein Computerprogramm anwenden, mit dem sie alle Wahlberechtigten aller US-Bundesstaaten miteinander vergleichen. Übrigens: Man muss vorher Stunden anstehen. Denn eine Einwohnerkontrolle, die Stimmrechtsausweise nach Hause schickt, gibt es nicht. Erscheinen auf dieser ominösen Auswertungsliste Namen mehrmals, werden diese mit der Behauptung gestrichen, sie hätten sich mehrmals, gar in verschiedenen Bundesstaaten eingeschrieben. Dass dies vorwiegend Demokraten sind, versteht sich in republikanischer Manier von selbst.

Schweizer-Vergleich: Zurzeit sind auf local.ch 1128 Einträge mit „Peter Müller“ zu finden. Dies würde bedeuten, dass 1127 Stimmen gestrichen würden. Ganz ähnlich geschehen bei Georg W. Bush. Das Wahl-Ergebnis vom 7. November 2000 ist bis heute umstritten und der angezettelte Krieg von Mister Bush nach Nine Eleven bis heute spürbar. Davon wollen natürlich seine Fremdenhass-Verbündeten im Rest der Welt nichts wissen…

Wie man aus den Antworten von Ruth Aschilier unschwer erkennen kann, ist sie entschieden dagegen, dass Donald Trump neuer US-Präsident wird. Dazu hat sie mir noch eine interessante Anmerkung beigefügt: „Über acht Millionen US-Bürger Leben außerhalb der USA – genug, um ein erdrutschartiges Wahlergebnis zu erzielen. Die meisten sind über Trump genauso entsetzt wie wir, doch nur 12 Prozent von ihnen gehen wählen!“

In nächster Zeit folgt der Beitrag mit den Pro-Aussagen. Ich verzichte bewusst auf eine Wertung oder einen Kommentar zu den Statements der beiden Personen. Vielmehr finde ich sie eine Bereicherung für uns Schweizer, und in gewisser Weise können sie auch zur Meinungsbildung beitragen.

feldwaldwiesenblogger

Der Umsetzungsvorschlag zur Masseneinwanderungsinitiative ist ein Witz

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Bildquelle: frutiglaender.ch

Was soll man bloss davon halten? Die Nationalrätliche Kommission unter Federführung von FDP-Mann Kurt Fluri hat einen Umsetzungsvorschlag zur Masseneinwanderungs-Initiative auf den Tisch gelegt.

Dieser Vorschlag ist ein Witz, und für die Befürworter der MEI ein Schlag ins Gesicht. Man darf getrost behaupten, dass damit der Volkswille regelrecht ausgehebelt wird.

Für die Gegner der Vorlage ist es ein Kompromiss, den sie aber wohl kaum glücklich machen wird. Zu viel Larifari und Wischiwaschi. Und warum? Die nackte Angst vor Jean-Claude Juncker und seiner EU. Die könnten ja womöglich gleich alle bilateralen Verträge aufkündigen.

Ich verstehe die Mutlosigkeit dieser Politiker nicht. Statt sich des Volkswillens anzunehmen und diesen umzusetzen, wurde die letzten zweieinhalb Jahre rumgeeiert. Und zwar ziemlich gehörig.

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Kurt Fluri, mit einem Versuch, die MEI zu versenken
Bildquelle: srf.ch

Die SVP und die Initiativ-Befürworter wären kompromissbereit gewesen zu Vorschlägen, welche ursprünglich vorlagen. Aber Nein: Der Stadtpräsident von Solothurn, sonst eher ein biederer Politiker, versenkte die ganze Sache fast im Alleingang.

Zurück bleibt jetzt ein Scherbenhaufen, den so wohl niemand will. Zum Glück kommt die Geschichte in der laufenden Herbstsession vor den Nationalrat. Ich bin überzeugt, dass „Fluris-Blödsinn-Kompromiss“ dort ziemlich zersaust wird. Ich hoffe es zumindest.
Notfalls wird vermutlich das Referendum ergriffen, und dieses dürfte diese undemokratische Angelegenheit ein für alle Male aus der Welt schaffen.

Man kann einfach nur hoffen, dass sich nun andere Politiker, von welcher Partei auch immer, der Umsetzung der MEI annehmen. Das Kompromisse eingegangen werden müssen, ist auch mir klar. Aber nicht so, Herr Fluri! Damit hat er und seine Mitstreiter mindestens 50 Prozent der Schweizer vor den Kopf gestossen.

Ich hoffe trotzdem weiterhin auf eine einvernehmliche Lösung. Denn dass die masslose Masseneinwanderung gestoppt werden muss, ist wohl für jeden vernünftigen Bürger klar.

feldwaldwiesenblogger

Soll Donald Trump neuer Präsident der USA werden?

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Donald Trump, Präsidentschaftskandidat der Republikaner
Bildquelle: plus.google.com

Wir Schweizer können den neuen US-Präsidenten zwar nicht wählen, es sei denn, man ist Doppelbürger. Trotzdem interessiert auch hierzulande die Präsidentenwahl ennet dem grossen Teich.
Seit die Präsidentschaftskandidaten der Demokraten (Hillary Clinton) und der Republikaner (Donald Trump) auserkoren wurden, vergeht kein Tag, ohne dass auch in den hiesigen Medien darüber berichtet wird.

Ich wurde kürzlich angefragt, ob ich nicht auch etwas darüber schreiben möchte. Nach kurzer und reiflicher Überlegung entschied ich mich dazu, auch etwas zu dieser Wahl respektive Meinungsbildung beizutragen.

Mein Vorgehen sieht so aus, dass zwei Schweizer oder Schweizerinnen zu zehn von mir vorbereiteten Punkten Stellung beziehen können, ob Trump Präsident werden soll oder nicht.
Bedingung für die Teilnahme ist, dass er oder sie ein USA-Kenner ist und schon einige Male die Staaten bereist hat.

Einen Trump-Befürworter habe ich bereits gefunden. Jetzt fehlt mir noch jemand, der Trump nicht wählen würde.

Interessierte können sich gerne via Email-Adresse (koni.schelbert@bluewin.ch) bei mir melden.
Ich werde den oder die in meinen Augen geeigneteste Person dann auswählen.

Im Verlaufe des Herbstes werde ich auf dem feldwaldwiesenblog in zwei Beiträgen die Pro- und die Kontra-Voten zu Trumps-Wahl aufschalten.

feldwaldwiesenblogger

Unser Bundesrat war auch schon lustiger

Ab und zu werde ich darauf hingewiesen, dass ich doch in meinem Blog (fast) nicht nur noch über den Schwingsport berichten soll. Solche Anregungen nehme ich natürlich zur Kenntnis, und ich muss den Bedenkenträgern ein Stück weit Recht geben. Deshalb habe ich vor einiger Zeit auf Facebook ja zwei Seiten eröffnet: Den „Schwinger-Blog“ und den „Musik-Blog“. Dort poste ich ab und zu bis regelmässig thematisch separate Beiträge, verlinke aber auch feldwaldwiesenblog-Beiträge zum Schwingen oder der Musik.

Der feldwaldwiesenblog soll auch Platz für andere Themen haben. Ich denke, einige würden es gerne sehen, wenn ich wieder mal Jogging-Gedanken veröffentlichen würde. Oder zwischendurch gewisse Dinge mit spitzer Zunge kommentieren oder durch den feldwaldwiesenblog-Humor ziehen würde.

Ich kann alle beruhigen: Schwing- und Musik-Beiträge werden weiterhin veröffentlicht. Zudem aber auch wieder vermehrt „Jogging-Gedanken“, denn ich bin wieder am Trainieren („Kampf dem Winterspeck“). Weiter auch Spitzzüngiges und Humorvolles.
Heute folgt just grad ein Beitrag zum Thema Humor.

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Der irre Donald Trump
Bildquelle: inthesetimes.com

Scheisse nein, über diesen amerikanischen Frisur-Affen werde ich heute nicht berichten. Das ist im Fall nicht mehr komisch, mit diesem Trump. Da wird einem nach den letzten Vorwahl-Ergebnissen angst und bange. USA, wohin steuerst du? Zum Abgrund oder gar darüber hinaus?

Nein, nein, wir bleiben in heimischen Gefilden. Unser Schweizer-Biotop bietet schon genug Humorvolles. Oder etwa nicht?


Quelle: YouTube

Darf oder muss ein Bundespräsident bei seiner Rede zum „Tag der Kranken“ nicht ein freundlicheres Gesicht machen und ab und zu lächeln? Wie Ernst BR Schneider-Ammann in die Kamera guckt. Da wird man ja gleich selber krank…

Die Franzosen und die Amis hingegen fanden es in verschiedenen Talk-Shows zum Schiessen komisch. Ich aber finde: Unser Bundesrat war auch schon lustiger. Deshalb hier ein erstes Beispiel, wie ein eidgenössischer Magistrat auch sein bestes Lachen auspackte.


Quelle: YouTube

Unvergessen ist der Lachanfall anno 2010 von BR Hansrudolf Merz! Das Wort „Bündnerfleisch“ hatte es in sich, und wollte ihm nicht „beschwerdefrei“ über die Lippen. Ach, wie war doch da die Welt noch in Ordnung. Im Vergleich dazu gibt beim obigen Filmchen der Johann ein Bild ab, als hielte er eine Grabesrede. Dem Mann war beim Ablesen vom Teleprompter alles andere als zum Lachen zu Mute. Was da vorher wohl geschehen sein mag?


Quelle: YouTube

Selbst die immer noch aktive Bundesrätin Doris Leuthard konnte ebenfalls 2010 bei einer parlamentarischen Anfrage ob „Gymkhana, Ponys und Kleinpferden“ herzhaft lachen.
Ist in der Zwischenzeit so viel vorgefallen, dass ein Bundesrat bei einer Rede so traurig drein guckt, als ob er jeden Moment in Tränen ausbrechen würde?

Jein. Die Welt ist heutzutage weder schlechter noch besser. Trotzdem hat man manchmal das Gefühl, die weltpolitische Lage sei um einiges ernster als noch vor sechs Jahren. Stichworte wie „Europäische Flüchtlingspolitik“, „Syrien-Krieg“ und „Trumpo-Manie in den USA“ bringen einen manchmal schon ins Grübeln. In diesem Zusammenhang ist die todernste Rede von Schneider-Ammann schon ein wenig begreiflich. Oder war er einfach nur schlecht beraten und sein Französisch ist hundsmiserabel?

In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Mittwoch. Und vergesst den Humor und das Lachen nicht. Beides ist wichtig für unser Wohlbefinden und darf getrost als Lebenselixier bezeichnet werden.

feldwaldwiesenblogger

Wie weiter in der Syrien-, Flüchtlings- und Terror-Problematik?

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Bildquelle: welt.de

Am 30. August 2013 verfasste ich diesen Blogbeitrag: Gedanken zum Krieg und Elend in Syrien. Dabei schilderte ich meine Gedanken zum Syrien-Krieg und brachte sie in meinen Blog. Heute, fast zweieinhalb Jahre später, ist viel geschehen. Einerseits überraschen mich die Klickzahlen, die dieser Beitrag ausgelöst hat. Nämlich viele, ein positiver Punkt. Das ist dann aber schon das einzig Positive daran. Der Rest ist eine Ansammlung von negativen Geschichten, angefangen vom brutalen Krieg bis zu den jüngst verübten Terroranschlägen in Paris.

Wie weiter? Wenn das jemand wüsste oder allenfalls ein Rezept hätte, dieser jemand bekäme auf der Stelle den Friedensnobelpreis. Die Negativ-Spirale hat sich so derart in die falsche Richtung bewegt, dass man das Gefühl hat, es gäbe (fast) keinen Ausweg mehr.

Unsereins liest Zeitung, schaut fern und versucht sich so gut wie möglich zu informieren. Da mischen aber mittlerweile so viele Parteien mit, dass man den Überblick verloren hat. Kommt hinzu, dass die ganze Krise nun nach Europa gekommen ist. Die Flüchtlingsströme überfluten die EU und zunehmend die Schweiz. Einhergehend hat der Terror Einzug gehalten. Paris ist schon wieder ge- und betroffen. Zunehmend nimmt dort die Furcht und Angst vor weiteren Anschlägen Besitz von der Bevölkerung. Belgien, respektive Brüssel, hat seit Tagen die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.

Was lief da alles falsch? Sind die Antworten in den Zeitungen und Magazinen immer so einfach? Ist es die grosse Zahl an Ausländern, die nicht mehr integrierbar sind? Die mehr und mehr ihrem Schicksal in den Banlieue und Vorstädten überlassen werden, sich radikalisieren und nun zuschlagen?

Wie sieht es in Deutschland aus? Muss sich Angela Merkel noch wärmer anziehen wegen ihren September-Tagen der offenen Türen in Deutschland? Wird sie, wie die WELTWOCHE vermutet, noch vor den Festtagen abgelöst? Ist der Graben in der grossen Koalition und in ihrem eigenen Lager inzwischen so gross, dass sich in unserem nördlichen Nachbarn nicht mehr überwindbare Probleme zu einer Regierungskrise auswachsen?

Und die Schweiz? Wie steht die da? Sollen Soldaten den hoffnungslos überforderten Grenzwächtern zu Hilfe eilen um unsere Grenzen noch besser zu schützen? Können wir noch mehr Flüchtlinge aufnehmen? Oder holen wir uns auch die „französischen“ Probleme ins Land? Hat die SVP auf dies alles geeignete Antworten? Oder kümmert sie sich nach dem überwältigenden Wahlsieg im Nationalrat nur noch um die bevorstehende Bundesratswahl? Die, gelinde gesagt, im Vorfeld als abgekartete Sache wahrgenommen wird.

Fragen über Fragen. Eines ist jedoch klar: Der brutale Krieg in Syrien, der einfach keine Ende zu nehmen scheint, wird von Tag zu Tag hoffnungsloser. Kein Wunder, verlassen die noch verbliebenen Einwohner auf schnellstem Weg das Land. Viel besser wird es für diese Menschen dann meist auch nicht. Irgendwo in einem Flüchtlingscamp in der Türkei gestrandet, versuchen diese der Tristesse zu entfliehen.

Die Türken respektive deren Präsidenten-Diktator Recep Tayyip Erdoğan hat die EU in der Hand. Wenn diese seine Politik, beispielsweise die brutale Unterdrückung der Kurden, nicht schlucken, öffnet er die Grenzen. Was dann passiert, haben wir spätestens seit dem Frühherbst zur Genüge im TV gesehen. Nicht mehr endende Flüchtlingstrecks, die via die Balkanroute vor allem nach Deutschland wollen.

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Bildquelle: stefan-niggemeier.de

Wie wir aber nun wissen, gelangten bei diesen Flüchtlingsströmen mit grösster Wahrscheinlichkeit auch radikale IS-Terroristen nach Frankreich. Man will sich gar nicht ausmalen, was da noch alles auf uns zukommen wird. Die jüngsten Beispiele, die Absage des Länderspieles Deutschland – Holland und die Terror-Angst in Belgien sowie weiten Teilen der Welt, belegen, dass eine unmittelbare Terrorgefahr latent vorhanden ist. Ob sich diese Gefahr noch stärker manifestieren wird, bleibt abzuwarten.

Deshalb sei nochmals die Frage erlaubt: Wie weiter? Ich meine, Weltwoche-Chef Roger Köppel hat Woche für Woche einen Plan oder eine Vision, wie man was – wo umsetzen soll. Woher hat der Neo-SVP-Nationalrat diesen Durchblick? Meines Erachtens ist die ganze Problematik so dermassen vertrackt, dass nur punktuell und Schritt für Schritt Krisenherde gelöscht werden können. Ich erwähne bewusst das Wort „Krisenherde“ in der Mehrzahl. Denn es sind viele!

Aber Köppel hat auf alles eine Antwort. Ich nicht. Viele Fragen brennen mir auf der Zunge und beschäftigen mich. Zugegeben, ich denke nicht immer daran und zerstreue mich auch mit meinen beiden Schwerpunkten „Schwingen“ und „Musik“. Dabei kann ich abschalten und auf andere Gedanken kommen. Trotzdem: Dieser Beitrag lag mir auf der Zunge, respektive in den Fingerspitzen. Gerade auch wegen der Aktualität und aber auch wegen den Klickzahlen. Scheinbar hat der Beitrag anno 2013 bewegt. Ich las ihn kürzlich wieder einmal aufmerksam durch. Irgendwie ist er immer noch aktuell. Klar, viele Dinge haben sich getan. Aber die Wurzel vielen menschlichen Leides dieser Tage liegt im Syrien-Krieg.

Assad, Putin und Obama
Bildquelle: welt.de

Was mich dabei auch erstaunt, ist die Politikergilde. Es wird viel geredet. Nägel mit Köpfen werden nur selten gemacht. Einer, der Nägel mit Köpfen machte, war der russische Präsident Putin. Er lässt sein Militär, aus welchen dunklen Motiven auch immer, in diesem Krieg mitmischen. Die Konsequenzen bekam Putin mit dem Anschlag auf ein russisches Passagierflugzeug schon zu spüren.

Frankreichs Präsident Hollande lässt nach den Anschlägen vor anderthalb Wochen noch heftigere Bombardements auf IS-Hochburgen fliegen. Irgendwie hat auch Monsieur Président Nägel mit Köpfen gemacht. Derweil sich die IS nicht beirren lässt und nicht nur im Niemandsland von Syrien und Irak sich einnistete, sondern auch in Europa. Und scheinbar auch noch an vielen anderen Orten.

Dieses Übel wird uns noch länger beschäftigen. Es wird uns, ohne ein grosser Prophet sein zu müssen, noch länger begleiten. Unser westliches Leben wird vermutlich ein Stück weit weniger frei sein.
Aber: Wie und wann diese im Titel erwähnten drei Problematiken einigermassen entschärft sein werden, weiss zurzeit niemand. Die Mächtigen werkeln wohl einfach weiter an der Weltordnung rum.
Und: Irgendwie geht es trotzdem weiter. Es fragt sich einfach, wie?

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Wahlkampf im Kanton Schwyz – Kandidaten-Check: Ständerats-Kandidat Thomas Büeler (JUSO)

Meinem heutigen Kandidaten-Check unterzieht sich Thomas Büeler von der JUSO. Büeler bewirbt sich wie sein Kollege Elias Studer nicht nur für den Ständerat. Beide sind auch auf der Jungsozialisten-Liste für den Nationalrat.
Einleitend zu seinen Antworten schrieb der Jungpolitiker: „Entschuldigen Sie die späte Einreichung der Antworten, der Universitätsbetrieb hat diese Woche wieder Fahrt aufgenommen. Ich danke für Ihr Verständnis.“ Selbstverständlich habe ich dafür Verständnis. Denn Beruf, oder in Thomas Büelers Fall das Studium, und die Kandidatur mit seinen Verpflichtungen unter einen Hut zu bringen, dürfte manchmal ein kleines Kunststück darstellen.

Deshalb habe ich auch Verständnis für die anderen angeschriebenen Kandidaten, wenn sie keine Zeit für meine Fragen finden. Der JUSO-Kandidat ist für den Moment der letzte Politiker, dessen Antworten in meinem Email-Postfach landeten. Wer weiss, vielleicht findet der eine oder andere Politiker demnächst ein paar freie Minuten, um uns Schwyzern auch seine Positionen zu erklären.

Thomas Büeler, 1993 geboren, wohnt in Lachen SZ. Im Sommer 2012 nahm er das Maturitätszeugnis der ksa mit Schwerpunkt Musik entgegen. Nach der Erfüllung der Dienstpflicht in der Militärmusik-RS begann der begeisterte Schlagzeuger im Herbst 2013 mit einem Studium in Geschichte und Germanistik an der Universität Zürich. Er befindet sich derzeit im fünften Semester.
Büeler ist seit 2013 Mitglied in der JUSO beziehungsweise SP, seit 2013 Mitglied im Vorstand der SP Lachen-Altendorf und seit 2015 Co-Präsident der SP Lachen-Altendorf sowie Vorstandsmitglied der JUSO Kanton Schwyz. Weiter ist der umtriebige Mann ein leidenschaftlicher Fussball-Fan und Mitglied in diversen Vereinen, Bands und Formationen.

thomas büeler
Bildquelle: thomasbueeler.ch

Warum soll das Schwyzer Volk Sie zum Ständerat wählen?
Ich bin ein vielseitiger Mensch, gut in Vereinen und in der Bevölkerung verankert und vertrete einen Teil der Mehrheit, die zurzeit mit der SVP- Doppelvertretung kein Gehör im Stöckli findet.

Mit welchen Wahlkampf-Themen machen Sie auf sich aufmerksam?
Ich kämpfe gegen die Steuerdumpingpolitik, den Rassismus gegenüber Flüchtlingen und die Verschlechterung von Arbeitsbedingungen infolge der Frankenstärke. Ich setze mich für eine gesunde progressive Steuerpolitik, Solidarität gegenüber Menschen in Not und günstige Wohnungen ein.

Wo orten Sie im Kanton Schwyz Probleme/Handlungsbedarf, wo Sie nach Ihrer Wahl sofort den Hebel ansetzen würden?
Klar bei den Finanzen. Die bürgerliche Mehrheit muss endlich erkennen (und hat teilweise schon erkannt!), dass wir den Hebel auf der Einnahmen- und nicht der Ausgabenseite ansetzen müssen. Beispiele sind die Abschaffung der Pauschalbesteuerung, die Abschaffung von Privilegien bei der Dividendensteuer oder die Einführung einer Erbschaftssteuer.

Ist die EU für den Kanton Schwyz eher Segen oder eher Fluch?
Ich denke, dass transnationale Zusammenarbeit das einzig mögliche Zukunftsszenario für ein friedliches Europa, in dem Probleme gemeinsam gelöst werden, darstellt. Egal, um welchen Kanton es nun geht.

Müssen wir Schwyzer uns wegen der aktuellen europäischen Flüchtlingssituation Sorgen machen?
Ich finde es schön, dass in ihrer Frage nicht schon das Wort «Flüchtlingswelle» oder «-krise» vorkommt, was eine Überforderung suggeriert. In den Schweizer Bundeszentren für Asylanten und Asylantinnen herrscht weder Asylchaos, noch Ferienstimmung, wie Doris Fiala kürzlich auf Facebook nach einem Besuch kundtat. Ich denke, die Schweiz geht richtig mit der Situation um, und sollte als Vorbild für unsere Nachbarn fungieren. Jedoch könnte noch mehr geschehen, zum Beispiel die direkte Aufnahme von einem Kontingent von Flüchtlingen aus Syrien als Sofortmassnahme. Auf jeden Fall dürfen nicht die rechtskonservativen Lager überhand gewinnen, welche die Grenzen dicht machen wollen. Was dann passieren würde, wissen wir wohl alle…

Thomas Büeler ist zwar erst 22-jährig. Trotzdem wagt er es, für den Ständerat und den Nationalrat zu kandidieren. Der junge Mann setzt sich vor allem für vier Schwerpunkte ein: Eine solidarische Flüchtlingspolitik, Schutz der Arbeitnehmenden, mehr Transparenz in der Politik und Schluss mit Sparpaketen.
Mein Dank geht an Thomas Büeler für seine interessanten Ausführungen. Ich wünsche ihm alles Gute für den weiteren Wahlkampf.

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