Auf der Schwägalp kämpfen 27 Eidgenossen um «Gust»

Text und Foto: Valentin Hörler

Im Schwingsport findet heuer eine nicht-eidgenössische Saison statt. Dies bedeutet, dass an keinem Fest Schwinger aus allen fünf Teilverbänden aufeinandertreffen und um Eichenlaub kämpfen. Der Schwägalp-Schwinget vom 19. August 2018 avanciert mit einem eindrücklichen Teilnehmerfeld, das drei Könige und 27 eidgenössische Kranzschwinger umfasst, zum Saisonhöhepunkt. Auf die Bestklassierten aus den teilnehmenden Verbänden Nordostschweiz, Bern und Innerschweiz warten attraktive Lebendpreise.


Zuchtstier Gust mit Züchter und Besitzer Ernst Zellweger aus Urnäsch

«Gust» für den Schwägalp-Sieger 2018
Der Schwägalp-Sieger 2018 darf am Sonntagabend den von der Migros gespendeten Zuchtstier Gust aus Urnäsch in Empfang nehmen. Für die Schwinger auf den Rängen zwei bis vier warten traditionellerweise Zuchtrinder. Toni Fässler aus Uesslingen stiftet das Rind Regi für den zweitplatzierten, während Helana, gespendet von den Olma Messen St. Gallen, auf den drittplatzierten Schwinger wartet. Regi und Helana stammen – wie Gust – ebenfalls aus Urnäsch. Der Schwinger auf dem vierten Schlussrang darf am Sonntagabend Rind Simba aus Wildhaus, das von Erwin Kobelt aus Marbach gespendet wird, sein Eigen nennen. Der Reigen der Lebendpreise beschliesst Fohlen Harma aus dem Gestüt von Kappensand, das von Peter Hafner aus Lutzenberg gestiftet wird.

Schwägalp-Schwinget live auf SRF
Schwingen boomt – dieser Trend ist nicht neu. Um dem stetig wachsenden Interesse am Schwingsport gerecht zu werden hat der Eidgenössische Schwingerverband (ESV) mit dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) vereinbart, ab der Saison 2018 vermehrt Schwingsport live zu zeigen. So werden in dieser Saison mehrere Teilverbands- und Bergkranzfeste übertragen. Den Anfang macht am 24. Juni 2018 das Nordostschweizerische Teilverbandsfest in Herisau. Abgeschlossen wird die Übertragungssaison mit dem Schwägalp-Schwinget am 19. August 2018. Das Berg-kranzfest am Fusse des Säntis wird den ganzen Tag via Online- bzw. Mobile-Livestream von SRF übertragen. Zudem finden über den Tag verteilt punktuelle TV-Liveeinschaltungen mit Teilaufzeichnungen auf SRF zwei und SRF info statt. Als Highlight wird der Schlussgang in voller Länge live auf SRF zwei gezeigt.

Kostenloses ÖV-Angebot wird erneut ausgeweitet
Das vor zwei Jahren lancierte und mittlerweile erprobte Verkehrskonzept hat sich sehr bewährt: Am Festsonntag entstand dank des im Schwingfest-Ticket integrierten ÖV-Angebotes jeweils kein Verkehrschaos mehr auf der Schwägalp und ein beachtlicher Anteil der Festbesucherinnen und Festbesucher nutzte die Möglichkeit der inbegriffenen Anreise. Dieser Erfolg hat das OK dazu bewogen, das Angebot erneut auszuweiten: Neu reisen sämtliche Besucherinnen und Besucher am Festsonntag mit gültigem Vorverkaufsticket ab Wil, Gossau, St. Gallen oder Appenzell kostenlos auf die Schwägalp und wieder zurück. Die Postautokurse verkehren bereits ab 05.30 Uhr im Viertelstundentakt von Urnäsch und Nesslau auf die Schwägalp.
Weitere Informationen findet man unter folgendem Link: www.schwaegalp-schwinget.ch

feldwaldwiesenblogger

Gespräch mit Steven Moser, einem Team-Leader der Südwestschweizer

Text: feldwaldwiesenblogger

Nach dem Genfer Kantonalen und vor dem Neuenburger Kantonalen traf ich Steven Moser am 19. Mai zum Gespräch. In der SCHLUSSGANG-Wertung, der offiziellen Jahrespunkteliste des Eidgenössischen Schwingerverbandes, belegte Steven 2017 den guten Platz 27 und war somit der beste Südwestschweizer. Er fand sich dabei in guter Gesellschaft, unmittelbar vor ihm war der Innerschweizer Sieger Marcel Mathis klassiert. Gleich hinter dem Freiburger lag mit Stefan Arnold der beste Urner. Steven erreichte diese Position mit fünf Kränzen (Freiburger und Waadtländer Kantonales, Schwarzsee Bergschwinget sowie Südwestschweizer Schwingfest und Berner Kantonales). Beim Waadtländer Kantonalen gelang dem Leistungsträger mit dem verdienten Kranzfestsieg gar eine Premiere. Dabei können auch der Schwarzsee und der Berner Kantonalkranz nicht hoch genug eingeschätzt werden. Übrigens: Der zweitbeste Südwestschweizer 2017 war Johann Borcard und folgte auf Rang 48.


Steven beim Gespräch, inmitten der schönen Natur auf dem Menzisberg
Bild: feldwaldwiesenblogger

Berg- und Teilverbandskranzer
Der Freiburger erblickte am 29. März 1996 als jüngstes Kind von Ruedi und Marlis Moser in Brünisried das Licht der Welt. Steven hat noch zwei ältere Geschwister, nämlich Kevin und Tanya. Bruder Kevin schwang auch, hängte den Schwingsport mit 17 Jahren aber nach einem Kreuzbandriss an den Nagel. Steven wohnt bei seinen Eltern in einem schönen Bauernhof auf dem Menzisberg und ist gelernter Polymechaniker. Der Bauernsohn beginnt kommenden September eine dreijährige Ausbildung als Maschinenbau-Ingenieur. Zu seinen Hobbys zählt der Polysportive nebst dem Schwingsport Ringen, Velofahren, Bergwandern und Skifahren.
Der 22-Jährige bringt mit seiner Grösse (192 Zentimeter) und seinem Gewicht (109 Kilogramm) optimale Voraussetzungen für den Schwingsport mit. Der Sennenschwinger ist Mitglied beim Schwingklub Sense. Steven schwingt seit seinem achten Lebensjahr und gewann um die 100 Zweige sowie etwa 15 Schwingfeste als Jungschwinger. Beim ENST 2012 in Hasle gewann er den Doppelzweig. Das weitere Palmarès des Brünisrieders beinhaltet 19 Kränze: 4 Teilverbandskränze, 1 Bergkranz und 14 Kantonalkränze. Den ersten Kranz gewann der Polymechaniker am 21. April 2013 beim Genfer Kantonalschwingfest in Satigny. Dazu kommen der Kranzfestsieg beim Waadtländer Kantonalen (2017), fünf regionale Festsiege und 6 Schlussgangteilnahmen an Kranzfesten.


Neuenburger Kantonales 2018: Steven bei einem seiner vier gewonnenen Gänge
Bild: Facebook

Gespräch:

Letztes Jahr lief es dir mit fünf gewonnenen Kränzen (Vorjahr vier) am besten von allen Südwestschweizern.
«Anfang letzter Saison ging es sehr gut. Ab Mitte der Saison lief es nicht mehr so optimal. Dafür gibt es aber eine Erklärung: Ich musste im Sommer in die Rekrutenschule (RS) und es blieb mir nicht mehr viel Zeit für das Training. Ich wurde beim Militär als Fliegersoldat eingeteilt und wurde während 21 Wochen zum Heli-Wart ausgebildet. Den Berner Kantonalkranz machte ich noch zu Beginn der RS. Dann wurde es leider immer harziger. Beim Saisonhöhepunkt am Unspunnen-Schwinget lief es nicht nach meinen Vorstellungen. Ich habe versucht, bei der Sport-RS unterzukommen. Es wurde mir leider nicht ermöglicht.»

2017 gewannst du den Schwarzsee-Kranz und den Berner Kantonalkranz. Liegt der Schwarzsee-Kranz dieses Jahr wieder drin?
«Ich weiss nicht, ob dieser wieder drin liegt, ich werde aber sicher mein bestes versuchen. Es kommt auch auf die körperliche Verfassung an.»

Bist du derzeit fit? Wie lief das Wintertraining?
«Ich startete im Januar, mit einem Rückstand von zwei Monaten, ins Wintertraining. Die RS ging bis Ende November, dann machte ich im Dezember Ferien und über die Weihnachts-Festtage wird gewöhnlich nicht trainiert. Die Aufbauphase dauerte dann nur drei Monate. Den Trainingsrückstand habe ich soweit aber wett gemacht.
Die ersten drei Regionalfeste liefen mässig und aus meiner Sicht gab es zu viele gestellte Gänge. Beim Genfer Kantonalen konnte ich glücklicherweise kranzgeschmückt heimkehren. Kleine Blessuren hat man als Schwinger sowieso meistens. Momentan musste ich wegen Nackenschmerzen, welche von einem verschobenen Wirbel herrühren, ein wenig schonen. Ich bin aber bereit für das Neuenburger Kantonale.»

Das Neuenburger Kantonalschwingfest in Dombresson gewann Florian Gnägi. Steven belegte mit vier gewonnenen und zwei gestellten Gängen den guten Rang 5b.

Bei welchem Teilverbandsfest bist du Gast und bei welchen Bergkranzfesten kannst du antreten?
«Beim Jubiläums-Innerschweizerischen in Ruswil LU darf ich antreten. Das Ziel ist der Kranzgewinn, auch wenn dies bei diesem toll besetzten Anlass schwierig wird. Neben dem Schwarzsee-Schwinget bin ich zudem für den Weissenstein-Schwinget qualifiziert.»

Wie sieht dein Trainingsaufwand aus?
«Gewöhnlich trainiere ich vier- bis fünfmal pro Woche. Während der Schwingfestsaison trainiert man weniger als bei der Vorbereitung, um am Wochenende frisch zu sein. Den grössten Teil macht man im Winter, die Feste gewinnt man dann. Während dieser Zeit absolviere ich zwei bis drei Schwingtrainings und drei separate Kraft- und Konditionseinheiten.
Am Dienstag besuche ich gewöhnlich in Bern das Schwingtraining der Mittelländischen Schwinger. Am Donnerstag absolviere ich das Klubtraining, welches abwechslungsweise in Tafers oder Plaffeien stattfindet.
Einen Coach in dem Sinne habe ich nicht. Bei meinen Trainings sind Leute dabei, die mich beobachten. Für die Kraft- und Konditionseinheiten trainiert uns Christoph Feyer, ein ehemaliger Ringer, welcher uns ein spezifisches Programm zusammenstellt. Vor den Kantonalen legen wir jeweils eine Regenerationswoche ein, in welcher wir kein Krafttraining ausüben.»

Wie oft habt ihr Südwestschweizer 2018 einen Trainingszusammenzug? Auf was liegt bei diesen Zusammenzügen der Fokus?
«Einmal im Monat steht ein Südwestschweizer Trainingszusammenzug auf dem Programm. Entweder findet dieser in Oron-la-Ville oder in Cottens statt. Bei diesen Trainings wird vor allem geschwungen.»

Studiert man deine Kranzgewinne, stellt man fest, dass du seit deinem ersten Kranz regelmässig welche sammelst. Ist das auf einen guten und kontinuierlichen Trainingsaufbau zurückzuführen?
«Ja, ich denke schon. Wie bereits erwähnt, macht man die Kränze im Wintertraining. Ohne dieses läuft nichts. Ich darf behaupten, dass ich bei den Trainings nie gefehlt habe, ausser ich musste Blessuren auskurieren. Als Jungschwinger habe ich eigentlich mehr gemacht als die anderen und trainierte früh mit den Aktiven.»

Man hat das Gefühl, dass die Südwestschweizer letztes Jahr im Vergleich zu den anderen Teilverbänden deutlich aufgeholt haben. Wie erklärst du das?
«Es sind einzelne Athleten, welche wirklich gut schwingen. Wir müssen nun darauf achten, dass alle mitziehen. Wenn wir hier in der Südwestschweiz «nur» untereinander schwingen, fehlt der Vergleich mit «ausserhalb». Es gilt, noch mehr Trainingsmöglichkeiten bei anderen Verbänden zu organisieren. Damit jeder erkennt, wie es dort läuft. Denn ein Nichtkranzer bei uns schwingt anders als ein Nichtkranzer in den anderen Teilverbänden. Diese gehen viel aggressiver an die Sache ran. Bei uns schwingen diese oft defensiv. Aber diese Punkte haben sich zu früher doch ziemlich verbessert.»


Steven als glücklicher Kranzfestsieger beim Waadtländer Kantonalen 2017
Bild: schlussgang.ch

Die Südwestschweizer sind auch dieses Jahr auf einem guten Weg. Erst kürzlich gewann Johann Borcard als Gast beim Schwyzer Kantonalen den Kranz. Welche Südwestschweizer sind nebst dir zudem bereit und fähig ausserhalb der Südwestschweiz den Kranz zu gewinnen?
«Ich denke, das sind in erster Linie Benjamin Gapany, Michel Dousse (ein Klub-Kollege von mir), Samuel Dind, Marc Gottofrey und Marc Guisolan.»

Dein schwingerisches Vorbild ist Matthias Sempach. Ist dein Schwingstil ähnlich?
«Ich gab wohl mal Matthias Sempach an, orientiere mich aber nicht unbedingt an Vorbildern. Denn jeder bringt seine eigenen Voraussetzungen, Eigenheiten und Spezialitäten mit. Als Jungschwinger glich mein Schwingstil sicher jenem von Sempach. In der Zwischenzeit habe ich meinen Stil etwas angepasst, welcher nun jenem von Kilian Wenger näherkommen würde.
Zwei Wochen vor dem Eidgenössischen in Burgdorf (2013) riss ich mir das Kreuzband im linken Knie. Nach dem Kreuzbandriss habe ich meine Schwingweise etwas geändert und musste erst wieder das Vertrauen zurückgewinnen.»

Welches sind deine bevorzugten Schwünge? Mit welchem Schwung gewinnst du die meisten Zweikämpfe?
«Das ist vor allem der Kurz, mit diesem gewinne ich die meisten Zweikämpfe. Zudem gewinne ich einige Gänge mit einer Spezialkombination aus Kurz-Lätz-Fussstich. Ich wende weiter Standschwünge und Seiten-Flankenschwünge an. Die Bodenarbeit kommt auch zum Zug. Es ist mir aber lieber, wenn die Gegner gleich platt ins Sägemehl fliegen.»

Woran müsstest du arbeiten, um noch weiter an die Spitze vorzurücken?
«Ein grosses Manko von mir ist das Reagieren auf Schwinger, welche mit mir nur stellen wollen. Mein Ziel ist, ein Rezept zu finden, damit ich solche Gänge auch siegreich gestalten kann. Es ist für mich schwieriger Schwinger zu besiegen, welche nicht schwingen wollen.»

Bist du bereit für deinen zweiten Kranzfestsieg?
«Was soll ich sagen? Es kommt jeweils auf die Tagesform an. Wenn diese stimmt, ist ein weiterer Kranzfestsieg sicher möglich. Es wäre schön, wenn ich das in diesem Jahr als Bestätigung schaffen könnte. Beim Waadtländer Kantonalen letztes Jahr lief es mir sehr gut und im Schlussgang konnte ich Lario Kramer im ersten Zug bezwingen. Gegen Kramer ist das gewöhnlich nicht einfach.»

Du und Benjamin Gapany sind gewissermassen die Teamleader bei den Südwestschweizern? Welche sind es noch?
«Ich sehe Gapany und mich als Freiburger Teamleader, weiter auch Johann Borcard. Hinzu gekommen ist zudem Michel Dousse. Bei den Waadtländern sind es Pascal Piemontesi und Marc Gottofrey, welche auch schon einiges erreicht haben.»

Welche Ziele hast du dir für 2018 gesetzt? Welches werden deine persönlichen Highlights im Schwingerjahr 2018?
«Das Innerschweizerische Teilverbandsfest, der Schwarzsee- und der Weissenstein-Schwinget sind sehr wichtig für mich. Bei diesen Schwingfesten möchte ich viel erreichen. Das Ziel ist der Kranzgewinn und gut zu schwingen.»

Was meinst du, bist du mit dem eingeschlagenen Weg in Zug gar auf Eidgenössischem Kranz-Kurs? Oder müsstest du dafür noch eine Schippe drauflegen?
«Ich denke, auf diesem Weg bin ich bereit dazu. Ich war schon für Estavayer parat, es war dort aber auch eine Kopfsache. Bei meinem ersten Eidgenössischen war ich sehr nervös. Beim zweiten in Zug hoffe ich besser abschliessen zu können. Es bringt gar nicht viel, noch eine Schippe draufzulegen. In den drei Jahren um ein ESAF sollte der Trainingsaufwand eigentlich gleichbleiben und gleichmässig verteilt sein. Mehr trainieren sollte man auch nicht, nur schon wegen der Ermüdungs- und Verletzungsgefahr.»

Die Südwestschweizer machen nächstes Jahr zwei Kränze beim ESAF. Würdest du diese Aussage unterschreiben?
«Nein, würde ich nicht. Es liegt jeweils auch in den Sternen und wie eingeteilt wird.»


Steven vor dem Elternhaus in der Gemeinde Brünisried
Bild: feldwaldwiesenblogger

Übrigens: Beim Treffen sassen wir bequem draussen und ich durfte eine herrliche Aussicht auf die Freiburger Alpen geniessen. Zum Schluss sagte ich zu Steven: «Ich drücke dir meine Daumen, damit du auf deinem eingeschlagenen Weg erfolgreich bist. Und wenn der Eidgenössische Kranz in Zug gelingt, ist das umso schöner!»
Ich bedanke mich beim sympathischen Sennenschwinger für das offene Gespräch und wünsche ihm alles Gute und vor allem beste Gesundheit. Denn ohne diese geht es schlicht und einfach nicht.

feldwaldwiesenblogger

Besuch bei Fabian Staudenmann, einem der grössten Berner Talente

Text: feldwaldwiesenblogger

Fabian Staudenmann ist eines der grössten Schwing-Talente der Berner. Der 18-Jährige wohnt in der Gemeinde Guggisberg, welches im Berner Mittelland und quasi im Herzen des Naturpark Gantrisch liegt. Ich traf Fabian kürzlich zum Gespräch, in einem schönen Berner Bauernhaus gleich beim Dorfeingang, dem Zuhause der Familie Staudenmann. Fabian erklärte am Anfang, dass Staudenmann ein typisches Guggisberger Geschlecht sei. Der sechsfache Kranzschwinger ist der älteste Sohn von Alfred und Angela, die beiden jüngeren Geschwister heissen Julian und Dominique. Fabian hat väterlicherseits und mütterlicherseits Schwingergene mit auf den Weg bekommen. Sein Vater und dessen Bruder, Fabian’s Götti, haben eine Zeit lang geschwungen, ebenso ein Onkel von seiner Mutter.


Fabian Staudenmann vor seinem Elternhaus
Bild: feldwaldwiesenblogger

47 Zweige gewonnen
Fabian wurde am 15. April 2000 geboren. Als Zehnjähriger nahm er nach dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (Frauenfeld) am inzwischen obligaten Schwinger-Schnuppertag teil. Fabian gefiel es im Sägemehl ziemlich gut und so nahm er im darauffolgenden Winter das Schwingtraining auf. Die ersten Jungschwingertage bestritt der Jüngling 2011 und gewann insgesamt 47 Zweige, davon vier Doppelzweige (drei Berner Teilverbands- und ein ENST-Doppelzweig, 2015 in Aarburg). Hinzu kamen neun Festsiege.
Nach der obligaten Schulzeit begann der 190 Zentimeter grosse Teenager bei der Firma Gilgen Door Systems AG in Schwarzenburg eine Ausbildung zum Automatiker. Fabian befindet sich derzeit im dritten von vier Lehrjahren und besucht nebenbei den Vorbereitungskurs für die Berufsmatura. Seine Hobbys neben dem Schwingsport sind eher auf den Winter ausgerichtet. Nämlich Langlauf, welcher der Polysportive mit seinem Grossvater betreibt. Zudem fährt Fabian Ski, gehört dem Skiclub Riffenmatt an und absolvierte anfangs Jahr einen J+S-Kurs.

2017 erster Kranzgewinn
Fabian ist Mitglied vom Schwingklub Schwarzenburg, welcher zum Mittelländischen Gauverband gehört. Martin Rolli ist Technischer Leiter und Trainingspartner beim Schwingklub Schwarzenburg. Weiter gehören der Eidgenosse Hansruedi Lauper sowie die Kranzschwinger Stefan Marti, Adrian Thomet und Lorenz Berger diesem Klub an.
Der erste Kranzgewinn gelang Fabian am 28. Mai 2017 beim Seeländischen Schwingfest in Meinisberg. Es folgte der Kranz beim Oberaargauischen und beim Mittelländischen, was ihm einen Startplatz beim traditionellen Brünig-Schwinget bescherte. Prompt gewann das Riesentalent den sehr begehrten Bergkranz, welchen Fabian denn auch als einen seiner bisher grössten Erfolge bezeichnet. Bei diesem Fest auf der Wasserscheide zwischen der Innerschweiz und dem Bernbiet bezwang der damals 17-Jährige mit Tobias Krähenbühl gar einen Eidgenossen. Die vier Saisonkränze bedeuteten für den jungen Berner die Qualifikation für den Unspunnen-Schwinget. Am Fest selber resultierte mit zwei gewonnenen, drei verlorenen und einem gestellten Gang Rang 15b. Man hat das Gefühl, dass der Automatiker-Lehrling praktisch schon wie ein Routinier schwingt. Er meint, dass diese Entwicklung schon bei den Jungschwingern begann. Beim zweiten Schwingfest holte Fabian nämlich bereits den ersten Zweig und hatte das Gefühl, dass es sehr gut läuft. In der Folge war das aber nicht mehr der Fall, auch weil er sich verletzte. Die Motivation war zudem irgendwie abhandengekommen. Nach dem Kantonalen Jungschwingertag 2013 in Niederscherli war Fabian so enttäuscht, dass er sich vor die Wahl stellte: Entweder höre ich auf oder trainiere mehr. Darauf investierte der Teenager deutlich mehr ins Training. Und siehe da, die Resultate fingen wieder an zu stimmen und es lief immer besser. Jetzt bei den Aktiven versucht sich Fabian nicht unter Druck zu setzen und sagt sich, dass er in diesem jungen Alter nichts zu verlieren hat. Er nimmt Gang um Gang, versucht diese möglichst zu gewinnen und nicht zu viele Gedanken drum herum zu machen.

2018: Bereits zwei Saisonkränze
Beim Mittelländischen und Emmentalischen kamen kürzlich die Kränze fünf und sechs hinzu. Bei beiden Gaufesten gelangen dem sympathischen Sennenschwinger je drei Siege und drei Gestellte. Was auch auffällt, ist das Notenblatt vom Jahresschwinget Thun. Dort teilte Fabian die Punkte mit keinen geringeren als mit Schwingerkönig Kilian Wenger, Unspunnen-Finalist Curdin Orlik und Kilian von Weissenfluh. Angesprochen auf diese Tatsache erklärt der 103 Kilogramm schwere Athlet: «Ich könnte nicht mal behaupten, dass ich eine sehr gute Verteidigung habe und schwinge nicht unbedingt auf einen «Gestellten». Was ich jeweils versuche, ist nicht ins offene Messer zu laufen. Wenn ich meine Chance sehe, versuche ich diese zu nutzen. Ich darf von mir behaupten, dass ich ziemlich wendig und beweglich bin. Dies ist sicher ein Vorteil, wenn ich mit Spitzenschwingern zusammengreife.»
Ist ein Vergleich mit Samuel Giger, dem Ostschweizer Riesentalent angebracht? Der Berner Mittelländer sagt dazu: «Ich denke, das ist ein wenig hoch gegriffen. Sämi Giger war schon sehr früh fertig entwickelt und ist ein riesiges Talent. Ich denke, dass ich noch Luft nach oben habe und hoffe, noch ein paar Kilos zulegen zu können. Mein Technischer Leiter hat mir gesagt, dass man gewöhnlich mit 25 Jahren auf dem Zenit steht. Bei Sämi habe ich das Gefühl, dass er diesen schon mit 20 Jahren erreicht hat. Natürlich kann er während den nächsten 15 Jahren auch auf diesem bleiben. Gegen Sämi habe ich übrigens noch nie geschwungen, auch nicht als Jungschwinger.»
An den Schwingfesten wird Fabian von seinem Vater gecoacht. Die Familie ist praktisch bei allen Schwingfesten dabei und bedeutet für ihn eine grosse Unterstützung.


Dem 18-Jährigen werden jetzt schon so «Cracks» wie Christian Stucki zugeteilt (50. Hallenschwinget Thörigen)
Foto: Barbara Loosli

Gespräch mit Fabian:

Was sind deine bevorzugten Schwünge?
«Momentan ist es der Kurz-Lätz, mit dieser Kombination gewinne ich auch die meisten Gänge. Weiter benutze ich den Fussstich und den Kurz. Meine Bodenarbeit hat noch Ausbaupotenzial.»

Hast du im vergangenen Winter neue Schwünge ins Repertoire aufgenommen?
«Ja, habe ich. Sie funktionieren aber noch nicht perfekt. Den Links-Kurz habe ich viel geübt und habe dieses Jahr bereits zwei Gänge damit gewonnen. Den Übersprung versuche ich auch, muss dafür aber noch etwas Zeit investieren.»

Wie sieht dein Trainingsprogramm momentan aus?
«Vor den Kranzschwingfesten bestritt ich wöchentlich fünf Trainings. Entweder sind dies drei Schwingtrainings und zwei Kraft- und Konditionseinheiten, oder zwei Schwingtrainings und drei Kraft- und Konditionseinheiten. In der Woche vor einem Schwingfest reduziere ich mein Pensum, trainiere dreimal und mache am Samstag ein lockeres Aufwärmtraining. Während der Schwingfestsaison muss man selber spüren, wie man sich fühlt und dementsprechend das Trainingsprogramm anpassen.
Am Dienstag ist gewöhnlich Verbandstraining mit den Mittelländischen Schwingern in Bern und am Donnerstag trainiere ich mit dem Schwingklub Schwarzenburg. Im Kanton Bern wurde neu ein Novizen-Kader gegründet, zu welchem ich auch gehöre. Vor der Schwingfestsaison trainierten wir alle zwei Wochen am Freitag in Bern.
Das Konditions- und Krafttraining absolviere ich bei Stefan Riesen, dem Mann meiner Gotte. Riesen war früher Duathlet und Triathlet.»

Kürzlich hast du mit Kilian von Weissenfluh, einem anderen grossen Berner Talent, beim Emmentalischen gestellt. Was unterscheidet euch beide schwingtechnisch gesehen?
«Kilian, vier Jahre älter als ich, ist ein sehr angriffiger, nicht unbedingt bequemer Schwinger und schwierig zu besiegen. Mit seinem Hochschwung ist er ziemlich gefährlich. Beim Emmentalischen war es mehr oder weniger ein gegenseitiges Neutralisieren. Der Berner Oberländer besass tendenziell mehr Chancen, ich konnte aber dagegenhalten. Beim Jahresschwinget Thun lief es ähnlich ab. Beim ersten Zug bezwang er mich fast mit Hochschwung. Wir sind beide eher als Angriffsschwinger einzustufen. Seine Schwingweise unterscheidet sich aber schon von meiner. Ich schwinge am liebsten in den Griffen, Kilian hingegen lässt gerne die Griffe los und geht in die Flanke.»

Beim Brünig-Schwinget 2017 konntest du mit dem Kranzgewinn deinen bisher grössten Erfolg feiern. Schildere doch nochmals diesen Schwinget aus deiner Sicht?
«Der Tag verlief für mich super. Am Morgen an der Kasse haben sie meinen Namen erst gar nicht richtig verstanden. Vor dem Wettkampf war ich nervös. Der erste Gang verlief nicht so gut und endete gestellt. Den zweiten Gang konnte ich gewinnen, den dritten gegen den Eidgenossen Tobias Krähenbühl mit der Kombination Kurz/Fussstich ebenfalls. Niklaus Zenger empfahl mir vor diesem Gang, abzuwarten. Meine Chance werde schon kommen. Ich liess Krähenbühl dann erst ziehen, und auf einmal kam meine Chance. Das war ein schöner Moment! Im vierten Gang bezwang ich mit etwas Glück Marcel Bieri. Der Zuger setzte zu einem Schlungg an, welchen ich abfing. Im fünften Gang wurde mir Andi Ulrich zugeteilt. Ich ging ziemlich motiviert in den Gang, verlor aber leider gegen den Gersauer. Vor dem sechsten Gang war mir bewusst, dass es um den Kranz ging und war sehr nervös. Der Kampf gegen den Muotathaler Guido Gwerder ging kurz vor Ende leider verloren. Hinterher hatte ich das Gefühl, dass ich gute Chancen auf einen Sieg gehabt hätte und war entsprechend enttäuscht. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass es trotzdem für den Kranz gereicht hat. Ich ging zum Wald hoch und sass dort einen Moment für mich und liess das ganze setzen. Wenn mir am Morgen jemand gesagt hätte, dass ich heute um den Kranz schwinge, hätte ich ihn als Träumer bezeichnet. Der Kranzgewinn war eine wunderbare Geschichte! Richtig realisiert habe ich dies aber erst nach ein paar Tagen.»


Das grosse Talent schwang als Jungschwinger schon obenaus
Bild: Barbara Loosli

Wie verlief der Unspunnen-Schwinget?
«Der Einmarsch mit dem Berner Team war sehr eindrücklich. Den ersten Gang gegen Ursin Battaglia konnte ich gewinnen. Ich wusste, dass Battaglia sehr wendig ist und konnte ihn am Boden bezwingen. Das war schon ein toller Augenblick, auch der gespendete Applaus. Bei den Niederlagen gegen die beiden Eidgenossen Domenic Schneider und Roger Rychen musste ich mir zugestehen, dass das Niveau beim Unspunnen-Schwinget schon höher ist als bei einem Gauverbandsfest. Für mich war es ein schönes Schwingfest und ich konnte viele Erfahrungen mit nach Hause nehmen.»

Woran denkst du, musst du in nächster Zeit noch arbeiten?
«Ich denke, ich kann mich praktisch in allen Bereichen verbessern. Schwingtechnisch gesehen ist noch viel Potenzial vorhanden, besonders bei der Bodenarbeit. Weiter eine Situation richtig einschätzen und dementsprechend den Kampf führen. Dann möchte ich auch kraft- und konditionsmässig noch weiter zulegen.»

Welche Schwinger sind deine Vorbilder?
«Ein spezielles Vorbild habe ich nicht und hatte auch als Jungschwinger keines. Cool wäre es, den Fussstich zu beherrschen wie Bernhard Kämpf, so kurz ziehen wie Matthias Siegenthaler oder einen Brienzer ansetzen wie Matthias Sempach.»

Wenn deine Entwicklung so weiterläuft, stehst du beim Eidgenössischen in Zug oder in Pratteln im Schlussgang?
Fabian lacht. «Ob es so weiterläuft wie bisher, weiss ich natürlich nicht. Daher ist das schwierig zu beantworten. Aber: Viel mehr als trainieren kann ich nicht und gemäss dem Motto «drannä bliibä» weitermachen. Ich bin noch jung und nicht mit dem Vorsatz in diese Saison gestartet, um noch mehr Kränze zu ergattern wie letztes Jahr. Das kann und darf ich noch gar nicht erwarten. Ich nehme Gang um Gang und abgerechnet wird sowieso am Abend. Zum ganzen gehört auch das nötige Wettkampfglück und die Tagesform. Ich denke, ich habe noch genügend Zeit.»

Welche Ziele hast du dir anfangs Jahr gesetzt?
«Ich habe mir gesagt, wenn es nicht so gut läuft wie letztes Jahr, ist das nicht weiter schlimm. Wenn ich dabei Lehrgeld bezahlen muss, ist das sicher normal. Wenn man als Kranzschwinger antritt, hat man schon das Ziel, am Abend mit dem Kranz nach Hause zu fahren. Ich versuche das aber so gut es geht auszublenden. Mein Ziel ist in erster Linie, gut zu schwingen. Beim Bern-Jurassischen letztes Jahr, mein zweites Kranzschwingfest bei den Aktiven, verpasste ich mit einem guten Notenblatt den Kranz um einen Viertelpunkt. Ich war hinterher trotzdem zufrieden, denn ich hatte ein gutes Gefühl und schwang gut. Wenn es am Abend trotzdem zum Kranz reicht, ist es umso schöner.»

Deine Saisonhöhepunkte für 2018?
«Jedes Schwingfest ist für mich ein Höhepunkt. Aber hervorstechen tun sicher das Berner Kantonale und die Bergkranzfeste auf dem Stoos und am Schwarzsee, welche ich bestreiten darf. Der Stoos-Schwinget ist speziell, weil man an diesen Anlass als Berner nicht jedes Jahr reisen kann. Auf den Schwarzsee-Schwinget freue ich mich auch, denn ich wohne nicht weit davon entfernt. Überdies bin ich bei diesem Bergklassiker seit fast zehn Jahren als Zuschauer dabei.»


Fabian beim Gespräch im gemütlichen Wohnzimmer
Bild: feldwaldwiesenblogger

Fabian’s nächste Auftritte sind das Oberländische (27. Mai) und das Bern-Jurassische Gauverbandsfest (3. Juni). Ich bin überzeugt, dass das grosse Berner Talent sein bestes gibt und auch bei diesen Schwingfesten eine gute Figur machen wird. Ich bedanke mich für die Gastfreundschaft bei den «Staudenmann’s» und wünsche dem jungen Guggisberger viel Erfolg. In erster Linie aber beste Gesundheit und Freude bei der Ausübung unseres schönen Nationalsports!

feldwaldwiesenblogger

Nachgefragt bei Mike Müllestein, dem Schlussgang-Verlierer vom Schwyzer Kantonalen

Text: feldwaldwiesenblogger

In der heutigen «Bote der Urschweiz»-Ausgabe fand ich folgendes: «Mit dem zweiten Platz am Zuger und der Schlussgangteilnahme am Schwyzer hat Mike Müllestein erkennen lassen, dass er nach seiner letztjährigen Verletzungspause schon wieder zurück an der Spitze ist. Am Ob- und Nidwaldner hat der 28-Jährige noch eine Rechnung offen. Letztes Jahr in Beckenried verpasste der Familienvater den Kranz.» Mike Müllestein ist sehr gut in die heurige Saison gestartet. Nebst hervorragenden Klassierungen bei diversen Rangschwingfesten (unter anderem Sieg beim Muotathaler Schwinget), schauten bereits zwei Saison-Kränze heraus. Nicht nur das: Mike schloss das Zuger Kantonale auf Rang zwei ab und beim Schwyzer Kantonalen von vergangenem Sonntag stand der Steiner gar im Schlussgang.
Im heutigen Beitrag blicke ich zurück und widme ihn dem Schlussgang-Verlierer von eben diesem Schwyzer Kantonalen. Natürlich bedaure ich als Schwyzer, dass Mike den Anlass nicht gewinnen konnte. Umso mehr freut es mich aber, dass ich ihm trotzdem meine Fragen stellen durfte.


Mike Müllestein (links) im Schlussgang mit Marcel Mathias
Bild: Tobias Meyer

95. Schwyzer Kantonales in Sattel
4’500 Zuschauer fanden am letzten Sonntag den Weg nach Sattel, und konnten bei bestem Wetter die Sägemehlarbeit von 242 Schwingern bestaunen. Unter dem Patronat des Schwingerverbandes am Mythen und mit Hilfe vieler Sattler Vereine sowie Idealisten wurde im Schwyzer Bergdorf nach 1989 bereits zum zweiten Mal ein schönes Fest organisiert. OK-Präsident Beat Suter und sein Team stellten eine erstklassige Infrastruktur bereit und waren besorgt für das leibliche und musikalische Wohl der Schwingerfreunde. Zudem wurde ein prächtiger Gabentempel und drei Lebendpreise präsentiert. Das Teilnehmerfeld mit neun angetretenen Eidgenossen und vielen starken Kranzschwingern (darunter der Sörenberger Joel Wicki) liess ebenfalls keine Wünsche offen. Nebst Schwingern aus allen Innerschwyzer Kantonalverbänden waren Akteure vom Schwingklub Greyerz als Gäste eingeladen. In der 2’000 Einwohner zählenden Wohn- und Tourismusdestination wurde teilweise attraktiver und hochstehender Schwingsport gezeigt und liess des Öfteren das Schwingerherz höherschlagen.

Mike Müllestein stand trotz Niederlage im dritten Gang im Schlussgang
Mike verlor im Schlussgang gegen einen an diesem Sonntag stark schwingenden Marcel Mathis. Der Nidwaldner ist als Stimmungsschwinger bekannt und bodigte in Sattel drei Eidgenossen. Darunter den Steiner, den er drei Sekunden vor Ablauf der Zeit mit Fussstich bezwingen konnte. Mike belegte in der Endabrechnung den hervorragenden Rang 3a. Der Sennenschwinger qualifizierte sich mit vier Siegen und einer Niederlage für den Schlussgang. Beim Anschwingen bezwang er den Urner Eidgenossen Andi Imhof. Nach einem weiteren Sieg im zweiten Gang (gegen Manuel Egli) setzte es mit der Niederlage gegen Ralf Schelbert einen kleinen Dämpfer ab. Nach der Mittagspause ebnete sich der «Mythenverbändler» aber mit dem Sieg gegen Johann Borcard und dem Plattwurf gegen Remo Vogel verdient den Weg ins Finale.
Das Geburtsdatum von Mike ist der 22. Mai 1989, dessen bevorzugte Schwünge der Kurz, Fussstich und eine Kurz/Lätz-Kombination sind. Der bald 29-Jährige wohnt in Steinen SZ, ist verheiratet und Vater eines Sohnes. Der gebürtige Steinerberger bringt mit seiner Grösse (186 Zentimeter) und seinem Gewicht (108 Kilogramm) gute Voraussetzungen für den Schwingsport mit. Mike ist gelernter Zimmermann und arbeitet heute als Umzugsfachmann bei der Hauruck AG. Zu seinen Hobbys zählt er nebst dem Schwingen die Familie und Skifahren, Sport allgemein, Jassen, Ausgang, Baden sowie Grillieren.
Mike Müllestein ist Mitglied beim Schwingerverband am Mythen und hat bisher 37 Kränze herausgeschwungen, darunter den Eidgenössischen Kranz 2016 in Estavayer. Zum Palmarès gehören auch der Kranzfestsieg beim Schwyzer Kantonalen 2015 in Küssnacht und neun Siege an Regionalschwingfesten. In der letzten Saison konnte der Familienvater fünfmal vor die Kranzdamen treten, nämlich beim Schwyzer und Urner Kantonalen, auf dem Stoos und am Schwarzsee sowie beim Innerschweizerischen. Beim Berner Kantonalen verletzte sich Mike leider beim Anschwingen am Innenband des linken Knies und musste die Saison abbrechen.
Als schwingerisches Vorbild benennt der neunfache Berg- und siebenfache Teilverbands-Kranzer seinen Onkel Alex Auf der Maur. Dieser war Ende der Achtziger- und während der Neunziger-Jahre ein gefürchteter Spitzenschwinger.


Mike Müllestein als glücklicher Sieger des Schwyzer Kantonalen 2015
Bild: schlussgang.ch

Herzliche Gratulation zum Erreichen des Schlussganges! Was ging dir nach dem verlorenen Schlussgang durch den Kopf?
«Es war ärgerlich, auch weil es am eigenen Heimfest war. Natürlich ist jeder verlorene Schlussgang ärgerlich. Ich versuchte zum Schluss des Ganges alles und lief dabei Marcel Mathis ins offene Messer, als ich etwas riskierte.»

Würdest du heute mit einer anderen Taktik den Schlussgang in Angriff nehmen?
«Ich hätte in den ersten Minuten volles Risiko nehmen müssen. Auch wenn ich dabei halt eine Niederlage in Kauf nehmen muss. Marcel und ich stellten schon mehrfach miteinander. Es waren zwölf lange Minuten und die Kraft nahm von Minute zu Minute ab.»

Welchen Gang würdest du als Schlüsselgang auf den Weg in den finalen Endkampf bezeichnen?
«Der fünfte Gang um die Schlussgangqualifikation mit Remo Vogel war entscheidend. Ich bezwang Remo mit Kurz/Gammen und holte mir dabei die nötige Zehn. Die Niederlage gegen Ralf Schelbert im dritten Gang war nicht unerheblich. Ich hätte ansonsten drei Siege vor der Mittagspause auf dem Konto.»

Kam die Niederlage gegen Ralf Schelbert überraschend? Wie hat er dich erwischt?
«Ich würde nicht sagen überraschend, denn Ralf ist ein starker Schwinger. Der Bisisthaler hat mich aus seiner Sicht im richtigen Moment bezwungen. Als ich zu einem Zug ansetzte, hat er mich auf dem Standbein erwischt und mich so ins Sägemehl gebettet.»

Was für ein Fazit ziehst du vom Schwyzer Kantonalen?
«Ich ziehe ein positives Fazit und bin mit meiner Leistung zufrieden. Ich schwang angriffig und habe zudem keine Blessuren davongetragen. Es war 2018 überdies der vierte Schlussgang im sechsten Fest. Ich sollte den Spiess wohl öfter umdrehen, damit ich häufiger als Sieger vom Platz gehe. Trotzdem: Es ist eine Bestätigung, dass ich richtig trainiert habe und so weiterfahren kann.»


Mike Müllestein energisch im Zweikampf
Bild: Luzerner Zeitung

Wie siehst du deine bisherige Saisonbilanz?
«Es läuft gut und ich bin bis jetzt sehr zufrieden. Beim Hallenschwingt Sarnen und beim Frühjahrsschwinget Oberarth lief es noch nicht ganz nach meinen Vorstellungen. Hinterher habe ich mir vorgenommen, konsequenter die Schwünge anzusetzen und durchzuziehen. Ich bin manchmal einfach zu lieb auf dem Platz. Und: Gewonnene Gänge wie jener gegen Christian Schuler beim Muotathaler Schwinget geben sehr viel Selbstvertrauen.»

Am kommenden Sonntag steht mit dem Ob- und Nidwaldner Kantonalen bereits dein drittes Kranzfest auf dem Programm. Nach den bisherigen Ergebnissen zu beurteilen wirst du dieses Fest gewinnen?
Mike lacht. «Es wäre schön, aber es kommt natürlich auch auf die Tagesform an. Letztes Jahr war das Ob- und Nidwaldner mein erstes Kranzfest der Saison und ich musste ohne Kranz heimkehren. Obwohl ich vorher drei Rangschwingfeste gewonnen habe. Vielleicht hat es diese Erfahrung einfach gebraucht.»

Du hast deinen ersten Kranz 2006 beim Schwyzer Kantonalen in Rothenthurm gewonnen. Welches war deine bisher erfolgreichste Saison?
«Das war 2016, als ich acht Kränze, inklusive dem Eidgenössischen Kranz, gewinnen konnte. Zudem verlief jene Saison unfallfrei.»

Onkel Alex Auf der Maur ist dein schwingerisches Vorbild. Wie hast du von diesem ehemaligen Spitzenschwinger profitieren können?
«Alex ist Landwirt. Ich war viel bei ihm auf dem Hof und half ihm bei der Arbeit. Er gab mir dabei viele Tipps. Zudem schaute ich zusammen mit Alex und meinem Grossvater viele Videos von Schwingfesten. Seine Schwingweise hat mir sehr imponiert.»

In der letzten Zeit musste dein Klub die Rücktritte von einigen Spitzenschwingern wie den Laimbachers oder Edi Kündig hinnehmen. Bedeutet das für euch Aktive eine Schwächung oder eine Chance?
«Einerseits ist es eine Chance. Wir können dadurch mehr Schwingfeste bestreiten, auch die Mittelschwinger. Vom Training her gesehen ist es sicher eine Schwächung. Wir achten aber darauf, dass wir Spitzenschwinger öfters bei anderen Schwingklubs trainieren können. Ich habe mich bereits mit Christian Schuler unterhalten, wir möchten auf das Eidgenössische in Zug hin zusammen etwas organisieren. Geplant ist, dass wir abwechslungsweise in unserem und ihrem Schwingkeller trainieren, und so möglichst viele harte Gänge durchführen können.»

feldwaldwiesenblogger

Jubiläum im Entlebuch: Vorschau 50. Schybi-Schwinget Escholzmatt

Text: feldwaldwiesenblogger

Die Entlebucher feiern morgen am Auffahrtstag (10. Mai) ein schönes Jubiläum. Der Schybi-Schwinget wird dieses Jahr zum 50. Mal ausgetragen. «Wir sind stolz und freuen uns, dieses Jahr den Jubiläumsschwinget durchführen zu dürfen», schreibt das OK und der Entlebucher Schwingerverband als Einleitung im schön gestalteten Festführer.
Meine Wenigkeit entdeckte diesen Anlass auch in der Schwinger-Agenda und strich ihn gleich rot an. Heisst: Ich werde morgen Donnerstag auch ins Entlebuch reisen. Denn der Jubiläumsanlass lockt einige Spitzenschwinger an, und ist nach zwei Kranzfestanlässen in der Innerschweiz ein weiterer Wettkampf, an welchem die Schwinger ihre Form testen können.


Jersey-Rind LAUREN (1. Preis) mit Züchter Christoph Steffen (links) und den Spendern Thomas Portmann (mitte) und Bruno Bucher (rechts)
Bild: Entlebucher Schwingerverband

Drei Lebendpreise
Das Organisationskomitee rund um den Präsidenten Daniel Portmann scheute keinen Aufwand und organisierte im Vorfeld einen beachtlichen Gabentempel, zu dem auch drei schöne Lebendpreise gehören. Der erste Preis ist das Jersey-Rind LAUREN von Züchter Christoph Steffen (Escholzmatt), welches von der Clientis EB Entlebucher Bank AG (Escholzmatt) gespendet wird. Fohlen NELINA von der Züchterin Ruth Bieri (Wiggen) ist der zweite Lebendpreis und wird von den Gründungsmitglieder Schybi-Schwinget und dem Landgasthof Krone gespendet. Beim dritten Preis handelt es sich um Kalb TROJA, welches von der Züchter-Familie Bieri (Escholzmatt) gespendet wird.

1965: Erster Schybi-Schwinget
Aus dem Gabentempel vom Kantonalen Schwingfest 1963 in Escholzmatt blieben noch einige Gaben zurück. Aus diesem Grund wurde im Jahr darauf der Entlebucher-Schwinget in Escholzmatt durchgeführt. Nach vielen organisatorischen Abklärungen entschloss man sich, den Schwingern als Preis Wappenscheiben abzugeben. Diese wurden vom damaligen Gemeindepräsident Ernst Bucher entworfen und zeigen die historische Figur «Christian Schybi». Und so kam es, dass der Traditionsanlass in der Folge «Schybi-Schwinget» genannt wurde. 1965 erfolgte die erste Austragung unter diesem Namen. Bei der Premiere gab es mit Josef Portmann (Wiggen) und Fritz Habegger (Escholzmatt) gleich zwei Sieger.
Beim Studieren des Festführers fällt auf, dass anno 1988, 1998, 2007 und 2016 der Schybi-Schwinget nicht zur Austragung gelangte. Der Grund war dreimal das Luzerner Kantonale und einmal das Innerschweizerische, welche der Entlebucher Schwingerverband in diesen Jahren organisierte. Ansonsten wurde bisher 49-mal in Escholzmatt geschwungen und es liessen sich so illustre Namen wie Alois Boog, Adelbert Gisler, Hansruedi Gloggner, Heinrich Knüsel, Werner Vitali, Daniel von Euw, Edi Kündig, Heinz Suter, Ueli Banz, Matthias Siegenthaler, Philipp Laimbacher, Thomas Sempach, Erich Fankhauser, Thomas Zaugg oder zuletzt Joel Wicki in die Siegerliste eintragen.


Denkmal auf dem Dorfplatz von Escholzmatt als Andenken an Christian Schybi und Hans Emmenegger
Bild: Entlebucher Schwingerverband

Wer war Christian Schybi?
Um dieser Frage nachzugehen, blätterte ich ebenfalls im Festführer. Unter dem separaten Kapitel «Christian Schybi» erfährt man, dass dies eine wichtige Persönlichkeit im Entlebuch war. Christian Schybi (1595 bis 1653) war Landeshauptmann und Anführer der Untertanen im Schweizer Bauernkrieg. Schybi führte am 5. Juni 1653 in Gisikon sein letztes grosses Gefecht, bei welchem er und seine Mitstreiter ihren Mut mit der Hinrichtung bezahlten.
1903 wurde anlässlich des 250. Gedenkjahres der tapferen Helden (Christian Schybi und Hans Emmenegger) ein Denkmal in Escholzmatt enthüllt. Im Jahr 1953 wurde zum 300-jährigen Jubiläum bereits ein Schybi-Schwinget durchgeführt. Zum Schluss der Erklärungen wird festgehalten: «Schybi soll übrigens über enorme Kraft verfügt haben und sei in der Lage gewesen, ein ganzes Pferd zu schultern.»


Joel Wicki gewann 2017 den traditionellen Schybi-Schwinget
Bild: Entlebucher Schwingerverband

Favoriten auf den Tagessieg
Vom Geschichtsexkurs kehren wir zurück in die Neuzeit, und widmen uns den diesjährigen «starken Mannen». Nebst den einheimischen Schwingern sind, wie bei einem Jubiläumsanlass erlaubt, auch Gäste von ausserhalb der Innerschweiz eingeladen. Schwinger vom Schwingklub Appenzell werden mit zwölf Schwingern (darunter sechs Kranzschwinger sowie Eidgenosse Martin Hersche) die Entlebucher beehren. Zudem ist der Schwingklub Lenk mit dem aufstrebenden Patrik Gobeli dabei, und werden sich mit den einheimischen Spitzenkräften messen. Vom organisierenden Entlebucher Schwingerverband ist mit Joel Wicki ein ehemaliger Sieger am Start. Weiter brennen Marco Fankhauser, Remo Vogel, Bruno Fink, Ronny Schöpfer, Josef Portmann, die beiden Neukranzer Niklaus Scherer und Christian Stucki sowie weitere Entlebucher Kranzschwinger darauf, sich einen Spitzenplatz zu ergattern. Aus der Innerschweiz und dem benachbarten Emmental sind verschiedene Spitzenschwinger angemeldet und möchten auch ein Wörtchen um den Tagessieg mitreden. Insgesamt werden rund 100 Schwinger erwartet.
Franz Murpf, Präsident vom Entlebucher Schwingerverband, meint zur Besetzung: «Da der Schybi-Schwinget immer an Auffahrt, also zwischen zwei Kranzfest-Wochenenden durchgeführt wird, ist es nicht einfach, eine grosse Anzahl Kranzschwinger zu motivieren.» Ein Blick auf die Schwingerliste beweist aber, dass es dem OK und dem Entlebucher Schwingerverband gelungen ist, eine stattliche Zahl an Spitzenschwingern anzulocken. Wer schlussendlich die Lebendpreise mit nach Hause nehmen darf, entscheidet sich am Auffahrtstag. Laut Programm ist das Anschwingen auf 11.00 Uhr festgelegt. Eine Stunde vorher wird übrigens zum Gratisapéro geladen.

Unterhaltung
Man soll die Feste schliesslich feiern wie sie fallen, und so freue ich mich heute schon auf viele packende Duelle beim 50. Schybi-Schwinget. Natürlich bereitet mir eine Reise ins Entlebuch stets grosse Freude, da sie mit der UNESCO Biosphäre auch landschaftlich gesehen etwas vom Schönsten in der Schweiz zu bieten haben. Des Weiteren ist ein Schwingfest immer auch ein traditioneller und volksverbundener Anlass und hat für die Schwinger wie für die Festbesucher eine grosse Bedeutung. Und so gehört auch die Unterhaltung an einem Schwinget dazu wie das Amen in der Kirche. Auf dem Festplatz werden die Schwingerfreunde vom Jodlerklub Escholzmatt unterhalten. Nach dem Schlussgang sei noch lange nicht Schluss und man wird zum Verweilen ins Festzelt (lüpfige Musik mit «Äntlibucher Giele») und in die Schwingerbar eingeladen.

feldwaldwiesenblogger

Schwyzer Kantonales im Zeichen von Martin Grab’s Abschied

Text: feldwaldwiesenblogger

Am kommenden Sonntag steht das Schwyzer Kantonale Schwing- und Älplerfest in Sattel auf dem Programm. Nach dem ungewöhnlichen Verlauf und dem ziemlich überraschenden Sieg von Martin Grab kürzlich beim Zuger Kantonalen, steht der Schwyzer Ehrentag nun im Zeichen vom Abschied des Altmeisters. Denn: Grab kündete tags darauf seinen definitiven Abschied vom aktiven Schwingsport an. Als Bühne hat der Rothenthurmer das Schwyzer Kantonale in Sattel auserkoren. In seiner Nachbargemeinde tritt der Spenglermeister ein letztes Mal an.


Jubelnder Martin Grab nach dem Erfolg beim Zuger Kantonalen
Bild: Werner Schelbert

300 Sitzplätze mehr
Auf der Homepage des diesjährigen Schwyzer Kantonalen steht einleitend: «Was für eine Ehre für den Mythenverband und das OK! Martin Grab, ein grosser Innerschwyzer Schwinger tritt am 95. Schwyzer Kantonalen in Sattel SZ, vor seiner eigenen Haustüre ab und hängt seine Zwilchhose definitiv an den Nagel. Es würde uns riesig freuen, wenn möglichst viele Schwingsportfans und Freunde „em Märtel“ die Ehre erweisen würden, unsere Festwirtschaft ist für einen allfälligen Grossansturm gerüstet …»
Die Sitzplätze wurden denn in weiser Voraussicht gleich um 300 Stück aufgestockt. OK-Präsident Beat Suter sagt im heutigen «Bote der Urschweiz» dazu: «Wir haben die Sitzplatzzahl erhöht auf 3800. Der Grund ist das Abschiedsfest von Martin Grab. Wir erwarten, dass nochmals viele Fans seine letzte Vorstellung besuchen wollen. Wir sind gerüstet.»

Palmarès von Martin Grab
Um dem Palmarès von Martin Grab gerecht zu werden, müsste ich dafür einige Blogbeiträge investieren. Da dies den Rahmen ganz einfach sprengen würde, riskierte ich einen Blick auf die Website von Grab. Gleich beim «Eingang» fand ich einen Text, welcher die Verdienste eines der erfolgreichsten Schwinger der Neuzeit gebührend würdigt. Ich fand, dass ich das Rad nicht noch mal neu erfinden muss, und erlaube mir daher, den Text eins zu eins zu übernehmen.
«Der Böse, wie er im Schwingerjargon genannt wird, geht seit über 23 Saisons auf Kranz-Jagd. Mit 33 Kranzfestsiegen, 61 Siegen an Rangschwingfesten sowie 124 gewonnenen Kränzen, davon 7 eidgenössische Kränze, gilt Martin Grab als einer der erfolgreichsten Schwinger der Schweiz. Insbesondere was Martin Grab am Eidgenössischen Schwingfest 2016 in Estavayer erreicht hat, hat seit Jahrzehnten kein Schwinger erreicht: Er durfte sich zum siebten Mal in seiner Karriere einen Eidgenössischen Kranz aufsetzen lassen. Mit dieser Leistung zieht Martin Grab mit der verstorbenen Schwinglegende Peter Vogt gleich. Ausserdem ist er der erste und einzige Schwinger, der in seiner Karriere sämtliche Bergschwingfeste gewonnen hat. Zu seinen grössten Erfolgen gehören unter anderen der Sieg beim Schwingfest anlässlich der Expo.02 sowie beim Unspunnenfest 2006. Bei den jährlich stattfindenden Schwingfesten siegte er am Brünigschwinget 2001, 2002, 2007, 2008 und 2010, am Innerschweizer 2002, 2003, 2004 und 2006, am Berner Kantonalen 2005, am Südwestschweizerischen 2002 und am Nordwestschweizerischen 2006.
Auch neben seiner Schwingerkarriere ist der 39-Jährige Rothenthurmer ein umtreibender Mann. Er ist Vater von 5 Kindern und führt mit seiner Frau Monika ein Landwirtschaftsbetrieb sowie seine eigene Spenglerei mit 10 Mitarbeitern.»


Martin Grab’s Karriere in vier Facetten
Bild: martingrab.ch

Definitiver Abschied vom Aktivsport
Nach dem Sieg beim Zuger Kantonalen liess Martin durchblicken, dass zwei Wochen später beim Schwyzer Kantonalen allenfalls Schluss sein könnte. Er liess uns wissen, dass er eine Nacht darüber schlafen möchte und sich dann definitiv entscheidet. Und so kam tags darauf die definitive Entscheidung. Am 24. April informierte Martin auf seiner Homepage die Schwingerfamilie mit diesen Worten: «Am vergangenen Sonntag durfte ich nochmals mein schwingerisches Können unter Beweis stellen und das Fest mit sechs gewonnen Gängen für mich entscheiden. Die gute Frühform und der Sieg am Zuger waren der Lohn für das harte Wintertraining, dass ich als Vorbereitung dieser Saison absolviert habe. Parallel dazu machte sich in letzter Zeit immer mehr mein Körper bemerkbar, insbesondere die linke Hüfte. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, am Schwyzer Kantonalen im Nachbardorf Sattel mein letztes Schwingfest als Aktivschwinger zu bestreiten. Ich bedanke mich bereits jetzt bei Allen, die mich in all den Jahren auf irgendeine Art und Weise unterstützt haben. Ich freue mich, Euch vielleicht am Sonntag 6. Mai im Sattel oder zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu sehen.»

Erinnerungen aus eigenem Archiv
Ich verzichtete darauf, mit Martin in diesen Tagen ein Interview zu führen. Ganz einfach deshalb, weil dies sowieso sehr viele Medien tun. Und ich dem Rothenthurmer auch ein wenig Ruhe und Zeit für die Vorbereitungen seines letzten Schwingfestes als Aktiver gönne. Stattdessen stieg ich in mein eigenes Archiv und fand zwei Interviews, welche ich mit dem Altmeister in der Vergangenheit führte. Bei einem Beitrag, «Martin Grab schwingt auch 2017, wenn es die Gesundheit erlaubt», fragte ich: «Was bewog dich dazu, weiter zu machen?» Martin meinte dazu: «Da sind zwei Sachen in meinem Hinterkopf. Punkt eins: Ich möchte mit einer guten Saison meine Karriere beenden und eine Saison lang durchschwingen können. Die beiden letzten Saisons waren nämlich diesbezüglich eher verknorzt. Punkt zwei: Die Freude und die Leidenschaft sind immer noch vorhanden.»
Das ist exakt die Aussage, an welche ich mich nach dem Zuger Kantonalen erinnerte. Martin war es sehr wichtig, mit erhobenen Hauptes abtreten zu können. Der Erfolg in Menzingen kam für ihn just zum richtigen Zeitpunkt. Der Spenglermeister sagte in verschiedenen Interviews, dass er im Winter gut trainiert habe und sich in einer ausgezeichneten Verfassung befindet. Ein Beleg dafür war auch der Frühjahrsschwinget Ibach, an welchem Martin mit vier gewonnen, einem verlorenen und einem gestellten Gang den ausgezeichneten dritten Platz belegte. Verständlich ist aber auch, dass der 124-fache Kranzschwinger zum Abschluss seiner glanzvollen Karriere nicht eine ganze Saison durchschwingt. Sein Körper macht sich bemerkbar, vor allem die linke Hüfte.
Bei der Schlussfrage in besagtem Interview «Wie lauten deine Ziele für 2017? Schwingst du voraussichtlich auch 2018?» antwortete der siebenfache Eidgenosse vielsagend: «Mein Ziel ist ganz klar, dass ich so eine Situation wie ich sie vor dem Eidgenössischen erlebte, nicht noch mal durchmachen muss. Ich durchlief ein regelrechtes Formtief, besonders am Berner Kantonalen. Wenn ich im nächsten Frühling antrete, muss ich absolut verletzungsfrei sein. Das ist mein oberstes Ziel. 2018 ist noch zu weit weg. Ich nehme es nun Saison für Saison. Denn es kann schnell wieder ganz anders aussehen.» Der Erfolg beim Zuger Kantonalen kam für Martin Grab goldrichtig. Ein idealer Zeitpunkt, nun erhobenen Hauptes zurücktreten zu können. Jeder Schwingerfreund mag ihm das von Herzen gönnen!


Zuger Kantonales 2016: Martin Grab im Duell mit Christian Schuler
Bild: Rolf Eicher

Zuger Kantonales 2016
Dass Martin Grab das Zuger Kantonale lag, beweist die Anzahl Festsiege an jenen Anlässen, nämlich nach jenem Erfolg in Menzingen nun fünf an der Zahl. Im April 2016 führte ich mit Martin nach dem Zuger Kantonalen in Hünenberg See ein kurzes Interview. Der brilliante Techniker verlor damals den Schlussgang gegen keinen geringeren als seinen Trainingspartner und Schwingerkollegen vom Schwingklub Einsiedeln – Christian Schuler. Auf die Frage «Was genau passierte im Schlussgang? Wie beurteilst du den rückblickend?» erklärte der passionierte Ziegenzüchter: «Der Schlussgang lief so ab wie erwartet. Christian geht zu Beginn des Ganges jeweils immer sehr forsch ans Werk. Meine Taktik war es, möglichst lange mit ihm zu schwingen. Ich sah meine Chancen in der zweiten Ganghälfte. Als ich mit linkem Gammen angriff, konterte Schuler mit innerem Haken. Ich hätte eigentlich wissen müssen, dass das nicht funktioniert. Christian war am Sonntag wirklich ein schwerer Gegner.»
Grab wurde leider immer wieder von Verletzungen heimgesucht. Ich wollte beim gleichen Interview von ihm wissen: «Hast du mit einem guten Gefühl am Sonntag geschwungen? Bist du zufrieden mit der langen Saisonvorbereitung?» Darauf antwortete der 33-fache Kranzfestsieger: «Das gute Gefühl war bei beiden Vorbereitungsfesten da, vor allem beim Rapperswiler Verbandschwingfest in Wagen SG. Ich konnte nun dieses gute Gefühl mitnehmen an‘s Zuger Kantonale. Bei der Vorbereitung lief ein grosser Teil gut ab. In den letzten Wochen musste ich zu meinen Adduktoren schauen. Die Probleme damit behindern mich aber nicht beim Schwingen. Am Sonntag überstreckte ich beim vierten Gang einen Arm und verspüre nun Schmerzen am Ellenbogen. (…).» Wie sich die meisten Schwingerfreunde wohl erinnern können, verletzte sich Martin Grab zwei Wochen später beim Schwyzer Kantonalen in Schindellegi. Martin kämpfte sich aber trotz Rückschlägen mit eisernem Willen zurück und gewann im gleichen Jahr den siebten Eidgenössischen Kranz in Estavayer. Dieser Erfolg machte den sympathischen Rothenthurmer endgültig zur Schwingerlegende!

Spitzenpaarungen von kommendem Sonntag
Just, als ich diese Zeilen am Verfassen war, wurden die Spitzenpaarungen vom Schwyzer Kantonalen in Sattel bekannt. Zu diesen gehört selbstverständlich auch Martin, welcher mit seinen bald 39 Lenzen immer noch zu einem der besten des Landes gehört. Apropos Erfolgen des fünffachen Familienvaters: Das Schwyzer Kantonale gewann der stets in einem grünen Hemd schwingende Athlet beachtliche dreimal.

Schuler Christian : Wicki Joel
Müllestein Mike : Imhof Andi
Grab Martin : Mathis Marcel
Nötzli Reto : Gapany Benjamin
Schuler Alex : Stöckli Stefan
Steinauer Adrian : Herger Matthias
Suppiger Werner : Borcard Johann
Schelbert Ralf : Müller Michael


Was für ein herrliches Gelände in Sattel!
Bild: Facebook

Zum Schluss meines Beitrages wünsche ich Martin Grab in Sattel den würdevollen Abschied, welcher er sich absolut verdient! Ich freue mich heute schon auf das 95. Schwyzer Kantonale. Auf viele packende Zweikämpfe, eine urchige und gemütliche Stimmung. Und natürlich auf den letzten Auftritt von «Märtel». Wettergott Petrus liefert laut Prognosen das passende Zubehör für einen unvergesslichen Tag!

feldwaldwiesenblogger

ESAF 2025 in Mollis? – Die Kandidatur ist auf einem guten Weg

Text und Fotos: feldwaldwiesenblogger

«It’s a Long Way to the Top (If You Wanna Rock ’n‘ Roll)», zu Deutsch: «Es ist ein langer Weg nach oben (wenn Du Rock’n’Roll willst)». Diesen AC/DC-Klassiker hörte ich per Zufall auf dem Nachhauseweg einer beeindruckenden Veranstaltung. Der Song-Titel versinnbildlicht den Weg, welchen der Kandidaturverein und seine Freunde für ein mögliches ESAF 2025 im Glarnerland derzeit beschreiten.


Beim Eröffnungs-Apéro erfolgte ein erster Austausch

Eröffnungs-Apéro und Austausch
Am vergangenen Mittwoch fand in Schänis SG eine Veranstaltung der «Freunde Esaf 2025 Glarus+» statt. Auf der entsprechenden Internetseite findet man folgendes darüber: «Die Freunde ESAF 2025 Glarus+ unterstützen die Kandidatur für das Schwing- und Älplerfest in Mollis im Jahre 2025.»
Ich habe mich auch für diesen «Event» angemeldet und freute mich im Vorfeld auf einen spannenden Austausch rund um das Generationen-Projekt. Im Schulhaus Chastli trafen sich um 18 Uhr etwa 100 Schwingerfreunde zum Eröffnungs-Apéro. Beim Gespräch erfuhr man erste Infos und es wurde einem ein interessantes Schwinger-Quiz in die Hand gedrückt. Dieses beinhaltete verschiedene interessante und knifflige Fragen rund um den Schwingsport. Dabei erfolgte auch ein reger Austausch und natürlich war ein mögliches Eidgenössisches 2025 in Mollis das grosse Thema. Gesichtet wurden beim Apéro die Spitzenschwinger Roger Rychen und Tobias Riget, sowie der zurückgetretene Eidgenosse Martin Glaus.


Das Können der Jungschwinger wurde von vielen Zuschauern beobachtet

Demonstration der Jungschwinger
Es folgte ein Besuch im Schwingkeller, wo zahlreiche Jungschwinger aus der Gegend ihr Können demonstrierten. Viele Zuschauer folgten interessiert dem Treiben im Sägemehl, vermutlich waren so viele wie nur ganz selten im Trainingslokal anwesend. Auch hier wurde man sofort in interessante Gespräche verwickelt und man lernte neue Leute kennen. Das schöne rund um den Schwingsport sind auch die unkomplizierten Begegnungen. Schnell fühlt man sich wohl, denn die grosse Schwingerfamilie erstreckt sich eigentlich über die ganze Schweiz.

Informationen rund um das Generationenprojekt
Punkt 19 Uhr wurde man in der Turnhalle von Jakob Kamm (Präsident Kandidaturverein) und Roland Anderegg (Leiter Projektbüro ESAF 2025) begrüsst. Kamm liess wissen, dass bis zur Entscheidung respektive Vergabe an der Abgeordneten Versammlung (AV) des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV) im Jahr 2021 noch 34 Monate sind. Man erfuhr auch, dass als Ausfluss der Kandidatur die Sportschule Glarnerland neuerdings den Schwingsport im Angebot hat. Vier Schwing-Talente, zwei Glarner und zwei St. Galler, besuchen nun diese Sportschule. Kamm erklärte, dass er und seine Leute soeben einen Sitzungsmarathon hinter sich haben. Bei diesem hielten sie einen «Runden Tisch» mit verschiedenen Gremien aus der Gegend ab.

Grussworte des Gemeindepräsidenten
Roland Anderegg vom Projektbüro ESAF 2025 Glarnerland+ führte schliesslich durchs Programm. Erst überbrachte aber Herbert Küng, seines Zeichens Gemeindepräsident von Schänis, die Grussworte der Gemeinde und sagte, dass der Apéro von ihnen spendiert wurde. Er sprach von Traditionen, Werten und der Begeisterung rund um den Schwingsport.
Anderegg erklärte weiter, was das «Plus» im Projektnamen bedeutet. Es soll für überregional stehen, aber auch, dass man die verschiedensten Gremien der Gegend wie die Wirtschaft oder den Tourismus mit an Bord holen möchte. Man möchte aber auch die Bevölkerung dabei wissen: Mit diesem Treffen, notabene seit der Gründung des Kandidaturvereins vor rund einem Jahr bereits das dritte, möchte man, dass die «Freunde» die entsprechende Botschaft in die Bevölkerung tragen. Und schliesslich gehört auch das Lobbying dazu, da schlussendlich bei der AV des ESV rund 220 Personen über die Vergabe entscheiden werden. Nebst den Glarnern kandidiert nämlich auch die Stadt St. Gallen.


Vereinspräsident Jakob Kamm begrüsste die «Freunde», rechts sind Roland Anderegg vom Projektbüro und Gemeindepräsident Herbert Küng zu erkennen

Glarner Landsgemeinde vom 7. Mai 2017
An der Glarner Landsgemeinde vom 7. Mai 2017 sprachen die Glarner Stimmbürger 2,2 Millionen Franken für die Kandidatur. Ein wichtiges Zeichen! Der Kandidaturverein wurde übrigens rund einen Monat vor der Landsgemeinde gegründet und beim ersten Treffen der «Freunde ESAF 2025 Glarus+» in Mollis war, Nomen est Omen, gar Schwingerkönig Matthias Glarner anwesend.
Das Ziel ist nun, den Schwingsport in der ganzen Region zu fördern. Die nächste Etappe für den Verein ist das Zusammenstellen einer starken Kandidatur. Das Team von Anderegg, zu welchem auch Corinne Blesi und Roger Walser gehören, unterstützen tatkräftig Jakob Kamm. Sie arbeiten jetzt schon zu je einem 30 Prozent-Pensum an den verschiedensten Dossiers. Dazu gehört das Verkehrskonzept, welches unter anderem zum Ziel hat, dass beim ESAF Samstag und Sonntag die Schwingerfreunde pünktlich in der Arena sind. Dazu gehört aber auch der Standort auf dem Flugplatz Mollis, welcher andere Anforderungen als jener in Estavayer mit sich bringt. Weiter wird am Sicherheitskonzept, den Finanzen und ganz allgemein an der Organisation gearbeitet. 2019 steht eine Vorprüfung an, bei welcher man nötige Verbesserungen anbringen möchte.

Überregionale Kandidatur
Roland Anderegg betonte, dass die überregionale Kandidatur ein Trumpf sei. Dazu gehört auch die Gastfreundschaft und das Brauchtum, welches im Glarnerland und in der nahen Umgebung abgestützt sein soll. 2025 ist zwar noch weit weg. Trotzdem spüre man jetzt schon die Freude und das Projektteam ist froh um jede Unterstützung. Es wurde auch erklärt, was die Motivation des Teams sei: Spannend sei die Zusammenarbeit in den verschiedenen Bereichen. Zudem sei das Schwingen ein schöner Sport und sie haben nun ein gemeinsames Ziel vor Augen.


Roland Anderegg bat zum Generationeninterview

Generationeninterview
Zwei typische Schwingerfamilien aus der Gegend, die «Beglingers» aus dem Glarnerland und die «Rigets» aus der Gaster-Landschaft, wurden zum Generationeninterview gebeten. Roland Anderegg befragte die drei Generationen mit interessanten und zum Teil zum Schmunzeln anregenden Fragen. Die einzelnen Familienmitglieder sprachen über ihre eigenen Erfahrungen mit dem Schwingsport und erklärten, dass sich die drei Generationen gut untereinander verstehen. Einer der befragten war Fridolin Beglinger, ehemaliger Spitzenschwinger und heute Technischer Leiter im Glarner Kantonalen Schwingerverband. Ein anderer war Tobias Riget, ein Spitzenschwinger vom Schwingerverband Rapperswil und Umgebung, welcher nach längerer Verletzungspause wieder schwingen kann.

Unterstützung von Rapperswil und Umgebung
Den Glarnern ist immens wichtig, dass sie Kandidaturunterstützung von ihren nächsten Nachbarn bekommen. So lud man nicht ohne Grund die «Freunde» nach Schänis ein, dem Einzugsgebiet vom Schwingerverband Rapperswil und Umgebung. Bezeichnend ist auch, dass Roger Rychen, ein Glarner, und Tobias Riget sowie Dominik Oertig (beide Schwingerverband Rapperswil und Umgebung) überregional miteinander eine Trainingsgemeinschaft bilden. Man arbeitet also heute schon eng miteinander zusammen. Weiter hielten Rolf Figi, Präsident des Glarner Kantonalen Schwingerverbandes und Jean-Claude Leuba, Präsident vom Schwingerverband Rapperswil und Umgebung, eine kurze Rede. Beide sprachen von der Freundschaft zwischen den Glarnern und den Rapperswilern. Sie wollen gemeinsam das Generationenprojekt unterstützen und motiviert mithelfen. Beide betonten, dass die Motivation und die Begeisterung über die Kantonsgrenze hinaus spürbar sei.


Dieses und weitere absolut sehenswerte «Schwinger-Bilder» wurden von der 5. Klasse gemalt

Kartoffelsalat und heisser Beinschinken
Der Abend wurde beim gemeinsamen Nachtessen, bei welchem man mit feinem Kartoffelsalat und heissem Beinschinken verköstigt wurde, abgerundet. Das Nachtessen und die Getränke wurden grosszügig vom Kandidaturverein spendiert. Schliesslich wurde das Schwinger-Quiz aufgelöst und die Gewinner durften bei einem kleinen Gabentempel ihre Preise abholen. Der Schreibende löste eine Frage leider falsch und ging leer aus…
Rund um den Austragungsort im Schulhaus Schänis hingen schöne Bilder. Man erfuhr, dass diese von der ortsansässigen 5. Klasse mit viel Enthusiasmus gemalt wurden. Ganz zum Schluss der Veranstaltung wurden die Besucher darauf hingewiesen, dass ein Newsletter im Sommer folgen wird. An die Presse werde man erst wieder gelangen, wenn man tatsächlich etwas zu berichten habe. 2019 soll überdies wieder ein Event der «Freunde Esaf 2015 Glarus+» über die Bühne gehen.
Um 21 Uhr war die Veranstaltung zu Ende und der Verfasser dieser Zeilen fuhr mit vielen Eindrücken und positiven Emotionen ob diesem jetzt schon weit fortgeschrittenen Generationenprojekt nach Hause. Beeindruckt war man auch über den Enthusiasmus von Jakob Kamm und Roland Anderegg. Es wäre dem Kandidatur-Team zu gönnen, wenn sie den langen Weg, wie eingangs erwähnt, «Top» – «Oben» abschliessen könnten.

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