«E ghörigi Portion Bruuchtum am Schwinget»

Text: Tobias Scheiwiller (Medienchef OLMA-Schwinget) und feldwaldwiesenblogger

Am letzten OLMA-Messetag, am Sonntag, 21. Oktober, wartet auf die Messebesucher ein besonderes Highlight. Am OLMA-Schwinget trifft sich, wer Rang und Namen hat: Samuel Giger, Gewinner des Schwägalp-Schwingets, und weitere Eidgenossen stehen im Ring.

Bereits zum 22. Mal treffen sich Schwinger des Nordostschweizerischen Schwingerverbandes zum traditionellen Wettstreit im Sägemehl der OLMA-Arena. Je drei Schwinger aus den anderen vier Teilverbänden (Berner Kantonaler Schwingerverband, Innerschweizer Schwingerverband, Nordwestschweizer Schwingerverband und Südwestschweizer Schwingerverband) treten als Gäste zum Wettkampf an. Auf die besten drei Schwinger warten wertvolle Lebendpreise.

Am kommenden Sonntag lassen es die Schwinger nochmals ordentlich stieben!
Bild: Regina Kühne

Hochkarätige Namen
Die Schwingerliste mit rund 90 Namen wird vom stärksten Schwinger der Saison, Samuel Giger, angeführt. Neben Giger kommen mit Domenic Schneider, Beni Notz und dem Routinier Stefan Burkhalter gleich nochmals drei Eidgenossen aus dem starken Thurgauer Kantonalverband. Zudem ist der Appenzeller Eidgenosse Raphael Zwyssig am Start. Zu den Ostschweizern gesellt sich mit Nick Alpiger ein starker Nordwestschweizer Eidgenosse.

Echt urchig
Der OLMA-Schwinget bietet Spitzensport, spannende Wettkämpfe und eine einzigartige Atmosphäre. Und wie es sich für ein Schwingfest gehört, zeigen Jodler, Fahnenschwinger und Alphornbläser zwischen den Wettkämpfen urchige Unterhaltung. Der OLMA-Schwinget ist voller Brauchtum und damit ein Event, wo Tradition nicht nur gezeigt, sondern auch gelebt wird. Ein Event für alle!

Veranstalter
Organisiert wird der OLMA-Schwinget vom Schwingerverband St.Gallen und Umgebung, sowie dem Bürgerturnerchörli St.Gallen in Zusammenarbeit mit der OLMA.

Das Schwingfest beginnt um 08.30 Uhr, Kassaöffnung beim Eingang G ist
um 08.00 Uhr. Der Zugang erfolgt bis 09.00 Uhr ausschliesslich via Eingang G.

feldwaldwiesenblogger

«Ich konnte wieder vorne mitschwingen und bin gesund» – Interview mit Spitzenschwinger Christian Schuler zum Saisonabschluss

Der 30-jährige Christian Schuler hat mit einem starken Spätsommer nach seiner schweren Knieverletzung im letzten Jahr den Anschluss zur Spitze wieder hergestellt. Obschon er auch diese Saison zwischenzeitlich verletzungsbedingt ausfiel, belegte er in der Jahreswertung den ausgezeichneten siebten Platz.

Text und Foto: Werner Schönbächler und feldwaldwiesenblogger

Wie schlimm ist die am Siebner Herbstschwingertag zugezogene Fingerverletzung?
«Es ist glücklicherweise nichts Gravierendes. Doch im Training konnte ich noch nicht wunschgemäss Griffe fassen, sodass ich mich entschied, die Saison zu beenden, um den Aufbau nicht hinausschieben zu müssen.»

Wie bist Du mit Deiner Saison zufrieden?
«Nach meiner letztjährigen Knieverletzung bin ich sehr zufrieden. Es hat sich für mich gelohnt, dass ich auf einen operativen Eingriff verzichtet und auf eine alternative Methode gesetzt habe. Ich gönnte dem Knie danach die nötige Erholungszeit, was mir einen zielgerichteten Aufbau ermöglich hat.»

Bereits der Start an den Frühlingsfesten verlief für Dich vielversprechend. Hast Du damit gerechnet?
«Damit durfte ich wirklich nicht rechnen, umso schöner war es für mich. Ich konnte viel mehr umsetzen, als ich mir eigentlich zum Ziel gesetzt habe.»

Schon bald trat am Ob- und Nidwaldner Kantonalen wieder eine Verletzung auf. Was dachtest Du im ersten Moment?
«Nach dem etwas harzigen Start am Schwyzer Kantonalen erwischte es mich am «Ob- und Nidwaldner» erneut. Im ersten Moment war ich niederschlagen. Zum Glück erwies sich die Verletzung nicht als allzu schlimm.»

Nachdem Du deswegen zwei Kantonalfeste sausen lassen musstest, gabst Du ausgerechnet beim Bergklassiker auf dem Stoos das Comeback. War das nicht etwas riskant?
«Mich verbinden gute Erinnerungen mit diesem Anlass, konnte ich doch 2009 auf dem Stoos mein erstes Kranzfest gewinnen. Im Grossen und Ganzen war ich zufrieden mit meiner Leistung, obschon ich die fehlende Wettkampfpraxis spürte und gerade noch den letzten Kranz holte. Ich bin da gerade noch mit einem «blauen Auge» davongekommen.»


Christian Schuler darf auf eine starke Saison zurückblicken

Dann wurdest Du von Fest zu Fest stärker?
«Das ist so. Nachdem ich mich am «Innerschweizerischen» im ersten Rang klassierte, wurde ich am «Südwestschweizerischen» Zweiter. Der Sieg in Ruswil bedeutete mir sehr viel und gab mir das das nötige Selbstvertrauen für den weiteren Verlauf. Ich merkte, dass ich endgültig wieder «bei den Leuten» angekommen bin.»

Auf dem Brünig und der Schwägalp hast Du das Fest an der Spitze mitgeprägt. Was hat für den Sieg gefehlt?
«Auf dem Brünig erhielt der punktgleiche Kilian Wenger gegenüber mir vom Einteilungskampfgericht den Zuschlag für den Schlussgang gegen Joel Wicki, was für mich in Ordnung war. Eine kurze Unaufmerksamkeit gegen Daniel Bösch auf der Schwägalp hatte fatale Folgen und brachte mich um den Schlussgang.»

Du wirkst derzeit rundum zufrieden. Oder täuscht dieser Eindruck?
«Nein, obschon nicht immer alles zusammenpasste, kann ich mit der Saison sicher zufrieden sein. Nach meiner nicht einfachen Knieverletzung konnte ich wieder vorne mitschwingen und bin gesund, was wohl das Wichtigste ist. All das ist ein Resultat von dem, was ich in den Sport investiert habe, inklusive der vielen Trainingsstunden.»

Wie bringst Du es fertig, Familie, Job und Sport unter einen Hut zu bringen?
«Ich kann zum Glück auf einen grosszügigen Arbeitgeber zählen, dank dem ich meine Zeit gut einteilen kann. Weiter habe ich ein gutes Umfeld, welches es mir ermöglicht, ein Stück weit fürs Schwingen zu leben.»

Wie geht es nun weiter?
«Nach einer kurzen Pause werde ich den Aufbau für die nächste Saison mit Schulschwingen beginnen. Da wird das Augenmerk auf die richtige Ausführung von Schwüngen gelegt. Das Konditionstraining werde ich nicht unterbrechen. Mein Ziel ist es, wieder vorne mitschwingen zu können.»

Hast Du das nächstjährige «Eidgenössische» in Zug bereits im Hinterkopf?
«Nein, ich versuche es noch möglichst lange auszublenden und den Fokus auf mich zu legen. Ich habe ja bereits an fünf «Eidgenössischen» mitgemacht und weiss, was da abgeht. Doch wird der Medien-Hype gegenüber den letzten Austragungen wohl noch grösser werden. Da muss man sich gut abgrenzen können, um noch genügend Zeit für sich zu haben.»

feldwaldwiesenblogger

Nachgefragt bei Marco Fankhauser, dem Schlussgang-Verlierer von Unteriberg

Text: feldwaldwiesenblogger

Wieder einmal lasse ich einen Schlussgang-Verlierer zu Wort kommen: Marco Fankhauser. Der Entlebucher stand am vergangenen Sonntag in Unteriberg SZ im Schlussgang und verlor diesen leider. Dennoch hat es Marco auch verdient, erwähnt zu werden. Denn er erreichte die Endausmarchung mit einer starken Leistung. Mit dem Luzerner führte ich ein Tag später ein interessantes Gespräch und wollte von ihm unter anderem wissen, wie er den Schlussgang erlebte. Weiter aber auch, wie seine Saisonbilanz aussieht und wann er in die Vorbereitung für 2019 einsteigt.

Der 49. Herbstschwinget Unteriberg
Sieger des letzten Schwingfestes in der Innerschweiz wurde Pirmin Reichmuth. Der zum Glück wiedergenesene Chamer bezwang im Schlussgang nach 40 Sekunden Marco Fankhauser mit einem Wyberhaken. 800 Zuschauer fanden bei prächtigem und mildem Herbstwetter den Weg nach Unteriberg. Das Organisationskomitee unter der bewährten Leitung von Kurt Marty scheute keinen Aufwand und führte beim Bezirkschulhaus ein stimmungsvolles Schwingfest durch. Bei diesem kam die volkstümliche Unterhaltung natürlich auch nicht zu kurz. Zudem wurde ein kleiner, aber nicht minder feiner Gabentempel hergerichtet.
58 Schwinger, die Mehrzahl aus dem Kanton Schwyz, traten am Sonntagmittag an. Darunter war mit dem Sieger nur ein Eidgenosse am Start. Der ursprünglich gemeldete Rothenthurmer Christian Schuler musste wegen einer Fingerverletzung, welche er sich im Schlussgang des Herbstschwingertages Siebnen zuzog, Forfait erklären. Weiter figurierten unter dem Teilnehmerfeld einige starke Kranzschwinger.

Marco Fankhausers zweite Teilnahme in Unteriberg
Nachdem Marco vor einigen Jahren schon einmal in Unteriberg antrat, belegte er bei der zweiten Teilnahme in der sonnigen Hochybrig-Region den zweiten Schlussrang. Der Sennenschwinger qualifizierte sich mit fünf Siegen verdient für den Schlussgang. Darunter befanden sich mit Roland Kälin, Ursin Battaglia und im fünften Gang mit Philipp Schuler Berg- und Teilverbandskranzer.
Marco Fankhauser’s Geburtsdatum ist der 8. März 1996. Der 22-Jährige wohnt in Hasle LU, ist ledig und weist mit seiner Grösse (187 Zentimeter) und seinem Gewicht (103 Kilogramm) Idealmasse für den Schwingsport auf. Der Entlebucher ist gelernter Plattenleger, absolviert derzeit eine Zweitausbildung als Maurer und befindet sich im ersten von zwei Lehrjahren. Zu seinen Hobbys zählt er nebst dem Schwingen Biken, Skifahren, Schwyzerörgeli- und Handorgelspielen.
Marco ist Mitglied beim Entlebucher Schwingerverband und hat bisher 13 Kränze herausgeschwungen. In der nun zu Ende gehenden Saison konnte er am Zuger und Schwyzer Kantonalen sowie am Innerschweizerischen und am Rigi-Schwinget vor die Kranzdamen treten. Diese vier Kranzgewinne und die vier an Kranzfesten bezwungenen Eidgenossen brachten ihm den 43. Rang in der SCHLUSSGANG-Wertung, der offiziellen Jahrespunkteliste des Eidgenössischen Schwingerverbandes, ein.
Marco schwingt seit 2002 und benennt als schwingerisches Vorbild den Gersauer Eidgenossen Andreas Ulrich.


Ein strahlender Marco Fankhauser nach dem Herbstschwinget Unteriberg
Foto: Gebrüder Fankhauser (Facebook)

Herzliche Gratulation zum Erreichen des Schlussganges! Was ging dir nach dem verlorenen Schlussgang durch den Kopf?
„Als Erstes ging mir der Schlussgang vom Herbstschwinget Schachen durch den Kopf. Dort nahm ich mir vor, es das nächste Mal besser zu machen. Dazu muss man aber auch sagen, dass die Voraussetzungen betreffs Favoritenrolle in Schachen anders waren. Dort war ich eigentlich Favorit, in Unteriberg nicht unbedingt. Ich wusste auch nicht so genau, wie stark Reichmuth schon wieder ist.“

Würdest du heute mit einer anderen Taktik den Schlussgang in Angriff nehmen?
„Das ist schwierig zu sagen. Beim Herbstschwinget Schachen hat’s einen Sieger gebraucht. In Unteriberg hätte mir ein Gestellter gereicht. In Schachen zog ich aufs Gut des Kampfrichters und wurde ausgekontert. In Unteriberg wartete ich leider ab. Das würde ich nächstes Mal nicht mehr so machen. Ich würde gleich aufs Gut ziehen und weniger taktieren.“

Mit fünf souveränen Siegen hast du den Schlussgang erreicht. Welcher dieser Gänge war der härteste Kampf?
„Der Kampf gegen Ursin Battaglia war der härteste. Philipp Schuler und Roland wie Remo Kälin waren defensiv sehr stark. Diese muss man zuerst auch bezwingen.“

Was für ein Fazit ziehst du vom Herbstschwinget Unteriberg?
„Ich ziehe ein gutes Fazit. Die Organisatoren zeigten am Vormittag grosse Freude, als ich mich für den Schwinget anmeldete. Solche Schwingfeste kann man zum Teil mehr geniessen als Kranzfeste. Denn es herrscht weniger Hektik, sondern vielmehr eine angenehme Atmosphäre.“

Wie sieht deine Saisonbilanz insgesamt aus?
„Ich bin zufrieden und konnte die Saison gesund beenden. Mitte der Saison hatte ich eine Verletzung am Ellbogen, und liess mir dabei genügend Zeit. Am Berner Kantonalen und auf der Schwägalp lief es mir nicht wie gewünscht, diese beiden Kranzfeste waren eigentlich meine Saisonhöhepunkte.
Ich durfte aber drei Premieren feiern: Mit dem ersten Innerschweizer- und dem ersten Rigi-Kranz. Ich konnte zudem meine Kantonalkranz-Sammlung vervollständigen. Bei den Bergkränzen fehlen mir noch drei auswärtige, nämlich jener am Schwarzsee, auf dem Weissenstein und der Schwägalp. Der Gewinn dieser Kränze bilden meine nächsten Ziele.“


Marco Fankhauser gewann 2017 und 2018 jeweils vier Kränze
Foto: Entlebucher Anzeiger

Du hast deinen ersten Kranz 2012 beim Luzerner Kantonalen in Wolhusen gewonnen. Welches war deine bisher erfolgreichste Saison?
„Die letztjährige Saison genoss ich am meisten, da ich 2016 den grössten Teil der Saison verletzungsbedingt fehlte. Es war einfach nur schön, wieder dabei zu sein. Ich freute mich an jedem Kranzgewinn und ging mit einer riesigen Freude an den Unspunnen-Schwinget, welchen ich im vierten Rang abschloss. Diese Saison war auch toll, denn ich konnte gleich viele Kränze wie letzte Saison gewinnen: Nämlich vier.“

2017 hast du den Schlussgang beim Luzerner Kantonalen bestritten, dabei leider verloren. 2019 ist der erste Kranzfestsieg fällig?
Marco lacht. „Ich hätte nichts dagegen. Es muss einfach alles passen, und vor dem Schlussgang steht es immer 50 zu 50. In Malters war ich nahe dran. Wenn der Tag stimmt, ist alles möglich.“

Es ist allgemein bekannt, dass die Gebrüder Fankhauser sich gegenseitig „pushen“. Wie sieht das konkret aus?
„Im Training spornen wir uns gegenseitig an und klopfen Sprüche. Es ist immer speziell, wenn man gegen seine Brüder schwingt. Wir brauchen das einfach, weil wir nichts anderes kennen. Schön ist zudem, gemeinsam an die Schwingfeste zu reisen. Ich habe das in Unteriberg festgestellt: Es ist schon anders, wenn man ohne seine Brüder antritt.“

Du wirst im kommenden März 23 Jahre jung. Das ideale Alter für den ersten eidgenössischen Kranz?
Marco lacht erneut. „Das Ziel ist es sicher. Die Gesundheit muss einfach mitmachen. Ich habe es 2016 gesehen: Ich durfte damals im Frühling super Rangschwingfeste erleben und plötzlich kam der „Chlapf“ und mit der schweren Verletzung war es vorbei. Es muss an jenem Wochenende einfach alles stimmen. Es wäre sicher schön und ich arbeite auch auf darauf hin.“

Wann steigst du in die Saisonvorbereitung für 2019? Wie wird diese aussehen?
„Meine Saisonvorbereitung starte ich anfangs November mit Kraftaufbau und Ende November beginnen wir mit dem Schulschwingen. Zu anstrengend wird es am Anfang noch nicht sein. Wir werden gewisse Schwünge näher anschauen und möchten nicht ausgepowert sein, wenn es im Frühling wieder losgeht.“

feldwaldwiesenblogger

Fünfter Sieg für Christian Schuler? – Vorschau auf den Herbstschwinget Unteriberg

Am nächsten Sonntag wird in der Innerschweiz endgültig ein Schlussstrich unter die Schwingersaison 2018 gezogen. Als Hauptfavorit startet in Unteriberg Christian Schuler. Gemeldet ist mit Pirmin Reichmuth zudem ein zweiter Eidgenosse.

Text: Werner Schönbächler und feldwaldwiesenblogger

Bereits zum 49. Mal wird der Herbstschwinget in Unteriberg ausgetragen. Nach einer langen Saison steigen die Schwinger zum letzten Mal in die Zwilchhosen. Das Organisationskomitee unter der bewährten Leitung von Kurt Marty hat alle Vorkehrungen getroffen, damit die Aktiven und Zuschauer auf ihre Rechnung kommen. Aufgrund früherer Austragungen dürfen bis zu 70 Schwinger aus der Innerschweiz erwartet werden. In den letzten Jahren war der Anlass fest in Schwyzer Händen. Mit dem Zuger Alois Schillig konnte sich 2005 letztmals ein «Auswärtiger» in die Siegerliste eintragen lassen. Seither hatten die Gäste hartes Brot auf Ybriger Boden zu essen. Rekordhalter ist Martin Grab mit sechs Siegen.


2017 besiegte Reto Nötzli im Schlussgang Christian Lagler
Bild: feldwaldwiesenblogger

Christian Schuler ist Favorit
Da man über die genaue Zusammensetzung des Teilnehmerfeldes noch im Dunkeln tappt, sind Voraussagen äusserst schwierig. Als Hauptfavorit darf allerdings der vierfache Eidgenosse Christian Schuler bezeichnet werden, welcher in Unteriberg schon viermal gewann. Der 30-jährige Rothenthurmer belegte mit sechs Kranzgewinnen den siebten Rang in der Jahreswertung und war damit hinter Joel Wicki zweitbester Innerschweizer. Wenn man den Umstand in Betracht zieht, dass er wegen einer Verletzung an zwei Kranzfesten nicht antreten konnte, ist das ein ausgezeichnetes Ergebnis. Sein Cousin, der Eidgenosse Alex Schuler, hat die Saison frühzeitig abgebrochen und wird am Sonntag nicht dabei sein.
Weiter gilt es aus den Reihen des mitorganisierenden Schwingklubs Einsiedeln die Kranzer Daniel Inderbitzin, Roland und Remo Kälin, Daniel Schuler, Michael Hess und Markus Effinger nicht unerwähnt zu lassen. Nach dem Gewinn des Schweizermeistertitels im Nationalturnen und einer starken Leistung in Siebnen darf man dem Wettkampf des 19-Jährigen Martin Grab gespannt entgegenblicken. Mit seinen wuchtigen und explosiven Zügen wird er seinen Kontrahenten bestimmt Kopfzerbrechen bereiten. Oder vielleicht gelingt dem letztjährigen Schlussgang-Teilnehmer Christian Lagler erneut ein Exploit?

Pirmin Reichmuth ist auch dabei
Laut Information ab der SCHLUSSGANG-Homepage ist auch Pirmin Reichmuth im Starterfeld gemeldet. Der Chamer Eidgenosse gab erst vor Wochenfrist nach zweijähriger verletzungsbedingter Absenz ein starkes Comeback beim Chemihütte-Schwinget in Aeschiried und belegte den hervorragenden zweiten Schlussrang. Reichmuth könnte in Unteriberg also durchaus zum grossen Gegenspieler von Christian Schuler werden.
Weiter sind aber auch Schwinger wie der 18-jährige Michael Gwerder, welcher mit vier Kranzgewinnen in dieser Saison der grosse Aufsteiger in der Innerschweiz ist, und der 13-fache Kranzschwinger Andreas Höfliger immer für eine Überraschung gut. Neben den Zweikämpfen in den Sägemehlringen wird im Ybrig auch die volkstümliche Unterhaltung nicht zu kurz kommen.
Bis kurz vor Wettkampfbeginn um 12 Uhr sind Anmeldungen möglich.

feldwaldwiesenblogger

Nachgefragt bei Urs Doppmann, dem Sieger vom Herbstschwinget Schachen

Text: feldwaldwiesenblogger

Urs Doppmann gewann am vergangenen Sonntag den Herbstschwinget Schachen. Im Schlussgang bodigte der 110 Kilogramm schwere und 188 Zentimeter grosse Athlet den Entlebucher Marco Fankhauser.
Der Sennenschwinger vom Schwingklub Wolhusen kann auf eine relativ gute Saison zurückblicken. Im Frühling gewann er den Kranz am Schwyzer Kantonalen in Sattel und holte sich in Ruswil am Innerschweizerischen den ersten Teilverbandskranz.

Urs wird demnächst 24-jährig, ist gelernter Landwirt und arbeitet momentan als Liftmonteur. Der in Romoos wohnende Luzerner hat sich bisher vier Kränze erschwungen, gewann 2016 den Nichtkranzer-Schwinget in Gudo TI und wurde 2017 am Seetaler Schwinget in Hochdorf Co-Sieger (1b). Zu seinem Palmarès darf der Romooser auch die Schlussgangteilnahme am diesjährigen Menzberg-Schwinget zählen. Diesen gewann bekanntlich Joel Wicki.

Wie Urs den Herbstschwinget Schachen erlebte und ob dieser Sieg der bisherige Karrierehöhepunkt darstellt, wollte ich vom vierfachen Kranzschwinger wissen. Bei einem Telefonat gab mir der Bauernsohn auch über die Saison 2018 Auskunft, welche er am Sonntag hervorragend abschloss.


Der glückliche Sieger vom Herbstschwinget Schachen
Bild: SCHLUSSGANG (Instagram)

Dir lief es beim Herbstschwinget Schachen ausgezeichnet. Wie hast du den Schlussgang erlebt?
«Ich wollte gewinnen, das war für mich klar. Der Schlussgang dauerte 10 Sekunden. Mit Kurz und vervollständigen am Boden kam ich zum Sieg. Ich konnte Marco meine Schwingweise gewissermassen aufzwingen.»

Stellte der vierte Gang mit dem Sieg über Reto Fankhauser der eigentliche Schlüsselgang dar?
«Ja, dieser Gang war sicher wegweisend. Reto zog mit Kurz an, ich konterte und leerte ihn übers Knie ab.»

Hast du bereits zu Beginn des Wettkampfes gespürt, dass das dein Tag werden könnte?
«Eigentlich nicht, mein Gefühl vor dem Wettkampf war jedoch gut. Ich hoffte, unter die ersten drei zu kommen. Das war mein Ziel.»

Bedeutet der Sieg beim Herbstschwinget Schachen dein bisheriger Karrierehöhepunkt?
«Das kann man so sagen. Diesen Erfolg stufe ich noch vor dem Gewinn des Innerschweizer Kranzes ein. Da das Schwingfest von meinem Schwingklub Wolhusen organisiert wurde, konnte ich vor heimischem Publikum gewinnen.»

Du hast in dieser Saison verschiedentlich dein vorhandenes Potenzial gezeigt. Könnte mit diesem Erfolg gewissermassen ein Knoten geplatzt sein?
«Je länger die Saison dauerte, je besser lief es mir. Ich kam immer besser in Fahrt. Dieser Sieg ist natürlich eine grosse Motivation für die nächste Saison.»

Wie bist du eigentlich mit der nun zu Ende gehenden Saison zufrieden?
«Ich bin sehr zufrieden. Beim Innerschweizerischen konnte ich meinen ersten Teilverbandskranz gewinnen und stand auf dem Menzberg und in Schachen im Schlussgang. Bei zwei weiteren Kranzfesten fehlte nur wenig zum Kranz. Ich bestritt zudem die Bergkranzfeste auf dem Stoos und auf dem Brünig, bei welchen es mir gut lief. Das Ziel für nächste Saison ist sicher ein Bergkranz.»

Hast du den Trainingsaufwand auf diese Saison hin nochmals gesteigert?
«Ja, ich hatte mehr investiert und es hat sich nun ausbezahlt.»

Wann steigst du in die Vorbereitung für die neue Saison ein?
«Ende November steige ich in die Vorbereitung ein. Mein wöchentliches Training wird aus zwei Fitnesseinheiten und zwei Schwingtrainings bestehen.»

Wirst du aus den diesjährigen Erkenntnissen an deinem Training etwas ändern?
«Ändern werde ich nichts, denn die Richtung stimmt. Ich möchte aber neue Schwünge hinzulernen.»

feldwaldwiesenblogger

39. Herbstschwinget Schachen: Gebrüder Fankhauser in der Favoritenrolle

Die drei Brüder Erich, Reto und Marco Fankhauser aus Hasle gehören am kommenden Sonntag am Herbstschwinget Schachen zu den grossen Favoriten auf den Festsieg. Vom organisierenden Schwingklub Wolhusen versuchen Urs Doppmann und Damian Egli an der Spitze mitzumischen.

Text und Foto: Erwin Schwarzentruber und feldwaldwiesenblogger

Am nächsten Sonntag, 23. September, wird die Schwingersaison 2018 im Kanton Luzern definitiv abgeschlossen. Traditionell gastiert die Schwingerfamilie zu diesem Anlass in Schachen. Nochmals steigen am 39. Herbstschwinget Schachen die fast komplette Luzerner Elite, sowie weitere Schwinger aus der übrigen Innerschweiz in die Zwilchhosen. Ergänzt wird das Teilnehmerfeld mit Gästen vom Schwingklub Trub und dem Schwingklub am Albis. Ein interessanter Wettkampf ist auf dem Schwingplatz «Längmatt» garantiert!
Aufgrund der bisherigen Anmeldungen sind die Brüder Erich, Reto und Marco Fankhauser aus Hasle zu favorisieren. Von diesem Trio durften sich bereits Erich im Jahr 2011 und Reto im Jahr 2016 in die Siegerliste eintragen lassen. Zum weiteren Favoritenkreis gehören Michael Müller, Joel Ambühl und Reto Gloggner. Da die Möglichkeit der Platzanmeldung besteht, ist mit weiteren Spitzenschwingern aus der übrigen Innerschweiz zu rechnen. Immerhin darf sich der Sieger auf das Jungrind «Bella» freuen, welches gemeinsam von Otto Husmann (Zisternen- und Holztransporte, Schachen) und Edi Bachmann (Platten- und Abdichtungsarbeiten, Malters) gespendet wird. Für die weiteren Schwinger stehen rund 50 Ehrengaben bereit.


Jungrind «Bella» ist der Siegerpreis

Wolhuser Heimvorteil
Nach einer guten Saison werden die Schwinger vom Schwingklub Wolhusen vor heimischem Publikum nochmals alles geben. Insgesamt werden dreizehn Wolhuser im Einsatz stehen. Intakte Chancen auf einen Spitzenplatz besitzen Urs Doppmann aus Romoos und Damian Egli vom Steinhuserberg. Beiden wird zugetraut, die 30-jährige Durststrecke ohne Wolhuser Heimsieg in Schachen zu beenden. Wie jedes Jahr wird der Entlebucher Schwingerverband in Schachen mit einer starken Mannschaft vertreten sein. Neben den Fankhauser-Brüdern versuchen weitere Kranzschwinger wie die Brüder Seppi und Martin Felder, Niklaus Scherer und Simon Schmid ein gutes Resultat heraus zu schwingen.

Unterhaltung und Festwirtschaft
Das Organisationskomitee unter der Leitung von Philipp Kammermann (Wolhusen) hat alles unternommen, damit die Schwinger und Schwingerfreunde unter dem Motto «urchig-löpfig-bodeständig» eine schöne Saison-Abschlussparty erleben können. Eine leistungsfähige Festwirtschaft mit Biergarten, Kaffee-Stube und einer Hütten-Gaudi-Bar lassen die Herzen der Festbesucher höherschlagen. Für Unterhaltung und gute Stimmung im Festzelt sorgt das Schwyzerörgeli-Trio «Vollgas».
Um 10 Uhr wird im Festzelt eine Jodlermesse abgehalten, welche vom Jodlerklub Farnbüelglöggli Schachen umrahmt wird. Anschliessend besteht die Möglichkeit, das Mittagessen auf dem Festplatz einzunehmen. Ebenfalls lohnt sich ein Besuch der gleichzeitig stattfindenden Schachner Kilbi neben dem Gasthaus Rössli. Das Anschwingen ist auf 11.30 Uhr angesetzt.

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Siegermuni «Wendel» steht bereit!

Am kommenden Sonntag, 23. September führt der Schwingklub March–Höfe den 81. Herbstschwingertag in Siebnen durch. Fast genau so schnell wie am «Siebner Märt» die Bahnen laufen, werden die etwa 150 Schwinger agieren und zum Saisonabschluss das Sägemehl nochmals zünftig stieben lassen.

Text und Foto: Hansruedi Ulrich (Pressechef Schwingklub March–Höfe) und feldwaldwiesenblogger

Das Organisationskomitee (OK) unter der Leitung von OK-Präsident Benno Züger ist bereit, die Vorarbeiten sind weitgehend abgeschlossen und ab Freitag wird der Festplatz eingerichtet. Wie immer werden zwei Tribünen erstellt, damit eine optimale Sicht auf die vier Sägemehlplätze gewährleistet ist. Das OK hat alles unternommen, um den Ansprüchen der hoffentlich zahlreich erscheinenden Zuschauerinnen und Zuschauer gerecht zu werden. Sollte das Wetter nicht ganz mitspielen, finden sich im Festzelt beim Schwingplatz und in der Turnhalle beim Mittelpunktschulhaus (MPS) genügend trockene Plätze. Auch die mit viel Einsatz geführte Festwirtschaft unter der Leitung von Philipp Düggelin wird alles daransetzen, um die Festbesucher zu ihrer Zufriedenheit zu verpflegen.
Der Beginn des Wettkampfes ist auf 08.30 Uhr angesetzt, es ist kein Verschiebedatum vorgesehen. Am Wettkampftag kann man sich ab 06.00 Uhr unter der Nummer 1600 über die Durchführung erkundigen.


Der Festplatz des Siebner Herbstschwingertages

Folkloristische Unterhaltung
An einem Schwingfest darf selbstverständlich die Folklore nicht fehlen. Mit dem Jodelklub Sängertreu aus Siebnen, den Fahnenschwingern, dem Alphornduo Bärgbächli (Siebnen), der Alphorngruppe Toschtelgruäss und dem Einschellnerverein Wangen wird den Festbesuchern ein gemütliches Rahmenprogramm geboten. Um die Mittagszeit findet neben dem Schwingplatz ein Steinstosswettkampf mit einem 20 und 45 Kilogramm Stein statt. Die Damen versuchen sich mit einem acht Kilogramm Stein. Und ab 16 Uhr wird in der Turnhalle das Urgestein Hans Oetiker (am Bass) mit der Kapelle Aubrig-Gruess für Unterhaltung sorgen. Die «Hosälupfbar» wird dann auch ihren Betrieb aufnehmen.

Starkes Teilnehmerfeld
Wer gewinnt die drei Lebendpreise: Muni «Wendel», Rind «Cleopatra» und Kalb «Pätty»? Diese Frage ist noch offen und wird am kommenden Sonntag beantwortet. Leider müssen mit dem einheimischen Reto Nötzli und dem Titelverteidiger Roger Rychen zwei Hochkaräter verletzungshalber passen. Es kann aber festgehalten werden, dass in Siebnen trotzdem hochkarätige Schwingerkost gezeigt wird. Denn die Qualität des Teilnehmerfeldes darf sich durchaus sehen lassen, sind doch fast ein Drittel der Teilnehmer Kranzschwinger. So sind von den antretenden Schwingern aus dem Innerschweizer-, Nordostschweizer- und Berner Verband derzeit sechs Eidgenossen und zahlreiche Schwinger, welche eine starke Saison zeigten, am Start. Somit ist Spannung im Kampf um den Tagessieg garantiert! Aus dem Lager der Berner Gäste werden mit Martin Rolli, Niklaus Wüthrich und Adrian Zbinden einige starke Schwinger erwartet. Die Schwyzer werden angeführt von den Eidgenossen Christian und Alex Schuler, Mike Müllestein sowie Andreas Ulrich. Aber auch weitere Kranzer wie Remo und Roland Kälin, Guido, Andreas und Michael Gwerder, Ronny Heinzer, Markus Effinger und Beat Kennel werden für interessante Gänge sorgen. Die Zuger entsenden die starken Christian und Roland Bucher, Fabian Durrer sowie Marcel Betschart. Die Ob- und Nidwaldner entsenden die Kranzer Markus Niederberger und Christian Ming. Aus dem Nordostschweizer Verband sind die Eidgenossen Tobias Krähenbühl und Stefan Burkhalter am Start. Sie werden unterstützt von den starken Kranzern Daniel Elmer, Christian Jöhl, Lars Geisser, Urs Schäppi und Nicola Wey.

Heimsieg wäre eine Überraschung
Vielen ist noch in bester Erinnerung, wie Florian Hasler letztes Jahr gegen Roger Rychen im Schlussgang stand. Der Vorderthaler hat eine gute Saison hinter sich und will nochmals gross auftrumpfen. Aber auch die weiteren Ausserschwyzer Schwinger sind heiss auf ihren Heimanlass. So wollen Andreas Höfliger, Joel Kessler, Ueli Hegner, Dominik Streiff, Janik Keller, Alex Huber und Daniel Schilter versuchen, dem einen oder anderen Favoriten ein Bein zu stellen. Aber auch auf die Auftritte der starken Nichtkranzer Tobias Bürgi, Stefan Gemsch, Pascal und Marcel Ulrich darf man gespannt sein.
Alles in allem darf man sich in Siebnen auf einen spannenden Herbstschwingertag mit hochstehendem Schwingsport freuen. Bleibt zu hoffen, dass Petrus ein Schwingerfreund ist und angenehmes Herbstwetter beschert.

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