Cornel Suter – Alpinist, Fotograf und Filmer

Text: feldwaldwiesenblogger / Bilder: Cornel Suter

Der Muotathaler Cornel Suter hat sehr aufwändige Hobbys, welche er geschickt miteinander verbindet. Bei seinen Touren ist er ganz der Alpinist, macht im Winter Skitouren, im «Lanzig» Skihochtouren und im Sommer Berg- und Hochtouren. Dabei fotografiert und filmt der 41-Jährige und lässt uns so an seinen Expeditionen teilhaben. Cornel ist der älteste Sohn von Melk (ds Länzä) und Berta Suter (ds Zenis), seine zwei jüngeren Brüder heissen René und Kilian.


Cornel Suter auf dem Gross Ruchen (3’138 Meter)

Wie alles begann
«Los ging’s 1988 mit elf Jahren, bei einer Bergtour auf den Chaiserstock (2’515 Meter), zusammen mit meinem Vater und anderen Muotathalern. Auf meine erste Skitour ging ich mit 15 Jahren. Von Lidernen auf den Blüemberg (2’405 Meter), und vom Blüemberg die Abfahrt ins Muotathal hinunter», erinnert sich der Alpinist. Cornel’s Eltern gingen früher auf «Grindsplacken» und «Rotenbalm» «z’Alp», von dort aus ging der Bursche öfters mit ihnen auf eine Wanderung, hauptsächlich auf «Rupperslaui». Heute ist Bruder Kilian mit seiner Familie als Älpler auf «Grindsplacken» und «Rotenbalm».
Nach der obligatorischen Schulzeit absolvierte Cornel bei der Bäckerei Schwegler in Ibach eine Lehre als Bäcker-Konditor. Zu dieser Zeit war der Lehrling oft mit seinem Vater in den Bergen unterwegs, hauptsächlich auf Skitouren. Irgendwann kamen andere Interessen. Das Autofahren und der Ausgang standen eine Zeit lang im Vordergrund. Nach einem zehnjährigen Unterbruch zog es ihn wieder auf Skitouren. Von da an ging er regelmässig «obsi». Bald kamen die Bergtouren hinzu, etwas später mit den Hochtouren anspruchsvollere Touren, bei denen er viel lernte.
Seine grosse Leidenschaft sind die Berge. Er ist so oft wie möglich draussen in der Natur und unternimmt zahlreiche Touren. Der Bergsteiger ergänzt: «Ich bin draussen in der Natur aufgewachsen, in unserem schönen Tal und auf unserer Alp. Mich hat es immer in die Natur gezogen. Bergsteigen bedeutet für mich Freiheit, Erholung und etwas Neues entdecken.» Nach eigenen Aussagen unternimmt er mehr Skitouren als Bergtouren. Seine Lieblingsjahreszeit ist unbestritten der Winter: «Von mir aus könnte es das ganze Jahr Winter sein.»

Bisherige Höhepunkte als Alpinist
Der gelernte Bäcker-Konditor absolvierte bisher vier Touren ausserhalb der Schweiz. 2010 machte er eine Reise nach Afrika und bestieg den Kilimanjaro (5’895 Meter), das höchste Bergmassiv Afrikas. Cornel war 2011 in Frankreich unterwegs und unternahm eine Skitour auf den Mont Blanc (4’810 Meter), den höchsten Berg der Alpen. Im Jahr 2014 begab er sich auf einen 17-tägigen Ecuador-Galapagos-Trip und bestieg die beiden Viertausender Fuya Fuya (4’279 Meter) und Imbabura (4’621Meter) sowie den Illiniza (5’126 Meter), Cotopaxi (5’897 Meter) und den Chimborazo Veintimilla (6’228 Meter). 2016 reiste das Mitglied vom SAC-Mythen nach Norwegen und erlebte eine wunderschöne Skitouren-Woche, bei welcher er auf dem Tafeltinden (1’395 Meter) und weiteren Tinden war. Übrigens: In Norwegen werden viele Berge Tinden genannt.
In bester Erinnerung bleiben die unzähligen Besteigungen des Höch Turms (2’666 Meter), seinen Lieblingsberg. Die Skihochtour auf das Lauteraarhorn (4’042 Meter), bei welcher Cornel und sein Kollege ein Südwand-Couloir mit 900 Höhenmetern hochstiegen, hinterliess bei ihm einen bleibenden Eindruck. Weiter machte er viermal eine Skihochtour auf die Dufourspitze (4’634 Meter), den höchsten Punkt der Schweiz. Zweimal führte ihn bisher eine Hochtour auf den Dom (4’545 Meter) der höchste Berg, welcher komplett innerhalb der Schweiz liegt. Als spezielle Tour erwähnt Cornel die Besteigung des Mönchs (4’107 Meter), via Gletscher-Nordroute vom Nollen (3’520 Meter) her.
Im Winter ist der Alpinist auf vielen Skitouren anzutreffen, wie beispielsweise aufs Rau Stöckli (2’290 Meter), den Blüemberg (2’405 Meter), den Pfannenstock (2’572 Meter) oder aufs Wintertürmli 3’003 (Meter). Die sogenannten «Lanzig»-Touren sind Skihochtouren. Diese sind wegen den Verhältnissen erst ab Ostern möglich. Dabei erklimmt Cornel auch das Finsteraarhorn (4’274 Meter) oder den Tödi (3’614 Meter). Bei den Skihochtouren ist der geübte Berggänger mit Skiern unterwegs und überquert Gletscher mit Steigeisen und Pickel. Im Sommer ist Cornel einerseits auf Bergtouren wie auf den Höch Turm oder den Gitschen via Ostflanke. Andererseits begibt er sich auf Hochtouren und besteigt Gipfel wie die Blüemlisalp (3’661 Meter) und überschreitet das Weisshorn (4’506 Meter) und das Bietschhorn (3’934 Meter). Da man auf einer Hochtour auch auf Gletscher unterwegs ist, werden entsprechende Hilfsmittel benötigt.
Seine Touren plant Cornel nicht auf längere Zeit hinaus und schaut vor allem auf die passenden Witterungsbedingungen. Das Matterhorn oder der Bifertenstock sind zwei von vielen Berggipfeln, welche er irgendwann auch besteigen möchte.


Der Muotathaler geniesst einen herrlichen Sonnenaufgang auf dem Raustöckli

Passionierter Fotograf
Parallel zu den Touren begann die Fotografie. Ob Ski-, Berg- oder Hochtour: Der Fotoapparat begleitet den Alpinisten stets. Er hält dabei Orte und Augenblicke fest, schöne Morgenstimmungen beim Sonnenaufgang, oder besondere Erinnerungen von einem schönen Grat. Auf seiner eigenen Homepage (cornelsuter.ch) findet man viele schöne Bilder von seinen Touren, welche mit einem Bericht unterlegt sind.
Der sympathische Muotathaler hat bei seinen Touren meist zwei Fotoapparate dabei. Eine Digitalkamera ist am Rucksack befestigt, um Schnappschüsse zu machen. Für die speziellen Bilder kommt eine Spiegelreflex-Kamera mit einem 300 Millimeter-Objektiv in den Rucksack. Diese ist dann dabei, wenn der Platz im Gepäck nicht für technisches Hilfsmaterial benötigt wird. Die Fotos verarbeitet Cornel hinterher am Computer mit einem entsprechenden Bildbearbeitungsprogramm, Panorama-Bilder setzt er aus Einzelbildern zusammen.
Das Fotografie-Handwerk brachte sich der Bergsteiger selber bei, indem er verschiedene Einstellungen ausprobierte oder unterschiedliche Objektive testete. Irgendwann war der Fotograf, wie man an seinen schönen Bildern feststellt, bestens mit der Materie vertraut. Das Resultat sind nun regelmässige Anfragen nach Fotos von ihm. Cornel verlangt inzwischen etwas dafür und sieht das als «Sackgeld», um sich beispielsweise ein neues Objektiv oder eine längere Bergtour-Reise im Ausland zu finanzieren. Auftraggeber sind meist Privatpersonen, welche gerne Bilder von ihm zuhause aufhängen möchten. Diese Fotografien lässt er auf Leinwand aufziehen. Verschiedene Firmen beziehen Bilder für Magazine oder auf Leinwand zum Aufhängen im Betrieb. Weiter liefert er Bilder für Routen-Beschreibungen in SAC-Führern und dem «Bote der Urschweiz». Für 2018 veröffentlichte Cornel einen Kalender mit schönen Fotos, welcher rege bezogen wurde. Für 2019 ist wieder ein Foto-Kalender geplant.
Die Ideen sprudeln nur so aus dem Skitourenfahrer: Er nimmt sich vor, die Milchstrasse von einem speziellen Standort im Muotatal zu fotografieren. Diese hat er bereits schon mal vom Furkapass und vom Oberberg aus aufgenommen.


Die Mythenbergweg-Beleuchtung, eines von Cornel’s Fotografie-Projekten

Unter die Filmemacher gegangen
Neuerdings ist der Alpinist auch unter die Filmemacher gegangen. Fragt man ihn, wie er alles unter einen Hut bringt, meint Cornel lachend, dass er eigentlich ein Chaot sei. Trotz 100 Prozent-Job bei Strüby Holzbau (Seewen) bringt er irgendwie alles auf die Reihe. Nach der Lehre zog es ihn als Bäcker-Konditor ins Urnerland, nach Rotkreuz und nochmals zu seinem Lehrbetrieb. Später arbeitete der Muotathaler eine Zeit lang bei der Firma Felchlin. Inzwischen ist er seit zehn Jahren als Logistiker bei der Holzbau-Firma tätig, bei welcher er abwechslungsweise für eine Woche Frühschicht oder eine Woche Spätschicht eingeteilt ist. Wenn Frühschicht an der Reihe ist, unternimmt Cornel im Sommer nach Arbeitsende öfters eine Feierabend-Tour auf den Haggenspitz, das Gitzischössli oder die Rigi-Hochfluh, im Winter geht’s mit den Skiern auf den Brünnelistock. «Damit man im Training bleibt», fügt er schmunzelnd hinzu.
Alles begann mit Dia-Filmen, also Filme mit statischen Bildern. Der eigentliche Start war vor fünf Jahren, als Cornel die Alpauffahrt seiner Familie filmte. Den sechsminütigen Film stellte er anschliessend auf YouTube. Später kamen einige Zeitraffer-Filme hinzu. Den bisher längsten Film produzierte der Filmemacher auf Anfrage für den letztjährigen Alpkäsemarkt in Muotathal. Bei der Produktion hatte er freie Hand und die Absicht war, den Zuschauern schöne Landschaftsbilder, aber auch unbekannte Orte im Muotatal zu präsentieren. Zu sehen sind im Film nebst herrlichen Landschaftsaufnahmen auch solche von Alpauffahrten, Alpen mit Vieh, und eine Eishöhle. Das Feedback der Zuschauer auf den Film war sehr gut. Im 20-minütigen Film kommen auch viele Flugaufnahmen vor, welche ein Kollege von Cornel mit seiner Drohne aufnahm. Für den diesjährigen Alpkäsemarkt wird wieder ein Film produziert.
Der zweite Film wurde erst kürzlich bei der Eröffnung der Kanu-WM in der Mehrzweckhalle uraufgeführt. Der Auftrag für den sechsminütigen Image-Film kam vom Gemeinderat Muotathal. Sie wollten darin schöne Aufnahmen vom Muotatal, deren herrlichen Landschaft, der Natur, den Bergen, vom Bödmeren-Urwald, von Alpen und der Alpkäse-Produktion.
Inzwischen gehört nebst der Digitalkamera auch eine Drohne zur Ausrüstung. Die gespeicherten Filmaufnahmen werden mit einem speziellen Video-Programm bearbeitet und geschnitten. Die ausgewählten Filmsequenzen werden zu einem Film zusammengefügt und mit Musik und Text untermalt. Wie bei der Fotografie eignete Cornel sich das Film-Handwerk selber an, und auch hier lassen die Nachfragen nicht auf sich warten. Laut dem begeisterten Filmemacher stecken zwei weitere Filmprojekte in der Pipeline, und er freut sich auf weitere interessante Fotografie- und Film-Projekte.


Geschafft: Cornel ist auf dem Schächentaler-Windgällen

Langweilig wird es dem 41-Jährigen nie. Ist das Wetter gut, ist Cornel am Samstag und Sonntag auf einer Tour, entweder mit Kameraden oder alleine. An verregneten Wochenenden wird zuhause am Computer gearbeitet, Fotos sortiert, Filme bearbeitet und die eigene Homepage aktualisiert. Zusätzlich füttert der geschäftige Mann seine Social-Media-Kanäle wie Instagram oder Facebook mit Fotos und Kurzberichten.

feldwaldwiesenblogger

Äs chömid dä gläbi wiedr all gnuäg Schnee übr!

Text und Fotos: feldwaldwiesenblogger


Heute Morgen: Blick aus dem Fenster

„Äs chömid dä gläbi wiedr all gnuäg Schnee übr!“ – Dieser Satz ging mir heute Morgen beim Öffnen des Fensters als Erstes durch den Kopf. Schier unglaublich, bereits am 9. Dezember so viel Schnee. Wo hin führt uns dieser Winter bloss?

Meine Crux am Schnee ist die Hassliebe zu ihm. Einerseits liebt man ihn, vor allem wenn man darauf Ski fahren, Snowboarden oder sonst ein Wintersport betreiben kann. Andererseits hasst man ihn: Er muss weggeräumt und entfernt werden. Damit man ja winters wie sommers auf den Strassen seinem Temporausch frönen kann. Mit zunehmendem Alter sieht man leider eher die Unannehmlichkeiten, Probleme und Ärgernisse.

Aber keine Bange! Wir haben ja immer noch Klimaerwärmung. Die sorgt dann rechtzeitig dafür, dass an Weihnachten wieder Tau- und Frühlingswetter regieren. Das allerdings möchte ich wohlverstanden auch nicht. Trotzdem, müssen jetzt schon hochwinterliche Bedingungen vorherrschen? Denn die Zeit bis zum Frühling ist noch soooooo lang…
Alles Jammern und Zettern nützt nichts, den Zustand zu akzeptieren ist angesagt.

Und ja! Wenn schon dann schon zieht es mich auch wieder auf die Skier. Denn die vergangenen milden Winter waren diesbezüglich unmotivierte Gesellen. Im Kopf spielt sich der ganze Zauber ab. Ist es draussen aper, ist der Betriebszustand auf Dauerherbst oder schon auf baldigen Frühlingsmodus eingestellt. Ist es aber weiss und kalt, macht es klick und die verschneiten Berge wollen befahren werden.

Ob dann alle genug Schnee abbekommen, wird sich spätestens im kommenden März zeigen. Ich weiss, dass sich einige wie wild auf möglichst viel von Frau Holles Pracht freuen. Anderen ist es ein Graus. Allen Recht getan ist ein Ding, das niemand kann.


Tief verschneit!

Man kann es mit dem Schnee gleich handhaben wie mit der Politik. Manchmal wird es einem einfach zu viel! Und man möchte gewisse Exponenten wie den Schnee entfernen. Natürlich nur aus ihren Ämtern. Diese Woche sorgten unter anderem Yannick Buttet, Donald Trump und die SVP für rote Köpfe.

Yannick Buttet, gefallener CVP-Nationalrat aus dem Wallis, wird des Stalkings bezichtigt. Er soll sofort seine Ämter räumen, sind gewisse Kreise der Meinung. „Me Too“ lässt grüssen und veranstaltet einen wahren Hexentanz. Hinter jedem Strauch wird bald ein Widerling vermutet, dabei hat der liebestolle Wolf bloss seiner Wölfin zugeheult…

Das ist einfach unerhört, was US-Präsident Donald Trump mit der Anerkennung von Jerusalem als Israels’ Hauptstadt abzieht! Der Friedensprozess im Nahen Osten wird so um Jahre zurückgeworfen. Eine neue Intifada wird wohl für viel Tod, Leid und Zerstörung sorgen. Dieser Präsident kennt aber auch wirklich gar nichts. Statt sich um Frieden und Stabilität zu bemühen, zündelt er und stürzt sonst schon eine instabile Region in ein Chaos. Dabei hat er zu Beginn seiner Amtszeit gesagt, dass er sich aussenpolitisch zurückhalten werde. America First – so ein Chabis!

Man kann es mit der Nationalhymne drehen und wenden wie man will. Vor einem Fussballspiel kann sie nicht laut genug gesungen werden. Feiert aber die SVP im Nationalratssaal den 25. Jahrestag des EWR-Neins mit dieser Hymne, ertönt der Ruf nach Klamauk oder gar nach Faschismus. Geht’s noch? Es ist in beiden Fällen dasselbe Lied. Aber: Es kommt scheinbar darauf an, wer es wo und wie tut. Tun es die Nati-Spieler zu wenig oder gar nicht, wie unsere Secondos, dann wird unverständlich der Kopf geschüttelt. Singt aber die SVP lauthals, steht die Linke Kopf und fordert Massnahmen. Im ehrwürdigen Nationalratssaal ziemt sich das scheinbar nicht. Dabei ist unsere Nationalhymne ein frommes und christliches Lied, und hat mit Faschismus so wenig zu tun wie der Neuschnee von heute Morgen.

feldwaldwiesenblogger

Ein unschuldiger Wintermorgen

Gestern ging ich bereits schon am Morgen ins Mythengebiet, um meine Skisaison zu eröffnen. Was ich dabei antraf war wie aus einem Märchen entsprungen. Jungfräuliche Schneehänge mit Pulverschnee, verschneiten Bäumen, klarer Luft und blauem Himmel.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Der Morgen war einfach perfekt, eben wie ein unschuldiger Wintermorgen. Eben aus dem Schneeschlaf von letztem Tag und Nacht erwacht, und sich noch die Augen reibend. So einen Moment erleben zu dürfen ist einfach ein Geschenk, und kaum in Worte zu fassen. Die Bilder sagen dagegen mehr als tausend Worte.
Dabei traf ich nur auf wenige Leute, und man konnte seine einsamen Schwünge in den Neuschnee zeichnen.

Hinter mir am Bügellift hörte ich zweimal Gesang. Das erste Mal schon zu Beginn des Morgens, als ein älterer Herr mit grauen Haaren voller Inbrunst sang. Er traf zwar nicht immer alle Töne. Dafür kam sein Singen aus tiefstem Herzen und erinnerte an solch ideale Momente wie zu jener Zeit. Irgendwie klang der Gesang auch etwas wehmütig, wohl wissend, dass solche Momente schnell wieder vorbei sind.

Anders der gegen Mittag ertönende Gesang hinter mir: Eine ganz junge Stimme sang, als ob sie den Kopf voller Flausen hat. Auch diese Stimme traf nicht immer alle Töne. Sie erklang aber aus leuter Freude am schönen Wetter, dem Schnee und des freien Nachmittages um dem Skifahren frönen zu können. Von Wehmut hier keine Spur, stattdessen pure Lebenslust, die aus lauter Kehle raus musste.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Gegen Mittag verlor der Wintermorgen leider seine Unschuld. Die Temperaturen stiegen merklich. Der Schnee war nun verfahren und bildete richtige kleine Haufen. Da vorher schon nur eine dünne Unterlage vorhanden war, auf den Ibergeregg-Pisten kaum mehr das, fuhr man da und dort wieder aufs „Lebige“ runter. Die dunklen braunen Flecken der Grasnarbe lugten an einigen Stellen wieder hervor.
Petrus lass es doch bitte auch in unseren Skigebieten auf der Alpennordseite bitte gut und gerne einen Meter schneien, und zwar in die Höhe und nicht in die Breite!

Gegen Mittag zogen von Westen her leider auch wieder Wolken auf. Die Vorboten des nun heute vorherrschenden Föhns.


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)


(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

feldwaldwiesenblogger

Was haben wir zur Zeit: Bereits Frühling, einen verlängerten Herbst, oder doch Winter?

Die eingangs gestellte Frage stellen sich wohl zur Zeit viele. Selbst die Wetterschmöcker twitterten am Samstag:


(Quelle: twitter.com/M_Wetterprophet)

Also auch im ob Muotathal gelegenen Bergtal Bisisthal ist kein (richtiger) Winter anzutreffen. Ja, er soll sich laut den Wetterschmöckern sogar „verborgen“ (versteckt) haben.

Milde Temperaturen im Januar und wenig bis kein Schnee: Ist das jetzt die Verlängerung des Herbstes oder sind das bereits die Vorboten des Frühlings?

Man weiss es nicht. Doch, wie unsere urchigen Wettermannen richtig vermuten: Petrus weiss es, und lässt es irgendwann an einem „ruchen“ Tag schneien. Spätestens zu Ostern ist es weiss und kalt. Denn schon letztes Jahr war es an Ostern deutlich kälter als die Weihnachtstage ein paar Monate davor…

Sind das jetzt nun die Auswirkungen einer bereits eingesetzten Klimaerwärmung, wie uns Professor Thomas Stocker weismachen möchte?


(Bildquelle: http://www.ethlife.ethz.ch)

Der wohl berühmteste Klimaforscher der Schweiz, auch in der internationalen Klimaforschergilde eine wichtige Persönlichkeit, predigt, dass die Klimaerwärmung erwiesen sei.

Aber: Klimaerwärmung und Wetterkapriolen sind eigentlich nicht gleich zu setzen. So macht ein milder Winter noch keinen Frühling, aber einen sehr langen Herbst…

Die Klimaerwärmungs-Jünger sind betreffs Schneefallgrenze jetzt schon überzeugt, dass sie wegen der Klimaerwärmung in letzter Zeit höher zu liegen kam. Wirklich? Die zahlreicheren Schneekanonen in tieferen Lagen sind nämlich kein Indiz dafür. Die gab es früher einfach noch nicht.

Meine Wenigkeit ist, wie auch Wettermissionar Martin Horat (Rothenthurm), der Meinung, dass eine Klimaerwärmung nicht einfach wegen ein paar ausgedehnten Messreihen in der jüngsten Geschichte Tatsache ist.


(Quelle: feldwaldwiesenblogger)

Horat verriet mir bei einem Telefoninterview am 21.12.2012 (Telefoninterview mit Martin Horat, Wettermissionar aus Rothenthurm):
„Es gibt schon eine Klimaerwärmung, nur ist das keine kurzfristige Sache, wie das die Medien gerne darstellen. Eine Klimaphase gehe über eine längere Zeitspanne, ja sogar über Jahrhunderte.“

Weiter erzählte der Wettermissionar:
„Aus den alten Chroniken ist ersichtlich, dass es beispielsweise im 16. Jahrhundert sehr warme und trockene Sommer, aber auch sehr kalte Winter gab. Der Grindelwaldnergletscher ging seinerzeit 1500 Meter retour, wuchs aber noch im gleichen Jahrhundert wieder nach.
Martin meinte weiter, dass es in den letzten 3 Millionen Jahren 44 Eiszeiten und demzufolge auch 44 „Klima-Erwärmungen“ gab.
Die Klimaerwärmung, welche sich immer wiederhole, sei somit keine kurzfristige Sache.“

Ich sehe es wie Martin Horat. Eine Klimaerwärmung ist nicht einfach nur mit Messdaten der letzten 100 Jahre belegbar. Denn diese Zeitspanne ist ja höchstens (wenn überhaupt!) eine Tausendstel-Sekunde im Leben unserer Mutter Erde.

Wenn schon dann schon hätte Professor Stocker bereits schon zu Zeiten der Dinosaurier mit Messungen beginnen müssen. Denn aus diesem Material, welches Daten seit 235 Millionen Jahren (Quelle: Wikipedia) generiert hätte, könnte man tatsächlich etwas über eine messbare Klimaerwärmung aussagen.

Aber so? Da bleibe ich doch lieber bei meinen eigenen und jenen vom Wettermissionar gestützten Thesen, dass eigentlich klimaerwärmungstechnisch nichts belegbar ist. Ausser, man zöge die Daten von den alten Chroniken zu Hilfe. Denn die gehen definitiv weiter zurück, als die Messserien der weltweiten Klimaforschung.

So bleibt mir nur die Bemerkung, dass man das Wetter so nehmen soll, wie’s halt grad ist und kommt. Ich selber freue mich über den „Minifrühling“ im Winter und geniesse ihn auch. Zudem plagen mich zur Zeit Rückenschmerzen, welche ein Skifahren nicht unbedingt erlauben würden.

Petrus nimmt aber weder auf meine Rückenschmerzen, noch auf die Frühlingssüchtigen oder die Schneeherbeisehner Rücksicht: Er lässt es dann schneien, wenn’s ihm passt und danach ist. Eben: „irgend amä ruchä Tag“.

feldwaldwiesenblogger

Steckbrief des Wolfsmörders von Tamins

Heute Morgen las ich im Bote der Urschweiz folgenden Artikel:


(Quelle: http://www.bote.ch)

Da ich den Abschuss dieses Jungwolfes und das elendigliche „Verrecken lassen“ dieses Tieres abscheulich und grässlich finde, biete ich dem Sheriff von Tamins meine Hilfe an.

Ich erstellte deshalb heute Morgen einen Steckbrief des mutmasslichen Täters und stellte ihn dem Ordnungshüter zu.


(Quelle: feldwaldwiesenblogger)

Der Sheriff von Tamins nahm meinen erstellten Steckbrief dankend entgegen. Er sagte mir, dass für Hinweise zur Ergreifung des Wolfsmörders bis zu 4000 US-Dollars oder umgerechnet 10’000 Schweizer Franken an Belohnung ausbezahlt werden.

Also, ihr Kopfgeldjäger des Landes, macht euch auf und sucht den steckbrieflich gesuchten Wolfsmörder!

feldwaldwiesenblogger

Die beiden Mythen von Schwyz standen vor Jahrmillionen als Inseln in einem Ozean

Als Nachtrag zum gestrigen Blogbeitrag „Der Ozean ist gekippt“ habe ich heute ein paar interessante geologische Informationen betreffs „Ozean-Geschichte“ bei uns in Schwyz.

Geologische Informationen betreffs „Ozean-Geschichte“ bei uns in Schwyz?
Irgendwie hat jeder von seiner Schulzeit her ein paar Geografie-Erinnerungen. Vorausgesetzt man(n oder frau) sass beim Unterricht nicht immer am berühmten Fenster. So erinnere ich mich noch schwach an den Begriff „Kreidezeit“. Just in jener Kreidezeit war Schwyz noch ohne Mythen, und zwar im wortwörtlichen Sinne. Zu jener Zeit sollen der Grosse und der Kleine Mythen als Inseln weiter südlich aus dem Meer geragt haben. In der besagten Kreidezeit schwammen die beiden Berge als Inseln in Mitten des Penninischen Ozeans.

Wikipedia weiss zum Begriff Penninischer Ozean:
Der Penninische Ozean war ein Tiefseebereich innerhalb der alpinen Tethys, der von der Trias bis zur Kreide-Zeit existierte. Sein Nordufer war der äußerste Rand der Europäischen Platte (heute u.a. das Helvetikum der Alpen bildend), sein Südufer die Apulische Platte und die damit verbundene Adriatische Platte (heute Ost- und Südalpin). Der Penninische Ozean wurde während der Alpidischen Orogenese vollständig geschlossen, und bildet heute den überwiegenden Teil der Einheiten des Penninikums.


(Quelle: unbekannt)

Diese geologischen Informationen um „unsere beiden Mythen“ erhielt ich heute Morgen per Zufall von einem Arbeitskollegen. Wie ich meine, ziemlich passend. Denn ich hatte mich gestern, wie eingangs erwähnt, mit dem Ozean beschäftigt. Ich erwähnte dabei auch, dass wir hier bei uns in einem Binnenland leben. Das ist natürlich eine Tatsache. Trotzdem: Wir dürfen niemals vergessen, woher das Leben auf unserer Erde ist, und womit vor Urzeiten unsere Erde bedeckt war. Nämlich mit dem Ozean, und der war damals auch bei Uns, oder zumindest ganz in der Nähe.


(Bidlquelle: unbekannt)

Als sichtbares Zeugnis einer Ozean-Existenz bei uns ist der rote Gipfelbereich beim Grossen Mythen. Dieser besteht, wie wir nun gelernt haben, aus Schieferkalk aus der Oberkreide.

Übrigens, Wikipedia meint zum Begriff Kreidezeit folgendes:
Die Kreide (in der populärwissenschaftlichen Literatur oft auch Kreidezeit, lat. Cretaceum) ist ein Zeitabschnitt der Erdgeschichte. Innerhalb des Mesozoikums (Erdmittelalter) ist es das jüngste und mit 80 Millionen Jahren das am längsten dauernde chronostratigraphische System (bzw. Periode in der Geochronologie). Sie begann vor rund 145 Millionen Jahren mit dem Ende des Juras und endete vor etwa 66 Millionen Jahren mit dem Beginn des Paläogens, dem ältesten chronostratigraphischen System des Känozoikums.

Gestern hatte ich euch den erschütternden Bericht des Seglers Ivan Macfadyen zum Lesen. Heute sind es ein paar geologische Informationen, welche uns verdeutlichen sollen, woher unser Leben kommt.
Damit wir den Ursprung unseres Lebens nicht einfach sinnlos „zumüllen“, müssen wir uns alle am Riemen reissen.

Jeder kann auf seine Weise einen kleinen Beitrag zur Erhaltung unseres Lebensraumes leisten. Sei dies mit Informationen, die man anderen zugänglich macht, wie ich es gestern und heute gemacht habe. Oder aber auch mit einem wachen Geist und offenen Augen. Mit denen man durchs Leben geht, und sich dabei auch ein paar vernünftige Gedanken zur Umwelt und deren Schutz macht, und wie man dies auch konsequent anwendet.

feldwaldwiesenblogger

Der Ozean ist gekippt

Gestern erhielt ich von einem Kollegen einen schockierenden Reisebericht eines Seglers namens Ivan Macfadyen. Diesen aufrüttelnden Bericht möchte ich euch nicht vorenthalten, und habe ihn in der Folge komplett in diesen Blogbeitrag verpackt.

Die Quelle des besagten Reiseberichtes ist: „The ocean is broken – Der Ozean ist gekippt, By Greg Ray, Newcastle Herald, 22. Oktober 2013

Da mir der Name Ivan Macfadyen überhaupt nichts sagte, gab ich ihn bei Wikipedia ein, leider ohne Ergebnis.
Eine Google-Suche mit diesem Namen ergab 259’000 Treffer, unter anderem eine Internetseite mit dem findigen Namen „netzfrauen – Was eine nicht schafft, schaffen viele„. Darin findet sich ebenfalls der erwähnte Reisebericht, praktisch wortwörtlich wie ich ihn auch widergebe.

Ein anderer Link führte mich auf die Segelreporter.com-Homepage. Dort fasst Michael Kunst unter dem Titel: „Müll im Meer: Australischer Segler berichtet von riesigen Müllflächen im Pazifik – Geschändeter Ozean“ den Reisebericht zusammen und ergänzt ihn mit eigenen Worten.

Hier also nun der komplette Original-Reisebericht:


(Bildquelle: Greg Ray, Newcastle Herald)

«Es war die Ruhe, die diese Reise anders machte als alle anderen vorher. Nicht die Abwesenheit von Geräuschen, genauer gesagt. Selbstverständlich bewegte der Wind geräuschvoll die Segel, und man hörte das Pfeifen und Klappern im Gestänge. Auch die Wellen schlugen gegen das Fiberglas der Bootswand.

Und dann waren da all die anderen Geräusche: Ein Schlagen, Reiben, Kratzen und Klopfen, wenn das Boot mit den vielen Abfällen in Berührung kam.

Aber es fehlte das Schreien jener Meeresvögel, welche unser Boot während all der anderen Reisen umkreisten. Die Vögel fehlten, weil die Fische fehlten.»

Vor genau 10 Jahren, als der Segler Ivan Macfadyen von Newcastle auf dem genau gleichen Kurs segelte, brauchte er zwischen Brisbane, Australien und Osaka (Japan) lediglich eine Angel ins Wasser zu halten, um einen Fisch zu fangen.


(Bildquelle: Greg Ray, Newcastle Herald)

«Damals verging kein Tag auf der 28-tägigen Reise, ohne dass wir einen gut gewachsenen Fisch fingen, den wir danach kochen und zusammen mit Reis essen konnten», erinnerte sich Macfadyen. «Aber dieses Mal fingen wir auf der ganzen Reise nur 2 Fische.»

Keine Fische – keine Vögel – kaum ein Zeichen von Leben.

«Nach all den Jahren hatte ich mich an das Gekreisch der Vögel gewöhnt», sagte er. «Sie haben das Boot begleitet, sich manchmal auf dem Masten ausgeruht, um sich dann wieder in die Lüfte zu schwingen.»

Im März und April dieses Jahres war das Boot umgeben von Stille und Trostlosigkeit.

Nördlich des Äquators, nördlich von Neu Guinea, sahen wir grosse Fischerboote, die den Riffen entlang fuhren. «Die grossen Schiffe fuhren ständig vor und zurück», sagte er. In der Nacht ging die Arbeit weiter, sie verwendeten helles Flutlicht.

Eines Morgens weckte der Crew-Partner Madfadyen, weil ein Hochgeschwindigkeitsboot gestartet war. «Ich war besorgt. Wir waren unbewaffnet und Piraten sind eine echte Gefahr in diesen Gewässern. Ich dachte, wenn diese Typen bewaffnet sind, stecken wir in grossen Schwierigkeiten.»

Aber es waren keine Piraten, zumindest nicht im üblichen Sinne. Das Boot legte seitlich an, und der Melanesier bot uns Geschenke an, Früchte und Eingemachtes. «Zudem gaben sie uns fünf grosse Zuckersäcke gefüllt mit Fischen. Es waren gute, grosse Fische, unterschiedliche Sorten. Einige waren frisch, andere hatten offensichtlich eine Weile in der Sonne gelegen.»


(Bildquelle: segelreporter.com)

Wir sagten ihnen, dass wir absolut keine Möglichkeit hätten, all diese Fische zu verwenden. Wir waren nur zu zweit, und wir hatten auch gar keinen freien Stauraum. Sie forderten uns auf, sie einfach über Bord zu werfen – das hätten sie ohnehin auch getan.

Sie erzählten, dies sei ein winziger Teil des Beifanges eines Tages. Sie wären nur an Thunfisch interessiert, alles andere sei lediglich Abfall. Die Fische wurden getötet und weggeworfen. Sie fuhren dem Riff entlang, Tag und Nacht, und fingen jedes Lebewesen das sich zeigte.

Macfadyen wurde sterbensübel. Hier sah er, was ein einziges Fischerboot anrichtete, und er wusste, dass unzählige weitere Boote hinter dem Horizont auf die gleiche Weise fischten.

Kein Wunder, dass das Meer tot war. Kein Wunder, konnte er mit der Angel nichts fangen. Es gab nichts mehr zu fangen.

Das mag depressiv klingen – aber es kam noch schlimmer.

Eine weitere Reiseetappe ging von Osaka nach San Francisco. Die meiste Zeit während dieser Reise waren sie umgeben von einer Übelkeit erregenden Verwüstung.

«Nachdem wir Japan verlassen hatten, fühlte sich der Ozean tot an. Wir sahen kaum je eine lebende Kreatur. Wir sahen einen einzigen Wal, der sich hilflos an der Wasseroberfläche bewegte. Ein grosser Tumor wurde sichtbar an seinem Kopf – es war schlimm.»

«Ich bin viele Seemeilen gefahren in meinem Leben, und ich bin es gewohnt, Schildkröten, Delphine, Haie und zahllose Vögel zu sehen. Aber dieses Mal war auf 3000 Seemeilen nichts Lebendiges zu sehen.»

«Stattdessen gab es Abfall in unglaublichen Mengen.»

Ein Teil davon waren die Überreste des Tsunamis, welcher Japan vor zwei Jahren getroffen hatte. Die Welle rollte über riesige Landstriche, und trug unglaubliche grosse Mengen von Trümmern aufs Meer hinaus.
Ganze Nester aus verwickelten, synthetischen Seilen, Netzen und Polystyrol-Schaum-Stücken, millionenfach. Schlick von Öl und Petrol überall.
Unzählbare Holzmasten, die von der Riesenwelle mitgerissen wurden, und die jetzt mit ihren Kabeln in der Mitte des Ozeans schwammen.

«Vor Jahren, wenn es einmal windstill war, haben wir einfach den Motor angeworfen, um vorwärts zu kommen.»

«Aber nicht dieses Mal.»

«An vielen Orten konnten wir den Motor nicht in Betrieb nehmen aus Angst, der Propeller würde von all den Seilen und Kabeln zerstört werden. Wir entschieden, den Motor nur tagsüber einzuschalten, wenn jemand von der Brücke aus den Abfall im Auge behalten konnte.»


(Bildquelle: segelreporter.com)

«Von der Brücke aus konnte man bei Hawaii durch das klare Wasser in die Tiefe sehen.
Da sahen wir, dass die Trümmer nicht nur an der Oberfläche schwammen, sondern auch auf dem Grund lagen. Abfälle von der Grösse einer Getränkeflasche bis zur Grösse eines Lastwagens.
Wir sahen einen Fabrik-Schornstein aus dem Wasser ragen, dem ein verbundener Boiler den Auftrieb gab. Wir sahen grosse Container, die sich rollend mit den Wellen immer weiter bewegten.»

«Wir segelten um diese Trümmer und Abfälle herum – es war ein richtiger Abfall-Trip.»

«Unter Deck hörten wir ständig, wie die Gegenstände gegen die Bootswand schlugen, und waren immer in Angst, etwas wirklich Grosses würde uns treffen. Die ganze Bootswand war zerkratzt und zerbeult.»

«Plastik war allgegenwärtig. Flaschen, Beutel, jede Art von Wegwerfartikeln, die man sich vorstellen kann. Von zerbrochenen Stühlen bis zu Kehrichtschaufeln, Spielsachen und andere Utensilien.»

«Und noch etwas: Die leuchtend gelbe Farbe des Bootes war in all den Jahren, die es benutzt wurde, niemals verblasst oder verwittert von der Sonne oder vom Salzwasser. Aber etwas im Wasser bei Japan nahm der Farbe die Strahlkraft, und veränderte sie in noch nie da gewesener Weise.»

Daheim in Newcastle versucht Macfadyen immer noch zurecht zu kommen mit dem Schock und dem Horror dieser Reise.

«Der Ozean ist gekippt», sagt er, und schüttelt ungläubig seinen Kopf.

«Man muss sehen, dass das Problem riesig ist. Keine Organisation und keine Regierung scheint irgend eine Absicht zu haben, daran etwas zu ändern.» Macfadyen sucht nach Ideen.

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Macfadyen versucht jetzt alle möglichen Gruppierungen zu mobilisieren, damit sie auf freiwilliger Basis das Problem angehen.

«Warum verlangen wir nicht nach einer Flotte, welche diese Verschmutzung aufräumt?»

Die Antwort, die er bekam: Die Umwelt-Schäden durch den verbrannten Treibstoff für dieses Unternehmen wären schlimmer, als der Schaden, wenn man einfach alles so belässt wie es ist.

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Der Bericht erschien im Newcastle Herald

Übersetzung: Ruth Huber

Liebe Leser, dieser Reisebericht stimmt einen wirklich traurig. Von der Schweiz aus, einem Binnenland, kann man das leider nur schwer erahnen, was für Müll und Dreck sich in den Ozeanen scheinbar ansammelt.
Wir leben vergleichsweise in einem „sauberen“ und „geschützten“ Land. Trotzdem sollten auch wir unseren Beitrag zu sauberen Ozeanen leisten. Wie das genau erfolgen soll und kann, weiss ich auch nicht.
Wie wäre es aber, wenn wir uns zum Beispiel mehr überlegen, wie und woher unser Fisch auf dem Teller kommt. Oder wo unsere Unmengen an Plastikabfällen eigentlich landen. Denn es ist auch hier bekannt, dass mikroskopisch kleine Plastikpartikel sich heute im Meer, in Trinkwasser und selbst in Lebensmitteln finden.

feldwaldwiesenblogger