Unser Bundesrat war auch schon lustiger

Ab und zu werde ich darauf hingewiesen, dass ich doch in meinem Blog (fast) nicht nur noch über den Schwingsport berichten soll. Solche Anregungen nehme ich natürlich zur Kenntnis, und ich muss den Bedenkenträgern ein Stück weit Recht geben. Deshalb habe ich vor einiger Zeit auf Facebook ja zwei Seiten eröffnet: Den „Schwinger-Blog“ und den „Musik-Blog“. Dort poste ich ab und zu bis regelmässig thematisch separate Beiträge, verlinke aber auch feldwaldwiesenblog-Beiträge zum Schwingen oder der Musik.

Der feldwaldwiesenblog soll auch Platz für andere Themen haben. Ich denke, einige würden es gerne sehen, wenn ich wieder mal Jogging-Gedanken veröffentlichen würde. Oder zwischendurch gewisse Dinge mit spitzer Zunge kommentieren oder durch den feldwaldwiesenblog-Humor ziehen würde.

Ich kann alle beruhigen: Schwing- und Musik-Beiträge werden weiterhin veröffentlicht. Zudem aber auch wieder vermehrt „Jogging-Gedanken“, denn ich bin wieder am Trainieren („Kampf dem Winterspeck“). Weiter auch Spitzzüngiges und Humorvolles.
Heute folgt just grad ein Beitrag zum Thema Humor.

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Der irre Donald Trump
Bildquelle: inthesetimes.com

Scheisse nein, über diesen amerikanischen Frisur-Affen werde ich heute nicht berichten. Das ist im Fall nicht mehr komisch, mit diesem Trump. Da wird einem nach den letzten Vorwahl-Ergebnissen angst und bange. USA, wohin steuerst du? Zum Abgrund oder gar darüber hinaus?

Nein, nein, wir bleiben in heimischen Gefilden. Unser Schweizer-Biotop bietet schon genug Humorvolles. Oder etwa nicht?


Quelle: YouTube

Darf oder muss ein Bundespräsident bei seiner Rede zum „Tag der Kranken“ nicht ein freundlicheres Gesicht machen und ab und zu lächeln? Wie Ernst BR Schneider-Ammann in die Kamera guckt. Da wird man ja gleich selber krank…

Die Franzosen und die Amis hingegen fanden es in verschiedenen Talk-Shows zum Schiessen komisch. Ich aber finde: Unser Bundesrat war auch schon lustiger. Deshalb hier ein erstes Beispiel, wie ein eidgenössischer Magistrat auch sein bestes Lachen auspackte.


Quelle: YouTube

Unvergessen ist der Lachanfall anno 2010 von BR Hansrudolf Merz! Das Wort „Bündnerfleisch“ hatte es in sich, und wollte ihm nicht „beschwerdefrei“ über die Lippen. Ach, wie war doch da die Welt noch in Ordnung. Im Vergleich dazu gibt beim obigen Filmchen der Johann ein Bild ab, als hielte er eine Grabesrede. Dem Mann war beim Ablesen vom Teleprompter alles andere als zum Lachen zu Mute. Was da vorher wohl geschehen sein mag?


Quelle: YouTube

Selbst die immer noch aktive Bundesrätin Doris Leuthard konnte ebenfalls 2010 bei einer parlamentarischen Anfrage ob „Gymkhana, Ponys und Kleinpferden“ herzhaft lachen.
Ist in der Zwischenzeit so viel vorgefallen, dass ein Bundesrat bei einer Rede so traurig drein guckt, als ob er jeden Moment in Tränen ausbrechen würde?

Jein. Die Welt ist heutzutage weder schlechter noch besser. Trotzdem hat man manchmal das Gefühl, die weltpolitische Lage sei um einiges ernster als noch vor sechs Jahren. Stichworte wie „Europäische Flüchtlingspolitik“, „Syrien-Krieg“ und „Trumpo-Manie in den USA“ bringen einen manchmal schon ins Grübeln. In diesem Zusammenhang ist die todernste Rede von Schneider-Ammann schon ein wenig begreiflich. Oder war er einfach nur schlecht beraten und sein Französisch ist hundsmiserabel?

In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Mittwoch. Und vergesst den Humor und das Lachen nicht. Beides ist wichtig für unser Wohlbefinden und darf getrost als Lebenselixier bezeichnet werden.

feldwaldwiesenblogger

Thema in der Sprechstunde bei Doktor Armin Ablondi: Die „Hööch Muurä“

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Bildquelle: Bote der Urschweiz

Im Bote der Urschweiz vom Dienstag, 26. Mai, war zu lesen, dass die „Hööch Muurä“ zu hinderst im Muotatal ein Risiko darstelle und gar umgebaut werden müsse. Dabei bildet diese Mauer, welche 1910 erbaut wurde, den besten Schutz gegen Geschiebe und Geröll. Im Bote-Beitrag hingegen wurde behauptet, dass sie im Falle von Hochwasser mehr Geschiebe durchlassen müsse. Da verstehe einer noch die Welt!

Ich postete auf Facebook einen entsprechenden Beitrag, welcher einheitlich kommentiert wurde. Nämlich mit Unverständnis und Kopf schütteln gegenüber einem Umbau dieser seit mehr als 100 Jahre alten Mauer.

hööch muurä_facebook
Bildquelle: Facebook

Um den Sachverhalt besser verstehen zu können, wendete ich mich mit einer Email direkt an das Amt für Wasserbau:
„Die Hööch Muurä zu hinderst im Muotatal ist seit mehr als hundert Jahren zum Schutz gegen Geschiebe bei Hochwasser gedacht. Nun hat ihr Chef kürzlich in einem Referat bei der Generalversammlung der Wuhrkorporation Muota-Starzlen erklärt, dass im Kanton Schwyz ein neues Wasserrechtsgesetz in Vorbereitung stehe, welches auch Verbauungen wie die Hööch Muurä neu beurteile. So solle im Falle von Hochwasser mehr Geschiebe durchgelassen werden können. Das kann in meinen (Laien)augen aber bei Hochwasser vermutlich brandgefährlich werden. Wertvolles Kulturland könnte dabei mit Geschiebe überschwemmt werden, die Muota müsste nach Hochwasser regelmässig ausgebaggert werden. Zudem könnten sich bei den Brücken gefährliche Geschiebemengen ansammeln.“

Dazu legte ich eine Kratte voll Fragen. Da ich leider nie eine Antwort von diesem scheinbar sehr viel beschäftigten Amt erhielt, wendete ich mich ganz vertrauensvoll an einen vielgepriesenen Fachmann.

doktor armin ablondi beim golfen
Doktor Armin Ablondi bei seinem liebsten Hobby
Bildquelle: Facebook

Ich hatte Glück, und erwischte den vielbeschäftigten Doktor Armin Ablondi beim Golfen, seinem neuerdings liebsten Hobby. Er hörte sich meine oben beschriebenen Bedenken ganz bedächtig an. Obwohl er ein „Menschenspezialist“ ist, beschied er mir, dass er durchaus auch etwas von Brücken, Geologie und ganz allgemein von Wasser verstehe. Diesbezüglich verriet mit der umtriebige Mann, dass Wasser viel kostbarer als Wein sei, und dass man sehr gut zu diesem flüssigen Gold schauen soll.
Doktor Ablondi lud mich einen Tag später zur Sprechstunde in seine Praxis ein. Bei einem kühlen Bier begann ich meine Fragen zu stellen.

Herr Doktor Ablondi, was meinen Sie zu meinen eben erwähnten Bedenken?
„Nun gut, feldwaldwiesenblogger, du hast natürlich schon recht. Wenn der Kanton und seine Gstudierten meinen, sie müssen nun die altehrwürdige Hööch Muurä schleifen, dann sollen sie das machen. Ich werde aber persönlich dafür schauen, dass im Falle eines Unwetters die gleichen Gstudierten sich nach einem Umbau der Mauer sich dort aufhalten werden. Mehr noch: Sie werden mit Schaufel, Pickel und Garette ausgerüstet, damit sie notfalls gleich die Sauerei nach einer Überschwemmung entfernen können.“

Wie würde im Falle eines Falles ein Umbau der Hööch Muurä aussehen?
„Wie gesagt, ich vermute, die möchten sie schleifen und durch ein blödes kleines Mäuerchen ersetzen. Dieses wird natürlich schon bei einem relativ harmlosen Gewitter „värhudlä“ und Geschiebe durch die Muota Richtung Muotathal und Ried transportieren. Was dabei passieren würde, kann sich jedes Kind vorstellen. Der Lauf der Muota würde mit Geröll gefüllt, welches sich teilweise auch an den Brücken ansammeln wird. Dabei könnten die Brücken beschädigt werden.“

Müsste bei einem Umbau der „Hööch Muurä“ nicht auch die Muota, deren Damm, und die Brücken umgestaltet/verstärkt werden?
„Natürlich, das müssten sie. Die Gstudierten und die Grünen verfolgen, wie mir zu Ohren gekommen ist, einen Plan. Sie möchten nicht nur die Hööch Muurä umbauen, sondern gleich die ganze Muota renaturieren und sich selber überlassen. Weisst du, was dann passiert? Das Muotatal würde mehr und mehr unbewohnbar werden, und wieder der wilden Natur zurückgegeben. Das werden wir Muotathaler aber zu verhindern wissen, gell!“

Diese Mauer ist seit 1910 ein sicherer Rückhalt, und verhinderte seit damals Schlimmeres. Geht man mit einem Umbau nicht ein (zu) grosses Risiko ein?
„Ein beträchtliches Risiko wird bewusst einkalkuliert. Passieren könnte das, was ich in der vorherigen Frage erläutert habe. Wenn die Bürger von Muotathal sich aber zusammen tun, wird nichts dergleichen geschehen. Wenn alle mitmachen, wird die Hööch Muurä so wie sie ist bestehen bleiben. Notfalls blockieren wir die Strasse ins Muotatal.“

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Bildquelle: Bote der Urschweiz

Die Finanzen des Kantons sind ja nicht gerade auf Rosen gebettet. Anstatt zu sparen sind aber scheinbar „Renaturierungen“ und Umgestaltungen unserer Gewässer momentan hoch im Kurs. Verschleudert man da nicht (wieder) viel Geld mit sogenannt „biologischen Kriterien“ oder zu gut deutsch gesagt: „grünen Anliegen“?
„Trotz Finanzkrise: Die grünen Anliegen haben bei einigen Ämtern in Schwyz Hochkonjunktur. Der Bote der Urschweiz nimmt diese Anliegen jeweils liebend gerne auf, und schon ist ein mit der Rosa-Brille abgefasster Bericht in der Zeitung. Wie ich nun an deinen Fragen feststellen kann, hat dich der Bote-Beitrag in Angst und Schrecken versetzt. Papier war schon seit jeher geduldig. Darum: Passieren wird nichts, alles nur heisse Luft. Sollte aber trotzdem etwas in diese Richtung unternommen werden, wissen wir das zu verhindern.
Zudem haben wir mit Othmar Reichmuth einen bodenständigen Vertreter im Regierungsrat. Der wird schon dafür schauen, dass wir im ‚Thal innä‘ nicht überfahren werden.“

Wann könnte das neue Wasserrechtsgesetz in Kraft treten?
„Da bin ich überfragt. So wie ich aber die ‚Kantönler‘ einschätze, könnte das noch eine Ewigkeit dauern. Denn es ist ja allgemein bekannt, dass es diesen Herrschaften nicht unbedingt ‚i Rüggä schiesst‘.“

Setzt der Kanton bei Inkrafttreten des neuen Wasserrechtsgesetzes sein Recht durch, oder wird man trotzdem auf die Sorgen und Anliegen der Bezirke, Gemeinden und Wuhrkorporationen eingehen?
„Am Anfang probieren die Kantonsherren schon ein wenig mit den Ketten zu rasseln. Das wird sich aber legen, sobald sie es mal mit mir zu tun bekommen.“

Muss sich die Gemeinde Muotathal darauf vorbereiten, dass die altehrwürdige „Hööch Muurä“ nun dereinst umgebaut werden muss?
„Hab Vertrauen, feldwaldwiesenblogger, da wird nichts geschehen. Ich habe alles unter Kontrolle. Wie ich aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, haben sie nach der Strassenverbreiterung und Sicherung um den ‚Horä Rank‘ sowieso kein Geld mehr. Zudem verhielten sich die Kantonsherren gegenüber dem Muotatal schon immer äusserst knausrig. Diesmal könnte diese böse Eigenart aber zu einem Vorteil gereichen. Ich sage dir eines: Die altehrwürdige Hööch Murä wird nochmals 100 Jahre überleben.“

Doktor Armin Ablondis Worte in Gottes Ohr. Ein wenig beruhigter bin ich nun nach der Sprechstunde. Zudem stelle ich bei jeder Begegnung mit diesem Herrn fest: Eine kompetentere Persönlichkeit ist mir noch nie über den Weg gelaufen. Doktor Ablondi hat für alles und jeden das richtige Mitteli, das geeignete Rezept oder die passenden Worte. Selbst wenn es eine Mauer oder einen Fluss betrifft.

feldwaldwiesenblogger

Illgau – Ein Dorf ist fast vollkommen von der Umwelt abgeschnitten

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Illgauer Tunnel
Bildquelle: margadant-ag.ch

Dass mit dem Illgauer Tunnel etwas geschehen muss, zeigt obiges Bild. Der Strassentunnel kurz vor dem Dorfeingang gleicht mehr einer Höhle als einem Tunnel, und ist dunkel und eng. Nun wird gehandelt, und es wird etwas Neues und Zeitgemässes gebaut.

Damit auch etwas Zeitgemässes entstehen kann, griffen die Dorfältesten von Illgau zu einer aussergewöhnlichen Massnahme: Die Totalsperrung der Strasse vom Grünenwald zum Dorf, und zwar vom 13. April bis 13. Juni.
Dies führt nun dazu, dass das Bergdorf fast vollkommen von der Aussenwelt abgeschnitten ist. Ich betone das Wort „fast“: Klar, es gibt noch die Holperpiste über die Ibergeregg, aber die zählt nicht wirklich als Strasse.
Der Neubau und die damit verbundene Strassensperrung ist aber auch eine Chance für unsere Nachbargemeinde.

Seit mittlerweile fünf Tagen ist unsere Nachbargemeinde, das beschauliche Illgau, fast vollkommen von der Umwelt abgeschnitten. Die feldwaldwiesenblogger-Redaktion hat sich deshalb entschlossen, das abgeschnittene Dorf zu besuchen und einen Lagebericht zu dieser Situation abzufassen.

Der Augenschein in der Sonnenstube zeigte ein sehr spezielles Bild: Nur noch pensionierte Einheimische und Mütter mit Kleinkindern im Dorf. Die Umsätze des Dorfrestaurants und des Dorfladens stiegen zudem in astronomische Höhen.
Uns wurde auch erzählt, dass man sich fühle wie zu Asterix und Obelix‘ Zeiten. Wie bitte? Ist Illgau auch umzingelt von Feinden…? „Nein, sicher nicht!“, wurde uns beteuert. Was diese Leute damit aber meinten, erfuhren wir erst, als wir das Vertrauen zu den Eingeborenen gewannen.
Im Folgenden gingen wir ganz behutsam vor und versuchten mit den Dorfbewohnern ins Gespräch zu kommen, sowie mehr über die ominöse „Obelix-Geschichte“ zu erfahren.

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Das berühmte Illgauer Seil
Bildquelle: bergbahnen.org

Morgens und abends wird nun rege „das Seil“ benutzt, denn die Illgauer kennen (noch) keine Seilbahn. Man fährt also durchs Seil runter und am Abend wieder durchs Seil hoch. Tief unten, beim Fluhhof, stehen nun haufenweise Autos herum. Ein Bote-Schreiberling bezeichnete diesen „Autofriedhof“ letzte Woche als den „Illgauer Bahnhof“. Von einer Bahn ist aber weit und breit nichts zu sehen. Nur ein Parkplatz voll mit Autos und das besagte „Seil“…

Beim Gang durchs Dorf trafen wir Seppätoni vom Oberen Gaden an. Er signalisierte, dass er mit uns sprechen würde. Bereitwillig gab er uns interessante Auskünfte. Als Erstes meinte er Pfeife rauchend: „Seit der Strassensperrung ist die Luftqualität massiv besser geworden. Es fahren kaum mehr Autos durchs Dorf, denn die befinden sich ja nun im Fluhhof unten. Die Herrschaft über die Strasse haben nun wieder die bäuerlichen Fahrzeuge, Velos und Töfflis. Auch werden wieder Ross und Wagen eingesetzt.“
Weiter ergänzte der rüstige Rentner: „Alles in allem ist das Leben langsamer geworden, so wie früher. Die Hektik ist von einem Tag auf den anderen wieder verschwunden. Man trifft auf keine Touristen mehr, die blöde Fragen stellen. Es hat auch keine verirrten Muotataler, Schwyzer oder sonstige fremden „Fötzel“ im Dorf. Es ist einfach nur schön.“

Kaum zu glauben, aber wahr. In Illgau hat die Strassensperrung zu einer vollkommenen Veränderung des Lebens geführt. Die Eingeborenen sind wieder untereinander, wie früher. Man hat wieder Zeit füreinander. Dem Schein nach fehlt es den Leuten an nichts.
Ein Blick in den Dorfladen zeigte nur leere Regale. Die Geschäftsführerin meinte schwitzend: „Die Strassensperrung ist ein Segen für uns. Die Leute kaufen wieder bei uns ein. Ja, sie hamstern richtiggehend. Bereits um 11 Uhr vormittags sind meine Regale leer.“ Auf die Frage nach Nachschub meinte sie: „Ich werde mir ab nächster Woche einen Helikopter mieten. Mit dem „Seil“ und über die „Holperpiste“ kann ich mich einfach nicht ausreichend genug eindecken. Die Wirtin vom Sigristenhaus macht übrigens auch mit. Sie hat das gleiche schöne Problem.“

Etwas später statteten wir dem Restaurant Sigristenhaus auch einen Besuch ab. Hier das umgekehrte Bild: Statt leere Regale, ein volles Gasthaus. Haufenweise Rentner am Jassen und viele Mütter am Spielen mit ihren Sirup-trinkenden Kindern. Von der arbeitenden Bevölkerung aber keine Spur. Eine rüstige Rentnerin erklärte uns: „Die gehen jeden Morgen brav ihrer Arbeit in Schwyz, im Muotatal oder sogar weiter weg nach. Dabei benutzen sie fast alle das Seil. Damit wir denen nicht die Seil- und Parkplätze streitig machen, verzichten wir bis nach dem 13. Juni auf Ausflüge. Stattdessen bleiben wir im Dorf, besuchen unser einziges Gasthaus und jassen jeden Tag um eine Meisterschaft.“
Auch hier trafen wir auf eine schwitzende Frau, die Wirtin: „Das ist bisher meine umsatzstärkste Woche. Wer kann, kommt. Eigentlich wunderbar, nur fehlt manchmal dies oder jenes, eigentlich ein Luxusproblem. Ab nächster Woche wird sich das mit dem extra gemieteten Helikopter ändern.“

illgau - dorf
Illgau
Bildquelle: illgau.ch

Wie auch immer: Der Bummel durch die autofreie Dorfstrasse liess auch mich und meine Redaktion Stress abbauen. Wir spürten den Frühling mit all unseren Sinnen. Statt hupende und surrende Autos fanden wir friedlich weidende Tiere auf den satt-grünen Wiesen, viel frische Luft und einfach nur Ruhe vor. So eine Strassensperrung täte eigentlich jedem Dorf gut.

Als Letztes wollten wir doch noch erfahren, was das Dorf Illgau mit demjenigen von Asterix und Obelix gemeinsam habe. Immer noch im Restaurant Sigristenhaus sitzend, kam plötzlich Seppätoni an unseren Tisch. Freudestrahlend ergriff er das Wort: „Ich habe gehört, dass ihr noch eine spezielle Frage habt. Ich bin genau der Richtige für eine Erklärung. Erst stopfe ich mir aber noch meine Pfeife.“ Voller Inbrunst begann Seppätoni seine Pfeife zu bearbeiten und mit frischem Tabak zu füllen.
Rauchend begann der weisshaarige Mann zu erzählen: „Also, das mit Asterix und Obelix geht folgendermassen. Es wird ja immer behauptet, dass die Bewohner von Ried-Muotathal runtergefallene Illgauer sind. An dem ist tatsächlich etwas Wahres daran. Die Geschichte spielte aber anders, als ihr im Tal unten meint.
Eines schönen Tages, vor vielen vielen Jahren, kochte unser damaliger Medizinmann einen wundervollen Trank. Der Zufall wollte es, dass Alex, der Sohn vom Medizinmann, mit seinem besten Freund Othmar in der Nähe des grossen Chessis am Spielen war. Das Chessi, ein riesiger Topf aus Metall, hing über dem Feuer, und sein Inhalt köchelte vor sich hin. Nur die alten Illgauer Geister wissen, was in diesem Topf war. Es muss ein kräfteverleihender Trank gewesen sein.“

Seppätoni legte eine kurze Pause ein, um den erloschenen Tabak in seiner Pfeife wieder zu entzünden.
„Alex und Othmar sprangen wie verrückt um das Chessi. Der kleinere und schlauere, Alex, forderte den dicklicheren und nicht sehr gescheiten Othmar heraus. Er rief ihm zu, dass er sich ja doch nicht getraue, auf den Topf zu klettern und mit einem Löffel ein bisschen von diesem Sud zu probieren. Othmar wollte das nicht auf sich sitzen lassen, und passte einen guten Augenblick ab. Als nämlich der Medizinmann kurz weg war, nahm Othmar kurzerhand eine in der Nähe stehende kleine Leiter, stellte sie an das Chessi und kletterte hinauf. Alex fand das aber nicht mehr lustig, und meinte, dass er doch nur Spass gemacht habe. Othmar liess sich aber nicht beirren und streckte bereits den Kopf in den Topf. Gerade als er mit einem Löffel etwas von dem streng riechenden Trank nehmen wollte, verlor er das Gleichgewicht und plumpste in das Chessi. Wild japsend und um sich schreiend tauchte Othmar wieder auf. Alex rief derweil so laut er konnte seinen Vater, den Medizinmann. Der kam so schnell er konnte, und erfasste mit einem Blick das Geschehen. Mit grossen Schritten eilte er zum Topf, packte Othmar und zog ihn aus dem Chessi.
Dieser schrie wie am Spiess und lief wie von der Tarantel gestochen davon. Alex und sein Vater hinterher. Wie von Sinnen rannte der übergewichtige Kleine. Alex konnte sich nicht entsinnen, ihn jemals so schnell und flink gesehen zu haben.
Othmar verschwand im Wald, hoch ob dem Fluhhof. Da passierte ihm plötzlich ein Missgeschick. Er verlor (wieder) sein Gleichgewicht, stolperte und fiel den steilen Abhang hinunter. Der runde Junge hatte Glück im Unglück und stiess an keinen Baum. Othmar rollte richtiggehend den Wald hinunter, nichts und niemand bremste ihn dabei. Nach ein paar Sekunden war die Rutschpartie vorbei, und der Knabe rollte unverletzt unten beim Fluhhof auf die Wiese. Auf jener befand sich just in dem Moment der Fluhhof-Bauer Toni. ‚Ein heruntergefallener Illgauer‘ soll der Bauer laut Überlieferung gerufen haben.
Dem kleinen Othmar hatte dieser Sturz keine einzige Schramme zugefügt. Es wird heute noch erzählt, dass der Medizinmann da wohl ein ganz besonderer Trank gebraut habe, welche dem Buben besondere Kräfte verlieh. Voller Scham habe der Medizinmann nach diesem Vorfall aber nie wieder ein Chessi angerührt und irgendein Gebräu gekocht. Im Dorf Illgau, das bekannt ist für seine phantasievollen Übernamen, nannten sie seitdem Othmar auch Obelix, und Alex, wie könnte es anders sein, Asterix.
Othmar zog einige Jahre später, als er erwachsen war, ins Ried hinunter und gründete dort eine Familie. Die Leute entsannen sich wieder des Vorfalles in seiner Kindheit und nannten ihn und seine Nachfahren von da an die heruntergefallenen Illgauer.“

Zum Schluss der Erzählung fügte Seppätoni noch mit funkelnden Augen an: „Seht ihr, nicht alle Riedter sind heruntergefallene Illgauer, nur die Nachfahren von Othmar, dem Obelix.“

Voller Eindrücke, tief beeindruckt und um eine Story reicher, fuhr die feldwaldwiesenblogger-Redaktion durchs Seil hinunter, zum Illgauer Bahnhof. Von dort ging’s schnurstracks an einen Computer, um den Lagebericht über das fast vollkommen abgeschnittene Illgau für die Nachwelt zu schreiben.

feldwaldwiesenblogger

Sepp Blatter in der Sprechstunde bei Doktor Armin Ablondi

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Doktor Armin Ablondi
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Frau SH lag kürzlich auf der berühmten Couch von Doktor Armin Ablondi. Mit „Muotitaler Fänz“ und guten Worten wurde sie therapiert. Seither ist sie medial kaum mehr in Erscheinung getreten, wieso auch immer…

Letzte Woche hat sich ein weiterer Patient bei Doktor Armin Ablondi zur Behandlung angekündigt.

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Joseph S. Blatter
Bildquelle: theguardian.com

Richtig, es ist Joseph Sepp Blatter. Wie man unschwer auf dem Bild erkennen kann: Dem Mann geht es gar nicht gut. Irrer Blick und die Hände ganz komisch gespreizt.

Was genau sich hinter den dicken Wänden in der Praxis von Doktor Ablondi abgespielt hat, erfahren wir nachfolgend.

Blatter: „Güätä Tag Herr Ablondi, wiä geits insch?“

Doktor Ablondi: „Sprechen Sie bitte deutsch, Herr Blatter, ich verstehe kein Wort. Und stecken Sie bloss ihr Geld weg!“

Blatter: (grummelnd) „Ist ja gut. Hab’s nur gut gemeint. Bisher wurden beim Anblick meines Geldes alle weich…“

Doktor Ablondi: „Aber sicher nicht bei uns im Muotatal. Diese Masche zieht hier nicht. Also, wo drückt der Schuh?“

Blatter: „Schuh ist gut. Der Fussball und die FIFA sind meine Leidenschaft und meine Kinder zugleich.“

Doktor Ablondi: „Da haben Sie aber viele Kinder…“

Blatter: „Blödsinn! Doch nicht alle… Nein, ich habe Beschwerden.“

Doktor Ablondi: „Diese Beschwerden müssen Sie mir näher erläutern.“

Blatter: „Ich habe dauernd Schmerzen in meinen Händen und in den Augen immerzu so ein Zucken.“

Doktor Ablondi: „Das klingt gar nicht gut. Seit wann haben Sie diese Schmerzen und das Zucken?“

Blatter: „Schon eine ganze Weile. Kein Spezialist konnte mir bisher helfen.“

Doktor Ablondi: „Und jetzt haben Sie gedacht, der gute alte Doktor Ablondi hat sicher ein wirksames Hausmitteli…“

Blatter: „Ja, Sie wurden mir von verschiedener Seite empfohlen. Schwinger und sogar Politiker sollen schon bei Ihnen gewesen sein.“

Doktor Ablondi: „Gerüchte. Einiges stimmt, anderes weniger.“

Blatter: „Sie sind meine letzte Hoffnung.“

Doktor Ablondi: „Wenn das so ist, ist meine Sprechstunde aber an Bedingungen geknüpft.“

Blatter: „Ich bezahle Ihnen was Sie wollen. Meine Kassen in Zürich und im Wallis sind randvoll. Sie wissen schon, was ich meine…“

Doktor Ablondi: „Ich weiss ganz genau, was Sie meinen. Ihr Drecksgeld will ich nicht.“

Blatter: „Was wollen Sie dann?“

Doktor Ablondi: „Ganz einfach, ziehen Sie Ihre Kandidatur zurück!“

Blatter: „Ich soll mich im Mai nicht mehr zum FIFA-Präsidenten wählen lassen?“

Doktor Ablondi: „Erraten. Entweder Sie geben mir jetzt an Ort und Stelle Ihr Wort, dass Sie keine fünfte Amtszeit mehr anstreben, oder Sie können meine Praxis gleich wieder verlassen.“

Blatter: (schwitzend und laut seufzend) „Nein, das können Sie nicht von mir verlangen! Was sind Sie nur für ein Mensch. Ich bestach auf jedem Kontinent Menschen mit meinem Geld. Bisher hat noch keiner widerstanden. Sie sind der Erste, der sich wagt abzulehnen.“

Doktor Ablondi: „Sie kennen mich wohl noch nicht richtig. Noch ein Wort von Ihrem Schmiergeld, und ich rufe meinen Assistenten Bruno Imhof. Der diskutiert mit Ihnen nicht lange und wendet sein unerbittliches ‚Brissago-Spiel‘ an.
Also, wollen Sie nun geheilt oder gewählt werden?“

Blatter: (denkt mit riesigen Stirnfalten lange nach) „Also gut, Sie haben mein Wort. Ich verzichte auf eine Kandidatur.“

Doktor Ablondi: „Und das werden Sie morgen gleich an einer öffentlichen Pressekonferenz der ganzen Welt verkünden?“

Blatter: „Ja, das werde ich tun.“

Doktor Ablondi: „Schwören Sie auf mein Schwyzerörgeli, hier und jetzt!“

Blatter: „Ich schwöre es, von mir aus auf was Sie wollen. Auch auf Ihr Schwyzerörgeli.“

Doktor Ablondi: „Gut, sehr gut. Dann werde ich Sie nun näher untersuchen. Entkleiden Sie sich bitte oben.“

Blatter: (nun auf der Couch liegend) „Hören Sie seltsame Geräusche? Was stimmt mit meinen Händen nicht? Haben Sie das Zucken in meinen Augen auch bemerkt?“

Doktor Ablondi: „Ich habe von Ihrem Herzen keine seltsamen Geräusche vernommen. Es scheint sehr gut geschmiert zu sein…“

Blatter: „Wie bitte? Was soll das heissen?“

Doktor Ablondi: „Ach nichts, habe nur laut gedacht… Nein, nein, mit dem Herzen ist alles in Ordnung. Ihre Hände und Ihre Augen gefallen mir aber gar nicht.“

Blatter: „Was stimmt mit ihnen nicht? Nun sagen Sie schon Herr Doktor, was fehlt mir?“

Doktor Ablondi: „Nun, Sie leiden an einer tückischen Krankheit namens Corruptio.“

Blatter: „Hä! Noch nie gehört…“

Doktor Ablondi: „Davon betroffen sind vor allem die Hände, in ganz seltenen Fällen, wie bei Ihnen, auch die Augen.“

Blatter: „Können Sie mir helfen? Bitte! Die Schmerzen sind fast nicht mehr zu ertragen, und das elende Zucken…“

Doktor Ablondi: „Ihre Hände sind von der Krankheit schon richtig durchgebogen, daher die Schmerzen. Die Augen zucken deshalb, weil sie schon zu viel blankes Metall gesehen haben.
Die Hände wie auch die Augen müssten eigentlich operiert werden. Ich sehe da aber noch eine mögliche Therapie-Methode…“

Blatter: „Welche, Herr Doktor?“

Doktor Ablondi: „Mein berühmt-berüchtigter Muotitaler Fänz. Der therapiert und heilt so manche Krankheit. Ich vermute auch die ihre, die Corruptio.“

Blatter: „Ich bin mit allem einverstanden und lasse mich von Ihnen therapieren.“

Doktor Ablondi: „Gut, dann wollen wir mal.

Doktor Ablondi öffnet die Tür zum Nebenraum.

Doktor Ablondi: „Bruno, komm mal!“

Assistent Bruno Imhof kommt vom Nebenraum in den Praxisraum.

Bruno Imhof: „Was gibt’s, Herr Doktor?

Doktor Ablondi: „Koch für meinen Patienten Sepp Blatter doch bitte unseren Muotitaler Fänz, und zwar mit Pfiff.“

Bruno Imhof: „Ist gut Chef, ich mache mich gleich an die Arbeit.“

Assistent Bruno Imhof verschwindet wieder in den Nebenraum.

Blatter: „Da haben Sie aber einen aufmerksamen und wackeren Assistenten, Herr Doktor.“

Doktor Ablondi: „Ja, Bruno ist mir eine grosse Hilfe. Er verrichtet wertvolle Arbeiten. Ich kann ihn sehr vielseitig einsetzen, vom Schneeräumen bis zu kleineren Operationen.“

Blatter: „Das ist ja wunderbar. So einen tollen Assistenten hätte ich auch gerne.“

Nach einer halben Stunde kommt Assistent Bruno Imhof mit dem köstlich dampfenden Muotitaler Fänz in den Praxisraum.

Bruno Imhof: „Hier ist der Fänz. Wünsche gute Genesung.“

Doktor Ablondi: „Also, Herr Blatter, essen Sie. Sie werden sehen, wie schnell diese Therapiemethode wirkt.“

Blatter: „Ja, mache ich. Und vielen Dank.“

Sepp Blatter langt tüchtig zu, und isst den Muotitaler Fänz gierig auf. Kein Rest bleibt übrig.

Doktor Ablondi: „Und, wie hat’s geschmeckt?“

Blatter: „Das war vorzüglich. Solche Therapiemethoden liebe ich. Ich werde Sie weiterempfehlen.“

Doktor Ablondi: „Sehen Sie, so einfach kann es manchmal im Leben gehen.“

Blatter: „Ich bin Ihnen so unendlich dankbar, dass Sie sich Zeit für mich genommen habe. Das wichtigste ist die Gesundheit, alles andere ist doch Nebensache…“

Mitten im Satz steht Sepp Blatter abrupt auf und sieht flehend zu Doktor Ablondi.

Blatter: „Herr Doktor, ich muss dringend auf die Toilette, ich spüre da etwas in der Hose. Wohin muss ich, schnell?!“

Doktor Ablondi: „Sehen Sie, es wirkt schon. Die Toilette befindet sich gleich vorne rechts.“

Sepp Blatter sprintet von dannen, die Hose bereits halb geöffnet, und erreicht noch rechtzeitig die Toilette.
Assistent Bruno Imhof kommt derweil verschmitzt grinsend in den Praxisraum.

Bruno Imhof: „So wie’s aussieht ist die ‚Heilung‘ schon eingetreten.“

Doktor Ablondi: „Ja, das ging diesmal besonders schnell. Die Wirkung trat schon nach ein paar Minuten ein. Ich hoffe, du hast ordentlich ‚Pfiff‘ in den Fänz gemischt.“

Bruno Imhof: „Keine Angst, das habe ich. Der Mann wird die nächsten drei Tage ordentlich Dünnpfiff haben.“

Doktor Ablondi: „Sehr gut, Bruno! Dafür bekommst du heute eine extra grosse Packung Brissagos.“

Bruno Imhof: „Vielen Dank, Herr Doktor.“

Die Tür öffnet sich und Sepp Blatter kommt kreidebleich aus der Toilette geschlichen.

Blatter: „Was haben Sie mir da bloss verabreicht? Ich habe einen Durchfall, wie ich ihn zeitlebens noch nicht erlebte.“

Doktor Ablondi: „Herr Blatter, dass Sie ernsthaft an Corruptio erkrankt sind, habe ich auf einen Blick erkannt. Diese üble Krankheit lässt sich aber nicht mit Muotitaler Fänz heilen. Tut mir leid.“

Blatter: (stammelnd) Wie, was… Aber Sie haben doch gesagt, dass Sie für meine tückische Krankheit eine mögliche Therapie-Methode haben…“

Doktor Ablondi: „Sehen Sie, Herr Blatter, als Sie mir mit ihrem Scheissgeld kamen, schrillten bei mir schon alle Alarmglocken. Und meine Forderung, auf eine fünfte Amtszeit als FIFA-Präsident zu verzichten, hätten Sie sicher nie erfüllt.“

Blatter: „Aber ich habe doch auf Ihr Schwyzerörgeli geschworen…“

Doktor Ablondi: „Dieser Schwur ist etwa so viel wert wie das WC-Papier, dass Sie soeben benutzt haben. Deshalb dachte ich mir: Ungeschoren kommt mir dieser Kerl nicht aus meiner Praxis. Dem verpasse ich einen Denkzettel.“

Blatter: „Denkzettel?“

Doktor Ablondi: „Indem ich meinen Assistenten Muotitaler Fänz mit Pfiff kochen liess. Pfiff steht für Dünnpfiff. Dieser wird Sie nun die nächsten drei Tage begleiten.
Nun verlassen Sie meine Praxis, ich will Sie hier nicht nochmal sehen. So ein hoffnungsloser Fall wie Sie einer sind, ist mir noch nie über den Weg gelaufen.“

Sepp Blatter sprintet schon wieder zur Toilette.

feldwaldwiesenblogger

Sprechstunde bei Doktor Armin Ablondi

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Doktor Armin Ablondi
(Bildquelle: feldwaldwiesenblogger)

Doktor Armin Ablondi wurde kürzlich von Frau SH (Name der feldwaldwiesenblog-Redaktion bekannt) aufgesucht. Die gute Dame hat mitbekommen, dass nebst lokalen Persönlichkeiten auch schon so nationale Grössen wie Schwingerkönig Kilian Wenger, Weltwoche-Chef Roger Köppel oder SVP-Obermotzer Christoph Mörgeli bei dem berühmt-berüchtigten Doktor in der Sprechstunde waren. Das Ergebnis war meist erfreulich. Ausser bei Mörgeli hat bisher bei allen Patienten die Behandlung angeschlagen. Weiss der Kuckuck, was da schief lief…

Nun, Frau SH lag jetzt auch auf Ablondis Couch. Gerüchteweise ist mir zu Ohren gekommen, was genau in der Praxis gesprochen wurde.

Frau SH: „Guten Tag Herr Doktor Ablondi.“
Doktor Ablondi: „Guten Tag Frau SH, wie geht’s Ihnen?“
Frau SH: „Gar nicht gut. Mein Mann hat mich rausgeschmissen!“
Doktor Ablondi: „Wieso das denn? Was ist geschehen?“
Frau SH: „Meine angebliche Vorliebe für SVP-Männer ging ihm gewaltig auf den Kecks…“
Doktor Ablondi: „Angebliche Vorliebe für SVP-Männer? Das müssen Sie mir genauer erklären.“
Frau SH: „Nun, letzten Dezember hatte ich mich bei einer Feier nicht mehr im Griff. Ich schnappte mir wieder einen SVP-Mann, und schwupps war’s passiert…“
Doktor Ablondi: „Was ist denn passiert?“
Frau SH: „Ich trank ein bisschen zu viel und verspürte den plötzlichen Drang, einen SVP-Mann aufzureissen…“
Doktor Ablondi: „Ist es Ihnen gelungen? Haben Sie ihn flach gelegt?“
Frau SH: „Und wie! Wir waren beide voll mit K.O.-Tropfen, äh mit Zuger Kirsch, und haben uns benommen wie die Tiere. Der gute Mann hat sogar eine Schramme abbekommen…“
Doktor Ablondi: „Wie ging’s weiter?“
Frau SH: „Die Leute von der Feier haben mitbekommen, was wir getrieben haben. Wir schnappten uns ein Taxi und fuhren schleunigst davon.“
Doktor Ablondi: „Und dann?“
Frau SH: „Mein Mann nahm mich in Empfang und schimpfte lauthals mit mir. Das Wort Schlampe fiel…“
Doktor Ablondi: „Ein ganz schlimmes Wort…“
Frau SH: „Er empfahl mir am nächsten Morgen, mich bei einem Kommunikationsprofi beraten zu lassen.“
Doktor Ablondi: „Was riet dieser Ihnen?“
Frau SH: „Ich soll Schmerzen im Unterleib vortäuschen und schurstracks mich im Spital auf eine mögliche Vergewaltigung untersuchen lassen…“
Doktor Ablondi: „Oha, starker Tobak!“
Frau SH: „Ja, gewiss. Eine vorschnelle Ärztin, eine Deutsche, machte Meldung bei der Polizei. Ohne mich zu fragen…“
Doktor Ablondi: „Und dann lief alles aus dem Ruder, oder…?“
Frau SH: „Das tat es. Der SVP-Mann wurde verhaftet, wir beide gerieten in die Schlagzeilen. Grausam…“
Doktor Ablondi: „Schrecklich…“
Frau SH: „Die Geschichte zog dermassen seine Kreise, ich war machtlos… Ich musste lügen!“
Doktor Ablondi: „Lügen?“
Frau SH: „Mein Kommunikationsprofi riet mir, aus dem Zuger Kirsch K.O.-Tropfen zu machen, und mich analysieren zu lassen…“
Doktor Ablondi: „Mit negativem Ergebnis?“
Frau SH: „Gewiss. Ich war immer bei vollem Bewusstsein und nie k.o., nur beschwipst…“
Doktor Ablondi: „Kein Wunder bei dem feinen Zuger Kirsch…“
Frau SH: „Wie bitte?“
Doktor Ablondi: „Ach nichts, habe nur laut gedacht. Wie kann ich Ihnen helfen?“
Frau SH: „Mein Mann stellte mich vor die Tür, er hat genug…“
Doktor Ablondi: „Hier können Sie aber nicht bleiben…“
Frau SH: „Habe ich auch nicht vor. Ich brauche dringend Ihren Rat!“
Doktor Ablondi: „Hm, inwiefern?“
Frau SH: „Wie komme ich aus der ganzen Geschichte wieder raus?“
Doktor Ablondi: „Sie wissen aber schon, dass ich ein Doktor bin, und kein Psychologe. Ich habe für dies und das Mitteli, aber für Ihren Fall?“
Frau SH: „Ihre Behandlung von Schwingerkönig Wenger hat mich tief beeindruckt…“
Doktor Ablondi: „Ja, schon, aber der hatte ja auch ein körperliches Problem…“
Frau SH: „Das habe ich in einem gewissen Sinne ja auch. Ich leide…“
Doktor Ablondi: „Da sind Sie ein Stück weit ja auch selber schuld. Unbedarfte SVP-Männer flach legen…“
Frau SH: „Was heisst da flach legen? Diesen einen habe ich geliebt. Er versprach mir sogar, seine Frau für mich zu verlassen…“
Doktor Ablondi: „Und das haben Sie ihm geglaubt? Wie naiv sind denn Sie?“
Frau SH: „Schimpfen Sie nur mit mir, Sie haben ja Recht!“
Doktor Ablondi: „Ich habe immer Recht! Will die Kirche aber mal im Dorf lassen. Es gingen schon andere Persönlichkeiten fremd. Denken Sie nur an US-Präsident Clinton…“
Frau SH: „Ich weiss. Sowas kann immer schlimm enden. Meine Polit-Karriere steht auf dem Spiel. Die Partei möchte mich für die Nationalratswahlen aufstellen, ich bin doch nicht mehr tragbar…“
Doktor Ablondi: „Papperlapapp. Ich koche Ihnen jetzt meinen berühmt-berüchtigten Muotithaler Fänz. Der bringt Sie wieder auf die Beine und auf andere Gedanken.“
Frau SH: „Oh, vielen Dank, Herr Doktor!“
Doktor Ablondi: „Er heilt Sie auch von ihrer SVP-Männer-Sucht.“
Frau SH: „Ja ja, schon gut…“
Doktor Ablondi: „Nun essen Sie schon. Und dann entschuldigen Sie sich bei Ihrem Mann, beim SVP-Mann und allen anderen die Sie belogen haben.“
Frau SH: „Bei meinem Mann, ja. Aber bei den anderen. Muss das wirklich sein?“
Doktor Ablondi: „Ja, das muss sein. Wenn Sie mir Ihr Wort jetzt nicht an Ort und Stelle geben, sperre ich Sie ins Hölloch!“
Frau SH: „Sie haben mein Wort, Herr Doktor. Ich werde Abbitte leisten.“
Doktor Ablondi: „Na also, geht doch. Wie schmeckt der Fänz?“
Frau SH: „Ausgezeichnet. Er wirkt schon…“
Doktor Ablondi: „Soso. Was für Veränderungen spüren Sie?“
Frau SH: „Ich verspüre keine Lust mehr auf SVP-Männer. Dafür umso mehr auf Muotithaler Doktoren…“

feldwaldwiesenblogger

Ein Silvestergedicht

In Zürich ist es schön und mild,
die Stauffachers führen was im Schild.

Der einte môchte alle Kamine russen,
den andern interessierts kän glussen.

Wohnen tun sie in einem schönen Haus,
und leben gröber in Saus und Braus.

Fressen und saufen wie die Grossen,
und besteigen untertags jeden Nossen.

Beide sehen gern viel Frauen-Röcke,
sie sind grad ächli Schweine-Böcke.

In der Nacht tun sie nicht nur pennen,
sie müssen dem Bier nachrennen.

feldwaldwiesenblogger

Christoph Mörgeli und Roger Köppel in der Sprechstunde bei Doktor Armin Ablondi


(Bildquelle: unbekannt)

Heute liegen sie gleich im Doppelpack auf der Couch von Doktor Armin Ablondi. In Behandlung begeben haben sich Professor und SVP-Grossmaul Christoph Mörgeli sowie der Schlaumeier und Weltwoche-Verleger Roger Köppel.
Nun fragt sich der geneigte Leser: Wieso brauchen diese beiden „arigen“ (Muotathaler Ausdruck für superschlau und arrogant) Subjekte überhaupt ärztlichen Rat, und gleich noch von Doktor Ablondi? Nun, wie man vernommen hatte, brachte die Weltwoche-Serie über den Rausschmiss von Professor Mörgeli aus dem Medizinhistorischen Institut und die salbungsvolle Berichterstattung der Weltwoche das berühmte Fass zum Überlaufen.

Wieso das Fass aber „überlief“, und was die beiden Herren beim berühmten Muotathaler Doktor wollen, erfahren wir in der Folge.

Doktor Armin Ablondi (Ablondi): „Guten Tag die Herren!“
Christoph Mörgeli (Mörgeli): „Grüezi Herr Doktor Ablondi. Ich freue mich, Sie endlich persönlich kennen zu lernen.“
Roger Köppel (Köppel): „Guten Tag Herr Doktor. Sie wohnen ja wirklich an einem der schönsten Flecken der Erde…“
Ablondi: „Was führt die beiden geschteiten Herren zu mir?“
Mörgeli: „Nun, die halbe Welt meint, ich sei ein Messi, und wurde deshalb aus der Uni geworfen..“
Ablondi: „Ein Messi? Aber der spielt doch beim FC Barcelona?“
Köppel: „Nein, Herr Doktor, da liegt ein Irrtum vor. Gemeint ist ein Mensch, der nicht Ordnung halten kann…“
Ablondi: „Aha, und so einer ist also der Mörgeli?“
Köppel: „Nein, ist er eigentlich nicht…“
Mörgeli: „Was heisst hier ‚eigentlich‘?“
Köppel: „Nun, also, deine verstaubten Knochen und Präparate im Medizinmuseum haben wir ja auch gesehen. Du hättest sie nur besser verstecken müssen…“
Ablondi: „Ich verstehe nur Bahnhof! Wegen verstaubten Knochen und Präparaten suchen Sie mich auf?“
Mörgeli: „Der Fall ist komplizierter. Der neue Chef, Condrau Flurin, hat mich aus dem Museum gemobbt. Ihm gefielen meine alten Ausstellobjekte nicht mehr…“
Ablondi: „Waren diese Dinge nun verstaubt oder nicht?“
Köppel: „Ein wenig. Um was gahts? Fakt ist doch, dass das nicht relevant war…“
Mörgeli: „Erzähl keinen Blech, Köppel! Meine Ausstellobjekte waren stets in tadellosem Zustand…“
Ablondi: „Wenn dem so wäre, wieso wurden Sie dann rausgeschmissen?“
Mörgeli: „Verstönd Sie, Herr Doktor, die wollten mich loswerden, wegen meinem Parteibüchlein.“
Ablondi: „Häh? Parteibüchlein? Ich dachte, wegen den verstaubten Objekten…“
Köppel: „Huah huah huah…der isch guät, gäll Christoph..“
Mörgeli: „Spinnst du jetzt, Roger?“
Köppel: „Du denn nicht, Mörgeli?“


(Bildquelle: klatschheftli.ch)

Ablondi: „Bitte, meine Herren, nun reissen Sie sich ein wenig zusammen! Nun mal Tacheles: Wie kann ich euch beiden Schlaumeiern helfen?“
Mörgeli: „Können Sie uns beiden nicht etwas verschreiben, wie dem Kilian Wenger vor dem Eidgenössischen in Burgdorf?“
Ablondi: „Ja, wollt ihr denn auch das Rezept des berühmt-berüchtigten Muotathaler Fänz? Schaden täte dies euch Spränzlen sichern nicht.“
Köppel: „Aber bitte etwas Vegetarisches… Ich esse keine toten Tierchen, äh Fleisch…“
Mörgeli: „Das ist etwas Vegetarisches, du Dummkopf!“
Ablondi: „Die Hauptzutaten sind Butter, Mehl, Milch und Salz. Etwas Vegetarischeres bekommen Sie nirgends, Herr Köppel!“
Köppel: „Also gut, Herr Doktor, kochen Sie uns bitte diesen Fänz.“


(Bildquelle: klatschheftli.ch)

Ablondi: „Das werde ich machen, meine Herren. Aber nun liegen Sie bitte schön brav auf meine Couch, gleich zusammen.“
Mörgeli: „Jaaa, tut das gut. Also, ich muss ehrlich gestehen, der Condrau ist ein Arschloch.“
Köppel: „Das wussten wir doch schon vorher. Aber dass der gleich zum Obermobber mutiert, hätte ich dem Bündner nicht zugetraut.“
Mörgeli: „Das liegt diesen Bündner Steinböcken wohl im Blut. Die Eveline, die zur Zeit berühmteste Bündner Steingeiss, ist aus ähnlichem Holz geschnitzt. Zum Glück haben wir die aus der SVP rausgedrückt…“
Köppel: „Ja, das war eine Heldentat sondergleichen.“
Ablondi: „Aber wo drückt euch beiden den wirklich der Schuh?“
Mörgeli: „Eigentlich nirgends. Wir dachten, vielleicht hätten Sie ein Mitteli, um den Condrau zu vergiften…?“
Köppel: „Aber bitte, Herr Ablondi, das muss wirklich unter uns bleiben. Wie viel Geld wollen Sie dafür?“
Ablondi: „Raus aus meiner Praxis, alle beide! Ihr verdammtes SVP-Pack. Macht euren Dreck selber, und bringt nicht unbescholtene Bürger in einen fürchterlichen Clinch. Euch beide kenne ich nämlich schon lange. Ihr schreckt vor nichts zurück. Und am Schluss wäre wohl noch ich der Täter!“
Köppel: „Wir gehen ja schon, war ja nur ein bisschen Spass, gell Christoph?“
Mörgeli: „Das war überhaupt nicht als Spass gemeint. Ich hasse diesen Condrau…!“
Ablondi: „Verschwindet und lasst euch nie mehr blicken! Hätten Sie bloss Ordnung gehalten in dem Scheissmuseum, dann hätten Sie Ihren Job noch. Und Sie Herr Köppel enttäuschen mich masslos, einem solchen Schurken auch noch eine Plattform in ihrem Wochenmagazin zu geben.“
Mörgeli: „Scheisse, wir gehen. Da ging der Schuss wohl noch nach hinten los…“
Köppel: „…und du Christoph hast gesagt, dass das Muotathal eine Hochburg der SVP ist?…“
Ablondi: „Das ist es leider auch. Aber eine ehrliche Hochburg! Es ist eine Schande, dass solche Subjekte wie Sie Herr Mörgeli in dieser Partei sind. Das bringt so eine Volkspartei nur in Verruf! Ade!“

Und so zogen die beiden zwielichtigen Herren von dannen, ohne vom Fänz gekostet zu haben, und wurden nie mehr im schönen Muotathal gesehen.

feldwaldwiesenblogger