Eilmeldung: Trainer Babbel und Präsident Stäger in Luzern entlassen!

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Paukenschlag in Luzern: Stäger (links) und Babbel sind weg
Bildquelle: grenchnertagblatt.ch

Was für ein Paukenschlag in Luzern: Präsident und Trainer wurden gestern Abend entlassen! Rudolf Stäger und Markus Babbel müssen ihre Posten räumen. Die katastrophale Rückrunde, welche mit magistralen Fehlern von Rudolf Stäger eingeleitet wurde, liess für den Verwaltungsrat keinen anderen Schluss mehr zu. Philipp Studhalter (Verwaltungsratspräsident Holding) und Bernhard Alpstäg (Verwaltungsratspräsident Stadion Luzern AG) zogen nun die Notbremse.

Die feldwaldwiesenblog-Redaktion wurde als erstes heute Morgen früh exklusiv informiert. Auf die Nachfrage, wer nun die vakanten Posten besetzen soll, liess Bernhard Alpstäg telefonisch verlauten: „Sportchef Rolf Fringer und Assistenz-Trainer Roland Vrabec werden wieder zurück geholt. Dabei wird Vrabec gleich zum Cheftrainer befördert. Als Interims-Präsident wird bis zur nächsten Generalversammlung Walter Stierli wieder übernehmen.“

FCL-Sportchef Rolf Fringer beim Trainingsstart des FC Luzern nach der Winterpause, am Montag 4. Januar 2016 auf der Allmend in Luzern.  (KEYSTONE/Urs Flueeler)
Rolf Fringer darf beim FC Luzern wieder ran
Bildquelle: 20min.ch

Rums! Der Rundumschlag soll den FC Luzern also davor bewahren, dass er nicht noch weiter ins Elend abrutscht. Bereits zum dritten Mal darf Rolf Fringer nun ran, um die Leuchtenstädter vor einem möglichen Abstieg in die Challenge League zu bewahren. Auf die Frage, ob er denn keinen Groll mehr hege, und dieser schon wieder verraucht sei, meinte Fringer: „Die Ursachen dafür sind jetzt beseitigt. Ich hoffe, nun in Ruhe meine Arbeit in Luzern fortsetzen zu können.“

So etwas hat die Schweiz bisher noch nicht gesehen. Der Trainer und der Präsident müssen zusammen gehen. Und: Personalentscheide, welche die beiden fällten, werden rückgängig gemacht. Man kann nun sagen: In Luzern bleibt kein Stein mehr auf dem anderen. Oder anders ausgedrückt: Ein kleines Stück vom Fundament, welches schon abtransportiert wurde, wird wieder eingesetzt. Dazu mit Walter Stierli ein starker Mann, welcher schon von 2005 bis 2012 als Präsident amtete. Nun soll er’s bis zur nächsten Generalversammlung wieder richten. Dazu Stierli: „Da ich mit Rolf Fringer persönlich bestens klar komme und mir das Wohl des FC Luzern immer noch sehr am Herzen liegt, liess ich mich wieder auf dieses Amt ein. Aber nur interimistisch.“

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Walter Stierli, der Interims-Präsident beim FCL
Bildquelle: luzernerzeitung.ch

Wie viel vom obigen Text wahr ist, und wie viel nur Wunschdenken, kann sich jeder selber aussuchen. Dass bei „unserem geliebten FCL“ aber etwas gehen muss, ist wohl inzwischen jedem klar. Auch bei uns im Muotatal!

feldwaldwiesenblogger

Sommerinterview mit dem Motocross-Fahrer Remo Inderbitzin

Kürzlich führte ich ein längeres Sommerinterview mit dem Seitenwagen-Pilot Remo Inderbitzin. Der Muotathaler ist als Fahrer zugleich der Kopf des Sidecarcross-Teams Inderbitzin.
Die Saison 2015 läuft schon seit April und momentan steckt das Team mitten in der Saison. Zehn von zwanzig Seitenwagen-Rennen sind absolviert, zurzeit gönnen sie sich eine kurze Sommerpause.
Neben Remo gehört natürlich sein Beifahrer Stefan Forster zum Team, ebenso der Mechaniker Lars Ziegler. Weiter dürfen die drei auch auf die Hilfe von weiteren fleissigen Händen zurückgreifen. Zum Team gehören Martina Forster als Köchin und Berichterstatterin, Hugo Inderbitzin als Berater und Betreuer, Irene Inderbitzin sowie Thomas Forster und Corinne Betschart als fleissige Helfer. Jonas Marty, Gabriel Schelbert, Reto Räber und Iwan Suter amten als gelegentliche Wohnmobil-Chauffeure.

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Remo Inderbitzin
Bildquelle: Martina Forster

Wie verlief die Saison bisher? Eine Zwischenbilanz? Seid ihr zufrieden?
„Ja, ich bin zufrieden. Es gab aber auf und ab‘s. Anfangs Saison hatten wir Schwierigkeiten mit dem Motorrad. Später bekundete Stefan Probleme mit seiner Hüfte. Wir dürfen nicht viel mehr erwarten, gerade wenn man mit den letzten Saisons vergleicht.
Kürzlich verschliefen wir wortwörtlich bei einem WM-Rennen in Genk (Belgien) das Qualifying. Eine Teilnahme war wegen 30 Sekunden zu spät kommen nicht mehr möglich. Im Hoffnungslauf durften wir starten, konnten uns dort aber leider nicht fürs Rennen qualifizieren. Diejenigen, welche sich nicht für das Rennen qualifizierten, konnten sich für ein Rennen der belgischen Meisterschaft einschreiben. Wir bestritten darauf das Zeittraining, bei welchem wir vierte wurden. Bei den anschliessenden Rennläufen feierten wir zwei Siege, welche ich nicht unbedingt erwartete. Es war für uns immerhin ein kleiner Trost, nahmen doch 42 Gespanne am Rennen teil.“

Ein Vergleich zur letzten Saison?
„Wir konnten uns stetig verbessern und schneller werden. Mit Stefan Forster, welcher seit dieser Saison mein Beifahrer ist, läuft es sehr gut. Wir ergänzen uns prima, sprechen viel miteinander und können gegenseitig voneinander profitieren.
Zudem wird meine körperliche Fitness und Kraft ständig besser und ich bin langsam in einem Bereich, welcher mir bis Rennende ein gutes Durchhaltevermögen verleiht. Früher fuhr gegen Schluss der Rennen wegen fehlender Kondition vielfach das Motorrad mit mir, und nicht umgekehrt.“

Hast du diese Saison etwas anderes gemacht als letzte Saison, beispielsweise eine andere Renn-Planung?
„Ich habe mich mit der Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft (DM) und der Weltmeisterschaft (WM) viel internationaler ausgerichtet. Die Renndistanzen sind jeweils eine halbe Stunde. Teilweise fährt man diese bis zu dreimal am Tag. Vorher fuhr ich in der Schweizer Meisterschaft mit, wo die Renndistanzen 20 Minuten betragen.
Bei den DM- und WM-Rennen fährt man mit den Besten mit und fährt auch auf anspruchsvolleren Pisten.
Zudem mache ich hinterher mit meinem Vater Video-Studium, um Läufe von mir und anderen Fahrern zu analysieren.“

Was lief bisher besonders gut?
In Tschechien konnten wir uns aus eigener Kraft für ein WM-Rennen qualifizieren. Dies bedeutete für mich ein Highlight. Ich war bisher sturzfrei unterwegs und das ganze Team passt gut zusammen.“

Was lief in dieser Saison bisher nicht so gut?
„Ein oder zwei technische Ausfälle mit dem Motorrad haben wir zu beklagen und bei zwei Rennen anfangs Saison lief es einfach nicht nach Wunsch. Anfangs Saison bekunde ich jeweils ein wenig Mühe, bis ich so richtig in die Gänge komme und die Routine und das Vertrauen wieder vorhanden sind.“

Welche Ziele habt ihr euch anfangs Saison gesteckt?
Unser Saisonziel ist es, sich bei der WM für die Rennläufe zu qualifizieren. Geplant ist, die Deutsche Meisterschaft und die Weltmeisterschaft zu fahren. An der DM fahren wir deshalb, um im Hinblick auf die WM Routine und Fahrpraxis zu erlangen.“

Wie viele Kilometer wart ihr diese Saison schon für eure Leidenschaft, das Sidecarcross-Fahren, unterwegs?
„Dies waren bisher etwa 7‘500 Kilometer, welche wir mit unserem Wohnmobil zurücklegten.“

Wie viele Rennen stehen noch auf dem Programm?
„Wir haben momentan Halbzeit, zehn von zwanzig Rennen sind absolviert.“

Wann hast du mit Motocross fahren begonnen?
„Ich fahre jetzt die vierte Saison Rennen, begonnen habe ich vor fünf Jahren mit 22 Jahren. Ich kaufte damals ein Seitenwagen-Motorrad.
Vorher fuhr ich ab und zu mit meinem Vater Trial-Töff, und nahm sogar einmal an einem Rasenrennen teil.“

Wieso eigentlich Seitenwagen-Cross?
„Wegen meinem Vater, welcher früher als Beifahrer auch Motocross-Rennen fuhr und mir davon erzählte. Ich sagte schon als kleiner Junge, dass ich irgendwann auch Seitenwagen fahren möchte.“

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Nur Fliegen ist schöner!
Bildquelle: Facebook

Was ist eigentlich der besondere Reiz an dieser Sportart?
„Das Fahren macht den Reiz aus, auch wenn es streng ist und man dabei Dreck fressen muss. Die weiten Sprünge üben auch eine Faszination aus. Weiter die bereits erreichten Fortschritte, die ich machte und nun deshalb mehr und mehr möchte. Man will schneller sein, als der vor einem fahrende. Der ständige Reiz, der Beste zu sein.“

Die weiten und teilweise hohen Sprünge erfordern doch recht viel Mut. Das Sidecarcross-Fahren ist nichts für Angsthasen, oder?
„Ja, das ist wirklich so! Aber man muss sich an diese weiten Sprünge herantasten. Ich bin diesbezüglich eher vorsichtig, und springe nur, wenn ich weiss, dass es auch gelingen wird. Ich fahre eigentlich selten bis nie über mein Limit hinaus, um Stürze zu vermeiden.“

Wo und wie hast du das Handwerk dazu erlernt?
Das erste Mal fuhr ich in Italien, wo ich auch jetzt noch vor der Saison jeweils trainiere. Dort fand ich eine Cross-Piste mit grossen Sprüngen vor, über welche ich am Anfang nur darüber fuhr. Bei den nächsten Malen fuhr ich schneller und schneller, bis ich mich getraute, die Sprünge wirklich zu springen.
Im selben Jahr nahm ich im Herbst an einem Rasenrennen teil. Gegen Ende jener Saison stiess mein damaliger Passagier Pascal Brechbühl dazu. Über den kommenden Winter gingen wir viel nach Italien trainieren, und im Frühling nahm ich meine erste Saison mit Pascal in Angriff. Wir nahmen an der Schweizer Meisterschaft teil.“

Die wievielte Saison ist das für dich eigentlich schon?
„Ich bin nun in meiner vierten Saison. Drei Saisons lang war Pascal Brechbühl mein Passagier, seit dieser Saison ist es Stefan Forster.“

Zu den Beifahrern, den „Plampis“: Ist deren Motivation auch, irgendwann selber Pilot zu sein?
„Nicht unbedingt, die meisten Passagiere sind und bleiben Passagiere. Es gibt ganz wenige Ausnahmen, wo ein Plampi gezwungenermassen fahren muss. Man beginnt entweder als Fahrer oder als Passagier, und bleibt das auch. Man will auch als Plampi gut werden, Leistung zeigen und alles perfektionieren. Ein Wechsel zum Fahrer würde auch ein ‚Von vorne anfangen‘ bedeuten. Zudem steckt dahinter auch ein Ehrgefühl, die sowohl die Fahrer aber auch die Passagiere kennen. Die Fahrer und die Plampis stacheln sich dabei gegenseitig an, nehmen sich aber auch im positiven Sinne aufs Korn.
Früher machte in einem Gespann der Fahrer 60 Prozent und der Beifahrer 40 Prozent aus. Heutzutage ist es sogar etwa 50 zu 50 Prozent. Die Faszination als Plampi ist das Spielen mit dem Gleichgewicht und das Einwirken der Fliehkräfte. Zudem auch das feinfühlige Zusammenspiel mit dem Piloten. Während dem Rennen ist es eine stille Kommunikation zwischen Fahrer und Passagier. Der Fahrer konzentriert sich aufs Fahren, der Passagier gleicht das Gespann aus. Wichtig ist auch, dass sich ein Pilot und ein Plampi gut ergänzen, die Strecke gemeinsam besprechen und hinterher auch die Läufe analysieren.“

Remo, warst du auch schon „Plampi“?
„Bei einem Rennen war ich noch nie Plampi. Bei einem Abschlusstraining versuche ich mich aber gelegentlich als Passagier, damit man die andere Seite auch mal sieht.“

Wie sieht bei dir eine Woche während der Rennsaison aus?
„Am Montag nach der Arbeit das Motorrad reinigen. Am Dienstagabend ‚schrauben‘, das heisst das Gefährt auseinander nehmen und kontrollieren. Allenfalls muss der Motor gewechselt oder der Rahmen geschweisst werden. Eventuell braucht es dazu auch noch den Mittwochabend. Zudem versuche ich, einmal unter der Woche zu joggen.
Vielfach geht‘s bereits am Freitagmorgen mit dem Wohnmobil und dem Motorrad im Gepäck an den Rennort. Am Samstag findet das Qualifying statt und am Sonntag die Rennläufe. Am Sonntagabend erfolgt wieder die Heimreise.“

Von wann bis wann läuft die Saison jeweils?
„Im April beginnt die Rennsaison, welche bis Ende September läuft.“

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Fahrer und Passagier müssen perfekt harmonieren
Bildquelle: Facebook

Wie sieht das Ganze finanziell aus? Wie gross ist euer jährliches Budget? Wie viel Geld steckt ihr selber rein?
„Das jährliche Budget mit allem Drum und Dran (inklusive den Anschaffungen) beträgt etwa 20‘000 bis 25‘000 Franken. Wir haben zurzeit etwa 6‘000 Franken an Sponsorengeldern. Ich stecke pro Jahr etwa 9‘000 Franken rein, Stefan gut 5‘000 Franken.“

Habt ihr schon viele Sponsoren? Wie geht ihr auf Sponsorensuche?
Remo lacht, und erklärt: „Zu wenig Sponsoren, wir haben derzeit deren acht. Auf Sponsorensuche gehen wir einerseits mit persönlicher Kontaktaufnahme. Andererseits mit Sponsorenbriefen, was leider nicht sehr effektiv ist. Es ist halt so, dass die grösseren Firmen vor allem den Breitensport und regionale Vereine unterstützen. Motorradsportler stehen bei diesen leider nicht so hoch im Kurs.“

Wie macht ihr auf euch aufmerksam?
„Unsere Sponsoren haben wir visuell auf dem Motorrad, dem Trikot und dem Wohnmobil gut sichtbar platziert. Weiter haben wir einen Facebook-Auftritt, wo wir regelmässig Rennberichte und Fotos aufschalten. Wir gestalteten auch einen Kalender mit Bildern von uns darauf. Zudem freuen wir uns über jeden Beitrag und jede Erwähnung im Bote der Urschweiz.“

Wie bereitest du dich körperlich und mental auf ein Rennen vor?
„Körperlich mit joggen, ein oder zwei Tage vor einem Rennen, um den Kreislauf anzukurbeln. Mental mache ich noch zu wenig, um das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu stärken.“

Wie bereitest du dich körperlich und mental auf die Saison vor?
„Kurt Bösch, welcher ausgebildeter Fitnesstrainer ist, erarbeitete mit mir zusammen einen Plan, damit ich als Saisonvorbereitung gezieltes Kraft- und Konditionstraining mache. Der Schwerpunkt des Trainings ist dabei auf den Oberkörper (Schulter- und Rückenbereich) sowie die Beine ausgerichtet. In dieser Zeit trainiere ich drei- bis viermal pro Woche.
Während der Saison halte ich mich mit joggen sowie velofahren fit, und gehe nur während einer längeren Pause in den Kraftkeller.“

Habt ihr auch Fans, die euch regelmässig an Rennen nachreisen und unterstützen?
„Nein, noch nicht. Es gibt Leute, die immer ans Rennen nach Muri AG kommen, um uns zu unterstützen. Das Team und die Familie sind immer dabei.“

Wie gross ist das Feuer, respektive wie lange möchtest du deinen Sport noch ausüben?
„So lange wie möglich und solange es die Zeit, das Geld und der Körper erlauben. Der Spass und die Freude sind nach wie vor vorhanden. Auch deshalb, weil ich Fortschritte und einen stetigen Aufwärtstrend erkenne. Es ist schliesslich auch nur ein Hobby. Ich will dabei meine Gesundheit mit etwas, das mir Freude bereitet, nicht riskieren.“

Hast du dir bereits Ziele für nächste Saison gesteckt?
„Im nächsten Winter baue ich mir ein neues Seitenwagen-Gefährt mit frischem Rahmen und frischem Motor. Dies wird sicher viel Zeit in Anspruch nehmen.“

Wann beginnst du mit der Planung für die neue Saison?
„Die Planung für die nächste Saison läuft schon. Die letzten Saisons war ich dabei immer zu spät. Die Vorbereitung muss rechtzeitig beginnen, damit man sich im Frühling voll auf die Rennen konzentrieren kann.“

Hast du zum Abschluss noch ein Wunsch oder irgendetwas, was du gerne noch im Zusammenhang mit dem Sidecarcross-Fahren loswerden möchtest?
„Generell prangere ich die mediale Präsenz an, welche sich beim Motocross-Sport leider nur spärlich zeigt. Wir haben beispielsweise in der Schweiz Solo-Motocrossfahrer, die bei WM-Läufen unter die ersten drei fahren. Diese Resultate nimmt man aber mangels Informationen fast nicht zur Kenntnis. Das Interesse in der Bevölkerung ist meines Erachtens vorhanden.
Vermutlich hat dies halt auch mit dem heutzutage grossen Öko-Bewusstsein zu tun. Deshalb bringt das Schweizer Fernsehen meist nur die Könige des Motorsportes, also die Formel 1 und die MotoGP, und die anderen Medien ziehen leider nach.“

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Remo Inderbitzin und Stefan Forster
Bildquelle: Martina Forster

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Remo für das Beantworten meiner Fragen. Dabei gewährte er mir einen tiefen Einblick in eine Sportart, die ich diese Saison dank Remo und seinem Team näher kennen lernen durfte.
Der Grund, dass der Motocross-Sport eher ein Mauerblümchen-Dasein fristet, lieferte der leidenschaftliche Seitenwagen-Fahrer am Schluss gleich selber nach: Die mediale Präsenz konzentriert sich auf andere Sportarten. Zudem hat das Ganze auch mit einem ökologischen Bewusstsein zu tun, welche an vielen Orten Rennen verunmöglicht. Aber seien wir doch mal ehrlich: Ob es nun an ein Fussballspiel, an ein Eishockey-Spiel oder an ein Schwingfest geht: Die meisten Besucher bewegen sich mit einem abgasspendenden Auto an solche Anlässe. Das einzig einigermassen Ökologische dabei ist der vor Ort gezeigte Sport. Aber auch für diesen braucht es viel Energie: Man denke nur an die Unmengen von Elektrizität, die es braucht, um Eis zu erzeugen oder eine Flutlichtanlage rings um ein Fussballfeld brennen zu lassen.
Vielleicht besucht der eine oder andere mal ein Rennen vom Sidecarcross-Team Inderbitzin, welche auch hin und wieder in der Schweiz an den Start gehen. Der Fahrer und das Team würden sich um jede Unterstützung freuen.

feldwaldwiesenblogger

Guter fünfter Rang beim Pfingstmotocross in Muri (AG)

Das Seitenwagen-Motocrossteam Inderbitzin/Forster fuhr beim Pfingstmotocross in Muri (AG) zwei solide Rennläufe. In der Endabrechnung belegten sie den guten fünften Rang.

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Bildquelle: Facebook

Im Vorfeld des Pfingsmotocrosses war man sehr gespannt, welche Seitenwagen-Teams am Pfingstmontagmorgen beim freien Training tatsächlich vor Ort sein werden. Denn dieses Jahr wurde 40 Jahre Motocross Muri gefeiert.
Einige der angemeldeten Teams waren dann unfallbedingt nicht am Start. Andere Seitenwagengespanne waren am zeitgleich stattfindenden WM-Rennen in Holland. Auf Facebook war zudem zu lesen, dass das tschechische Team Cermak/Cermak, welches eigentlich bei der WM teilnimmt, auch nach Muri kommt. Nun, sie waren tatsächlich da. Ebenfalls die Belgier Hendrickx/Liepins, die auch schon sehr gute WM-Rennen zeigten. Es waren schliesslich 22 Teams vor Ort.

Fünfter Rang nach dem Qualifikationstraining
Das Seitenwagen-Motocrossteam Inderbitzin/Forster war nach dem Training sehr guter Dinge, die Strecke gefiel ihnen und sie beendeten das freie Training auf dem vierten Platz. Diese Rangierung sagt aber meist nicht viel aus. Beim Qualifikationstraining fuhren Remo Inderbitzin und Stefan Forster nach einer abgeklärten Leistung auf den hervorragenden fünften Rang. Dadurch konnten sie sich im ersten Lauf ihren Startplatz am Balken aussuchen.
Der Start zum ersten Rennlauf verlief leider nicht optimal, und das Team Inderbitzin kam als zwölfte in die erste Runde. Da sie in der Folge sehr konstant fuhren, konnten sich die beiden Runde um Runde verbessern. Am Ende fuhren die jungen Rennfahrer als Sechste durchs Ziel.
Während des ersten Laufes setzte leichter Regen ein. Es blieb leider bis am Ende der Rennen regnerisch.

Der gute Start zum zweiten Lauf und ein punktgenauer Sprung
Der Start zum zweiten Lauf verlief besser, und das schweizerisch-deutsche Seitenwagen-Team (Stefan Forster ist Deutscher) kam als Achte weg. Gleich in der ersten Runde fuhren sie auf Platz sechs vor und hatten das Schweizer Gespann Bolliger/Hofmann vor sich. In der nächsten Runde schnappten sich das Duo Inderbitzin/Forster die vor ihnen Fahrenden mit einem präzisen und weiten Sprung. Der Platz-Speaker meinte dazu: „Durch einen punktgenauen Sprung konnte das Muotathaler Team am Team Nummer 28 vorbeifahren.“
Den fünften Platz liessen sich Remo und Stefan nicht mehr nehmen, und fuhren mit einem satten Vorsprung durchs Ziel. Der sechste und der fünfte Platz aus den beiden Rennläufen bedeuteten schliesslich den guten fünften Gesamt-Rang. Diese Platzierung löste grosse Freude beim ganzen Team und den angereisten Fans aus. Viele Muotathaler Motorsport-Freunde waren vor Ort und unterstützten das Team. Gewonnen wurde das Rennen von den beiden Tschechen Cermak/Cermak.
Am kommenden Freitag geht es bereits weiter. Das Sidecarcross-Team Inderbitzin reist gut 800 Kilometer in den tiefsten Osten von Deutschland, nach Dolle (Bundesland Sachsen-Anhalt). Auf dem Programm steht ein nächstes Rennen der Deutschen Meisterschaft.

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Sidecarcross-Team Remo Inderbitzin / Stefan Forster: WM-Lauf in Frauenfeld

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Von links: Remo Inderbitzin, Lars Ziegler und Stefan Forster
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Das Sidecarcross-Team Inderbitzin, bestehend aus dem Fahrer Remo Inderbitzin, dem Passagier Stefan Forster und dem Mechaniker Lars Ziegler, bestreitet bereits seine vierte Saison. Stefan ist die erste Saison dabei, Lars bereits die dritte Saison.

Remo holte letztes Jahr, in seiner dritten Saison, zusammen mit seinem damaligen Passagier Pascal Brechbühl, die ersten WM-Punkte. In Rudersberg (Deutschland) belegte der 26-jährige den guten 15. Rang.

Das junge und motivierte Team fährt diese Saison etwa 20 Rennen. Dabei wird ein Hauptaugenmerk auf die Deutsche Meisterschaft gelegt, welche für sie ein nächster Karriereschritt bedeutet. Neben der Deutschen Meisterschaft bestreitet das Sidecarcross-Team Inderbitzin auch einige Weltmeisterschafts- und Schweizer Meisterschafts-Läufe.
Mit der Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft möchte sich das Team die nötige Schnelligkeit holen. Die Deutsche Meisterschaft ist von der Qualität her zwischen der Schweizer Meisterschaft und der Weltmeisterschaft einzugliedern.

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Sidecarcross-Team Inderbitzin/Forster
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

In Frauenfeld wurde vergangenes Osterwochenende ein WM-Rennen ausgetragen. Für Remo und Stefan war dies bereits das zweite Rennwochenende in der noch jungen Saison.
Am Karsamstag wären Trainingsläufe und das Qualifying auf dem Programm gestanden. Wegen ungünstiger Witterung wurde am Samstag aber nicht gefahren. Die Rennleitung verschob die Qualifiyings auf Ostermontag-Vormittag und strich zudem die Trainingsläufe.

Im Qualifying, welches von 09.45 bis 10.15 Uhr lief, belegte das Sidecarcross-Team Inderbitzin/Forster in der Gruppe B mit einer Zeit von 2.22.668 Minuten den 20. Rang. Sie fuhren insgesamt zehn Runden, davon vier schnelle. In Runde fünf fuhren sie ihre schnellste Zeit.
Effektiv fehlten ihnen gut zweieinhalb Sekunden auf den Quali-Rang 15, den die Italiener Zeno/Matteo mit 2.20.017 Minuten erreichten. Platz eins in ihrer Gruppe belegten Bax/Stupelies (Ned/Lat) in einer Zeit von 2.09.987 Minuten.

Laut Remo und Stefan war der Boden vom Fahren her eigentlich perfekt. Da die Gruppe A bereits viel Schlamm rausgeschoben hatte, waren die Bedingungen für die Fahrer der Gruppe B recht gut. Das Team Inderbitzin/Forster hatte keine technischen Probleme zu beklagen, zudem lief ihre Maschine gut. Remo erklärte weiter, dass Frauenfeld nicht unbedingt zu seinen Lieblingsstrecken gehört. Er bevorzugt Pisten wie in Roggwil und liebt die Zweikämpfe.

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Motocross-Strecke in Frauenfeld
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Fahrerisch fehlt dem jungen Muotathaler Fahrer und seinem ebenfalls jungen deutschen Passagier nur noch ein kleines Quentchen. Sie bewiesen letztes Jahr, dass sie bereits in Tuchfühlung mit den Weltbesten sind. Mit weiterhin viel Wille und konzentrierter Arbeit kommt das junge Sidecarcross-Team diese Saison mit Bestimmtheit einen weiteren Schritt voran.

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Remo Inderbitzin mit Muotathaler Flagge
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Remo und sein Team haben trotz Nichtqualifikation ihren Humor in Frauenfeld nicht verloren. Wie das vielfach bei Muotathalern üblich ist, wird die schöne Muotathaler Flagge mit Freuden auf fremdem Terrain geschwenkt.

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Rudi aus Tirol
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Ebenfalls für gute Stimmung sorgte im Festzelt der unverwüstliche Rudi aus Tirol. Bei Essen und Trinken fachsimpelte das Team Inderbitzin/Forster, und natürlich wurden auch die beiden WM-Läufe der Sidecar-Fahrer besichtigt. Tagessieger wurde das belgisch-holländische Duo Ben Adrieanssen und Ben Van den Boogaart. Die Illgauer Andy Bürgler/Martin Betschart belegten in der Endabrechnung den guten neunten Platz.

feldwaldwiesenblogger

Die Schweiz schlägt im Achtelfinale Argentinien!

Viele fragen sich jetzt, wie kommt der feldwaldwiesenblogger zu dieser ungeheuren, ja gar frechen Aussage: „Die Schweiz schlägt im Achtelfinale Argentinien!“?

Nun, ich kann das erklären. Es hat viel mit Hitzfeld zu tun, oder sagen wir: Fast nur! Dieser ausgefuchste Lörracher impfte unserer Nati schon vor dem alles entscheidenden Gruppenspiel gegen Honduras die Winnermentalität ein. Er tut es jetzt, vor dem Spiel gegen Messi und Co., wieder.

Er brütet etwas aus, eine Strategie, wie man diesen unberechenbaren Gaucho stoppen kann. Gestern liess Hitzfeld nämlich verlauten: „Eine Manndeckung macht keinen Sinn.“ Der Nati-Trainer plant, ein „enges Netz“ aufzuziehen, im welchem sich Messi „wie ein Fisch“ verfangen soll.
Diese bildliche Sprache verstehen alle, die Devise ist klar: Messi muss so eng wie möglich markiert werden. Über ihn läuft das Spiel, oder sagen wir, das erfolgreiche Spiel. Ist der Zauberzwerg nicht im Spiel, ist Argentinien nicht erfolgreich. Sie sind dann angreifbar, ja sogar schlagbar.

Ich erinnere mich an das Spiel Argentinien gegen Iran, als Messi praktisch die ganze Spielzeit lustlos auf dem Platz rumschlurfte und in der 93. Minute fast wie aus dem Nichts das 1:0 schoss. Zugegeben, ein fantastisches Tor, aber auch eine herbe Enttäuschung für die Iraner. Auch für mich, ich hätte diesen aufopferungsvoll kämpfenden Iranern diesen Punkt wirklich gegönnt.

Zur Pause hiess es, dass der iranische Torhüter gut zwei Kilometer gelaufen sei, Messi in der gleichen Zeit etwas über drei (!) Kilometer. Das spricht Bände über die Laufwege des Argentinienstars. Gefährlich bleibt der kleine Kerl aber alleweil. Das bedeutet, dass die Schweizer von der ersten bis zur letzten Minute aufpassen müssen wie die Schiesshunde.

Aber auch Fidés WM-Kolümnchen von heute Samstag im Bote der Urschweiz bestärkt mich in der Annahme, dass wir die Argentinier an den Hörnern packen! Fässler lässt uns wissen, dass er jetzt (nach den Gruppenspielen) auf Brasilien als Weltmeister tippt. Das heisst nach Adam Riese, dass er (auch) damit rechnet, dass die Schweizer Messi’s Nationalmannschaft aus dem Turnier werfen…

Wir wollen jetzt aber mal nicht tollkühn werden, und erinnern uns daran, dass die letzte Begegnung mit den Südamerikanern 1:3 verloren ging, mit drei Messi-Toren…

Dieses YouTube-Filmchen ist datiert vom 29. Februar 2012 (Schalttag!), und beweist einmal mehr die grosse Klasse von Lionel Messi. Es zeigt mir aber auch, dass die Schweizer zu einem Tor kamen, und gar nicht so schlecht aussahen, wie das Resultat vermuten liesse. Eine Schweizer Nationalmannschaft in guter Verfassung kann gut mithalten. Denn der Unterschied machte an jenem Abend im Stade de Suisse wirklich nur Messi aus.

Klar, Argentinien besteht nicht nur aus dem Barcelona-Star. Die anderen Spieler, allen voran Angel die Maria oder Gonzalo Higuaín, sind auch Topspieler. Aber denen ist beizukommen. Sie sind ohne Messi nur irdisch. Aber: Mit einem gross aufspielenden Messi an ihrer Seite mutieren sie zu „Überirdischen“ und werden absolut unberechenbar.

Also Schweizer, werft euer Netz am kommenden Dienstag über Messi aus. Nehmt ihn euch zur Brust, lasst ihn nicht ins Spiel kommen, und vor allem: Lasst ihn nie aus den Augen! Auch wenn man ab und zu neben ihm vor Langeweile eindösen könnte. In solchen Situationen schlägt der Kleine ganz gross zu. Lasst euch von ihm nicht erwischen.

Wie kürzlich Carlos Bilardo, ein ehemaliger Nationaltrainer Argentiniens, in der Weltwoche zu Protokoll gab: „… dass er (Messi) immer das Unerwartete macht, das kann er, und deshalb ist er der Beste der Welt. Der, der den Unterschied macht.“
Mit Carlos Bilardo wurde Argentinien übrigens 1986 Weltmeister.

Aber: Hitzfeld bläut in diesen Tagen und Stunden unseren Fussball-Mannen schon ein, was passieren kann, wenn man Messi nicht vom Spiel abhalten kann.

Ich bin auch überzeugt, dass die Frankreich-Pleite sehr hilfreich war, und den Spielern nun zu Gute kommen wird. Diese Schweizer haben hernach beim Honduras-Spiel erstklassige Moral bewiesen, und machten vieles um Welten besser, als in den beiden Spielen davor.

Ottmar, das kommt noch früh genug! Wir alle möchten „unseren Lieblings-Deutschen“ noch nicht auf seinem Altenteil ruhen sehen. Hitzfeld möchte dies bestimmt auch noch nicht, und tut alles, um das zu verhindern.

Ist Argentinien nämlich geschlagen, warten vergleichsweise „leichte“ Gegner im Viertelfinale: Belgien oder USA. Dann läge gar das Halbfinale drin…

Träumen darf man, gell! Ich habe vor der WM immer gesagt: Zwischen sang- und klanglos ausscheiden nach der Gruppenphase bis hin zum Halbfinale liegt für die Schweizer alles drin.

Wir haben mit Shaqiri auch einen Zauberzwerg, einen kleinen Messi. Auch er kann den Unterschied ausmachen, wie mit seinen drei Toren beim Spiel gegen Honduras.
Wieso Ottmar diese „Pandora-Büchse“ erst jetzt auf machte, bleibt wohl sein Geheimnis. Damit meine ich den Positionswechsel von Shaqiri von aussen nach innen ins Zentrum.
Vielleicht „sparte“ dies der schlaue Trainerfuchs auf, und wollte mit dieser Finte überraschen, um noch einiges erreichen zu können…

Auf alle Fälle: Kommenden Dienstag um gut 20 Uhr wissen wir mehr! Wie eingangs erwähnt: Ich bin überzeugt, dass das unsere Jungs schaffen werden! Nur schon Ottmar zu Liebe.

Alles Gute für’s Spiel!

feldwaldwiesenblogger

Fan-Randale ausser Rand und Band?

Am Montagmorgen las ich im 20 Minuten:

Und:

„In Deutschland wurden beim Spiel HSV – Bayern München Dutzende verletzt.“ Als ich diesen Satz las, schrillten bei mir alle Alarmglocken. Zumal ich bislang nichts ausser das Resultat und einige Infos zum Spiel auf der Bayern-App gelesen habe.
Wie ja bekannt ist, konzentriere ich mich dieses Jahr auf den Schwingsport, und habe den Fussball nach hinten geschoben. Trotzdem: Bayernfan bleibt Bayernfan, auch derzeit ohne Matchbesuche.
Deshalb war ich etwas besorgt, und schrieb Marcel Heil, unserem Fanclub-Präsidenten (Bayernmünchen-Fanclub Zürich) eine „Whatsapp“: „Hallo Marcel. Laut 20 Min. gab es einige Verletzte in Hamburg. Stimmt das? Und: Wart ihr auch betroffen?“

Marcel schrieb mir zurück:
„Hallo feldwaldwiesenblogger, ja gab einen grösseren Einsatz. Wir waren nur indirekt betroffen. Wurden von der Polizei zum Gäste Parkplatz begleitet, fast ne Stunde, weil die irgendwie Frust hatten.“

Uff, ich war ich erleichtert, dass meine Kollegen vom Fanclub nicht betroffen waren. Trotzdem war mein Recherche-Geist nun hellwach, und ich begann ein wenig zu recherchieren. In einem Internet-Forum fand ich einen Augenzeugen-Bericht eines Hamburgers. Diesen gebe ich in der Folge ungekürzt wider:

„Es wird den Sturmtruppenverstehern zwar nicht in die Schablone passen, aber die Realität hält dem Wunschdenken leider mal wieder nicht Stand.

Ich bin um kurz nach 14.00 Uhr mit der AKN in Eidelstedt angekommen. Als ich aus dem Bahnhof raus kam, hab ich eben noch gesehen wie sich eine größere Gruppe Fans, augenscheinlich viele jüngere Semester, die vorher am dortigen Kiosk getrunken haben, sich in die Seitenstraße beim Edelfettwerk verdrückt haben.

Als ich zum Stadion bin, kamen mir auf der Schnackenburgallee ca. 50 bis 70 Polizisten entgegen, Schwarzhelme, fünf Mann neben einander und viele, viele hintereinander. Volle Rüstung, Tonfa am Arm. Diese Polizisten waren allerdings vollkommen friedlich. Kreuzung Farnhornstieg – Schnackenburgallee, eine Wanne an der nächsten, alles abgesperrt.

Im Stadion hat mir dann ein Bekannter erzählt, dass es ca. 13.45 Uhr vorm Stadion zu Auseinandersetzungen gekommen ist. Jojo Liebnau persönlich und vier oder fünf andere CFHHler haben sich über irgendeine, nicht näher bezeichnete Polizeiaktion furchtbar aufgeregt, rumgepöbelt usw. Daraufhin haben 20 bis 25 Polizisten in voller Rüstung versucht die CFHHler festzunehmen. Jojo hat Fersengeld gegeben und ist gerannt so schnell er konnte, während der Rest die Polizei beschimpft hat. Daraufhin hat die Polizei die vier oder fünf Mann schlichtweg zusammengeschlagen, bis keiner mehr stand. Dabei sind wohl auch zum ersten Mal Tonfas im Einsatz gewesen, aber kein Reizgas.

Daraufhin kamen von allen Seiten Fans zusammen gelaufen, hauptsächlich wohl Leute aus dem Stimmungsblock, aber nicht ausschließlich CFHHler und haben die Polizei mit absolut allem beworfen was in Reichweite war, Flaschen, Gläsern, Fahrradschlössern, Einkaufswagen inklusive.

Zu diesem Zeitpunkt hat mein Bekannter Fersengeld gegeben, um nicht selber was abzubekommen. Wie es ausging kann er nicht sagen.

Zum Anpfiff hing an der Vorderseite des Stimmungsblockes ein ACAB – Transparent. Bis zur Halbzeit offenbar kein Problem. In der Halbzeit tauchte dann plötzlich eine größere Anzahl Polizei durch den Eingang 21C auf, bewegte sich direkt zu 22C rüber und nahm das Plakat ab. Daraufhin gab es mächtig Gepöbel aus 22C.

Als Reaktion auf das Geschrei aus dem Oberrang hat die Polizei augenblicklich die ersten drei Reihen von 22C flächendeckend mit Tränen- / Pfeffer- oder anderem Reizgas eingesprüht. Das Gas hat sich sofort ausgebreitet und die komplette untere Hälfte von 22C und die oberen Reihen von 22B eingenebelt.
Daraufhin flogen aus 22C diverse Bierbecher in Richtung der Polizei, von denen allerdings die meisten 22B getroffen haben. In der Folge standen auch die letzten Reihen von 22B auf. Daraufhin ist die Polizei in beide Blöcke gleichermaßen eingedrungen und hat mit dem Tonfa auf absolute jeden erreichbaren Kopf eingeschlagen, ohne Rücksicht auf Verluste. In der Folge haben dann Leute in 22C die Fahnenstangen der großen Schwenkfahnen auseinander gerissen und sich damit zur Wehr gesetzt, die Polizei allerdings auch noch bis zum Blockausgang verfolgt als die schon auf dem Rückzug war. Inzwischen war das Reizgas dann auch schon in 23b.

Zwischenzeitlich ging es auch in anderen Blöcken zur Sache, weil Gegner und Befürworter des Polizeieinsatzes aneinander gerieten, so in 23 und 24b. Bei uns in 24B war ein Ultra-Gegner der Ansicht, jeden schubsen oder stoßen zu müssen, der das Wort „Polizei“ in den Mund nahm, bis er auf dem Rücken lag und 6 Hände an der Gurgel hatte.

Nach dem Wiederanpfiff ist mein Bruder aus dem Block raus um auf‘s Klo zu gehen und kam nach einigen Minuten wieder und hat berichtet, dass die Gewalt hinter der Kurve weiterging, wo die Polizei auf jeden Fan Jagd gemacht hat. Zu dem Zeitpunkt waren wenigstens zwei Gruppen Polizisten hinter der Nordkurve unterwegs und haben verschiedentlich Fans angegriffen und mitgenommen. Vor 24B haben die Ordner zeitweise eine Kette gebildet um diese Polizisten am Betreten des Blocks zu hindern. Nach Aussage einer Ordnerin sind dabei wohl auch Ordner von Polizisten geschlagen worden. Dabei waren wohl auch nicht nur Tonfas sondern auch Metall-Teleskopschlagstöcke im Einsatz.

Ab da kamen dann eine ganze Reihe Fans in den Block, die Reizgas abbekommen hatten und von anderen Fans mit Wasser behandelt wurden, und überall auf der Treppe zwischen 23 und 24B saßen. Zum Teil Leute aus dem angrenzenden Blöcken, die das treibende Reizgas abbekommen haben, aber auch wenigstens zwei Jungs, die im Treppenhaus auf dem Weg vom Klo von der Polizei eingesprüht wurden, und von denen einer von den Sanitätern aus dem Block gebracht werden musste.

Nach einer Weile hab ich mich dann mal auf Klo getraut, da war aber schon keine Polizei mehr zu sehen, dafür aber das Klo voller Leute die sich die Augen auswaschen mussten.“

Soweit also der Augenzeugenbericht des Hamburgers, welcher meiner Meinung nach richtig schockierend klingt. Der Bericht lässt den Schluss zu, als wäre das Geschehene beispielsweise auf dem Maidan-Platz in Kiew (Ukraine) passiert. Von Fussball, der schönsten Nebensache der Welt, keine Spur. Nur Gewalt und Gegengewalt.

Im Bericht ist übrigens ein paar Mal die Rede von „Tonfas“. Weil ich diesen Begriff nicht kannte, gab ich ihn bei Wikipedia ein: „Der Tonfa ist ein Schlagstock mit charakteristischem Quergriff mit vielfältigen Einsatzgebieten. Der Tonfa wird in der Kampfkunst, Kampfsportarten wie dem Kobudo, Ju-Jutsu und der Selbstverteidigung gebraucht. Verschiedene Polizeieinheiten verwenden den Tonfa als Waffe.“

Ich weiss nun nicht so recht, wie ich das einordnen soll. Irgendwie deckt sich vieles mit dem, was ich letzte Woche schon geschrieben habe: „Sind die Fan-Randale an Fussballspielen in letzter Zeit schlimmer geworden?“

Fan-Randale ausser Rand und Band? Ja, und Nein. Echte oder wahre Fans berichten von aggressiven bis sehr gewalttätigen Einsätzen von der Polizei. Ich vermute, dass dies nicht nur in Deutschland, sondern auch bei uns in der Schweiz so gehandhabt wird. Da der Staat mit den besagten „Hooligan-Konkordaten“ und ähnlichem bisher nicht den gewünschten Erfolg erzielte, haben sie wohl die Polizeikräfte angewiesen, massive Gewalt anzuwenden.
Das geht so natürlich auch nicht.

Es geht aber auch nicht so, wie letztes Wochenende beim Cupfinal in Rom. Schockierende Meldungen und Horrorbilder machten die Runde, wie man eingangs aus den beiden 20 Minuten-Artikeln entnehmen konnte. Angeblich wurde von Schusswaffen Gebrauch gemacht. Drei Napoli-„Fan‘s“ wurden verletzt, einer davon lebensgefährlich.

Meine Meinung zu diesen Gewaltexzessen, wie eben in Italien passiert, ist ganz klar: Bringen der Staat und die Ordnungskräfte keine Ruhe und Ordnung rund um Fussballspiele zu Stande, dann werden nur noch Geisterspiele durchgeführt. Oder auch gar keine mehr. Basta!

Der Fall in Hamburg kann und darf in meinen Augen nicht mit dem in Rom gleichgesetzt werden. Einige sich aufregende und rumpöbelnde „Fans“ haben die Polizei gereizt. Diese haben halt keinen Spass verstanden, und heizten mit ihrem unverhältnismässig aggressiven Einsatz den Mob auf. Das Resultat haben wir oben gelesen.

Was wir aber auch nicht vergessen dürfen, respektive was ich in letzter Zeit erkannt habe: Die Berichterstattung der Medien über Fan-Randale bei Fussballspielen ist leider nicht (mehr) objektiv. Zu oft beten unsere Schreiberlinge und Journalisten die Polizeirapporte nach. Wie die klingen, können wir uns alle vorstellen.
Aber: Der Augenzeugenbericht von Hamburg ist auch eine subjektive Sichtweise, geschrieben zwar aus dem Blickwinkel eines, wie ich meine, absolut vernünftigen Fans.

Objektivität in der Berichterstattung ist ein absolutes Muss, aber leider nicht immer durchführbar. Deshalb war ich umso stolzer, als mir kürzlich jemand über meine Schreibweise ein Kompliment machte: Angeblich schreibe ich objektiv. Diese Meinung hingegen ist auch wieder subjektiv…

Weiter habe ich gehört, dass es auf Bayern-Seite in Hamburg ruhig blieb. Aus einem Internetforum habe ich zudem noch ein paar Bilder zum Polizeieinsatz in der Hansestadt gefunden. Wie man unschwer erkennen kann, war ein massives Polizeiaufgebot vor Ort.

Fazit meines heutigen Beitrages: Die Fan-Randale sind an einigen Orten tatsächlich ausser Rand und Band geraten (Rom). Andernorts sind sie hingegen schon fast hausgemacht respektive provokativ herbeigeführt worden (Hamburg).

Was gilt es zu tun: Mein vor Wochenfrist getätigter Aufruf an die friedlichen Fans und Ultras, endlich selber in ihren Kreisen aufzuräumen, wiederhole ich an dieser Stelle wieder. Aber auch der Mahnruf an die Politik: Behandelt die gewalttätigen Hooligans bitte endlich wie Kriminelle.
Und an die Polizei gerichtet: Unnötige Gewalt von Seiten der Sicherheitskräfte schürt, wie das Beispiel Hamburg zeigt, nur Gegengewalt. Aus kleinen Geplänkeln werden auf einmal Strassenschlachten und Ausschreitungen.

feldwaldwiesenblogger

Sind die Fan-Randale an Fussballspielen in letzter Zeit schlimmer geworden?

Sind die Fan-Randale an Fussballspielen in letzter Zeit schlimmer geworden? Man weiss es nicht so genau. Denn die Statistiker und die Umfrageprofis widmen sich dieser abscheulichen Zeiterscheinung mitnichten so genau wie wenn es um irgendwelche Volksabstimmungen geht.
Die SBB erheben meines Wissens aber eine Art Statistik, welche die Art und die Höhe von Schäden an ihrem Rollmaterial beziffern soll. Diese Zahlen sind aber wohl nur für SBB-internen Gebrauch gedacht.

Ich habe aber trotzdem, subjektiv gesehen, das Gefühl, dass es in letzter Zeit schlimmer geworden ist.

Zu meiner eingangs gestellten Frage fand ich heute folgendes im 20 Minuten:

Dies wäre ein weiterer Indiz dafür, dass sich die Lage in letzter Zeit zuspitzte. Zumal es an Ostermontag beim Cup-Final in Bern massive Ausschreitungen gab und letzten Sonntag in Basel ein Extrazug von GC-Fans durch mehrmaliges Betätigen der Notbremse beschädigt wurde.

Zwei Zwischenfälle innert Wochenfrist. Die Volksseele kocht und die Politiker sind wütend. Auch ich bin wütend:

Randalierer mit Süügüllä abspritzen. Wieso eigentlich nicht? Diesen halbstarken Idioten ist mit legalen Mitteln nicht mehr beizukommen. Die scherren sich nämlich einen Deut um Stadion- oder Rayonverbote. Um Fussball geht es diesen Subjekten schon längst nicht mehr. Vielmehr wird unkontrollierte Aggression rund um Fussballspiele abgebaut. Zudem ziehen Fussballspiele auch „Gewalt-Touristen“ an, wie in Bern.
Die immer „ausgeklügelteren“ Massnahmen der Politik und Sicherheitskräfte, wie etwa das neu ausgedachte Hooligan-Konkordat, scheinen einfach nicht zu fruchten.

Trotzdem gibt es gemässigte Stimmen, die besagen, dass die Medien die ganze Sache total aufblasen und sich gezielt auf die Fussballfans einschiessen.

Letzte Woche entdeckte ich nach den Ausschreitungen in Bern einen Tweet von @NZZ: „Canepa hat den Verdacht, dass «Krawall-Touristen» den Fan-Marsch des FCZ als Plattform missbraucht haben.“ Diesen Tweet kommentierte ich mit: „Da wäre ich mir nicht sicher!“

Darauf hat mir ein Twitterer erwidert: „Wer sich wohl besser damit auskennt? Ein FWW Blogger oder der FCZ Präsident?“

Klar, ich bin sicher kein Kenner der Szene, liess mich dann auf eine kurze Diskussion ein, und erhielt obendrein noch zwei wertvolle Links zur Diskussion über die sogenannte Fankultur.

Der vollständige WOZ-Artikel vom 5.1.2012 ist unter diesem Link nachzulesen: WOZ-Artikel

Zudem ein interessanter Film, „Oltre la Curva“, zu welchem folgendes steht: „Hooligans, Chaoten und Randalierer? Faló, eine Dok-Sendung des TSI, wollte diesem Phänomen auf den Grund gehen. Bei den Recherchen kam Erstaunliches zutage.
Entstanden ist ein 40-minütiger Film, welcher die Fanthematik für einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachtet.“

„Der Schaden ist angedichtet“ und „die Fanthematik für einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachtet“ zeigen, dass es, wie immer im Leben, zwei Seiten von allen Dingen gibt.

Ich twitterte auch: „Habe nichts gegen gut gelebte Fankultur. Bin ja auch in einem Fanclub. Du meinst, unsere linken Medien berichteten nicht objektiv?“

Darauf die Antwort: „Ob die Medien nun Links oder Rechts sind ist mir eigentlich egal. Ihr Lieblingsopfer sind die Fussballfans. Dafür gibt es Beispiele.“

Diese erwähnten Beispiele habe ich nun aufgeführt, auch als Diskussionsbasis.

Wie die ganze Sache weitergehen wird, weiss niemand. Was aber jeder weiss: Irgendjemand zahlt die Schäden und der immer grösser werdende Sicherheitsaufwand. Letztendlich geht es, wie (fast) immer im Leben, um das liebe Geld.

Ich selber habe, wie oben erwähnt, absolut nichts gegen gut gelebte Fankultur mit ihren teilweise wunderschönen Choreographien, den entsprechenden Gesängen und den lautstarken Anfeuerungsrufen. Man könnte mit mir auch über kontrolliertes Abbrennen von Feuerwerk diskutieren.

Wo es aber sofort aufhört, ist wenn Menschen und öffentliche Einrichtungen zu Schaden kommen. Dann ist einfach Schluss. Übergriffe in Stadien, das Stürmen von Gästeblocks, das Werfen von Feuerwerk auf den Rasen oder auf Menschen… Nein, irgendwo gibt es Grenzen!
Und diese Grenzen loten derweil unsere Randalierer und Chaoten aus, eigentlich wie kleine Kinder…

Was ich letzte Woche bei der kurzen Diskussion gelernt habe: Ich rede oder schreibe bei Ausschreitungen nicht mehr von „Fans“, sondern von Randalierern. Man muss da wirklich unterscheiden. Denn die überwiegende Mehrzahl der Fans sind friedlich.

Damit die wahren Fans auch von den Randalierern unterschieden werden können, müssen wir uns unbedingt ein paar Definitionen zu Gemüte führen. Was sind Ultras und was sind Hooligans. Bei Wikipedia steht geschrieben:

„Bei Ultras handelt es sich um fanatische Anhänger, deren Ziel es ist, ihren Verein „immer und überall bestmöglich zu unterstützen“.
Neben der akustischen Unterstützung, die sehr häufig von einem sogenannten Capo (von italienisch il capo für Haupt oder Anführer) mittels Megaphon koordiniert und durch Trommeln begleitet wird, legen Ultras auch viel Wert auf optische Hilfsmittel wie z. B. Konfettiregen, bengalische Feuer und Fahnenmeere. Außerdem kreieren, finanzieren und organisieren die Ultras farbige Choreographien. Bei diesen Choreographien bereiten die Ultras Materialien vor, die zu Spielbeginn an alle Zuschauer (auch Nicht-Ultras) eines Stadionbereiches ausgegeben werden und die durch gleichzeitiges Hochhalten z. B. ein großflächiges Vereinswappen ergeben. Oft werden auch Überrollfahnen oder Wurfrollen verwendet. Unterstützung durch Sponsoren oder Vereine wird strikt abgelehnt. Ultras finanzieren sich meist durch eigene Mitgliedsbeiträge und durch den Verkauf von selbstkreierten Fanartikeln.“

Und:

„Abgrenzung zu Hooligans
Während bei Hooligans die gewalttätige Auseinandersetzung mit anderen Gruppen im Vordergrund steht und Fußballspiele nur einen Anlass dazu bieten, steht bei Ultras der Sport im Vordergrund; allerdings sind bei manchen Ultra-Gruppierungen Schlägereien und Krawalle ein akzeptiertes Mittel der Durchsetzung von Faninteressen und der Auseinandersetzung mit gegnerischen Fan-Gruppen. Aus diesem Grund werden die Ultras in Medien und öffentlicher Wahrnehmung oft mit ‚Hooligans‘ bzw. mit Gewaltbereitschaft assoziiert. Ein großer Teil der deutschen Ultraszene betont jedoch, dass man sich nicht als ‚Gewalt suchend‘ definiere. Allerdings setze man sich bei körperlichen Übergriffen auf die eigene Gruppe entsprechend zur Wehr. Viele Ultragruppierungen in Deutschland beklagen auch, dass die Polizei zunehmend versuche ihnen ein Stigma der Gewaltbereitschaft anzuheften, da diese nach dem Zerfall der klassischen Hooliganszene nun ein neues Betätigungsfeld im Rahmen von Fußballspielen brauche.“

Mir ist auch klar, dass die Fanverantwortlichen und Fanarbeiter ganz sicher einen schweren Stand haben. Denn zu den Ultras und den wahren Fans mischen sich zunehmend die besagten Randalierer und Chaoten.

Ich meine aber, dass die „guten“ Fans auch in die Pflicht zu nehmen sind. In dem sie nämlich diese Idioten nicht (mehr) decken. Deshalb fordere ich die Fans auch auf: „Gebt die Namen, selber gemachte Handy-Fotos und -Filme der Polizei. Sorgt selber für Ordnung, denn ihr habt es in der Hand. Wenn ihr nicht immer von der Öffentlichkeit angeschwärzt werden möchtet, müsst ihr unbedingt selber aktiv werden. Bitte!“

Damit die Fans und die Ultras auch mal gelobt werden, möchte ich eine wunderschöne Choreographie des FC Luzerns, mein Lieblingsfussballklub in der Schweiz, zeigen:

Natürlich darf man auch nicht naiv sein, und ein Schwingfest mit einem Fussballspiel vergleichen. Die „Ultras“ beim Schwingsport rauchen eine Brissago, tragen eine Militär-Pelerine und kommen mit einem Militärrucksack an den Anlass. Sie können stundenlang mit stoischer Ruhe das Geschehen auf den Sägemehlringen verfolgen.

Die Fussball-Ultras hingegen kommen mit Fahnen und Trommeln zu einem Fussballspiel, und unterstützen ihre Mannschaften lauthals mit orchestrierten Fangesängen.

Eines ist aber beiden „Ultragruppen“ gemeinsam. Sie haben gerne Bier…

Mit diesem versöhnlichen Abschluss möchte ich meine eingangs eingebrachte Wut gegen Fan-Randale nun ausklingen lassen. Es ist nur ein kleiner Bruchteil der Anhänger, die eine ganze Fangemeinde in den Dreck zieht. In dem Sinn: Wehret euch, ihr wahren Fans, und verstosst die schwarzen Schafe endlich aus euren Reihen!

feldwaldwiesenblogger